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Ein Bienen-Gen spezifiziert kollektives Verhalten

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Forschende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) untersuchten zusammen mit Kollegen aus Frankfurt, Oxford und Würzburg, wie das komplexe, kooperative Verhalten von Honigbienen (Apis mellifera) genetisch programmiert ist, so dass es an nachfolgende Generationen weitergegeben werden kann. Sie fanden die Antwort im sogenannten doublesex-Gen (dsx), wie sie in der Fachzeitschrift Science Advances erläutern.

Verhaltensinteraktionen zwischen Organismen sind grundlegend und vielfach angeboren. Jeder Mensch und jedes Tier interagieren auf die eine oder andere Art durch ihr Verhalten mit anderen Individuen ihrer sozialen Gruppe. Im Tierreich bringt dies erhebliche Vorteile bei der gemeinsamen Nahrungsbeschaffung, beim Schutz vor Feinden und bei der Aufzucht von Nachkommen.

Bei einigen Tieren wie der Honigbiene sind die sozialen Verhaltensbindungen so ausgeprägt, dass einzelne Individuen zusammen eine feste Gemeinschaft bilden. Zusammen funktionieren sie wie ein einzelner „Superorganismus“. Tausende von Arbeitsbienen schützen dabei durch ihr individuelles Verhalten die ganze Kolonie, ernähren sie und kümmern sich um die Brut.

Prof. Dr. Martin Beye, Leiter des Instituts für Evolutionsgenetik der HHU und Korrespondenzautor der nun in Science Advances erschienenen Studie, betont: „Das Verhaltensrepertoire der einzelnen Biene und die gemeinschaftliche Koloniefunktion sind nicht erlernt, sondern vererbt. Bisher war aber nicht bekannt, wie so komplexe Verhaltensweisen genetisch kodiert sind.“

Forschende der HHU um Beye und Erstautorin Dr. Vivien Sommer haben nun zusammen mit Kollegen von den Universitäten Frankfurt/Main, Oxford und Würzburg herausgefunden, dass ein spezielles Gen, genannt dsx, das arbeiterspezifische Verhalten kodiert.

Sommer: „Das Gen programmiert, ob eine Arbeiterin eine Aufgabe in der Kolonie aufnimmt und wie lange sie dies tut. Hierzu gehören beispielsweise auch Aspekte gemeinschaftlicher Arbeit wie die Versorgung der Larven oder die Beschaffung und der soziale Austausch von Nahrung.“

Für ihre Untersuchungen haben die Biologen das dsx-Gen bei einigen Bienen mithilfe der Genschere CRISPR/Cas9 verändert oder ausgeschaltet. Die entsprechend manipulierten Bienen haben sie mit einem QR-Code beklebt und ihr Verhalten im Bienenstock anschließend mit Kameras überwacht. Die entstandenen Videosequenzen wurden mit KI-Unterstützung ausgewertet, so dass die individuellen Verhaltensmuster der Bienen bestimmt werden konnten.

Sommer: „Unsere zentrale Frage war, ob und wie sich die angeborenen Verhaltensmuster durch die Veränderung des Gens verändern. Solche Änderungen müssen sich im Nervensystem der Arbeiterinnen widerspiegeln, wo ja die Steuerprogramme für das Verhalten ablaufen.“

Die Forschenden haben sogenanntes Grün fluoreszierendes Protein (kurz GFP) in die dsx-Sequenz integriert, so dass GFP zusammen mit dem dsx-Protein hergestellt wurde. Hierdurch konnten, mithilfe von Fluoreszenzmikroskopie, die neuronalen Verschaltungen sichtbar gemacht werden, sowohl bei den unveränderten Bienen als auch bei denjenigen mit genetischen Modifikationen. „Mit diesen Werkzeugen konnten wir genau sehen, welche Verbindungswege im Gehirn das dsx-Gen schafft, die wiederum die angeborenen Verhaltensmuster der Honigbiene regulieren“, sagt Doktorandin Jana Seiler, ebenfalls Koautorin der Studie.

„Die Ergebnisse deuten auf ein grundlegendes genetisches Programm hin, welches die neuronale Verschaltung und das Verhalten der Arbeiterin bestimmt“, meint Prof. Dr. Wolfgang Rössler vom Lehrstuhl für Verhaltensphysiologie und Soziobiologie, Kooperationspartner an der Universität Würzburg.

Im nächsten Schritt wollen die Forschenden den Schritt von der einzelnen Honigbiene hin zum Superorganismus Bienenvolk tun. Alina Sturm, ebenfalls Doktorandin an der HHU und Koautorin: „Wir hoffen, das Bindeglied zwischen individueller Programmierung und dem koordinierten Verhalten vieler Individuen zu finden.“

Originalpublikation:
Vivien Sommer, Jana Seiler, Alina Sturm, Sven Köhnen, Anna Wagner, Christina Blut, Wolfgang Rössler, Stephen F. Goodwin, Bernd Grünewald, Martin Beye. Dedicated developmental programing for group-supporting behaviors in eusocial honeybees. Science Advances (2024).

Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Mit regionalen Futtermitteln Geflügel klimafreundlicher füttern – BMEL fördert Projekt FUETURE

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Erbse, Ackerbohne und Roggen gelten als klimaangepasste Futtermittel und könnten einen maßgeblichen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Erzeugung von tierischen Lebensmitteln leisten. Aus diesem Grund wollen das Institut für Tierernährung und die Forschungseinrichtung Wissenschaft und Innovation für Nachhaltige Geflügelhaltung (WING) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersuchen, wie Masthühner (Broiler) mit diesen in Deutschland angebauten Pflanzen ressourcenschonender gefüttert werden können. Das BMEL hat dafür nun grünes Licht gegeben: Mit dem Kooperationsprojekt FUETURE wollen die Forschenden gemeinsam mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen und der Industrie Treibhausgasemissionen und den Energieverbrauch bei der Futtermittelherstellung reduzieren. Konkret werden sie neue Futtermittel testen, um die Tiergesundheit zu steigern sowie nachhaltiger und regionaler zu füttern.

„Solche ressourceneffizienten Futtermittel und innovative Mischfutterkonzepte können einen maßgeblichen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Erzeugung von tierischen Lebensmitteln erreichen“, erklärt Professor Dr. Christian Visscher, Leiter des Instituts für Tierernährung, der zusammen mit Professorin Dr. Nicole Kemper, Leiterin des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie, das WING leitet. „Zudem wirken sie sich positiv auf das Tierwohl aus.“ Erbse und Ackerbohne scheinen als Proteinträger vielversprechend, Roggen als Energieträger. „Wir wollen wissenschaftlich die Besonderheiten von Roggen, Erbse, Ackerbohne und heimischer Sojabohne in der Geflügelernährung untersuchen. Außerdem interessieren uns potenzielle Effekte auf Tiergesundheit und Tierwohl“, sagt Visscher. Vorweg wird die TH Bingen den Futterwert ermitteln. Ziel ist es, wissenschaftlich den ökologischen Fußabdruck eines innovativen Fütterungskonzeptes für Masthühner zu ermitteln.

Neben der TiHo und der TH Bingen sind auch die Internationale Forschungsgemeinschaft Futtermitteltechnik e.V. (IFF) sowie das Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS Initiator des jetzt genehmigten Projektes FUETURE. Alle Projektpartner sind jeweils für einen Bereich verantwortlich. Zunächst evaluiert das WING die Futterpflanzen mit Blick auf ihre Nachhaltigkeit. Auf dieser Basis analysiert die TH Bingen den Futterwert, um zu ermitteln, welche Einsatzmengen der zu testenden Futtermittel am besten sind. Anschließend untersucht das Institut für Tierernährung, wie sich die verschiedenen Futtermittel in den unterschiedlichen Dosierungen auf die Gesundheit und das Wohl der Masthühner auswirken.

Über das WING
Das WING ist eine drittmittelfinanzierte Forschungseinrichtung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Der Landesverband der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) unterstützt das WING durch Sonderbeiträge von Mitgliedsunternehmen aus der vor- und nachgelagerten Verbundwirtschaft und schafft damit eine Grundlage für die angewandte Forschung im Bereich der Geflügelhaltung. Das WING setzt wissenschaftliche Projekte aus den Fachrichtungen Tierwohl und Tiergesundheit, Tierhaltung und Tierernährung, Nachhaltigkeit sowie Umweltschutz inter- und transdisziplinär um.

Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule

Offshore-Aquakultur: Die Zukunft der Algenzucht

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Die Aquakultur ist der weltweit am schnellsten wachsende Lebensmittelsektor. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, sind Lösungen außerhalb der durch Schifffahrt, Tourismus und Ausbau von Küstenbauwerken belasteten Küstengewässer gefragt. Das internationale Verbundprojekt „Ngā Punga o te Moana – Anchoring Our Open Ocean Future“, an dem die TU Braunschweig beteiligt ist, setzt genau hier an. Es verfolgt das Ziel, die Aquakultur aus überlasteten Küstenregionen in offene, exponierte Offshore-Gebiete zu verlagern. Expert*innen aus den Bereichen Wasserbau, Statik und Meeresbiologie arbeiten zusammen, um Technologien zu entwickeln, die den extremen Bedingungen auf hoher See standhalten.

Die Verlagerung der Aquakultur in küstenferne Gebiete hat handfeste Vorteile. Offshore-Standorte bieten mehr Platz für Expansion, saubereres und kühleres Wasser, weniger Bewuchs der Zuchtstrukturen durch Meerestiere und ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die gezüchteten Arten. Darüber hinaus hat hier die Aquakultur weniger negative Auswirkungen auf den Lebensraum am Meeresboden. „Damit könnte also das landwirtschaftliche Potenzial der offenen See erschlossen werden“, sagt Professor Nils Goseberg, Leiter des Leichtweiß-Instituts für Wasserbau der TU Braunschweig.

