E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2023 steht zum kostenfreien Abruf bereit

Liebe Leserinnen und Leser!

Droht mit der Vogelgrippe eine neue Pandemie? Für welche Szenarien reichen die Ressourcen? Hat Frankreich die Lösung? Welche Anforderungen sollten Impfstoffe erfüllen?

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 1/2023 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

Schwerpunkt Gefügel
• Aviäre Influenza: Steht uns die nächste Pandemie bevor?
• Darmparasiten bei Bio- und Freiland-Legehennen
• Einstreu für Masthähnchen
• Hefen und Hefe-Produkte in der Geflügelernährung
• Sommerzeit ist Milbensaison
• Zusammenhang zwischen Valin-Leucin-Wechselwirkungen und Woody Breast?
• Gesetzliche Grundlagen zur Hobbyhaltung von Geflügel
• Broiler brauchen trockene Füße
• Interview: Wurmbefall beim Huhn
• Studie: Wurmbelastung in sächsischen Legehennenhaltungen
• Hühner vor Beutegreifern schützen, aber wie?
• Tierwohlindikatoren: Was können die Hühner uns sagen?

Rinder- Schweine – Schafe – Bienen
• Lokale antibiotische Mastitisbehandlung
• Parasitenbehandlung: Da ist der Wurm drin!
• Rotavirus-Ausscheidungsmuster bei Jungsauen
• Tiergesundheit und Fitness bei Schweinen
• Luftfiltration zur Verhinderung von PRRSV-Infektionen
• Moderhinke beim Schaf erkennen und behandeln
• Imkertipp: Wie bienenfreundlich ist der Wald?

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt einfach hier registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail klicken und dann gleich kostenfrei downloaden und lesen!

Lehr- und Versuchsanstalten rüsten sich mit SoundTalks®, dem Frühwarnsystem bei Husten

Atemwegserkrankungen bei Ferkel und Mastschweinen sind für eine Vielzahl von Schweinehaltern ein großes gesundheitliches Problem. Doch eine intensive Tierbeobachtung ist sehr zeitaufwändig und nicht objektiv. Zudem verhalten sich Schweine anders, wenn der Mensch in der Nähe ist.

SoundTalks® eröffnet neue Wege in der Tierbeobachtung. Hier wollen und müssen die Lehr- und Versuchsanstalten vorne dabei sein, um diese Systeme den Besucher*innen und Junglandwirt*innen näher zu bringen und zu erklären. Im Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp, Schleswig-Holstein, hängt SoundTalks® und zeigt zuverlässig Atemwegsprobleme an. Das Frühwarnsystem erkennt Atemwegserkrankungen mit Husten bis zu 5 Tage früher als eine routinemäßige Tierkontrolle. Es ermöglicht einen früheren Behandlungsbeginn, bevor die Tiere ernsthaft erkranken, in der Leistung abfallen und es zu finanziellen Einbußen kommt. Dabei ist die Technik absolut praxistauglich, robust und leicht zu installieren.

Gerade ausgezeichnet mit der DLG Innovations-Goldmedaille wurde dem Produkt auch der Animal Welfare AWARD verliehen. Tierwohl wird eine immer höhere Anforderung sein und es gilt auch hier Unterstützung bei der Dokumentation und der Kontrolle zu bekommen. Auch hier bietet das System durch das 24/7-Überwachungssystem einen klaren Vorteil. Es zeichnet alle Daten rund um die Uhr auf und bewertet sie.

Weitere Informationen und Videos unter www.soundtalks.de

Quelle: Boehringer Ingelheim

Rotes Höhenvieh – „Heimatrasse des Harzes“

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Ministerin Miriam Staudte beim Weideaustrieb auf dem Biohof Düna

Die 350 Meter vom Stall zur Weide müssen die zehn Jungbullen noch im Anhänger verbringen. Dann geht auf der Weide endlich die Klappe auf – und die Weidesaison für das Harzer Rote Höhenvieh los. Die Fleischrinder machen Bocksprünge und rennen gemeinsam den Hang hinunter. Für Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte war der Besuch auf dem Biohof Düna bei Osterode am Harz am heutigen Montag der erste Weideaustrieb, den sie begleiten durfte.

