Bundesministerium stellt neue Stallbaukonzepte vor, die für Tierhalter wirtschaftlich und gesellschaftlich akzeptiert werden

Was Tieren guttut, gesellschaftlichen Anforderungen entspricht und für Landwirte machbar ist: All das vereint der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft maßgeblich geförderte „Virtuelle Stall der Zukunft“. Wissenschaftlich wurde untersucht, wie innovative, tierwohlorientierte Schweineställe der Zukunft aussehen können, die gesellschaftlich akzeptiert werden und gleichzeitig praktisch realisierbar sind. Mit den Entwicklungen aus dem Innovationsprojekt können Landwirte künftig per Baukastensystem ihren modernen Stall für Sauen, Ferkel oder Mastschweine planen und dafür betriebsindividuell Kosten kalkulieren.

Dazu Julia Klöckner: „Die Arbeit von Landwirten wird in der Gesellschaft immer intensiver begleitet und diskutiert – auch die Bedingungen in Ställen und welche Auswirkung Tierhaltung auf Wasser, Boden und Klima hat. Wer mit Nutztierhaltern spricht, der merkt, dass sie sensibel mit diesem Thema umgehen. Denn wenn wir in Deutschland Nutztierhaltung auch zukünftig erfolgreich betreiben möchten, braucht sie breite gesellschaftliche Zustimmung und muss gleichzeitig ökonomisch gut aufgestellt sein.“

Hier setzt das Ministeriums-Projekt „Virtueller Stall der Zukunft“ an, es leistet einen beeindruckenden Beitrag. Es wurden all jene zusammengebracht, die es für die Konzeption innovativer, wirtschaftlich tragfähiger und gesellschaftlich akzeptierter Ställe braucht: Wissenschaftler, Bürger, Landwirte und Tierexperten, Stallbauer. Um mehr Tierwohl geht es, mehr Platz und Beschäftigung, aber auch um mehr Transparenz und die Ästhetik der Ställe. Jeder konnte seine Sichtweise einbringen, Bewusstsein wurde geschaffen für die Position des jeweils anderen. Deutlich wurde: Den einen Stall der Zukunft gibt es nicht, um betrieblichen und regionalen Besonderheiten gerecht werden zu können.

Julia Klöckner: „Die Mehrkosten eines solchen Stalls und der Haltungsbedingungen kann nicht allein der Landwirt tragen. Verbraucher müssen bereit sein, für die Anforderungen, die sie stellen, auch an der Kasse zu zahlen. Durch unser staatliches Tierwohlkennzeichen wird es möglich sein, den Mehrwert der so erzeugten Produkte abzubilden. Daher arbeite ich an der schnellen Einführung. Der Verordnungsentwurf zum Gesetz, das von der EU-Kommission grünes Licht bekommen hat, ist in Arbeit.“

Hintergrund:
Kernergebnisse der Stallbaukonzepte sind:
• mehr Platz und Bewegungsfreiheit für Sauen, Ferkel und Mastschweine,
• getrennte Funktionsbereiche,
• unbegrenztes Angebot von Raufutter, Stroheinstreu oder anderem organischen Beschäftigungsmaterial,
• Möglichkeiten zum Duschen und Wühlen für Mastschweine,
• Zugang zu einem Außenklimabereich für alle Tiere ab 30 kg Gewicht und
• Stallbau aus Holz, um Nachhaltigkeitsanforderungen und ästhetischen Aspekten gerecht zu werden.

Am „Virtuellen Stall der Zukunft“ beteiligt waren die Georg-August Universität Göttingen (Koordination, gesellschaftliche Akzeptanz, ökonomische Betrachtung), die Christian-Albrechts Universität zu Kiel (Tierzucht und -haltung), die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Marketing), die Richard Hölscher GmbH und Co KG (Stallbau), die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN).

Quelle: BMEL

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