„Typisch Fruchtbarkeit: Wertvolles Wissen für Schweine-Experten rund um das Thema Fruchtbarkeit“ – Das neue E-Book von Boehringer Ingelheim bietet Sauenhalter*innen und Tiergesundheitsexpert*innen fundiertes, praxisorientiertes Wissen zur Verbesserung der Fruchtbarkeit in der Schweinehaltung.
Entstanden in Zusammenarbeit mit den Fruchtbarkeitsspezialisten der GFS Ascheberg bietet das umfassende Nachschlagewerk auf fast 150 Seiten Expertenwissen aus der Praxis für die Praxis rund um die Fruchtbarkeit von Sauen.
Das E-Book ist in sechs Kapitel unterteilt und informiert detailliert über die relevanten Phasen der Sauenhaltung: Grundlagen der Fruchtbarkeit, Jungsaueneingliederung, Besamungsstall, Wartebereich, Abferkelstall sowie Absetzen der Ferkel.
Für alle, die die neueste Expertise in der Schweinehaltung suchen, bietet dieses Werk einen umfassenden Überblick und praxisnahe Lösungen, welche die Fruchtbarkeit und Langlebigkeit der Sauen nachhaltig verbessern können.
Dank zahlreicher Tabellen, Bilder und praxisorientierter Tipps können Sauenhalter*innen das Wissen aus dem E-Book schnell auf ihren eigenen Betrieb übertragen und die Empfehlungen umsetzen.
Das E-Book steht kostenfrei auf der Website von Boehringer Ingelheim zum Download bereit.
Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) hat ein neues Positionspapier zur tiergerechten Aufzucht von Kälbern veröffentlicht. Unter dem Titel „Tiergerechte Aufzucht von Kälbern – Herausforderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen für die Praxis“ fasst das Papier den aktuellen Stand der Forschung zusammen und formuliert konkrete Empfehlungen für Landwirtschaft, Beratung und Politik
Die ersten Lebenswochen sind für Kälber entscheidend: In dieser Phase werden zentrale Grundlagen für Immunsystem, Stoffwechsel, Verhalten und spätere Leistungsfähigkeit gelegt. Gleichzeitig ist das Risiko für Erkrankungen und Verluste besonders hoch. Das Positionspapier zeigt, dass eine frühzeitige und ausreichende Kolostrum- und Milchversorgung, geeignete Haltungsbedingungen sowie frühe soziale Kontakte wesentliche Stellschrauben für Tiergesundheit und Tierwohl sind.
Ein besonderer Fokus liegt auf der ad-libitum-Milchversorgung in den ersten Lebenswochen, der frühzeitigen Gruppenhaltung sowie auf der Bedeutung der kuhgebundenen Kälberaufzucht als besonders tierwohlorientiertem Ansatz. Darüber hinaus ordnet das Papier aktuelle gesetzliche Vorgaben ein und stellt sie den weitergehenden wissenschaftlichen Empfehlungen, unter anderem der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), gegenüber.
„Eine tiergerechte Kälberaufzucht ist keine optionale Zusatzleistung, sondern eine Investition in Tiergesundheit, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz der Milchviehhaltung“, betonen die Autor:innen. Viele der empfohlenen Maßnahmen erfordern zwar anfänglich mehr Aufwand, zahlen sich jedoch langfristig durch robustere, gesündere Tiere aus.
Da die Vogelgrippe weiterhin erhebliche Herausforderungen für die Biosicherheit der Geflügelindustrie darstellt, präsentiert die Bird Control Group AVIX ihre bewährte, automatisierte Laser-Vogelabwehrlösung, die weltweit zur Reduzierung der Wildvogelaktivität und des Vogelgripperisikos eingesetzt wird. Die Technologie wird diese Woche auf der International Production & Processing Expo (IPPE) in Atlanta vorgestellt.
