Probiotika statt Antibiotika im Stall

Probiotika können helfen, den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung zu verringern, um der Bildung von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken. Das Probiotikum Ecobiol PRO von Evonik keimt im Hühnerdarm besonders schnell aus und verbessert so das Überleben der Tiere. Möglich macht das ein besonderes Herstellverfahren.

Antibiotikaresistente Bakterien stellen nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation global eines der größten Gesundheitsrisiken für den Menschen dar. Mit neuen Erkenntnissen über sporenbildende Bakterien und der Weiterentwicklung eines Probiotikums für Geflügel leistet Evonik einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes bei Nutztieren und damit gegen die zunehmende Verbreitung von Antibiotikaresistenzen.

2021 starben mehr als eine Million Menschen im direkten Zusammenhang mit antibiotikaresistenten Keimen. Bis 2050 rechnen Experten mit rund zwei Millionen Toten pro Jahr. Als mitverantwortlich für die Entstehung von Antibiotika-Resistenzen sehen sie den unnötig hohen Verbrauch von Antibiotika.

„Da 73 Prozent aller weltweit eingesetzten Antibiotika auf die Nutztierhaltung entfallen – therapeutisch, prophylaktisch und als Wachstumsförderer -, lässt sich dort am besten ansetzen, um der weiteren Entstehung von Resistenzen entgegenzuwirken“, erläutert Stefan Pelzer, Leiter der Mikrobiomforschung von Evonik.

Evonik Animal Nutrition setzt auf eine Kombination von Futtermittelzusätzen, darunter Buttersäure und pflanzliche Zusätze, als Alternative zu antibiotischen Wachstumsförderern. Probiotika – lebende Mikroorganismen – spielen dabei eine Schlüsselrolle. Mit Probiotika wurden im Futtermittelbereich 2025 weltweit rund 4 Milliarden US$ umgesetzt. Der Markt wächst jährlich um rund sieben Prozent.

Bei Ecobiol, einem bewährten Probiotikum vor allem für Geflügel, ist den Evonik-Wissenschaftlern jetzt ein Fortschritt gelungen, der neue Maßstäbe für die Wirksamkeit und Qualität von Probiotika setzt. Grundlage dafür lieferten die Arbeiten im Biotech Hub von Evonik in Halle (Westfalen). Dort wird daran gearbeitet, biologische Systeme besser zu verstehen und die Wirksamkeit von biotechnologisch hergestellten Produkten zu verbessern.

Ecobiol stärkt das Darmmikrobiom und das Immunsystem der Tiere und verhindert die Ausbreitung krankmachender Keime wie Escherichia coli, Salmonellen und Clostridien bei ihnen. Ein Krankheitserreger, der Geflügelbetrieben weltweit Sorge bereitet, ist Clostridium perfringens. Er verursacht die Subklinische Nekrotische Enteritis, die die Darmwand der Tiere schädigt, ihr Wachstum beeinträchtigt und zum frühzeitigen Tod der Tiere führen kann. Weltweit entstehen dadurch wirtschaftliche Verluste in Höhe von 4 bis 6 Milliarden US$ pro Jahr.

Probiotika als Futtermittelzugabe können dieser Erkrankung wirksam vorbeugen – wenn sie im Dünndarm aktiv sind. „Bei sporenbildenden Bakterien wie Bacillus velezensis CECT 5940, auf dem Ecobiol basiert, kommt es deshalb darauf an, wie schnell und an welcher Stelle im Verdauungssystem sie sich in aktive, vegetative Zellen verwandeln“, sagt Pelzer.

Mit Hilfe seines weltweit einzigartigen Geflügeldarmmodells DAISy (kurz für „Dynamic Avian Intestine in vitro System“) konnte Pelzers Team im Biotech Hub aufklären, wie dieser Verwandlungsprozess bei Ecobiol im Zuge der Futterverdauung abläuft. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass das Herstellverfahren einen großen Einfluss auf das Auskeimverhalten dieser Sporen hat.

Das auf dieser Basis weiterentwickelte Produkt, Ecobiol PRO, keimt im Darm noch schneller aus – ohne Veränderung am Stamm selbst. Die schnellere Auskeimung gibt den Bakterien mehr Zeit, sich im Dünndarm zu vermehren und der Ausbreitung pathogener Keime entgegenzuwirken.

Wie eine Studie der Oklahoma State University zeigt, führt diese Eigenschaft bei Masthähnchen, die Kontakt zum Krankheitserreger Clostridium perfringens haben, im Vergleich mit einem marktüblichen Probiotikum zu einer um 50 Prozent verbesserten Überlebensrate und einer deutlichen Verringerung der strukturellen Schäden im Darm.

Da Futter weltweit und für unterschiedliche Entwicklungsstadien der Tiere stark variieren kann, haben die Biotechnologen von Evonik das Auskeimverhalten von Ecobiol PRO sowie Wettbewerbsprodukten in unterschiedlichsten Futtern getestet. Das Produkt von Evonik zeigte hier eine konsistente, schnelle Auskeimung und Vermehrung; andere Produkte waren langsamer oder variierten stärker in verschiedenen Futtern.

