Automatische Fütterungssysteme halten weltweit zunehmend Einzug in Milchviehbetriebe. Mit dem technologischen Fortschritt wächst auch das Potenzial dieser Systeme kontinuierlich. Sie bieten sowohl für die Tiere als auch für die Betriebe zahlreiche Vorteile, denn die Fütterungsanlage übernimmt den Fütterungsprozess weitgehend selbstständig. Das System entnimmt automatisch die erforderlichen Mengen verschiedener Futtermittel wie Silage, Heu oder Kraftfutter, die in dafür vorgesehenen Lagerbereichen bereitgestellt wurden, mischt daraus die vorgegebene Ration und fährt anschließend autonom in die Stallbereiche, um das Futter entlang des Futtertisches zu verteilen. Durch die häufige Vorlage von frischem Futter steht den Tieren rund um die Uhr eine gleichbleibend hochwertige Ration zur Verfügung. Dies kann die Futteraufnahme fördern und sich positiv auf Tiergesundheit und Milchleistung auswirken. Aufgrund des vergleichsweise geringen Mischvolumens automatischer Futtermischer können zudem mehrere unterschiedliche Rationen auch in kleineren Chargen präzise hergestellt werden.
Bisher arbeiten solche automatischen Fütterungssysteme jedoch ausschließlich auf Grundlage der Einstellungen und Parameter, die zuvor vom Anwender im Steuerungsprogramm hinterlegt wurden. Veränderungen der tatsächlichen Futterqualität während der Futtervorlage können durch die Systeme nicht erfasst und berücksichtigt werden. Mit der Entwicklung und Implementierung eines Trockenmasse-Sensors (TM-Sensor) steht nun erstmals eine Technologie zur Verfügung, die eine kontinuierliche Echtzeitüberwachung eines zentralen Futterqualitätsparameters ermöglicht. Der Sensor bestimmt den Trockenmassegehalt der gesamten Mischration unmittelbar während des Mischvorgangs und liefert damit aktuelle Informationen über die tatsächliche Beschaffenheit des Futters. Die Ermittlung erfolgt über Standardsensoren, die anhand der elektrischen Leitfähigkeit den Trockenmassegehalt zuverlässig berechnen. Die eigentliche Innovation liegt jedoch nicht allein in der Messung, sondern vor allem in der automatischen Reaktion des Systems auf die erfassten Daten. Die gemessenen Werte werden unmittelbar mit den vorgegebenen Sollwerten verglichen. Weicht der Trockenmassegehalt von den Zielwerten ab, reagiert der Fütterungsroboter selbstständig und passt die Wasserzugabe für jede einzelne Mischung automatisch an. Dadurch wird der gewünschte Trockenmassegehalt ohne Eingreifen des Anwenders erreicht.
Mit der Integration des TM-Sensors entwickelt sich das automatische Fütterungssystem somit von einem rein ausführenden System zu einem intelligenten, selbstregelnden Prozess. Erstmals wird nicht nur nach fest vorgegebenen Einstellungen gearbeitet, sondern die tatsächliche Qualität der Futterration in Echtzeit erfasst und aktiv geregelt. Dies ermöglicht eine deutlich höhere Genauigkeit bei der Rationsgestaltung und schafft die Grundlage für eine dauerhaft konstante Futterqualität.
Wasserbauer GmbH
Halle/Stand: 12 E05
Quelle: DLG


