Miriam Staudte: „Den Tieren ist die Freude darüber, draußen auf der Weide sein zu können, richtig anzumerken. Weidetierhaltung ist die artgerechteste Haltungsform für Rinder. Deshalb wollen wir die Weidehaltung ausbauen. Der Biohof Düna verknüpft in vorbildlicher Weise Landwirtschaft und Landschaftspflege.“

Der Hof wird von Daniel und Johanna Wehmeyer (beide 41 Jahre) geführt.
Sie halten die Rinderrasse Harzer Rotes Höhenvieh auf 320 Hektar Grünland und bestellen zudem 160 Hektar Ackerland. Das Biofutter für die rund 270 Tiere produzieren sie selbst. Die Bullen leben mindestens zwei Sommer auf der Weide. „Es gehen alle 14 Tage zwei Tiere in die Schlachtung, aber das ist ein Zyklus. Es kommen auch immer welche nach“, sagt Vater Dieter Wehmeyer, der seinen Sohn auf dem Hof unterstützt.

Im vorderen Stallabteil, abgegrenzt von den übrigen Rindern, bringt eine Kuh während des Besuchs der Ministerin auf dem Hof gerade Zwillinge zur Welt. Das Harzer Rote Höhenvieh ist vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste der der gefährdeten Nutztierrassen in der Kategorie „Beobachtungspopulation“. Das Land Niedersachsen fördert die Tiere solcher seltenen und gefährdeten einheimischen Nutztierrassen mit 200 Euro pro Großvieheinheit aus GAK-Mitteln (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“). Die Rassen müssen dabei einen kulturhistorischen Bezug zu Niedersachsen haben, mindestens fünf Jahre gehalten und aktiv züchterisch genutzt werden. Beim Harzer Roten Höhenvieh hat dies bereits Erfolge gezeigt. Seit Ende der 1990er Jahre hat sich ihr Bestand verfünffacht.

Daniel Wehmeyer: „Das Rote Höhenvieh ist die Heimatrasse des Harzes. In jedem Haushalt gab es ein bis drei Kühe, die die Familie ernährt haben, während die Bergmänner unter Tage Erze geschürft haben. Die Kuh der Bergmannsfrauen ist mir durch ihre Robustheit und Schönheit früh ans Herz gewachsen.“

Auch die Weidenutzung in Hanglagen – hier darf nur minimal gedüngt werden und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen generell nicht zum Einsatz kommen – unterstützt Niedersachsen im Rahmen der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) genauso wie den Erhalt von artenreichem Dauergrünland.

Wie auf dem Hof von Familie Wehmeyer startet derzeit landauf, landab die Weidesaison für die Niedersächsischen Rinder. Besonderer Anreiz für Milchviehhalter*innen, ihre Tiere auf die Weide zu lassen, ist die neue Sommerweideprämie: Im Rahmen der neuen EU-Förderperiode gibt es in Niedersachsen seit diesem Jahr eine neue Sommerweideprämie für Milchkühe. Die Prämienhöhe beträgt 75 Euro je Milchkuh in der konventionellen Landwirtschaft sowie reduziert 51 Euro je Milchkuh in der ökologischen Landwirtschaft, da diese weitere Fördermöglichkeiten haben. Möglich ist eine Förderung für Betriebe, die ihre Tiere vom 16. Mai bis zum 15. September für mindestens sechs Stunden pro Tag auf der Weide halten.

Mehr Informationen über den Hof finden Sie hier.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

European PRRS-Research Award von Boehringer Ingelheim: Jetzt bewerben bis zum 1. Juli

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Boehringer Ingelheim vergibt auch im Jahr 2023 im Rahmen des Europäischen PRRS-Research Awards insgesamt 75.000 Euro zur Finanzierung von europäischen PRRS-Forschungsstudien, aufgeteilt auf drei Preise in Höhe von je 25.000 Euro. Das Unternehmen möchte hiermit Forschungsbeiträge mit neuen Erkenntnissen zu PRRS unterstützen, um diese verheerende und kostenintensive Krankheit noch besser verstehen sowie nachhaltiger kontrollieren zu können. Seit vielen Jahren unterstützt Boehringer Ingelheim die anwendungsbezogene Forschung zur Bekämpfung der Schweinekrankheit PRRS (Porzines Reproduktives und Respiratorisches Syndrom).