Auf der IPPE präsentiert die Bird Control Group unabhängige Feldstudien, die belegen, dass automatisierte Laser-Vogelabwehrsysteme die Wildvogelaktivität in der Nähe von Geflügelbetrieben – einem der Hauptübertragungswege für Vogelgrippeviren – deutlich reduzieren können.
Forschungen der Universität Wageningen bestätigten, dass das autonome Lasersystem AVIX die Besuche von Wildenten um 99,7 % und die Gesamtpräsenz von Wildvögeln in Freilandhaltungen während der Hochrisiko-Winterzugzeit um 98,2 % reduzierte.
Über die Forschung hinaus wird die Technologie bereits von kommerziellen Geflügel- und Putenproduzenten in stark von der Vogelgrippe betroffenen Regionen eingesetzt. In Minnesota beispielsweise berichten Putenproduzenten, die AVIX Autonomic Laserabwehrsysteme einsetzen, von einer Reduzierung der Vogelpräsenz um mehr als 70 %, was zum Teil auf staatlich finanzierte Biosicherheitsinitiativen zurückzuführen ist.
Das AVIX Autonomic-System nutzt eine patentierte, automatisierte grüne Lasertechnologie, die Vögel instinktiv als physisches Objekt wahrnehmen und so ein sofortiges Meiden auslösen – ohne Schaden oder Gewöhnung. Die Lösung ist für den Dauerbetrieb ausgelegt und ergänzt bestehende Biosicherheitsprogramme, einschließlich Hygiene-, Zugangskontroll- und Überwachungsmaßnahmen.
Über die Bird Control Group
Die Bird Control Group bietet innovative Lösungen, um Vögel von landwirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben fernzuhalten und so ein sichereres Arbeitsumfeld sowie eine hochwirksame Schadensverhütung zu gewährleisten.
Zu ihren Kunden zählen Cargill, Coca-Cola, Heineken und Google. Die Bird Control Group ist in über 100 Ländern weltweit tätig und unterhält Niederlassungen in den USA und den Niederlanden.
Weitere Serotypen und Viruserkrankungen für Schafe und Rinder breiten sich aus
Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte ruft Tierhalterinnen und Tierhalter in Niedersachsen dazu auf, ihre Tiere rechtzeitig gegen das Blauzungenvirus impfen zu lassen. Eine Impfung biete den einzigen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen: „Die bisherigen Impfungen gegen den Blauzungen-Serotyp 3 schützen nicht vor dem sich nun auch ausbreitenden Serotyp 8. Wir rechnen daher damit, dass sich ab dem kommenden Frühjahr wieder mehr Schafe, Rinder und Ziegen mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (BTV) infizieren. Daher appelliere ich an die Tierhalterinnen und Tierhalter: Schützen Sie ihre Tiere mit einer rechtzeitigen, umfassenden Impfung und helfen Sie mit, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.“
Neben fortlaufenden Nachweisen von BTV-3 sind seit Oktober 2025 zusätzlich Nachweise von BTV-8 bei Rindern und Schafen in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen. Dort gelten entsprechende spezielle Regelungen für die Verbringung von Tieren empfänglicher Arten. Mit Infektionen in Niedersachsen muss gerechnet werden. Zudem kommt in Europa der Serotyp 4 vor. Impfstoffe gegen diese Serotypen sind auf dem Markt. Halterinnen und Haltern von Rindern, Schafen und Ziegen empfiehlt das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium daher erneut die Impfung gegen den immer noch zirkulierenden Serotyp 3 und gegen den Serotyp 8. Es besteht keine Kreuzimmunität zwischen den Serotypen, das heißt Impfungen gegen einen der Serotypen bieten keinen Schutz gegen die anderen Serotypen. Nach der Impfung dauert es mehrere Wochen bis der Impfschutz aufgebaut ist. Die Tiere sollten einen vollständigen Immunschutz vor dem Beginn der Vektorsaison (Gnitzen), spätestens Anfang Mai, entwickelt haben.
