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Eiweißbilanz: Anteil heimischer Hülsenfrüchte in Futtermitteln fällt um 6,5 Prozent

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat für das Wirtschaftsjahr 2022/23 sein vorläufiges „Feed Protein Balance Sheet“ für Deutschland veröffentlicht. Rund 2,6 Millionen Tonnen Hülsenfrüchte (ohne Sojabohnen) und Futterleguminosen kamen demnach aus heimischer Produktion. Das verfügbare Gesamtfutteraufkommen ging im Vergleich zum Vorjahr um 30,2 Millionen Tonnen zurück, bei gestiegener Eiweißlücke von 16 Prozent (2021/22: 15 Prozent). Importbedarf bestand nach wie vor an Futtermitteln mit höheren Proteingehalten, wie beispielsweise Soja-Schrot.

Die Verfütterung von heimischen Leguminosen hat nach BZL-Angaben im vergangenen Wirtschaftsjahr leicht abgenommen. Das gilt sowohl für Körnerleguminosen wie Ackerbohnen, Erbse und Lupine, als auch für die Leguminosen zur Ganzpflanzenernte wie Luzerne und Klee.

So ist der Anteil von Hülsenfrüchten (ohne Sojabohnen) und Futterleguminosen am Gesamtfutteraufkommen um 6,5 Prozent auf 2.591.000 Tonnen gesunken (2021/22: 2.771.000 Tonnen).

Schlechtere Grundfutterernte
Insgesamt waren im vergangenen Wirtschaftsjahr mit rund 100,5 Millionen Tonnen Gesamtfutteraufkommen rund 30,2 Millionen Tonnen deutlich weniger Futter in Deutschland verfügbar als im vergangenen Wirtschaftsjahr (2021/22: 130,7 Mio. Tonnen). Der Rückgang ist insbesondere auf eine trockenheitsbedingte schlechtere Grundfutterernte zurückzuführen. Das Inlandsfutter machte mit 96,2 Millionen Tonnen (2021/22: 120,9 Mio. Tonnen) den größten Teil des Gesamtfutteraufkommens in Produktgewicht aus.

Bezogen auf das Produktgewicht hatten Gras und Silomais einen Anteil von 61,5 Prozent am Gesamtfutteraufkommen, inländisch erzeugtes Getreide 23 Prozent, Futterleguminosen einen Anteil von 2,1 Prozent, Hülsenfrüchte und Ölsaaten (inklusive Sojabohnen) kamen zusammen auf 0,6 Prozent. Der Anteil am Gesamtfutteraufkommen von Ölkuchen/Ölschrote lag bei 7,3 Prozent, sonstige Nebenprodukte bei sechs Prozent.

Importe: Sojaschrot an erster Stelle
Insgesamt wurden 4,36 Millionen Tonnen Futtermittel (Produktgewicht) importiert. Das sind zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Von den Importen entfielen 59,9 Prozent auf Sojaschrot, 39,6 Prozent auf Rapsschrot und 15,6 Prozent auf Futtergetreide.

Eiweißlücke steigt bei zurückgegangenem Futteraufkommen
Darüber hinaus zeigt das „Feed Protein Balance Sheet“ auch die sogenannte Eiweißlücke. Sie entspricht dem Anteil des importierten Futters am Gesamtfutteraufkommen, jeweils umgerechnet in den Proteingehalt. Bei den Importen handelt sich hauptsächlich um hochwertige Proteinfuttermittel wie Soja, das überwiegend aus Übersee importiert wird. Die Daten für das Wirtschaftsjahr 2022/23 zeigen: Insgesamt stammen 84 Prozent des Gesamtfutteraufkommens (bezogen auf den Rohproteingehalt) aus dem Inland. Die Eiweißlücke stieg demnach auf 16 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent).

Hintergrund
Im „Feed Protein Balance Sheet“ wird das Gesamtfutteraufkommen im Verhältnis zur Gesamtinlandsverwendung jedes Rohstoffes aufgeführt. Damit wird es möglich, die Entwicklungen in der Eiweißversorgung zu verfolgen und die Wichtigkeit einzelner Futtermittel einzuschätzen.

