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Mastitis und Eutergesundheit – gezielte Therapie und konsequentes Management

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Im Rahmen der Fachtagung in Augsburg standen auch Mastitistherapie und Eutergesundheit im Fokus. Dr. Heinrich-Jürgen Zumbusch (Vétoquinol) und Stephanie Meyer (SaluVet GmbH) zeigten, dass sowohl die Behandlung als auch die Vorbeugung heute ein differenziertes und konsequentes Vorgehen erfordern. Mastitis ist nicht nur eine akute Erkrankung, sondern hat auch langfristige Folgen. Entzündungen zerstören Milchgewebe, das anschließend durch Bindegewebe ersetzt wird. Die Milchleistung sinkt dauerhaft. Umso wichtiger ist eine differenzierte Therapie. Eine Mastitis entsteht, wenn Krankheitserreger in das Euter eindringen und sich dort vermehren. Das Immunsystem reagiert sofort, es kommt zur Entzündung. Je nach Stärke dieser Reaktion und des Erregers verläuft die Erkrankung unterschiedlich: Manche Infektionen heilen von selbst aus, andere bleiben unbemerkt (subklinisch), und wieder andere führen zu einer deutlich sichtbaren, klinischen Mastitis. Entscheidend ist der Schweregrad. Leichte Mastitiden äußern sich häufig nur durch veränderte Milch, während die Kuh ansonsten unauffällig bleibt. In solchen Fällen ist ein Antibiotikum oft nicht notwendig. Bei mittelschweren Verläufen sollte die Entscheidung gezielt getroffen werden. Schwere Mastitiden hingegen erfordern ein sofortiges Eingreifen, da das Allgemeinbefinden der Tiere deutlich beeinträchtigt ist. Evidenzbasierte Mastitistherapie Lange Zeit galt: Mastitis gleich Antibiotikum. Heute weiß man, dass dieses Vorgehen oft unnötig ist und sogar Nachteile mit sich bringt, etwa Resistenzentwicklung oder unnötige Kosten. Ein zentraler Baustein der modernen Therapie ist die Diagnostik. Statt routinemäßig zu behandeln, wird zunächst der Erreger bestimmt. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob ein Antibiotikum überhaupt sinnvoll ist und wenn ja, welches. Häufig reicht eine lokale Behandlung aus, während schwere Fälle systemisch behandelt werden müssen. Besonders wichtig ist auch die Erkenntnis, dass nicht jede Mastitis bakteriell „wegtherapiert“ werden muss. Gerade bei sogenannten coliformen Mastitiden, verursacht durch E. coli, ist die Selbstheilungsrate hoch. Hier liegt das Problem oft weniger beim Erreger selbst als bei einer überschießenden Immunreaktion der Kuh. Ein zentraler Baustein dieser Therapie ist außerdem der konsequente Einsatz von Entzündungshemmern (NSAIDs). Sie lindern Schmerzen, senken Fieber und unterstützen die Heilung und das unabhängig davon, ob Antibiotika eingesetzt werden oder nicht. Schnelle Diagnostik Ein zentrales Thema des Vortrags war die Diagnostik. Klassische Laboruntersuchungen liefern zwar zuverlässige Ergebnisse, dauern jedoch mehrere Tage, das ist zu lange für eine zeitnahe Therapieentscheidung. Mit dem Mastatest steht ein praxistaugliches Instrument zur Verfügung. Das Gerät ermöglicht eine Erregerbestimmung inklusive Antibiogramm innerhalb von rund 22 Stunden. Die Ergebnisse werden automatisch ausgewertet und direkt an Landwirt und Tierarzt übermittelt. Dadurch können Behandlungen gezielter durchgeführt werden, was Antibiotika einspart und die Heilungschancen verbessert. Voraussetzung ist eine saubere Probenentnahme sowie eine stabile Internetverbindung während der Analyse. Für besonders akute Fälle stehen ergänzend schnellere Testverfahren zur Verfügung, die Ergebnisse innerhalb weniger Stunden liefern. Auch für das Trockenstellen eignet sich der Mastatest, der übrigens von Landwirten auch gekauft werden kann. Auch beim Trockenstellen wurde ein klares Umdenken empfohlen. Statt alle Kühe pauschal mit Antibiotika zu behandeln, sollte die Entscheidung auf Basis der Zellzahlen getroffen werden. Kühe mit niedrigen Zellzahlen (unter 100.000 Zellen) gelten als eutergesund und benötigen in der Regel kein Antibiotikum. Hier bieten Zitzenversiegler einen wirksamen Schutz vor Neuinfektionen. Eutergesundheit: tägliches Management entscheidend Stephanie Meyer machte deutlich, wie stark die Eutergesundheit vom täglichen Management beeinflusst wird. Wer seine Daten und seine Kühe genau kennt, erkennt Probleme, bevor sie entstehen. Eine wichtige Grundlage ist die regelmäßige Auswertung der MLP-Daten. Auffälligkeiten können so frühzeitig erkannt werden. Ebenso wichtig ist die Kenntnis des betriebsspezifischen Erregerprofils, da unterschiedliche Keime unterschiedliche Umweltbedingungen bevorzugen. Ein zentraler Einflussfaktor ist die Haltung. Liegeflächen müssen sauber und trocken sein. Tiefboxen mit Stroh bieten hohen Komfort, erfordern aber konsequente Pflege. Kalk kann unterstützend wirken, wenn er den pH-Wert in einen alkalischen Bereich verschiebt und damit keimhemmend wirkt. Sandbettwaben bieten hygienische Vorteile, allerdings sind diese oft hart, weshalb eine dünne Strohschicht den Liegekomfort deutlich verbessert, während Hochboxen mit Schaumstoff von den Kühen gut angenommen werden. Auch die Besatzdichte spielt eine entscheidende Rolle. Überbelegung führt zu weniger Liegezeiten, was sich negativ auf Eutergesundheit, Klauen und Stoffwechsel auswirkt. Sauberkeit ist ein zentraler Punkt im Alltag. Verschmutzte Kühe tragen mehr Erreger mit sich, was sich häufig in erhöhten Zellzahlen widerspiegelt. Ergänzend ist eine konsequente Melkhygiene notwendig. Dazu gehören saubere Euter, funktionierende Technik und der regelmäßige Austausch von Verschleißteilen wie Zitzengummis. Ebenso lohnt es sich, die Wirksamkeit der Zwischendesinfektion regelmäßig mit Teststreifen zu überprüfen. Auch bei Dippmitteln lohnt sich ein genauer Blick. Produkte mit Jod können zwar wirksam sein, greifen jedoch den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an und können damit auch nützliche Mikroorganismen beeinträchtigen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Hitzestress. Erste Anzeichen lassen sich bereits an der Atmung erkennen. Sind die Nasenlöcher rund und weit geöffnet, atmet die Kuh schneller, ein klares Zeichen für Stress. Längliche Nasenlöcher deuten hingegen auf einen entspannten Zustand hin. Hitzestress führt dazu, dass Kühe weniger fressen und entsprechend weniger Milch geben. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern. Quelle: Dr. Heike Engels