Damit bietet Evonik mit Ecobiol PRO ein noch wirkungsvolleres Instrument, Geflügel gesund zu halten und den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung zu reduzieren. „Die gewonnenen Erkenntnisse sind aber nicht nur relevant für die Tierernährung, sondern für zahlreiche andere Anwendungen mit Bacillus-basierten Produkten – ob in der Ernährung, Körperpflege, Mundhygiene, bei Agrar- oder Reinigungsprodukten“, so Pelzer.

Quelle: Evonik Industries AG

Gruppenhaltung von ferkelführenden Sauen

Die Gruppenhaltung von ferkelführenden Sauen ist mit erheblichen Herausforderungen verbunden, erklärten Anne-Claire Berentsen/Dr. Sandra Ripke anlässlich des 15. Niedersächsischen Tierschutzsymposiums 2026. Hier eine Zusammenfassung ihrer Ausführungen.

In der Regel werden Sauen vor dem Geburtstermin vereinzelt und kehren erst wieder in die Gruppe zurück, wenn die Ferkel ein bestimmtes Alter erreicht haben. Dafür gibt es zwei Verfahren:

1) Haltungssysteme, in denen die eigentliche Abferkelbucht noch zur Verfügung steht und die Tiere durch Türen Zugang zu einem Gemeinschaftsbereich bekommen (nur Sauen oder Sauen und Ferkel).

2) Haltungssysteme, in denen Sauen und Ferkel zunächst in Einzelabferkelbuchten bleiben und später in eine Gruppenbucht umgestallt werden.

Der Flächenbedarf pro Wurf ist hier erheblich größer als bei Einzelhaltung in Bewegungsbuchten, weil die Gruppenfläche zusätzlich zum Abferkelbereich zur Verfügung gestellt werden muss.

Gruppensäugen ohne Umstallung
Innerhalb der eigentlichen Abferkelbuchten haben Sauen und Ferkel ausreichend Bewegungsfläche zur Verfügung, für Ruhen, Aufstehen, Ablegen, Säugen und Umdrehen. Ein Begegnungsbereich im Verhältnis von 1:3 eignet sich besser als eine lange, schmale Fläche. Die Breite sollte min 3 m betragen, damit die Sauen problemlos an anderen liegenden Sauen vorbeikommen.

Ist keine eigentliche Abferkelbucht mehr vorhanden, werden Sauen und Ferkel zunächst in Einzelabferkelbuchten gehalten. Danach folgt die Umstallung in eine Gruppenbucht (z. B. auch durch einfaches Entfernen von Trennwänden).

Dabei sollten je Wurf min. 7-8 m² zur Verfügung stehen sowie Rückzugsmöglichkeiten für Sau und Ferkel vorhanden sein. Je nach Wurfgröße circa 1,5 m² pro Ferkel-Wurf und min. 3,5 m² für die Sau als Säuge- und Ruhebereich.

Essentiell ist bei der Gruppenhaltung eine gute Mutter-Kind-Bindung. Natürlicherweise sondern Sauen sich 2-3 Tage vor der Geburt von der Gruppe ab und kehren erst ca. 10 Tage nach dem Abferkeln zurück. Um diesem Verhalten gerecht zu werden sollten die Sauen in diesem Zeitabschnitt in Einzelabferkelbuchten gehalten werden.

Zwischen dem 7. und 10. Lebenstag bildet sich auch eine feste Zitzenordnung bei den Ferkeln aus. Führt man Würfe vorher zusammen, nimmt das Fremdsaugen zu. Auch wenn ein gewisses Maß an Fremdsaugen beim Gruppensäugen normal ist, kommt es zu Rangeleien am Gesäuge und vor allem zu geringerer Milchaufnahme.

Tiergesundheit
Typischen Erkrankungen während der Säugeperiode treten vor allem in der ersten Woche nach der Geburt auf, bei Sauen etwa Gesäuge- und Gebärmutter-Entzündungen. Gibt eine kranke Sau dann weniger Milch, fördert dies das Fremdsaugen und gefährdet so die Gesundheit der ganzen Gruppe. Deshalb sollten kranke Sauen nicht integrieren und – wenn sie bereits in der Gruppe sind – zusammen mit ihren Ferkeln separiert werden.

Bei Ferkeln kommt es in den ersten 10 Lebenstagen häufig zu Durchfällen. Um das deutlich erhöhte Ansteckungsrisiko zu senken, sollte in den ersten 10 Tagen deshalb nicht mit anderen Würfen gruppiert werden.

Meistens fallen in die erste Lebenswoche der Ferkel auch Eingriffe wie Impfungen, Eckzahnschleifen, Schwanzkupieren, Ohrmarken einziehen und Kastration. Deshalb sollte ein eventueller Wurfausgleich nicht vor dem 10. Lebenstag stattfinden.

Management
Alle Sauen sollten sich aus dem Wartestall kennen und eine stabile Rangordnung ausgebildet haben. Auch sollten Körperkondition, Milch- und Aufzuchtleistung möglichst homogen sein. Bei den Ferkeln sollte
der Altersunterschied 5 Tage nicht überschreiten, weil sonst das Fremdsaugen (vor allem der stärkeren Ferkel) begünstigt wird. Auch sollte die Gruppe aus höchstens 6 bis 8 Sauen bestehen.

