EXON Dual und EXON Mini #Eurotier-Silbermedaille

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Der Stand der Technik von manuell betriebenen Geräten zur Reinigungstechnik in landwirtschaftlichen Haltungssystemen hat sich seit Jahren nicht weiterentwickelt. Die Geräte bestehen im Wesentlichen aus einer Hochdruckpistole, die auf der einen Seite mit einer Lanze und auf der anderen Seite mit einem Hochdruckschlauch verbunden ist.

Die Firma AUFRATECH bietet durch die Entwicklung von sogenannten Exoskeletten dem Benutzer nun eine wesentliche Erleichterung bei Reinigungsarbeiten mit dem Hochdruckreiniger an. Der EXON Dual und der EXON Mini wurden für eine den Körper deutlich weniger belastende Arbeit bei Hochdruckreinigungsaufgaben entwickelt.

Durch ein leichtes, verstellbares und komfortables Rohrchassis und entsprechende Gurte ergeben sich wesentliche Vorteile bei der Verteilung des Lanzengewichts auf die Schulter, weil damit die Reaktionskräfte der Reinigungslanze auf den Rumpf verteilt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Zuführschlauch im Taillenbereich zu befestigen. Mithilfe eines beidhändigen Befehlsmodules, das dauerhaft vor dem Benutzer platziert ist, ergibt sich zudem eine geringe Auslösekraft.

Durch eine bequeme und perfekt ausbalancierte Haltung werden die drastischen Belastungen der oberen Gliedmaße, insbesondere der Schultern, deutlich reduziert. Zugleich ergeben sich weniger Vibrationen und die Arbeitsproduktivität wird wesentlich verbessert.

AUFRATECH, Halle 24, Stand A23

Tierhaltungskennzeichnungsgesetz: Verbändeallianz kritisiert Vorgehen und Kriterien des BMEL zur Ausweitung auf Rindfleisch.

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Mit einem Eckpunktepapier zur Tierhaltungskennzeichnung von Rindfleisch hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am Donnerstag, den 10. Oktober 2024, über die geplante Ausweitung des bestehenden Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes informiert. Eine Verbändeallianz kritisiert das Vorgehen des BMEL und die vorgestellten Kriterien scharf.

Die Verbände halten eine Tierhaltungskennzeichnung grundsätzlich für richtig und sinnvoll. Deshalb hat die Wirtschaft u.a. mit der Initiative Tierwohl, dem QMilch-Programm und der bekannten privaten Haltungsformkennzeichnung im Handel Transparenz für den Verbraucher geschaffen. Mit der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung bei Schweinefleisch hat Bundesminister Özdemir jedoch ein Gesetz geschaffen, das noch erhebliche Mängel aufweist. Bevor dieses Gesetz auf den Rindfleischbereich ausgeweitet wird, müssen zunächst die Geburtsfehler des Gesetzes behoben werden. Beispiele dafür sind die fehlende bundeseinheitliche Auslegung der Kriterien für die verschiedenen Kategorien, die ungeklärte Frage der Datenweitergabe an die nachgelagerten Stufen, die unzureichende Möglichkeit zum Downgrading und die mangelhafte Einbindung privater Systeme.

Auch die ersten Vorschläge für die Kriterien bei Rind in den jeweiligen Stufen, die das BMEL mit dem Eckpunktepapier vorgelegt hat, gehen an der Realität vorbei und weisen verschiedene Inkonsistenzen zwischen den einzelnen Stufen auf. Anhand der Kriterien, die für die letzten 12 Monate vor der Schlachtung gelten, sollen Jungbullen und Milchkühe eingestuft werden. Es wird aber nicht berücksichtigt, wie eine andere Aufstallung der Milchkühe während der Trockenstehphase oder auch Haltungssysteme mit zunehmender Automatisierung (Melken, Fütterung) zu bewerten sind. Statt die Landwirtschaft zu entlasten, wird die Wettbewerbsfähigkeit der Tierhaltung in Deutschland weiter eingeschränkt und zusätzliche Bürokratie erzeugt, ohne dass ein Mehr an Tierwohl absehbar ist. Die geplante Erweiterung des bestehenden Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes führt in der vorgelegten Form zu einer hohen Verunsicherung der Betriebe, die bereits erhebliche Tierwohlinvestitionen getätigt haben, um an den Mehrwertprogrammen der Wirtschaft teilzunehmen zu können und nun erneut ihre Ställe umbauen müssten. Darüber hinaus gehen die Anforderungen an einigen Stellen ohne wissenschaftliche Begründung weit über die Anforderungen der von der Wirtschaft getragenen Systeme hinaus und gefährden die dort erzielten Fortschritte beim Tierwohl in hohem Maße.

