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Kastenstand, Ferkelschutzkorb, Freilaufbucht – Fragen der zukünftigen Schweinehaltung

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Prof. Dr. Steffen Hoy von der Justus-Liebig-Universität Gießen über verschiedene Haltungssysteme für Sauen und Ferkel. Über Aspekte des Tierschutzes fürs Ferkel, Arbeitsschutz für den Menschen, Zuchtziele bei freier Sauenhaltung und den Zeithorizont für eine flächendeckende Umstellung auf Freilaufbuchten.

Kartellrecht muss Eigentumsrechte der Milcherzeuger respektieren

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Einstellung des DMK-Verfahrens durch das Bundeskartellamt ist konsequent

Der Deutsche Bauernverband (DBV) bezieht Stellung zur Einstellung des Musterverfahrens des Bundeskartellamts gegen das Deutsche Milchkontor (DMK). Die Einstellung des Verfahrens zu den Lieferbedingungen bei der Rohmilcherfassung ist sachgerecht. Es wurde im Laufe des Verfahrens offensichtlich, dass das Kartellrecht keine Grundlage dafür bieten kann, Eigentümerrechte in genossenschaftlichen Unternehmen in Frage zu stellen. Das Prinzip der Selbstverwaltung in bäuerlichen Vermarktungseinrichtungen ist ein wichtiges Element, um das Ziel der Stärkung der Erzeugerposition zu erreichen. Das Deutsche Milchkontor hat im Rahmen dieser Selbstverwaltung bewiesen, dass seine Eigentümer in der Lage und bereit sind ihre Lieferbedingungen markt- und wettbewerbsgerechter anzupassen.

 

Der DBV sieht dennoch weiterhin Handlungsbedarf bei der Gestaltung der Lieferbeziehungen zwischen Milchbauern und Molkereien. Allgemeinverbindliche Vorgaben durch den Staat oder das Bundeskartellamt können jedoch keine befriedigende Lösung sein. Dennoch sind die Molkereien gemeinsam mit den Milcherzeugern und ihren Organisationen gefordert, eine marktgerechte und modernere Gestaltung der Lieferbedingungen vorzunehmen. Preisabsicherungselemente sowie eine Abstimmung zu den Anlieferungsmengen zwischen Molkereien und Milcherzeugern sind in den Lieferbedingungen zu etablieren.

 

Ein wesentlicher Vorschlag des Kartellamtes betraf die Verkürzung der Kündigungsfristen bei den Molkereien. Auch wenn dies aus Sicht des einzelnen Milcherzeugers kurzfristig positiv bewertet werden kann, warnt der DBV vor einer Schwächung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des genossenschaftlichen Molkereisektors. Die Auswirkung der Verkürzung der Anlieferungspflicht im Kündigungsfall auf zwölf Monate sollte dementsprechend vom Bundeskartellamt zu gegebener Zeit nochmals bewertet werden.

 

Quelle: Deutscher Bauernverband

Virtueller Schweinestall der Zukunft

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Die anhaltende gesellschaftliche Kritik an der Nutztierhaltung setzt die gesamte Branche der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung massiv unter Druck. Tierhaltungssysteme müssen deshalb heutzutage nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische und gesellschaftliche Kriterien erfüllen. Wie sich die verschiedenen Erwartungen miteinander vereinbaren lassen, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung der Universität Göttingen im Verbundprojekt „Virtueller Stall der Zukunft“.

Ziel des Projekts sind gesellschaftlich akzeptable und praktisch realisierbare Stallbaukonzepte für die Schweinehaltung. Die Projektpartner wollen Ansätze der Nutztierwissenschaften, der Agrartechnik, des Stallbaus, der Betriebswirtschaftslehre und der Akzeptanzforschung kombinieren und Vertreterinnen und Vertreter aus Gesellschaft und Landwirtschaft mit einbeziehen.

Auf dieser Grundlage wollen sie neue Schweinehaltungssysteme entwickeln, detailliert beschreiben und aus den verschiedenen Fachperspektiven bewerten.

Der virtuelle Aspekt des Projekts ermöglicht einen schnelleren Verlauf und eine bessere Planbarkeit der späteren praktischen Umsetzung als der Einsatz von Testbetrieben.

Partner im Projekt „Virtueller Stall der Zukunft“ sind die Universitäten Kiel (Institut für Tierzucht und -haltung) und Düsseldorf (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing), die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands und der Stallbauexperte Dr. Richard Hölscher (Richard Hölscher GmbH). Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung fördert das Projekt anderthalb Jahre lang mit insgesamt 155.000 Euro. Weitere Informationen sind im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/de/575789.html zu finden.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Nutztierakademie von Bayer: Die Chancen der Digitalisierung in der modernen Nutztierhaltung

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Die Nutztierakademie (NTAK) von Bayer widmete sich im Dezember vergangenen Jahres den Chancen der Digitalisierung in der modernen Nutztierhaltung sowie der Herausforderung Ketose. Unter dem Titel „Daten, Diagnosen und Digitales – Transitkühe und Smarte Vets heute“ wurde auf einer Doppelveranstaltung in Hamburg und München gezeigt, wie sich mit Hilfe von Sensoren Tierbeobachtungen immer genauer erfassen lassen und so die Grundlage für ein zeitgemäßes Tiergesundheitsmanagement liefern. Bayer möchte sich in dieser Entwicklung als kompetenter Partner der Milcherzeuger beweisen und einen wichtigen Beitrag zum Wohlergehen der Tiere leisten.