Allerdings sind diese Gebiete auch mit deutlich größeren Herausforderungen verbunden: Tiefere Gewässer, stärkere Strömungen und höhere Wellen stellen hohe Anforderungen an die Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Aquakulturanlagen. Ein entscheidender Aspekt ist daher die präzise Bestimmung der Kräfte, die auf die Infrastruktur wirken, um eine Überdimensionierung, die zu hohen Kosten für die Anker und deren Komponenten führt, ebenso zu vermeiden wie eine Unterdimensionierung, die ein Versagen des Systems bei Sturm zur Folge hätte. Größere Entfernungen von der Küste wirken sich zusätzlich auf die Kosten für Anfahrt und Wartung aus, was wartungsarme Anlagen erfordert.

Innovative Algenfarm vor Neuseelands Küste
Ein Ziel des internationalen Projekts „Ngā Punga o te Moana – Anchoring Our Open Ocean Future“ ist daher die Entwicklung einer neuartigen Seetangfarm, die als Prototyp vor der Küste Neuseelands installiert werden soll. Seetang ist äußerst flexibel und bewegt sich mit den Wellen, wodurch sich seine Angriffsfläche ständig verändert. „Diese zusätzliche Dynamik erschwert die Berechnung der auf den Seetang und die gesamte Farm wirkenden Kräfte – ein Aspekt, der bislang wissenschaftlich nur unzureichend erforscht ist“, erklärt Projektmitarbeiter Henrik Neufeldt vom Leichtweiß-Institut für Wasserbau.

Die Forschungsarbeit der Wissenschaftler*innen am Leichtweiß-Institut für Wasserbau umfasst sowohl Experimente im Wellenkanal und Wellenbecken als auch Computermodellierungen, um das Verhalten von Seetang und Farmstruktur unter realen Bedingungen zu analysieren. In der ersten Versuchsreihe untersuchten die Forschenden im 2-Meter-Wellenkanal die Kräfte und die Bewegung von Seetang auf Langleinen. Das sind Kunststoffseile, an denen der Seetang wächst, die durch Schwimmkörper an der Wasseroberfläche gehalten werden und deren Enden mit dem Grund verankert sind. Dazu wurden Ersatzkörper mit gleicher Steifigkeit und Dicke erstellt, um die Verformungen der Algen realistisch abbilden zu können. „Auch die Form wurde dem Seetang nachempfunden“, so Henrik Neufeldt. Spezielle Sensorsysteme, wie zum Beispiel das Particle-Tracking-Velocimetry (PTV) System, erfassen das Strömungsfeld um die Struktur, während die auf die Pflanzen wirkenden Kräfte durch sogenannte Kraftmessdosen bestimmt werden.

Ziel der Experimentreihe ist es, herauszufinden, wie sich die Kräfte und Bewegungen des Seetangs unter verschiedenen Wellenbedingungen verändern und wie sich benachbarte Kultivierungsleinen gegenseitig beeinflussen. Diese Erkenntnisse fließen in Computermodelle ein, um die Lastenbestimmung für das Gesamtsystem zu überprüfen und weiter zu optimieren.

Realistische Offshore-Bedingungen im Wellenbecken
In einer zweiten Versuchsreihe im Wellenbecken haben die Braunschweiger Wissenschaftler*innen die Seetangfarm im Maßstab 1:20 nachgebaut. Hier lag der Fokus auf der Ermittlung der Gebrauchstauglichkeit des Systems unter realistischen Offshore-Bedingungen. Unterschiedliche Materialien für die Kopfleinen, die die Kultivierungsleinen miteinander verbinden und damit als Anschlusspunkte zwischen Anker und Farm dienen, sowie verschiedene Arten von Verankerungssystemen wurden getestet, um optimale Bedingungen für das Wachstum des Seetangs sicherzustellen. „Dabei sind vor allem Spannung und Stabilität der Leinen entscheidend, um gleichbleibende Wachstumsbedingungen hinsichtlich Licht und Nährstoffen zu gewährleisten“, sagt Henrik Neufeldt. Durch die Kombination von Kraftsensoren, Wellenpegeln, Geschwindigkeitssensoren und Motion-Tracking-Kameras konnten die Forschenden die Verformungen und Bewegungen des Systems detailliert erfassen und analysieren.

Übergeordnetes Ziel der Forschung ist es, die Offshore-Aquakultur nachhaltig und effizient zu gestalten, um den wachsenden Bedarf an marinen Ressourcen zu decken – stets unter dem Aspekt der ökologischen Verantwortung. Durch die Entwicklung neuer Technologien soll die Zukunft der Aquakultur nicht nur enorme Produktionsmöglichkeiten auch jenseits der reine Nahrungsmittelproduktion eröffnen, sondern auch dazu beitragen, die Meeresumwelt zu schonen.