Jungsauen und Altsauen in einer Gruppe zu halten, ist nicht zu empfehlen. Die älteren Tiere verdrängen jüngere häufig von Futter und Wasser und aus dem Liegebereich. Auch kommt es bei ihnen oft zu Fremdsaugen, weil Jungsauen gewöhnlich eine hohe Milchleistung haben.

Die Tierbeobachtung gelingt am besten, wenn von einem Kontrollgang der gesamte Bereich einzusehen ist. Auch erleichtern Ohrmarken in verschiedenen Farben die Identifikation von Wurfgeschwistern.

Last but not least wird es in diesem Haltungssystem immer Sauen geben, die nicht in eine Gruppe überführt werden können. Für sie müssen ausreichend viele Einzelabferkelbuchten vorhanden sein.

Blauzungenkrankheit in Hessen hat Auswirkungen auf Niedersachsen

Vier Landkreise liegen im Restriktionsgebiet – Einschränkungen im Handelsverkehr

Nach dem Nachweis des Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) in einem Rinderbestand im Landkreis Fulda in Hessen am 1. Juni erstreckt sich die eingerichtete Restriktionszone nun bis nach Niedersachsen. Das teilt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) mit. Betroffen sind der Landkreis Göttingen und Teile der Landkreise Northeim, Holzminden und Goslar. Hier gelten besondere Vorgaben hinsichtlich des Transports von empfänglichen Tieren. In Niedersachsen wurde eine Infektion mit dem Blauzungenvirus vom Serotyp 8 zuletzt im Dezember 2008 in einem Rinderbestand festgestellt.

Aus der Restriktionszone, die für Niedersachsen in einer interaktiven Karte dargestellt ist, dürfen für das Blauzungenvirus empfängliche Tiere wie Rinder, Schafe, Ziegen, Lamas, Alpakas und weitere Wiederkäuerarten nur unter bestimmten Bedingungen in BTV-8-freie Regionen innerhalb von Deutschland und der EU transportiert werden. Transporte von Zucht- und Nutztieren sowie zur unmittelbaren Schlachtung sind innerhalb nicht BTV-8-freier Regionen Deutschlands ohne Einschränkungen möglich, sofern die Tiere keine klinischen Auffälligkeiten zeigen. Weitere Informationen zur Verbringung können Tierhalterinnen und Tierhalter vom jeweils zuständigen Veterinäramt erfahren, mit denen das ML sich im engen Austausch befindet. Die Einschränkungen gelten ausschließlich für BTV-8. In Bezug auf den BTV-Serotyp 3 bestehen keine Einschränkungen für Verbringungen innerhalb Deutschlands.

Hintergrund:
Die Blauzungenkrankheit wird durch das Bluetongue-Virus (BTV) hervorgerufen und ist eine zu meldende Tierseuche, die zumeist Rinder und Schafe betrifft. Daneben sind auch Ziegen, Neuweltkameliden und Wildwiederkäuer für die Erkrankung empfänglich. Das Virus wird nicht direkt von Tier zu Tier, sondern durch infizierte Gnitzen (blutsaugende Stechmückenart) übertragen. Erkrankte Tiere zeigen zum Beispiel Fieber, Lahmheiten, Apathie und teilweise Schleimhautläsionen. Für den Menschen ist der Erreger nicht gefährlich. Fleisch, Milch und Milchprodukte von Rindern, Schafen und Ziegen können bedenkenlos verzehrt werden.

Weitere Informationen und eine interaktive Karte mit einer genauen Darstellung der niedersächsischen Anteile der Restriktionszone finden Sie hier.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Tierärztestatistik 2025: Mehr Tierärzt:innen – aber weniger Selbstständige Bundestierärztekammer sieht strukturelle Warnsignale für die tierärztliche Versorgung

Die Tierärzteschaft in Deutschland wächst weiter: Zum 31.12.2025 waren 46.089 Tierärzt:innen Mitglied einer Landes-/Tierärztekammer, das sind 444 approbierte Tierärzt:innen mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Tierärztinnen lag bei 66,8 Prozent; unter den aktiv tierärztlich Tätigen betrug er 71,7 Prozent.

Doch die aktuelle Tierärztestatistik zeigt zugleich Entwicklungen, die für die tierärztliche Versorgung zunehmend relevant werden. „Die Zahlen zeigen, dass die Tiermedizin ein attraktiver Beruf bleibt. Gleichzeitig bestätigen sie die seit einigen Jahren zu beobachtende Veränderung der Berufsstruktur. Immer weniger Tierärzt:innen entscheiden sich für die eigene Niederlassung, während angestellte Tätigkeiten weiter zunehmen“, erklärt Ltd. VD Dr. Holger Vogel, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK). Besonders deutlich wird diese Entwicklung im Vergleich der niedergelassenen und angestellten Tierärzt:innen. Die Zahl der Niedergelassenen sank 2025 auf 11.216. Im Vorjahr waren es noch 11.264. Gleichzeitig stieg die Zahl der Angestellten von 11.990 auf 12.125.