 

Ein frischer Blick auf ein altes Problem: Ketose

Die Ketose ist eine große Herausforderung in der Milchviehhaltung: 20 Prozent der deutschen Milchkühe sind von subklinischer Ketose betroffen – mit schwerwiegenden Folgen für die Tiergesundheit, den Tierschutz, aber auch die Tierproduktion. Im Fokus stand die effektive Unterstützung des Leberstoffwechsels. Wie dies geschehen kann, erklärte Bayer mit einem Animationsfilm in anschaulicher Weise. (Video unter www.bayerfarm.de/de/service/videothek/)

 

„Augmented Reality“: Grundlage für Entscheidungen im Milchviehbetrieb

Andreas Pelzer (Haus Düsse, LWK Nordrhein-Westfalen) zeigte in seinem Vortrag, welche Daten im Milchviehbetrieb zur Verfügung stehen und wie sie genutzt werden können. Die große Datenmenge erfordert jedoch eine sinnvolle Strukturierung, so Pelzer. Die Verbindung von Einzeltier- und Produktionsdaten ist hierbei die große Herausforderung. Zu sehr werden Daten derzeit noch als reine „Dokumentation“ verstanden. Sie ermöglichen es jedoch auch, die Vorgänge in der Tiergesundheit und im Tierschutz besser zu verstehen und zu steuern.

Welche Beobachtungen jetzt und in Zukunft erhoben werden, ging aus dem Vortrag von Prof. Wolfgang Prinz (Fraunhofer FIT und RWTH Aachen) hervor – Sensoren liefern zunehmend Daten in Echtzeit über Position, Verhalten und Bewegung. Dies lässt sich auch im Kuhstall nutzen und liefert insbesondere Informationen für das Tiergesundheitsmanagement. Status quo und Statusveränderung lassen sich automatisch mit „Augmented Reality“-Techniken erfassen – das bedeutet, dass der Status quo nicht nur abgebildet, sondern auch bewertet wird. Der Tierhalter erhält so laufend Einzeltierbeobachtungen, die als Entscheidungsgrundlage dienen können.

 

Sensoren werden immer wichtiger – Bayer liefert Beispiele für effektive Datenverknüpfung

Wie solche Daten zur Maßnahmenplanung konkret genutzt werden können, zeigen Erfahrungen aus dem Ackerbau: Der Field Manager® verbindet Echtzeitdaten aus Wetterstationen oder Drohnenflügen mit Langzeittrends vergangener Jahre. So können Maßnahmen punktuell und anlassgerecht getroffen und beispielsweise Pflanzenschutzmittel effektiv ausgebracht werden Dieses Beispiel für „Big Data“ zeigt die Möglichkeiten einer zeitgemäßen Datennutzung auf.

Als eine der innovativen Lösungen für den Kuhstall stellte Bayer das Update der „Cowdition® App“ vor, mit der die Körperkondition einer Milchkuh (Body Condition Score, BCS) schnell und objektiv ermittelt werden kann. Mittels einer Schnittstelle zum „Dairy Data Warehouse“ werden diese tierindividuellen Daten dann mit den Daten der Gesamtherde verbunden – erst diese Gesamtschau macht ein präzises Gesundheitsmanagement möglich.

 

Der vernetzte Betrieb bietet Chancen für Tier und Mensch

Was über das Tiergesundheitsmanagement hinaus möglich ist, zeigte der Vortrag von Prof. Jörn Stumpenhausen (Weihenstephan). Der Milchviehbetrieb wird als Ganzes gesehen, indem beispielsweise Energie sowohl verbraucht als auch erzeugt wird. Diese Energieflüsse lassen sich genau erfassen, abgleichen und steuern. Der Milchviehbetrieb wird damit zum digital gesteuerten System. Die Nutztierakademie von Bayer demonstrierte mit dieser Doppelveranstaltung, wo die Chancen der digitalen Entwicklung liegen und wie Tier und Mensch davon profitieren können.

 

Die Nutztierakademie von Bayer

Die Nutztierakademie (NTAK) von Bayer wurde im Jahr 2010 gegründet, um dem strukturellen Wandel von Nutztierbetrieben Rechnung zu tragen und Tierärzten und Landwirten die wirtschaftliche Bedeutung eines modernen Herden- und Betriebsmanagements näher zu bringen. Mit den Fortbildungsprogrammen, Symposien sowie den praktischen Lösungsansätzen leistet die Nutztierakademie von Bayer zudem einen wertvollen Beitrag für die Tiergesundheit und Tiergerechtheit.