Webinar zur Newcastle-Krankheit am 21.05.2026

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz lädt am Donnerstag, den 21. Mai 2026 um 19 Uhr zu einer Online-Informationsveranstaltung zur „Newcastle-Krankheit – Aktuelle Herausforderungen“ ein. Programm 1) Begrüßung: Miriam Staudte, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Moderation: Dr. Alice Welzel, Nds. ML 2) Überblick Newcastle-Krankheit – Ursache, Symptome, Eintragswege und aktuelle Verbreitung in Europa und Deutschland (Prof. Dr. Carola Sauter-Louis, PD Dr. Christian Grund, FLI) 3) Prävention: Impfung und effektive Biosicherheitsmaßnahmen • Möglichkeiten und Grenzen der Impfstoffe (PD Dr. Christian Grund, FLI) • Praktische Umsetzung (Dr. Heinrich Windhaus, Die Praxis für Geflügel GbR, Vechta) 4) Fragen aus dem Chat Für die Webex-Videoveranstaltung ist eine Dauer von ca. 90 Minuten vorgesehen. Über den Meeting-Link beitreten Mit Meeting-Kennnummer beitreten Meeting-Kennnummer (Zugriffscode): 2743 838 2264 Meeting-Passwort: 8A8fJiDGxg7 (82835434 beim Einwählen von einem Telefon)

