VFT prüft jetzt auch Putenfutter

Im Gegensatz zu dem abnehmenden Verzehr an Rinder- und Schweinefleisch erlangt Geflügelfleisch weiterhin zunehmende Bedeutung. Der VFT hat sich daher in den letzten Jahren mit der Entwicklung eines Bewertungsschemata zur Prüfung von Futter für Masthähnchen und Puten beschäftigt.

Die Mast von Geflügel ist weitgehend in integrierten Ketten organisiert. Während bei der Hähnchenmast (mit Ausnahme kleinerer Halter) der Bezug von Tieren und Futter vorgegeben ist, besteht im Bereich der Putenmast für den Tierhalter durchaus noch die Möglichkeit der Futterauswahl.

Der VFT hat in den Jahren 2024 und 2025 eine Reihe von Putenfutter beprobt, eine Deklarationsprüfung durchgeführt und zusätzliche Daten gesammelt.

Da sich die Produktion von Putenfutter weitgehend an fest etablierten Wachstumsphasen orientiert und nur wenige Puten-Herkünfte eingesetzt werden, sind die Fütte-rungskonzepte sehr ähnlich. Aktuelle wissenschaftlich erarbeitete Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung existieren kaum, von der Wirtschaft (Putenzüchter) erarbeitete Empfehlungen sind aktueller und wurden daher als Bewertungsbasis (Richtwerte) herangezogen. Die in Deutschland am weitesten verbreiteten Fütte-rungsempfehlungen sind die des Moorgutes Kartzfehn.

Dazu wurde von den Fachgremien des VFT ein Bewertungsschema für Putenfutter (unterschiedliche Phasen) erarbeitet, das auf einige fachliche Richtwerte und die de-klarierten Angaben der Hersteller abstellt. Die Bewertung lehnt sich im Aufbau an an-dere VFT-Bewertungsschemata an.

Die Prüfung umfasst dabei zwei Teile: A. Deklarationsprüfung, B. Prüfung der fachlichen Eignung.

Für A) werden die Futtermittelrechtlichen Bestimmungen (EU VO 767/2009) herangezogen.

Für B) wird die Angabe des Einsatzzweckes (Einsatzbereich lt. Bezeichnung/ Fütte-rungshinweis) sowie die Angabe eines Energiegehaltes und engere Toleranzen (VFT-Toleranz), wie in anderen VFT-Bewertungen üblich, berücksichtigt.

Der Warentest des VFT umfasst jeweils zwei Teile: zum einen die Analyse der wesentlichen Nährstoffkonzentrationen nebst Prüfung der Deklarationseinhaltung, zum anderen erfolgt eine fachliche Bewertung, bei der die Analysenwerte der geprüften Kriterien mit den ernährungsphysiologischen Richtwerten (Richtwerte der Wirtschaft) verglichen werden. Weiterhin wird der Fütterungshinweis in die Bewertung mit einbezogen. Hierbei werden neben den rechtlich geforderten Angaben zur Kennzeichnung des Futtertyps, Angaben zum Einsatzbereich (Phase, Besonderheiten) sowie die Energieangabe als wesentliche Parameter für Auswahl und Einsatz des Futters als sinnvolle und übliche Hilfestellung für den fachgerechten Einsatz gefordert.

Der VFT hat mit der regelmäßigen Prüfung im Jahr 2026 begonnen. Wie beim VFT üb-lich wird die Prüfung für einzelne Chargen erfolgen und mit einer abschließenden Bewertung veröffentlicht.

Weitergehende Infos zum VFT und die Bewertungsschemata und Erläuterung zur Prüfung von Mischfutter des VFT sind auf der Homepage des VFT zu finden.

Quelle: Verein Futtermitteltest