Fachfragen beantwortet gerne Dr. Martina de Ponte, 0214 30-51792, martina.deponte@bayer.com

Quelle: Bayer Vital GmbH

Futterverwertung bei Broilern

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Neue Kennzahl berücksichtigt höheres Schlachtgewicht

ForFarmers hat vor kurzem eine neue Kennzahl für Masthähnchenhalter eingeführt. Die korrigierte Futterverwertung 2.300 (FV 2.300) soll aussagefähigere Vergleiche der Futterverwertung von Broilern ermöglichen. Sie berücksichtigt die in den letzten Jahrzehnten auf rund 2.300 Gramm gestiegenen Schlachtgewichte der Masthähnchen und sieht statt der bisher üblichen vier Punkte nur noch eine Korrektur um zwei Punkte pro 100 Gramm vor.

ForFarmers Forschung

Die neue Kennzahl FV 2.300 basiert auf der Bewertung der biologischen Leistungen von fast 500 abgeschlossenen Herden in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Großbritannien, die in den Jahren 2016 und 2017 von ForFarmers analysiert wurden. Sie ist auf heutige Herden und deren Leistungen abgestimmt und ermöglicht so einen genaueren Vergleich.

 

Exaktere Berechnung der Futterverwertung

Auch wenn die Schlachtgewichte in den letzten Jahrzehnten auf rund 2.300 Gramm gestiegen sind, wird die Futterverwertung vielfach noch auf der Grundlage von einem Referenzgewicht von 1.500 Gramm pro Broiler berechnet. Die neuen Ergebnisse haben aber laut ForFarmers gezeigt, dass diese Berechnungen auf überholte Annahmen für die heutigen Herden beruhen.

„Die Ungenauigkeit des bisherigen Kennwerts liegt unter anderem darin begründet, dass die heutigen Masthähnchenrassen deutlich mehr Brustfleisch ansetzen. Damit hat sich auch das Verhältnis von Fleisch- zu Fettansatz stark zugunsten des Fleischansatzes geändert. Deshalb führt die Nutzung des früheren Kennwerts auch dazu, dass die Korrektur überbewertet wird und daraus extrem niedrige korrigierte Futterverwertungen resultieren. Der Masthähnchenhalter erhält damit kein zutreffendes Bild der aktuellen Situation mehr“, erläutert Rinze Exterkate, Marketing Manager Mastgeflügel bei ForFarmers.

Neuer Kennwert: Übergangzeit für bessere Vergleiche
Die Bewertung auf Basis des neuen Kennwerts ermöglicht eine deutlich bessere und zutreffendere Bewertung der erzielten Futterverwertung. Auf Basis eines Endgewichts von 2.300 Gramm ist heute eine Korrektur um zwei Punkte pro 100 Gramm Abweichung von dem Gewichtsstandard aus Sicht des Unternehmens besser geeignet, um Herden, Ställe und Futtersorten bewerten und vergleichen zu können. „Parallel zu dem neuen Kennwert FV 2.300, der bei ForFarmers seit kurzem genutzt wird, werden wir aber auch den alten Standard FV 1.500 noch eine Zeit lang verwenden. So können unsere Kunden ihre Ergebnisse weiterhin noch mit den Ergebnissen anderer Masthähnchenhalter vergleichen“, ergänzt Exterkate.

Weitere Informationen im Internet unter www.forfarmers.de

Quelle: ForFarmers Langförden GmbH

Deutsche Milchwirtschaft im internationalen Wettbewerb

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9. Berliner Milchforum am 15./16. März 2018

Das als Branchentreff etablierte Berliner Milchforum findet am 15. und 16. März 2018 zum neunten Mal statt. Zum Thema „Deutsche Milch im internationalen Wettbewerb“ beschäftigt sich das Berliner Milchforum mit den Möglichkeiten, Chancen und Risiken der internationalen Markterschließung, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit.

Die letzte Krise am Milchmarkt hat gezeigt, wie eng die globalen Milchmärkte miteinander verwoben sind. Multi- und bilaterale Handelsabkommen, das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern sowie das Image deutscher Milchprodukte und auch die nationale Standardsetzung für Milchbauern und Verarbeiter bestimmen die Chancen der deutschen Milchwirtschaft auf dem Weltmarkt.

Internationale Markterschließungen werfen allerdings auch neue Fragen auf, betonen Fachleute und Marktkenner.

Sind unsere deutschen Molkereien bereits im internationalen Markt angekommen? Reicht „Made in Germany“, um erfolgreich am Weltmarkt zu bestehen? Sind unsere deutschen Milcherzeuger international wettbewerbsfähig?

Politiker, Marktexperten und Milchbauern werden in einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Genossenschaften im Wettbewerb – Ein Erfolgsmodell?!“ die Herausforderungen für genossenschaftliche Molkereien im internationalen Umfeld erörtern. Im Rahmen der Vortragsveranstaltung wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Milcherzeugung und Molkereiwirtschaft beleuchtet.

Die Tagung wird vom Deutschen Bauernverband (DBV) und dem Milchindustrie-Verband (MIV) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgerichtet. Das Programm und das Online-Anmeldeformular sind ab sofort unter www.internationales-milchforum.de verfügbar. Bis zum 8. Februar 2018 wird ein Frühbucherrabatt gewährt.

Quelle: Deutscher Bauernverband