MSD Tiergesundheit bringt ersten intradermalen Ileitis Impfstoff auf den Markt

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Nach der Einführung des ersten intramuskulär verabreichbaren Impfstoffs in Europa gegen Lawsonia intracellularis im Jahr 2019 bringt MSD Tiergesundheit eine weitere Innovation auf den Markt: Diesen erfolgreichen Impfstoff gibt es ab sofort auch als intradermale Version; verimpfbar mit dem nadellosen IDAL-Vakzinator.

Die nadellose Impfung mit IDAL in die Haut des Tieres erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da sie viele Vorteile sowohl für das Tier als auch den Anwender bietet.

• Aktiver Beitrag zu mehr Tierwohl durch weniger Schmerz und Stress
• Keine Erregerübertragung durch verunreinigte Nadeln
• Hygienische und zeitsparende Arbeitsweise

Besonders anwenderfreundlich und arbeitswirtschaftlich ist die Mischbarkeit des neuen Ileitis-Impfstoffes mit dem intradermalen Impfstoff gegen PCV2 von MSD Tiergesundheit. Mit dem IDAL Twin-Gerät ist sogar die Verabreichung eines dritten Impfstoffs gegen Mykoplasmen in nur einem Arbeitsgang möglich.

Der neue intradermale Totimpfstoff kann auch bei zeitgleicher antibiotischer Therapie erfolgreich angewendet werden, so dass auch unter diesen Betriebsbedingungen die Wirksamkeit gegenüber Lawsonia intracellularis gegeben ist. Die Immunitätsdauer von 21 Wochen bietet einen langen Schutz während der Mast.

Der neue Ileitis-Impfstoff ist nun neben PRRSV, PCV2 und Mykomplasmen der vierte Impfstoff, den MSD Tiergesundheit für die Applikation mit IDAL entwickelt hat. Damit bietet das Unternehmen die meisten intradermal verabreichbaren Impfstoffe und den Tierärzt*Innen und Landwirt*Innen noch mehr Variabilität in der Umsetzung ihrer individuellen Gesunderhaltungskonzepte.

Weiterführende Informationen zu IDAL und dem neuen intradermal verabreichbaren Lawsonien-Impfstoff finden Sie auch unter www.msd-tiergesundheit.de

Quelle: MSD Tiergesundheit

Dialogprozess zum neuen Gesellschaftsvertrag startet: „Landwirtschaft. Ernährung. Zukunft – was kommt morgen auf den Tisch?“

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Der Dialog für einen neuen Gesellschaftsvertrag wurde heute (29.9.) von Ministerin Barbara Otte-Kinast als Teilprozess des Gesamtpakets „Stadt.Land.Zukunft“ gestartet. Unter dem Titel „Landwirtschaft. Ernährung. Zukunft – was kommt morgen auf den Tisch?“ soll bis Mitte 2022 in mehreren Schritten der Entwurf eines Vertrages erarbeitet werden.

Die Umsetzung des Gesamtpakets wird während der nun anstehenden Haushaltsberatungen diskutiert und soll mit rund 31,5 Millionen Euro unterfüttert werden. Das Gesamtpaket umfasst ein Bündel an Zukunftsprojekten, für die es schon konkrete Vorstellungen gibt – von der heimischen Eiweißpflanzenproduktion über Pilotprojekte für die Milcherzeugung auf Moorböden bis zur Biodiversitätsstrategie und einem Klimalabel. Ministerin Barbara Otte-Kinast erläuterte dem Agrarausschuss erstmals die Pläne während der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs. Dabei betonte sie die bedeutsamen Weichenstellungen, die mit dem Doppelhaushalt einhergehen.

Worum geht es beim Gesellschaftsvertrag?
Die Ernährung wird durch komplexe Wertschöpfungsketten gesichert. Daraus leiten sich für die gesamte Gesellschaft viele Aufgaben ab. Die Landwirtschaft versorgt die Bevölkerung mit sicheren, hochwertigen und bezahlbaren Lebensmitteln. Sie hat die Verantwortung für das Tierwohl und die Umwelt durch die enge Verflechtung mit Wasser, Luft, Boden, Flora und Fauna. Außerdem wirkt die Landwirtschaft als Motor für den ländlichen Raum. Die gesamte Produktion ist einem globalen Wettbewerb unterworfen, der ökonomischen Druck erzeugt.

Daraus leiten sich Fragen ab: Wie möchten wir als Gesellschaft künftig leben, einkaufen und essen? Kurz gesagt also: Was kommt morgen auf den Tisch?

