Studie: Schwanzbeißen im Fokus

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Schwanzbeißen ist ein anhaltendes Wohlstandsproblem bei Mastschweinen. Die Identifizierung von Schweinen, die mit dem Schwanzbeißen beginnen, und das Verständnis der auslösenden Faktoren bleiben eine Herausforderung. Diese Studie* hatte das Ziel, Schwanzbeißer zu identifizieren und zu charakterisieren sowie das Wachstum, Schwanzverletzungen und das Schwanzbeißen zwischen Schwanzbeißern und Nicht-Schwanzbeißern zu vergleichen.

Es wurden 432 Schweine mit intakten Schwänzen im Alter von 9 Wochen in kleine (9 Schweine/Abteil) oder große (18 Schweine/Abteil) Gruppen eingeteilt. Sie blieben dort bis zum Schlachtgewicht mit 23 Wochen im selben Abteil. Die Wachstumsleistung wurde über einen Zeitraum von 14 Wochen gemessen. Schwanzverletzungen wurden wöchentlich bei allen Schweinen mit einer Skala von 0-4 bewertet (0 = keine Verletzung; 1 = verheilte Verletzung; 2 = sichtbares Blut; 3 = Wunden oder Abszesse; und 4 = Schwanzverlust). Die höchste Bewertung, die jedes Schwein während des Studienzeitraums erhielt, wurde als „Maximale Schwanzbewertung“ (Maximal Tail Score, MTS) definiert. Ein „Schwanzbeißausbruch“ (Tail-Biting Outbreak, TBO) wurde bestätigt, wenn ein Schwein in einem kleinen Abteil oder zwei Schweine in einem großen Abteil eine Bewertung von ≥ 2 erreichten.

Das Verhalten der Schweine wurde über 14 Wochen hinweg kontinuierlich mit dem NUtrack Livestock Monitoring System aufgezeichnet. Das NUtrack-System wurde an der University of Nebraska – Lincoln durch die Zusammenarbeit von Forschern des Fachbereichs Tierwissenschaften und des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik entwickelt. Es ist eine computergestützte Form der Präzisions-Tierhaltungstechnologie, die in der Lage ist, in Gruppen gehaltene Nutztiere genau zu identifizieren, die Identifizierung aufrechtzuerhalten und deren Verhalten kontinuierlich zu verfolgen.

Videos von 08:00 bis 15:00 Uhr am Tag vor dem ersten TBO in jedem Abteil wurden manuell angesehen, um die Identität und das Geschlecht der Schwanzbeißer sowie der von ihnen gebissenen Schweine zu erfassen. Die Schwanzbisse pro Schwein, die Gesamtzahl der Schwanzbisse pro Abteil und die Schwanzbisse pro Schwein als Prozentsatz der Gesamtzahl der Schwanzbisse im Abteil wurden mittels ANOVA (Varianzanalyse) zusammengefasst.

Die 25 % der Schweine mit den meisten Schwanzbissen (# TB) und dem höchsten Anteil an Schwanzbissen (% Gesamt TB) wurden in jeder Gruppengröße als Schwanzbeißer klassifiziert. In kleinen Buchten führten Schwanzbeißer mindestens sechs Schwanzbisse aus und trugen zu mindestens 20,0 % aller Schwanzbisse in der Bucht bei, während Schwanzbeißer in großen Buchten für mindestens vier Schwanzbisse verantwortlich waren und mindestens 10,6 % aller Schwanzbisse in der Bucht ausmachten.

Die Anfangsgewichte unterschieden sich nicht zwischen Beißern und Nicht-Beißern; Beißer hatten jedoch ein geringeres Endgewicht (P = 0,03) und eine niedrigere durchschnittliche tägliche Zunahme (P = 0,02) als Nicht-Beißer. Bei den Beißern handelte es sich überwiegend um Jungsauen, die 70 % der Gruppe ausmachten. Im Durchschnitt wurden Beißer seltener in den Schwanz gebissen als Nicht-Beißer (P = 0,0001). Es wurde kein Unterschied in der maximalen Schwanzbewertung (MTS) zwischen Beißern und Nicht-Beißern festgestellt.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schwanzbeißer überwiegend Jungsauen waren, eine geringere tägliche Zunahme und ein niedrigeres Endgewicht aufwiesen und seltener Schwanzbisse erlitten als Nicht-Beißer.

*Studie:
Archer, C. A., Forster, S. L., Mote, B. E., Schmidt, T. B., Johnston, L. J., & Li, Y. Z. (2025). Identifying tail-biting pigs in small and large groups of growing-finishing pigs with intact tails. Journal of Animal Science, 103, Supplement 1, Abstract 40. Doi: 10.1093/jas/skaf102.005.
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Studie: Hat Nabeldesinfektion Auswirkungen auf die Gesundheit neugeborener Kälber?

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Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die fehlende Desinfektion der Nabelschnur neugeborener Kälber zu Nabelinfektionen beitragen und potenziell zu Folgeerkrankungen wie Atemwegserkrankungen und Durchfall führen kann.

Diese Pilotstudie* hatte zum Ziel: 1) die Verbreitung der Nabeldesinfektionspraktiken bei neugeborenen Fleischrindkälbern in Kanada zu untersuchen und 2) die Auswirkungen von zwei Nabelbehandlungsmethoden auf Morbidität und sichtbare klinische Ergebnisse zu bewerten, bei denen entweder der Nabel in eine 7%-Jodtinktur getaucht oder mit dieser besprüht wurde. Die Morbidität bezeichnet die Krankheitshäufigkeit in einer Gruppe innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Eine Online-Umfrage wurde über soziale Medien und bei einer Veranstaltung der Fleischrinderindustrie in Alberta im März 2025 verbreitet. Die Morbiditätsdaten von 85 männlichen und weiblichen Angus-Kreuzungskälbern (n = 42–43 pro Behandlung) aus einer Herde in Olds, Alberta, Kanada, wurden bis zum Alter von 40 Tagen erfasst. Eine Teilstichprobe (n = 26 pro Behandlung) wurde innerhalb der ersten 15 Stunden nach der Geburt (Baseline) und anschließend wöchentlich bis zum 28. Lebenstag anhand visueller klinischer Parameter untersucht.

Nach dem Kalben wurden die Mutterkühe mit ihren Kälbern in Außenboxen mit Unterstand, Stroheinstreu und freiem Zugang zu Wasser und Futter untergebracht. Folgende klinische Parameter wurden anhand einer vierstufigen Skala in aufsteigender Reihenfolge des Schweregrades bewertet: Nasen- und Augenausfluss, Husten, Kotkonsistenz und Nabelvergrößerung. Der Zustand der Nabelschnur wurde anhand einer dreistufigen Skala beurteilt, wobei 0 bedeutete, dass die Nabelschnur abgefallen war, 1 Anzeichen von Austrocknung und 2 feuchtes Gewebe anzeigte.

Von den insgesamt 39 Befragten der Umfrage stammten die meisten aus Alberta (36 %) und Ontario (36 %), gefolgt von Manitoba (26 %) und Saskatchewan (3 %). Die Mehrheit (79 %) waren kommerzielle Erzeuger, 8 % hielten reinrassige Tiere und 13 % hielten beide Rassen. Die Kalbeorte variierten: 36 % nutzten Ställe, 36 % Weidehaltung und 23 % Außenboxen oder Mastbetriebe, während die restlichen 5 % der Erzeuger zwischen Stallhaltung und Freilandhaltung wechselten.

Insgesamt behandelten 36 % der Landwirte die Nabel ihrer Kühe, 41 % nicht und 23 % nur gelegentlich. Von denjenigen, die behandelten (23 von 39), verwendeten 52 % 10%ige Jodtinktur, 26 % 7%iges Jod, während die übrigen Jodophor-haltige Produkte (8 %), Povidon-Jod (4 %) oder gar keine Behandlung (8 %) anwendeten. Der Behandlungszeitpunkt variierte: 32 % behandelten innerhalb einer Stunde nach dem Kalben, weitere 32 % zwischen 1 und 6 Stunden, 27 % zwischen 6 und 24 Stunden und die übrigen Landwirte erst mehr als zwei Tage nach dem Kalben. 51 % der Landwirte berichteten von Nabelinfektionen in ihren Herden, während 49 % keinen Fall beobachtet hatten. Insgesamt wurden 40 Krankheitsfälle festgestellt, davon 14 % Lungenentzündung, 18 % Nabelinfektion und 1 % Durchfall. Es wurden jedoch keine Unterschiede hinsichtlich Morbidität oder visueller klinischer Parameter beobachtet. Es zeigte sich eine Variabilität in den Nabeldesinfektionspraktiken kanadischer Rinderzüchter, jedoch ist weitere Forschung erforderlich, um die Wirksamkeit verschiedener Desinfektionsmethoden auf die Gesundheitsergebnisse zu bewerten.

Studie*:
Abbey Kramer et al. (2025): Evaluating navel disinfection practices and health outcomes in newborn beef calves in Canada: A pilot-study. Journal of Animal Science, Volume 103, Issue Supplement_3, October 2025, Pages 332–333
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Webinar: „Genetik in der Rinderzucht – Bedeutung für Gesundheit und Fruchtbarkeit“

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Das nächste Webinar des Schweizer Rindergesundheitsdienstes findet am 7. Januar 2026 statt: „Genetik in der Rinderzucht – Bedeutung für Gesundheit und Fruchtbarkeit“ und die Schweizer freuen sich bestimmt auch über deutsche Teilnehmer.

Programm
19.30 – 20.00
Franz Seefried, Genetiker, Qualitas
Fruchtbarkeit beim Rind, die Rolle der Genetik

20.00 – 20:30
Cord Drögemüller, Professor für Nutztiergenetik, Universität Bern
Genetisch bedingte Störungen beim Milchvieh

20:30 – 21.00
Sarah Widmer, Genetikerin, Qualitas
Zuchtwertschätzung Gesundheitsmerkmale mit Fokus auf neue Zuchtwerte Klauengesundheit

21:00 – 21.30
Simon Schlebusch, Agronom ETH, Braunvieh Schweiz
Fitness im Fokus: Ein Zuchtprogramm für langlebige und gesunde Kühe

Die Anmedlung, teilt der RGS mit, ist bis 17:00 am 7. 1.möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen zu Veranstaltung und Anmeldung finden Sie hier.

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 6/2025 erschienen!

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„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 6/2025 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

• Neuer Ansatz zum Trockenstellen – Den Milchfluss schneller stoppen

• Schaumann Quattro: Ergänzungsfuttermittel mit Schutz gegen ein breites Erregerspektrum

• X-Dry 8000 – Die ideale Milchfieberprophylaxe für Milchkühe

• Studie: Hat Nabeldesinfektion Auswirkungen auf die Gesundheit neugeborener Kälber?

• DeLaval: Milchzellenanalyse für Melkroboter

• Lallemand: Einstreuen gegen Keimdruck

• Faser: Ein Multitool in der Rationsgestaltung für Schweine

• BioTag+: Die intelligente Ohrmarke für Sauen mit integriertem Temperatur- und Bewegungssensor

• WEDA Opti.Fill: Der Portionszähler für Abrufstation

• Studie: Schwanzbeißen im Fokus

• Poultrystart 3.0 – das unterschätzte Potenzial von Wassermanagement in der Kükenphase

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Afrikanische Schweinepest: Vorbeugen statt bekämpfen

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Aufklärungsvideos zeigen, wie die Viruseinschleppung verhindert werden soll

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiterhin in Europa aus. Auch Niedersachsen bereitet sich weiterhin intensiv auf mögliche Einträge des ASP-Virus und die daraus resultierenden Konsequenzen vor. Eine von Niedersachsen initiierte, länderübergreifende ASP-Übung entlang der Wertschöpfungskette wurde kürzlich abgeschlossen und wird noch evaluiert.

Der Fokus liegt aber weiterhin auch auf der Prävention. Um auf die Gefahren der Tierseuche hinzuweisen, hat die Niedersächsische ASP-Sachverständigengruppe die Erstellung von Aufklärungsvideos in Auftrag gegeben, um die breite Öffentlichkeit und insbesondere Jägerinnen und Jäger sowie Landwirtinnen und Landwirte für die Thematik zu sensibilisieren und auf präventive Maßnahmen hinzuweisen.

Die drei ASP-Kurzfilme sind auf der Webseite bzw. auf dem YouTube-Kanal des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) abrufbar. Die Filme wurden finanziert vom ML, dem Landvolk Niedersachsen, der Landesjägerschaft Niedersachsen sowie dem Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN).

Dass das Virus der Afrikanischen Schweinepest „große Sprünge“ vollziehen kann, hat nicht nur die Verschleppung des Virus nach Nordrhein-Westfalen gezeigt, wo aktuell weiterhin Ausbrüche zu verzeichnen sind. Durch genetischen Abgleich wurde dort eine hohe Übereinstimmung mit ASP-Viren aus der italienischen Region Kalabrien nachgewiesen. Zuletzt wurde das ASP-Virus zudem auch bei Wildschweinen in Spanien festgestellt.

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte: „Die enormen wirtschaftlichen Konsequenzen für die Schweinebranche in den betroffenen Regionen sowie das große Tierleid, das mit einer Infektion mit dem Erreger für jedes einzelne Tier einhergeht, gilt es für Niedersachsen so lange wie möglich abzuwenden. Ich danke allen die mithelfen, die ASP von Niedersachsen fernzuhalten. Die nun veröffentlichten Filme zeigen, was jeder und jede Einzelne beitragen kann. Parallel arbeitet mein Haus fortlaufend an Lösungen, um die Folgen bei einem möglichen erneuten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen so gut wie möglich abzufedern.“

Unter Vorsitz des Landwirtschaftsministeriums und der Geschäftsführung des LAVES beschäftigt sich die Niedersächsische ASP-Sachverständigengruppe fortlaufend mit Fragen der Prävention und Bekämpfung der ASP. An ihr beteiligen sich unter anderem das Landvolk, die Landesjägerschaft Niedersachsen, der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen e.V., kommunale Veterinärbehörden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Einrichtungen. Die hochinfektiöse Viruserkrankung befällt Haus- und Wildschweine. In der Regel verläuft sie tödlich. Für Menschen und andere Tiere ist das Virus ungefährlich.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Schweinemäster profitieren von Zinsvorteilen

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Rentenbank akzeptiert CO2-Berechnung über QS-Klimaplattform

Schweinemäster, die ihre betriebsindividuelle Klimabilanz über die QS-Klimaplattform berechnen, können zukünftig von einem Zinsbonus der Landwirtschaftlichen Rentenbank profitieren. Dieser Bonus wird nach Vorlage des Berechnungsnachweises unabhängig vom Ergebnis der Treibhausgasbilanzierung gewährt. Aktuell beträgt der Zinsbonus 25 Prozentpunkte auf die jeweilige Kondition des Landwirts bei der Rentenbank (Basis/Top/Premium).

Die neue QS-Klimaplattform erfüllt sämtliche Anforderungen der Rentenbank an eine Klimabilanz, die als Grundlage für den Zinsbonus „Klimabilanz“ dient: Sie entspricht dem Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen (BEK) in der Landwirtschaft, umfasst mindestens die Produktionszweigebene und weist den Treibhausgas- Fußabdruck in CO2-Äquivalenten je Einheit aus. Die betriebsindividuellen Ergebnisse werden zudem im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Betrieben eingeordnet.

„Die Akzeptanz der CO2-Berechnung über die QS-Klimaplattform seitens der Landwirtschaftlichen Rentenbank ist ein entscheidendes Signal an die Tierhalter, wie sinnvoll und wichtig die Treibhausgasbilanzierung sein kann“, betont Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH. Erstmals stehen durch die Dateneingabe in der QS-Klimaplattform und der automatischen Berechnung im Klima-Check der LfL Bayern verlässliche und vergleichbare Zahlen aus der Tierhaltung zur Verfügung, die nachhaltiges Wirtschaften der Land- und Fleischwirtschaft unterstützen.

