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Die erste und einzige Lösung zur Überwachung von Kälbern ab Geburt

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• Monitoring von Kälbern und Färsen in den ersten 12 Lebensmonaten
• Mit SenseHub® Dairy Youngstock die Nachzucht überwachen
• Optimale Leistung von Kühen zu Beginn des Lebens sicherstellen

MSD Tiergesundheit bringt mit SenseHub® Dairy Youngstock die branchenweit erste Monitoringtechnologie für Kälber von Geburt bis zum ersten Lebensjahr auf den Markt. SenseHub® Dairy Youngstock erleichtert es Milchviehhaltern, die Kälber und Färsen zu erkennen und zu identifizieren, die besondere Aufmerksamkeit benötigen. Wissenschaftlich fundierte Algorithmen überwachen ständig das Verhalten der Tiere über die spezielle SenseHub® Monitoring-Ohrmarke. Die Technologie identifiziert Tiere, die ein Verhalten zeigen, das von ihrer individuellen Norm abweicht und darauf hindeutet, dass sie möglicherweise Aufmerksamkeit benötigen. Die SenseHub® Monitoring-Ohrmarke ist mit einem blinkenden LED-Licht ausgestattet. Landwirte können damit Tiere schnell und einfach lokalisieren und geeignete Maßnahmen ergreifen.

Kälber haben eine natürliche Tendenz, Krankheitssymptome zu verbergen. SenseHub® Dairy Youngstock hilft, dieses instinktive Verhalten zu überwinden, indem es potenzielle Krankheitsanzeichen frühzeitig identifiziert. Oftmals bevor diese für Landwirte erkennbar sind.

„Die Gesundheit und das Wohlergehen von Kälbern und Färsen ist entscheidend für die langfristige Entwicklung und das Wohlergehen der gesamten Herde“, so Juan Pedro Campillo, Global Lead, SenseHub® Dairy Youngstock. „Mit SenseHub® Dairy Youngstock können Milcherzeuger jetzt fundierte Erkentnisse nutzen, um Kälber zu erkennen, die möglicherweise zusätzliche Aufmerksamkeit benötigen. Durch dieses frühzeitige Eingreifen können sie die Entwicklung ihrer Kälber zu gesunden und produktiven Kühen unterstützen.“

Diese Technologie ermöglicht es Milchviehhaltern, ihre täglichen Arbeitsabläufe von ihrem Smartphone aus zu verwalten und dem zunehmenden Arbeitskräftemangel in den Betrieben entgegenzuwirken. Mit SenseHub® Dairy Youngstock können Milchviehhalter ihre wertvolle Zeit und Ressourcen auf die Kälber und Färsen konzentrieren, die Aufmerksamkeit benötigen. Diese neue Monitoring-Lösung verbessert das Wohlbefinden der Tiere und ermöglicht den Betrieben ein nachhaltigeres Herdengesundheitsmanagement. Die mit der Technologie verbundene Effizienzsteigerung ermöglicht es Erzeugern und Landwirten, die Arbeitsabläufe in ihrem Betrieb anzupassen und ihre Ressourcen effektiver zu nutzen.

SenseHub® Dairy Youngstock ist mit Managementsystemen kompatibel, bei denen die Kälber von der Geburt bis zum Absetzen in Einzelboxen oder Gruppenbuchten untergebracht sind und nach dem Absetzen im Alter von drei bis 12 Monaten in Gruppen gehalten werden. Die Monitoring-Ohrmarken liefern innerhalb von 27 Stunden nach dem erstmaligen Anbringen verwertbare Erkenntnisse.

Für Krankheitsdiagnose und Behandlungsmaßnahmen sollten Milchviehhalter ihre Tierärzte hinzuziehen.

Quelle: MSD Tiergesundheit

Wie das Fütterungsmanagement die Eutergesundheit, Leistung und Fruchtbarkeit beeinflussen kann

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Ziel der vorliegenden Studie war es zu bestimmen, inwieweit die Faktoren Fruchtbarkeit, Eutergesundheit und Leistung von Milchviehherden durch die Fütterung beeinflusst werden. Dafür befragten die Wissenschaftler*innen in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt 100 Milchviehbetriebe: Sie besuchten jeden Betrieb zweimal und sammelten Daten und Futterproben. Die Datenerhebung umfasste Informationen zu den wichtigsten Futterkomponenten, der Nährstoffzusammensetzung sowie den Gehalt an Mykotoxinen und anderen Metaboliten im Futter. Die jährlichen Fruchtbarkeits- und Milchleistungsdaten der Herden wurden von der nationalen Meldestelle bezogen.

