Agrarministerin Staudte: Jetzt Impfschutz für neue Varianten der Blauzungenkrankheit!

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Weitere Serotypen und Viruserkrankungen für Schafe und Rinder breiten sich aus

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte ruft Tierhalterinnen und Tierhalter in Niedersachsen dazu auf, ihre Tiere rechtzeitig gegen das Blauzungenvirus impfen zu lassen. Eine Impfung biete den einzigen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen: „Die bisherigen Impfungen gegen den Blauzungen-Serotyp 3 schützen nicht vor dem sich nun auch ausbreitenden Serotyp 8. Wir rechnen daher damit, dass sich ab dem kommenden Frühjahr wieder mehr Schafe, Rinder und Ziegen mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (BTV) infizieren. Daher appelliere ich an die Tierhalterinnen und Tierhalter: Schützen Sie ihre Tiere mit einer rechtzeitigen, umfassenden Impfung und helfen Sie mit, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.“

Neben fortlaufenden Nachweisen von BTV-3 sind seit Oktober 2025 zusätzlich Nachweise von BTV-8 bei Rindern und Schafen in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen. Dort gelten entsprechende spezielle Regelungen für die Verbringung von Tieren empfänglicher Arten. Mit Infektionen in Niedersachsen muss gerechnet werden. Zudem kommt in Europa der Serotyp 4 vor. Impfstoffe gegen diese Serotypen sind auf dem Markt. Halterinnen und Haltern von Rindern, Schafen und Ziegen empfiehlt das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium daher erneut die Impfung gegen den immer noch zirkulierenden Serotyp 3 und gegen den Serotyp 8. Es besteht keine Kreuzimmunität zwischen den Serotypen, das heißt Impfungen gegen einen der Serotypen bieten keinen Schutz gegen die anderen Serotypen. Nach der Impfung dauert es mehrere Wochen bis der Impfschutz aufgebaut ist. Die Tiere sollten einen vollständigen Immunschutz vor dem Beginn der Vektorsaison (Gnitzen), spätestens Anfang Mai, entwickelt haben.

Aufmerksamkeit auch bei der Epizootische Hämorrhagische Krankheit und Lumpy Skin Krankheit geboten
Seit 2022 breitet sich außerdem die Tierseuche EHD (Epizootische Hämorrhagische Krankheit) in Europa aus. Bei der EHD handelt es sich ebenfalls um eine virale Infektionskrankheit mit gleichem Wirtsspektrum und ähnlichem Verlauf wie die Blauzungenkrankheit. Sie betrifft jedoch vor allem Rinder sowie Wildwiederkäuer wie Hirsche. Übertragen wird das Virus ebenfalls durch Gnitzen (Mücken). Ein Impfstoff gegen den Serotyp 8 (EHDV-8) ist zugelassen und bietet Schutz für Rinder. Auch bei der Lumpy Skin Disease (LSD) handelt es sich um eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die Rinder betrifft. Die Übertragung des Virus erfolgt in erster Linie durch blutsaugende Insekten. Bisher sind beide Erkrankungen nicht in Niedersachsen aufgetreten. Bei Vorliegen eines Verdachts sollte schnellstmöglich eine Untersuchung zur Abklärung veranlasst werden, beziehungsweise umgehend das zuständige Veterinäramt informiert werden.

Hintergrund:
Im Jahr 2024 hatten Infektionen mit dem Blauzungenvirus des Serotyps 3 (BTV-3) zu enormen Verlusten in niedersächsischen Schaf- und Rinderhaltungen geführt. Vor allem aufgrund einer positiven Entwicklung der Impfquote, insbesondere bei Schafen, wurden in Niedersachsen 2025 weitaus weniger Ausbrüche der Blauzungenkrankheit festgestellt. Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit. Schafe und Rinder, aber auch Ziegen, Kameliden (bspw. Lamas und Alpakas) und Wildwiederkäuer sind für BTV empfänglich. Übertragen wird das Virus durch kleine blutsaugende Stechmücken, sogenannte Gnitzen.

Weitere Informationen
Aktuelle Informationen werden im Tierseuchen-Informationssystem (TSIS) des FLI zur Verfügung gestellt.

Mehr Informationen auch unter tierseucheninfo.niedersachsen.de

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

InnoRind-Webinar am 29. 1. 2026

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Innovationsnetzwerk Rind – zukunftsfähige Rinderhaltung in Deutschland unter Berücksichtigung von Tierwohl, Umweltwirkungen und gesellschaftlicher Akzeptanz

Dreieinhalb Jahre haben sich zwölf Institutionen aus ganz Deutschland gemeinsam mit Fragen zur zukunftsfähigen Rinderhaltung befasst. Das Verbundprojekt wurde im Rahmen des Bundesprogrammes Nutztierhaltung von BMLEH und BLE gefördert.