Download: Empfehlungen zur Umsetzung eines bestmöglichen Hygienemanagements in der Mobilstallhaltung

Auf der Internetseite des ITTN an der TiHo, Hannover steht ein PDF-Dokument zum Download bereit, das aus dem Projekt Hyg-MobiLe * resultiert und detaillierte Empfehlungen zur Haltung von Geflügel in Mobilställen gibt. Die Autoren schreiben dazu: „Die vorliegenden Empfehlungen sollen Wissen über die wichtigsten Aspekte des Infektionsschutzes und der Hygiene in der Geflügelhaltung vermitteln und für diese Thematik sensibilisieren. Sie stellen eine Handlungshilfe dar und haben zum Ziel, angepasste Managementmaßnahmen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Biosicherheit aufzuzeigen. Die Empfehlungen sollen auch dazu motivieren, betriebsspezifische Biosicherheitskonzepte zu entwickeln. Durch die Vielzahl der verschiedenen Systeme kann in diesem Dokument lediglich eine übergeordnete Betrachtung erfolgen; für konkrete, detaillierte und betriebsindividuelle Maßnahmen sind der bestandsbetreuende Tierarzt, andere Berater und gegebenenfalls die zuständigen Behörden einzubeziehen.“ Link zum kostenfreien Download * Hyg-MobiLe steht für „Mobilstallhaltung von Legehennen: Innovationen zur Umsetzung eines gesetzeskonformen Hygienemanagements in der Praxis“

Optimale Gestaltung erhöhter Ebenen im Broilerstall – Interview mit Dr. Julia Malchow