Projektdaten
Das vom Cawthron Institute in Neuseeland geleitete Projekt zur Aquakultur im offenen Ozean, „Ngā Punga o te Moana“, ist ein fünfjähriges (2021–2026) nationales Forschungsprogramm. Das Projekt wird durch den Endeavour Fund der neuseeländischen Regierung mit rund 11 Millionen Neuseeländische Dollar finanziert und zielt darauf ab, die Herausforderungen zu bewältigen, um die Expansion der Aquakulturindustrie in den offenen Ozean zu ermöglichen. An dem internationalen Projekt sind Forschende aus Neuseeland, USA, Irland, Chile, Norwegen und Deutschland beteiligt. Die TU Braunschweig ist mit dem Leichtweiß-Institut für Wasserbau in Kooperation mit der iTUBS, der Innovationsgesellschaft der TU Braunschweig, eingebunden.

Weitere Informationen: https://openocean.cawthron.org.nz

Video zum Projekt und den Experimenten am Leichtweiß-Institut für Wasserbau.

Quelle: Technische Universität Braunschweig

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 5/2024 erschienen!

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„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 5/2024 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

Rinder
• Milchfieber verstehen und vorbeugen
• Frostsichere Weidetränke ohne Strom
• Sensorsysteme: Mit digitaler Überwachung zu mehr Tiergesundheit
• Neue Dippmittel zur Zitzendesinfektion
• Kälber ab Geburt überwachen
• Selektives Trockenstellen: Schon weit verbreitet?
• Häufige Fütterung zur Verbesserung von Gesundheit, Fruchtbarkeit und Milchleistung

Schweine
• Komfort und Gesundheit für Schweine
• Sauen individuell nach Futterkurve füttern
• Nadelloses Impfen bei Schweinen: Chancen und Herausforderungen im Tiergesundheitsmanagement
• Die Kombination von Toltrazuril und Eisen: Zeit sparen – Ferkelgewicht gewinnen

Geflügel
• Kreislaufwirtschaft – Regionale Futterinsekten für Masthühner

Bienen
• Beenovation: 16 Verbundprojekte liefern Erkenntnisse für den Schutz von Bestäuberinsekten

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt 1 x registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail „OK“ klicken und gleich kostenfrei downloaden und lesen!

Melden Sie sich einfach hier für den kostenfreien Empfang des E-Magazins an. Alle zwei Monate erhalten Sie dann per E-Mail einen Download-Link zur aktuellen Ausgabe.

Initiative Tierwohl: Rinderprogramm wird fortgesetzt

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▪ Fortführung von ITW Rind bis Ende 2025
▪ Kriterien bleiben unverändert
▪ Einführung einer unbefristeten Teilnahme für Rinderbetriebe

Die Initiative Tierwohl (ITW) Rind wird fortgesetzt. Vertreter aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Handel haben sich auf die Fortsetzung des Programms geeinigt. Neben den Programmen für Schwein und Geflügel ist damit auch die Zukunft der ITW Rind gesichert. Die Branchenvertreter haben die Fortsetzung der ITW Rind bis mindestens Ende 2025 beschlossen.

Mit der Fortführung des ITW-Rind-Programms setzen die Partner in der Initiative Tierwohl zwar ein klares Zeichen für die Zukunft der Rinderhaltung in Deutschland. Allerdings hatte die ITW einen längeren Zeitraum avisiert. „Wir freuen uns, dass Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel einen weiteren wichtigen Schritt für eine gesicherte und gesellschaftlich anerkannte Zukunft der Nutztierhaltung machen“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Damit schaffen wir gemeinsam Planungssicherheit für die Landwirte und leisten einen entscheidenden Beitrag zu einer tiergerechteren Rinderhaltung. Allerdings war eine über Ende 2025 hinausreichende Selbstverpflichtung der Branchen angesichts des Eckpunktepapiers des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Ausweitung der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung auf Rind nicht erreichbar. Zu groß war die Verunsicherung in der Diskussion um die Kriterien und im Hinblick auf die Prüfsystematik, die durch die im Papier artikulierten Rahmenbedingungen in der Wirtschaft entstanden ist.“

Eine wichtige Neuerung bei der jetzt beschlossenen Fortführung der ITW Rind ist die Einführung einer unbefristeten Teilnahme der Betriebe, ähnlich wie bereits bei den Programmen für Schwein und Geflügel. Diese Regelung gibt den Betrieben Planungssicherheit und ermöglicht es ihnen, ohne wiederholte Übergangsaudits im Programm zu bleiben. Die bisher bekannten Programmphasen werden für die Tierhalter damit irrelevant. Die Kriterien für ITW-Rind im Jahr 2025 bleiben dabei unverändert bestehen.