Das vorläufige „Feed Protein Balance Sheet“ für das Wirtschaftsjahr 2022/23 gibt es als Zeitreihe unter www.ble.de/futter.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Online-Erfahrungsaustausch Stockmanship mit Philipp Wenz am 29. August 2024

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Nach Ihrer Anmeldung bekommen Sie einen Link zum Seminar. Für alle, die bereits an einem/r Seminar/Schulung mit mir teilgenommen haben, ist die Teilnahme kostenlos.

Den Link bekommen Sie als E-Mail, nachdem Sie sich angemeldet haben.

Für alle, die bislang noch nicht teilgenommen haben und neugierig sind, bitten wir um eine Gebühr von 20€ plus MwSt. – Sie erhalten nach Ihrer Anmeldung eine Rechnung und den Online Link.

Beginn: 19:00 Uhr

Philipp Wenz
Blankenförde 16
17252 Mirow
Coach für effizientes Herdenmanagement
Wirtschaftlichkeitsberatung Mutterkuhbetriebe
www.stockmanship.de

Weitere Informationen hier.

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 3/2024 steht zum kostenfreien Abruf bereit

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 3 / 2024 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

Themenschwerpunkt Kälber:
• Keinen Tropfen verschwenden: Kolostrum und Transitmilch
• Einfluss Fütterungsmanagement auf Eutergesundheit und Fruchtbarkeit
• Kuhgebundene Kälberaufzucht
• Hitzestress beeinflusst Mikrobiom bei Milchkälbern
• Biomarker für oxidativen Stress bei Kälbern mit Durchfall

Weitere Themen:
• Boehringer Ingelheim: Impfstoff gegen das Blauzungenvirus Serotyp 3
• Lawsonien-Impfung macht Schweinehaltung nachhaltiger
• Animal Health Info System – Digitalisierung Bestandsbetreuung
• Anforderungen an Außenklimaställe für Schweine
• InnoMOO übernimmt Vertrieb von Pectolit® für Deutschland
• Natupig Safety-Linie – Der Weg zum antibiotikafreien Absetzen
• Stetig steigende Ferkelzahlen – Management großer Würfe
• GEA ergänzt mit Übernahme von CattleEye sein Portfolio
• Stallmonitoring mit Kameras von VetVise
• Tierschutz-Probleme in der Haltung von Lamas und Alpakas
• Neue Tierschutzleitlinie für die Schafhaltung

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt 1 x registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail klicken und dann gleich kostenfrei downloaden und lesen!

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Ab Juli 2024: Haltungsform-Kennzeichnung wird fünfstufig

• Haltungsform-Kennzeichnung wird ab 1. Juli 2024 fünfstufig
• Bezeichnungen der Stufen ändern sich
• Anpassung der Kriterien für Schwein an staatliche Kennzeichnung

Bonn, 05.07.2024 – Die Haltungsform-Kennzeichnung wird ab dem 1. Juli um eine fünfte Stufe erweitert und passt die Bezeichnungen der einzelnen Stufen der ebenfalls fünfstufigen staatlichen Tierhaltungskennzeichnung für Schweinefleisch an. Die Änderungen der Bezeichnungen der einzelnen Stufen werden für alle Tierarten vorgenommen. Das betrifft die Kennzeichnung von Fleisch und Fleischwaren von Hähnchen, Puten, Enten, Rindern, Schweinen und Kaninchen sowie von Milch und Milchprodukten von Kühen. Der gesamte Anpassungsprozess beginnt am 01. Juli 2024 und wird ungefähr ein Jahr lang in Anspruch nehmen. Auch die Kriterien für Schweinefleisch werden innerhalb dieser Umstellungsphase an die staatliche Tierhaltungskennzeichnung angepasst. Durch diesen Prozess wird die inzwischen laut forsa-Befragung aus November 2023 bei 80 Prozent der Deutschen bekannte Haltungsform-Kennzeichnung auch weiterhin für Transparenz beim Einkaufen sorgen und Verbrauchern ermöglichen das Thema „Tierwohl“ bei ihrer Kaufentscheidung zu berücksichtigen.