Bewerben können sich alle Personen, die in der europäischen Schweineindustrie tätig sind. Die Fachgebiete können unter anderem Forschung, Diagnostik, Tierwissenschaften, Praxis, Produktion sowie Tiergesundheit und Tierwohl umfassen.

Ein unabhängiger Prüfungsausschuss wird jeden Vorschlag im Hinblick auf seine Bedeutung, das Wirkungspotenzial in der Schweinebranche, die Originalität und Neuartigkeit sorgfältig begutachten. Die Jury ist vertreten durch anerkannte Expertinnen und Experten der Schweinebranche.

Bewerbungen sind ab jetzt möglich bis zum 1. Juli 2023.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular gibt es hier.

Quelle: Boehringer Ingelheim

Was uns frühere Vogelgrippe-Ausbrüche lehren

Forschende der ETH Zürich analysierten die Epidemie des Vogelgrippe-Stamms H7N9, zu welcher es 2013 bis 2017 in China kam. Neue genetische Stammbäume helfen, in Zukunft Vogelgrippe-Epidemien besser zu überwachen.

Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Vogelgrippeviren. Neben dem Subtyp H5N1, der in den vergangenen Jahren in der europäischen Wildvogelpopulation heimisch und damit zur Gefahr für die hiesigen Geflügelhaltungen geworden ist, ist da zum Beispiel der Subtyp H7N9. Dieser grassierte in den Jahren 2013 bis 2017 beim Nutzgeflügel in China und hat dort auch Menschen infiziert – vor allem solche mit engem Kontakt zu lebendem Geflügel. Insgesamt sind in China 616 Menschen nachweislich an einer Infektion mit diesem Subtyp gestorben.

Experten verfolgen genau, wie sich die verschiedenen Vogelgrippeviren weiterentwickeln. Sowohl bei H7N9 als auch bei anderen Subtypen besteht die Gefahr, dass sich ihr Erbgut verändert und die Viren in der Folge von Mensch zu Mensch übertragen werden können, womit eine Pandemie drohen würde.

Claire Guinat, in den vergangenen Jahren Postdoc in der Gruppe von ETH-Professorin Tanja Stadler, hat deshalb die Epidemiewellen, die H7N9 in den Jahren 2013 bis 2017 in China verursachte, untersucht. Dazu analysierten die Forscherinnen veröffentlichte Gensequenzen von H7N9-Viren, die von Menschen und Geflügel isoliert worden sind, und sie erstellten damit Genetik-Stammbäume. Die Wissenschaftlerinnen vom Departement für Biosysteme der ETH Zürich in Basel verfolgten das Ziel, die Verbreitung der Vogelgrippe auf Geflügelmärkten zu verstehen und daraus Schlüsse zu ziehen für eine künftige bessere Überwachung und Bekämpfung dieser Krankheit.

Lebendgeflügelmärkte im Zentrum
In China werden Hühner und anderes Geflügel oft lebend auf Märkten verkauft. Dass solche Märkte bei der Übertragung der Vogelgrippe – sowohl von Tier zu Tier als auch auf den Menschen – eine wesentliche Rolle spielen, ist seit längerem bekannt.

Die ETH-Forscherinnen konnten nun mit den Stammbaumanalysen zeigen, dass das H7N9-Virus schon mehrere Monate in Geflügel zirkuliert haben musste, ehe es auf Geflügelmärkten und in infizierten Menschen entdeckt wurde. Auch waren mutmaßlich deutlich mehr Geflügelmärkte betroffen als bisher bekannt war. Insbesondere in den Jahren 2013 bis 2016, als das Virus bei Geflügel praktisch keine Symptome auslöste, waren Ausbrüche schwierig zu bemerken. Anschließend veränderte sich das Virus und verursachte bei Geflügel schwere Krankheitssymptome, was es einfacher machte, betroffene Hühnerhaltungen zu erkennen.

«Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass man besser nicht wartet, bis es zu Vogelgrippe-Fällen kommt, denn dann zirkuliert das Virus wahrscheinlich schon länger», sagt ETH-Professorin Stadler. «Stattdessen wäre es sinnvoll, die Gesundheit der Tiere in den Ställen und den Lebendgeflügelmärkten kontinuierlich zu überwachen.»

Noch immer wachsam
Die Forschenden analysierten vor allem Viren aus den Großregionen Shanghai und Guangdong. Sie fanden Hinweise, dass sich das Virus in diesen Ballungsräumen auf Geflügelmärkten stark verbreitet hatte. Alternativ hätte es auch sein können, dass das Virus mit dem Transport von infizierten Tieren immer wieder von einer Großregion in die andere eingeschleppt wurde. Doch so war es nicht; die Stammbaumanalysen entsprachen keinem Muster, welches eine solche regelmäßige Viruseinschleppung erklären würde. Dies weist darauf hin, dass die Ballungsräume mit ihren Lebendgeflügelmärkten beim Krankheitsgeschehen eine zentrale Rolle spielen. «Angesichts der Schwere von Epidemien wie dieser muss jede betroffene Region Maßnahmen ergreifen um die Viruszirkulation zu stoppen», sagt Claire Guinat, die Erstautorin der Studie, die heute am Institut national de recherche pour l’agriculture, l’alimentation et l’environnement (INRAE) in Toulouse tätig ist.

Die H7N9-Epidemie beschränkte sich auf China. 2017 begann das Land, Geflügel gegen den Erreger zu impfen. Zusammen mit intensivierten Hygienemaßnahmen in Geflügelmärkten konnten die Behörden die Epidemie bei Tieren abschwächen und Übertragungen auf Menschen stark reduzieren. Zu einzelnen Ausbrüchen der Krankheit kommt es aber noch immer. Letztmals starb 2019 ein Mensch an den Folgen einer H7N9-Infektion. Weil sich das Genom von Viren ständig verändert, besteht weiterhin ein gewisses Risiko, dass das H7N9-Virus für Menschen wieder gefährlich werden könnte. Public-Health-Experten bleiben daher wachsam.

Quelle: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

70 Jahre BbT – Bundesverband der beamteten Tierärzte richtet den Blick nach vorne

Der Bundesverband der beamteten Tierärzte feiert im Rahmen des diesjährigen Kongresses sein

70-jähriges Jubiläum. „Wir erliegen nicht der Versuchung, in Erinnerungen zu schwelgen,“ sagt Präsident Dr. Vogel, „dafür sehen wir uns zu vielen Herausforderungen gegenüber“. So steht die Zukunftsorientierung im Zentrum des Kongresses: „Motivierung jüngerer Kolleginnen und Kollegen zur Übernahme von Führungsaufgaben und berufspolitischem Engagement sowie Digitalisierung sind eindeutig die Kernthemen in diesem Jahr“, so Vogel. Der BbT begrüße die Entscheidung der Bundesregierung, in dieser Legislaturperiode die Grundlagen für die vom BbT seit Jahren geforderte Tiergesundheitsdatenbank zu schaffen. „Damit werden wir endlich ein Instrument in der Hand haben, landwirtschaftliche Betriebe zielgerichteter zu überwachen“, betont Vogel. Die Regierung sei gut beraten, bereits vorhandene Systeme adäquat zu berücksichtigen. „Wenn das Rad neu erfunden werden soll, wird es in naher Zukunft wieder nichts werden“, meint Vogel mahnend.

Darüber hinaus widmet sich der BbT auf seinem 40. Internationalen Veterinärkongress in Bad Staffelstein den Themenkomplexen Lebensmittel, Tiergesundheit und Tierschutz in verschiedenen Vorträgen.

Programm und Anmeldung
Quelle: BbT

Beitrag der Tiergesundheit zur Nachhaltigkeit

Krankheiten gehören zu den größten Hindernissen, um weltweit eine nachhaltigere Tierproduktion zu erreichen, weil sie sich auf Produktivität, Emissionen und Landnutzung auswirken. Ein neuer Bericht, von der Risikoberatung Oxford Analytica im Auftrag von „Health for Animals“ erstellt, soll das Verständnis der Beziehung zwischen Tiergesundheit und Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft für nachhaltigere Tierhaltungssysteme stärken.

