EFSA: Tierschutzbewertung von Puten auf dem Bauernhof

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine wissenschaftliche  Stellungnahme zum Wohlbefinden von Puten in europäischen Betrieben veröffentlicht und  zahlreiche Kritikpunkte vorgebracht.

Im Einzelnen untersucht wurden:

  • Art und Zustand der Einstreu
  • Art und Verfügbarkeit von Beschäftigungsmöglichkeiten (einschließlich überdachter Veranda und Auslauf)
  • Platzangebot
  • Ammoniak- und Kohlendioxidkonzentrationen
  • effektive Umgebungstemperatur
  • Gruppengröße
  • Nestbedingungen
  • Lichtverhältnisse
  • und Bedingungen in der Brüterei.

Zusätzlich wurden die Risiken von Herdenreduzierung und Entnahme von Hennen, z. B. Schnabelkürzen, Entfernen der Kehllappen und Zehenkürzen, künstlicher Besamung (einschließlich Samengewinnung) und Futterrestriktion bewertet, wobei die beiden letztgenannten Praktiken nur bei Zuchtputen berücksichtigt wurden. Die Auswirkungen der Zucht auf das Wohlbefinden der Tiere wurden ebenfalls bewertet.

Empfehlungen zur Vorbeugung und/oder Minderung relevanter Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Mast- und Zuchtputen umfassen die Vergrößerung des verfügbaren Platzes im Vergleich zum derzeitigen, die Vermeidung von Futter- und Wasserentzug bei frisch geschlüpften Küken für mehr als 48 Stunden sowie die Bereitstellung von Beschäftigungsmöglichkeiten wie erhöhten Plattformen, Strohballen und einer überdachten Veranda. Es wird empfohlen, die Einstreu trocken zu halten, d. h. unter einem Feuchtigkeitsgehalt von 35–40 %.

Schnabelkürzen, Entfernen der Halskrause und Zehenkürzen sowie die damit verbundenen Folgen für das Wohlbefinden können vermieden werden, wenn die empfohlenen Haltungs- und Managementpraktiken umgesetzt werden, z. B. die Vergrößerung des Platzes und die Bereitstellung geeigneter Beschäftigungsmöglichkeiten. Es wird empfohlen, die Ausdünnung der Herde einzustellen und die quantitative Futterbeschränkung zu vermeiden, die derzeit bei Zuchthähnen praktiziert wird. Außerdem wird empfohlen, bei der genetischen Selektion mehr Wert auf die Beingesundheit und weniger auf die Gewichtszunahme zu legen. Die ausgewählten Kriterien zur Überwachung relevanter Auswirkungen auf das Tierwohl im Schlachthof sind die Gesamtmortalität, Gefiederschäden, Shlachtkörperverwerfungen, Wunden, Brustblasen und Ballendermatitis.

Link zur Original-Studie
https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.2903/j.efsa.2026.9851