Frau Dr. Malchow: erhöhte Ebenen unterstützen das natürliche Aufbaum-Verhalten von Hühnern. Welche weiteren positiven Effekte haben sie? In der konventionellen Masthühnerhaltung ist die Haltungsumgebung oft reizarm, d.h. es gibt den Einstreubereich sowie Tränke- und Futtervorrichtungen. Das Angebot von erhöhten Strukturen kann die Haltung in getrennte Aktivitäts- und Ruhebereiche strukturieren. Sowohl auf der erhöhten Struktur sowie unter diesem Bereich werden Ruhebereiche geschaffen, wobei die geringere Lichtintensität unterhalb der Ebene das Ruheverhalten zusätzlich unterstützt, wenn dieser gut zugänglich ist. Durch diese Strukturierung sind bspw. die Futter- und Tränkbereiche deutlich als Aktivitätsbereich markiert. Des Weiteren kann die Nutzung von erhöhten Strukturen zu einer bessere Fußballengesundheit führen, da auf den Ebenen die Fußballen nicht ständig mit der Einstreu in Kontakt stehen. Weiterhin kann die Nutzung bei den Masthühnern zu einer Verbesserung der Lauffähigkeit und Erhöhung der Verhaltensaktivität führen, da eine dreidimensionale Struktur geschaffen wird und die Bewegung anregt, um unterschiedliche Bereich zu erreichen. Sie haben nun in einem Wahlversuch ermittelt, wie die Oberfläche von erhöhten Ebenen am besten beschaffen sein sollten und zwei Varianten parallel angeboten. Was erwies sich als beliebter: Gitterrost oder geschlossene Oberfläche mit Einstreu? Genauer gesagt haben wir untersucht, welche Oberflächen Masthühner in welchem Alter und zu welcher Tageszeit mehr nutzen. Dazu haben wir ebenerdig als Bodenoberfläche zum einen Kunststoffgitterroste und zum anderen eine Standardeinstreu parallel angeboten. Die Tiere konnten frei wählen, welche Oberfläche sie zu unterschiedlichen Tageszeiten bevorzugen. Es war keine Studie, um Empfehlungen zur Bodenoberfläche zu geben. Vielmehr war eine unserer Hypothesen, dass die Tiere gerade gegen Ende der Mast die Gitterroste zum Ruhen bevorzugen würden. In dieser Altersphase produzieren die Tiere relativ viel Körperwärme, die sie in der isolierenden Einstreu schlechter abführen können als auf den Gitterrosten. Bei der Nutzung zeigten sich verschiedene Abhängigkeiten. Fangen wir mit der Tageszeit an. Wir unterschieden vier verschiedene Tageszeiten: Morgen, Mittag, Nachmittag und Nacht. Über die Mastphase zeigte sich, dass die Tiere beide Oberflächen gleich nutzten. Nachts drehte sich das Bild aber im Verlauf der Mastdauer. Ab ca. der dritten Lebenswoche entwickelte sich nachts eine klare Präferenz für die Gitteroste im Vergleich zur Einstreu. Wir nehmen an, dass in den ersten Lebenswochen die Isolierung der Einstreu und auch die Nähe zu Artgenossen ein wesentlicher Punkt ist, warum der Einstreubereich bevorzugt wurde. Nachdem in etwa der dritten Lebenswoche die Gefiederentwicklung abgeschlossen ist, sind die Tiere weniger wärmebedürftig, da in diesem Alter auch die eigene Wärmeproduktion sowie die Thermoregulation ausgebildet sind. Weiterhin nehmen wir an, dass es zu den Tageszeiten Morgen, Mittag und Nachmittag keine Präferenz für eine der Bodenqualitäten gab, weil die Masthühner tagsüber weniger Ruhen und in der Einstreu natürlicherweise Nahrungs- und Erkundungsverhalten zeigen. Sie nutzen während ihrer Hauptaktivitätszeit im Hellen quasi beide Flächen, um ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Auch das Lebensalter der Tiere spielt bei der Nutzung eine Rolle. Ja, genau. Ab ca. der dritte Lebenswoche konnte wir klar sehen, dass besonders zum Ruhen/ Schlafen in der Nacht die Gitterroste bevorzugt genutzt wurden. Und auch die Umgebungstemperatur beeinflusst das Verhalten der Tiere. Ja, wir vermuten, dass die Masthühner insbesondere gegen Ende der Mastphase sich auch tagsüber häufiger auf den Gitterrosten aufhalten, weil sie auf diesen besser ihre Körperwärme abführen können. Hierzu haben wir auch Hinweise gefunden. Weil wir die Umgebungstemperatur aber nicht experimentell verändert haben, d.h. nicht erhöht haben, bedarf es für die Überprüfung dieser Hypothese allerdings noch weitere Untersuchungen. Wie sollten nach Ihren Ergebnissen erhöhte Ebenen am besten ausgestaltet werden? Wie eingangs schon erwähnt, unterstützen erhöhte Ebenen das Aufbaumverhalten. Dieses Verhalten wird hauptsächlich in der Nacht durchgeführt (teilweise auch am Tage), so dass wir durch unsere kleine Studie ableiten können, dass erhöhte Ebenen aus Kunststoffgitterroste bestehen sollten, da sie bei Nutzung die Thermoregulation vor allem ab der 3. Lebenswoche unterstützen können. Um die Nutzung von erhöhten Strukturen zu erhöhen, sind noch weitere Aspekte von Bedeutung: Die Höhe der erhöhten Ebenen kann unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welche Möglichkeiten der Stall sowie auch das technische Equipment bietet. Zu empfehlen sind mind. 30 cm, aber besser wären 50 cm, da zum einen die Tiere bei dieser Höhe ohne Probleme auch den darunterliegenden Bereich nutzen können und zum anderen die Tierkontrolle bei den täglichen Stallkontrollen besser möglich ist als bei geringeren Höhen. Abhängig von der Höhe der Ebenen ist eine Rampe vor allem bei den schnell wachsenden Masthühnern anzubieten, damit die Tiere die Ebene nutzen können. Die Rampe sollte eine rutschfeste Oberfläche sowie Stabilität bieten und einen Winkel von max. 30° aufweisen. Besser wären noch flachere Anstiege, um den Auf- und Abgang noch einfacher zu machen. Die Rampen sollten so breit sein, dass zwei Tiere problemlos aneinander vorbeigehen können. Sonst kann ein einzelnes auf der Rampe sitzendes Tier den Zugang komplett blockieren. Die Positionen der erhöhten Ebenen sind abhängig von den Stallgegebenheiten. So können zwei Bahnen oder auch nur eine Bahn mittig oder jeweils auch an der Stallwand installiert werden. Allerdings sollte bei wandständigen erhöhten Ebenen auf eine ausreichende Lüftung auch unterhalb der Ebenen geachtet werden. Frau Dr. Malchow: herzlichen Dank für das Gespräch! Dr. Julia Malchow forschte nach ihrer Promotion sieben Jahre lang zu Geflügel und Tierschutz am Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler-Instituts. Seit Anfang 2026 ist sie Referentin für Politik bei der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Dieser Beitrag wurde Ende April vorab allen Newsletter-Abonnenten zur Verfügung gestellt.