Ab 2025 wird der verbindliche Preisaufschlag außerdem aufgrund kartellrechtlicher Anforderungen, ähnlich wie bei Geflügel und Schwein bereits erfolgreich durchgeführt, durch eine Preisempfehlung ersetzt. Diese bleibt in ihrer Höhe unverändert bei 10,7 Cent pro kg Schlachtgewicht (SG) für die Rindermast und 4 Cent pro kg SG für Schlachtkühe. Für die Kälbermast wird weiterhin keine Preisempfehlung ausgesprochen, hier wird der Preisaufschlag direkt zwischen den Partnern vereinbart.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Vorschau auf das E-Magazin 5/2024

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Die kommende Ausgabe des E-Magazin „Der Hoftierarzt“ bietet folgende Themen:

Rinder
• Milchfieber verstehen und vorbeugen
• Frostsichere Weidetränke ohne Strom
• Sensorsysteme: Mit digitaler Überwachung zu mehr Tiergesundheit
• Neue Dippmittel zur Zitzendesinfektion
• Kälber ab Geburt überwachen
• Selektives Trockenstellen: Schon weit verbreitet?
• Häufige Fütterung zur Verbesserung von Gesundheit, Fruchtbarkeit und Milchleistung

Schweine
• Komfort und Gesundheit für Schweine
• Sauen individuell nach Futterkurve füttern
• Nadelloses Impfen bei Schweinen: Chancen und Herausforderungen im Tiergesundheitsmanagement
• Die Kombination von Toltrazuril und Eisen: Zeit sparen – Ferkelgewicht gewinnen

Geflügel
• Kreislaufwirtschaft – Regionale Futterinsekten für Masthühner

Bienen
• Beenovation: 16 Verbundprojekte liefern Erkenntnisse für den Schutz von Bestäuberinsekten

Wer noch kein kostenfreies Abo hat, kann hier seine E-Mail-Adresse eingeben und erhält sofort nach Erscheinen der neuen Ausgabe einen Link zum Download. Es lohnt sich!

Vogelgrippe: Erste H5N1-Nachweise beim Schwein in den USA

Amerikanische Veterinärbehörden veröffentlichten am 30.Oktober ein Update zu HPAI-Nachweisen auf einem nicht-kommerziellen Kleinbetrieb in Oregon, darunter erste H5N1-Nachweise bei Schweinen.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) und die Veterinärbehörden des Staates Oregon untersuchen positive Fälle von H5N1 auf einem Kleinbetrieb in Oregon, auf dem Geflügel und Vieh, darunter auch Schweine, gehalten werden. Das Landwirtschaftsministerium von Oregon gab am Freitag, den 25. Oktober bekannt, dass Geflügel auf dieser Farm den ersten H5N1-Nachweis in Crook County (Oregon) darstellt. Am Dienstag, den 29. Oktober, bestätigten die Laboratorien des National Veterinary Services des USDA außerdem, dass eines der fünf Schweine der Farm mit H5N1 infiziert ist – der erste Nachweis von H5N1 bei Schweinen in den Vereinigten Staaten.

Das Vieh und das Geflügel auf dieser Farm teilten sich Wasserquellen, Unterbringung und Ausrüstung; in anderen Staaten hat diese Kombination bereits eine Übertragung zwischen Arten ermöglicht. Obwohl die Schweine keine Krankheitsanzeichen zeigten, testeten das Gesundheitsministerium von Oregon und das US-Landwirtschaftsministerium die fünf Schweine aus Vorsicht und wegen des Vorhandenseins von H5N1 bei anderen Tieren auf dem Gelände auf H5N1. Die Schweine wurden euthanasiert, um weitere diagnostische Analysen zu ermöglichen. Die Testergebnisse für zwei der Schweine waren negativ, und für zwei weitere stehen die Testergebnisse noch aus.

Diese Farm ist ein nichtkommerzieller Betrieb und die Tiere waren nicht für die kommerzielle Lebensmittelversorgung bestimmt. Aufgrund dieses Befundes gibt es keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Schweinefleischversorgung der USA.

Darüber hinaus wurde die Farm unter Quarantäne gestellt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Andere Tiere, darunter Schafe und Ziegen auf der Farm, stehen weiterhin unter Beobachtung.

Die National Veterinary Services Laboratories (NVSL) des USDA haben eine Genomsequenzierung des Virus des infizierten Geflügels auf dieser Farm durchgeführt. Dabei wurden keine Veränderungen am H5N1-Virus festgestellt, die darauf schließen lassen würden, dass das Virus leichter auf Menschen übertragbar ist. Dies deutet darauf hin, dass das derzeitige Risiko für die Bevölkerung gering bleibt.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden, die Oregon Health Authority, die Oregon State Veterinarian, das Oregon Department of Agriculture sowie das US-Landwirtschaftsministerium und das US-Gesundheitsministerium koordinieren diese Untersuchung und werden weitere Updates bereitstellen, sobald diese verfügbar sind.

Bei allen Nachweisen von H5N1 wird das virale Genom sequenziert, um medizinischem Fachpersonal und der Forschungsgemeinschaft zusätzliche Informationen zu liefern, die das Verständnis des Virus verbessern. Die genetische Sequenzierung dieser Proben ist im Gange, die Sequenzierungsergebnisse können jedoch aufgrund der geringen Viruskonzentrationen in den Proben nicht eindeutig sein.