Aufmerksamkeit auch bei der Epizootische Hämorrhagische Krankheit und Lumpy Skin Krankheit geboten
Seit 2022 breitet sich außerdem die Tierseuche EHD (Epizootische Hämorrhagische Krankheit) in Europa aus. Bei der EHD handelt es sich ebenfalls um eine virale Infektionskrankheit mit gleichem Wirtsspektrum und ähnlichem Verlauf wie die Blauzungenkrankheit. Sie betrifft jedoch vor allem Rinder sowie Wildwiederkäuer wie Hirsche. Übertragen wird das Virus ebenfalls durch Gnitzen (Mücken). Ein Impfstoff gegen den Serotyp 8 (EHDV-8) ist zugelassen und bietet Schutz für Rinder. Auch bei der Lumpy Skin Disease (LSD) handelt es sich um eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die Rinder betrifft. Die Übertragung des Virus erfolgt in erster Linie durch blutsaugende Insekten. Bisher sind beide Erkrankungen nicht in Niedersachsen aufgetreten. Bei Vorliegen eines Verdachts sollte schnellstmöglich eine Untersuchung zur Abklärung veranlasst werden, beziehungsweise umgehend das zuständige Veterinäramt informiert werden.
Hintergrund:
Im Jahr 2024 hatten Infektionen mit dem Blauzungenvirus des Serotyps 3 (BTV-3) zu enormen Verlusten in niedersächsischen Schaf- und Rinderhaltungen geführt. Vor allem aufgrund einer positiven Entwicklung der Impfquote, insbesondere bei Schafen, wurden in Niedersachsen 2025 weitaus weniger Ausbrüche der Blauzungenkrankheit festgestellt. Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit. Schafe und Rinder, aber auch Ziegen, Kameliden (bspw. Lamas und Alpakas) und Wildwiederkäuer sind für BTV empfänglich. Übertragen wird das Virus durch kleine blutsaugende Stechmücken, sogenannte Gnitzen.
Weitere Informationen
Aktuelle Informationen werden im Tierseuchen-Informationssystem (TSIS) des FLI zur Verfügung gestellt.
Innovationsnetzwerk Rind – zukunftsfähige Rinderhaltung in Deutschland unter Berücksichtigung von Tierwohl, Umweltwirkungen und gesellschaftlicher Akzeptanz
Dreieinhalb Jahre haben sich zwölf Institutionen aus ganz Deutschland gemeinsam mit Fragen zur zukunftsfähigen Rinderhaltung befasst. Das Verbundprojekt wurde im Rahmen des Bundesprogrammes Nutztierhaltung von BMLEH und BLE gefördert.
Die Arbeitsgruppe Kälberaufzucht stellt ihre Ergebnisse aus dem Projekt in einem Webinar vor: 29. Januar 2026 von 19 bis 20.30 Uhr: AG Kälber „Gemeinsam fit – Kälberaufzucht neu gedacht“.
Melden Sie sich gern über diesen Link für das Webinar an.
Tiergesundheit hat eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung – sowohl in der Lebensmittelproduktion und -sicherheit als auch für Haustiere und ihre Besitzer. Sie ist aber auch entscheidend für die nationale Sicherheit. Darum betonte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder bei seiner Begrüßung zum diesjährigen Neujahrsempfang des Bundesverbands praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) unter der Schirmherrschaft von Tierärztin und MdB Dr. Franziska Kersten (SPD), wie wichtig der Schutz von Lebensmittelketten ist. Er forderte die Zuhörenden, u.a. Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leiter der Abteilung 3 „Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit“ im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und den für Tiergesundheit zuständigen Berichterstatter der CDU-Bundestagsfraktion, MdB Dieter Stier, mit Blick auf den Ausbruch von Maul- und Klauenseuche im Januar 2025 auf, „…nicht nur die Gesundheit des Menschen, sondern auch die Tiergesundheit als kritische Infrastruktur mitzudenken und in die Krisenprävention einzubeziehen.“
GOT sorgt für stabiles Preisgefüge
Grußworte sprachen neben Dr. Franziska Kersten, auch der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Ltd. VD Dr. Holger Vogel, der Präsident des Bundesverbandes Freier Berufe (BFB), Dr. Stefan Hofmeister und Prof. Dr. Eberhard Haunhorst. Die Betonung der Wichtigkeit der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) zum Schutz der Verbraucher (Tierhalter) war dabei allen ein Anliegen. Für bpt-Präsident Dr. Moder ist klar, dass die in diesem Jahr anstehende GOT-Evaluierung zeigen wird, dass die angestrebte Steigerung der Attraktivität des Berufsbilds durch die damalige Ampel-Regierung zur Schaffung günstiger Arbeitsbedingungen und Stabilisierung einer flächendeckenden Notdienstversorgung verbessert wurde. Die aktuell in Teilen der Politik diskutierte Abschaffung der GOT würde ganz sicher nicht zu einem fallenden Preisniveau führen. Ganz im Gegenteil: der Blick in unsere EU-Nachbarländer zeige klar, dass die Versorgung gerade auf dem Land dann gefährdet wäre und die Preise explodieren würden.
