„Semi-ad-libitum“ Tränke für Kälber

Der Schweizer „LANDfreund“ berichtet in seiner ersten Ausgabe 2018 über ein System der „Semi-ad-libitum“ Tränke für Kälber. In einer Arbeitsgruppe zum Thema «Milchwirtschaft mit Melkroboter», sprachen die Teilnehmer auch über Kälbergesundheit und stellten fest, dass 40 % der Jungtiere in den ersten 60 Tagen Durchfall bekamen. Die Hälfte der Kälber mussten sogar tierärztliche behandelt werden.

Marc Binder, einer der Teilnehmer, erarbeitete daraufhin zusammen mit Dr. Martin Kaske vom Rindergesundheitsdienst ein spezielles Tränke-Konzept. Auf Binders Hof erhalten die Neugeborenen direkt in der Abkalbebox abgemolkenes Erstgemelk zur freien Verfügung. «Neun von zehn Kälbern nehmen mehr als drei Liter Kolostrum sofort auf», zitiert der LANDfreund den Landwirt.

Die Kälber bekommen zusätzlich ersten Lebenstag Selen, Eisen und Vitamine und werden in Einzelboxen gehalten. Deren Liegebereich ist zur Isolation mit Holzschnitzeln und Stroh bedeckt. Wasser, Kraftfutter und Heu steht den Kälbern stets zur freien Verfügung.

„In den Einzelboxen erhalten die Kälber zwei Mal täglich fünf Liter warme Kuhmilch angeboten, schreibt das Schweizer Blatt. „Die mit Milch befüllten Nuckeleimer lässt Binder maximal eine Stunde an den Boxen hängen. Anschließend nimmt er sie weg. Kaske bezeichnet Binders Tränkemethode als Semi-ad-libitum. «Die Kälber trinken in der ersten Stunde 80 % des Milchbedarfs», erklärt Kaske. «Mit einer ad-libitum-Tränke bringt man nicht wesentlich mehr Milch in die Kälber als mit einer Semi-ad-libitum.» Das Geheimnis des intensiven Tränkens beschreibt Kaske wie folgt: «Das Kalb darf nie den Eindruck haben, hungrig zu sein. Denn wenn es hungrig ist, trinkt es zu schnell und schnelles Trinken begünstigt Verdauungsstörungen, wie zum Beispiel Pansentrinken.

Intensiv getränkte Kälber hätten bereits nach wenigen Tagen bessere Abwehrkräfte, sagt Prof. Kaske. Und: „Im Alter von drei Wochen wiegen Binders Kälber zwischen 70 und 80 kg und trinken täglich bis zu zwölf Liter Milch. Die Tageszunahmen liegen im Schnitt bei 1 kg“, so der LANDfreund.

Weitere Informationen hier.

Quelle: LANDFREUND Das Schweizer Agrarmagazin

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