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Forschung zu nachhaltiger Rindernutzung und kuhgebundener Kälberaufzucht

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Ein Forschungsprojekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) zeigt, wie nachhaltige Milch- und Rindfleischerzeugung durch geschlossene Bio-Wertschöpfungsketten und kuhgebundene Kälberaufzucht funktionieren kann.

Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts mehrWERT Öko-Milch + Fleisch unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Eva Zeiler wurden Ende Mai an der Fakultät für Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) die wichtigsten Ergebnisse aus dem dreieinhalbjährigen Projekt vorgestellt. Umfassende Informationen finden sich im Abschlussbericht. Unter den 62 Teilnehmenden waren Landwirtinnen und Landwirte, milch- und fleischverarbeitende Betriebe sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Beratung und Wissenschaft.

Bei Kälbern aus bayerischen Öko-Milchviehbetrieben verbleibt bislang nur ein sehr geringer Anteil in der Biowertschöpfungskette, der letztendlich als Öko-Rindfleisch vermarktet wird. Die Forschenden ermittelten belastbare Zahlen und identifizierten alternative Wege zur Vermarktung bzw. Verwertung von Kälbern. Damit kann das grundsätzlich positive Image der Verbraucher:innen bezüglich der Biolandwirtschaft dauerhaft gesichert und einer mittelfristig aufkommenden Debatte zur Thematik proaktiv begegnet werden.

Am Vormittag präsentierten die Projektbeteiligten von HSWT, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Ergebnisse ihrer jeweiligen Arbeitspakete.

Peter Weindl (HSWT) stellte Ergebnisse aus studentischen Abschlussarbeiten zum Thema „Kälber der ökologischen Milchviehhaltung in Bayern“ vor, im Einzelnen

• Status quo-Erhebungen zu Kälbern auf Öko-Milchviehbetrieben,
• Erhebungen zur Öko-Rindermast in Bayern,
• Erfolgsfaktoren von Vermarktungsinitiativen und
• Öko-Rindfleisch in der Außer-Haus-Verpflegung (Fokus Nordbayern).

Theresa Hautzinger, (HSWT) ergänzte die Ergebnisse zur praktischen Umsetzung der kuhgebundenen Kälberaufzucht bis hin zur Gewichtsentwicklung und Gesundheit der Kälber.

Bernhard Ippenberger (LfL) rückte bei seinem Vortrag „Nachhaltige Rinderhaltung – das ist mehr als Tierwohl und Klimaschutz“ die ökonomische Betrachtung in den Fokus. Saro Ratter (Schweisfurth Stiftung) zeigte die Entwicklung der kuhgebundenen Kälberaufzucht in der Öko-Milchviehhaltung Bayerns auf und plädierte für umfangreichen Wissenstransfer sowie den Aufbau von modellhaften Wertschöpfungsketten.

Am Nachmittag wurden einzelne Themen in Workshops vertieft, z. B. warum Milch und Fleisch zusammengehören, wie die Platzierung von Bio-Rindfleischprodukten aus der Milchviehhaltung im Bio-Großhandel gelingt oder wie die kuhgebundene Kälberaufzucht im Deckungsbeitragsrechner berücksichtigt wird. Und ob und inwiefern die Milchleistungsprüfung (MLP) für Betriebe mit kuhgebundener Kälberaufzucht funktionieren kann.

Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Kostenfreies Online-Seminar „Staatliche Tierhaltungskennzeichnung verstehen und umsetzen“

Zum 1. August 2024 wird die staatliche Tierhaltungskennzeichnung in Deutschland verpflichtend. Welche Anforderungen sich genau hinter dem Tierhaltungskennzeichnungsgesetz verbergen und wie sich der aktuelle Stand der Umsetzung gestaltet, erläutert ein neues, kostenfreies Live-Online-Seminar der QS-Akademie, auf das wir Sie gern gesondert aufmerksam machen möchten.

Das in Kooperation mit der Initiative Tierwohl (ITW) veranstaltete Online-Seminar „Staatliche Tierhaltungskennzeichnung verstehen und umsetzen“, das am 13. August 2024 (15:00 bis ca. 17:00 Uhr) stattfindet, fasst anschaulich die wichtigsten Kriterien der verschiedenen Haltungsstufen und der daraus resultierenden Pflichten für Tierhalter und Schlachtbetriebe zusammen.