Die Umstellung der Haltungsform bei den teilnehmenden Unternehmen erfolgt in enger Rücksprache mit den Lieferanten. Während des gut einjährigen Umstellungszeitraums kann es aufgrund bestimmter Produktionsprozesse und der Komplexität des Angebots dazu kommen, dass für Verbraucher sowohl Produkte mit der vierstufigen als auch Produkte mit der fünfstufigen Kennzeichnung zeitgleich in den Sortimenten zu finden sein werden. Nach und nach finden Verbraucher immer mehr Produkte mit der neuen, fünfstufigen Kennzeichnung

Während die ersten vier Stufen Qualitätssicherungsprogramme (Stufe 1) und Tierwohlprogramme (Stufen 2 bis 4) einordnen, steht die neue fünfte Stufe für BIO-Programme. Mit dieser Neustrukturierung der Einstufung folgt die Haltungsform den Vorgaben der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung für Schweinefleisch. Die beiden Kennzeichnungen sollen in Zukunft widerspruchsfrei nebeneinander bestehen. Dadurch soll Verbrauchern weiterhin eine transparente Einordnung zur Qualität des jeweiligen Tierwohlprogramms nach einem einheitlichen System ermöglicht werden. Die Haltungsform-Kennzeichnung gilt im Gegensatz zur staatlichen Kennzeichnung für alle gängigen Nutztierarten und umfasst auch frisches, unverarbeitetes, gewürztes oder mariniertes und verarbeitetes Fleisch. Haltungsform und staatliche Kennzeichnung bilden künftig ein einheitliches Orientierungssystem.

Über die Haltungsform-Kennzeichnung
Die Haltungsform-Kennzeichnung ist eine fünfstufige Siegel-Klassifikation für tierische Erzeugnisse, die ab Juli 2024 von vier auf fünf Stufen umgestellt wird. Sie wurde im April 2019 eingeführt. Sie klassifiziert Tierwohl-Siegel und Qualitätssicherungsprogramme entsprechend ihren Anforderungen an die Tierhalter und dem sich daraus ergebenden Tierwohl-Niveau. Die Kennzeichnung finden Verbraucher auf Verpackungen bei ALDI Nord, ALDI SÜD, Bünting Gruppe, EDEKA, Kaufland, LIDL, Netto Marken-Discount, PENNY, REWE und McDonlad‘s. Die „Haltungsform“ steht weiteren Unternehmen offen.

Die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH ist Trägerin der Haltungsform-Kenn-zeichnung. Sie organisiert die korrekte Eingruppierung von Standards und Programmen in die Systematik dieses Haltungskennzeichens, überwacht die korrekte Anwendung und Umsetzung dieser Systematik und unterstützt die teilnehmenden Unternehmen in der Kommunikation gegenüber Öffentlichkeit und Verbrauchern.

Vollständige Informationen zu den Kriterien der einzelnen Stufen erhalten Verbraucher auf der Webseite zur Haltungsform unter www.haltungsform.de.

Geflügelpest: Biosicherheitsmaßnahmen streng einhalten – Betrieb in Grafschaft Bentheim betroffen

Die hochpathogene Geflügelpest (aviäre Influenzavirus vom Subtyp H7) wurde in einem Betrieb mit rund 90.000 Legehennen in der Grafschaft Bentheim festgestellt. Dies haben Untersuchungen des nationalen Referenzlabors des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) heute ergeben. Der Landkreis hat die erforderlichen Schutzmaßnahmen eingerichtet und führt Untersuchungen in Nachbarbetrieben durch. Die Tiere wurden entsprechend den Vorgaben des EU-Tiergesundheitsrechts tierschutzgerecht getötet.

