Gesund durch Prophylaxe: Infektionsketten durchbrechen bei Legehennen

Von Cordula Möbius, Dipl. Ing agr

Mit Hilfe von Schutzimpfungen, Biosicherheitsmaßnahmen und einer strikten Rein-Raus-Haltung können Infektionsketten in Legehennenbeständen durchbrochen werden.

Wer Legehennen hält, möchte gesunde und leistungsfähige Tiere in seinem Stall haben. Dazu genügt es nicht nur, optimale Haltungsbedingungen für die Legehennen zu schaffen und die Tiere bedarfsgerecht zu ernähren. Auch der Gesundheitszustand der Hennen muss stets im Auge behalten werden. Landwirte, die ihre Tiere regelmäßig und genau kontrollieren, können frühzeitig Maßnahmen einleiten, wenn Probleme auftreten. Doch um Infektionskrankheiten vorzubeugen, müssen sie potenzielle Infektionsketten von vorn herein unterbinden. Das gelingt vor allem mit vorbeugenden Maßnahmen wie der Schutzimpfung, Maßnahmen der Biosicherheit und dem Praktizieren einer strikten Rein-Raus-Haltung.

Schutzimpfungen schützen im Tier
Schutzimpfungen sind für die Prophylaxe und für Bekämpfung von Infektionserregern und Tierseuchen in Legehennenbeständen unverzichtbar. Mit Hilfe gezielter Impfstrategien, die immer mit dem betreuenden Tierarzt zu besprechen sind, lassen sich Viruskrankheiten und Zoonosen vorbeugen (Zoonose = von Tier zu Mensch übertragbare Krankheit). In Deutschland verpflichtend ist die Impfung gegen das Newcastle Disease Virus (ND) und gegen Salmonellen. Einen hohen Stellenwert haben bestandsspezifische Impfstoffe, die verhältnismäßig schnell an die speziellen Probleme des jeweiligen Betriebes angepasst werden können.

Es ist empfehlenswert, alle in der Aufzucht geplanten Standardimpfungen bis Ende der 14. Lebenswoche abzuschließen, damit die Tiere geschützt zum Umstallungstermin in den Legehennenstall (circa in der 17. Lebenswoche) umziehen können. Der Umstallungsprozess löst bei den Hennen großen Stress aus und belastet die Tiere recht stark. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass der in der Aufzucht erworbene Impfschutz nur für zwölf Monate anhält. Wann Impfungen aufgefrischt werden müssen, sollten Landwirte mit ihrem Bestandstierarzt besprechen. Bei älteren Hennen ist darüber hinaus die regelmäßige Kontrolle auf Salmonellen unabdingbar.

Lebend- und Totimpfstoffe
Bei den Impfungen gibt es den Unterschied zwischen aktiven „Lebend-“ und inaktiven „Totimpfstoffen“. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erregervarianten, die dem Huhn über Augentropfen, Trinkwasser oder Spray verabreicht werden können. Die Impfstoffe wirken über die Schleimhäute und sorgen so für eine gute lokale Immunität an der Eintrittspforte der Erreger. Trinkwasserimpfungen sind mit der entsprechenden Technik vor Ort leicht durchzuführen. Für Sprayimpfungen sind Sprühgeräte auf dem Markt. Lebendimpfstoffe rufen eine starke lokale Immunität hervor, nachteilig ist jedoch, dass die geimpften Tiere Impfviren über den Kot ausscheiden können. Bei den Totimpfstoffen werden die abgetöteten Erreger über eine Spritze jedem Tier einzeln unter die Haut oder in die Muskulatur verabreicht. Oftmals besteht ein Impfprogramm aus Lebend- und Totimpfstoffen, um den Schutz der Tiere zu verbessern. Man nennt dieses Vorgehen Priming (mit Lebendimpfstoff) und Boostern (mit Totimpfstoff). Der Vollständigkeit halber sei auch noch die In-Ovo-Impfung erwähnt: Hier werden die Küken bzw. Embryonen sehr früh noch während der Inkubationszeit im Ei geimpft. Dieser Vorgang ist automatisiert: Eine Nadel stößt durch die Spitze des stumpfen Pols der Eierschale und injiziert Impfstoff zum Embryo. Bei Legehennen ist dieses Verfahren allerdings noch nicht so häufig im Einsatz, bei Broilern allerdings schon.

Maßnahmen zur Biosicherheit
Wenn Krankheiten in einer Herde ausbrechen, ist dies immer auch ein Hinweis auf unzureichende Biosicherheitsmaßnahmen im Legebetrieb. Dabei können Erreger auf verschiedene Weise eingetragen werden. Mögliche Quellen sind Wildvögel, Katzen, Hunde und Schadnager, Futter, Wasser und Stalleinrichtungsgegenstände. Auch die Luft, der Auslauf oder Besucher des Betriebes können Überträger von Krankheiten sein.


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