Animal health and Sustainability: A Global Data Analysis,“ zeigt, wie eine bessere Tiergesundheit eine höhere Produktivität, geringere Emissionen und weniger Hungernde bedeuten kann. Basierend auf einer Reihe von Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) und anderen modelliert der Bericht die Auswirkungen der Nutztiergesundheit auf die Nachhaltigkeit und zeigt, wie:

Ökonomisch: Verluste durch Tierkrankheiten verursachen einen Produktionsausfall von 358,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Umwelt: Ein Rückgang der Tierseuchen um 10 Prozentpunkte ist mit einem Rückgang der Treibhausgasemissionen (THG) um 800 Millionen Tonnen verbunden – das entspricht den durchschnittlichen jährlichen Emissionen von 117 Millionen Europäern.

Soziales: Weltweit korreliert im Durchschnitt jedes zweite geimpfte Rind damit, dass eine Person Hunger vermeidet

„Von der Steigerung des Einkommens der Landwirte bis hin zur Reduzierung der Flächen, die für die Beweidung umgewandelt werden, ist die Bekämpfung von Tierkrankheiten einer der zentralen Wege, um produktivere, nachhaltigere und widerstandsfähigere Viehsysteme zu erreichen“, heißt es auf der Homepage von „Health for Animals“. Hierzu nennt die Organisation Beispiele:

In Brasilien, einem der größten Rindfleischproduzenten der Welt, korreliert die Impfung von 1 % der Fleischrinder mit einer Produktionssteigerung von 0,7 %.

In Nigeria würde die Impfung von 40 % der Rinder die ernste Ernährungsunsicherheit um bis zu 8,1 % verringern – das entspricht der Befreiung von 2,4 Millionen Menschen aus ernster Ernährungsunsicherheit.

Weltweit würde eine Verringerung der Krankheitsraten bei Milchvieh um einen Prozentpunkt die Einnahmen der Erzeuger um bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar steigern.

Eine weltweite Impfrate von 40 % für Rinder ist mit einer Verringerung des Flächenbedarfs für die Viehzucht um 5,2 % verbunden, was den ökologischen Fußabdruck von Viehhaltungssystemen verringert.

Quelle: Health for Animals

Ceva Online Blog zur Schweinegesundheit Saugferkeldurchfälle – was nun?

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Welche Erreger können dahinterstecken? Was unterscheidet Eisenpräparate für Saugferkel? Ist Husten im Flatdeck ein Grund zur Sorge? Was kostet mich ein Einbruch mit Influenza?

All diese Fragen kommen regelmäßig bei Schweinehaltern auf. Neben dem stetigen Kontakt mit den bestandsbetreuenden Tierärzten, suchen Praktiker immer häufiger fundierte Antworten zu tiergesundheitlichen Themen schnell, unkompliziert und uhrzeitunabhängig im Internet.

Die Ceva Tiergesundheit GmbH bietet ab sofort Schweinehaltern und Interessierten ab sofort einen Onlineblog zu aktuellen Themen der Schweinegesundheit an. Der Blog wird besondere Schwerpunkte auf die Atemwegserkrankungen beim Schwein, Ferkeldurchfällen, und die Eisenmangelanämie setzen. Die CEVA Tiergesundheitsexperten thematisieren zudem Reproduktionsprobleme oder Alternativen zur Antibiotikabehandlung. Die Themen werden kontinuierlich erweitert und Einzelaspekte von Schweinekrankheiten aus verschiedenen Blickwinkeln, wie beispielsweise Kenntnisse über die wichtigsten Erreger, die Klinik verschiedener Erkrankungen, Diagnostik und Wirtschaftlichkeit beleuchtet. Ergänzt wird das Angebot durch einen stetig wachsenden Downloadbereich mit Checklisten, Arbeitsanleitungen und vielem mehr.