In diesem Zusammenhang appelliert das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) an die niedersächsischen Betriebe, die Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt einzuhalten und gegebenenfalls zu verbessern. Tierhalterinnen und Tierhalter, die Auffälligkeiten – etwa eine verminderte Futter- und Wasseraufnahme der Tiere, vermehrte Todesfälle im Tierbestand oder andere klinische Symptome – bemerken, sollten sich umgehend beim zuständigen Veterinäramt melden. Bisher gab es 2024 zwei Ausbrüche der Geflügelpest in niedersächsischen Betrieben: Im Januar wurde die anzeigepflichtige Seuche in einer Putenhaltung im Landkreis Emsland und in einer Legehennen-Freilandhaltung im Landkreis Northeim festgestellt. Bei Wildvögeln wurde der jüngste Nachweis in Niedersachsen im März bei einer Möwe im Landkreis Friesland (Wangerooge) festgestellt. Im Jahr 2023 waren insgesamt 17 Betriebe mit rund 220.700 Tieren betroffen.

Hintergrund
Das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5 zirkuliert inzwischen ganzjährig im Wildvogelbestand und verursacht bei Geflügel die sogenannte Vogelgrippe (Geflügelpest). Weltweit wurde das hochpathogene aviäre Influenzavirus zudem mehrfach bei wildlebenden Säugetieren nachgewiesen. Die vermehrten Nachweise auch bei Säugetieren könnten darauf hindeuten, dass sich das Virus besser an Säugetiere anpasst. In den Vereinigten Staaten wurde eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus außerdem erstmals bei Milchkühen festgestellt, einen Impfstoff gibt es derzeit nicht. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat bisher Tankmilchproben aus 168 Milchviehhaltungen auf aviäres Influenzavirus untersucht. Dabei wurde das Virus nicht nachgewiesen. Derzeit laufen Untersuchungen von Tankmilchproben aus weiteren rund 100 Betrieben. Außerdem werden in Niedersachsen seit dem Jahr 2023 in einem Monitoring wild lebende Prädatoren wie zum Beispiel Füchse, Waschbären und Marder auf Influenzaviren untersucht. Bisher wurden insgesamt 157 Untersuchungen durchgeführt. Bei sechs Füchsen wurde im Jahr 2023 eine Infektion mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus Subtyp H5 nachgewiesen. In diesem Jahr wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen. Das ML macht darauf aufmerksam, dass die vermehrten Fälle bei Säugetieren sehr aufmerksam beobachtet werden müssen.

Weitere Informationen zur Vogelgrippe gibt es hier und hier.

Eine für die Optimierung der betrieblichen Biosicherheit bietet das „Niedersächsische Biosicherheitskonzept für Geflügel haltende Betriebe zum Download an.

Das Infoblatt „Verhaltensregeln für kleine Geflügelhobbyhaltungen“ gibt eine Übersicht über die wichtigsten Biosicherheitsmaßnahamen für kleine Geflügel-Hobbyhaltungen. Download-Link.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Strategien zur Minimierung von Kümmerern in der Aufzucht

Eine Forschergruppe an der Kansas State University (Wensley et al.) gibt Praxistipps für das Management von Kümmerern. Die vollständige Vermeidung von Kümmerern ist eine Herausforderung, daher sei es wichtig zu wissen, wie man sie richtig behandelt, schreiben die Autoren.

Krankenbuchten sollen mit einer zusätzlichen Wärmequelle ausgestattet sein, um die Schweine warm und trocken zu halten und auch die Vermeidung von Zugluft ist von entscheidender Bedeutung. Daher muss der Abstand zu Wandventilatoren und Lufteinlässen in der Decke beachtet werden. Normalerweise wird empfohlen, diese Buchten nicht in der Nähe von Außenwänden zu platzieren, in manchen Fällen kann es jedoch erforderlich sein. Dann sollte eine feste Trennwand eigezogen werden, um übermäßige Zugluft zu verhindern. Aus diesem Grund sind auch Liegematten wichtig, da sie den Schweinen einen festen Schlafplatz bieten und gleichzeitig die Zugluft reduzieren. Um ein Mikroklima auf der Buchtenrückseite zu schaffen, können auch Kunststoffabdeckungen oder -planen verwendet werden.