Tiergesundheit ist auch Krisenprävention
Keynote-Speaker Jonathan Rushton, Professor of Economics of Animal Health an der Universität Edinburgh (Schottland) und Berater der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) sowie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) machte klar, dass selbst vegan lebende Menschen durch Tiere beeinflusst werden. Sei es schlicht durch Nahrungskonkurrenz oder durch Haustiere. Anhand von Zahlen verdeutlichte er die volkswirtschaftliche Bedeutung der tierärztlichen Tätigkeit insbesondere im Bereich der Lebensmittelversorgung und -sicherheit. Krisenprävention kann ohne das Mitdenken der Tiergesundheit nicht vollständig sein. Auch gesamtgesellschaftlich ist die Arbeit der Tierärzte unabdingbar.
Krisenprävention durch Bürokratieabbau
Die zentrale Forderung Moders war erneut die nach mehr Zeit am Tier, also dem Abbau überflüssiger Bürokratie. Auch wenn es erste Schritte in die richtige Richtung gibt, stellte er fest: „Das ist und bleibt bisher ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Er verwies auf die bereits im letzten Sommer an den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer überreichten zehn konkreten bpt-Vorschläge, um kurzfristig mehr Zeit am Tier zu erreichen. Die Forderungen beinhalten u.a. die Verlängerung des Kontrollintervalls bei den tierärztlichen Hausapotheken, die Verdopplung des Schulungsintervalls für die Röntgenfortbildung und die Veränderung des Bewertungssystems beim Antibiotikamonitoring. Ohne die passenden Rahmenbedingungen, werde es zunehmend schwierig werden, die tierärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten, so Moder.
Erneuerter Erlass präzisiert Tierschutz-Vorgaben beim Enthornen
In Niedersachsen ist die betäubungslose Enthornung von unter sechs Wochen alten Kälbern weiterhin nur zulässig, wenn den Tieren ein Beruhigungsmittel (Sedativum) und ein mindestens 24 Stunden wirksames Schmerzmittel verabreicht werden. Diese Praxis wurde in Niedersachsen bereits seit Dezember 2016 durch einen Runderlass vorgeschrieben. Nachdem dieser nach einmaliger Verlängerung nun ausgelaufen ist, hat Niedersachsen die Tierschutz-Vorgaben in einem neuen Erlass bekräftigt und präzisiert.
Der Erlass ist im Ministerialblatt ist hier abrufbar. Er greift insbesondere das Thema Sachkunde konkreter auf: Demnach kann für Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Ausbildungsberuf Landwirt*in, die ihre Ausbildung auf einem rinderhaltenden Betrieb absolviert haben, auf dem Kälber enthornt wurden, sowie im Ausbildungsberuf Tierwirt*in Fachrichtung Rinderhaltung davon ausgegangen werden, dass diese über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Alle anderen Personen müssen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten der zuständigen Behörde auf Verlangen nachweisen. Beispielsweise durch Bescheinigungen über eine entsprechend fachkundige Unterweisung durch einen Tierarzt bzw. Tierärztin.
Hintergrund: In Deutschland ist das betäubungslose Enthornen (genauer: das Veröden der Hornanlagen) von Kälbern bis zu einem Alter von sechs Wochen rechtlich zulässig. Grundlage ist Paragraph 6 des Tierschutzgesetzes in Verbindung mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Der Gesetzgeber erlaubt diese tierschutzrechtliche Ausnahme, wenn der Eingriff fachgerecht durchgeführt wird und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern. Niedersachsen nutzt somit den rechtlichen Spielraum, um Detailanforderungen und Bedingungen zu präzisieren. Ab einem Alter von sechs Wochen ist das Enthornen nur noch unter Betäubung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erlaubt. Ministerin Staudte spricht sich dafür aus, die geplante Änderung des Bundestierschutzgesetzes aus der letzten Wahlperiode wieder aufzugreifen, die ohne Altersgrenze die Enthornung bei Rindern mit Betäubung vorsah.
Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Nach aktuellem Einsatz des Prime-Boost-Impfkonzepts von Boehringer Ingelheim in einem Mastbetrieb konnte dieser vielversprechende Ergebnisse aufweisen. Prime-Boost beinhaltet eine intranasale Impfung gegen BRSV (Bovine Respiratory Synzytial-Virus) und das PI3-Virus (Bovine Parainfluenza 3 Virus) sowie nach zwei Wochen eine Impfung eines inaktivierten Impfstoffs mit denselben Virusstämmen bei BRSV, PI3V sowie Mannheimia haemolytica.
In diesem Mastdurchgang wurden insgesamt 1.578 Kälber in drei Gruppen beurteilt: (1) ungeimpft, (2) zweimal im Abstand von drei Wochen nadelgeimpft oder (3) nach dem Prime-Boost-Schema.
Bei der Prime-Boost-Gruppe war die Mortalität mit 2,5 % am niedrigsten, deutlich besser als bei den ungeimpften (4,5 %). Besonders ins Gewicht fallen die Verluste im Zeitraum von Mitte bis Ende der Mast: In dieser wirtschaftlich besonders sensiblen Phase traten in der ungeimpften Gruppe fast 60 % der Ausfälle auf.
Auch die Behandlungsrate konnte durch die Impfung um 28 % gesenkt werden. Die Prime-Boost-Gruppe zeigte die besten Ergebnisse bei den Schlachtgewichten. Über 67 % der Tiere erreichten die optimale Gewichtsklasse von 140–170 kg, während in der ungeimpften Gruppe fast 7 % unter 110 kg lagen.
Mit dem Prime-Boost-Konzept profitieren Landwirte nicht nur von einer besseren Tiergesundheit, sondern auch von wirtschaftlichen Vorteilen durch höhere Schlachtgewichte, mehr Homogenität und reduzierten Einzeltierbehandlungen.
Lemmer-Fullwood präsentiert neue Generation des Herdenmanagements FULLEXPERT
+ Neues Dashboard: Innovative Kacheloberfläche ermöglicht eine intuitive Navigation – D2D Analytik für präzise Handlungsempfehlungen
+ Erweiterte Sensorplatte: Mehr Auswahl für verschiedene Betriebsstrategien – FULLEXPERT ist jetzt kompatibel zu FULLEXPERT-Pedometer, -Halsband oder -Ohrmarke
Ein präzises, ganzheitliches Herdenmanagement ist heute ein zentraler Erfolgsfaktor in der Milchkuhhaltung. FULLEXPERT, seit über zwei Jahrzehnten eines der führenden Systeme für automatisierte Tierüberwachung, bekommt jetzt eine umfassend überarbeitete Version mit erweiterten Funktionen für den M2erlin Melkroboter.