Das USDA erinnert alle Landwirte daran, dass umfassende Biosicherheit für die Ausrottung dieses Virus und den Schutz der Gesundheit von Landarbeitern, Landwirten und ihren Familien, Vieh und Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist.

Das USDA investiert weiterhin stark in die Impfstoffforschung und -entwicklung als Instrument zur Eindämmung und möglicherweise zur Beendigung der Ausbreitung dieses Virus unter Tieren. Das USDA hat zwei Feldsicherheitsstudien für Impfstoffkandidaten genehmigt, die Milchkühe vor H5N1 schützen sollen, und untersucht weiterhin Impfstoffoptionen für andere Arten.

Quelle: USDA

Wildbienen profitieren von Bio-Landbau – Unterschiede in der Flächenbewirtschaftung wirken sich laut Studie auf Populationen aus

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Je ausgedehnter biologisch bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen sind, desto besser können sich Populationen einer bestimmten Mauerbienenart entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam unter der Leitung des Ulmer Bienenexperten Dr. Samuel Boff. Die Studie, die nun in der Fachzeitschrift Science of the Total Environment veröffentlicht wurde, weist nicht nur nach, dass in Gebieten, in denen chemische Pestizide eingesetzt werden und weniger Blüten als Nahrungsquellen verfügbar sind, weniger Bienen leben. Die Untersuchung belegt auch, dass eine konventionelle Landbewirtschaftung die Fortpflanzungskommunikation von Wildbienen stören kann.

Forschende beobachten seit Jahren, dass besonders in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten die Zahl von Wildbienen dramatisch sinkt. Wildbienen sind als Bestäuber für die Nahrungsmittelproduktion unverzichtbar und spielen eine sehr wichtige Rolle für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Der Rückgang der Tiere gefährdet die Ernährungssicherung und Ökosysteme weltweit. Um den Gründen für die sinkende Zahl an Wildbienen auf Landwirtschaftsflächen auf die Spur zu kommen, hat Dr. Samuel Boff vom Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik der Universität Ulm mit weiteren Ulmer Forschenden und einem internationalen Team untersucht, wie sich unterschiedliche Bewirtschaftungsformen – biologisch versus konventionell – auf Wildbienenpopulationen auswirken. Im Fokus stand dabei die Mauerbienenart Osmia bicornis.

Überwachung mit „Bienenhotels“
Die Forschenden stellten für ihre Beobachtungen „Bienenhotels“, also künstliche Nisthilfen, in acht konventionell und sieben biologisch bewirtschafteten Betrieben in Baden-Württemberg auf. Für ein möglichst unverfälschtes Ergebnis wählten sie die überwachten Flächen jeweils so aus, dass sie den normalen Bewegungsradius der Bienen, der auf etwa 500 Meter um die Nistplätze herum begrenzt ist, abdeckten. Das Team dokumentierte Landschaftsmerkmale, darunter das Ausmaß biologisch bewirtschafteter Anbauflächen, sowie die Anzahl der Pflanzen, die als Nahrungsquelle dienen, und verglich die Anzahl der Bienennester und Nachkommen sowie die Körpergrößen des Nachwuchses. Zudem führten die Forschenden chemische Analysen der sogenannten kutikulären Kohlenwasserstoffe auf der Körperoberfläche der Bienen durch. Diese haben eine Schutzfunktion, dienen aber auch der sexuellen Kommunikation zwischen Geschlechtspartnern. Damit spielen die kutikulären Kohlenwasserstoffe eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung. Nachdem sie den Einfluss der Anbausysteme auf die chemische Zusammensetzung der Verbindungen festgestellt hatten, testeten die Forschenden in Laborexperimenten biologische Reaktionen, um nachzuvollziehen, inwiefern das jeweilige Anbausystem die chemischen Verbindungen an den Bienenkörpern beeinflusst und ob sich dies auf das Paarungsverhalten auswirkt.

Mehr Bio, mehr Nachwuchs
„Wir haben festgestellt, dass die Populationsgröße mit der Ausdehnung biologischer Landwirtschaft in der Landschaft zunimmt. In Regionen mit einem höheren Anteil an biologischem Landbau und keinem oder reduziertem Pestizideinsatz gab es eine höhere Blütenvielfalt und mehr verfügbare Nahrungsressourcen für Bestäuber. Hier haben wir mehr Weibchen gezählt, die Nester bauten, und die Anzahl der von ihnen gebauten Brutkammern sowie der Nachkommen war höher“, berichtet Projektkoordinator Boff. Die Körper des – geringeren – Nachwuchses von Bienen in konventionellen Gebieten waren indes größer. Möglicherweise, um aufgrund der schlechteren Nahrungsverfügbarkeit in der Umgebung ihrer Nester in den konventionellen Gebieten die Sammelfähigkeiten zu verbessern.