Auch das Vorgehen des BMEL wird von den Verbänden und Organisationen kritisiert. So wurden weder die Tierhalter noch die Fleisch- und Milchwirtschaft oder die etablierten Systemträger der Wirtschaft in die Erarbeitung des Eckpunktepapiers einbezogen. Die Verbände und Organisationen der Wirtschaft fordern das BMEL auf, zunächst die bestehenden Probleme bei der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung für Schweinefleisch zu lösen und dann mit den Wirtschaftsbeteiligten wissenschaftlich fundierte Kriterien für die Ausweitung auf Rindfleisch zu erarbeiten und dabei bestehende Ausarbeitungen zu berücksichtigen.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Vaccybot #Eurotier-Goldmedaille

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Junghennen werden in der Aufzucht vor der Umstallung in den Legebetrieb mit mehreren Impfstoffen nadelgeimpft, das heißt, die Impfung erfolgt per intramuskulärer Injektion mithilfe von Injektionsnadeln. Bisher werden die Impfungen manuell durchgeführt, was für die Tiere Stress und Schmerz bedeuten kann sowie eine gewisse Gefahr von Erregerübertragungen oder abgebrochenen Nadeln im Tier und später im Fleisch birgt.

Die Firma Agri Advanced Technologies hat nun mit Vaccybot das erste vollautomatische Verfahren zur Brustimpfung bei Geflügel entwickelt. Es handelt sich um eine Neuentwicklung, die das Potenzial besitzt, die Geflügelimpfung hinsichtlich Genauigkeit und Impferfolg zu revolutionieren. Das System ermöglicht die gleichzeitige Injektion von bis zu sechs verschiedenen Impfstoffen mit einer bislang unerreichten Präzision und Geschwindigkeit. Die innovative Technologie, die eine 3D-Stereoskopie-NIR-Kamera und eine Realbild-Farbkamera in Verbindung mit intelligenter Algorithmik nutzt, vermisst die manuell in eine bereits vorhandene Sortiervorrichtung eingehängten und vorbeifahrenden Tiere im Submillimeterbereich und berechnet innerhalb von Millisekunden die exakte Zielposition für die Impfung. Durch die dynamische Steuerung eines 2D-Delta-Roboterarms mit sechs Achsen wird eine punktgenaue Applikation der Impfstoffe erreicht, wobei die Genauigkeit bei einem Quadratzentimeter liegt. Dies führt nicht nur zu einer erheblichen Verbesserung der Impfqualität, sondern reduziert auch deutlich den Stress für die Tiere. Darüber hinaus verbessert das System die Betriebs- und Arbeitswirtschaft durch die Reduktion von Arbeitsschritten und die stets gleichbleibende Qualität der Impfungen, was zu einer Verbesserung der Tiergesundheit beitragen kann.

Insgesamt erfüllt die automatisierte Impfung mit dem Vaccybot die Kriterien für die Verleihung der Goldmedaille auf herausragende Weise und stellt einen bedeutenden Fortschritt in der modernen Geflügelhaltung dar.

Agri Advanced Technologies GmbH, Halle 17 Stand, B20

Kaltplasma Milbenfalle EX #Eurotier-Goldmedaille

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Die Rote Vogelmilbe kommt weltweit in Geflügelställen vor allem bei Legehennen vor. Die Ektoparasiten leben und vermehren sich in der direkten Umgebung der Tiere und kommen in der Dunkelphase auf die Tiere, um Blut zu saugen. Bei einer massenhaften Vermehrung der Milben kommt es zu einer starken Beeinträchtigung der Tiergesundheit und der Wirtschaftlichkeit. Derzeit wird die Rote Vogelmilbe mithilfe von Akariziden, Silikaten oder Antiparasitika bekämpft. Ein technisches System zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe gab es bisher nicht.