Seit Oktober können Schweinemäster aus ihren Betriebsdaten konkrete CO2-Werte berechnen und diese der Fleischwirtschaft für CSRD-Berichtspflichten zur Einsicht freischalten. Gleichzeitig können die Tierhalter diese Daten auch gegenüber Banken und Versicherungen nutzen, die zunehmend Interesse an der CO2-Bilanz ihrer Kunden zeigen.

Nach dem erfolgreichen Start für die Schweinemast koordiniert QS aktuell die Erweiterung des Angebots für Rinder- und Geflügelbetriebe, den Ackerbau sowie für die Obst-, Gemüse- und Kartoffelbranche. Das Angebot ist freiwillig, offen für alle und kostenfrei für QS-Systempartner.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Bundeskabinett beschließt Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz

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Rechtssichere Entnahme von Wölfen, Herdenschutzmaßnahmen werden gestärkt

Zum Schutz von Weidetieren: Der Wolf wird – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – in das Bundesjagdgesetz (BJagdG) aufgenommen. Das sieht der vom Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, vorgelegte Gesetzentwurf vor, den das Bundeskabinett heute beschlossen hat. Dabei wird der präventive Herdenschutz als zentral für den Schutz der Weidetiere hervorgehoben: Die Finanzierung von Zäunen oder Herdenschutzhunden wird weiterhin unterstützt. Durch die Gesetzesänderung können die Länder in Regionen mit hoher Wolfsdichte und günstigem Erhaltungszustand ein Bestandsmanagement einführen. Wo Wölfe Herdenschutzmaßnahmen überwinden, können sie rechtssicher entnommen werden. In Gebieten, in denen präventiver Herdenschutz unzumutbar ist – etwa in der alpinen Region – ist eine Entnahme zur Vermeidung von Weidetierrissen ebenfalls möglich.

Dazu sagt Bundesminister Rainer: „Weidetierhaltung ist das Herzstück unserer Kulturlandschaft – sie prägt unsere Heimat von den Deichen im Norden bis zu den Almen im Süden. Doch wo Herden grasen, ist der Wolf längst kein Zaungast mehr, sondern Teil des Alltags. Für viele Tierhalter bedeutet jeder Riss nicht nur einen wirtschaftlichen Verlust, sondern auch emotionale Belastung. Wir halten Wort und sorgen dafür, dass Weidetierhalter nachts endlich ruhig schlafen können. Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz kommen klare, praxistaugliche Regeln und Rechtssicherheit. Damit kann dort gehandelt werden, wo Zäune oder Herdenschutzhunde nicht mehr ausreichen – gerade auch in den alpinen Regionen. Wir stehen an der Seite der Tierhalter, verlässlich und mit Respekt für ihre tägliche Arbeit.“

Im Einzelnen sieht der Gesetzentwurf folgende Regelungen vor:

• Regionales Bestandsmanagement: Mit der Aufnahme des Wolfs in das BJagdG wird den Ländern die Möglichkeit eines regionalen Bestandsmanagements gegeben. Das bedeutet: In Regionen mit hohen Wolfszahlen, wo der günstige Erhaltungszustand festgestellt wurde, können Managementpläne aufgestellt und so die Zahl der regional lebenden Wölfe reguliert werden. In diesem Rahmen ist eine Jagdzeit von 1. Juli bis 31. Oktober vorgesehen.

• Entnahme von Wölfen: Haben Wölfe Herdenschutzmaßnahmen überwunden und Weidetiere verletzt oder getötet, ist eine leichtere, rechtssichere Entnahme der Wölfe, unabhängig vom Erhaltungszustand, möglich.

• Ausweisung von Weidegebieten: In einigen Regionen Deutschlands ist präventiver Herdenschutz, zum Beispiel das Aufstellen von Zäunen, aufgrund der geografischen Gegebenheiten, wie Hangneigung, Bodenbeschaffenheit oder Lage an Gewässern nicht möglich. Das ist beispielsweise in den Alpen (Almwiesen) oder an den Küsten (Deiche) der Fall. Die Bundesländer bekommen nun die Möglichkeit, bestimmte Weidegebiete auszuweisen, um hier den Schutz der Weidetiere durch die Entnahme der Wölfe sicherzustellen.

• Finanzierung Herdenschutz: Derzeit ist die Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen über die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) geregelt. Wir überprüfen diese Regelungen mit dem Ziel, Verbesserungen bei der Förderung des Herdenschutzes zu erzielen.

• Bericht an den Bundestag: Nach fünf Jahren berichtet die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag, inwieweit sich die Regelungen bewährt haben.

• Kein Handel mit Wolfstrophäen: Die Regeln der EU-Artenschutzverordnung gelten auch weiterhin für den Wolf: Damit sind Zurschaustellung und Handel mit toten Wölfen auch künftig verboten.

Zudem soll ein Runder Tisch „Wald/Wild“ eingerichtet werden, bei dem BMLEH, BMUKN, Länder sowie Wald-, Umwelt- und Jagdverbände bis Ende 2026 Ergebnisse zum Wald-Wild-Konflikt vorlegen wollen.

Hintergrund:
Die Wolfsbestände in Europa sind in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen – von 11.200 Tieren im Jahr 2012 auf über 20.300 im Jahr 2023. In Deutschland leben derzeit 209 Wolfsrudel, vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Parallel dazu steigt die Zahl der Wolfrisse: Im Jahr 2024 wurden rund 4.300 Nutztiere, überwiegend Schafe und Ziegen, von Wölfen gerissen, zum Teil trotz der weiterhin wichtigen Herdenschutzmaßnahmen wie Zäunen und Herdenschutzhunden.

Deutschland hat der EU-Kommission dieses Jahr den „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfs in der atlantischen und der kontinentalen Region gemeldet. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, um den Ländern in Regionen mit einem guten Erhaltungszustand die Gelegenheit für ein regionales Wolfsmanagement einzuführen. Mit der Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz und den entsprechenden Anpassungen im Bundesnaturschutzgesetz ist dafür die rechtliche Grundlage geschaffen. Bereits Anfang des Jahres war der Wolf von „streng geschützt“ auf „geschützt“ in der Berner Konvention herabgestuft worden.

Quelle: BMLEH

GRT X-PRO bietet Topleistung unter anspruchsvollen Bedingungen im Rinderstall

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Wohlbefinden, beugt Parasitenbefall vor und verbessert die Sauberkeit der Tiere. Um die Stresslevel der Tiere während der Schur gering zu halten und dabei trotzdem einen hohen Durchsatz zu gewährleisten, sind leistungsstarke Schermaschinen essenziell. Dort setzt die Neuentwicklung GRT X-PRO an. Die Akkuschermaschine ermöglicht flexibles und effizientes Arbeiten dank starker Akkuleistung. Sie wurde für dichte Fellstrukturen und lange Arbeitstage im Stall entwickelt. Sie bietet einen 14,4-V-Akku mit Ladeanzeige, eine dreistufiger PAN-Steuerung und mit bis zu 2.500 Doppelhüben pro Minute bei rund 70 dB(A) ein angenehmes Handling. Das Modell ist robust gebaut, verfügt über einen wartungsfreien HGW-Exzenter-Antrieb und lässt sich dank werkzeuglos entfernbarem Luftfilter besonders einfach reinigen.

Die Göbel RazorCut Technology (GRT) bringt in Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Partner LISCOP die neuen X-Series Akku- Schermaschinen auf den Markt. Die Produktlinie vereint moderne Antriebstechnik, präzise Schnittleistung und hohen Bedienkomfort. Die vollständig in Deutschland gefertigten Maschinen setzen neue Maßstäbe in den Bereichen Qualität, Langlebigkeit und Tierwohl. So sorgen die neuen GRT Akku-Schermaschinen für einen präzisen Schnitt mit ihren robusten Scherköpfen und einen besonders ruhigen Lauf. Der Fokus liegt dabei auf niedriger Geräuschentwicklung, hoher Leistung und einer Bauweise, die auch bei längerem Einsatz komfortabel bleibt.