Gestörte sexuelle Kommunikation
„Die Studie belegt des Weiteren, dass konventionelle Landwirtschaft die chemische Kommunikation der Bienen stört. Die kutikulären Kohlenwasserstoffe auf der Körperoberfläche der untersuchten Bienen in konventionell bewirtschafteten Gebieten unterschieden sich von denen in biologischen“, sagt Professor Manfred Ayasse von der Universität Ulm. Der stellvertretende Leiter des Instituts für Evolutionäre Ökologie und Naturschutzgenomik ist Co-Autor der Studie. Besonders zwei Verbindungen, (Z)-11-Heptacosen und (Z)-9-Nonacosen, zeigten sich bei Weibchen aus konventionellen Betrieben häufiger. Im Labor beobachteten die Forschenden, dass diese Bienen eine stärkere sexuelle Anziehungskraft auf Männchen aus einem neutralen Gebiet ausübten. „Die Männchen zeigten gegenüber diesen Weibchen ausgeprägtere sexuelle Signale in Form von deutlicherem präkopulatorischen Verhalten, wie Flügelfächeln und Paarungsversuchen – ein Hinweis auf eine veränderte sexuelle Kommunikation in Folge des häufigeren Vorkommens der Verbindungen (Z)-11-Heptacosen und (Z)-9-Nonacosen bei den weiblichen Bienen aus konventionellen Betrieben“, erklärt Boff. Ein denkbarer Grund dafür ist, dass Bienen aus konventionellen Betrieben aufgrund kleinerer Populationen einer stärkeren Konkurrenzsituation ausgesetzt sind und daher mehr Sexualpheromone produzieren, um ihre Anziehungskraft zu steigern.

„Wir haben nachgewiesen, dass konventionelle landwirtschaftliche Praktiken nicht nur die Nahrungsquellen der Bienen beeinflussen, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf ihr Fortpflanzungs- und Paarungsverhalten haben können“, unterstreicht Boff. „Wir wissen noch nicht, welche Folgen dies genau hat, aber unsere Ergebnisse heben den Einfluss des Anbausystems auf die Fortpflanzung der Wildbienen hervor. Die Auswirkungen der chemischen Veränderungen weiter zu untersuchen, etwa auf die molekularen Abweichungen und ob ähnliche Effekte auch bei anderen Bestäuberarten beobachtet werden können, sind wichtige Ansatzpunkte für weitere Untersuchungen.“

Gefördert wurde das Forschungsprojekt von der Aurelia-Stiftung und der Software AG-Stiftung (SAGST).

Quelle: Universität Ulm

Bovikalc Dry: Weniger Milch zum Trockenstellen, mehr Wohlbefinden für die Kuh

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Neueste Ergebnisse einer Studie* zu BOVIKALC® Dry zeigen, dass Kühe sich wohler fühlen, wenn die Milchproduktion zum Trockenstellen signifikant reduziert wird. Die aktuelle Untersuchung umfasste drei Herden und schloss insgesamt 901 Kühe ein. Von diesen erhielten 458 Kühe BOVIKALC® Dry zum Trockenstellen, während 443 Kühe kein BOVIKALC® Dry erhielten. Kühe, die BOVIKALC® Dry erhielten, hatten am Tag nach dem Trockenstellen eine deutlich längere Liegezeit (+33 min) als die Kühe der Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse sind im Einklang mit einer früheren Studie**, die einen signifikant verringerten Euterinnendruck und längere Liegezeiten nach dem Trockenstellen bei den mit Bovikalc Dry versorgten Kühen nachgewiesen hatte.

Bildquelle: Boehringer Ingelheim

Die Studie zeigte auch: Kühe, deren Milchleistung zum Trockenstellen verringert wurde, hatten in den beiden ersten monatlichen Milchkontrollen nach dem Kalben niedrigere Zellzahlen.

Weitere Ergebnisse:

• Das Risiko für klinische Mastitis war nach 90 Tagen in der Laktation um 22 % bzw. nach 300 Laktationstagen um 25 % niedriger.
• Das Risiko für eine Merzung war nach 90 Tagen in der Laktation um 30 % bzw. nach 300 Tagen um 18 % niedriger.

Diese Ergebnisse zeigen: Die Reduktion der Milchproduktion zum Trockenstellen steigert das Wohlbefinden der Kühe und senkt das Mastitisrisiko in der Folgelaktation.
Weitere Informationen finden Sie auf https://www.bovikalc.de/bovikalc-dry

Studien:

*Florentino, C. et al. (2024): Randomized clinical trial evaluating the effects of administering acidogenic boluses at dry-off on udder health, milk yield, and herd removal. J Dairy Sci 107:3899–3915

**Maynou G. et al. (2018): Effects of oral administration of acidogenic boluses at dry-off on performance and behavior of dairy cattle. J Dairy Sci 101:11342–11353

Quelle: Boehringer Ingelheim

Digitale Technologien prägen die Zukunft der Agrarwirtschaft

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Am 10. Oktober 2024 fand im Agrarbildungszentrum Landsberg am Lech die Netzwerk-Veranstaltung „Landwirtschaft im Wandel: Mensch-Technik-Zukunft“ statt. Organisiert vom Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern (KNeDL) bei Bayern Innovativ in Kooperation mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV), bot das Event eine einzigartige Plattform, um die neuesten Entwicklungen und Trends in der Landwirtschaft zu diskutieren. Über 150 Teilnehmer aus Landwirtschaft, Forschung, Lehre, Start-Ups und interessierte Fachleute nutzten die kostenfreie Veranstaltung zum Austausch und zur Vernetzung.