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Bauernproteste und Klima-Demos haben an vielen Stellen Sprachlosigkeit erzeugt. Ich möchte, dass wieder mehr Verständnis füreinander entwickelt wird. Wir wollen die heimische Erzeugung erhalten, müssen aber gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer landwirtschaftlichen Betriebe sichern. Wie bekommen wir das mit dem Wunsch nach einer umwelt- und tiergerechteren Landwirtschaft unter einen Hut?“

Wie funktioniert der Prozess?
Mit Unterstützung der beauftragten Arbeitsgemeinschaft mensch und region/ Sebastian Cunitz wird das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) einen mehrstufigen Kommunikations-Prozess umsetzen. Ziel ist es, durch Online-Befragungen und Workshops Widersprüche, unterschiedliche Perspektiven und wichtige „Knackpunkte“ zu identifizieren. Auf Basis der Online-Befragungen entsteht ein erster Entwurf des Gesellschaftsvertrages, der für die weitere Diskussion als Grundlage dienen wird. Die Ergebnisse der Workshops werden als Fragen in eine breite kreative und mediale Beteiligung (Open Innovation Prozess) eingespeist, um neue Ansätze zu finden. Abschließend erfolgt ein Konvent, in dem Lösungsansätze für Themen erarbeitet werden, bei denen es keine übereinstimmende Meinung gab. Während des Konvents erörtern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Ideen und erstellen eine erste Vorlage für einen schriftlichen Gesellschaftsvertrag.

„Wir machen uns gemeinsam auf die Suche nach den besten Lösungen. Der Gesellschaftsvertrag wird zum wesentlichen Impuls für die gesellschaftliche Diskussion und zum Innovationstreiber für die Land- und Ernährungswirtschaft“, stellte Ministerin Otte-Kinast zuversichtlich fest.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Muskuläre Erkrankungen beim Schwein: Fett, das krank machen kann

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Mehr oder weniger ausgeprägte Fetteinlagerungen gehören beim Schweinefleisch einfach dazu. Eine aktuelle Studie der Vetmeduni zeigt nun jedoch, dass auch eine krankhafte Muskelveränderung, bei der Muskelgewebe durch Fett ersetzt wird, bei österreichischen Mastschweinen vorkommt. Weshalb einige Schweine an der sogenannten fettigen Muskeldystrophie erkranken, ist derzeit noch unklar.

In Schlachthöfen sind für die Fleischkontrolle zuständige TierärztInnen häufig mit Auffälligkeiten konfrontiert. Im Jahr 2017 entdeckte ein Tierarzt in einem Schlachthof in der Steiermark, dass bei zwei verschiedenen Schlachtschweinen aus demselben Betrieb die Gesäßmuskulatur massiv mit Fett infiltriert und zum Teil durch Fett ersetzt war. Diese Muskeln wurden zur weiteren Diagnostik an die Universitätsklinik für Schweine der Vetmeduni geschickt.

Fettige Muskeldystrophie – eine häufige Erkrankung von Mastschweinen
Eine nun veröffentlichte Studie beinhaltet die histopathologischen Untersuchungen des Muskelgewebes der beiden betroffenen Schweine sowie eine Befragung mehrerer fleischbeschauender TierärztInnen, um weitere Erkenntnisse über muskuläre Auffälligkeiten bei Schlachtschweinen in Österreich zu gewinnen. Dabei zeigte sich laut Studienerstautor Lukas Schwarz von der Universitätsklinik für Schweine der Vetmeduni, dass es sich um eine nicht seltene Muskelerkrankung handelt: „Die Erhebung über das Auftreten von fettigen Muskelerkrankungen bei Mastschweinen ergab, dass dieses Phänomen in der Steiermark am häufigsten, aber auch in Oberösterreich und Niederösterreich zu beobachten ist. Betroffen waren vor allem Gesäß- und Lendenmuskeln, wobei ca. 20 bis 40 % der betroffenen Muskeln durch Fett ersetzt waren. Fettige Muskeldystrophie ist damit bei Schweinen weder ungewöhnlich noch selten.“

Ursache der Muskelerkrankung noch unklar
Für die Muskelerkrankung kann es laut den ForscherInnen verschiedene Ursachen geben. Erstmals wurde 2013 in Japan bei einem Schwein eine der Becker-Muskeldystrophie (BMD) vergleichbare Erkrankung diagnostiziert – eine Muskelerkrankung, von der auch Menschen betroffen sind. Die ForscherInnen konnten für die beiden österreichischen Schweine, zumindest aus immunhistochemischer Sicht, eine Erkrankung diagnostizieren, welche mit einer Störung der Dystrophinbildung einhergeht. Dystrophin ist ein wichtiges Struktureiweiß, welches für die ordnungsgemäße Funktion von Muskeln notwendig ist. Da über den ursächlichen Mechanismus der sogenannten fettigen Muskeldystrophie nur spekuliert werden kann, halten die WissenschafterInnen eine eingehende Analyse für angezeigt, um die Prävalenz der fettigen Muskeldystrophie in der österreichischen Schweinepopulation, aber auch in der Schweinepopulation weltweit aufzuklären.