Auch bei den Praxisstrukturen zeigt die Statistik Handlungsbedarf. In der Mehrzahl der Kammerbereiche war die Zahl der Tierarztpraxen 2025 rückläufig. Die Zahl der tierärztlichen Kliniken blieb hingegen weitgehend stabil. Diese Entwicklung ist v. a. mit Blick auf die Alterung der Berufsgruppe – die Zahl der Kammermitglieder ab 60 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr erneut – und der damit einhergehenden Nachfolgefrage, Notdienststrukturen und die flächendeckende tierärztliche Versorgung relevant. „Ein reiner Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt:innen reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und in welchen Arbeitsformen Tierärzt:innen tätig sind. Wenn Praxen keine Nachfolge finden oder immer weniger Kolleg:innen eine eigene Niederlassung übernehmen möchten, kann das regional zu Versorgungsengpässen führen – insbesondere in ländlichen Räumen und in der Nutztierpraxis“, erläutert Dr. Vogel. Für die kommenden Jahre bleibt daher die Frage zentral, ob ausreichend Nachwuchs in die kurative Praxis nachrückt. Bei den tierärztlichen Tätigkeitsfeldern ist 2025 die Zahl der aktiv tierärztlich Tätigen nur leicht gestiegen. Während die Zahl der Tierärzt:innen im Ausland wieder auf das Niveau von 2021 sank, nahm die Zahl der Angestellten im öffentlichen Dienst weiter zu. Auch die Zahl der Tierärzt:innen in Privatwirtschaft und Industrie stieg leicht.

Die Statistik lässt keinen einfachen Schluss auf einen bundesweit einheitlichen Tierärztemangel zu. Sie macht aber strukturelle Herausforderungen sichtbar: weniger Selbstständigkeit, regionale Unterschiede bei den Praxiszahlen, eine alternde Berufsgruppe und wachsende Anforderungen an Arbeitszeitmodelle, Notdienst und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

„Wir brauchen Rahmenbedingungen, die tierärztliche Tätigkeit in allen Bereichen attraktiv halten – in der Praxis, im öffentlichen Veterinärdienst, in der Wissenschaft und in der Industrie. Dazu gehören planbare Arbeitszeiten, eine verlässliche Finanzierung tierärztlicher Leistungen und moderne Praxis- und Kooperationsmodelle“, verdeutlicht der BTK-Präsident.

Die Tierärztestatistik wird jährlich auf Grundlage der Mitgliederdaten der Landes-/Tierärztekammern erhoben. Die Zahlen zu den Studierenden werden bei den veterinärmedizinischen Bildungsstätten erfragt.

Quelle: BTK

Praxistaugliche Tierwohlindikatoren: Wie sieht die Zukunft aus?

Dr. Sandra Düpjan (FBN) stellte in ihrem Vortrag anlässlich des 15. Niedersächsischen Tierschutzsymposiums KI-Ansätze zur Bewertung des Tierwohls im Schweinestall vor.

Einleitend wies sie darauf hin, wie wenig Zeit gewöhnlich für die Beobachtung des Einzeltieres in gängigen Stallsystemen bleibt, wo den Betreuern oft nur deutlich sichtbare Krankheitssymptome zuverlässig auffallen. Zwei gute Tierwohl-Indikatoren seien Lautäußerungen und Stereotypien. Beide könnten potentiell durch KI-Systeme – rund um die Uhr – erfasst werden.

Für Stresslaute gebe es bereits ein funktionierendes System, allerdings würden ebenso Klassifikatoren benötigt, die positive Lautäußerungen erkennen. Ein neues mit Spektrogrammen trainiertes CNN (convolutional neural network) biete hier einen hoffnungsvollen Ansatz, weil es Schweinelaute im Versuch mit über 90%er Zuverlässigkeit korrekt klassifizieren konnte. Allerdings gäbe es noch Probleme mit Störgeräuschen (Lüftung, Klappergeräusche) und wenn sich Lautäußerungen verschiedener Tiere überlagern.

Bei Stereotypien ließen sich zwei Formen unterscheiden: Leerlaufhandlungen, die nicht objektbezogen sind, und umorientiertes Verhalten, das auf ein unpassendes Objekt gerichtet ist. Objekt-unabhängiges Verhalten sei etwa Leerkauen und Kopfschlagen bei Sauen, Zungenrollen bei adulten Rindern, Laufstereotypien und das „Weben“ (rhythmisches Hin- und Herbewegen des Kopfes). Umorientierte Verhaltensmuster seien z. B. Stangenbeißen, Gitternagen, Besaugen und Beißen von Artgenossen und auch Federpicken bei Hühnern. Sichtbare Indikatoren seien etwa „Trampelpfade“ für Laufstereotypien, starke Zahnabnutzung oder Biss-Spuren an Stangen und Kanten bei oralen Stereotypien.

Orale Stereotypien seien häufig auf Nahrungsmangel zurückzuführen. Laufstereotypien dagegen könnten als Fluchtversuche oder Suchverhalten (nach Futter, Sozialpartnern) verstanden werden. Auch könne chronischer Stress durch reizarme Haltung erst zur Ausbildung von Stereotypien führen, wenn ein weiterer Stressfaktor – wie etwa Hunger – hinzukomme.