Weitere Informationen zum Produktprogramm unter: https://www.grt-shear.de/

Quelle: Fritz Göbel und LISCOP

Typisch Schwein digital 2026: Aktuelles Wissen für mehr Erfolg im Stall

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Auch 2026 lädt Boehringer Ingelheim wieder zu seiner beliebten Online-Seminarreihe „Typisch Schwein digital“ ein. An vier Abenden im Januar erwartet Schweinehalter*innen und Tierärzt*innen aktuelles Fachwissen rund um Fruchtbarkeit, Impfmanagement, Infektionskrankheiten und Darmgesundheit – praxisnah, kompakt und kostenfrei.

Den Auftakt am 8. Januar 2026 bildet das Thema „Typisch Fruchtbarkeit: Neue Erkenntnisse, neue Empfehlungen (Teil 2)” mit Gerd Vahrenhorst (GFS – Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG) und Hebert Heger, die wertvolle Einblicke in das Geburts- und Besamungsmanagement geben.

Am 15. Januar folgen praxisorientierte Vorträge von Sophie Diers (LVZ Futterkamp) und Herbert Heger zu Impfstrategien zur neuen Sauenhaltung mit Auslauf.

Am 22. Januar geht es um PRRS und PCV2 mit spannenden Praxisfällen und deren Aufarbeitung von Markus Hellenschmidt und Dr. Jochen Beckjunker.

Zum Abschluss am 27. Januar widmen sich Prof. Dr. Christian Visscher (TiHo) und Markus Hellenschmidt der Darmgesundheit aus biologischer und ökonomischer Sicht.

Beginn ist jeweils um 19:00 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenfrei, ITW-/ATF-Anerkennungen sind beantragt. Anmeldung unter: https://typischschwein.de

Klimaschonende Milchkuhhaltung: ein Gewinn für Umwelt und Betriebe

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Leitfaden für Landwirtschaft – Ziel: weniger Treibhausgase

Mit einem neuen kompakten Leitfaden gibt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Betrieben mit Milchkuhhaltung wertvolle Tipps, um klimaschädliche Treibhausgase (THG) wie Methan und Lachgas zu reduzieren – mit geringem Mehraufwand und ohne wesentliche Mehrkosten. Zugleich wird so strikteren Vorgaben zum THG-Ausstoß Rechnung getragen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das Projekt mit rund 281.000 Euro gefördert. Nun steht der Leitfaden kostenfrei bereit.

Umbau zur klimaschonenden Landwirtschaft muss finanzierbar bleiben
Der Anteil der Landwirtschaft an in Deutschland ausgestoßenen, klimaschädlichen Treibhausgasen beträgt laut Umweltbundesamt 8,2 Prozent. Das entspricht 53,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2)-Äquivalenten. Den Großteil davon nehmen Methan, hauptsächlich aus der Tierhaltung (62,1 Prozent), sowie Lachgas meist aus mineralischen und organischen Düngern (33,4 Prozent) ein. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Wir brauchen betriebsindividuelle Lösungen zur Reduktion der hohen Treibhausgas-Emissionen. Allerdings müssen die Betriebe diese Veränderungen auch finanziell stemmen können.“ Genau dies ist Ziel des von der DBU geförderten LfL-Forschungsprojekts: Forschende haben seit 2021 einen Leitfaden zur Verbesserung der Treibhausgas-Bilanz von Milchkuh-Betrieben entwickelt. Projektbearbeiterin Diana Schneider: „Neben der Senkung klimaschädlicher Emissionen nimmt der Leitfaden auch Wechselwirkungen mit anderen Nachhaltigkeitsaspekten wie Nahrungskonkurrenz und Flächennutzung in den Blick.“ Auch eine ökonomische Bewertung sei für alle Maßnahmen durchgeführt worden. Die dafür notwendigen Modellierungen wurden Schneider zufolge mit dem Klimarechner der LfL durchgeführt: Dem LfL Klima-Check.

Neun Ansätze zur Reduktion von Treibhausgasen
Insgesamt 30 Landwirtschaftsbetriebe hat das Projekt laut Schneider untersucht – 14 im Östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins und 16 im Berchtesgadener Land in Bayern. Kooperationspartner waren die Universität Kiel, die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau und die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Schneider: „Aus den Erkenntnissen sind neun Ansätze entstanden, wie Milchproduzenten ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren können.“ Dabei ist Schneider wichtig, dass „die Ergebnisse keine Detailanleitung für alle deutschen Betriebe sind – dafür ist die Branche viel zu divers“. Stattdessen diene der Leitfaden als Denkanstoß für die Landwirtschaft sowie für Beraterinnen und Berater. „Mit den Fachleuten muss schließlich die beste Lösung für jeden Betrieb erarbeitet werden“, so Schneider.

Intelligenter Einsatz von Ressourcen spart Geld, schützt das Klima und hält die Tiere gesund
Eine der wichtigsten Erkenntnisse: „Wer Ressourcen intelligent einsetzt, spart selbst bei gleichbleibendem Ertrag Geld und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Schneider. Dies beziehe sich auf viele im Leitfaden detailliert ausgearbeitete Aspekte. Unter anderem kann Schneider zufolge eine Verlängerung der Nutzungsdauer angestrebt werden. Dadurch sinken die Emissionen aus der Bestandsergänzung, denn die Kuh bleibt länger produktiv, gesund und es müssen weniger Kalbinnen – also junge, weibliche Kühe ohne ersten Nachwuchs – aufgezogen werden. „Ein anderer Ansatz ist beispielsweise die Optimierung des Erstkalbealters, denn die Tiere treten eher in ihre produktive Phase ein. Dadurch sinken Emissionen und auch Kosten in der Jungviehaufzucht Solche Synergieeffekte seien Gegenstand der Projektforschung gewesen, so Schneider.

Verlängerte Weidezeit, weniger Emissionen
Beim Anbau von eigenem Futter können Milchkuhbetriebe laut Schneider Überdüngung vermeiden, was wiederum Ressourcen spart und das Ausgasen von Lachgas reduziert. „Ein weiterer Synergieeffekt kann durch eine verlängerte Weidezeit erreicht werden, denn durch die Kot-Harntrennung auf der Weide wird weniger Ammoniak gebildet. Dieses ist zwar selbst nicht klimaschädlich, kann sich aber in das sehr klimaschädliche Lachgas umwandeln.“ Auch die Anpassung der Fütterung, beispielsweise durch die Nutzung von Reststoffen aus der Lebensmittelindustrie wie Biertreber, kann Schneider zufolge die Treibhausgasemissionen senken: „Denn durch die Rest- und Abfallstoffe entstehen kaum zusätzliche Emissionen.“ Die Betriebe müssten dann jeweils die individuell besten Lösungen für ihren Standort finden.

Spürbarer Sinneswandel innerhalb der Branche
Seit Beginn des Projekts stellt Schneider „einen spürbaren Wandel beim Interesse der Branche an der Treibhausgas-Reduktion“ fest. Anfangs hätten nur wenige Betriebe, Beratungsstellen und Molkereien die Entwicklungen verfolgt. Kurz vor Abschluss des Leitfadens sei das Interesse jedoch stark gewachsen. „Da konnten wir uns vor Anfragen kaum retten“, sagt Schneider. Aus ihrer Sicht ein klares Indiz für den Sinneswandel der Branche. Die Betriebe hätten „die Chancen einer Umstellung auf eine Milchproduktion mit geringeren Treibhausgasen erkannt – und suchen nach umsetzbaren, praktischen Lösungen“.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Rindergrippe – sind Impfungen die Lösung?

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Von Dr. Ingrid Lorenz, Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.

In den letzten beiden Jahren hat sich etwas auf dem Impfstoffmarkt in Sachen Rindergrippe getan. Zunächst kam ein Impfstoff gegen das respiratorische Coronavirus auf den Markt und Anfang des Jahres wurde noch ein Impfstoff gegen Mykoplasma bovis verfügbar, der bereits im Vorjahr zugelassen wurde. Werden dadurch unsere Sorgen mit Bezug auf die Rindergrippe weniger? Um das einschätzen zu können, muss man sich die Hintergründe der Erkrankung genauer anschauen.