Die neue Technologie der Kaltplasma Milbenfalle EX von MIK International setzt auf die Bekämpfung der Milben mittels einer Milbenfalle. In dieser werden die Milben einem kalten Atmosphärendruckplasma ausgesetzt, das durch dielektrische Barriereentladung in einem Entladungsraum erzeugt wird. Dieser befindet sich zwischen einer von einem Dielektrikum abgedeckten, elektrisch positiv aufladbaren Elektrode und einer geerdeten Elektrode. Die Wirkung auf verschiedene Entwicklungsstadien, das heißt die Milbe selbst sowie Milbeneier, konnte in einem Versuch nachgewiesen werden. Die Milbenfallen werden unterhalb der Sitzstangen angebracht und sind mit einer automatischen Reinigung ausgestattet, die die abgetöteten Milben aus der Falle herausschiebt.

Durch die Kaltplasma Milbenfalle EX könnte in Zukunft der Einsatz von Akariziden, Silikaten oder Antiparasitika verringert und eine deutliche Verbesserung der Tiergesundheit sowie der Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Damit erfüllt sie die Kriterien für die Verleihung der Goldmedaille auf herausragende Weise.

MIK INTERNATIONAL GmbH & Co. KG, Halle 15, Stand: D26

CalfGPT #Eurotier-Goldmedaille

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Die tägliche Arbeit und Betreuung der Kälber auf einem landwirtschaftlichen Betrieb erfordern viel Zeit und Aufmerksamkeit. Dies ist besonders wichtig, da die Kälber die zukünftigen Milchkühe sind und diese Lebensphase entscheidend für die spätere Milchproduktion ist. Sensoren und Tränkeautomaten erfassen im Kälberbereich viele Daten und Informationen, die dem Landwirt helfen, das Verhalten und die Gesundheit der Kälber im Blick zu behalten. Allerdings erfolgt das Abrufen und Eintragen dieser Daten oft umständlich an den Automaten, über Handterminals oder weitab von den Kälbern im Stallbüro am Computer.

Mit CalfGPT bietet Förster-Technik ein innovatives Management-Tool, das auf dem führenden KI-System von OpenAI basiert. Es ermöglicht dem Landwirt, über eine Sprechverbindung im betriebseigenen WLAN frei formulierte Anfragen zur allgemeinen Situation oder zu einzelnen Kälbern zu stellen und als direkte Antwort gezielte Informationen über die Kälber und Alarme auf das Mobilphone oder Tablet zu erhalten. Vorformulierte Befehle sind nicht nötig; auch neue Informationen zu einzelnen Kälbern können zur weiteren Dokumentation direkt verbal an CalfGPT gerichtet werden.

Die Nutzung der Anwendung über In-Ear-Kopfhörer vereinfacht die Bedienung erheblich. Besonders die Eingabe von Befunden wird erleichtert, da der Anwender selbst bei der „Eingabe“ beide Hände für die Arbeit am Tier frei hat. Zudem kann der Anwender während anderer Tätigkeiten im Stall, wie zum Beispiel Einstreuen oder Füttern, einen gezielten digitalen Überblick über seine Kälbergruppen erhalten, was Zeit spart und „hands-free“ realisiert werden kann.

Förster-Technik GmbH, Halle 13, Stand D35

Cow-Welfare Flex Air Stall #Eurotier-Goldmedaille

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Bei steigenden Umgebungstemperaturen ab etwa 24 °C und einer Luftfeuchte von rund 70 % stoßen hochleistende Milchrinder zunehmend an die Grenzen ihrer Thermoregulation und leiden unter Hitzestress. Um diesem zu entgehen, ändern die Tiere ihr Verhalten deutlich und versuchen, ihre Körpertemperatur durch verstärkte Wärmeabgabe wieder in Balance zu bringen.

Der effektivste Weg, die Tiere in Bezug auf das Stallklima dabei zu unterstützen, ist eine Kühlung durch Luftbewegung und Frischluftzufuhr. Neben einer freien Lüftung durch den Rückbau von Außenwänden werden hierzu üblicherweise Ventilatoren oder Lüftungsschläuche verbaut, die frische Außenluft in den Stallbereich einbringen.

Das Flex Air Stall-System von Cow-Welfare ermöglicht nun erstmals eine Frischluftzufuhr direkt in den Liegebereich der Kühe. Über eine Schlauchlüftung wird frische Außenluft in den Stall gesaugt und mit Druck bis in die Liegeboxen weitergeleitet. Die Frischluft wird dann in einem Winkel von 45° aus je fünf Bohröffnungen im oberen Liegeboxenbügel direkt in den Liegebereich gedrückt. Auf diese Weise wird die Liegebox zum komfortablen und am besten belüfteten Ort im Stall, an dem sich die Kühe gerne aufhalten.

Das Flex Air Stall-System verspricht eine effektive Kühlung und Frischluftzufuhr der einzelnen liegenden Kuh und trägt somit zur Vermeidung von Hitzestress bei.

Cow-Welfare A/S, Halle 12, Stand B49

Projekt #FitForCows am Start

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Digitale Ausbildungstools schärfen den Blick Tierhaltender auf ihre Herden und signalisieren, wann konkreter Handlungsbedarf besteht.

Auf der Internetseite www.fitforcows.de stehen digitale Ausbildungstools (E-Learning, App) mit Wissen und Praxistipps für Milcherzeugerinnen und –erzeuger, sowie Auszubildende und Studierende der Landwirtschaft bereit.

Im Projekt #FitForCows geht es darum, Veränderungen an der Kuh (Tiersignale) schnell zu erkennen, zu deuten und frühzeitig gegenzusteuern. Dazu wurde ein Ampelsystem entwickelt, in dem der grüne Kuhkopf einen physiologischen Zustand anzeigt. Der gelbe weist auf ein Risiko für die Kuh oder Herde hin, das abgestellt werden muss. Der rote Kuhkopf macht sofortiges (ggfs. tiermedizinische) Handeln nötig. Die Umsetzung der Ampel im Stall soll den Tierschutz im Kuhstall sicherstellen und verbessern.

In den aktuellen Ausbildungsmodulen geht es u.a. um Euter- und Klauengesundheit, Fruchtbarkeit, Entzündungsprozesse und Verdauung. Regelmäßig kommen neue Module dazu. Neuigkeiten werden unter #fitforcows auf Instagram/Facebook gepostet.

Das Angebot ist kostenfrei, da das Projekt Teil der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz im Bundesprogramm Nutztierhaltung ist. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Förderkennzeichen 323-06.01-2820MDT140 und 323-06.01-2820MDT141.

#FitForCows ist ein Verbundprojekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der UEG Hohenlohe-Franken w.V.

Kontakt: fitforcows.projekt@hswt.de und www.fitforcows.de

Abgabemengen von Antibiotika in Tiermedizin sinken weiter

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Deutlicher Rückgang bei Cephalosporinen (-24,4%) und Polypeptidantibiotika (Colistin -24,7%) – leichter Anstieg bei Fluorchinolonen (+2,2%)

In Deutschland ist die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika im Jahr 2023 erneut leicht gesunken. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden insgesamt 529 Tonnen Antibiotika an die Tierärzteschaft und weitere Empfänger abgegeben. Dies ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2011.

Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden seit 2023 nicht nur Antibiotika erfasst, die von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte abgegeben werden, sondern zum Beispiel auch an Apotheken, Veterinärbehörden und Hochschulen. Deshalb sind die Zahlen nur eingeschränkt mit denen der Vorjahre vergleichbar. In der Summe wurden für das Jahr 2023 insgesamt 11 Tonnen (-2,1 %) weniger abgegebene antibiotische Tierarzneimittel an das BVL gemeldet als im Jahr 2022. Gegenüber 2011, dem ersten Jahr der Erfassung der Antibiotikaabgabemengen, beträgt der Rückgang 69 %.

Tabelle © BVL

Von den im Jahr 2023 insgesamt 529 Tonnen (t) abgegebenen Antibiotika entfallen wie in den Vorjahren die größten Mengen auf Penicilline (206 t) und Tetrazykline (104 t). Es folgen Sulfonamide (57 t), Makrolide (51 t), Aminoglykoside (36 t) und Polypeptidantibiotika (33 t).

Von den Antibiotika, welche von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen (Highest Priority Critically Important Antimicrobials for Human Medicine) eingestuft werden, sind für die Cephalosporine der 3. und 4. Generation (0,8 t; -24,4 %) und Polypeptidantibiotika (Colistin; 33 t; -24,7 %) deutlich geringere Mengen abgegeben worden als im Vorjahr. Für die Fluorchinolone kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einem leichten Anstieg der gemeldeten Abgabemengen um 0,1 t (+2,2%).

Entsprechend der Farm-to-Fork-Strategie der Europäischen Kommission soll der Antibiotikaeinsatz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung zwischen 2018 und 2030 europaweit halbiert werden. In Deutschland konnten die Verkäufe von Antibiotika in der Tiermedizin in den Jahren 2018 bis 2023 bereits um 27 % reduziert werden.

Die gemeldeten Wirkstoffmengen lassen sich einzelnen Tierarten nicht zuordnen, da die Mehrzahl der Tierarzneimittel, welche diese Wirkstoffe enthalten, für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist.

Hintergrundinformation
Die Entwicklung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen stellt eine globale Bedrohung in der Human- und Veterinärmedizin dar. Der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien und Resistenzgenen ist wechselseitig zwischen Mensch, Tier und Umwelt möglich.

Seit dem Jahr 2011 sind pharmazeutische Hersteller und Inhaber einer Großhandelsvertriebserlaubnis gesetzlich dazu verpflichtet, die Mengen an Antibiotika, die jährlich an Tierärztinnen und Tierärzte, sowie seit 2023 auch an weitere Empfänger gemäß §45 Abs. 6 Nr.1 Tierarzneimittelgesetz in Deutschland abgegeben werden, zu melden. Diese Daten werden im Tierarzneimittel-Abgabemengen-Register (TAR) erfasst und durch das BVL validiert, ausgewertet und veröffentlicht.

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Umbaukonzepte in der Sauenhaltung #TiHo-Tierschutztagung 2024

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Bis Februar 2029 gilt die Übergangsfrist für den Umbau von Sauenhaltungen. Danach ist die Einzelhaltung von Sauen verboten, für abgesetzte Sauen (ebenso für Jungsauen und Zuchtläufer eine Woche vor der ersten Belegung) müssen dann vom Absetzen bis zur Wiederbelegung mindestens 5 qm uneingeschränkt nutzbare Fläche zur Verfügung stehen. Nur Betriebe mit weniger als zehn Sauen sind von der Neuregelung nicht betroffen. Wie gesetzeskonforme Neu- oder Umbauten gestaltet werden können, beleuchtete Dr. Andrea Volke-Middendorf* in einem Vortrag anlässlich der Tierschutztagung 2024.

Von den geforderten 5 qm müssen 1,3 qm als Liegefläche (max. 15% Perforation) und 3,7 qm als Fress- und Aktivitätsbereich gestaltet werden. Im Fressbereich können weiterhin Selbstfangbuchten (auch zur Besamung) eingesetzt werden. Die Fläche der Buchten zählt zwar – abzüglich der Trogfläche – zur Gesamtfläche, gilt aber nicht als Rückzugsmöglichkeit. „So kommen zwei- oder Drei-Flächen-Buchten in Betracht, die entweder Fress- und Liegebereich verbinden oder aber Fress- und Liege- und Aktivitätsbereich trennen.“

Für die Gruppenbildung der Sauen nach dem Absetzen würde häufig eine Arena mit stroheingestreutem oder mindestens trocken und rutschfest gestaltetem Boden empfohlen. Also kostengünstige Lösung käme auch ein trauf- oder giebelseitiger Anbau eines Auslaufs infrage, der für die Teilnahme an Tierwohlprogrammen gefordert sei. Allerdings seien hierbei Emissionsvorschriften zu beachten und die Genehmigung in ASP-gefährdeten Gebieten eher unwahrscheinlich.

Auch könne im Deckbereich der Fress-Liegebereich in Fressliegebuchten zusammengefasst werden und ein zusätzlicher Aktivitätsbereich geschaffen werden. Hier müssten Strukturelemente wie Sichtschutzwände, Liegekessel oder Strohballen vorgesehen werden. Die Laufgangbreite im Deckzentrum sei zwar nicht vorgeschrieben, sollte aber drei Meter nicht unterschreiten um Auseinandersetzungen zwischen laufenden und liegenden Sauen zu vermeiden.

Oft könnten auch vorhandene Fress-Liegebuchten weiter genutzt werden, wenn sie einen Selbstfangmechanismus hätten und die Sauen frei entscheiden könnten, ob sie eintreten wollen. Für schmale Deckzentren eigneten sich Korbbuchten, die den Sauen einen verbreiterten Laufgang böten und zur Besamung geschlossen werden könnten. Und schließlich könnten Buchten auch gekürzt werden, um sie lediglich als Fressplatzteiler zu nutzen.

Sollen im Deckzentrum auch Eber gehalten werden, seien 6 qm Buchtfläche je Tier sowie ein separater Laufgang oder Eberkontaktgitter eingeplant werden. Auch für Umrauscher und kranke Sauen müsse Platz vorgesehen sein: für ca. 5% der Sauen im Deckzentrum je 5 qm Fläche mit weicher Unterlage. Auch für Umrauscher sollten Buchten für ebenfalls 5% der Tiere vorgesehen werden.

Zur Klimatisierung empfiehlt Dr. Volke-Middendorf etwa Erdwärmetauscher, Hochdruckverdunstungskühlung, Cool Pads oder Mikrosuhlen.

Die Gruppenhaltung ferkelführender Sauen sei bei der Änderung der TierSchNutzV 2021 nicht geregelt und keinerlei Vorgaben für Fläche und Gestaltung von Liegeflächen oder Gangbreiten gemacht worden. Die heute von Dienstleistern angebotenen Systeme böten zwar meist über 7 qm, ob dies aber schlussendlich ausreichen wird, sei nicht sicher. Zukunftsorientierte Sauenhalter befassten sich auch bereits mit der Neugestaltung der Abferkelung mit Termin 2036. Deswegen sei eine baldige gesetzliche Regelung fürs freie Abferkeln nötig, die bereits vorliegende Erfahrungen von Praktikern und Projekten einbezieht.

Weitere Informationen vom Netzwerk Fokus Tierwohl

* Landkreis Cloppenburg, Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung

Typisch Livestock: Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Erfolg Webinar mit Prof. Dr. Frank Mitlöhner

Fleisch, Eier und Milchprodukte werden weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der weltweiten Ernährung sein. Zeitgleich zur steigenden Nachfrage durch eine wachsende Weltbevölkerung nimmt der Druck zu, die Umweltauswirkungen der Lebensmittelproduktion zu reduzieren.

Das Webinar „Typisch Livestock – Zukunftsfähige Nutztierhaltung: Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Erfolg“, zu dem die Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH alle Interessenten einlädt, welche die Zukunft der Landwirtschaft und Tierhaltung im Bereich Schwein, Rind und Geflügel mitgestalten wollen, bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich mit aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen in der nachhaltigen Tierhaltung auseinanderzusetzen. Prof. Dr. Frank Mitlöhner von der University of California in Davis ist ein international anerkannter Experte auf diesem Gebiet. Er wird neue Einblicke in Umweltauswirkungen der Tierhaltung geben und aufzeigen, wie sich die Branche auf eine zunehmend umweltbewusste Zukunft vorbereiten kann.

Das Webinar findet statt am 3. Dezember 2024 von 19 bis 21 Uhr. Das Webinar wird aufzeigen, dass es keine Pauschallösung für die Nachhaltigkeit bei der Abdeckung des globalen Bedarfs an tierischem Protein gibt, sondern dass es eines ganzen Werkzeugkastens bedarf, die verschiedenen Produktionssysteme und Anforderungen zukunftsfähig zu gestalten.

Die Teilnahme an diesem Webinar ist kostenlos. Anmeldung hier.

Weitere Informationen hierzu geben Ihnen gerne:
• Dr. Heike Hufen, Geflügel, Tel.: +49 (172) 7330987
• Herbert Heger, Schwein Nord, Tel.: +49 (178) 2905020
• Markus Hellenschmidt, Schwein Süd, Tel.: +49 (151) 68967979
• Steinbeck Andreas, Rind West, Tel.: +49 (151) 68946711
• Sebastian Hofsommer, Rind Ost, Tel.: +49 (151) 17955078

Quelle: Boehringer Ingelheim