D2D: Von Daten zur klaren Entscheidung
Kernstück der Weiterentwicklung ist der neue Bereich D2D (Data to Decision). Die intelligente Analytik verarbeitet komplexe Sensor- und Prozessdaten automatisch und verdichtet sie zu eindeutigen, praxisnahen Handlungsempfehlungen. Farbcodierte Prioritäten und klar definierte Aktionssymbole zeigen dem Landwirt auf einen Blick, welche Maßnahmen anstehen – ob am Einzeltier, im Melkprozess oder im Herdenmanagement insgesamt. Das spart Zeit im Arbeitsalltag und unterstützt eine schnellere, sichere Entscheidungsfindung.
Bild: Lemmer Fullwood
Neues Dashboard für klaren Überblick
Das vollständig neu gestaltete Dashboard liefert eine klare, logisch strukturierte Übersicht aller relevanten Herden- und Prozessdaten in Echtzeit. Die Kacheloberfläche ermöglicht eine intuitive Navigation und schafft die Grundlage für ein effizientes Management am PC, Touchbildschirm oder mobilen Endgerät.
Erweiterte Sensorplatte: Mehr Auswahl für verschiedene Betriebsstrategien
Neben dem etablierten FULLEXPERT-Pedometer – bekannt für seine präzise Brunsterkennung sowie aussagekräftige Analysen zu Abkalbung, Liegezeiten und Lahmheitsfrüherkennung – erweitert Fullwood sein Sensorportfolio um zwei zusätzliche Sensortypen: das FULLEXPERT-Halsband und die FULLEXPERT-Ohrmarke. Beide bieten eine vereinfachte Handhabung und erfassen weitere relevante Parameter, wie die Wiederkauaktivität, insbesondere wichtig in der Trockenstehphase.
FULLEXPERT setzt neue Standards
Mit der neuen Produktgeneration stärkt FULLEXPERT seine Position als eines der führenden digitalen Werkzeuge für intelligentes, datengestütztes Herdenmanagement. Ziel bleibt es, Milchkuhbetriebe dabei zu unterstützen, Tiergesundheit, Reproduktion und Arbeitsabläufe optimal und wirtschaftlich auszusteuern.
Weitere Informationen sind erhältlich auf der Internetseite von Lemmer-Fullwood unter www.lemmer-fullwood.info bzw. direkt bei
• Neben dem bekannten Tierwohlprogramm in Haltungsform Stufe 2 startet die ITW Programme für die Stufen 3 und 4
• Verbraucher finden beide neuen Produktsiegel voraussichtlich ab Mitte 2026 in den Märkten des Lebensmitteleinzelhandels
• Landwirte können sich ab März 2026 für die neuen Programme anmelden
Die Initiative Tierwohl (ITW) gab heute während der Grünen Woche in Berlin bekannt, dass sie neben ihrem weit verbreiteten Tierwohlprogramm in der Haltungsform Stufe 2 zwei weitere Programme einführt. Ab März 2026 können sich Hähnchen-, Puten- und Schweinemäster für die Programme „Initiative Tierwohl Frischluftstall“ in Haltungsform Stufe 3 und „Initiative Tierwohl Auslauf“ in Haltungsform Stufe 4 anmelden. Voraussichtlich ab April 2026 finden dann die ersten Audits auf den Betrieben statt. Verbraucherinnen und Verbraucher können Fleisch anhand der beiden neuen Produktsiegel voraussichtlich ab Mitte 2026 im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erkennen.
Entsprechende Programme für die Rinderhaltung plant die ITW ebenfalls zeitnah umzusetzen. Das breitenwirksame Programm der ITW für die Haltungsform Stufe 2 hat inzwischen Marktanteile bei Geflügel von über 90 Prozent, bei Schwein von über 60 Prozent und bei Rind von ungefähr 20 Prozent erreicht und bleibt weiter auf Wachstumskurs.
Siegel ITW Frischluftstall
„Die Zeit ist reif für ITW-Programme in den Haltungsform Stufen 3 und 4“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl GmbH. „Inzwischen wurden 176 Programme in die Haltungsform eingeordnet, die meisten davon in die Haltungsform Stufen 3 und 4. Diese Marktentwicklung spiegelt sich auch im Sortiment des LEH wider. Zugleich werden durch die in nationales Gesetz gegossene EmpCo-Richtlinie der EU die Anforderungen an diese Programme komplexer. Die ITW bietet durch ihre neuen Programme Lösungen für die Branche, wenn bestehende Programme nicht mehr weitergeführt werden können. Die neuen ITW-Programme für die Haltungsform Stufen 3 und 4 sind also unser Angebot für Marktteilnehmer, die gerne mehr Ware in den höheren Haltungsformen anbieten wollen und sind zudem auch für die Unternehmen interessant, die ihre eigenen Programme aufgrund der komplexen rechtlichen Anforderungen nicht mehr weiterführen können.“
Die neuen ITW-Programme bauen auf den Anforderungen der ITW in der Haltungsform Stufe 2 „Stall plus Platz“ auf, werden aber ergänzt um die jeweiligen Anforderungen der Haltungsform Stufen 3 und 4. Das neue ITW-Programm „Frischluftstall“ setzt also die Teilnahme am QS-System, sowie alle weiteren Anforderungen der „Initiative Tierwohl Stall plus Platz“, wie etwa Monitoringprogramme, Weiterbildungsmaßnahmen und tierartspezifische Anforderungen, wie etwa Lichtprogramm und Fußballengesundheit bei Geflügel sowie Buchtenstruktur und Raufutter für die Schweine, voraus. Dazu kommen dann die Anforderungen der Haltungsform Stufe 3. Auch das neue ITW-Programm „Auslauf“ setzt die Erfüllung aller Anforderungen des Programms „Initiative Tierwohl Stall plus Platz“ voraus, ergänzt sie jedoch um die Anforderungen der Haltungsform Stufe 4, wie zum Beispiel ein erweitertes Platzangebot und ständigen Zugang zum Auslauf.
Durch diese Kriteriensystematik bauen die ITW-Programme für die einzelnen Haltungsform Stufen aufeinander auf. Für die Tierhalter erwächst daraus der Vorteil, dass sie flexibler zwischen den Haltungsform Stufen wechseln können. Und die Vermarkter können die Ware einer höheren Stufe bei Bedarf ohne Mengenbegrenzung in einer niedrigeren Stufe vermarkten.
Siegel ITW Stall Plus
Das neue Siegel für das Programm „Initiative Tierwohl Frischluftstall“ erinnert mit dem gelben Rahmen an das bekannte ITW-Siegel mit dem blauen Haken, das Fleisch in der Haltungsform Stufe 2 kennzeichnet. Aber das neue Programmsiegel weist im Unterschied zum altbekannten einen orangefarbenen Haken auf, dessen Farbe eine Assoziation zur entsprechenden Haltungsform Stufe 3 – ebenfalls orange – hervorruft. Ferner ist zur eindeutigen Zuordnung der Schriftzug „Frischluftstall“ auf weißem Grund unterhalb des gelben Rahmens zu sehen.
Das ebenfalls neue Produktsiegel für das Programm in der Haltungsformstufe 4 verfährt nach demselben Prinzip: auch hier macht der gelbe Rahmen die Zugehörigkeit zum ITW-Siegelsystem deutlich. Allerdings markieren hier ein grünes Häkchen und der Schriftzug „Auslauf/Weide“ unter dem gelben Rahmen die Einordnung in die Haltungsform Stufe 4.
Beide neuen Produktsiegel wurden in Kombination mit dem altbekannten Siegel zahlreichen Verbrauchertests unterzogen, um sicherzustellen, dass einerseits eine Assoziation mit dem bereits bekannten Siegel der Stufe 2 gegeben, andererseits eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen ist. Das Votum der Verbraucherinnen und Verbraucher war hier eindeutig. Jedes Siegel für sich wird der entsprechenden Haltungsform Stufe zugeordnet, zugleich werden alle drei Siegel mit der bekannten Initiative Tierwohl assoziiert.