Schweizweite Bekämpfung der Moderhinke: deutliche Fortschritte im zweiten Programmjahr

Im Rahmen der schweizweiten Bekämpfung der Moderhinke wurden vom 1. Oktober 2025 bis zum 31. März 2026 12’224 Schafbetriebe in der ganzen Schweiz kontrolliert. Die Auswertungen zeigen, dass der Anteil der von Moderhinke betroffenen Betriebe weiter sinkt und in der zweiten Untersuchungsperiode bei 9 Prozent liegt. In der ersten Untersuchungsperiode waren noch 22 Prozent betroffen. Das BLV führt das Programm gemeinsam mit den kantonalen Veterinärdiensten fort, mit dem Ziel, den Anteil positiver Betriebe innert fünf Jahren auf unter ein Prozent zu senken und die Schafhaltenden bei der Bekämpfung der Krankheit zu unterstützen. Seit Oktober 2024 wird die Moderhinke, eine schmerzhafte und ansteckende Klauenkrankheit bei Schafen, schweizweit koordiniert bekämpft. Nach Abschluss der ersten Untersuchungsperiode Ende März 2025 standen die Sanierung der betroffenen Betriebe sowie der Schutz aller Herden vor Infektionen im Fokus. Die zweite Untersuchungsperiode begann im Herbst 2025. Für eine nachhaltige Senkung der Anzahl von Moderhinke betroffener Betriebe ist die konsequente Umsetzung verschiedener Maßnahmen entscheidend. Diese beruhen auf drei Säulen: fachgerechter Klauenschnitt und sorgfältige Klauenbäder in betroffenen Schafhaltungen sowie konsequente Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in allen Herden. Deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung der Moderhinke Mit Abschluss der zweiten Untersuchungsperiode lassen sich wesentliche Fortschritte bei der Bekämpfung der Moderhinke erkennen. Der Anteil der von Moderhinke betroffenen Betriebe liegt 9 Prozent und ist damit im Vergleich zur ersten Untersuchungsperiode mit 22 Prozent deutlich zurückgegangen; die ursprünglich kommunizierte Anfangsrate von 21 Prozent wurde aufgrund einer methodischen Präzisierung nachträglich angepasst. «Die Ergebnisse zeigen, dass der eingeschlagene Weg stimmt. Entscheidend ist nun, die Maßnahmen weiterhin konsequent umzusetzen und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen fortzuführen», sagt Laurent Monnerat, Direktor des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Moderhinke geht weiter zurück – Engagement bleibt zentral Die zweite Untersuchungsperiode zeigt deutlich: Die schweizweite Bekämpfung der Moderhinke trägt Früchte. Der erzielte Fortschritt ist in erster Linie dem großen Engagement der Tierhaltenden sowie der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verdanken. Dazu zählen die kantonalen Veterinärdienste, die Tierärztinnen und Tierärzte, die Labore sowie der Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK) und die Moderhinkeberaterinnen und -berater, die das Programm fachlich und operativ umsetzen. Die positive Entwicklung bestätigt die gewählte Strategie sowie die Wirksamkeit der Maßnahmen und zeigt, dass der eingeschlagene Weg konsequent weiterverfolgt werden sollte. Die dritte Untersuchungsperiode dauert vom 1. Oktober 2026 bis zum 31. März 2027. Jeder zusätzlich sanierte Betrieb bringt die Schweiz einem dauerhaft gesunden Schafbestand einen Schritt näher und stärkt das Tierwohl der Schafe im ganzen Land. Quelle: Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

innoMOO übernimmt Betreuung der BAYERNWATCH-Kunden der Bayern-Genetik GmbH

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Das Unternehmen innoMOO baut seine Aktivitäten im Bereich digitales Herdenmanagement weiter aus und übernimmt ab sofort die Betreuung der BAYERNWATCH-Kunden der Bayern-Genetik GmbH. Mit diesem Schritt stärkt innoMOO seine Position als innovativer Partner für moderne Milchviehbetriebe in Deutschland. Als junges und engagiertes Unternehmen hat sich innoMOO darauf spezialisiert, landwirtschaftliche Betriebe mit praxisnahen Lösungen, moderner Sensortechnik und intelligenten Softwareanwendungen zu unterstützen. Ziel ist es, die Effizienz im Stall zu steigern und gleichzeitig die Tiergesundheit nachhaltig zu verbessern. Im Zuge der Übernahme profitieren die bisherigen BAYERNWATCH-Kunden von einer umfassenden Weiterbetreuung sowie einer gezielten Weiterentwicklung bestehender Systeme. innoMOO setzt dabei auf die Kombination bewährter Technik mit neuen, KI-gestützten Anwendungen. Diese kommen unter anderem in den Bereichen Fütterungsmanagement, Klauengesundheit, Abkalbemonitoring und Hitzestressmanagement zum Einsatz. Ein besonderer Fokus liegt auf der praxisorientierten Umsetzung: Lösungen werden kontinuierlich auf Basis von Rückmeldungen aus landwirtschaftlichen Betrieben weiterentwickelt. Ergänzend bietet innoMOO seinen Kunden ein breites Unterstützungsangebot: von persönlicher Beratung über Schulungen bis hin zu regionalen Veranstaltungen und Online-Workshops. „Die Übernahme der BAYERNWATCH-Kunden ist für uns ein wichtiger Schritt, um Betriebe sowohl technisch als auch fachlich noch gezielter begleiten zu können“, sagt Lothar Weber von innoMOO. Mit dem Ausbau seines Kundenstamms positioniert sich innoMOO weiter als Partner für datenbasiertes und zukunftsorientiertes Herdenmanagement in der Milchviehhaltung. Kontakt: innoMOO GmbH – Lothar Weber Telefon / WhatsApp: 0176 43502811 E-Mail: Lothar.Weber@innoMOO.de https://www.innomoo.de/

Neues kostenloses E-Book: Sicher impfen – worauf kommt es wirklich an?

Mit „Impfen mit Sicherheit“ stellt Boehringer Ingelheim ein neues, kostenloses E-Book für Landwirte und Tierhalter vor. Es liefert praxisnahe Tipps, wie Impfungen im Schweinebestand sicher, wirksam und tiergerecht umgesetzt werden können. Im Mittelpunkt steht die Frage: Worauf kommt es bei der Impfung wirklich an? Entscheidend ist vor allem der Gesundheitszustand der Tiere, denn nur gesunde Tiere können einen zuverlässigen Impfschutz aufbauen. Ebenso wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Werden Ferkel zu früh geimpft, können maternale Antikörper die Wirkung abschwächen. Ein optimal abgestimmter Impfzeitpunkt ist daher entscheidend für den Erfolg. Ein weiterer Fokus liegt auf der Verträglichkeit der Impfstoffe. Moderne, mineralölfreie Adjuvantien oder orale Impfstoffe können Belastungen deutlich reduzieren und sorgen für eine bessere Futteraufnahme sowie stabilere Tiergesundheit. Das zahlt sich direkt im Stall und bei den Leistungen aus. Das E-Book zeigt außerdem, warum Impfstoffe eine zentrale Rolle in der Prophylaxe spielen, während Antibiotika erst im Krankheitsfall wirken. Wer seine Impfstrategie optimieren und Tierwohl sowie Betriebserfolg nachhaltig verbessern möchte, findet in diesem Leitfaden wertvolle, sofort umsetzbare Empfehlungen. Das E-Book steht kostenfrei auf der Website Tiergesundheit im Stall | Typisch-Reihen von Boehringer Ingelheim von Boehringer Ingelheim zum Download bereit: Weitere Informationen gibt Ihnen gerne: Frederike Bösch Produktmanager Nutztier – Fachbereich Schwein Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH Tel: +49 (6132) 77-174020 E-Mail: frederike.boesch@boehringer-ingelheim.com

Mehr Mastitis-Kontrolle durch Impfung: Neuer Impfstoff stärkt die Abwehrkraft der Kühe gegen E. coli und Staph. aureus

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Boehringer Ingelheim hat die Zulassung für einen neuen inaktivierten Impfstoff erhalten zur Immunisierung von Kühen und Färsen mit E. Coli (J5) und Staph. aureus. Mastitis gehört weiterhin zu den größten Herausforderungen im Milchviehbetrieb. Hohe Milchleistungsverluste durch subklinische und klinische Mastitis, erhöhter Arbeitsaufwand, verringertes Tierwohl und der Verlust von Tieren mindern den Betriebserfolg. Die Impfung ergänzt nun das Mastitis-Management und reduziert die Häufigkeit und Schwere von Mastitiden, die durch E. coli und Staph. aureus verursacht werden. Die Impfung führt zu einem signifikanten Anstieg der spezifischen Antikörperspiegel. Unter Feldbedingungen konnte bei geimpften Kühen eine Reduktion der somatischen Zellzahl (SCC) nachgewiesen werden Der Impfstoff stärkt die Abwehr der Kühe über 6 Monate, gezielt in der Hochrisikophase der Laktation mit einem einfachen Impfregime: Zwei intramuskuläre Injektionen à 2 ml in der Trockenstehzeit. Der ölfreie, wässrige Impfstoff lässt sich leicht applizieren. Weniger Mastitisfälle bedeuten stabilere Leistungen, weniger Antibiotika, verbesserte Eutergesundheit und mehr Tierwohl. Impfen eröffnet neue Perspektiven in der Mastitisprävention – effektiv, praxisnah und zukunftsorientiert. Wollen Sie mehr erfahren? Melden Sie sich gleich heute an zum kostenlosen Online-Seminar am 16. Juni 2026: https://typischrind.de/ Quelle: Boehringer Ingelheim

Kabinett beschließt verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) treibt die Einführung einer verpflichtenden Videoüberwachung in Schlachthöfen voran. Der dafür nötige Entwurf zur Novellierung des Tierschutzgesetzes wurde heute vom Bundeskabinett verabschiedet. Ziel ist es, den Tierschutz weiter wirksam zu stärken und bestehende Kontrolllücken zu schließen. Die verpflichtende Videoüberwachung soll künftig dazu beitragen, tierschutzrelevante Vorgänge in Schlachtbetrieben transparenter zu machen und Verstöße konsequent abzustellen. Mit dem vorgelegten Vorschlag wird ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Bundesminister Alois Rainer erklärt dazu: „In Zukunft wird die Schlachtung in allen großen Betrieben per Video aufgezeichnet. Das sind mehr als 90 Prozent aller Schlachtungen in Deutschland. Damit schließen wir einen blinden Fleck. Die Kameras sind wie ein Tierschutz-Assistent. Wer Tiere auf den letzten Metern ihres Lebens schlecht behandelt, muss dafür geradestehen. Ausnahmen gibt es für kleinere Betriebe, um sie nicht unverhältnismäßig zu belasten. Aber auch hier können die Veterinärbehörden der Länder im Verdachtsfall vor Ort eine Videoüberwachung anordnen.“ Der Gesetzesentwurf sieht vor, kleinere Schlachtstätten von der Verpflichtung auszunehmen. Konkret gilt die Regelung für Betriebe ab einer Größenordnung von jährlich 1.000 „Großvieheinheiten“ (entspricht 1.000 Rindern oder 5.000 Mastschweinen) oder 150.000 Stück Geflügel oder Kaninchen. Diese Differenzierung trägt dem Umstand Rechnung, dass sich Videoüberwachung in größeren Betrieben in der Regel effizienter umsetzen lässt und der Aufwand im Verhältnis zur Betriebsgröße sinkt. Gleichzeitig werden damit bereits die allermeisten Schlachttiere in Deutschland erfasst. Darüber hinaus erhalten die Länder die Möglichkeit, die Videoüberwachung auch für kleinere Betriebe anzuordnen, sofern dort tatsächliche Anhaltspunkte für Verstöße gegen Tierschutzvorschriften bestehen. Damit wird sichergestellt, dass per Videoüberwachung gezielt dort kontrolliert wird, wo es erforderlich ist. Quelle: BMLEH

„Der Hoftierarzt“ Newsletter April/Mai 2026 ist erschienen

Die zweite Ausgabe 2026 des Hoftierarzt-Newsletters ist erschienen. Folgende Themen sind für Abonnenten aufbereitet: Rinder Mastitis und Eutergesundheit – gezielte Therapie und konsequentes Management Im Rahmen der Fachtagung in Augsburg standen auch Mastitistherapie und Eutergesundheit im Fokus. Dr. Heinrich-Jürgen Zumbusch (Vétoquinol) und Stephanie Meyer (SaluVet GmbH) zeigten, dass sowohl die Behandlung als auch die Vorbeugung heute ein differenziertes und konsequentes Vorgehen erfordern. Fruchtbarkeit – Management entscheidet über den Erfolg Auf einer Fachtagung in Augsburg, organisiert von der Tierklinik Gessertshausen, kamen rund 100 Milchviehhalterinnen und Milchviehhalter zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen. In seinem Vortrag zur Fruchtbarkeit machte Dr. Sebastian Jander (Ceva Tiergesundheit) deutlich, dass erfolgreiche Milchviehhaltung heute vor allem ein konsequentes, gut abgestimmtes Management im Alltag erfordert. Biosicherheit – Pflicht und Chance für Milchviehbetriebe Auf der Fachtagung in Augsburg wurde auch das Thema Biosicherheit intensiv beleuchtet. Dr. Sebastian Jander machte deutlich, dass vorbeugende Maßnahmen angesichts neuer und bekannter Tierkrankheiten immer wichtiger werden Schweine Gruppenhaltung von ferkelführenden Sauen Die Gruppenhaltung von ferkelführenden Sauen ist mit erheblichen Herausforderungen verbunden, erklärten Anne-Claire Berentsen/Dr. Sandra Ripke anlässlich des 15. Niedersächsischen Tierschutzsymposiums 2026. Hier eine Zusammenfassung ihrer Ausführungen. Praxistaugliche Tierwohlindikatoren: Wie sieht die Zukunft aus? Dr. Sandra Düpjan (FBN) stellte in ihrem Vortrag anlässlich des 15. Niedersächsischen Tierschutzsymposiums KI-Ansätze zur Bewertung des Tierwohls im Schweinestall vor Geflügel Optimale Gestaltung erhöhter Ebenen im Broilerstall – Interview mit Dr. Julia Malchow Dr. Julia Malchow forschte nach ihrer Promotion sieben Jahre lang zu Geflügel und Tierschutz am Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler-Instituts. Seit Anfang 2026 ist sie Referentin für Politik bei der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Schafe Klima-Anpassung bei europäischen Merino-Schafen mittels Landschaftsgenomik In einer aktuellen Studie wurden Gene untersucht, die mit Umweltvariablen zusammenhängen. Ziel war herauszufinden welche genetischen Varianten für klimaresiliente Züchtungsansätze in unterschiedlichen Klimazonen geeignet sind Abonnenten erhalten den Newsletter automatisch per Mail. Wer noch nicht registriert ist, kann einfach hier eine Mailadresse eingeben und erhält alle zwei Monate den aktuellen Newsletter. Kostenfrei und völlig unverbindlich.