Oberste Priorität hat dabei, dass die Schweine nicht weit laufen müssen, um Futter, Wasser oder zusätzliche Wärme zu finden, insbesondere in großen Ställen. Häufige Tierkontrollen im Laufe des Tages sollten Standard sein und Tierbetreuer sollten die Schweine zum Aufstehen sowie zur Futter- und Wasseraufnahme bewegen. Dabei soll immer auch die Entwicklung aller Tiere beobachtet werden um sicherzustellen, dass bei Bedarf rechtzeitig eine Euthanasie durchgeführt wird.

Strategien zur Minimierung der Anzahl von Kümmerern in der Aufzucht:

1) Vor dem Absetzen:
• Bodenmatten und Wärmelampen vor dem Abferkeln anbringen.
• Raumtemperatur (22 °C) und Lüftungssollwerte einstellen.
• Gesundheitszustand der Herde ermitteln.
• bei Würfen mit mehr als neun Schweinen sollte „split suckling“ angewandt werden (getrenntes Säugen von Wurfgeschwistern an der Mutter direkt nach der Geburt).
• Wurfausgleich zwischen großen und kleinen Würfen.
• Wird Beifütterung praktiziert sollte der kontinuierliche Zugang zu sauberem Futter gewährleistet sein.
• Säugende Ferkel sollten möglichst in ihrer Gruppe bleiben.

2) Nach dem Absetzen:
• Bodenmatten und Wärmelampen vor dem Abferkeln anbringen.
• Futtertröge füllen und so einstellen, dass vor der Ankunft der Schweine guter Futterfluss gewährleistet ist.
• Wasser einschalten, Tränken auf die richtige Höhe einstellen und ausreichende Durchflussraten sicherstellen.
• Raumtemperatur (23 °C bis 29 °C) und Lüftungssollwerte einstellen.
• Die leichtesten 10 % der Tiere in Gruppen mit einheitlichem Körpergewicht und den Rest in gemischte Gruppen sortieren.
• den leichtesten Ferkeln in den ersten 3 bis 10 Tagen nach dem Einstallen, je nach Gesundheitszustand, bis zu viermal pro Tag Brei anbieten.
• Schweine sollten beobachtet und dazu gebracht werden, mindestens zweimal pro Tag aufzustehen.

3) In der Krankenbucht:
• Befindet sich in der Mitte des Raumes, entfernt von Außenwänden.
• Liegematten und Wärmelampen vorhanden.
• Die Bei- und Breifütterung sollte erfolgen, bis volle Bäuche zu sehen sind.
• Bei Bedarf sollten Paneele, Kunststoffabdeckungen oder Planen verwendet werden, um Zugluft zu minimieren.
• Schweine sollten beobachtet und ermutigt werden, sich viermal pro Tag zu bewegen

*Studie: Wensley, M. et al.: Strategies to minimize fallback pigs in the nursery. Journal of swine health and production2023, Volume 31, number 5.

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2024

Antibiotika-Minimierung nach TAMG: Kontrolle mit Augenmaß

Auf Initiative der Tierärztekammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Landvolk Niedersachsen fand in der Tierärztekammer in Hannover ein Gespräch zwischen dem Landwirtschaftsministerium, dem LAVES, dem Schweine- und Rindergesundheitsdienst Niedersachsen und Vertretern kommunaler Veterinärbehörden statt.

Anknüpfend an ein Gespräch aus dem Juli 2023 konnte verdeutlich werden, dass es in dem neuen System etliche Anlaufschwierigkeiten gab, auf die verbandsseitig (BpT, DBV, ZDG) auch auf Bundesebene hingewiesen wurde. Hiervon betroffen sind die Meldungen nach § 57 TAMG, die u.a. die Datengrundlage zur Berechnung der betrieblichen Therapiehäufigkeit und der jährlichen Kennzahlen bilden, die am 15. Februar 2024 erstmals bekanntgegeben worden sind.