Das Abkalbeintervall war das Zielkriterium für die Fruchtbarkeitsleistung, während der Prozentsatz erst- und mehrgebärender Kühe in der Herde mit somatischen Zellzahlen über 200.000 Zellen/ml das Kriterium für eine beeinträchtigte Eutergesundheit war. Für jedes Kriterium wurden die Herden in drei Gruppen eingeteilt: hoch/lang, mittel und niedrig/kurz, wobei die jeweilige Grenze dem <25. und >75. Perzentil bzw. den restlichen Daten entsprach. Dementsprechend lagen die Grenzen für das Kalbungsintervall für die langen und kurzen Gruppen bei ≥400 und ≤380 Tagen, für die Eutergesundheit bei erstgebärenden Kühen bei ≥20 % und ≤8 % der Herde und für die Eutergesundheit bei mehrgebärenden Kühen bei ≥35 % und ≤20 % der Herde. Darüber hinaus wurden potenzielle Risikofaktoren in den Herden bestimmt.

Die Gruppe mit der hohen somatischen Zellzahl war über das Futter stärker den Mykotoxinen Enniatin (2,8 vs. 1,62 mg/Kuh pro Tag), Deoxynivalenol (4,91 vs. 2,3 mg/Kuh pro Tag), Culmorin (9,48 vs. 5,72 mg/Kuh pro Tag), Beauvericin (0,32 vs. 0,18 mg/Kuh pro Tag) und Siccanol (13,3 vs. 5,15 mg/Kuh pro Tag) sowie Fusarium-Metaboliten insgesamt (42,8 vs. 23,2 mg/Kuh pro Tag) ausgesetzt. Diese Gruppe erhielt mehr Maissilage in der Ration (26,9 % vs. 17,3 % der Trockenmasse des Futters) als die Gruppe mit der niedrigen Zellzahl.

Herden mit einem hohen Anteil an Kühen mit einem Milchfett-Protein-Verhältnis von >1,5 hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein längeres Kalbungsintervall, was sich bei Erstgebärenden als signifikant erwies. Auch Herden mit einem hohen Anteil an Mehrgebärenden mit einem Harnstoffstickstoffgehalt in der Milch von >30 mg/dL hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein längeres Kalbungsintervall. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Kontamination der Nahrung mit Fusarium-Mykotoxinen und hier insbesondere neu auftretenden Mykotoxinen, die wahrscheinlich auf den vermehrten Einsatz von Maissilage in der Nahrung zurückzuführen sind, ein Risikofaktor für die Beeinträchtigung der Eutergesundheit von Erstgebärenden zu sein scheint. Eine unausgewogene Energie- und Proteinversorgung der Nahrung von Mehrgebärenden trug zu einer verringerten Fruchtbarkeitsleistung der Herde bei.

*Studie: Penagos-Tabares, F. (2024) A 2-year study reveals implications of feeding management and exposure to mycotoxins on udder health, performance, and fertility in dairy herds. Journal of dairy science, Volume 107, ISSUE 2, P1124-1142, February 2024

 Quelle: Dr. Heike Engels, zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 3-2024

Tierschutz-Probleme in der Haltung von Lamas und Alpakas

Prof. Dr. Dr. Matthias Gauly © Freie Universität Bozen

Schon seit den achtziger Jahren erfreuen sich Lamas und Alpakas hierzulande wachsender Beliebtheit als Heim-, Begleit- und Freizeittiere. Prof. Matthias Gauly, Vorsitzender der tierwissenschaftlichen Arbeitsgruppe an der Fakultät für Wissenschaft und Technologie, Freie Universität von Bozen, Italien, beleuchtete in seinem Vortrag auf dem 14. Niedersächsischen Tierschutzsymposium Tierschutz-Probleme im Hinblick auf verschiedene Nutzungsbereiche von Neuweltkamelen. Gesetzliche Grundlage für die Haltung der domestizierten Neuweltkamelen (Lamas und Alpakas) ist das Tierschutzgesetz, bei landwirtschaftlicher Haltung gilt außerdem die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.