Zusätzlich erfahren die Teilnehmer des Seminars, das sich an Tierhalter und Tierbetreuer schweinehaltender Betriebe sowie an Berater, QS-Bündler und Schlachtbetriebe richtet, in welchen Punkten die staatlichen Anforderungen und privatwirtschaftlichen Haltungsform Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufweisen. Ein Überblick zur Vereinbarung einer Teilnahme an der Initiative Tierwohl (ITW) mit dem Gesetz rundet das Seminar ab.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Initiative Tierwohl startet in ihr 10. Jahr: so geht es ab Januar 2025 weiter

* Zukunft der ITW bis mindestens 31. Dezember 2027 gesichert
* Anpassung an staatliche Tierhaltungskennzeichnung ab 2025
* Neue Kriterien in 2025 für Schweine- und Geflügelhalter, Details für Rinderhalter folgen

Die Initiative Tierwohl (ITW) gab heute bekannt, wie sie in das 10. Jahr ihres Bestehens startet. Alle Beteiligten aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Handel haben sich darauf verständigt, wie es ab 2025 weitergeht. Neue ITW-Programme für Schwein und Geflügel sichern den Fortbestand von Deutschlands führender Tierwohlinitiative bis mindestens Ende 2027. Damit leistet die ITW als Brancheninitiative über den 1. Januar 2025 hinaus weiterhin einen entscheidenden Beitrag zur Förderung einer tiergerechteren Fleischerzeugung. Weiterentwicklung und Ergänzung der Kriterien für mehr Tierwohl sind ebenso zentrale Bestandteile der nun unterzeichneten Branchenvereinbarungen wie eine angemessene Aufpreisempfehlung für die Landwirte, die diese Maßnahmen umsetzen. Auch die Fortsetzung des ITW-Programms für Rind soll bald auf den Weg gebracht werden.

Verbesserte Haltungsbedingungen für die Tiere
Ab 2025 passt die ITW ihr Programm an die Anforderungen der Stufe zwei der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung „Stall + Platz“ an, die zunächst nur für die Schweinemast gilt. Die Schweine erhalten dann 12,5 statt bisher 10 Prozent mehr Platz im Stall als gesetzlich vorgeschrieben. Außerdem müssen die Tierhalter in jeder Bucht drei Buchtenstrukturierungselemente anbieten. Damit erfüllen ITW-Schweinemäster ab 01.01.2025 die Anforderungen der Haltungsformstufe 2 sowie die der Stufe „Stall + Platz“ des staatlichen Tierhaltungskenn-zeichnungsgesetzes. Darüber hinaus setzen sie zahlreiche weitere Maßnahmen für mehr Tierwohl im Stall um.

Die Hähnchenhalter in der ITW werden ihren Tieren zusätzlich zu diesen bislang geltenden Anforderungen Strukturierungselemente für die Haltungsumwelt anbieten. Für die Putenhaltung gilt diese zusätzliche Anforderung neben weiteren neuen Anforderungen ebenfalls. So müssen u.a. Dämmerlichtphasen wie bereits jetzt in der Hähnchenmast künftig auch bei den Puten, die in geschlossenen Stallungen leben, umgesetzt werden. Außerdem muss auch die Aufzucht von Puten künftig bestehende Tierwohlanforderungen erfüllen. Die neuen Preisempfehlungen für ITW-Mastgeflügel liegen bei 2,97 Cent pro kg für Hähnchen, 3,64 Cent pro kg für Putenhennen und 4,38 Cent pro kg für Putenhähne.

Die neuen Kriterien, die in den Branchenvereinbarungen festgelegt wurden, sind ab 1. Januar 2025 für alle teilnehmenden Schweinehalter, ab 1. Juli 2025 für alle teilnehmenden Geflügelhalter bindend. Auch in der neuen Programmphase wird die Umsetzung in allen Betrieben, die an der ITW teilnehmen, zwei Mal jährlich kontrolliert.

