Insgesamt wurde im Jahr 2025 in allen Nutzungsarten ein Antibiotikaverbrauch von etwa 494 Tonnen erfasst. Dies entspricht einem leichten Rückgang von etwa 3 % gegenüber dem Vorjahr. Die bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten erfassten Verbrauchsmengen von für die Humanmedizin besonders wichtigen Wirkstoffen konnte seit Bestehen des Antibiotika-Minimierungskonzeptes deutlich von über 66 Tonnen im Jahr 2014 nur bei Masttieren auf 29 Tonnen im Jahr 2025 bei allen Nutztieren reduziert werden. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Reduktion des Antibiotikums Colistin zurückzuführen.
Die Therapiehäufigkeit ging bei fast allen der im Jahr 2023 neu erfassten Nutzungsarten zurück, besonders stark bei Legehennen (−55 %) und Milchkühen (−7 %). Bei Masttieren stiegen die Therapiehäufigkeiten dagegen zumeist an, am stärksten bei Masthühnern (+6 %) und Mastputen (+5 %).
Entwicklung der Antibiotika-Resistenzen
Die Resistenzentwicklung bei E. coli von Mastschweinen sowie Mastkälbern und Jungrindern ist weniger positiv als noch vor zwei Jahren. Kurzfristig, im Vergleich von 2025 zu 2023, stiegen die Resistenzraten bei E. coli von Mastschweinen bei der Schlachtung gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim signifikant an. Die langfristigen Trends für den Zeitraum von 2015 bis 2025 zeigen bei Mastschweinen lediglich gegenüber einer einzigen Substanz eine statistisch signifikante Abnahme der Resistenz, nämlich gegenüber Tetracyclin. Gleichzeitig gab es eine statistisch signifikante Zunahme der Resistenz gegenüber dem Makrolid Azithromycin.
Auch bei Mastkälbern und Jungrindern wurde eine kurzfristige signifikante Zunahme der Resistenzraten gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim festgestellt. Langfristig stehen zwei statistisch signifikanten Rückgängen von Resistenzraten (gegen Nalidixinsäure und Azithromycin) sogar drei Zunahmen gegenüber (gegen Ampicillin, Chloramphenicol und Tetracyclin). Angesichts des ansteigenden Antibiotika-Einsatzes bei Masthühnern und puten ist auch in diesen Nutzungsarten mit weiteren Zunahmen der Resistenzen von E. coli zu rechnen.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

