Aktuelle Inhalte & Services
Die Ceva Autoren erklären auf dem Blog Hintergründe, geben Betriebsleitern und Ihren Mitarbeitern auf Wunsch aktuelle Übersichten und Materialien an die Hand und zeigen auf, welchen Einfluss eine verbesserte Tiergesundheit auf den ökonomischen Erfolg landwirtschaftlicher Betriebe hat. Mit dem Blog möchte Ceva Tiergesundheit GmbH Landwirte bei der Gesunderhaltung ihrer Tiere zu unterstützen. Hier liefern Ceva-Tierärzte und – Wissenschaftler fundierte Informationen und Lösungsansätze. Unterstützung erhalten unsere Spezialisten von unabhängigen Tierärzten und Landwirten. So wie auch die Ceva Tiergesundheit Betriebsleiter gerne bei der Durchführung der Diagnostik und mit dem Schlachtlungen-Scoring im Rahmen des Ceva Lung Program unterstützt.

Schauen Sie gerne vorbei auf https://schwein.ceva.de/.

Quelle: CEVA

Bovines Coronavirus und Atemwegsinfektionen? – 60% der Milchviehbetriebe sind betroffen.

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Abb. 1: Lokalisation der 45 europäischen Milchviehbetriebe, Bild-Quelle 1

Unterschleißheim, April 2023 – Das Bovine Coronavirus (BCoV) kommt in den meisten Rinderherden vor und wird schon bei den jüngsten Kälbern im Atemtrakt nachgewiesen. Seit einigen Jahren beschäftigen sich immer mehr Wissenschaftler mit dem Zusammenhang von Vorkommen und Beteiligung des Coronavirus an einer Atemwegserkrankung.

Die Rinder- oder Kälbergrippe (enzootische Bronchopneumonie des Rindes, Bovine Respiratory Disease [BRD]), ist neben den Durchfallerkrankungen die wirtschaftlich bedeutendste Krankheit in der Kälberaufzucht. Sie ist eine rasant fortschreitende Infektion der Atemwege, die schnell auf den ganzen Bestand übergreifen und zu hohen wirtschaftlichen Verlusten führen kann. Als Faktorenkrankheit kann es viele Ursachen geben, belebte und unbelebte. Zahlreiche Viren und Bakterien werden in der Literatur genannt. Zu den bakteriellen Leitkeimen zählen Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida und Histophilus somni. Die wichtigsten viralen Erreger sind das Bovine Respiratorische Synzytialvirus (BRSV) und Parainfluenza 3-Virus (PI3).

Abb. 2: Nachweisraten verschiedener Erreger in BAL Proben, Bild-Quelle 2

Das Coronavirus wird beim Rind eher als einer der Erreger der neonatalen Diarrhoe gesehen. Doch was weitgehend unbekannt ist, BCoV können beim Rind auch bei Atemwegserkrankungen eine Rolle spielen. Dies wurde bei der Routinediagnostik bisher kaum erfasst, jedoch immer mehr Labore etablieren inzwischen geeignete Corona-Tests.

Auf dem letzten WBC in Madrid (2022) wurden neue Studien zur Prävalenz von Bovinen Coronaviren vorgestellt, bei der die Daten von 45 Milchviehbetrieben aus verschiedenen europäischen Ländern ausgewertet wurden1. In 60% der Betriebe konnte das Bovine Coronavirus im Atmungstrakt nachgewiesen werden2. Von klinischen Symptomen wie Husten, Nasenausfluss, Fieber, Inappetenz und Lungenentzündungen waren v.a. Kälber im Alter von 2 Wochen bis 6 Monate (in ¾ der Fälle bis zum Alter von 3 Monaten) betroffen3.

Bovine Coronaviren werden in den nächsten Jahren zunehmend im Fokus stehen, sowohl

Abb. 3: Häufigkeit des Nachweises von Krankheitserregern der Atemwege in den untersuchten Rindergrippe-Ausbrüchen (Nachweis durch PCR). Bild-Quelle 3

bei der Diagnostik als auch bei der Suche nach präventiven Lösungen. Lassen Sie entsprechende Proben schon routinemäßig auf respiratorische BCoV untersuchen?

Für Fragen steht Ihnen unser Technischer Service zur Verfügung und hilft Ihnen gerne bei der Suche nach einem geeigneten Labor. MSD Tiergesundheit wird sich dem Thema Bovines Coronavirus widmen, um die Lungengesundheit und damit das Tierwohl und die Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Dr. Solveig Rehm, Intervet Deutschland GmbH, ein Unternehmen der MSD Tiergesundheit

Hintergrundinformation:
• Seit einigen Jahren zeigen Studien, dass das Bovine Coronavirus (BCoV) auch an der Entstehung von Atemwegsinfektionen beim Rind beteiligt ist3.
• Die häufigsten nachgewiesenen Erreger (Lungenspülproben, Nasentupfer) bei erkrankten Tieren sind Pasteurella multocida, Mannheimia haemolytica, BRSV, PI3V und BCoV2.
• Bovines Coronavirus ist in europäischen Milchviehherden sowohl im Magen-Darm- als auch im Atemtrakt weit verbreitet1.
• Bovines Coronavirus schädigt nachweislich die Schleimhaut des Atemtraktes und schafft so eine Eintrittspforte für andere Keime4.

Quellen:
1 Anna Catharina Berge, Geert Vertenten; Prevalence, biosecurity and risk management of Bovine Coronavirus infections on dairy farms in Europe.; Poster session WBC Madrid 2022; https://www.msd-animal-health-ruminants.com

2 Henk Kuijk, Pleun Penterman, Geert Vertenten: Pasteurella multocida, Mannheimia haemolytica and Bovine Coronavirus are the most frequently detected respiratory pathogens from bronchoalveolar lavages in Dutch dairy BRD calves.; Poster session WBC Madrid 2022; https://www.msd-animal-health-ruminants.com

3 Geert Hoflack, Maude Lebrun, Geert Vertenten, Bart Sustronck: Pathogen-specific prevalence and pathogen associations during outbreaks of Bovine Respiratory Disease in calves in Flanders.; Poster session WBC Madrid 2022; https://www.msd-animal-health-ruminants.com

4 Katelyn R. Soules, Michael C. Rahe, Lisa Purtle, Craig Moeckly, Paul Stark, Clay Samson, Jeffrey P. Knittel, Birgit Makoschey: Clinical Disease and Histopathology Associated with Respiratory Infection by Bovine Coronavirus.; Poster session WBC Madrid 2022; https://www.msd-animal-health-ruminants.com

Nutzen Mastochsen Beschäftigungsmaterial auf einer reizarmen Weide?

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Beschäftigungsmaterial kann das Wohlbefinden von Nutztieren verbessern, weil es die Umweltkomplexität erhöht und eine größere Bandbreite natürlicher Verhaltensweisen fördert. Es gibt bisher aber nur begrenzte Daten über Notwendigkeit und Auswirkungen von Beschäftigungsmaterial bei extensiv gehaltenen Rindern, die auf grasbewachsenen Paddocks ohne zusätzliche natürliche und künstliche Merkmale gehalten werden.

Australische Forscherinnen haben nun untersucht (Dickson et al. 2022), welche Art Beschäftigungsmaterial Rinder in einer kargen Koppelumgebung verwenden und bevorzugen. Acht Gruppen von je sieben Angus-Ochsen, die auf beweideten Paddocks ohne natürliche oder künstliche Merkmale untergebracht waren, wurden drei Wochen lang tagsüber je zweimal pro Woche beobachtet. Ihnen wurden eine Rinderbürste, ein Stück hängendes Seil, ein Baumstumpf und ein Hackschnitzelhaufen angeboten.

Obwohl die Verwendung von Beschäftigungsmaterial im Laufe der Zeit allgemein abnahm, blieben Bürsten, Baumstumpf und Holzschnitzel auf einem höheren Verwendungsniveau als das Seil. Dies deute darauf hin, dass die Bürste, der Baumstumpf und der Hackschnitzelhaufen wertvollere Ressourcen für das Vieh waren, da sie Pflege- und Liegeverhalten ermöglichten, obwohl auch an Baumstumpf, Holzhackschnitzel und Seil orale Manipulationen stattfanden, kommentieren die Autorinnen der Studie.