Die Arbeitsgruppe Kälberaufzucht stellt ihre Ergebnisse aus dem Projekt in einem Webinar vor: 29. Januar 2026 von 19 bis 20.30 Uhr: AG Kälber „Gemeinsam fit – Kälberaufzucht neu gedacht“.

Melden Sie sich gern über diesen Link für das Webinar an.

Quelle: Kompetenzzentrum Milch Schleswig-Holstein

bpt-Neujahrsempfang 2026 in Berlin: Tiergesundheit geht nur mit mehr Zeit am Tier und vernünftigen Gebühren

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Tiergesundheit hat eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung – sowohl in der Lebensmittelproduktion und -sicherheit als auch für Haustiere und ihre Besitzer. Sie ist aber auch entscheidend für die nationale Sicherheit. Darum betonte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder bei seiner Begrüßung zum diesjährigen Neujahrsempfang des Bundesverbands praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) unter der Schirmherrschaft von Tierärztin und MdB Dr. Franziska Kersten (SPD), wie wichtig der Schutz von Lebensmittelketten ist. Er forderte die Zuhörenden, u.a. Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leiter der Abteilung 3 „Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit“ im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und den für Tiergesundheit zuständigen Berichterstatter der CDU-Bundestagsfraktion, MdB Dieter Stier, mit Blick auf den Ausbruch von Maul- und Klauenseuche im Januar 2025 auf, „…nicht nur die Gesundheit des Menschen, sondern auch die Tiergesundheit als kritische Infrastruktur mitzudenken und in die Krisenprävention einzubeziehen.“

GOT sorgt für stabiles Preisgefüge
Grußworte sprachen neben Dr. Franziska Kersten, auch der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Ltd. VD Dr. Holger Vogel, der Präsident des Bundesverbandes Freier Berufe (BFB), Dr. Stefan Hofmeister und Prof. Dr. Eberhard Haunhorst. Die Betonung der Wichtigkeit der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) zum Schutz der Verbraucher (Tierhalter) war dabei allen ein Anliegen. Für bpt-Präsident Dr. Moder ist klar, dass die in diesem Jahr anstehende GOT-Evaluierung zeigen wird, dass die angestrebte Steigerung der Attraktivität des Berufsbilds durch die damalige Ampel-Regierung zur Schaffung günstiger Arbeitsbedingungen und Stabilisierung einer flächendeckenden Notdienstversorgung verbessert wurde. Die aktuell in Teilen der Politik diskutierte Abschaffung der GOT würde ganz sicher nicht zu einem fallenden Preisniveau führen. Ganz im Gegenteil: der Blick in unsere EU-Nachbarländer zeige klar, dass die Versorgung gerade auf dem Land dann gefährdet wäre und die Preise explodieren würden.

Tiergesundheit ist auch Krisenprävention
Keynote-Speaker Jonathan Rushton, Professor of Economics of Animal Health an der Universität Edinburgh (Schottland) und Berater der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) sowie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) machte klar, dass selbst vegan lebende Menschen durch Tiere beeinflusst werden. Sei es schlicht durch Nahrungskonkurrenz oder durch Haustiere. Anhand von Zahlen verdeutlichte er die volkswirtschaftliche Bedeutung der tierärztlichen Tätigkeit insbesondere im Bereich der Lebensmittelversorgung und -sicherheit. Krisenprävention kann ohne das Mitdenken der Tiergesundheit nicht vollständig sein. Auch gesamtgesellschaftlich ist die Arbeit der Tierärzte unabdingbar.

Krisenprävention durch Bürokratieabbau
Die zentrale Forderung Moders war erneut die nach mehr Zeit am Tier, also dem Abbau überflüssiger Bürokratie. Auch wenn es erste Schritte in die richtige Richtung gibt, stellte er fest: „Das ist und bleibt bisher ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Er verwies auf die bereits im letzten Sommer an den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer überreichten zehn konkreten bpt-Vorschläge, um kurzfristig mehr Zeit am Tier zu erreichen. Die Forderungen beinhalten u.a. die Verlängerung des Kontrollintervalls bei den tierärztlichen Hausapotheken, die Verdopplung des Schulungsintervalls für die Röntgenfortbildung und die Veränderung des Bewertungssystems beim Antibiotikamonitoring. Ohne die passenden Rahmenbedingungen, werde es zunehmend schwierig werden, die tierärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten, so Moder.