Schließung der Lieferkette bei Schwein
Die ITW hat ein Bonussystem für die Vermarktung von nämlichen Ferkeln eingeführt. Nämlichkeit bedeutet, dass die Tiere von der Geburt bis zur Schlachtung unter ITW-Bedingungen gehalten wurden. Ferkelaufzüchter, die an ITW-Mäster liefern, erhalten ein höheres Tierwohlentgelt im Vergleich zu Aufzüchtern, die an Mäster ohne ITW-Beteiligung liefern. Diese Differenz soll dazu animieren, die Lieferkette von der Geburt bis zur Schlachtung zu schließen. Zudem erhalten die Ferkelaufzüchter bis zum 31. Dezember 2026 das Entgelt weiterhin aus dem sogenannten Ferkelfonds.

Ab dem 1. April 2025 soll die Nämlichkeit zusätzlich durch eine differenzierte Aufpreisempfehlung in der Schweinemast gefördert werden. Mäster, die ausschließlich ITW-Ferkel beziehen, sollen dann einen Aufschlag von 7,50 Euro pro Tier erhalten. Mäster, die zwar die ITW-Standards einhalten, aber die Ferkel nicht von an der ITW teilnehmenden Aufzüchtern beziehen, sollen 6,50 Euro erhalten. Ab dem 1. Januar 2026 wird die letztgenannte Aufpreisempfehlung auf 6,00 Euro sinken.

Ab dem 1. Januar 2027 sollen dann die durchgängige Nämlichkeit erreicht und die gesamte Kette aus Sauenhaltung, Ferkelaufzucht und Mast in eine Marktlösung überführt werden, sodass der Umstellungsfonds für Ferkel entfällt.

Um das Tierwohl der Schweine über Deutschlands Grenzen hinaus zu fördern, die Nämlichkeit in der Breite umzusetzen und zugleich einheitliche Marktbedingungen zu fördern, sollen künftig auch ausländische Ferkelerzeuger und Mäster stärker einbezogen werden.

Sicherung der Nachfrage und ITW-Rind
Mit all diesen Veränderungen strebt die ITW an, auch in Zukunft für mehr Tierwohl zu sorgen. Die wachsende Teilnehmerzahl für das ITW-Programm ab 2025 ermöglicht, dass auch künftig viele Produkte im Lebensmitteleinzelhandel auf mehr Tierwohl umgestellt werden können und die Nachfrage in Richtung Landwirtschaft gesichert bleibt.
Das bereits 2022 gestartete Programm für Rinderhalter soll ebenfalls fortgesetzt werden. An den Rahmenbedingungen arbeitet die ITW derzeit gemeinsam mit den Partnern aus der Wirtschaft. Ziel ist es weiterhin, auch hier mehr Tierwohl für die Breite zu ermöglichen.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Eiweißbilanz: Anteil heimischer Hülsenfrüchte in Futtermitteln fällt um 6,5 Prozent

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat für das Wirtschaftsjahr 2022/23 sein vorläufiges „Feed Protein Balance Sheet“ für Deutschland veröffentlicht. Rund 2,6 Millionen Tonnen Hülsenfrüchte (ohne Sojabohnen) und Futterleguminosen kamen demnach aus heimischer Produktion. Das verfügbare Gesamtfutteraufkommen ging im Vergleich zum Vorjahr um 30,2 Millionen Tonnen zurück, bei gestiegener Eiweißlücke von 16 Prozent (2021/22: 15 Prozent). Importbedarf bestand nach wie vor an Futtermitteln mit höheren Proteingehalten, wie beispielsweise Soja-Schrot.

Die Verfütterung von heimischen Leguminosen hat nach BZL-Angaben im vergangenen Wirtschaftsjahr leicht abgenommen. Das gilt sowohl für Körnerleguminosen wie Ackerbohnen, Erbse und Lupine, als auch für die Leguminosen zur Ganzpflanzenernte wie Luzerne und Klee.

So ist der Anteil von Hülsenfrüchten (ohne Sojabohnen) und Futterleguminosen am Gesamtfutteraufkommen um 6,5 Prozent auf 2.591.000 Tonnen gesunken (2021/22: 2.771.000 Tonnen).

Schlechtere Grundfutterernte
Insgesamt waren im vergangenen Wirtschaftsjahr mit rund 100,5 Millionen Tonnen Gesamtfutteraufkommen rund 30,2 Millionen Tonnen deutlich weniger Futter in Deutschland verfügbar als im vergangenen Wirtschaftsjahr (2021/22: 130,7 Mio. Tonnen). Der Rückgang ist insbesondere auf eine trockenheitsbedingte schlechtere Grundfutterernte zurückzuführen. Das Inlandsfutter machte mit 96,2 Millionen Tonnen (2021/22: 120,9 Mio. Tonnen) den größten Teil des Gesamtfutteraufkommens in Produktgewicht aus.

Bezogen auf das Produktgewicht hatten Gras und Silomais einen Anteil von 61,5 Prozent am Gesamtfutteraufkommen, inländisch erzeugtes Getreide 23 Prozent, Futterleguminosen einen Anteil von 2,1 Prozent, Hülsenfrüchte und Ölsaaten (inklusive Sojabohnen) kamen zusammen auf 0,6 Prozent. Der Anteil am Gesamtfutteraufkommen von Ölkuchen/Ölschrote lag bei 7,3 Prozent, sonstige Nebenprodukte bei sechs Prozent.

Importe: Sojaschrot an erster Stelle
Insgesamt wurden 4,36 Millionen Tonnen Futtermittel (Produktgewicht) importiert. Das sind zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Von den Importen entfielen 59,9 Prozent auf Sojaschrot, 39,6 Prozent auf Rapsschrot und 15,6 Prozent auf Futtergetreide.

Eiweißlücke steigt bei zurückgegangenem Futteraufkommen
Darüber hinaus zeigt das „Feed Protein Balance Sheet“ auch die sogenannte Eiweißlücke. Sie entspricht dem Anteil des importierten Futters am Gesamtfutteraufkommen, jeweils umgerechnet in den Proteingehalt. Bei den Importen handelt sich hauptsächlich um hochwertige Proteinfuttermittel wie Soja, das überwiegend aus Übersee importiert wird. Die Daten für das Wirtschaftsjahr 2022/23 zeigen: Insgesamt stammen 84 Prozent des Gesamtfutteraufkommens (bezogen auf den Rohproteingehalt) aus dem Inland. Die Eiweißlücke stieg demnach auf 16 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent).

Hintergrund
Im „Feed Protein Balance Sheet“ wird das Gesamtfutteraufkommen im Verhältnis zur Gesamtinlandsverwendung jedes Rohstoffes aufgeführt. Damit wird es möglich, die Entwicklungen in der Eiweißversorgung zu verfolgen und die Wichtigkeit einzelner Futtermittel einzuschätzen.

Das vorläufige „Feed Protein Balance Sheet“ für das Wirtschaftsjahr 2022/23 gibt es als Zeitreihe unter www.ble.de/futter.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Online-Erfahrungsaustausch Stockmanship mit Philipp Wenz am 29. August 2024

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Sie haben ein Stockmanship-Seminar bei mir besucht, kürzlich oder schon etwas länger her? Manches funktioniert, anderes nicht? Sie interessiert, was Sie ändern können oder wie Kollegen mit solchen Situationen umgehen?

Sie erinnern das ein oder andere Detail Ihrer Schulung nicht mehr und würden sich gerne vergewissern – oder Sie wollen sich einfach mit Kollegen austauschen?

Dafür möchte ich regelmäßig online einen Erfahrungsaustausch anbieten – den Anfang möchte ich mit Ihnen am 29. August 2024 machen.

Anmeldung über https://www.stockmanship.de/#termine oder gruhn@stockmanship.de

Nach Ihrer Anmeldung bekommen Sie einen Link zum Seminar. Für alle, die bereits an einem/r Seminar/Schulung mit mir teilgenommen haben, ist die Teilnahme kostenlos.

Den Link bekommen Sie als E-Mail, nachdem Sie sich angemeldet haben.

Für alle, die bislang noch nicht teilgenommen haben und neugierig sind, bitten wir um eine Gebühr von 20€ plus MwSt. – Sie erhalten nach Ihrer Anmeldung eine Rechnung und den Online Link.