Stereotypien könnten sogar wegen eines weiter zurückliegenden Problems entstehen, vor allem wenn Tiere die Haltungsumgebung und/oder den Besitzer wechseln.

Vor allem Beschäftigungsmaterial im Stall, das dem normalen Tierverhalten entspricht, sei sinnvoll zur Vermeidung oder zumindest Verminderung von Stereotypien.

In Anbetracht der aktuellen Entwicklungsgeschwindigkeit bei KI-Systemen, darf man wohl schon in näherer Zukunft mit praxistauglichen Lösungen rechnen. Wir werden berichten!

Initiative Tierwohl: Zwei neue Programme für die Rindermast

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• Künftig drei Programme auch für Rindermast: Zwei neue Programme „Frischluftstall“ und „Auslauf/Weide“ ergänzen das bestehende Programm „Stall plus Platz“
• Anmeldung und Auditierung der neuen Programme ab 1. Juni 2026 möglich

Die Initiative Tierwohl (ITW) erweitert ihr Angebot für die Rindermast und führt zum 1. Juni 2026 die neuen Programme „Frischluftstall“ und „Auslauf/Weide“ ein. Damit bietet die ITW wie bereits jetzt für Schweinehalter und Geflügelhalter künftig auch für Rinderhalter drei Programme mit steigendem Anforderungsniveau an, die den Stufen 2, 3 und 4 der bekannten Haltungsform-Kennzeichnung entsprechen. Neben dem bewährten Programm „Stall plus Platz“ (Haltungsform Stufe 2) können Rindermastbetriebe nun auch an den Programmen „Frischluftstall“ (Haltungsform Stufe 3) und „Auslauf/Weide“ (Haltungsform Stufe 4) teilnehmen. So entsteht für die Tierhalter ein aufeinander aufbauendes, flexibles System. Die ITW reagiert damit auf die anhaltende Nachfrage nach Fleisch aus höheren Haltungsformstufen und bietet Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Handel und Gastronomie ein verlässliches, transparentes und einheitliches System, das den EU Vorgaben zur verbesserten und vergleichbaren Verbraucherinformation (der sogenannten EmpCo-Richtlinie) entspricht.

„Mit den neuen Programmen für die Rindermast übertragen wir das bewährte ITW Prinzip der aufeinander aufbauenden Tierwohlstufen konsequent auf eine weitere Tierart“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der ITW. „Wir bieten Rindermästern damit ein verlässliches und praxistaugliches System, das sowohl den komplexen Anforderungen des Marktes als auch den Erwartungen von Handel und Verbrauchern gerecht wird.“

Die neuen Programme bauen auf den bekannten Grundanforderungen der ITW auf. Dazu zählen unter anderem eine intensivierte tierärztliche Bestandsbetreuung, die Sauberkeit der Tiere sowie eine regelmäßige Fortbildung. Zudem wird zukünftig in den Grundanforderungen das Kriterium „Scheuermöglichkeiten“ aufgenommen. Ergänzend kommen für die Programme „Frischluftstall“ und „Auslauf/Weide“ zusätzliche Anforderungen hinzu, wie ein noch höheres Platzangebot, Außenklimareize beziehungsweise ein ständiger Zugang zu Auslauf oder Weide. Voraussetzung für die Teilnahme an allen Programmen bildet eine QS Lieferberechtigung.

Anmeldung und Auditierung ab 1. Juni 2026
Rindermastbetriebe können sich ab dem 1. Juni 2026 für die neuen ITW Programme anmelden und ab diesem Zeitpunkt auditiert werden. Bereits teilnehmende ITW-Betriebe haben zudem eine schnelle und einfache Möglichkeit, in ein höheres Programm zu wechseln, sofern die zusätzlichen Kriterien erfüllt werden. Die ITW Programme sind so konzipiert, dass Lieferberechtigungen in höheren Programmen die Berechtigung für die jeweils niedrigeren Programme einschließen.

Finanzierung
Für die Programme „Frischluftstall“ und „Auslauf/Weide“ gibt es keine Empfehlungen zur Höhe des Preisaufschlags. Diese werden frei zwischen den Marktbeteiligten verhandelt. Für das Programm „Stall plus Platz“ bleiben die Aufpreisempfehlungen vorerst bestehen. Zum 1. Juni 2027 erhöhen sie sich allerdings von 10,7 Cent auf 12,83 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht, wenn bei den Grundanforderungen die Scheuermöglichkeiten umzusetzen sind.

Quelle: Initiative Tierwohl GmbH

Bundeskabinett beschließt Erleichterungen beim Stallumbau

Breher: „Tierwohl darf nicht am Genehmigungsrecht scheitern“

Das Bundeskabinett hat heute den vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) vorgelegten Gesetzentwurf zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts beschlossen und damit auch vereinfachte Regelungen für den Stallumbau auf den Weg gebracht. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat sich in den Abstimmungen dafür eingesetzt, auch den Umbau von Tierställen zu ermöglichen, die vor 2013 errichtet wurden und wegen einer damals erfolgten Rechtsänderung nicht hätten umgebaut werden dürfen. Voraussetzung ist, dass sich durch den Umbau die Haltungsbedingungen verbessern und sich die Zahl der Tierplätze nicht erhöht. Auch ein Wechsel der in dem Stall gehaltenen Tierart wird künftig möglich sein.