Haltung
Für Lamas und Alpakas als Herdentiere sei Gruppenhaltung (mindestens zwei Tiere) verpflichtend, Hengste müssten mindestens Sichtkontakt zur Herde haben. Bei der üblichen Weidehaltung käme es häufig zu engem Mensch-Tier-Kontakt, der – vor allem in der Frühentwicklung von Fohlen – zu Fehlprägungen führen könne (Berserk-Male-Syndrom). In den ersten Lebenswochen sollte deshalb ein intensiver Kontakt zu Fohlen unbedingt vermieden werden.

Neuweltkamele, die älter als 6 Monate sind, benötigten mindestens 1000 m2 Fläche für die ersten beiden Tiere und für jedes weitere Tier sollten ca. 100 m2 mehr zur Verfügung stehen. Bei diesem Flächenangebot müsse allerdings meistens auf der Weide zugefüttert werden.

Bei der Konstruktion von Stallungen und Unterständen müsse berücksichtigt werden,
dass Neuweltkamele ausreichende Möglichkeiten zum Ausweichen haben. Im Tagungsband heißt es dazu: „Eine Stallnettofläche von 4 m2 pro Tier kann als Mindestmaß angenommen werden, wenn weitere Tiere aufgestallt sind. Die Grundfläche ist dann wie folgt zu erweitern: Tiere, die älter als 6 Monate sind, benötigen zusätzlich 2 m2 / Tier, Fohlen unter 6 Monaten 1 m2 / Tier.“

Zum (Kalt-)Stall empfiehlt Prof. Gauly einen Laufhof bzw. Zugang zu einem Paddock.
Auf der Weide brauchen die Tiere einen zugfreien und wetterfesten natürlichen Schutzraum oder Unterstand. Der Zugang sollte so gestaltet sein, dass ranghohe Tiere ihn nicht blockieren können Am besten sei ein einseitig offener Unterstand, den alle Tiere bei Bedarf aufsuchen können.

Lamas und Alpakas brauchen regelmäßigen Zugang zu frischem Wasser. Mindestens 20 % strukturierte Rohfaser in der Gesamtration seien für die ungestörte Vormagenmotorik notwendig. Weil Neuweltkamele Synchronfresser sind, sollte das Tier-Fressplatzverhältnis 1:1 in Stall und Unterstand betragen – vor allem damit auch rangniedere Tiere ungestört fressen können.

Mehrere geschlechtsreife Hengste in einer Herde mit Stuten zu halten sei unmöglich. In der Regel würden deshalb überzählige Hengste mit 1,5 bis 2 Jahren kastriert, was die Umgänglichkeit signifikant verbessere und die stressfreie gemeinsame Haltung in Gruppen ermögliche.

Auch wenn Neuweltkamele niedrige wie hohe Temperaturen gut vertrügen, müssten sie aber mindestens einmal in zwei Jahren geschoren werden (bei starker Bewollung jährlich) und auch die Hufe müssten regelmäßig kontrolliert und geschnitten werden.

Fütterung
Ein ausgewachsenes Alpaka hat einen Energiebedarf für die Erhaltung von ca. 7 bis 8 MJME. Ein ausgewachsenes Lama liegt bei 10 bis 12 MJME. Der zusätzliche Energiebedarf für Leistungen z.B. bei Trekkingtouren hängt von der zurückgelegten Strecke, der Streckengestaltung sowie der zu tragenden Last ab. Neuweltkamele benötigen zur Erhaltung etwa 8 bis 10 % Rohprotein in der Diät. Trächtige (letzte 2 – 3 Monate) und laktierende Tiere benötigen einen Gehalt von 12 bis 15%, Jungtiere noch mehr (< 9 Monate 14 – 16 %; 9 – 18 Monate 12 – 14 %), was aber bis zum Absetzen durch die Milch abgedeckt wird.

