Rund 65 Mrd. US-Dollar jährlich verliert die globale Milchwirtschaft laut Analysten durch Krankheiten wie Mastitis und Ketose1. Gesundheitsprobleme kosten Milchleistung, Fruchtbarkeit und Lebenszeit. Um Betrieben mehr Handlungsspielraum zu geben, hat smaXtec sein Gesundheitsmanagement-System weiterentwickelt. So erweitert der AgTech-Pionier seine bestehende Verhaltensanalyse um Steh- und Liegezeiten: Die neue Funktion macht sichtbar, wie sich das Verhalten von Herden und Gruppen im Tagesverlauf verändert: Sie zeigt Liege-, Stehzeiten ebenso wie das Wiederkäuen im Liegen und im Stehen. So erhalten Landwirte eine zusätzliche Grundlage, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Haltungs- und Managemententscheidungen gezielter zu treffen.
In 2027 soll außerdem die kontinuierliche Atemfrequenzmessung direkt aus dem Netzmagen nach aktuellem Stand erstmals kommerziell verfügbar sein – als neuer Parameter für die frühzeitige Einordnung von Hitzestress und weiteren gesundheitlichen Veränderungen. Gemeinsam mit den bewährten smaXtec-Parametern entsteht so ein umfassenderes Gesundheitsbild der Herde. Darüber hinaus kündigt smaXtec ein erstes Benchmarking an: Mit dem erweiterten smaXtec Gesundheitsindex können Landwirte ihre Herdengesundheit ab sofort anhand anonymisierter Vergleichsdaten ähnlicher Betriebe einordnen.
Besondere Anerkennung: Für sein Engagement im Bereich Tierwohl darf sich smaXtec gemeinsam mit der Lock GmbH zudem heuer über den Innovation Award EuroTier und den Animal Welfare Award freuen.
Steh- und Liegezeiten: Neue Funktion im Verhaltensmonitoring
Mit einer neuen Funktion macht smaXtec sichtbar, wie viel Zeit Kühe im Stehen, im Liegen und in Bewegung verbringen – auf Gruppenebene, über längere Zeiträume und im historischen Vergleich. Erstmals lässt sich dabei auch auswerten, ob eine Kuh im Liegen oder im Stehen wiederkäut. So erkennen Landwirte Veränderungen in den Tagesroutinen ihrer Herde früher und gewinnen eine zusätzliche Grundlage für Entscheidungen zu Stallabläufen, Liegeboxen und Gruppenmanagement. Kunden erhalten die neue Funktion noch in diesem Jahr über ein Software-Update des bereits in der Kuh befindlichen Bolus; ein Hardwaretausch ist dafür nicht erforderlich.
Aus den neuen Daten entsteht eine konkrete Handlungsgrundlage für den Betrieb: Kühe benötigen ausreichend Liegezeit, um optimal wiederzukäuen, sich zu erholen, ihre Milchleistung auszuschöpfen und Klauen sowie Bewegungsapparat zu entlasten. Als praxisorientierter Zielwert gelten 12 bis 14 Stunden pro Tag2. Bleiben Tiergruppen darunter oder verändern sich ihre gewohnten Muster, kann das frühzeitig auf Hitzestress, Überbelegung, ungeeignete Liegeboxen oder Störungen in den Stallroutinen hinweisen. Der wirtschaftliche Hebel ist erheblich: Studien zufolge kann jede zusätzliche Stunde Ruhezeit mit bis zu 1,5 kg mehr Milch pro Kuh und Tag einhergehen3. Die neue Funktion verbindet damit Tierwohl und Wirtschaftlichkeit in einer für den Betriebsalltag direkt nutzbaren Entscheidungsgrundlage.
Atemfrequenz: Ein weltweit einzigartiger neuer Parameter
Als nächsten Entwicklungsschritt arbeitet smaXtec daran, die Atemfrequenz von Kühen kontinuierlich und direkt aus dem Netzmagen zu erfassen. Dafür nutzt smaXtec die Bewegungsdaten des im Bolus integrierten 3-achsigen Beschleunigungssensors. Die neue Funktion soll in 2027 per Software-Update auf dem bereits in der Kuh befindlichen Bolus verfügbar sein; ein Hardwaretausch ist nicht erforderlich. Nach aktuellem Stand wird smaXtec damit das erste Unternehmen sein, das diesen Parameter kommerziell für die Milchviehhaltung anbietet. Ein zentraler Anwendungsfall ist der Hitzestress-Manager: Die Atemfrequenz hilft frühzeitig zu erkennen, wann Hitzestress beginnt, wie stark einzelne Kühe belastet sind und wann sie sich erholen. Der Effekt ist erheblich, denn bei starkem Hitzestress kann die Milchleistung um bis zu 25 Prozent einbrechen4. In anonymisierten, von smaXtec ausgewerteten Felddaten betrug der Unterschied zwischen den am stärksten und den am wenigsten belasteten Tieren bereits 1,4 kg Milch pro Kuh und Tag. Landwirte können Kühlung oder zusätzliches Wasserangebot dadurch gezielter einsetzen, die Wirkung objektiv überprüfen und zugleich Energiekosten sparen. Langfristig eröffnet die Atemfrequenzmessung weiteres Potenzial, etwa für die frühzeitige Erkennung von Atemwegserkrankungen. Auch daran arbeitet smaXtec bereits.
Gesundheit im direkten Betriebsvergleich
Der erweiterte Gesundheitsindex ordnet die Entwicklung der Herdengesundheit im direkten Vergleich mit ähnlichen Betrieben ein und bündelt zentrale Gesundheitsparameter in einer kompakten Gesamtbewertung. Ein neues Referenzband zeigt die mittleren 50 Prozent einer passenden Vergleichsgruppe, etwa von Betrieben ähnlicher Größe oder mit vergleichbaren regionalen Rahmenbedingungen. Der Vergleich basiert ausschließlich auf anonymisierten und zusammengefassten Daten; Rückschlüsse auf einzelne Betriebe oder deren Ergebnisse sind nicht möglich. So erkennen Landwirte auf einen Blick, wie sich ihre Herde entwickelt, wo sie im Vergleich steht und welches Verbesserungspotenzial besteht.
Lock SmartSolutions und smaXtec: Ausgezeichnete Innovation für mehr Tierwohl
Mit SmartCalving stellen Lock SmartSolutions und smaXtec eine gemeinsame Innovation vor: Erkennt der smaXtec Bolus eine nahende Abkalbung, durchschnittlich 15 Stunden5 im Voraus, versetzt die Farm-Management-App (SBE-App) von Lock SmartSolutions den Stall automatisch in einen geschützten, zugluftfreien Zustand und kehrt nach Bestätigung der Abkalbung selbstständig in den Automatikbetrieb zurück. Der nächtliche Gang in den Stall zum manuellen Schließen von Toren und Curtains sowie das Abschalten von Ventilatoren entfällt damit vollständig. Landwirte gewinnen wertvolle Ruhezeit, während Kuh und Kalb genau dann geschützt sind, wenn Unterkühlung und Zugluft am gefährlichsten sind. Die Partner werden dafür mit dem Innovation Award EuroTier und Animal Welfare Award ausgezeichnet.
Charlie Sheppy, CEO smaXtec: „Als eines der technologisch führenden AgTech-Unternehmen beschäftigen wir uns konsequent damit, wie sich Innovation, Tierwohl und Leistung miteinander verbinden lassen. Deshalb entwickeln wir unser System kontinuierlich weiter – stets mit den Bedürfnissen der Landwirte und dem konkreten Nutzen für ihre Betriebe im Blick. Gerade vor dem Hintergrund extremer Wetterereignisse wie der Hitzewelle im vergangenen Sommer und der anhaltenden Preisvolatilität benötigen Landwirte verlässliche Entscheidungsgrundlagen. Intelligente, hardwarebasierte Technologien, die reale Daten direkt aus dem Inneren des Tiers mit künstlicher Intelligenz verbinden und diese in klare Empfehlungen für das Gesundheitsmanagement übersetzen, bieten hier großes Potenzial. Unser Ziel ist es, Landwirte frühzeitig mit relevanten Erkenntnissen zu unterstützen und ihnen mehr Handlungsspielraum zu geben.“
Über smaXtec
smaXtec ist der technologisch führende AgTech-Pionier für präventives, KI-gestütztes Gesundheitsmanagement in der Milchviehhaltung. Unsere einzigartige, patentierte Bolus-Technologie misst entscheidende Gesundheitsparameter kontinuierlich direkt im Inneren der Kuh. KI-gestützte Analysen, intelligente Management-Tools und persönliche Expertenberatung ermöglichen frühestmögliche Entscheidungen für gesündere Herden, effizientere Betriebe und eine profitablere, nachhaltigere Milchproduktion. Mehr Informationen unter www.smaXtec.com.
[1] Rasmussen, P., Barkema, H. W., Osei, P. P., Taylor, J., Shaw, A. P., Conrady, B., Chaters, G., Muñoz, V., Hall, D. C., & Apenteng, O. O. et al. (2024). Global losses due to dairy cattle diseases: A comorbidity-adjusted economic analysis. Journal of Dairy Science.
[2] Krawczel, Peter D. and Amanda R. Lee (2019). “Lying Time and Its Importance to the Dairy Cow: Impact of Stocking Density and Time Budget Stresses.” The Veterinary clinics of North America. Food animal practice 35 1: 47-60 .
[3] Grant, R. (2011). Taking advantage of natural behavior improves dairy cow performance.
[4] Cartwright et al. (2023), Impact of heat stress on dairy cattle and selection strategies for thermotolerance: A review, Front. Vet. Sci. 10:1198697. doi: 10.3389/fvets.2023.1198697
[5] Bongardt, Judith (2017): Validierung des smaXtec-Systems zur Brunsterkennung, Universität Göttingen
Quelle: smaXtec



