Dazu erklärt Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: „Damit Tierwohl kein Lippenbekenntnis bleibt, muss es auch genehmigungsrechtlich möglich sein, Ställe zu modernisieren. Deshalb schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass unsere Landwirtinnen und Landwirte investieren, umbauen und ihre Tiere besser halten können. Unsere Höfe übernehmen Verantwortung – für ihre Tiere, für hochwertige Lebensmittel und für die Zukunft des ländlichen Raums. Wir machen den Stallumbau möglich, damit Tierwohl nicht am Genehmigungsrecht scheitert. So stärken wir unsere Landwirtschaft und sichern Wertschöpfung im ländlichen Raum.“

Bislang behindern zahlreiche Vorschriften den Umbau von Ställen; zudem sind die Genehmigungsverfahren oft langwierig. Viele Landwirtinnen und Landwirte, die ihre Tierhaltung den sich verändernden gesetzlichen Vorgaben und Wünschen der Verbraucherinnen und Verbraucher anpassen wollen, stellt dies vor enorme Herausforderungen, auch finanzieller Art. Mit dem nun beschlossenen Gesetzentwurf werden zahlreiche unnötige Auflagen aufgehoben, darunter die bislang an die Vorgaben des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes gebundene Zulässigkeit eines Umbaus. Statt eines Stallumbaus ist zudem künftig unter gewissen Bedingungen auch ein Rück- und Neubau erlaubt, etwa wenn der Standort des Ersatzbaus im räumlichen Zusammenhang mit dem Standort der zurückzubauenden Anlage steht. Auch der Betrieb von Biomasseanlagen im Außenbereich wird durch den Gesetzentwurf erleichtert.

Quelle: BMLEH

Forschung trifft Verantwortung: FBN diskutiert Zukunft der Nutztierhaltung in Berlin

Wie kann Nutztierhaltung künftig tiergerecht, klimaresilient und zugleich wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden? Darüber diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und Praxis beim Parlamentarischen Abend des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin.
Zu der Veranstaltung hatten das FBN, das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern sowie die Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern beim Bund eingeladen.

Forschung als Grundlage politischer Entscheidungen
Prof. Dr. Klaus Wimmers, Vorstand des FBN, hob die Rolle der Forschung für eine zukunftsfähige Nutztierhaltung hervor: „Die Herausforderungen für die Nutztierhaltung lassen sich nur mit wissenschaftlich fundierten Lösungen bewältigen. Am FBN verbinden wir Grundlagenforschung mit konkreten Ansätzen für mehr Tierwohl, Nachhaltigkeit und resiliente Agrarsysteme – kurz gesagt: Forschung für eine bessere Nutztierhaltung.“
Im wissenschaftlichen Impulsvortrag sprach Prof. Dr. Wilhelm Windisch, emeritierter Professor der Technischen Universität München, über die Bedeutung der Nutztierhaltung für resiliente Agrarsysteme.

Einen politischen Impuls setzte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
„Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf ist heute eine bundesweit und international anerkannte Spitzeneinrichtung der Agrarforschung. Mecklenburg-Vorpommern hat sich immer klar zum Standort bekannt und dessen Entwicklung konsequent unterstützt – mit erheblichen Investitionen in Infrastruktur und Forschung. Das FBN verbindet Grundlagenforschung mit konkretem Nutzen für die landwirtschaftliche Praxis und leistet wichtige Beiträge für Tierwohl, Klimaanpassung, Emissionsminderung und Ernährungssicherung. Herausragend sind unter anderem die Arbeiten zur Entschlüsselung und funktionellen Genomforschung bei Rind, Schaf und weiteren Nutztieren sowie die erfolgreiche Sequenzierung des Zander-Genoms als wichtiger Aquakulturfisch. Das FBN ist ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Forschungslandschaft. Deshalb unterstützt Mecklenburg-Vorpommern ausdrücklich den weiteren Entwicklungsprozess des Instituts und dessen Rückkehr in die Leibniz-Gemeinschaft“, so Minister Dr. Till Backhaus.

Forschung zum Anfassen
Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des FBN. An den Tischen standen Forschende des Instituts als direkte Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus präsentierte das FBN im Foyer ausgewählte Forschungsprojekte und Exponate aus der aktuellen Arbeit des Instituts.
Gezeigt wurden unter anderem der virtuelle „Milchviehstall der Zukunft“, innovative Ansätze zur automatisierten Tierwohlanalyse mit KI, neue Konzepte der Insektenfütterung für eine ressourcenschonende Nutztierhaltung sowie digitale Monitoring-Systeme für die Weidehaltung von Schafen. Auch Projekte zur Verbindung von Schafhaltung und Agriphotovoltaik verdeutlichten, wie Forschung zur Lösung aktueller Zielkonflikte in Landwirtschaft und Landnutzung beitragen kann.

Der Parlamentarische Abend fand zudem vor dem Hintergrund des Antrags des FBN auf Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft statt. Mit seiner Forschung zu biologischen Grundlagen landwirtschaftlicher Nutztiere leistet das Institut einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftsbasierten Weiterentwicklung resilienter Agrarsysteme.

Quelle: (FBN)

Biosicherheit – Pflicht und Chance für Milchviehbetriebe

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Auf der Fachtagung in Augsburg wurde auch das Thema Biosicherheit intensiv beleuchtet. Dr. Sebastian Jander machte deutlich, dass vorbeugende Maßnahmen angesichts neuer und bekannter Tierkrankheiten immer wichtiger werden.

Neue Erkrankungen wie Blauzunge (BTV) oder Epizootische Hämorrhagie (EHD) sowie bekannte Zoonosen wie Q-Fieber zeigen, wie wichtig vorbeugende Maßnahmen sind.

Seit dem 1. Januar 2026 ist eine betriebsindividuelle Biosicherheitsbewertung verpflichtend, ab Juli wird sie Teil der QS-Audits. Hilfestellung bietet die Risikoampel der Universität Vechta, mit der sich Schwachstellen im Betrieb systematisch analysieren lassen.

Im Mittelpunkt steht die Kontrolle von Eintragswegen für Krankheitserreger. Hinweisschilder wie „Betreten verboten“ sind dabei genauso sinnvoll wie feste Abläufe für Besucher. Diese sollten nach Möglichkeit betriebseigene Kleidung und Stiefel oder Überschuhe nutzen.

Auch die innerbetrieblichen Abläufe verdienen Aufmerksamkeit. Wege von Futter, Gülle oder Kadavern sollten klar getrennt und regelmäßig überprüft werden. Besonders sensibel sind Bereiche wie das Abkalbe- und Krankenabteil, sie sollten unbedingt räumlich getrennt sein, um eine Verschleppung von Erregern zu vermeiden.

Tierzukäufe stellen ein weiteres Risiko dar. Eine Quarantänephase mit entsprechender Untersuchung hilft, Krankheiten gar nicht erst in den Bestand einzuschleppen.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Neben den großen Strukturen sind es oft die kleinen Maßnahmen im Alltag, die den Unterschied machen. Regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Stiefeln über Stallgeräte bis hin zu Milcheimern oder Nuckeln spielen dabei eine zentrale Rolle.

Wichtig ist, bei der Reinigung systematisch vorzugehen: Erst reinigen, dann desinfizieren, und dabei Einwirkzeiten sowie Temperaturbedingungen beachten.

Desinfektionsmatten, häufiges Kotabschieben oder das regelmäßige Versetzen von Kälberiglus helfen, den Keimdruck im Stall zu senken. Ergänzt wird dies durch konsequente Schädlingsbekämpfung, etwa gegen Ratten, Fliegen oder Gnitzen, die als Überträger von Krankheiten eine wichtige Rolle spielen können.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist eine klare Organisation im Betrieb. Standardarbeitsanweisungen (SOPs) sorgen dafür, dass alle Mitarbeiter die gleichen Abläufe einhalten und Hygienemaßnahmen konsequent umgesetzt werden.

Impfprogramme können helfen, Krankheiten zu verhindern oder zumindest deren Verlauf deutlich abzumildern. Ebenso sinnvoll ist es, regelmäßig Proben zu ziehen – zum Beispiel Milchproben – um frühzeitig zu erkennen, ob und welche Erreger im Bestand vorhanden sind. Denn nur wer die Situation im eigenen Betrieb kennt, kann gezielt handeln.

Biosicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Perfektion ist dabei nicht das Ziel, entscheidend ist, den eigenen Betrieb Schritt für Schritt zu verbessern. Schon kleine, konsequent umgesetzte Maßnahmen können einen großen Unterschied machen für die Tiergesundheit, die Betriebssicherheit und letztlich auch für den wirtschaftlichen Erfolg.

Quelle: Dr. Heike Engels

Ceva Tiergesundheit rückt Q-Fieber und vektorübertragene Erkrankungen in den Fokus der One-Health-Debatte

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Die Ceva Tiergesundheit GmbH hat im Rahmen Ihrer Pressekonferenz über die Verbreitung von Zoonosen berichtet, insbesondere von zoonotischen Krankheiten, die bei Landwirten und Tierärzten immer noch unterschätzt werden. Zudem wurde ein Update über das aktuelle Seuchengeschehen insbesondere von Vektor übertragenen Krankheiten im Rinderbereich gegeben.

Zoonosen – Krankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden können – sind längst keine abstrakte Bedrohung mehr. Laut aktuellen WHO-Zahlen sind rund 60 % aller bekannten und sogar 75 % aller neu auftretenden Infektionskrankheiten beim Menschen zoonotischen Ursprungs. Vor diesem Hintergrund hat Ceva Santé Animale mit dem Ceva Wildlife Research Fund den Kampf gegen Zoonosen als eine von drei globalen Kernmissionen definiert. Ceva Ruminants greift diesen Impuls auf und macht ihn für den deutschsprachigen Raum konkret – mit aktuellen Studiendaten, einer Landwirteumfrage und gezielten Aufklärungsmaßnahmen.