Weitere Studien dringend erforderlich
Laut den ForscherInnen sind nun weitere Studien dringend erforderlich, um Strategien gegen die fettige Muskeldystrophie bzw. auch gegen anderen Muskelerkrankungen zu entwickeln. Zur weiteren Ursachenabklärung formulieren die WissenschafterInnen mehrere Empfehlungen. „Erstens ist abzuklären, ob die Ursache umweltbedingt oder genetisch bedingt ist. Falls es sich um genetische Ursachen handelt, wäre es entscheidend, die zugrundeliegende genomische Architektur zu entschlüsseln. Darüber hinaus sollte die Verbreitung innerhalb unterschiedlicher Schweinerassen und -linien nicht nur in Österreich, sondern auch weltweit untersucht werden, um verlässliche Aussagen über die Ausbreitung der Krankheit treffen zu können“, betont Studien-Letztautorin Andrea Ladinig, Leiterin der Universitätsklinik für Schweine der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien

Der „intelligente Zaun“ gegen den Wolf

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Ein Forschungsprojekt der Universitäten Bremen und Gießen sowie des Unternehmens RoFlexs erforscht und entwickelt einen Weidezaun, der mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) Wölfe erkennt und vertreibt. Das System soll Weidetiere besser schützen und damit auch die Koexistenz von Menschen, Nutztieren und Wölfen fördern. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass „mAInZaun“ auch vor unbefugten Eindringlingen auf einer Weide warnt oder eine undichte Stelle im Zaun erkennt.

Tierzucht und Tierhaltung sind wesentliche Standbeine der deutschen Landwirtschaft. Mit der Wiederansiedlung und Ausbreitung des Wolfs tritt jedoch ein Zielkonflikt mit dem Naturschutz in den Vordergrund: Einerseits wird die Weidehaltung von der Gesellschaft gewünscht, denn sie bietet gegenüber einer reinen Stallhaltung Vorteile für das Tierwohl, dient der Pflege in Naturschutzgebieten und ermöglicht den Hochwasserschutz mit Deichen. Mit mehreren Tausend Rissen pro Jahr von Schafen, Ziegen, Kälbern, Ponys und Fohlen stellen Wölfe jedoch eine zunehmende Bedrohung für die Weidetiere und eine psychische Belastung für ihre Halter dar.

Einen „wolfssicheren” Zaun, der den ökologischen und ökonomischen Ansprüchen von Landwirtschaft, Tierhaltern und Gesellschaft genügt, gibt es bislang noch nicht. Die verfügbaren Zäune sind als Festzäune ausgelegt, was häufig gegen den Einsatz in Landschaftsschutzgebieten spricht oder – aufgrund der besonderen Bauart – mit hohem zusätzlichem Arbeitsaufwand durch die Tierhalter verbunden ist. Darüber hinaus sind Elektrozäune bei Dürre oder Frost sehr eingeschränkt in ihrer Wirkung. In Regionen mit besonderen Bedingungen wie Deichen, Naturschutzgebieten und flachgründigen Böden sind zusätzliche Sicherungen durch Pfähle oder Untergrabungsschutz nicht möglich. Durch ein „Zaun-Wettrüsten“ mit Wolfszäunen käme es zudem zu einer Zerschneidung der Landschaft: Wild lebende Tiere würden in ihrer Bewegung eingeschränkt – und damit auch ihre Futterquellen und ihre genetische Vielfalt.

Andere Möglichkeiten des Herdenschutzes sind ebenfalls mit sehr hohem Aufwand und weiteren gravierenden Nachteilen verbunden. Herdenschutzhunde sind teuer in der Anschaffung und dem Unterhalt, und in der Nähe von menschlichen Siedlungen oder anderen Hunden kommt es leicht zu Konflikten. Auch die Beschäftigung von Schäfern, die rund um die Uhr im Einsatz sind, ist wirtschaftlich nicht möglich – jede Herde würde mindestens drei Personen erfordern.

Psychische Barrieren ergänzen physische Hindernisse
Doch nun wird an einer Lösung geforscht. Im Forschungsprojekt mAInZaun („Modularer, autonomer und intelligenter Weide(schutz)zaun mit Erkennung und Vergrämung von Predatoren“) der Universitäten Bremen und Gießen sowie des Unternehmens RoFlexs wollen die Partner mit Sensoren und Methoden der künstlichen Intelligenz einen „intelligenten“ Zaun entwickeln, der die Annäherung eines Wolfes erkennt und die passenden Maßnahmen zur Abwehr ausführt. Gefahren – seien es Wölfe oder Manipulationen am Zaun durch Sturm oder Dritte – werden sofort erkannt und dem Tierhalter mitgeteilt. Polizei, Straßenmeistereien oder die Bahnaufsicht können in die Alarmierungskette eingebunden werden. Die Sensoren und weitere Bauteile verfügen über eine eigene Stromversorgung, sodass sie unabhängig von einem vorhandenen Zaun einsetzbar sind. Der Einsatz ohne klassischen Zaun als mechanische Sperre kann zusätzliche Anwendungsgebiete auch in unwegsamen Regionen erschließen.

Kostengünstig, digital steuerbar und energieeffizient
„Das System baut auf vorhandenen Technologien auf, muss aber dennoch einige Hürden überwinden, um praxistauglich zu werden“, erklärt Professorin Anna Förster vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen. „Die Sensorik und die Vergrämungslösungen sollen kostengünstig, digital steuerbar und vor allem energieeffizient sein, weil der mAInZaun ohne externe Energiequellen auskommen muss. Gleichzeitig müssen diese Lösungen aber auch sehr genaue Ergebnisse liefern. Unser Ziel ist es zum Beispiel, dass die KI nicht nur die Unterscheidung von Wölfen und anderen Tierarten lernt, sondern auch von einzelnen Wölfen untereinander. So können die Vergrämungslösungen individualisiert werden, damit sich einzelne Tiere nicht an bestimmte Abwehrmethoden gewöhnen.“

Dies ist ein wichtiger Punkt, weil Wölfe sehr intelligent und anpassungsfähig sind. „Es stellt eine der größten Herausforderungen in diesem Projekt dar, die Vergrämungsmethoden so zu entwickeln, dass sie kurz- wie auch langfristig effektiv bleiben“, betont die Verhaltensforscherin Uta König von Borstel, Professorin an der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Gleichzeitig dürfen aber natürlich keine Weidetiere, Menschen oder Hunde zu Schaden kommen. Wir sind zuversichtlich: Mit unserem Ansatz, die Wölfe individuell zu erkennen und zu vergrämen, können wir diese Anforderungen unter einen Hut bringen.“

Zaunhersteller sorgt für die Praxistauglichkeit
Wenn diese Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden können, steht die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis bereits in Aussicht. Die RoFlexs GmbH (Salzwedel) bringt ihre Erfahrungen aus der Metallbearbeitung und der Elektrotechnik ein. „Eine unserer Aufgaben ist die Entwicklung eines robusten und wetterbeständigen Gehäuses für die Steuerungs- und Sensortechnik“, berichtet Geschäftsführer Torsten Menzel. „Parallel werden wir zum Beispiel dabei helfen, die flexible und autarke Stromversorgung für die Module zu entwickeln und über den Projektzeitraum auch ständig weiter zu optimieren.“ RoFlexs produziert und vermarktet darüber hinaus seit 15 Jahren einen Mobilzaun, sodass weltweit bestehende Vertriebskanäle genutzt werden könnten.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und soll Mitte 2024 abgeschlossen sein. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit 1,1 Millionen Euro.

Quelle: Universität Bremen

TVT fordert Reduktion des Antibiotikaeinsatzes durch bessere Haltungsbedingungen und Tierzucht

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Dier TVT begrüßt die Entscheidung des Europäischen Parlamentes die Behandlung von Tieren mit Antibiotika nicht unverhältnismäßig zu erschweren. Doch das Ziel der Initiative von Herrn Häussling, den Einsatz von Antibiotika und insbesondere Reserveantibiotika zu verringern, bleibt aktuell. Den besten Weg, dies zu erreichen, sieht die TVT in der Verbesserung von Tierhaltung und Tierzucht. „Gesunde Tiere, deren physiologischen Fähigkeiten weder durch eine einseitige übersteigerte Leistungszucht noch durch nicht tiergerechte Haltungssysteme überfordert werden, werden seltener krank und benötigen kaum Antibiotika. Wir fordern ein Umdenken in der Landwirtschaft und beim Verbraucher und wirksame gesetzliche Regeln für mehr Tierwohl in den Ställen,“ erläutert Dr. Andreas Franzky, Vorsitzender der TVT.

Das Europäische Parlament hatte die vom Europaabgeordneten Martin Häusling und dem EU-Umweltausschuss eingebrachte Verschärfung der Vorlage der Kommission zur Deklaration von Reserveantibiotika abgelehnt. Die TVT sieht die Ziele des Antrags von Herrn Häusling allerdings positiv, nicht aber den Weg. Weniger Antibiotikaeinsatz in allen Bereichen der Human- und Tiermedizin trägt dazu bei, die Ausbildung und Verbreitung von resistenten Erregern zu vermeiden. Die vorgeschlagene Lösung war aus Sicht der TVT aber falsch. Der Antrag sah vor, dass zuerst der Einsatz von wichtigen Antibiotika in der Tiermedizin verboten werden sollte. Dann hätte nachfolgend die EU das gerade erst nach langen jahrelangen Vorbereitungen und Beratungen verabschiedete EU-Tierarzneimittelverordnung wieder reformieren müssen, um Regeln für den limitierten Einsatz dieser Antibiotika zu formulieren. „Dies hätte wahrscheinlich einige Jahre gedauert in denen kein Tier, weder Haus-, Wild- noch Nutztier mit einem dieser Antibiotika hätte behandelt werden können. Tiere können nichts dafür, in welchem Haltungssystem sie leben. Wenn Tiere erkranken müssen Tierärzte sie behandeln können, alles andere wäre tierschutzwidrig,“ erklärt Dr. Andreas Franzky.

Doch mit der Ablehnung des Antrags ist noch kein entscheidender Schritt hin zu mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung getan. Wohl können Krankheiten weiterhin behandelt werden, doch die TVT sieht die Herausforderung darin, die Haltungsbedingungen so zu verbessern, dass die Tiere weniger krank werden. Gut gehaltene Tiere mit einem intakten Immunsystem werden weniger krank und brauchen kaum Antibiotika. Nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wie Anbindehaltung von Kühen, Kastenstände bei Sauen und überbelegte Mastanlagen sowie eine einseitig auf Leistung ausgelegte Zucht wie bei Hochleistungskühen, Masthähnchen und Puten müssen gesetzlich verhindert werden, damit gesunde Tiere die Basis der Lebensmittel tierischer Herkunft bieten.

Das Kompetenznetzwerk Nutzierhaltung – die sogenannte Borchert-Kommission – hat wichtige Vorschläge zu einem Umbau der Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft erarbeitet. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen muss endlich auf den Weg gebracht und die Maßnahmen mit erhöhtem Tempo umgesetzt werden, wodurch die Notwendigkeit, Antibiotika einsetzen zu müssen, deutlich gesenkt würde.

Die TVT ist ein Zusammenschluss aus deutschlandweit mehr als 1.400 Tierärztinnen und Tierärzten, die sich ehrenamtlich für den Schutz und die Sicherung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren einsetzen. Sie erarbeiten Merkblätter, Stellungnahmen, Gutachten und Leitlinien zu aktuellen Tierschutzthemen und arbeiten in verschiedenen Kommissionen und Beiräten mit. Die TVT kümmert sich um die aktuell drängenden Probleme z. B. in der Zucht (Defekt- und Extremzüchtungen), Haltung und Betreuung von Heim- und Nutztieren, bei Tiertransporten und Schlachtung sowie bei Tierversuchen, bei Tieren im Sport, in Zoos und Zirkussen oder im sozialen Einsatz. www.tierschutz-tvt.de

Geflügelpest-Virus bei Seehunden im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer nachgewiesen

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Hochpathogenes aviäres Influenzavirus A H5N8 bei mehreren Seehunden entdeckt.

Das Institut für Virologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) hat in Proben von zwei Seehunden (Phoca vitulina) Infektionen mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus (HPAIV) des Subtyps H5 nachgewiesen. Professor Dr. Paul Becher, Leiter des Instituts für Virologie sagte: „Den Nachweis haben wir umgehend an die Veterinärbehörden der Kreise Nordfriesland und Dithmarschen gemeldet.“ Das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum der TiHo untersucht regelmäßig Seehunde, die an der schleswig-holsteinischen Küste tot aufgefunden werden. Sie reichten die entsprechenden Proben an das Institut für Virologie weiter. Im August 2021 wurde eine leicht erhörte Sterblichkeit bei Seehunden beobachtet.

Anschließende Untersuchungen ergaben bei beiden Tieren den Nachweis des Subtyps H5N8. Die höchsten Virusgenomlasten fanden sie im Gehirn der Seehunde. „In anderen Geweben, einschließlich der Lunge, konnten wir keine oder nur sehr geringe Viruslasten von H5N8 nachweisen“, berichtet Becher. „Zudem konnten wir in ersten Untersuchungen zeigen, dass die genetischen Sequenzen der bei den Seehunden nachgewiesenen Influenzaviren große Ähnlichkeiten haben mit Geflügelpestviren, die in diesem Jahr bei Wildvögeln in Europa gefunden wurden.“ Die Erreger der Seehundstaupe, die in der Vergangenheit zu Massensterben bei Seehunden geführt hatten, wurden bei diesen beiden Tieren sowie auch bei weiteren in diesem Jahr aufgefundenen Seehunden nicht nachgewiesen.

Inzwischen haben Untersuchungen im Nationalen Referenzlabor für aviäre Influenzaviren am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) die Ergebnisse bestätigt und in Zusammenarbeit mit dem Veterinäruntersuchungsamt des Landes Schleswig-Holstein das Virus HPAI, Subtyp H5N8 bei einem dritten Seehund nachgewiesen. Sie fanden im Gehirn des Tieres ebenfalls hohe Viruslasten. An der TiHo und am FLI laufen jetzt weitere Arbeiten, um die Viren und die Infektionen zu charakterisieren.

Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Tiergesundheit durch Genomik

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Warum sind manche Tiere anfälliger für Krankheiten als andere? Dies haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) genauer untersucht. Sie fanden bei Nutztierarten genetische Unterschiede, die dafür verantwortlich sind, dass einzelne Tiere weniger anfällig sind für bestimmte Krankheiten. In einer großen Studie haben die Forschenden die Machbarkeit und Effizienz von CRISPR-Cas9-Editierungen belegt.

Die Möglichkeiten der Genom-Editierung in der Nutztierzucht sind noch nicht systematisch erforscht worden. Der von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderte Forschungsverbund FORTiGe wollte nun klären, inwiefern mit den molekularbiologischen Methoden der Genomanalyse und der Genom-Editierung die Tiergesundheit verbessert werden kann. Dafür haben die Forscherinnen und Forscher genomweite Untersuchungen und die Genschere CRISPR-Cas9 eingesetzt. Mithilfe des CRISPR-Cas9 Verfahrens können gezielt DNA-Bausteine im Erbgut umgeschrieben werden.

Dabei haben die Forschenden ausschließlich genetische Veränderungen anvisiert, die so auch in der Natur vorkommen könnten. Solche Veränderungen könnten auch im Rahmen klassischer Tierzüchtung erreicht werden, doch das kann viele Generationen und Jahrzehnte dauern, während die Genom-Editierung in wenigen Generationen zum Ziel führt.

Genomische Methoden zur Sicherstellung der Jungtiergesundheit
Beim Rind identifizierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gene, die den Geburtsverlauf, die Jungtiergesundheit und die Widerstandsfähigkeit des Stoffwechsels von Kühen maßgeblich beeinflussen. „Einige der identifizierten Genomstellen können künftig zur Verbesserung der Tiergesundheit genutzt werden“, erklärt Ruedi Fries, Professor für Tierzucht an der TUM und Sprecher des Verbunds.

Die Arbeitsgruppe von Angelika Schnieke, Professorin für Biotechnologie der Nutztiere an der TUM, fand eine Möglichkeit, per Genom-Editierung Schweine zu erzeugen, die gegenüber der Ödemkrankheit resistent sind. Diese Infektionskrankheit betrifft vor allem frisch abgesetzte, also von der Muttermilch entwöhnte Ferkel, deren Darmmilieu durch die Futterumstellung aus dem Gleichgewicht geraten ist. Bei anfälligen Tieren können sich pathogene Escherichia Coli-Keime stark vermehren und durch Toxine zum Tod der Ferkel führen – ein Grund, warum hier bislang häufig Antibiotika zum Einsatz kommen.

Viruserkrankungen bei Geflügel vermeiden
Darüber hinaus konnten genomeditierte Hühner gezüchtet werden, die gegen das aviäre Leukosevirus resistent sind. Die Tiere wurden durch die Gruppe von Benjamin Schusser, Professor für Biotechnologie der Reproduktion, erzeugt. Die Resistenz wurde durch ausführliche immunologische Untersuchungen und Infektionsversuche sowohl in Zellkulturen als auch bei lebenden Tieren bestätigt.

„Das aviäre Leukosevirus kann zu schweren Erkrankungen und starker Wachstums- sowie Legedepression im Geflügel führen“, erklärt Prof. Schusser. „Durch die Forschungen könnten nun Herden von Tieren aufgebaut werden, die nicht krank werden, weil sie gegen diese Viren resistent sind.“

Genetisch veränderte Tiere als Perspektive für die Landwirtschaft
„In allen Untersuchungen verwendeten wir genetische Veränderungen, wie sie auch auf natürliche Weise vorkommen könnten“, betont Prof. Fries. So findet sich die Genvariante, die zur Resistenz gegen die Ödemkrankheit führt, zwar in bestimmten Schweinerassen, bei den bayerischen Zuchttieren kommt sie aber nur selten vor. Die Variante eines bestimmten Proteins, die zur Resistenz gegen das aviäre Leukosevirus führt, kommt beim Huhn nicht vor, findet sich aber zum Beispiel bei Wachteln.

„Die Forschungsresultate eröffnen realistische Perspektiven zur Unterstützung der Landwirte und Landwirtinnen in ihren Bestrebungen, die Tiergesundheit und das Tierwohl zu verbessern“, resümiert Prof. Fries.

Quelle: Technische Universität München

Woher kommt die Milch? – Jetzt gibt es Unterricht im Stall

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Rechtzeitig zum Weltkindertag am 20. September startet das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf mit neuen Angeboten für Kitakinder und Schulklassen. Ab sofort können sich Träger von Kindertagesstätten und -gruppen oder Schulen auf der Homepage der Forschungseinrichtung über den Unterricht im Schweine- oder Rinderstall informieren und sich bei Interesse anmelden.

„Als neuer außerschulischer Lernort in Mecklenburg-Vorpommern möchten wir über die Tierhaltung und die Herkunft unserer Lebensmittel aufklären“, informierte FBN-Vorstand Professor Dr. Klaus Wimmers. „Im Rahmen des Projektes ‚Stadt-Land-Stall‘ werden wir Kindern reale Einblicke ermöglichen, wie Schweine und Kühe leben und welche Rolle dabei das Tierwohl sowie der Umwelt- und Klimaschutz spielen. Zugleich wollen wir zeigen, wie unsere Forschenden arbeiten.“

Wertschätzung für Tiere und Landwirtschaft
Wo kommt die Milch her? Was frisst ein Schwein? Wie viele Ferkel kann eine Sau bekommen? Sind Ziegen dumm? Auf diese und viele weitere spannende Fragen können Kinder bei einem Besuch des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf eine Antwort von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erhalten. „Heute haben die Kinder kaum noch einen Bezug zur Landwirtschaft und kennen den Ursprung der Lebensmittel nur aus den Medien“, sagte Projektkoordinatorin Marianne Zenk. „Darum sollen die Schülerinnen und Schüler und Kindergartenkinder ihre gewohnte Lernumgebung verlassen und einen echten Stall besuchen. Hier vor Ort können wir am besten erklären, wie die Tierhaltung funktioniert und auf alle Fragen der Jüngsten eingehen“, so die Agraringenieurin. „Dabei geht es auch um die Wertschätzung der Tiere und der Arbeit in der Landwirtschaft sowie um Aspekte der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes.“

Neben den vielen Nutztierarten wie Rinder, Schweine, Ziegen, Fisch, Geflügel und Insekten gibt es in den Ställen und Anlagen Orte für Begegnungen. So kann man vom Besuchergang im Schweinestall die Tiere beobachten und im Kuhstall die Rinderhaltung mit allen Sinnen erfahren. In der Projektgruppe „Stadt-Land-Stall“ am FBN wurden dazu begleitende und altersgerechte Informations- und Lernmaterialien für die Stallbesuche erarbeitet. Diese können die jungen Besucherinnen und Besucher mit nach Hause nehmen. „Unser Projekt werden wir schrittweise ausbauen, um künftig auch Jugendlichen der höheren Klassenstufen, Studierenden, Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern Informationen und Aktionen im Forschungsinstitut anbieten zu können“, kündigte die Projektleiterin an.

Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.fbn-dummerstorf.de/stadt-land-stall/

Unterricht der anderen Art – Außerschulische Lernorte
Außerschulische Lernorte (kurz ALO) als bundesweit verbreitete Zentren praxisnahen Forschens, Erlebens und Ausprobierens ermöglichen eine moderne Form des Lehrens und Lernens und stellen ein mittlerweile wichtiges und bundesweit anerkanntes Element im schulischen Bildungsprozess und in der Gestaltung des Übergangs Schule und Studium oder Ausbildung dar. Des Weiteren spielen diese Lernorte seit geraumer Zeit in der Weiterbildung eine immer größere Rolle.

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Bangen um die Gesundheit unserer Tiere BTK erfreut über Entscheidung des Europäischen Parlaments

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Nachdem die vergangenen Wochen geprägt waren vom Kampf der Tierärzteschaft gegen die Ablehnung eines Verordnungsentwurfs zum Thema „Antibiotikavorbehalt für die Humanmedizin, wie es ein vom Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) vorgelegter Antrag forderte, fiel nun in Straßburg die Entscheidung. Sehr zur Erleichterung der Bundestierärztekammer (BTK) stimmten die Mitglieder des Europäischen Parlaments für den Entwurf der delegierten Verordnung der Kommission (DEA 2021/2718) über „Kriterien zur Identifizierung von antimikrobiellen Arzneimitteln, die für die Behandlung von Menschen vorbehalten sind“ und verhinderten somit den Wegfall weiterer essenzieller Antibiotikaklassen für die Behandlung von Tieren.

Auf der Grundlage der abgestimmten Verordnung, welche auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Human- und Veterinärmedizin basiert, kann nun unter Berücksichtigung des One-Health-Ansatzes eine Liste mit für den Menschen reservierten Antibiotikaklassen erstellt werden. „Insbesondere die Tierärzteschaft hat bereits in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Reduktion des Antibiotikaeinsatzes beigetragen. Ich appelliere an alle Kolleginnen und Kollegen, auch weiterhin Umsicht und Vernunft bei der Anwendung dieser wichtigen Substanzen walten zu lassen“, betont BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch zukünftig, im Sinne des Tierschutzes sowie einer erfolgreichen Zoonose-Prävention, Menschen und Tieren eine zielgerichtete Therapie mit Aussicht auf Erfolg erhalten können.

Ziel des durch den ENVI-Ausschuss vorgelegten Antrags war eine deutliche Reduzierung des Einsatzes von Antibiotika bei Tieren mit der Begründung, damit eine Minimierung der mitunter lebensbedrohlichen Antibiotikaresistenzen zu erreichen. Ein Ziel, das von der BTK ausdrücklich unterstützt wird und auch vom existierenden Entwurf der delegierten Verordnung ganz klar verfolgt wurde. Während dieser jedoch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Human- und Tiermedizin basiert, forderte der vorgelegte Antrag ganz klar die Orientierung an den Kriterien und Empfehlungen der WHO, welche ausschließlich die menschliche Gesundheit berücksichtigen.

Quelle: BTK

Hitzestress effektiv vorbeugen

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Hitzestress führt zu Leistungsdepressionen und Unwohlsein, im weiteren Verlauf zum Hitzeschlag durch Kreislaufversagen bei Körpertemperaturen über 42°C. Tiere auf der Weide können schattige Plätze aufsuchen oder durch Wind Kühlung bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass es Bäume oder einen schattenspendenden Unterstand auf der Weide gibt. Bei den Tieren im Stall ist der Landwirt dafür verantwortlich, ein angenehmes Klima zu schaffen. Schweine, vor allem Sauen haben ihr Temperaturoptimum in einem sehr engen Bereich und sie können nicht schwitzen. Kühe mögen es auch lieber kühl, 10°C sind ihnen am liebsten. Bereits ab etwa 22 bis 25 °C ist die Thermoregulation der Tiere deutlich eingeschränkt, obwohl sie anders als Schweine tatsächlich schwitzen können. Viele Hitzestresssymptome resultieren daraus, dass die Kuh nicht mehr genügend Grundfutter und damit Energie aufnimmt. Stoffwechselprobleme, hohe Zellzahlen und veränderte Milchinhaltstoffe sind dann oft die Folge. Abhilfe schafft ein verbesserter Luftaustausch. Eine verstärkte Lüftung oder Ventilatoren sorgen für Luftbewegung. Eine Rasenfläche im Vorbereich des Stalles ist besser als Stein, weil Steine sich extrem aufheizen. Bäume können den Stall beschatten und Jalousien an den Fenstern verringern die Sonneneinstrahlung. Eine Sprühkühlung sorgt für feinen Wassernebel in der Luft, der einen kühlenden Effekt hat. Die Fütterung sollte früh morgens oder abends sein, weil die Tiere gerne fressen, wenn es kühler ist. Bei Kühen sind erhöhte Mineralstoffmengen sowie die zusätzliche Gabe von Viehsalz nötig. Es ist immer ausreichend frisches, kaltes und keimfreies Wasser bereitzustellen, sowohl im Stall als auch auf der Weide. Da die Tiere durch die Hitze sowieso schon gestresst sind, sind weitere stressverursachende Maßnahmen wie Impfen, Umstallen oder Treiben auf die kühlen Morgenstunden zu verlegen.

Quelle: Dr. Heike Engels, Der Hoftierarzt