Im Besonderen betraf dies die Sendungen der antimikrobiell wirksamen Arzneimittel aus den ersten Monaten des Jahres 2023, da die Praxissoftwaresysteme erst ab Mai/Juni 2023 an die Schnittstellen der HIT-Datenbank angepasst waren. Dazu kommt, dass sich immer noch nicht alle Tierhalter mit ihren mitteilungspflichtigen Nutzungsarten in der Datenbank angemeldet haben und/oder ihre Tierbewegungen in HIT nicht oder nur unvollständig angegeben haben.

Aus diesen Fakten ergibt sich, dass die Bundeskennzahlen nicht korrekt sein können und echte Reduktionsbemühungen auf dieser Basis weder sinnvoll noch rechtskonform sind.

Es wurde im Laufe der weiteren Gespräche ein Konsens für die Maßnahmenpläne 2023/2 gefunden: Damit alle im System beteiligten Personenkreise sich mit der Antibiotikaminimierung auseinandersetzen und so am und im System trainieren, müssen zwar alle Maßnahmenpläne oberhalb der Bundeskennzahl 2 eingereicht werden, allerdings erfolgt die Kontrolle risikoorientiert nach einem niedersächsischen Schlüssel. Bei Fehlern wie zum Beispiel verspätet abgegebenen Maßnahmenplänen, fehlerhaften Tierzahl- oder Antibiotikaeingaben haben die Kontrollbehörden die Möglichkeit ihren Ermessensspielraumes auszuschöpfen.

Als rechtskonforme Vorlagen für den Maßnahmenplan können sowohl die Muster vom BpT und BTK genutzt werden als auch die auf der Homepage vom LAVES veröffentlichten verwendet werden:

Quelle: Tierärztekammer Niedersachsen

Amtseinführung von TiHo-Präsident Professor Dr. Klaus Osterrieder

Seit dem 1. April dieses Jahres bekleidet der Virologe Professor Dr. Klaus Osterrieder das Amt des Präsidenten der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Am gestrigen Dienstag wurde er feierlich in sein neues Amt eingeführt.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs hielt während der Veranstaltung ein Grußwort: „Prof. Dr. Klaus Osterrieder verfügt über eine beeindruckende Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz, internationaler Erfahrung und visionärer Führungsqualität. Ich bin überzeugt, dass er die TiHo weiterhin auf ihrem Weg des Erfolgs halten wird.“ Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte sagte: „Die TiHo ist eine der renommiertesten Universitäten weltweit, die sich erfolgreich für Mensch und Tier mit Forschung, Lehre und Dienstleistungen einsetzt. Mit Prof. Dr. Klaus Osterrieder übernimmt ein ausgewiesener Experte der Tiermedizin und der Virologie die Führungsrolle, der noch dazu auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen ist – ein Pluspunkt im Agrarland Niedersachsen. Ich wünsche Prof. Osterrieder einen guten Start und danke auch den hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Studentinnen und Studenten, die zu dem großen Erfolg der TiHo beitragen.“ Professor Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen und Mitglied im Stiftungsrat der TiHo, überreichte TiHo-Präsident Osterrieder die Amtskette der TiHo. Er hob die wichtige Zusammenarbeit zwischen Human- und Tiermedizin hervor: „Eine spannende und arbeitsreiche Zeit liegt vor uns. Wir werden unser Bestes geben, dieses Ziel mit dir zu erreichen.“

Die knapp drei Monate im neuen Amt nutzte Osterrieder, um sich intensiv mit der TiHo zu befassen und zahlreiche interne und externe Gespräche zu führen. Die Arbeit der TiHo betreffe, so Osterrieder in seiner Antrittsrede, immer die Gesundheit und das Wohlergehen von Tieren und Menschen. Er sagte, dass die Verantwortung der TiHo weit über die in der Berufsordnung für Tierärztinnen und Tierärzten definierten Aufgaben hinausgehen: „Sie orientieren sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Insbesondere zählen dazu: keine Armut, kein Hunger, Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung und Klimaschutz. Darum müssen wir Wissen liefern und uns in die Entwicklung einbringen.“