Quelle: bpt

Betäubungsloses Enthornen von Kälbern: In Niedersachsen weiterhin nur mit Beruhigungs- und Schmerzmitteln erlaubt

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Erneuerter Erlass präzisiert Tierschutz-Vorgaben beim Enthornen

In Niedersachsen ist die betäubungslose Enthornung von unter sechs Wochen alten Kälbern weiterhin nur zulässig, wenn den Tieren ein Beruhigungsmittel (Sedativum) und ein mindestens 24 Stunden wirksames Schmerzmittel verabreicht werden. Diese Praxis wurde in Niedersachsen bereits seit Dezember 2016 durch einen Runderlass vorgeschrieben. Nachdem dieser nach einmaliger Verlängerung nun ausgelaufen ist, hat Niedersachsen die Tierschutz-Vorgaben in einem neuen Erlass bekräftigt und präzisiert.

Der Erlass ist im Ministerialblatt ist hier abrufbar. Er greift insbesondere das Thema Sachkunde konkreter auf: Demnach kann für Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Ausbildungsberuf Landwirt*in, die ihre Ausbildung auf einem rinderhaltenden Betrieb absolviert haben, auf dem Kälber enthornt wurden, sowie im Ausbildungsberuf Tierwirt*in Fachrichtung Rinderhaltung davon ausgegangen werden, dass diese über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Alle anderen Personen müssen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten der zuständigen Behörde auf Verlangen nachweisen. Beispielsweise durch Bescheinigungen über eine entsprechend fachkundige Unterweisung durch einen Tierarzt bzw. Tierärztin.

Hintergrund: In Deutschland ist das betäubungslose Enthornen (genauer: das Veröden der Hornanlagen) von Kälbern bis zu einem Alter von sechs Wochen rechtlich zulässig. Grundlage ist Paragraph 6 des Tierschutzgesetzes in Verbindung mit der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Der Gesetzgeber erlaubt diese tierschutzrechtliche Ausnahme, wenn der Eingriff fachgerecht durchgeführt wird und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern. Niedersachsen nutzt somit den rechtlichen Spielraum, um Detailanforderungen und Bedingungen zu präzisieren. Ab einem Alter von sechs Wochen ist das Enthornen nur noch unter Betäubung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erlaubt. Ministerin Staudte spricht sich dafür aus, die geplante Änderung des Bundestierschutzgesetzes aus der letzten Wahlperiode wieder aufzugreifen, die ohne Altersgrenze die Enthornung bei Rindern mit Betäubung vorsah.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Prime-Boost-Impfkonzept: Fördert Kälbergesundheit und steigert Wirtschaftlichkeit der Kälbermast

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Nach aktuellem Einsatz des Prime-Boost-Impfkonzepts von Boehringer Ingelheim in einem Mastbetrieb konnte dieser vielversprechende Ergebnisse aufweisen. Prime-Boost beinhaltet eine intranasale Impfung gegen BRSV (Bovine Respiratory Synzytial-Virus) und das PI3-Virus (Bovine Parainfluenza 3 Virus) sowie nach zwei Wochen eine Impfung eines inaktivierten Impfstoffs mit denselben Virusstämmen bei BRSV, PI3V sowie Mannheimia haemolytica.

In diesem Mastdurchgang wurden insgesamt 1.578 Kälber in drei Gruppen beurteilt: (1) ungeimpft, (2) zweimal im Abstand von drei Wochen nadelgeimpft oder (3) nach dem Prime-Boost-Schema.

Bei der Prime-Boost-Gruppe war die Mortalität mit 2,5 % am niedrigsten, deutlich besser als bei den ungeimpften (4,5 %). Besonders ins Gewicht fallen die Verluste im Zeitraum von Mitte bis Ende der Mast: In dieser wirtschaftlich besonders sensiblen Phase traten in der ungeimpften Gruppe fast 60 % der Ausfälle auf.

Auch die Behandlungsrate konnte durch die Impfung um 28 % gesenkt werden. Die Prime-Boost-Gruppe zeigte die besten Ergebnisse bei den Schlachtgewichten. Über 67 % der Tiere erreichten die optimale Gewichtsklasse von 140–170 kg, während in der ungeimpften Gruppe fast 7 % unter 110 kg lagen.

Mit dem Prime-Boost-Konzept profitieren Landwirte nicht nur von einer besseren Tiergesundheit, sondern auch von wirtschaftlichen Vorteilen durch höhere Schlachtgewichte, mehr Homogenität und reduzierten Einzeltierbehandlungen.

Weitere Informationen unter: https://www.vetmedica.de/atemwegserkrankungen

Quelle: Boehringer Ingelheim Vetmedica

Lemmer-Fullwood präsentiert neue Generation des Herdenmanagements FULLEXPERT

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Automatische Tierbeobachtung und Herdenmanagement

Lemmer-Fullwood präsentiert neue Generation des Herdenmanagements FULLEXPERT

+ Neues Dashboard: Innovative Kacheloberfläche ermöglicht eine intuitive Navigation – D2D Analytik für präzise Handlungsempfehlungen

+ Erweiterte Sensorplatte: Mehr Auswahl für verschiedene Betriebsstrategien – FULLEXPERT ist jetzt kompatibel zu FULLEXPERT-Pedometer, -Halsband oder -Ohrmarke

Ein präzises, ganzheitliches Herdenmanagement ist heute ein zentraler Erfolgsfaktor in der Milchkuhhaltung. FULLEXPERT, seit über zwei Jahrzehnten eines der führenden Systeme für automatisierte Tierüberwachung, bekommt jetzt eine umfassend überarbeitete Version mit erweiterten Funktionen für den M2erlin Melkroboter.

D2D: Von Daten zur klaren Entscheidung
Kernstück der Weiterentwicklung ist der neue Bereich D2D (Data to Decision). Die intelligente Analytik verarbeitet komplexe Sensor- und Prozessdaten automatisch und verdichtet sie zu eindeutigen, praxisnahen Handlungsempfehlungen. Farbcodierte Prioritäten und klar definierte Aktionssymbole zeigen dem Landwirt auf einen Blick, welche Maßnahmen anstehen – ob am Einzeltier, im Melkprozess oder im Herdenmanagement insgesamt. Das spart Zeit im Arbeitsalltag und unterstützt eine schnellere, sichere Entscheidungsfindung.

Bild: Lemmer Fullwood

Neues Dashboard für klaren Überblick
Das vollständig neu gestaltete Dashboard liefert eine klare, logisch strukturierte Übersicht aller relevanten Herden- und Prozessdaten in Echtzeit. Die Kacheloberfläche ermöglicht eine intuitive Navigation und schafft die Grundlage für ein effizientes Management am PC, Touchbildschirm oder mobilen Endgerät.

Erweiterte Sensorplatte: Mehr Auswahl für verschiedene Betriebsstrategien
Neben dem etablierten FULLEXPERT-Pedometer – bekannt für seine präzise Brunsterkennung sowie aussagekräftige Analysen zu Abkalbung, Liegezeiten und Lahmheitsfrüherkennung – erweitert Fullwood sein Sensorportfolio um zwei zusätzliche Sensortypen: das FULLEXPERT-Halsband und die FULLEXPERT-Ohrmarke. Beide bieten eine vereinfachte Handhabung und erfassen weitere relevante Parameter, wie die Wiederkauaktivität, insbesondere wichtig in der Trockenstehphase.

FULLEXPERT setzt neue Standards
Mit der neuen Produktgeneration stärkt FULLEXPERT seine Position als eines der führenden digitalen Werkzeuge für intelligentes, datengestütztes Herdenmanagement. Ziel bleibt es, Milchkuhbetriebe dabei zu unterstützen, Tiergesundheit, Reproduktion und Arbeitsabläufe optimal und wirtschaftlich auszusteuern.

Weitere Informationen sind erhältlich auf der Internetseite von Lemmer-Fullwood unter www.lemmer-fullwood.info bzw. direkt bei

Quelle: Lemmer Fullwood GmbH

Initiative Tierwohl: künftig drei Tierwohlprogramme

• Neben dem bekannten Tierwohlprogramm in Haltungsform Stufe 2 startet die ITW Programme für die Stufen 3 und 4
• Verbraucher finden beide neuen Produktsiegel voraussichtlich ab Mitte 2026 in den Märkten des Lebensmitteleinzelhandels
• Landwirte können sich ab März 2026 für die neuen Programme anmelden

Die Initiative Tierwohl (ITW) gab heute während der Grünen Woche in Berlin bekannt, dass sie neben ihrem weit verbreiteten Tierwohlprogramm in der Haltungsform Stufe 2 zwei weitere Programme einführt. Ab März 2026 können sich Hähnchen-, Puten- und Schweinemäster für die Programme „Initiative Tierwohl Frischluftstall“ in Haltungsform Stufe 3 und „Initiative Tierwohl Auslauf“ in Haltungsform Stufe 4 anmelden. Voraussichtlich ab April 2026 finden dann die ersten Audits auf den Betrieben statt. Verbraucherinnen und Verbraucher können Fleisch anhand der beiden neuen Produktsiegel voraussichtlich ab Mitte 2026 im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erkennen.

Entsprechende Programme für die Rinderhaltung plant die ITW ebenfalls zeitnah umzusetzen. Das breitenwirksame Programm der ITW für die Haltungsform Stufe 2 hat inzwischen Marktanteile bei Geflügel von über 90 Prozent, bei Schwein von über 60 Prozent und bei Rind von ungefähr 20 Prozent erreicht und bleibt weiter auf Wachstumskurs.

Siegel ITW Frischluftstall

„Die Zeit ist reif für ITW-Programme in den Haltungsform Stufen 3 und 4“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl GmbH. „Inzwischen wurden 176 Programme in die Haltungsform eingeordnet, die meisten davon in die Haltungsform Stufen 3 und 4. Diese Marktentwicklung spiegelt sich auch im Sortiment des LEH wider. Zugleich werden durch die in nationales Gesetz gegossene EmpCo-Richtlinie der EU die Anforderungen an diese Programme komplexer. Die ITW bietet durch ihre neuen Programme Lösungen für die Branche, wenn bestehende Programme nicht mehr weitergeführt werden können. Die neuen ITW-Programme für die Haltungsform Stufen 3 und 4 sind also unser Angebot für Marktteilnehmer, die gerne mehr Ware in den höheren Haltungsformen anbieten wollen und sind zudem auch für die Unternehmen interessant, die ihre eigenen Programme aufgrund der komplexen rechtlichen Anforderungen nicht mehr weiterführen können.“

Die neuen ITW-Programme bauen auf den Anforderungen der ITW in der Haltungsform Stufe 2 „Stall plus Platz“ auf, werden aber ergänzt um die jeweiligen Anforderungen der Haltungsform Stufen 3 und 4. Das neue ITW-Programm „Frischluftstall“ setzt also die Teilnahme am QS-System, sowie alle weiteren Anforderungen der „Initiative Tierwohl Stall plus Platz“, wie etwa Monitoringprogramme, Weiterbildungsmaßnahmen und tierartspezifische Anforderungen, wie etwa Lichtprogramm und Fußballengesundheit bei Geflügel sowie Buchtenstruktur und Raufutter für die Schweine, voraus. Dazu kommen dann die Anforderungen der Haltungsform Stufe 3. Auch das neue ITW-Programm „Auslauf“ setzt die Erfüllung aller Anforderungen des Programms „Initiative Tierwohl Stall plus Platz“ voraus, ergänzt sie jedoch um die Anforderungen der Haltungsform Stufe 4, wie zum Beispiel ein erweitertes Platzangebot und ständigen Zugang zum Auslauf.

Durch diese Kriteriensystematik bauen die ITW-Programme für die einzelnen Haltungsform Stufen aufeinander auf. Für die Tierhalter erwächst daraus der Vorteil, dass sie flexibler zwischen den Haltungsform Stufen wechseln können. Und die Vermarkter können die Ware einer höheren Stufe bei Bedarf ohne Mengenbegrenzung in einer niedrigeren Stufe vermarkten.

Siegel ITW Stall Plus

Das neue Siegel für das Programm „Initiative Tierwohl Frischluftstall“ erinnert mit dem gelben Rahmen an das bekannte ITW-Siegel mit dem blauen Haken, das Fleisch in der Haltungsform Stufe 2 kennzeichnet. Aber das neue Programmsiegel weist im Unterschied zum altbekannten einen orangefarbenen Haken auf, dessen Farbe eine Assoziation zur entsprechenden Haltungsform Stufe 3 – ebenfalls orange – hervorruft. Ferner ist zur eindeutigen Zuordnung der Schriftzug „Frischluftstall“ auf weißem Grund unterhalb des gelben Rahmens zu sehen.

Das ebenfalls neue Produktsiegel für das Programm in der Haltungsformstufe 4 verfährt nach demselben Prinzip: auch hier macht der gelbe Rahmen die Zugehörigkeit zum ITW-Siegelsystem deutlich. Allerdings markieren hier ein grünes Häkchen und der Schriftzug „Auslauf/Weide“ unter dem gelben Rahmen die Einordnung in die Haltungsform Stufe 4.

Beide neuen Produktsiegel wurden in Kombination mit dem altbekannten Siegel zahlreichen Verbrauchertests unterzogen, um sicherzustellen, dass einerseits eine Assoziation mit dem bereits bekannten Siegel der Stufe 2 gegeben, andererseits eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen ist. Das Votum der Verbraucherinnen und Verbraucher war hier eindeutig. Jedes Siegel für sich wird der entsprechenden Haltungsform Stufe zugeordnet, zugleich werden alle drei Siegel mit der bekannten Initiative Tierwohl assoziiert.

Quelle: Initiative Tierwohl GmbH

Haltungsform veröffentlicht Jahreszahlen: Verschiebung zu höheren Stufen

• Verteilung der Haltungsform-Stufen für 2024 erhoben und mit 2023 verglichen
• Angebot bei Pute verschiebt sich von Stufe 2 hin zu Stufe 3
• Stufe 2 bei Schwein stabil auf hohem Niveau

Die Initiative Tierwohl GmbH (ITW) hat heute aktuelle Zahlen zur Haltungsform-Kennzeichnung veröffentlicht, die die Verteilung des Produktangebots in den fünf Haltungsstufen für verschiedene Tierarten zeigen. Die Daten basieren auf den gemeldeten Verkaufsmengen der teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) und werden regelmäßig kommuniziert, um transparente Einblicke in die Entwicklung der Tierhaltung in Deutschland zu gewähren. Im Vergleich der Jahre 2023 und 2024 ist eine Verschiebung von Stufe 2 hin zu Stufe 3 erkennbar – insbesondere bei Pute. Diese Entwicklung zugunsten des Tierwohls ist maßgeblich auf Initiativen des Einzelhandels zurückzuführen. Die 2024 neu eingeführte Stufe 5 „Bio“ zeigt bei Rind sowie Milch- und Molkereiprodukten einen stabilen Marktanteil. Die veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf das Gesamtjahr 2024.

„Die aktuellen Zahlen belegen deutlich das Engagement des Einzelhandels für mehr Tierwohl und die Bereitschaft der Landwirte diesen Weg im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitzugehen. Immer mehr Produkte stammen aus höheren Haltungsstufen, wobei insbesondere Stufe 3 an Bedeutung zunimmt“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl GmbH. „Dieses Bestreben, Tierwohl gemeinsam weiter auszubauen, unterstreicht zugleich die Relevanz unserer Pläne, ITW- Programme für die Haltungsform-Stufen 3 und 4 einzuführen – ein wichtiger Schritt, um das Tierwohl nachhaltig zu stärken.“

Frischfleisch und Fleischzubereitungen im SB-Regal – Grafik: ITW

Schweinefleisch: Tierwohlniveau bleibt stabil
Der Großteil des Schweinefleischs stammte 2024 aus der Haltungsstufe 2 „Stall + Platz“ – mit 75,2 % an der Bedientheke und 86,3 % im SB-Regal. In diesem Segment sind kaum Veränderungen im Vergleich zu 2023 zu beobachten. Die 2024 neu eingeführte Haltungsstufe 5 „Bio“ hat bei Schweinefleisch einen Anteil von 4,3 % im SB-Regal und 4,7 % an der Bedientheke. Diese Zahlen waren zu erwarten, da ähnliche Werte in 2023 – als es nur 4 Stufen gab und Bio somit zusammen mit „Auslauf/Weide“ erfasst wurde – für die Stufe 4 gemeldet wurden.

Geflügel: flächendeckende Kennzeichnung mit Haltungsform
Die Verteilung der Haltungsstufen bei Geflügel bleibt im Vergleich 2023/2024 weitgehend stabil. Bei Hähnchen gibt es kaum Veränderungen: Haltungsstufe 2 dominiert mit 88,6 % (2024) gegenüber 89,8 % (2023) das SB-Sortiment. Die neu eingeführte Stufe 5 erreicht 4,8 %. Bei Pute zeigt sich eine etwas stärkere Bewegung: Stufe 2 bleibt mit 78,0 % führend (2023: 91,5 %), während höhere Stufen zulegen – Stufe 3 um +13,3 %, Stufe 5 um +3,0 %. Insgesamt sind Hähnchen und Pute nahezu vollständig mit einer der fünf Haltungsformen gekennzeichnet (weniger als 1 % der Gesamtware wird nicht gekennzeichnet).

Rindfleisch: hohe Anteile in oberen Haltungsstufen
Mit 14,1 % erreicht die Haltungsstufe 5 bei Rindfleisch – sowohl an der Bedientheke als auch im SB-Regal – den höchsten Wert unter allen Fleischsorten. Auch die Haltungsstufe 3 „Frischluftstall“ legt deutlich zu.

Besonders auffällig ist der Rückgang von Haltungsstufe 1 zugunsten höherer Stufen: Im SB-Regal sinkt der Anteil von 75,6 % (2023) auf 62,4 % (2024), während Stufe 3 im gleichen Zeitraum von 5,6 % auf 16,7 % steigt. An der Bedientheke zeigt sich ein ähnliches Bild: Haltungsstufe 1 fällt von 54,4 % auf 42,2 %, Stufe 3 wächst von 27,4 % auf 34,7 %. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Landwirte und Lebensmitteleinzelhandel bereit sind Schritte für mehr Tierwohl zu gehen, wenn die Verbrauchernachfrage dies rechtfertigt.

Milch und Molkereiprodukte – Grafik: ITW

Milch: Haltungsstufe 3 dominiert den Milchmarkt
Der Anteil an Milch ohne Haltungsstufe ist 2024 auf ein Rekordtief gesunken: Während 2023 noch 44,9 % der Milch ohne Kennzeichnung angeboten wurden, waren es 2024 nur noch 5,5 %. Hauptprofiteur dieser Entwicklung ist die Haltungsstufe 3, deren Anteil von 41,3 % (2023) auf 76,6 % (2024) gestiegen ist.

Neu hinzugekommen ist 2024 die Haltungsform 5, die im Milch- und Molkereisegment bereits einen beachtlichen Marktanteil erreicht: 12,8 % bei Milch und 7,7 % bei Molkereiprodukten.
Bei Molkereiprodukten ist die Kennzeichnung jedoch noch nicht flächendeckend umgesetzt: Der Anteil nicht gekennzeichneter Produkte liegt weiterhin bei knapp 87 %.

Über die Haltungsform-Kennzeichnung
Die Haltungsform-Kennzeichnung ist eine fünfstufige Siegel-Klassifikation für tierische Erzeugnisse, die ab Juli 2024 von vier auf fünf Stufen umgestellt wurde. Sie wurde im April 2019 eingeführt. Sie klassifiziert Tierwohl-Siegel und Qualitätssicherungsprogramme entsprechend ihren Anforderungen an die Tierhalter und dem sich daraus ergebenden Tierwohl-Niveau. Die Kennzeichnung finden Verbraucher auf Verpackungen bei ALDI Nord, ALDI SÜD, Bünting Gruppe, EDEKA, Kaufland, LIDL, Netto Marken-Discount, PENNY, REWE und McDonlad‘s. Die „Haltungsform“ steht weiteren Unternehmen offen. Die Initiative Tierwohl GmbH ist Trägerin der Haltungsform-Kennzeichnung. Sie organisiert die korrekte Eingruppierung von Standards und Programmen in die Systematik dieses Haltungskennzeichens, überwacht die korrekte Anwendung und Umsetzung dieser Systematik und unterstützt die teilnehmenden Unternehmen in der Kommunikation gegenüber Öffentlichkeit und Verbrauchern. Vollständige Informationen zu den Kriterien der einzelnen Stufen erhalten Verbraucher auf der Webseite zur Haltungsform unter www.haltungsform.de.

Quelle: Initiative Tierwohl GmbH

Initiative Tierwohl: Nämlichkeit in der Schweinehaltung bald möglich

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• Neue Registrierungsphase Ferkelaufzucht abgeschlossen
• 198 neue Ferkelaufzuchtbetriebe mit 2,7 Mio. Tieren/Jahr zugelassen
• Lücke zwischen Aufzucht und Mast weiter geschlossen
• Ferkelfonds endet mit dem Jahr 2026

Die Initiative Tierwohl (ITW) hat eine weitere Registrierungsphase für die Ferkelaufzucht erfolgreich abgeschlossen. 198 neue Ferkelaufzuchtbetriebe mit insgesamt 2,7 Millionen Tieren pro Jahr wurden aufgenommen. Damit sind aktuell über 9.000 schweinehaltende Betriebe, darunter 1.589 Ferkelaufzüchter und 1.250 Sauenhalter bei der ITW registriert. Insgesamt profitieren nun jährlich rund 22,5 Millionen Mastschweine und rund 19 Millionen Ferkel von den Maßnahmen der ITW-Tierhalter. Die Lücke zwischen Ferkelaufzucht und Schweinemast konnte weiter verkleinert werden. Ziel ist die so genannte Nämlichkeit, die darin besteht, dass alle Schweine im ITW-System von der Geburt bis zur Schlachtung ausschließlich auf an der ITW teilnehmenden Betrieben gehalten werden.

„Mit der erfolgreichen Registrierung der Ferkelaufzuchtbetriebe gelingt ein entscheidender Schritt in Richtung durchgängige Nämlichkeit und mehr Transparenz in der Schweinehaltung. Die hohe Beteiligung zeigt, dass die Branche gemeinsam Verantwortung übernimmt und bereit ist, die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen. Unser Ziel bleibt, die Lücke zwischen Aufzucht und Mast vollständig zu schließen und damit das Tierwohl weiter zu stärken“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Klar ist aber auch: Noch fehlen faktisch gut 3 Millionen Tiere. Dieses Delta muss bis zum Auslaufen des Ferkelfonds Ende des Jahres vollständig geschlossen werden. Ab 2027 soll die Finanzierung durchgängig über den Markt erfolgen.“

Die neuen Ferkelaufzuchtbetriebe nehmen als „nämliche Ferkelaufzüchter“ an der ITW teil. Das bedeutet, dass die Voraussetzung für die Auszahlung des Tierwohlentgelts an die neuen Ferkelerzeuger daran geknüpft ist, dass die Ferkel an einen ITW-Mäster geliefert werden. Nur für diese Ferkel bekommen die Neuteilnehmer die 4,50 Euro pro Tier aus dem Ferkelfonds.

Quelle: Initiative Tierwohl GmbH

Poultrystart 3.0 – das unterschätzte Potenzial von Wassermanagement in der Kükenphase

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Futterqualität, Stallklima, Lichtsteuerung – in der Aufzucht von Putenküken wird kein Detail dem Zufall überlassen. Und doch kommt es in vielen Betrieben immer wieder zu Problemen mit Verdauungsstörungen, erhöhtem Infektionsdruck oder Leistungseinbußen. Der Grund dafür: Unzureichende Reinigung und Desinfektion der Tränkeleitungen. Putenmäster Benjamin Pohle hat sich der Herausforderung in seinem Betrieb gestellt und zeigt, wie es möglich ist, einer Biofilmbildung mit wenigen Stellschrauben vorzubeugen.

Tatort: Tränkeleitungen
„Ich hatte gar nicht vermutet, dass das Wasser überhaupt das Problem ist“, sagt Benjamin Pohle rückblickend. Gemeinsam mit seinem Vater bewirtschaftet der gelernte Landwirt einen Betrieb mit zwei Standorten im Altenburger Land (Thüringen). Hier mästet er insgesamt 30.000 Putenküken pro Durchgang. Wie viele andere Betriebe setzt er auf antibiotikareduzierte Aufzucht und stieß dabei regelmäßig an Grenzen: „Wir hatten immer wieder schwankende Leistungen in den ersten Tagen: Verdauungsstörungen, Atemwegsreizungen usw. Insbesondere bei hohen Temperaturen hat das noch weiter zugenommen.“

Erst die gezielte Untersuchung von Tränkeleitungen und Tieren – gemeinsam mit Tierarzt und Berater – brachte die Ursache ans Licht: Biofilme in den Leitungen. Hygiene-Berater Matthias Wiecha (Stockmeier) erklärt: „Diese Problematik sehen wir auf ganz vielen Betrieben. Da ist dann zwar die übliche Desinfektion auf Chlor-Basis im Einsatz, aber trotzdem läuft es nicht richtig mit den Küken. Hier steigen wir dann mit der Überprüfung der Leitungen ein. In der Regel finden wir dort einen Biofilm und der bringt eben diverse negative Begleiterscheinungen mit sich.“

Kleine Dosis – große Wirkung
Seitdem setzt Pohle konsequent auf ein abgestimmtes Hygienekonzept inklusive Spülung und gezielter Wasserbehandlung in der Kükenphase. Als Ergänzung zur Tränkwasserdesinfektion auf Chlor-Basis sowie einer zeitgesteuerten Tränkespülung mit hohem Druck kommt bei ihm in der empfindlichen Aufzuchtphase ein Desinfektionsmittel auf Basis von 50,5 g Peroxomonosulfat zum Einsatz,, in niedriger Dosierung, aber mit konstanter Wirkung: „Wir fangen bei den Küken am Tag 0 mit 50 Gramm je 1.000 Liter an und steigern das dann täglich um 50 g bis auf max. 1000 g. Das hat für uns den entscheidenden Vorteil, dass die Schmackhaftigkeit in den ersten Tagen erhalten bleibt, denn hier zeigen sich die Küken sehr wählerisch.“

Der Effekt ist für ihn deutlich spürbar: „Ich merke es einfach an der Einstreu, am Verhalten der Tiere und an der Gesamtentwicklung. Es läuft runder und die typischen Probleme beim Aufstallen haben sichtlich nachgelassen. Deswegen setzen wir das Produkt auch bei den älteren Tieren ein. Hier nutzen wir es gezielt in Stresssituationen oder bei leichten Darminstabilitäten. Zudem können wir bei Temperaturschwankungen sehr schnell reagieren und den Keimdruck frühzeitig senken, ohne direkt auf Vitamin C-Gaben zurückzugreifen.“

Warum Biofilm gerade in der Kükenphase zum Problem wird
Wasser ist das meistgenutzte, aber am wenigsten kontrollierte Futtermittel im Stall. Gerade in der Putenaufzucht kann das fatale Folgen haben, denn in den ersten Tagen nach der Einstallung sind Putenküken besonders sensibel: Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift, der Darm befindet sich im Aufbau und die Wasseraufnahme ist im Verhältnis zum Körpergewicht extrem hoch.


Zuerst erschienen im zweimonatlichen Hoftierarzt E-Magazin. Zum kostenfreien Newsletter-Abo bitte einfach hier anmelden und dann den Link in der Bestätigungs-Mail anklicken. Anschließend den ganzen Artikel in der letzten Ausgabe weiterlesen: