Porzine epidemische Diarrhoe (PED) – Noch ein Problem für Deutschland?

Von Simone Leidenberger, PD Dr. Sandra Blome, Institut für Virusdiagnostik, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Die porzine epidemische Diarrhoe, kurz PED, ist bereits seit den 1970er Jahren in Deutschland bekannt, jedoch war es lange Zeit still um die Erkrankung in deutschen Schweinehaltungen. Der Verursacher der PED ist das gleichnamige Virus (PEDV). Es handelt sich um ein Virus, das sehr eng mit dem Virus der transmissiblen Gastroenteritis (TGE) verwandt ist. Eine Unterscheidung zwischen diesen beiden Erregern ist nur im Labor möglich. Der Mensch ist für das Virus nicht empfänglich, es handelt sich nicht um eine Zoonose.

Die Geschichte der PED
Obwohl die PED in Europa schon lange bekannt ist, ist sie in Deutschland länger nicht mehr aufgetreten. Seit 2014 wurden allerdings wieder gehäuft Fälle vor allem in Südwestdeutschland gemeldet. Ähnliche Krankheitsgeschehen gab es auch in anderen zentraleuropäischen Ländern, wie Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Italien und Österreich.
Man unterscheidet bei PEDV unterschiedliche Virusstämme, die unterschiedlich schwere Krankheitsverläufe auslösen. Im Jahr 2011 wurde aus dem asiatischen Raum von einer besonders aggressiven, bislang unbekannten Virusvariante berichtet, die zu hohen Ferkelverlusten führte. Zwei Jahre darauf sorgten explosionsartige Ausbrüche von PED in den USA für weltweites Aufsehen. Die PED-Fälle, die seit Mai 2014 in Deutschland auftreten, zeichnen sich bislang durch hohe Erkrankungsraten mit geringen Verlustraten aus. In manchen Fällen sind jedoch auch hohe Verluste im Saugferkelbereich zu verzeichnen. Vermutlich spielen hier zusätzliche bakterielle oder virale Infektionen, wie beispielsweise Rotaviren oder auch Managementfehler eine wichtige Rolle.

Wie erkenne ich PED?
Erkrankte Tiere zeigen abhängig von ihrer Altersklasse unterschiedlich schwere Durchfallsymptomatik. Besonders betroffen ist der Bereich der Ferkelaufzucht mit wässrig-gelben Durchfällen begleitet von Erbrechen und schweren Flüssigkeitsverlusten. Die Verlustrate in dieser Altersklasse kann bis zu 100 % betragen. Mit zunehmendem Alter sind die Tiere für eine Infektion weniger empfänglich und das Durchfallgeschehen verläuft weniger schwer. Die Tiere infizieren sich über den Kontakt mit Kot infizierter Tiere, wobei das Virus auch in getrocknetem Kot über längere Zeit haltbar ist.
Im Stall macht sich die PED binnen 22 bis 36 Stunden, in Einzelfällen bereits 12 Stunden nach der Infektion zunächst mit Erbrechen und anschließendem Durchfall bemerkbar. Betroffene Tiere leiden unter vermehrter Gasbildung im Dünndarm, wodurch der Ferkelkörper trommelförmig wirkt.
In schweren Fällen, vor allem bei Saugferkeln, sind die Tiere bereits wenige Stunden nach dem Auftreten der Symptome apathisch und nicht mehr stehfähig. Besonders schwer erkrankte Tiere verenden bald aufgrund schweren Flüssigkeitsverlustes und damit einhergehendem Kreislaufversagen. Weniger schwer erkrankte Tiere zeigen über mehrere Tage Durchfall und erholen sich dann vollständig. In der Regel erkranken bis zu 100 % der Tiere des betroffenen Stallabteils.

Ist es wirklich PEDV?
Der Nachweis von PEDV kann in vielen kommerziellen Laboren und an den Landesuntersuchungsämtern erfolgen. Als Probenmaterial eignen sich Einzel- oder Sammelkotproben, sowie Kottupfer oder Dünndarmmaterial verendeter Tiere. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, das Virus direkt über den Nachweis des Genoms zu bestätigen. Hierzu wird eine Polymerasekettenreaktion (PCR) durchgeführt. Dieses Verfahren erlaubt zeitgleich die Unterscheidung von PEDV und TGEV.


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