Fokus auf Digitalisierung und neue Perspektiven
Die Landwirtschaft steht vor großen Veränderungen, die durch digitale Technologien und innovative Ansätze ermöglicht werden. Die Veranstaltung zeigte praxisnah, wie diese Technologien den Alltag und die Effizienz auf landwirtschaftlichen Betrieben verbessern. Stephan Bissinger, schwäbischer BBV-Bezirkspräsident und Vorsitzender der Fachgruppe für Forschung, Innovation und Digitalisierung, betonte: „Wir wollen bei der Digitalisierung richtig Gas geben: Die digitalen Möglichkeiten in der Landwirtschaft sind vielfältig und oft bereits Realität auf unseren Äckern und in unseren Ställen.“ Es gehe darum, die Erfahrungen aus der Praxis sichtbar zu machen und weiterzugeben. Auch Christian Metz, Leiter des KNeDL bei Bayern Innovativ, unterstrich die Bedeutung des Themas: „Es geht uns darum zu zeigen und zu verbreiten, wie digitale Technologien erfolgreich in der Praxis eingesetzt werden. Welche Erfahrungen gibt es bisher? Welche Lösungen passen zu meinem Betrieb?“

Dr. Christian Dürnberger von der Veterinärmedizinische Universität Wien betonte in seiner Keynote, dass die Gesellschaft die Landwirtschaft eher bevorzugt als traditionell und technikfern wahrnehmen möchte. Die Landwirtschaft profitiert jedoch längst von der Digitalisierung – sei es bei der Entlastung von zeitaufwendigen Aufgaben oder bei der Effizienzsteigerung im Betriebsalltag. „Technische Innovationen und Fortschritt in der Landwirtschaft müssen den großen Werten rund um Umweltschutz, Klimaschutz und Tierwohl nicht widersprechen. Im Gegenteil – da liegen unglaubliche Potentiale. Wir brauchen neue Bilder in den Köpfen über Landwirtschaft“, so Dr. Christian Dürnberger.

Praxisberichte und innovative Start-Ups
Landwirte wie Maximilian Hagn aus Niederbayern und Kilian Kellerer aus Oberbayern sowie Stefan Froschmeir, Geschäftsführer der Birkenschwaige BioAgrikultur, stellten konkrete Beispiele vor, wie digitale Lösungen – von Agrarsoftware bis hin zur Feldrobotik – auf ihren Betrieben eingesetzt werden. Ergänzend präsentierten innovative Start-Ups wie agrantis GmbH, Agvolution GmbH, Yield Experts, NutriSen, RoKo Farming und UNIO Enterprise ihre Technologien, die die Landwirtschaft revolutionieren – von Prozessoptimierung bis zu Vertical Farming.

Diskussion zu Wissensvermittlung in der digitalen Landwirtschaft
Ein weiterer Programmpunkt war die Diskussionsrunde zur Frage, wie Landwirte an Wissen über digitale Technologien gelangen können. Hier diskutierten Elisa Bauer, Junglandwirtin, Thomas Wiedemann, Leiter der Landmaschinenschule, und Gunther Strobl, Direktor für Qualifizierung und Bildung beim BBV und Martin Hirt, Referatsleiter, Digitalisierung und nachhaltige Betriebsentwicklung, Landwirtschaftskammer Österreich, mit dem Publikum.

Gemeinsam die Zukunft gestalten
Zum Abschluss bot die Veranstaltung Raum für vertiefte Gespräche in der Ausstellung, bei der moderne Technologien und innovative Lösungen praxisnah präsentiert wurden. Die Teilnehmer konnten sich über aktuelle Trends in der Agrarbildung informieren und sich vernetzen, um gemeinsam die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft anzugehen. Thomas Wiedemann, Leiter der Landmaschinenschule betonte abschließend: „Die zukünftige Generation von jungen Landwirten wird mehr in die Digitalisierung investieren und sie auch benutzen.“

Die Veranstaltung „Landwirtschaft im Wandel: Mensch-Technik-Zukunft“ hat gezeigt, dass die Digitalisierung längst in der Landwirtschaft angekommen ist. Darüber hinaus war sie eine wertvolle Plattform, um neue Wege für die Zukunft der Branche zu ebnen.

Quelle: Bayern Innovativ – Bayerische Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH