EuroTier 2026 Silbermedaille: FeedCAM

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Kälber legen bereits in den ersten Lebenswochen die Grundlage für ihre spätere Entwicklung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Entsprechend hoch ist die Bedeutung einer individuellen und bedarfsgerechten Kälberaufzucht. Eine kontinuierliche Beobachtung des einzelnen Tieres ist im betrieblichen Alltag mit hohem personellem Aufwand, zunehmend aber auch mit am Tier angebrachten Sensoren bzw. messtechnisch ausgestatteten Fütterungsautomaten möglich. Die Erwartung hoher Anschaffungs- und Wartungskosten ist aber häufig der Grund, im Arbeitsalltag auf diese Technik und damit auf die notwendigen Informationen zu verzichten.

FeedCAM hebt die Kälberbeobachtung auf eine neue Ebene. Ein intelligentes, KI-gestütztes Kamera- und Infrarotsystem beobachtet die Kälber kontinuierlich am Futtertisch, an welchem die Tiere gemeinsam die betriebsindividuellen Mischungen aus Grob- und/oder Konzentratfuttermitteln aufnehmen können. Über die Bildanalyse wird das tierindividuelle Futteraufnahmeverhalten erfasst. Das Tierverhalten wird per Kamera analysiert und daraus werden wertvolle Informationen über Futteraufnahme, Vitalität und den Gesundheitszustand der Tiere abgeleitet. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für konkrete Entscheidungen und automatische Steuerungen. Eine steigende Präsenz am Futtertrog gibt beispielsweise das Signal, für dieses Kalb das Milchangebot über den Automaten zu reduzieren. Außerdem werden aus den verschiedenen Quellen Erwartungswerte erarbeitet. Weicht das Verhalten der Kälber von diesen ab, ist das ein Zeichen für gesundheitliche oder entwicklungsbedingte Auffälligkeiten. Auch läuft die Steuerung nun nicht mehr nur nach festen Zeitplänen, sondern Fütterungs- und Schiebeprozesse werden nur dann ausgelöst, wenn ein tatsächlicher Bedarf besteht.

Der besondere Innovationsgrad der FeedCAM liegt in der Verbindung von kontinuierlicher Tierbeobachtung, KI-basierter Bildanalyse und automatisierter Stallsteuerung. FeedCAM macht das individuelle Tierverhalten erstmals zur aktiven Entscheidungsgrundlage für weitere Prozesse im Stall. Aus passiver Beobachtung wird eine intelligente, datenbasierte Handlung. Es unterstützt eine individuellere Kälberversorgung, reduziert Kontrollaufwand und unnötige Maschinenbewegungen und schafft gleichzeitig die Grundlage für mehr Tierwohl, höhere Effizienz und eine vorausschauende Gesundheits- und Fütterungssteuerung.

Förster-Technik GmbH
Halle/Stand: 13 D36

Quelle: DLG