Beginn: 19:00 Uhr

Philipp Wenz
Blankenförde 16
17252 Mirow
Coach für effizientes Herdenmanagement
Wirtschaftlichkeitsberatung Mutterkuhbetriebe
www.stockmanship.de

Weitere Informationen hier.

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 3/2024 steht zum kostenfreien Abruf bereit

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 3 / 2024 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

Themenschwerpunkt Kälber:
• Keinen Tropfen verschwenden: Kolostrum und Transitmilch
• Einfluss Fütterungsmanagement auf Eutergesundheit und Fruchtbarkeit
• Kuhgebundene Kälberaufzucht
• Hitzestress beeinflusst Mikrobiom bei Milchkälbern
• Biomarker für oxidativen Stress bei Kälbern mit Durchfall

Weitere Themen:
• Boehringer Ingelheim: Impfstoff gegen das Blauzungenvirus Serotyp 3
• Lawsonien-Impfung macht Schweinehaltung nachhaltiger
• Animal Health Info System – Digitalisierung Bestandsbetreuung
• Anforderungen an Außenklimaställe für Schweine
• InnoMOO übernimmt Vertrieb von Pectolit® für Deutschland
• Natupig Safety-Linie – Der Weg zum antibiotikafreien Absetzen
• Stetig steigende Ferkelzahlen – Management großer Würfe
• GEA ergänzt mit Übernahme von CattleEye sein Portfolio
• Stallmonitoring mit Kameras von VetVise
• Tierschutz-Probleme in der Haltung von Lamas und Alpakas
• Neue Tierschutzleitlinie für die Schafhaltung

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt 1 x registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail klicken und dann gleich kostenfrei downloaden und lesen!

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Ab Juli 2024: Haltungsform-Kennzeichnung wird fünfstufig

• Haltungsform-Kennzeichnung wird ab 1. Juli 2024 fünfstufig
• Bezeichnungen der Stufen ändern sich
• Anpassung der Kriterien für Schwein an staatliche Kennzeichnung

Bonn, 05.07.2024 – Die Haltungsform-Kennzeichnung wird ab dem 1. Juli um eine fünfte Stufe erweitert und passt die Bezeichnungen der einzelnen Stufen der ebenfalls fünfstufigen staatlichen Tierhaltungskennzeichnung für Schweinefleisch an. Die Änderungen der Bezeichnungen der einzelnen Stufen werden für alle Tierarten vorgenommen. Das betrifft die Kennzeichnung von Fleisch und Fleischwaren von Hähnchen, Puten, Enten, Rindern, Schweinen und Kaninchen sowie von Milch und Milchprodukten von Kühen. Der gesamte Anpassungsprozess beginnt am 01. Juli 2024 und wird ungefähr ein Jahr lang in Anspruch nehmen. Auch die Kriterien für Schweinefleisch werden innerhalb dieser Umstellungsphase an die staatliche Tierhaltungskennzeichnung angepasst. Durch diesen Prozess wird die inzwischen laut forsa-Befragung aus November 2023 bei 80 Prozent der Deutschen bekannte Haltungsform-Kennzeichnung auch weiterhin für Transparenz beim Einkaufen sorgen und Verbrauchern ermöglichen das Thema „Tierwohl“ bei ihrer Kaufentscheidung zu berücksichtigen.

Die Umstellung der Haltungsform bei den teilnehmenden Unternehmen erfolgt in enger Rücksprache mit den Lieferanten. Während des gut einjährigen Umstellungszeitraums kann es aufgrund bestimmter Produktionsprozesse und der Komplexität des Angebots dazu kommen, dass für Verbraucher sowohl Produkte mit der vierstufigen als auch Produkte mit der fünfstufigen Kennzeichnung zeitgleich in den Sortimenten zu finden sein werden. Nach und nach finden Verbraucher immer mehr Produkte mit der neuen, fünfstufigen Kennzeichnung

Während die ersten vier Stufen Qualitätssicherungsprogramme (Stufe 1) und Tierwohlprogramme (Stufen 2 bis 4) einordnen, steht die neue fünfte Stufe für BIO-Programme. Mit dieser Neustrukturierung der Einstufung folgt die Haltungsform den Vorgaben der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung für Schweinefleisch. Die beiden Kennzeichnungen sollen in Zukunft widerspruchsfrei nebeneinander bestehen. Dadurch soll Verbrauchern weiterhin eine transparente Einordnung zur Qualität des jeweiligen Tierwohlprogramms nach einem einheitlichen System ermöglicht werden. Die Haltungsform-Kennzeichnung gilt im Gegensatz zur staatlichen Kennzeichnung für alle gängigen Nutztierarten und umfasst auch frisches, unverarbeitetes, gewürztes oder mariniertes und verarbeitetes Fleisch. Haltungsform und staatliche Kennzeichnung bilden künftig ein einheitliches Orientierungssystem.

Über die Haltungsform-Kennzeichnung
Die Haltungsform-Kennzeichnung ist eine fünfstufige Siegel-Klassifikation für tierische Erzeugnisse, die ab Juli 2024 von vier auf fünf Stufen umgestellt wird. Sie wurde im April 2019 eingeführt. Sie klassifiziert Tierwohl-Siegel und Qualitätssicherungsprogramme entsprechend ihren Anforderungen an die Tierhalter und dem sich daraus ergebenden Tierwohl-Niveau. Die Kennzeichnung finden Verbraucher auf Verpackungen bei ALDI Nord, ALDI SÜD, Bünting Gruppe, EDEKA, Kaufland, LIDL, Netto Marken-Discount, PENNY, REWE und McDonlad‘s. Die „Haltungsform“ steht weiteren Unternehmen offen.

Die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH ist Trägerin der Haltungsform-Kenn-zeichnung. Sie organisiert die korrekte Eingruppierung von Standards und Programmen in die Systematik dieses Haltungskennzeichens, überwacht die korrekte Anwendung und Umsetzung dieser Systematik und unterstützt die teilnehmenden Unternehmen in der Kommunikation gegenüber Öffentlichkeit und Verbrauchern.

Vollständige Informationen zu den Kriterien der einzelnen Stufen erhalten Verbraucher auf der Webseite zur Haltungsform unter www.haltungsform.de.

Geflügelpest: Biosicherheitsmaßnahmen streng einhalten – Betrieb in Grafschaft Bentheim betroffen

Die hochpathogene Geflügelpest (aviäre Influenzavirus vom Subtyp H7) wurde in einem Betrieb mit rund 90.000 Legehennen in der Grafschaft Bentheim festgestellt. Dies haben Untersuchungen des nationalen Referenzlabors des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) heute ergeben. Der Landkreis hat die erforderlichen Schutzmaßnahmen eingerichtet und führt Untersuchungen in Nachbarbetrieben durch. Die Tiere wurden entsprechend den Vorgaben des EU-Tiergesundheitsrechts tierschutzgerecht getötet.

In diesem Zusammenhang appelliert das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) an die niedersächsischen Betriebe, die Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt einzuhalten und gegebenenfalls zu verbessern. Tierhalterinnen und Tierhalter, die Auffälligkeiten – etwa eine verminderte Futter- und Wasseraufnahme der Tiere, vermehrte Todesfälle im Tierbestand oder andere klinische Symptome – bemerken, sollten sich umgehend beim zuständigen Veterinäramt melden. Bisher gab es 2024 zwei Ausbrüche der Geflügelpest in niedersächsischen Betrieben: Im Januar wurde die anzeigepflichtige Seuche in einer Putenhaltung im Landkreis Emsland und in einer Legehennen-Freilandhaltung im Landkreis Northeim festgestellt. Bei Wildvögeln wurde der jüngste Nachweis in Niedersachsen im März bei einer Möwe im Landkreis Friesland (Wangerooge) festgestellt. Im Jahr 2023 waren insgesamt 17 Betriebe mit rund 220.700 Tieren betroffen.

Hintergrund
Das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5 zirkuliert inzwischen ganzjährig im Wildvogelbestand und verursacht bei Geflügel die sogenannte Vogelgrippe (Geflügelpest). Weltweit wurde das hochpathogene aviäre Influenzavirus zudem mehrfach bei wildlebenden Säugetieren nachgewiesen. Die vermehrten Nachweise auch bei Säugetieren könnten darauf hindeuten, dass sich das Virus besser an Säugetiere anpasst. In den Vereinigten Staaten wurde eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus außerdem erstmals bei Milchkühen festgestellt, einen Impfstoff gibt es derzeit nicht. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat bisher Tankmilchproben aus 168 Milchviehhaltungen auf aviäres Influenzavirus untersucht. Dabei wurde das Virus nicht nachgewiesen. Derzeit laufen Untersuchungen von Tankmilchproben aus weiteren rund 100 Betrieben. Außerdem werden in Niedersachsen seit dem Jahr 2023 in einem Monitoring wild lebende Prädatoren wie zum Beispiel Füchse, Waschbären und Marder auf Influenzaviren untersucht. Bisher wurden insgesamt 157 Untersuchungen durchgeführt. Bei sechs Füchsen wurde im Jahr 2023 eine Infektion mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus Subtyp H5 nachgewiesen. In diesem Jahr wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen. Das ML macht darauf aufmerksam, dass die vermehrten Fälle bei Säugetieren sehr aufmerksam beobachtet werden müssen.

Weitere Informationen zur Vogelgrippe gibt es hier und hier.

Eine für die Optimierung der betrieblichen Biosicherheit bietet das „Niedersächsische Biosicherheitskonzept für Geflügel haltende Betriebe zum Download an.

Das Infoblatt „Verhaltensregeln für kleine Geflügelhobbyhaltungen“ gibt eine Übersicht über die wichtigsten Biosicherheitsmaßnahamen für kleine Geflügel-Hobbyhaltungen. Download-Link.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Strategien zur Minimierung von Kümmerern in der Aufzucht

Eine Forschergruppe an der Kansas State University (Wensley et al.) gibt Praxistipps für das Management von Kümmerern. Die vollständige Vermeidung von Kümmerern ist eine Herausforderung, daher sei es wichtig zu wissen, wie man sie richtig behandelt, schreiben die Autoren.

Krankenbuchten sollen mit einer zusätzlichen Wärmequelle ausgestattet sein, um die Schweine warm und trocken zu halten und auch die Vermeidung von Zugluft ist von entscheidender Bedeutung. Daher muss der Abstand zu Wandventilatoren und Lufteinlässen in der Decke beachtet werden. Normalerweise wird empfohlen, diese Buchten nicht in der Nähe von Außenwänden zu platzieren, in manchen Fällen kann es jedoch erforderlich sein. Dann sollte eine feste Trennwand eigezogen werden, um übermäßige Zugluft zu verhindern. Aus diesem Grund sind auch Liegematten wichtig, da sie den Schweinen einen festen Schlafplatz bieten und gleichzeitig die Zugluft reduzieren. Um ein Mikroklima auf der Buchtenrückseite zu schaffen, können auch Kunststoffabdeckungen oder -planen verwendet werden.

Oberste Priorität hat dabei, dass die Schweine nicht weit laufen müssen, um Futter, Wasser oder zusätzliche Wärme zu finden, insbesondere in großen Ställen. Häufige Tierkontrollen im Laufe des Tages sollten Standard sein und Tierbetreuer sollten die Schweine zum Aufstehen sowie zur Futter- und Wasseraufnahme bewegen. Dabei soll immer auch die Entwicklung aller Tiere beobachtet werden um sicherzustellen, dass bei Bedarf rechtzeitig eine Euthanasie durchgeführt wird.

Strategien zur Minimierung der Anzahl von Kümmerern in der Aufzucht:

1) Vor dem Absetzen:
• Bodenmatten und Wärmelampen vor dem Abferkeln anbringen.
• Raumtemperatur (22 °C) und Lüftungssollwerte einstellen.
• Gesundheitszustand der Herde ermitteln.
• bei Würfen mit mehr als neun Schweinen sollte „split suckling“ angewandt werden (getrenntes Säugen von Wurfgeschwistern an der Mutter direkt nach der Geburt).
• Wurfausgleich zwischen großen und kleinen Würfen.
• Wird Beifütterung praktiziert sollte der kontinuierliche Zugang zu sauberem Futter gewährleistet sein.
• Säugende Ferkel sollten möglichst in ihrer Gruppe bleiben.