Unter dem Begriff Rindergrippe werden Erkrankungen der Atemwege zusammengefasst, die durch verschiedene Viren und Bakterien hervorgerufen werden können. Diese Infektionserreger alleine können allerdings ein abwehrstarkes Rind unter günstigen Haltungsbedingungen in der Regel nicht krank machen. Daher spricht man bei der Rindergrippe, ebenso wie beim Kälberdurchfall, von einer klassischen Faktorenerkrankung. Impfungen sind ein Faktor unter vielen, die bei bestandsweise gehäuft auftretenden Erkrankungen in Betracht gezogen werden müssen.

Welche Infektionserreger sind beteiligt?
In der Regel handelt es sich um Mischinfektionen, wobei die Gruppe der mit der Rindergrippe in Zusammenhang gebrachten Viren am Größten ist. Traditionell wird den Viren eine Art Schrittmacherfunktion (Wegbereiter) für die beteiligten Bakterien nachgesagt. Das bedeutet, dass die Virusinfektion die Abwehrmechanismen des Atmungsapparates schädigt, so dass sich anschließend bakterielle Infektionen leichter ausbreiten können. Mittlerweile wird allerdings auch vermutet, dass unter besonders ungünstigen Bedingungen Bakterien alleine auch Erkrankungen auslösen können. In jedem Fall bestimmen aber die beteiligten Bakterien die Schwere und den Verlauf der Erkrankung. Gegen sie richten sich auch vornehmlich die einzuleitenden Behandlungsmaßnahmen. Die wichtigsten bakteriellen Erreger sind Mannheimia haemolytica und Pasteurella multocida. Sie haben unter anderem die Fähigkeit, Gewebsgifte (Toxine) zu bilden, die das Lungengewebe zum Absterben bringen. Derart zerstörte Lungenbereiche werden schlechter durchblutet und können deshalb von antibakteriellen Medikamenten nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr erreicht werden. Zudem fallen diese Lungenbezirke meist auf Dauer für den Gasaustausch aus. In verschleppten (chronischen) Fällen kommt häufig ein weiteres Bakterium (Trueperella pyogenes) hinzu. Dieser typische Eitererreger findet sich vornehmlich in Abszessen, die in absterbendem Lungengewebe entstehen. Bei derart veränderten Lungen verschlechtern sich die Heilungschancen drastisch. Mykoplasmen spielen eine gewisse Sonderrolle im Rindergrippegeschehen. An diese Erreger muss gedacht werden, wenn Erkrankungen ungewöhnlich schlecht auf die gewohnte Behandlung ansprechen oder wenn auch Ohrentzündungen oder Gelenksentzündungen bei den Patienten auftreten.

Welche Umweltfaktoren haben einen Einfluss?


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Mykotoxine im Schweinefutter: Latente Gefahr mit großen Folgen

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Von Dr. Manfred Weber, Leiter Zentrum für Tierhaltung und Technik, Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt, Iden

Fütterungsbedingte Gesundheitsprobleme beim Schwein werden häufig nicht sofort als solche erkannt, insbesondere dann, wenn Mykotoxine die Ursache sind. Denn die durch Pilze gebildeten Gifte treten oft in geringer, aber dauerhaft wirksamer Konzentration auf und entfalten ihre schädliche Wirkung im Verborgenen. Ob Fruchtbarkeitsstörungen, Futterverweigerung oder das zunehmend diskutierte Entzündungs- und Nekrosesyndrom (SINS), die Liste möglicher Auswirkungen ist lang.

Immer wieder führen Fusarientoxine im Schweinefutter zu Problemen, die aber häufig latent verlaufen und so vom Schweinehalter übersehen werden. Je nach Witterungsbedingungen während des Getreidewachstums kommt es zu unterschiedlichem Wachstum der Pilze und damit zu unterschiedlicher Anreicherung der als sekundäre Stoffwechselprodukte gebildeten Pilzgifte. Aber auch Ergotalkaloide bereiten in Jahren mit besonders guten Wachstumsbedingungen für den Pilz Calviceps purpurea Schwierigkeiten. Die sich entwickelnden Mutterkörner sind aber zumindest im nicht geschroteten Getreide recht gut zu erkennen.

Zearalenon (ZEA)
Eine Belastung des Tieres mit Zearalenon wirkt sich in erster Linie auf die Fruchtbarkeit aus. Grund dafür ist die Struktur des ZEA und seiner Metaboliten. Sie ähnelt sehr dem Östrogen und konkurrieren mit den körpereigenen Östrogenen um die Bindung an Östrogenrezeptoren unter anderem an den Eierstöcken, am Hypothalamus und an der Hirnanhangsdrüse. Es greift damit in den regulierten Hormonkreislauf des Östrogens ein und vermittelt Östrogenwirkungen, die sich als Hyperöstrogenismus bei Schweinen manifestieren können. Dabei zeigen die Schweine Vergrößerungen der inneren und äußeren Geschlechtsorgane und Zyklus- und Fruchtbarkeitsstörungen. Aber auch Auswirkungen auf die Würfe in Form von kleineren Würfen und vermehrten Aborten sind zu finden.
Besonders problematisch wird es, wenn Sauen in der Frühträchtigkeit, hier sind die Tage zwischen dem 7. und 10. Trächtigkeitstag besonders im Fokus, einer vermehrten ZEA-Disposition ausgesetzt sind. Die frühembrionalen Verluste sind dann besonders hoch und die Würfe entsprechend kleiner.

Wird über die gesamte Trächtigkeit Futter mit geringen oder mittelgradigen Konzentrationen von ZEA aufgenommen, äußert sich das in erster Linie in kleineren Würfen und größeren Schwankungen der Geburtsgewichte innerhalb eines Wurfes. In sehr schlimmen Fällen kann es zum Tod des gesamten Wurfes führen.
Hinweise bestehen in der Literatur auch auf einen Zusammenhang zwischen ZEA-Disposition und der Anzahl an Spreizern und Grätschern beim Ferkel.


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Aktuelles Interview: Labordiagnostik nach antibiotischer Mastitisbehandlung – sinnvoll oder überflüssig?

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Wenn eine antibiotische Behandlung bei akuter Mastitis nicht den gewünschten Erfolg zeigt, stellt sich vielen Tierhalterinnen und Tierhaltern die Frage: Macht eine labordiagnostische Untersuchung jetzt überhaupt noch Sinn? In diesem Interview erläutert Kristina Kadlec, warum Labordiagnostik auch nach bereits erfolgter Therapie wichtig sein kann, welche Rolle mikrobiologische und klinische Heilung spielen und wann kulturelle Untersuchungen oder PCR-Tests wirklich weiterhelfen. Ein Gespräch über sinnvolle Diagnostik, häufige Irrtümer und die Bedeutung einer sauberen Probennahme.

Liebe Frau Kadlec, gesetzt den Fall eine Kuh mit akuter Mastitis wurde antibiotisch behandelt, aber die Behandlung schlägt anscheinend nicht an. Können dann von dieser Kuh stammende Viertelgemelksproben zwecks Erregernachweis untersucht werden?

Klar, Viertelgemelksproben kann man bei einer laktierenden Kuh tagtäglich gewinnen und diese gewonnenen Proben dann untersuchen. Die Frage ist eher, ob es im jeweiligen Fall sinnvoll oder sogar notwendig ist.

Wenn die bisher gewählte Therapie nicht anschlägt, möchte man in vielen Fällen gerne wissen, woran es liegt. Wenn ich über eine Fortsetzung der Behandlung in anderer Form nachdenke, brauche ich weitere sachdienliche Informationen: Also ganz klar, in einer solchen Situation kann Labordiagnostik sinnvoll sein.

Die Kuh ist aber doch bereits antibiotisch behandelt und die Wartezeit auf Milch läuft noch. Sollte ich mit der Probenuntersuchung nicht warten, bis diese Wartezeit abgelaufen ist?

Ein klares Nein! Wenn der eingesetzte Wirkstoff nicht wirkt, ist der Mastitiserreger doch offensichtlich nicht oder nur wenig beeindruckt. Folglich darf ich erwarten, ihn in der aus dem behandelten Euter stammenden Milch zu finden.

Die Wartezeit auf Milch hat nur etwas damit zu tun, wie lange das Antibiotikum in der Milch in lebensmittelhygienisch betrachtet unerwünscht hoher Konzentration vorhanden ist. Antibiotika sollen weder in der Molkerei zu Problemen bei der Milchverarbeitung führen noch zum Verbraucher gelangen. Aber ein im betreffenden Fall therapeutisch nicht hilfreiches Antibiotikum in der Milch steht einer im Labor erfolgenden Suche nach Erregern nicht im Wege.

Bei den Erregern kann es sich um Keime handeln, die durch Antibiotika gar nicht abzutöten sind. Dabei denke ich an Hefen, an die zu den Algen gezählten Prototheken oder auch an Schimmelpilze. Es können auch bakterielle Erreger vorliegen, die gegen das eingesetzte Antibiotikum resistent sind. Escherichia coli zum Beispiel ist gegen Penicillin intrinsisch resistent, Penicillin-Resistenz ist für E. coli also eine Spezies-spezifische Eigenschaft. Es können aber auch Erreger vorliegen, die eine Resistenz erworben haben. Solche durch Generwerb oder durch Mutation erworbenen Resistenzen meint man in der Regel, wenn man von einem resistenten Erreger spricht. In einem solchen Fall sind andere Erreger derselben Spezies sensibel gegenüber dem Antibiotikum.

Ist wegen des bisher nicht erkennbaren Heilungserfolgs auf jeden Fall schon klar, dass das bisher eingesetzte Antibiotikum falsch gewählt war?

Nicht in jedem Fall war das Antibiotikum wirkungslos: Möglicherweise hat sich bisher keine klinische Heilung eingestellt, obwohl eine mikrobiologische Heilung bereits eingetreten ist.

Was ist der Unterschied zwischen mikrobiologischer und klinischer Heilung?

Ich meine mit mikrobiologischer Heilung, dass die für die Infektionserkrankung ursächlichen Erreger abgetötet wurden. Unter klinischer Heilung verstehe ich das Verschwinden der Krankheitserscheinungen. Bei einer Mastitis also zum Beispiel das Verschwinden der Schwellung des Euterviertels und dass die aus dem Euterviertel zu ermelkende Flüssigkeit wieder normalen Milchcharakter hat: also keine Flocken enthält, nicht ganz wässrig ist und ihr Zellgehalt wieder niedrig ist. Mit der mikrobiologischen Heilung will man der klinischen Heilung den Weg ebnen. Auf eine mikrobiologische Heilung folgt aber nicht immer ganz schnell eine klinische Heilung. Unter Umständen bleibt eine vollständige klinische Heilung sogar aus und der Zellgehalt der Milch bleibt anhaltend erhöht.

Ist jeder Mastitisfall durch eine Untersuchung von Viertelgemelksproben auf deren Zellgehalte und auf Mastitiserreger aufzuklären?


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Mobile Hühnerställe auf dem Vormarsch – Seminar zur artgerechten Fütterung unterstützt Neueinsteiger

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Von Patricia Lößner, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA MV)

Die Haltung von Legehennen in Mobilställen ist längst mehr als nur ein Nischentrend: In den letzten Jahren erfreut sich dieses Haltungskonzept wachsender Beliebtheit. Die steigende Zahl mobiler Stallsysteme zeigt deutlich, dass sie sowohl den Erwartungen vieler Verbraucher an eine tiergerechte Haltung entsprechen als auch landwirtschaftlichen Betrieben neue Perspektiven in der Direktvermarktung eröffnen.
Wer als Landwirt neu in dieses System einsteigen möchte, sollte sich jedoch im Vorfeld intensiv mit den Anforderungen an das Tierwohl befassen, besonders im Bereich der artgerechten Fütterung, die eine zentrale Rolle spielt.
Um hier praxisnahe Unterstützung zu bieten, lud die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA MV) am 18. März 2025 zu einem Fachseminar mit dem Schwerpunkt „Artgerechte Fütterung“ ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts Netzwerk Fokus Tierwohl statt und wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Zu Beginn präsentierte Patricia Lößner (LFA MV) Ergebnisse einer Umfrage, die das Institut für Tierproduktion der LFA MV im Jahr 2024 durchgeführt hat. Dabei beantworteten 15 Betriebe mit Mobilstallhaltung verschiedene Fragestellungen rund um dieses Haltungsverfahren. Zur Thematik Fütterung und Wasserversorgung zeigte sich, dass die meisten Betriebe eine Fütterungstechnik mit automatischer Fütterung einsetzen. Nur drei Betriebe gaben an, dass die Fütterung noch manuell durchgeführt wird. Es zeigt sich, dass die Futtermittel fast ausschließlich über Futtermittelfirmen bezogen werden. Ein Teil der landwirtschaftlichen Betriebe könnte sich perspektivisch jedoch vorstellen, betriebseigene Futtermittel in den Rationen einzusetzen oder Futterrationen selber zu mischen. Dabei teilten 33 % der befragten Betriebe mit, in Zukunft einheimische Eiweißfuttermittel wie Erbsen oder Ackerbohnen einzusetzen. Auch die Erforschung und Verwendung neuer Proteinquellen wie Hanfsamen oder Insekten könnten neue Möglichkeiten bieten. Zu beachten ist, dass nicht nur die Futtermittel, sondern auch das Wasser eine sehr gute Qualität haben sollte, da es sonst zu Leistungsminderungen und Krankheiten kommen kann. Je nach betrieblichen Gegebenheiten und Mobilstalltyp erfolgte die Wasserversorgung über einen integrierten Tank im Mobilstall oder über einen externen Anschluss. Das Wasser hierfür stammte bei 73 % der befragten Betriebe aus dem kommunalen Leitungsnetz und bei 27 % aus einer eigenen Brunnenanlage. Die Frequenz, mit der die Tränksysteme gereinigt werden, zeigte von einmal täglich bis einmal jährlich eine weite Bandbreite.

Welche Nährstoffe benötigt das Huhn im Freiland?
Mit der Frage: „Was nimmt das Huhn durch den Schnabel auf, wenn ich es im Freiland halte?“, begrüßte Carsten Pohl von der Bio Eichenmühle GmbH & Co. KG die Zuhörer. Ausgehend von den bloßen Futtermitteln bleibt ein großer Teil unbeachtet. Das Huhn macht bis zu 15.000 Pickschläge pro Tag und nimmt so im Auslauf auch Würmer, Gras, Steine, Parasiten, Boden und/oder Beschäftigungsmaterial auf.


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Geflügelpest: Tauben tragen nicht zur Ausbreitung der Seuche bei

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Aufgrund der aktuellen Berichterstattung zum Thema Geflügelpest bei Tauben weist das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) darauf hin, dass nach derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) Tauben bei der Weiterverbreitung des Geflügelpest-Virus (H5N1) nicht relevant sind.

Nach wissenschaftlicher Einschätzung der Experten des FLI, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, gibt es keine Hinweise darauf, dass Tauben zur Aufrechterhaltung oder Ausbreitung des Infektionsgeschehens beitragen. Obwohl auch Tauben grundsätzlich für das Virus empfänglich sind, treten Infektionen nur in sehr seltenen Einzelfällen auf. Zudem weisen selbst die Ausscheidungen infizierter Tauben nur sehr geringe Mengen des Erregers auf, was eine Weiterverbreitung und Übertragung des Virus sehr unwahrscheinlich macht. Tauben gelten daher epidemiologisch als sogenannte „Sackgassenwirte“, da die niedrige Viruslast und die fehlende effiziente Ausscheidung eine Weiterverbreitung des Virus verhindern.

Das BMLEH wird das Ausbruchsgeschehen in Deutschland weiterhin sehr genau beobachten und steht hierzu in engem Austausch mit den für Tierseuchenbekämpfung zuständigen Bundesländern, um die Ausbreitung der Geflügelpest einzudämmen und die Tiergesundheit in Deutschland zu sichern. Das FLI leistet dabei zentrale wissenschaftliche Unterstützung – beispielweise untersucht und bestätigt es die Laborproben der Länder und berät diese mit seiner fachlichen Expertise.

Quelle: BMLEH

Vorfahrt für mehr Biosicherheit im QS-System

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• Ab Januar 2026: Betriebsindividuelle Risikobewertung durch Tierhalter
• Tierhalter können digitale Risikoampeln oder behördlich anerkannte Biosicherheitskonzepte nutzen
• Online-Tool steht kostenfrei zur Verfügung

Ab dem 1. Januar 2026 müssen QS-Rinder- und Schweinhalter eine individuelle Risikobewertung der Biosicherheit ihres Betriebs vornehmen. Das QS-System folgt damit den Empfehlungen einer Ad-hoc Arbeitsgruppe zu Biosicherheit und Seuchenprävention, die auf die steigende Gefahr eines Tierseuchenausbruchs im eigenen Betrieb reagiert. Tierhalter können dafür eine digitale Risikoampel nutzen, mit der die Biosicherheit systematisch und betriebsindividuell bewertet wird. Dieses Angebot der Universität Vechta ist kostenfrei.

„Die Risikoampeln machen individuelle Schwachstellen sichtbar, liefern praxisnahe Empfehlungen und stärken die Eigenverantwortung im Betrieb“, erklärt Dr. Barbara Grabkowsky, Leiterin des Verbunds Transformationsforschung agrar Niedersachsen an der Universität Vechta. Mit dieser neuen Anforderung im revidierten Leitfaden möchte QS alle Tierhalter noch stärker für das Thema Biosicherheit sensibilisieren. Denn es geht nicht nur um Seuchenschutz, sondern grundsätzlich darum, den Eintrag von Krankheitserregern in den Betrieb oder von Betrieb zu Betrieb zu verhindern. Dies trifft große und kleine Viehbestände gleichermaßen.

Grabkowsky appelliert vor diesem Hintergrund an die Betrachtung und Anpassung der eigenen Betriebsabläufe: „Tägliches gelebtes Risiko- Bewusstsein in allen Arbeitsschritten ist zentral für einen wirksamen Biosicherheitsstandard. Die Ampeln sind dabei ein Hilfsmittel zur betriebsindividuellen Risikoeinschätzung und Risikominimierung in Friedenszeiten – sie ersetzen die eigene Überwachung nicht.“

Im Online-Tool beantworten die Landwirte anonym Multiple-Choice-Fragen zu Lage, Struktur, Management, Betriebsabläufen und Hygienemanagement. Basierend auf der Expertise eines bundesweiten Expertenpanels bewertet das System automatisch, wie stark jeder Aspekt das Risiko eines Eintrags von Krankheitserregern verringert oder erhöht. Das Ergebnis wird in Ampelfarben visualisiert, zeigt die Risikoklasse an und gibt Hinweise zur Optimierung. Seit 2025 stehen nicht nur die AI-Risikoampel für Geflügelhaltung und die ASP-Risikoampel für Schweinehaltung, sondern auch eine Rinder-Risikoampel zur Verfügung.

Die QS-Betriebe haben eine Vorbereitungszeit von sechs Monaten. Ab dem 1. Juli 2026 muss der Tierhalter die Nutzung der Biosicherheitsampel im Audit nachweisen. Wer bereits im Jahr 2025 die Biosicherheit seines Betriebs über eine Risikoampel oder ein behördliches Biosicherheitskonzept bewertet hat, kann diesen Nachweis heranziehen, eine Wiederholung bis Mitte 2026 ist dann nicht notwendig.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Tiergesundheit: Mikroplastik stört Darmmikrobiom und Fermentation bei Nutztieren

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Studie der Universitäten Hohenheim, Helsinki, Zürich und der TU München deckt neue Risiken für die Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit auf.

Mikroplastik beeinträchtigt die Fermentation im Pansen von Rindern und beeinflusst das Darmmikrobiom. Das zeigt eine neue gemeinsame Studie der Universitäten Helsinki, Zürich, Hohenheim und der TU München. Die Forschenden inkubierten Flüssigkeit aus dem Pansen – der ersten Magenkammer von Rindern – mit verschiedenen gängigen Mikroplastikarten und stellten fest: Alle getesteten Kunststoffe veränderten die mikrobielle Aktivität, reduzierten die Gasproduktion und wurden teilweise abgebaut.

„Wir müssen besser verstehen, wie sich Mikroplastik auf die Tiergesundheit und die Lebensmittelsicherheit auswirkt, insbesondere da die weltweite Kunststoffproduktion weiter steigt“, erklärt Studienleiter Daniel Brugger, Associate Professor in Companion and Monogastric Production Animal Nutrition der Universität Helsinki, das Ziel der Forschung.

„Unsere Studie zeigt, dass Mikroplastik nicht einfach durch den Pansen von Rindern hindurchgeht“, so Jana Seifert, Professorin für Funktionelle Mikrobiologie bei Nutztieren an der Universität Hohenheim. Vielmehr wirke der Verdauungstrakt als „Bioreaktor“, der Plastik fragmentiert und damit potenziell neue Risiken schafft. Ein gestresstes Mikrobiom könne die Tiergesundheit beeinträchtigen. Kleinere Kunststofffragmente könnten zudem leichter ins Gewebe gelangen und damit auch in die Lebensmittelkette.

Die Forschenden unterstreichen die Bedeutung eines besseren Plastikmanagements in der Landwirtschaft, etwa bei Folien, Verpackungsmaterialien und Klärschlamm auf Feldern. „Plastikverschmutzung hat direkte biologische Folgen für Nutztiere und möglicherweise auch für den Menschen über die Nahrungskette“, betont Cordt Zollfrank, Professor für Biogene Polymere an der Technischen Universität München.

Die Studie liefert auch eine Grundlage für künftige Risikobewertungen und Überwachungen. Dies muss bei der Festlegung von Kontaminationswerten und bei der Entwicklung von Methoden zum Nachweis von Kunststoffen in Futtermitteln, Gülle und tierischen Produkten berücksichtigt werden.

Publikation:
J. Eichinger, J. Seifert, J.S. Sáenz , N. Amin, S. Lorenz , F. Eckel, C. Zollfrank, W. Windisch, D. Brugger: The interaction of microplastics with the ruminal ecosystem in vitro, Journal of Hazardous Materials, 500 (2025) 140481 https://doi.org/10.1016/j.jhazmat.2025.140481

Quelle: Universität Hohenheim

Gesunder Darm – intakter Ringelschwanz: Orale Ileitis-Impfung hilft, Schlachthof-Boni zu sichern

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Ein weiterer, bedeutender Schlachthof stellt seine Bezahlung ab Ende 2025 stärker auf Tierwohl um. Für Schweine ohne Befunde in Lunge, Organen oder Schwanz gibt es künftig Boni, bei Verletzungen drohen Abzüge. Zudem wird ab Februar 2026 die 10-Euro-Ringelschwanzprämie auch für Tiere mit intaktem Schwanz aus Haltungsstufe 2 gezahlt.

Ein wichtiger Schlüssel, um diese Prämien zu erreichen, ist die orale Impfung gegen Ileitis. Denn eine unerkannte Ileitis-Infektion kann das Darmmikrobiom stören, Unwohlsein verursachen und obsessives Schwanzbeißen (Caudophagie) auslösen. Die Folge: Schwanzläsionen, Tierwohlprobleme und wirtschaftliche Verluste.

Die orale Ileitis-Impfung schützt den Darm lokal am Ort des Infektionsgeschehens, stabilisiert das Mikrobiom und senkt nachweislich das Risiko für Schwanzbeißen 1). Zusätzlich fördert die orale Ileitis-Impfung im Vergleich zur Injektion höhere Magerfleischanteile durch schwerere Schinken 2). Das zahlt sich mit den neuen Schlachthof-Vorgaben in Bezug auf einen höheren Muskelfleischanteil (MFA) doppelt aus.

Fazit: Ein gesunder Darm sorgt für ruhige Tiere, bessere Schlachtkörper und mehr Erlös. Die orale Ileitis-Impfung ist damit ein einfaches, wirksames Werkzeug für mehr Tierwohl und Wirtschaftlichkeit.

Weitere Informationen bei Dr. Ricarda Deitmer, Tel.: 06132 – 77 900 23 oder auf www.ileitis.de.

1) Schynoll, J. et al. (2023);
2) Deitmer, R. et al (2024)

Quelle: Boehringer Ingelheim

Ernährungsreport 2025: Menschen achten wieder mehr auf den Preis – Erstmals Zehn-Jahres-Trends und Entwicklungen darstellbar

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Bundesminister Alois Rainer hat heute den Ernährungsreport 2025 „Deutschland, wie es isst“ vorgestellt. Die Befragung im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zeigt, was den Menschen in Deutschland beim Essen wichtig ist, worauf sie beim Einkauf von Lebensmitteln achten und was auf den Tellern landet. Der Report wurde zum zehnten Mal erstellt. Eine gute Gelegenheit, auch nach Entwicklungen und Trends zu schauen.

So hat sich beispielsweise das Preisbewusstsein verändert: 2015 achteten 58 Prozent der Befragten darauf, dass Lebensmittel preiswert sind. Dieser Wert sank kontinuierlich und lag 2020 bei 46 Prozent. Seitdem steigt er wieder und liegt heute mit 59 Prozent noch etwas höher als vor zehn Jahren. Regionale Produkte sind nach wie vor gefragt: 77 Prozent aller Befragten achten beim Einkauf darauf, dass Lebensmittel aus ihrer Region kommen.

Dazu sagt Bundesminister Alois Rainer: „Mir ist wichtig, dass Lebensmittel für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich bleiben. Wir dürfen also nicht noch mit zusätzlichen staatlichen Aufschlägen das Angebot künstlich verteuern. In der großen Wertschätzung für regionale Produkte steckt eine echte Chance für die Betriebe in unserem so vielfältigen Land mit seiner ebenso vielfältigen Land- und Ernährungswirtschaft.“

Essen muss schmecken – seit zehn Jahren ist das für die Bürgerinnen und Bürger der wichtigste Aspekt, wie auch der Ernährungsreport 2025 feststellt. Nahezu alle Befragten (98 Prozent) gaben an, dass der Geschmack beim Essen sehr wichtig oder wichtig ist.

Bundesminister Rainer: „Und weil Geschmack bekanntlich Geschmackssache ist, machen wir als Bundesregierung keine Vorgaben, was auf den Tisch kommt. Essen ist individuell, Teil unserer Identität und ein Stück Heimat. Entscheidend ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu einer regional verankerten, ausgewogenen Ernährung haben. Ernährungsbildung und verständliche Kennzeichnung helfen dabei ebenso wie ein gutes Angebot in Kita, Schule und Co. Dafür setze ich mich ein.“

Veränderungen gab es bei den Prozentzahlen jener Befragten, die Wert darauf legen, dass ihr Essen weniger Zucker, Fette oder Salz enthält. So achten beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln oder Fertigprodukten 64 Prozent immer oder meistens darauf, wie viel Zucker das Produkt enthält. 2019 waren es noch 58 Prozent. Auch der bewusste Kauf von salz- bzw. fettreduzierten Produkten ist von 2020 bis 2025 gestiegen: Bei Salz von 17 auf 21 Prozent, bei Fetten von 48 auf 54 Prozent. Das unterstreicht die Bedeutung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten (NRI). Danach hat sich die Wirtschaft verpflichtet, bis 2025 Kalorien, Zucker, Fette und Salz in ihren Produkten zu reduzieren.

Der Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“ wird seit 2015 vom BMLEH herausgegeben. Für die repräsentative Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa circa 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt.

Der BMLEH-Ernährungsreport 2025 „Deutschland, wie es isst“ ist hier zu finden.

Quelle: BMLEH

Modifikation des Mikrobioms mit Postbiotika: Eine Alternative zur Reduzierung von ETEC-Infektionen?

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Enterotoxigene F4-Escherichia coli (F4-ETEC) stellen aufgrund des durch sie verringerten Wachstums, der erhöhten Mortalität und Morbidität sowie der erhöhten Behandlungskosten eine wirtschaftliche Bedrohung für die Schweineindustrie dar. Prävention und Behandlung von F4-ETEC basieren häufig auf Antibiotikagaben. Aufgrund der Gefahr einer antimikrobiellen Resistenz wird der Einsatz antimikrobieller Mittel jedoch minimiert, weshalb alternative Kontrollmethoden erforderlich sind.

Postbiotika sind die Fermentationsprodukte probiotischer Stämme. Sie bieten möglicherweise eine alternative Strategie zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes nach dem Absetzen. Die Mischung aus Zuckern, Proteinen und Aminosäuren in Fermentationsprodukten wird auf ihre positiven Auswirkungen auf die Mikrobiota des Magen-Darm-Trakts und die Gesundheit des Wirtes untersucht, um vor Krankheitserregern und den damit verbundenen Erkrankungen zu schützen. Laktobazillen und die Hefeart Saccharomyces cerevisiae sind zwei erforschte Probiotika. Studien beschreiben eine Linderung der klinischen Symptome einer F4-ETEC-Infektion bei Schweinen.

In dieser Studie* wurden die Auswirkungen von Fermentationsprodukten von Lactobacillus acidophilus (LFP) und Saccharomyces cerevisiae (SFP) auf Schweine untersucht, die mit einem F4-ETEC-Stamm infiziert wurden. Achtzig Schweine wurden anhand eines F4-ETEC-Empfindlichkeitstests im Vorfeld ausgewählt. Die Tiere wurden in 5 Behandlungen mit jeweils 4 Wiederholungen aufgeteilt. Die Schweine wurden 5 verschiedenen Diäten zugeteilt: einer Kontrolldiät (CON); CON-Diät mit 3.000 ppm Zinkoxid (ZnO); CON-Diät mit 2.000 ppm LFP (LFP); CON-Diät mit 2.000 ppm SFP (SFP); CON-Diät mit sowohl 2.000 ppm LFP als auch 2.000 ppm SFP (LAS). Die Schweine wurden zweimal mit F4-ETEC behandelt, am Tag 0 und am Tag 1 des Experiments.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

1. Keine signifikanten Unterschiede in der Kotkonsistenz und F4-ETEC-Konzentration: Es wurden keine signifikanten Unterschiede in der Kotkonsistenz oder der Konzentration von F4-ETEC im Kot von Schweinen festgestellt, die mit Lactobacillus acidophilus Fermentationsprodukten (LFP) und/oder Saccharomyces cerevisiae Fermentationsprodukten (SFP) behandelt wurden.

2. Erhöhte bakterielle Diversität und Häufigkeit von Lactobacillaceae: Die Diversität und die Häufigkeit von Lactobacillaceae im fäkalen Mikrobiom der Schweine, die mit LFP und/oder SFP behandelt wurden, waren erhöht. Dies wurde mit einem verbesserten Wachstum und einem besseren Gesundheitszustand in Verbindung gebracht.

3. Erhöhtes Endgewicht: Schweine, die mit der Kombination aus LFP und SFP (LAS-Gruppe) gefüttert wurden, zeigten ein signifikant höheres Endgewicht (17,9 kg) im Vergleich zu den Kontroll- und ZnO-Gruppen (16,1 bzw. 16,2 kg).

4. Keine vollständige Entfernung von ETEC erforderlich: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bewältigung von ETEC-bedingten Leistungseinbußen möglicherweise keine vollständige Entfernung von ETEC aus dem Produktionssystem erfordert. Die Modifikation des Mikrobioms durch die Kombination von LFP und SFP könnte eine alternative Strategie zur Reduzierung der Auswirkungen von ETEC-Infektionen sein.

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die Kombination von LFP und SFP das fäkale Mikrobiom positiv beeinflusst und die Wachstumsleistung von F4-ETEC-infizierten Schweinen verbessert, ohne dass eine vollständige Entfernung des Erregers notwendig ist.

Studie*: Cherrington et al. (2025): Lactobacillus and Saccharomyces fermentation products impact performance and the fecal microbiome in weanling pigs inoculated with enterotoxigenic Escherichia coli. Journal of Animal Science, Volume 103,2025. Link