Trekking
Lamas oder Alpakas als Kutschtiere einzusetzen sei aus Tierschutzsicht grundsätzlich abzulehnen. Würden die Tiere bei Trekkingtouren eingesetzt, könnten (bei Tiergewichten von 120-140 kg) Tagesmärsche von 12–17 km bei mäßiger Steigung von trainierten Tieren gut bewältigt werden. Die Nutzlast sollte dabei etwa 15-17 % des Lebendgewichts nicht übersteigen (18-24 kg). Zwei britische Organisationen (British Llamaociety BLS und British Alpaca Society BAS) hätten bereits 2018 Leitlinien zur Kamelidenhaltung veröffentlicht und es sei zu hoffen, dass auch für Deutschland klare Empfehlungen erarbeitet werden.

Tiergestützte Intervention
Neuweltkamelen könnten zwar in verschiedenster Weise im tiergestützten Einsatz genutzt werden, aber Neuweltkamele seien z.B. wegen ihrer eher zurückhaltenden Natur für gewisse Zielgruppen eine Bereicherung, für andere jedoch weniger geeignet. Lamas und Alpakas seien keine Kuscheltiere und häufige Nähe zu Menschen verursache bei ihnen Stress. Die „Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz“ nennt in einem speziellen Merkblatt Einsatzmöglichkeiten, die mit dem Tierschutz vereinbar sind.

Merkblatt Nr. 131.08 – Neuweltkameliden im soz. Einsatz (Stand: Apr. 2016)

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 3/2024

KuhBlick GmbH: Milchkuhbetriebe unabhängig beraten

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Ganzheitlicher Fokus auf Tierernährung, Tiergesundheit und Betriebswirtschaft
Neu: QPlan bietet innovatives Beratungskonzept für ganzheitliche Optimierung

Seit Jahresbeginn erweitert Simon Epping das im nordrhein-westfälischen Isselburg ansässige Beratungsunternehmen KuhBlick GmbH. Mit mehr als 14 Jahren Berufserfahrung im Bereich des automatischen Melkens kümmert er sich um die Optimierung von Arbeitsroutinen und die Arbeitseffizienz u. a. von AMS-Betrieben.

Simon Epping erweitert seit Anfang des Jahres das Team von Kuhblick

Andre Hüting verantwortet als Mitinhaber einer Tierarztpraxis die Tiergesundheit, die Bestandsbetreuung und die neutrale Beratung im Bereich Kälberaufzucht.

Als Dritte im Team berät die Spezialistin für Tierernährung Annika Ehm die Betriebe zu allen Fragen der Rationserstellung und des Controllings. Dabei ergänzen sich die Experten entsprechend ihren speziellen Fachkenntnissen und Erfahrungen. Zudem kommt bei der Betriebsanalyse mit QPlan ein innovatives Beratungskonzept zum Tragen. In diesem werden Optimierungsvorschläge hinsichtlich Tiergesundheit, -ernährung, Melken und Arbeitsroutinen zusammengefasst und den Landwirten ausgehändigt. Darüber hinaus hat das Unternehmen permanent Zugriff auf die Labordiagnostik einer großen Fachtierpraxis am Niederrhein.

Potenziale erschließen und umsetzen
Das unabhängige Expertenteam von KuhBlick setzt auf die kompetente, neutrale und ganzheitliche Beratung von Milchkuhbetrieben. „Wir decken eine leistungsgerechte Tierernährung und eine ganzheitliche Herangehensweise an die Tiergesundheit, die Planung sowie die Umsetzung auf automatisches Melken und Füttern ebenso ab wie betriebswirtschaftliche und produktionstechnische Analysen. Zusätzlich bewerten wir Konzepte von Betrieben, die in die Automatisierung investieren wollen und begleiten die Umstellungsphase eng. Dabei arbeiten wir – anders als viele Tierernährungsberater – vollständig unabhängig, also nicht im Auftrag von Futtermittelanbietern“, skizziert Tierarzt Hüting das Konzept des Unternehmens.