Professor Dr. Klaus Osterrieder
Professor Dr. Klaus Osterrieder wuchs auf einem familiengeführten Milchviehbetrieb in Bayern auf. Er studierte zunächst zwei Semester Agrarwissenschaften bevor er an der Ludwig-Maximilians-Universität München das Tiermedizinstudium begann. Er promovierte im Jahr 1993 und habilitierte sich 1997 im Fach Virologie. Anschließend war er bis 2002 auf der Insel Riems Gruppenleiter am Friedrich-Loeffler-Institut und bis 2007 in den USA als Associate Professor für Virologie am College of Veterinary Medicine der Cornell University tätig. Im Jahr 2007 erhielt er in Cornell eine Professur für Virologie. Mit der Universität Cornell ist er bis dato über eine außerordentliche Professur verbunden. Ende 2007 nahm er einen Ruf an die Veterinärmedizinische Fakultät der FU Berlin an. In Berlin übernahm Osterrieder 2007 die Leitung des Instituts für Virologie und baute es erfolgreich aus.

Von 2011 bis 2013 setzte sich Osterrieder für zwei Jahre als Vizedekan für Forschung für die Belange der Veterinärmedizinischen Fakultät ein und war von 2014 bis 2020 für sechs Jahre Direktor der Graduate School ZIBI – Center of Infection Biology and Immunity in Berlin. Im Jahr 2020 ging er für zweieinhalb Jahre nach Hong Kong und leitete als Dekan den Jockey Club of Veterinary Medicine and Life Sciences der City University of Hong Kong. Trotz der widrigen Umstände während der Pandemie und des Nationalen Sicherheitsgesetzes in Hong Kong etablierte er in der Zeit unter anderem, ein akkreditiertes tiermedizinisches Ausbildungsprogramm.

Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Özdemir begrüßt Vorreiterrolle Niedersachsens bei der Umsetzung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes

Das Land Niedersachsen hat als eines der ersten Bundesländer Festlegungen zur Zuständigkeit, zur Meldung und zu den Kriterien im Rahmen der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung veröffentlicht. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG). Demnach sind schweinehaltende Betriebe in Deutschland dazu verpflichtet, bis zum 1. August 2024 der jeweils zuständigen Landesbehörde zu melden, in welche der fünf Haltungsformen ihre Mastschweinehaltung einzuordnen ist. Wohin diese Meldung erfolgen muss, wird durch die Bundesländer festgelegt. Dass trotz fast einjähriger Vorbereitungszeit viele Bundesländer noch keine solchen notwendigen Festlegungen getroffen oder kommuniziert haben, hat zuletzt zu Verunsicherungen in der Branche geführt.

Dazu können Sie Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wie folgt zitieren: „Ich will, dass auch in Zukunft gutes Fleisch aus Deutschland kommt. Die staatliche Tierhaltungskennzeichnung ist für das Ziel einer zukunftsfähigen Tierhaltung in Deutschland die Ausgangsbasis. Gut, dass Niedersachsen vorangeht – und nichts anderes hätte ich auch von dem Bundesland mit der meisten Schweinehaltung erwartet. Damit können die Landwirtinnen und Landwirte dort nun ihre Meldungen vorbereiten und das schafft natürlich Planungssicherheit. Ich bin überzeugt, dass auch die weiteren Bundesländer die gesetzliche Rechtslage zeitnah umsetzen, und bei Fragen steht mein Ministerium natürlich jederzeit beratend zur Seite.“

Hintergrund:
Das THKG ist ein zentraler Baustein bei der zukunftsfesten Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland. Damit wird eine Grundlage gelegt, um Verbraucherwünsche nach mehr Tierschutz sowie verlässliche Perspektiven für Landwirtinnen und Landwirte in Einklang zu bringen. Das BMEL greift damit Empfehlungen der sogenannten Borchert-Kommission auf, die in der letzten Wahlperiode eingesetzt worden war.

Mit dem Vollzug des THKG sind aufgrund grundgesetzlicher Regelungen die Bundesländer betraut. Das Gesetz sieht jedoch auch Regeln vor, die den Ländern weitreichende Möglichkeiten bei der Umsetzung einräumen. Das THKG ist zum 1. August 2023 in Kraft getreten. Die Länder haben seitdem ein Jahr Zeit, um sich auf den Vollzug des Gesetzes vorzubereiten.

In einem ersten Schritt geht es zunächst lediglich darum, dass Landwirtinnen und Landwirte die Tierhaltungsform an die zuständigen Behörden melden und von dort eine Kennnummer erhalten, aus der die Haltungsform hervorgeht. Fragen der Zuständigkeit und des Vollzugs sollten aus Sicht des Bundes schnellstmöglich geklärt werden, um so Klarheit und Planungssicherheit für die Landwirtinnen und Landwirte zu schaffen.

Quelle: BMEL

Nachimpfung von gemauserten Elterntieren für die Hähnchenmast empfohlen

Broiler-Elterntierherden gehen immer häufiger in die Mauser, um einen zweiten Legezyklus einzuleiten. Das ist nahhaltiger und sorgt für mehr Bruteier, denn in den USA werden die Elterntiere derzeit häufig noch zwischen 60 bis 65 Wochen ausgetauscht. Um die Elterntiere vor Newcastle Disease (ND) und Infektiöse Bronchitis (IB) zu schützen und die Nachkommen mit mütterlichen Antikörpern gegen das Reovirus (REO) und die infektiöse Bursitis (IBD) zu versorgen, ist es in den USA üblich, sie vor dem ersten Legezyklus in einem Alter von 15 Wochen mit einem 4-fach-Totimpfstoff zu immunisieren. Nicht bekannt ist, ob die gemauserten Hennen eine Impfauffrischung benötigen oder ob eine einmalige Impfung auch nach der Mauser noch ausreichend wirkt. Das Ziel dieser Studie* der Universität Georgia war es deshalb, festzustellen, ob die gemauserten Elterntierhennen ihre Antikörper gegen IBD und REO sowie die ihrer Nachkommen mit einer zusätzlichen Impfung erhöhen sollten.

Ross 308 AP (Aviagen)-Hennen im Alter von 63 Wochen wurden 10 Tage lang gemausert, indem ihnen 100 % gemahlene Sojabohnenschalen zur Verfügung gestellt wurden. Neun Wochen nach der Mauser wurde die Hälfte mit einem 4-Wege-Impfstoff geimpft. Die andere Hälfte der Hennen blieb ungeimpft. Eine Woche nach der Impfung wurden Hähne im Alter von 26 Wochen in die Hühnerställe eingeführt. Die Titer der Hennen wurden vor der Mauser, vor der Impfung und 3 Wochen nach der Impfung gemessen.

Aus beiden Behandlungsgruppen schlüpften Küken. Die Impfung verlangsamte den Beginn sowie die Anzahl der Eierproduktion bei den gemauserten Hennen, obwohl die Eierproduktion am Ende der Studie in Woche 78 zwischen den Gruppen vergleichbar war. Gemauserte Hennen hatten 34 bzw. 32 % weniger IBD- bzw. REO-Titer im Vergleich zu Proben vor der Mauser. Die Impfung gemauserter Hühner erhöhte die IBD-Titer im Vergleich zu ungeimpften Hühnern um 81 % 3 Wochen nach der Mauser. Die mütterliche Impfung erhöhte die Antikörpertiter bei den Nachkommen bei IBD und REO um 242 bzw. 120 % im Vergleich zu Küken, die von ungeimpften gemauserten Hühnern stammten. Die Impfung verringerte die frühe Mortalität in der Brüterei. Eigewicht, Schalenqualität und Schlupffähigkeit blieben durch die Impfung nach der Mauser unbeeinflusst.

Zusammenfassend empfehlen die Wissenschaftler*innen, gemauserte Elterntiere erneut zu impfen, um sowohl die IBD- als auch die REO-Antikörper bei Hennen und ihren Nachkommen zu erhöhen.

*Studie: Avila, L.P. et al.: Serological response of broiler breeders vaccinated postmolt and their progeny: reovirus and infectious bursal disease. Journal of Applied Poultry Research Volume 32, Issue 4, December 2023

Quelle: Dr. Heike Engels, Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2024