Influenza beim Schwein besser verstehen: Erreger, Erscheinungsbild und Bekämpfung

Von Dr. Kathrin Lillie-Jaschniski, Corporate Technical Service Manager, Ceva Tiergesundheit

Das Auftreten verschiedener Subtypen des Schweineinfluenza-A-Virus (swIAV) verändert zunehmend das klinische Bild in den Beständen und führt immer wieder zu Krankheitswellen in unterschiedlichen Altersgruppen. Denn mittlerweile können viele unterschiedliche Influenza A Subtypen in den Beständen zeitgleich zirkulieren. Betriebe, in denen isolierte Krankheitsausbrüche akut auftreten und die nach Beendigung des Influenzaeinbruchs frei von Influenza sind, werden immer seltener gesehen. Viel häufiger sind inzwischen endemische Formen, die dadurch charakterisiert sind, dass die Viren sich in den Beständen halten und durch Zirkulation in verschiedenen Altersgruppen immer wieder wellenartig zu Erkrankungen führen. In derart betroffenen Betrieben zirkulieren die Viren in der Regel das ganze Jahr über.

Häufig führt eine Influenzainfektion nicht zu deutlich sichtbaren Krankheitszeichen. Allerdings wird das Krankheitsbild oft durch zusätzliche Faktoren wie Temperaturschwankungen oder die Beteiligung weitere Viren oder Bakterien verschlimmert. Hierzu zählen vor allem weitere Influenza-Subtypen (pandemische Influenzaviren), andere Viren (z.B. Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome Virus (PRRSV) und/oder Porcine Circovirus Typ 2 (PCV2)) oder Bakterien (Streptococcus suis (Strep. suis), Actinobacillus pleuropneumoniae (APP), Mycoplasma hyopneumoniae (M.hyo) und/oder Glaesserella parasuis (GPS)). Die Rolle von Influenzaviren als „Wegbereiter“ wird in vielen Fällen oft unterschätzt. Ein Beispiel dafür ist die Interaktion zwischen Streptokokken und Influenzaviren. Hier wird durch eine vorgelagerte swIAV-Infektion nicht krankmachenden Streptokokken das Eindringen in die Lunge und im Nachgang in die Blutbahn ermöglicht, wodurch es zu schweren Streptokokken-Krankheitsverläufen in der Ferkelaufzucht kommen kann. Ähnlich kann es auch bei dem plötzlichen Auftreten von Glässerscher Krankheit (Erreger: GPS) in der Ferkelaufzucht gesehen werden. Daher sollte immer – bei Neuausbrüchen von bakteriellen Atemwegserregern in der Ferkelaufzucht – in den Herden auf zirkulierende Influenzaviren untersucht werden, da diese die Wegbereiter für die Bakterien gewesen sein können.

Hohes Fieber ist typisch
Klinisch relevante Anzeichen für akute Influenzaausbrüche sind hohes Fieber und schwere Atemwegssymptome, die in einigen Fällen mit einer akut erhöhten Verlustrate verbunden sein können. Die Lungenveränderungen, die in solchen Fällen in der Sektion gefunden werden, können mit denen durch Mykoplasma hyopneumoniae verwechselt werden.


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