Verbesserung der Arbeitswirtschaft
Neben der biologischen Leistungsfähigkeit der Tiere und dem finanziellen Potenzial der Betriebe gehören auch Analysen und Konzepte für die Verbesserung von Arbeitswirtschaft, Effektivität und Effizienz zu dem umfassenden Dienstleistungsangebot von KuhBlick. „Unsere Spezialisten sorgen mit strategischem und konzeptionellem Vorgehen dafür, dass die Potenziale der Betriebe in Sachen Optimierung der Milchproduktion erschlossen und gewinnbringend umgesetzt werden“, so Annika Ehm. Und Simon Epping ergänzt: „Sehr gerne stehen wir unseren Partnern und Kunden auch für Weiterbildungen im Rahmen von Workshops, Fachvorträgen und Schulungen rund um die moderne, tiergerechte und leistungsstarke Milchkuhhaltung zur Verfügung.“

Weitere Informationen zu KuhBlick finden Sie unter www.kuh-blick.de

Quelle: KuhBlick

Ausbreitung von Afrikanischer Schweinepest und Geflügelpest verhindern

Aufgrund des aktuellen Ausbruchsgeschehens der Afrikanischen Schweinepest sowie der Geflügelpest ist die Tierseuchenlage in Deutschland dynamischer denn je. Der Eintrag einer anzeigepflichtigen Tierseuche in den Tierbestand kann zu großen wirtschaftlichen Schäden in einem landwirtschaftlichen Betrieb führen. Betroffen sind auch Betriebe in der direkten Umgebung eines Ausbruchs. Um die Wahrscheinlichkeit eines Tierseucheneintrags in den Bestand zu verringern, ist ein gut durchdachtes Biosicherheitskonzept entscheidend. In diesem Kontext wird im Rahmen des ÖTiKliS-Projekts unter HSWT-Leitung von Professorin Eva bis zum 30.09.2024 eine anonyme Online-Umfrage durchgeführt.

Biosicherheitsmaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben optimieren
Die Umfrage soll Biosicherheitsmaßnahmen in Schweine und Geflügel haltenden Betrieben optimieren und damit die Ausbreitung von Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest und die Geflügelpest verhindern. Um gute und verlässliche Ergebnisse zu erzielen, benötigen die Forschenden Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für Entscheidungen bezüglich Haltungsformen und baulicher Maßnahmen für eine ökologische und Tierwohl fördernde Landwirtschaft. Im Tierseuchenfall entwickeln Verantwortliche daraus Strategien, die die Anforderungen der ökologischen Tierhaltung mit den gesetzlichen Vorgaben vereinen.

Maßnahmen zur Tiergesundheit und Regulierungen im Seuchenfall
Das Projekt „Ökologische Tierhaltung als Beitrag zum Klimaschutz – im Fokus von Tierkrankheiten und Tierseuchen (ÖTiKliS)“ https://www.hswt.de/forschung/projekt/2208-oetiklis beschäftigt sich mit verschiedenen Haltungsformen in Schweine- und Geflügelbetrieben. Dies geschieht unter dem Aspekt der Klimabilanz von landwirtschaftlichen Nutztieren sowie der Tiergesundheit und den Regulierungen im Seuchenfall. Im Vordergrund dabei steht die Entwicklung von Maßnahmen, die die Tiergesundheit sicherstellen und auch während einer Tierseuche eine optimale, ressourcenschonende Produktion in landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen.

Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Seminar: Wirtschaftlichkeit in der Mutterkuhhaltung am 28. 9.2024

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Mit Mutterkühen Geld verdienen – ist das überhaupt möglich? Ja, wenn man die wichtigen Dinge im Blick hat!

Um die eigene Mutterkuhhaltung wirtschaftlich zu gestalten helfen Ideen und Impulse von anderen Betrieben. In 16 Jahren Beratung habe ich erfolgreiche Betriebe im In- und Ausland kennengelernt. Es waren sehr und weniger profitable Betriebe darunter. Von allen kann man lernen. Obwohl, nein, weil Mutterkuhhaltung ein einfaches Produktionsverfahren ist, gibt es nicht das eine erfolgreiche Konzept, sondern viele unterschiedliche Wege. Erfolg ist so vielfältig wie die Betriebe, die Standorte und Rassen.

Diese Erfahrungen aus meiner Beratung gebe ich in diesem Seminar an Sie weiter:

• Wie Sie durch weniger Arbeitsaufwand die Wirtschaftlichkeit Ihres Betriebes langfristig steigern
• Die Futterkosten durch eine längere Weideperiode zu reduzieren
• Weidemanagement als Basis für quantitativ, qualitativ und günstiges Grundfutter
• Praktische Dinge, die den Alltag erleichtern (Zaunbau, Wasser, etc.)
• Zucht als Grundlage für hohe Fruchtbarkeit und funktionale Kühe
• Was eine gute Vermarktung ausmacht
• Wie Sie den Einsatz teurer Maschinen reduzieren können
• Was es für eine erfolgreiche Umstellung von Milchvieh auf Mutterkühe braucht

Anmeldung über Internetseite oder gruhn@stockmanship.de / Seminargebühr: 250€ incl. Mittagessen, plus MwSt.

Sollten Sie vorab am Stockmanship Intensivseminar (26./27. September – auch in Blankenförde) teilnehmen, zahlen Sie dafür auch nur 250€.

Quelle: Stockmanship Philipp Wenz

Kälberdurchfall häufig durch Koinfektionen verursacht

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Die Mutterschutzimpfung gegen Rota- und Coronaviren und E.coli sowie die Versorgung der Kälber mit hochwertigem Kolostrum ist die Basis, um Kälber vor Durchfall zu schützen. Zwar konnte eine Studie* nachweisen, dass der Erreger Cryptosporidium parvum ebenfalls häufig am Durchfallgeschehen beteiligt ist, doch besteht keine statistische Korrelation zwischen dem Auftreten von Durchfall und dem Nachweis von Crypto. parvum.

Die Studie*untersuchte 441 Kälberkotproben von 98 Rinderbeständen auf das Vorhandensein von Crypto. parvum. Bei 60,8 % der untersuchten Kälber und 92,9 % der Betriebe konnte Crypto. parvum nachgewiesen werden. Von diesen positiven Proben waren 43 % ausschließlich Crypto. parvum positiv, 36,7 % der Proben enthielten jedoch zusätzlich Coronavirus, Rotavirus und E. coli K99. Im Zusammenspiel mit bovinen Rotaviren, bovinen Coronaviren und E.coli K99 steigerten sich Durchfallintensität und -häufigkeit sowie die Kälberverluste.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen deutlich, dass der Schweregrad des Durchfallgeschehens bei Koinfektionen maßgeblich zunimmt im Vergleich zu Monoinfektionen. Deshalb macht es Sinn, gegen die wesentlichen Erreger zu impfen (bovine Rotaviren, bovine Coronaviren und E.coli K99), um die Konzentration spezifischer Antikörper gegen die betreffenden Erreger im Kolostrum zu erhöhen, um damit Koinfektionen vorzubeugen. Vermeidung durch Mutterschutzimpfungen ist auf jeden Fall zu empfehlen, aber auch Hygiene rund ums Abkalben sowie optimiertes Kolostrummanagement.

Weitere Informationen unter: https://www.vetmedica.de/mutterschutzimpfung

*Studie: Göhring, Franziska et al.: „Untersuchungen zur Häufigkeit von Cryptosporidium parvum bei Durchfallkälbern und der Einfluss von Koinfektionen auf das Durchfallgeschehen. Tierärztliche Umschau, 112-120 (2014)

Neues EUROSTARS-Projekt bewilligt: Verbesserte Phosphorverwertung und erhöhte Knochenstabilität bei Schweinen

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Das FBN startet gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen SUISAG, das Genetik für eine verantwortungsvolle und erfolgreiche Schweinehaltung anbietet sowie der Medizintechnikfirma PoroUS GmbH das innovative Projekt „Verbesserte Phosphorverwertung und erhöhte Knochenstabilität bei Schweinen“ (PigBoneS).

Das Ziel des Projekts ist die Auswahl und Züchtung von Schweinen mit optimierter Phosphorverwertung und gleichzeitig erhöhter Knochenstabilität. Letzteres wird durch das nicht-invasive POROUS 3D Ultraschallverfahren ermöglicht, das die präzise Messung von Knochendichte und -stabilität gewährleistet. Die Identifizierung relevanter genetischer Marker bildet die Grundlage für ein neues fortschrittliches Zuchtprogramm, mit dem bedeutende Fortschritte bei der Tiergesundheit und den Umweltwirkungen der Tierhaltung erzielt werden sollen.

Positive Auswirkungen optimierter Phosphorverwendung
Das Projekt bietet vielfältige positive Implikationen: Eine optimierte Phosphorverwertung kann zu einer besseren Knochenentwicklung und -stabilität führen, was das allgemeine Wohlbefinden und das Wachstum der Tiere fördert. Das POROUS Verfahren stellt eine wichtige diagnostische Grundlage zur Beurteilung der Knochen-gesundheit dar. Dr. Julia Eschenbrenner von POROUS kommentiert: „Wir sind sehr froh, in dieses Projekt mit zwei starken innovativen Partnern zu starten. Für POROUS bietet das Projekt die Chance, den Anwendungsbereich unserer Technologie zu er-weitern. Wir freuen uns, einen Beitrag zu Tierwohl und Umweltschutz zu leisten.“ Die AG Bildgebung, Simulation und Stimulation der Charité Universitätsmedizin Berlin von Prof. Kay Raum ist ebenfalls beteiligt, um Mikrostrukturanalysen und numerische Schallausbreitungssimulationen im Knochen durchzuführen. Der Ansatz zur Verbesserung der Schweinegesundheit adressiert auch effektiv das Problem der Beinschwäche der schnellwüchsigen Tiere in modernen Haltungssystemen.

PigBoneS verbindet Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit
Zudem reduziert eine effizientere Phosphorverwertung die Phosphorausscheidungen über die Gülle und damit die Umweltbelastung durch die Tierhaltung. Dies unterstreicht, dass Nährstoffeffizienz, Umweltschutz und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken miteinander verbunden sind. Mit der Konzentration auf eine Verbesserung der Phosphornutzung wird hier auf eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Lebensmittelproduktion hingearbeitet.

Eine verantwortungsvolle, nachhaltige Nutztierhaltung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der heutigen Landwirtschaft und Bioökonomie sowie ein wichtiger Aspekt von Ressourcenkreisläufen. Das Eurostars-Projekt „Verbesserte Phosphorverwertung und erhöhte Knochenstabilität bei Schweinen“ trägt dazu bei, diese Ziele zu erreichen.

Das Projekt wurde im Rahmen des Eureka Eurostars Netzwerkprogramms bewilligt und am 1.6.2024 begonnen. Das Netzwerkprogramm fördert grenzüberschreitende Innovationsprojekte und wird in Deutschland vom BMBF und in der Schweiz von Innosuisse unterstützt und gefördert.

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Tierseuchenbekämpfung am Rande der Eskalation

ASP führt zu enormer personeller Belastung

Die aktuell prekäre Tierseuchensituation in Deutschland führt zu einer enormen personellen Belastung in Veterinärverwaltungen, Laboren und den zuständigen Stellen der Bundeswehr. Insbesondere angesichts der sich ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) macht die Bundestierärztekammer (BTK) erneut auf diese Problematik aufmerksam und warnt vor einer Eskalation.

„Die gegenwärtige ASP-Situation in den angrenzenden Bundesländern zu Polen und die ASP-Einträge in Schwarzwild und Hausschweinebestände in Hessen und Rheinland-Pfalz verlangen u. a. den Veterinärämtern höchste Einsatzbereitschaft ab, um den Seuchenzug einzudämmen, aufzuhalten und das Ziel der Seuchentilgung zu erreichen“, mahnt der BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Personelle Entlastungen sind unverzüglich sicherzustellen – sowohl in den Grenzbundesländern als auch in den Bundesländern mit Solitäreinträgen. Auch die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel in der aktuellen Phase der Ausbreitung ist zwingend erforderlich“, sagt Dr. Vogel.

Schon der Deutsche Tierärztetag 2018 forderte die Landesregierungen auf, länderübergreifende, verbindliche Leitlinien für die personelle Ausstattung der Veterinär- und Untersuchungsämter zu erarbeiten und deren Umsetzung durch die Länder vollständig zu finanzieren (Download Arbeitskreis 3: Amtstierarzt 2030). Es muss dafür Sorge getragen werden, dass die staatlichen Untersuchungseinrichtungen den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind, insbesondere durch eine angemessene Ausstattung mit qualifiziertem Personal.

Seit einigen Jahren breitet sich die ASP in Deutschland immer weiter aus und macht die Notwendigkeit, im Sinne einer erfolgreichen Tierseuchenbekämpfung zu handeln, nun deutlicher denn je.

Quelle: BTK

Am Ei erkennen, wie die Henne gehalten wurde: Wissenschaft präsentiert zuverlässige Nachweismethode

Stammt das Bio-Ei wirklich von einer Legehenne aus ökologischer Haltungsform? Diese Frage lässt sich mittels Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR-Spektroskopie) beantworten. Dazu werden Ei-gelb-Proben analysiert, deren Spektren wie ein Fingerabdruck großen Informationsgehalt liefern. Ein Abgleich mit charakteristischen Mustern je Haltungsform aus einer Datenbank mit Referenzspektren gibt Aufschluss über die tatsächliche Haltungsform – und das alles mit einer Messegenauigkeit von nahezu 100 Prozent.

Ein Forscherteam am DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V. in Quakenbrück hat dafür eine innovative Methode entwickelt: Mittels NMR-Spektroskopie ist künftig mit nur einer Messung eindeutig erkennbar, ob ein Ei wirklich von ökologisch gehaltenen Legehennen stammt. Hierfür haben die Forschenden rund 4.500 Eiproben untersucht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat das Projekt über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) gefördert.

Referenz-Datenbank mit KI aufgebaut
Zum Nachweis der Haltungsform haben die Forschenden aus den Eiern gewonnene Eigelb-Extrakt-Proben mittels 1H-NMR-Spektroskopie analysiert. Die so erzeugten Spektren bilden ein hochspezifisches Muster der Ei-Probe ab, quasi einen Fingerabdruck mit einem großen Informationsgehalt. Mithilfe multivariater Datenanalysen, maschinellem Lernen und KI haben die Forschenden für jede Haltungsform charakteristische Muster identifiziert und eine Datenbank sowie ein Authentizitäts-Modell aus diesen Referenzspektren erstellt. Durch den Abgleich des 1H-NMR-Spektrums von unbekannten Eigelb-Proben mit dem Modell aus Referenzspektren ist es ihnen gelungen, die tatsächliche Haltungsform nachzuweisen

Fast 100 Prozent Messgenauigkeit – auch Rasse ermittelbar
Das errechnete Modell für die Klassifizierung von Eiern aus konventioneller und ökologischer Haltung erreicht eine Genauigkeit von 99,9 Prozent, während sich die untersuchten Eier mit einer Genauigkeit von 97,1 Prozent den vier Haltungsformen zuordnen lassen. Zusätzlich ist es den Forschenden gelungen, die Rasse der Legehennen (Lohmann Selected Leghorn, Dekalb, Lohmann Brown, Sandys) mit einer Modellgenauigkeit von 98,4 Prozent zu ermitteln.

Nachweismethode für Handel und Verarbeitung
Nach Einschätzung der Forschenden bieten die Ergebnisse ein großes Potenzial in der Lebensmittelüberwachung, etwa im Verdachtsfall oder bei Stichprobenuntersuchungen für den Handel und den Verarbeitungsbereich. Unternehmen können entsprechende Analysen beauftragen und damit zuverlässig überprüfen, ob der Stempelcode auf der Eischale die Haltungsform der Legehennen korrekt angibt. Dies stärkt das Vertrauen in die Echtheit von Bio-Eiern und somit die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Bio-Eiern.

Partner für Weiterführung gesucht
Damit sich das Verfahren etabliert, müssen die Modelle mit weiteren authentischen Proben ergänzt werden und aktuell bleiben. Denn nur, wenn zusätzliche, teils noch nicht bekannte Einflussfaktoren wie etwa weitere Rassen und Futtermittel berücksichtigt werden, bleiben die Modelle aussagekräftig. Das DIL lädt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände zur Zusammenarbeit ein, um diese zukunftsweisende Analytik und ihre Anwen-dungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)