2) Nach dem Absetzen:
• Bodenmatten und Wärmelampen vor dem Abferkeln anbringen.
• Futtertröge füllen und so einstellen, dass vor der Ankunft der Schweine guter Futterfluss gewährleistet ist.
• Wasser einschalten, Tränken auf die richtige Höhe einstellen und ausreichende Durchflussraten sicherstellen.
• Raumtemperatur (23 °C bis 29 °C) und Lüftungssollwerte einstellen.
• Die leichtesten 10 % der Tiere in Gruppen mit einheitlichem Körpergewicht und den Rest in gemischte Gruppen sortieren.
• den leichtesten Ferkeln in den ersten 3 bis 10 Tagen nach dem Einstallen, je nach Gesundheitszustand, bis zu viermal pro Tag Brei anbieten.
• Schweine sollten beobachtet und dazu gebracht werden, mindestens zweimal pro Tag aufzustehen.

3) In der Krankenbucht:
• Befindet sich in der Mitte des Raumes, entfernt von Außenwänden.
• Liegematten und Wärmelampen vorhanden.
• Die Bei- und Breifütterung sollte erfolgen, bis volle Bäuche zu sehen sind.
• Bei Bedarf sollten Paneele, Kunststoffabdeckungen oder Planen verwendet werden, um Zugluft zu minimieren.
• Schweine sollten beobachtet und ermutigt werden, sich viermal pro Tag zu bewegen

*Studie: Wensley, M. et al.: Strategies to minimize fallback pigs in the nursery. Journal of swine health and production2023, Volume 31, number 5.

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2024

Antibiotika-Minimierung nach TAMG: Kontrolle mit Augenmaß

Auf Initiative der Tierärztekammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Landvolk Niedersachsen fand in der Tierärztekammer in Hannover ein Gespräch zwischen dem Landwirtschaftsministerium, dem LAVES, dem Schweine- und Rindergesundheitsdienst Niedersachsen und Vertretern kommunaler Veterinärbehörden statt.

Anknüpfend an ein Gespräch aus dem Juli 2023 konnte verdeutlich werden, dass es in dem neuen System etliche Anlaufschwierigkeiten gab, auf die verbandsseitig (BpT, DBV, ZDG) auch auf Bundesebene hingewiesen wurde. Hiervon betroffen sind die Meldungen nach § 57 TAMG, die u.a. die Datengrundlage zur Berechnung der betrieblichen Therapiehäufigkeit und der jährlichen Kennzahlen bilden, die am 15. Februar 2024 erstmals bekanntgegeben worden sind.

Im Besonderen betraf dies die Sendungen der antimikrobiell wirksamen Arzneimittel aus den ersten Monaten des Jahres 2023, da die Praxissoftwaresysteme erst ab Mai/Juni 2023 an die Schnittstellen der HIT-Datenbank angepasst waren. Dazu kommt, dass sich immer noch nicht alle Tierhalter mit ihren mitteilungspflichtigen Nutzungsarten in der Datenbank angemeldet haben und/oder ihre Tierbewegungen in HIT nicht oder nur unvollständig angegeben haben.

Aus diesen Fakten ergibt sich, dass die Bundeskennzahlen nicht korrekt sein können und echte Reduktionsbemühungen auf dieser Basis weder sinnvoll noch rechtskonform sind.

Es wurde im Laufe der weiteren Gespräche ein Konsens für die Maßnahmenpläne 2023/2 gefunden: Damit alle im System beteiligten Personenkreise sich mit der Antibiotikaminimierung auseinandersetzen und so am und im System trainieren, müssen zwar alle Maßnahmenpläne oberhalb der Bundeskennzahl 2 eingereicht werden, allerdings erfolgt die Kontrolle risikoorientiert nach einem niedersächsischen Schlüssel. Bei Fehlern wie zum Beispiel verspätet abgegebenen Maßnahmenplänen, fehlerhaften Tierzahl- oder Antibiotikaeingaben haben die Kontrollbehörden die Möglichkeit ihren Ermessensspielraumes auszuschöpfen.

Als rechtskonforme Vorlagen für den Maßnahmenplan können sowohl die Muster vom BpT und BTK genutzt werden als auch die auf der Homepage vom LAVES veröffentlichten verwendet werden:

Quelle: Tierärztekammer Niedersachsen