Q-Fieber: Eine unterschätzte, keine seltene Zoonose
Q-Fieber gilt in der breiten Öffentlichkeit häufig als Rarität. Laut Infektionsepidemiologischem Jahrbuch des RKI wurden für 2023 lediglich 74 Fälle gemeldet – ein trügerisch niedriger Wert. Denn bis zu 60 % aller Infektionen verlaufen vollständig asymptomatisch, der Großteil der verbleibenden Fälle zeigt unspezifische Grippe-ähnliche Symptome. Die Folge: Die durch Coxiella burnetii verursachte Erkrankung wird von Landwirten, Tierärzten und Humanmedizinern gleichermaßen kaum erkannt. Dabei belegt eine Studie von Groten et al. (2020)1, dass bis zu 70 % der untersuchten Schäfer, Rinderhalter und Rindertierärzte Antikörper gegen Q-Fieber aufwiesen – ein klarer Hinweis auf die tatsächliche Verbreitung weit jenseits der gemeldeten Zahlen.

Die Übertragung erfolgt primär aerogen: Beim Abkalben oder Ablammen werden Milliarden von Erregern freigesetzt – bis zu 10⁹ Bakterien pro Gramm Plazenta2,3 – die sich nachweislich bis zu 18 km über die Luft verbreiten können4. Direkter Kontakt ist nicht notwendig. Gefährdet sind damit nicht nur Halter von Rindern und kleinen Wiederkäuern sowie deren Mitarbeiter, sondern auch betreuende Tierärzte und Betriebsbesucher z.B. im Rahmen eines „Tag des offenen Hofes“ wie Familien, Schüler-, Kindergartengruppen oder Feriengäste.

Eigene Analysedaten ergeben: 74,3 % der Betriebe Q-Fieber-positiv
In den vergangenen 2,5 Jahren hat Ceva Tiergesundheit insgesamt 1.096 von Landwirten eingesendete Tankmilchproben aus Deutschland und Österreich auf Q-Fieber im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis ist beunruhigend: 74,3 % der untersuchten Betriebe sind Q-Fieber-positiv. Die Daten sind im interaktiven Dashboard öffentlich einsehbar

Was Landwirte wissen – und was sie unterschätzen
In einer Umfrage unter Milchviehhaltern aus ganz Deutschland im Winter 2025 gaben 44 % der Befragten an, selbst bereits einmal an einer Zoonose erkrankt gewesen zu sein – in den meisten Fällen an Rinderflechte. Das eigene Erkrankungsrisiko durch Q-Fieber wird dennoch stark unterschätzt. Ceva Tiergesundheit setzt daher auf gezielte Aufklärungsarbeit: mit Stallpostern, Webinaren für Tierärzte, einem Zoonose-Blog sowie Aktionen zum Welt-Zoonose-Tag am 6. Juli 2026.

Vektorübertragene Erkrankungen: EHD als neues Sorgenkind
Im zweiten Themenschwerpunkt wurde die aktuelle Lage bei vektorübertragenen Tierseuchen beleuchtet. Nahezu alle befragten Landwirte (97 %) stuften die Bedrohung durch vektorübertragene Erkrankungen als hoch oder sehr hoch ein. Über 70 % gaben an, die in 2025 angefangenen Impfungen gegen das Blauzungenvirus auffrischen zu wollen. Dennoch dominieren im Rindersektor das Blauzungen-Virus (BTV) und Lumpy Skin Disease (LSD) – aktuell mit 14 aktiven Ausbrüchen in Italien (Stand 27.04.2026) – das Seuchengeschehen in Europa. Warme Temperaturen begünstigen die Vermehrung der Gnitzen als Vektoren und schaffen ideale Bedingungen für eine weitere Verbreitung. Insbesondere bei den durch die Orbiviren übertragenen Krankheiten BTV und EHD begünstigen die steigenden Temperaturen auch die Replikation der Viren im Vektor. Somit ist auch die Gefahr von EHD, der epizootische hämorrhagische Krankheit, noch keineswegs vorüber. Sie ist weiterhin präsent, auch wenn sie derzeit vor allem in Frankreich zirkuliert. Aufgrund der zunehmenden Gnitzenaktivität kann sie sich schnell auch in unsere Region ausbreiten. Ein wirksamer Schutz der Tiere gewinnt damit weiter an Bedeutung. Umso wichtiger ist die konsequente Prävention. Dafür steht Ihnen auch in Deutschland ein Impfstoff zur Verfügung. Ceva begleitet Tierärzte und Landwirte aktiv mit aktuellen Informationen und Impfkonzepten.

Quellen:
1 Tanja Groten, Karola Kuenzer, Udo Moog, Beate Hermann, Katrin Maier, Katharina Bode: Who is at risk of occupational Q fever: new insights from a multi-profession cross-sectional study (2020), https://bmjopen.bmj.com/content/10/2/e030088

2 Howard ZP, Omsland A.2020: Selective Inhibition of Coxiella burnetii Replication by the Steroid Hormone Progesterone. Infect Immun 88:10.1128/iai.00894-19 https://doi.org/10.1128/iai.00894-19

3 Miller HK, Priestley RA, Smith CB, Cherry C, Kersh GJ. Longitudinal surveillance of Coxiella burnetii following an abortion storm in domestic goats. Front Vet Sci. 2024 Sep 13; https://doi.org/10.3389/fvets.2024.1426573

4 Hawker JI, Ayres JG, Blair I, Evans MR, Smith DL, Smith EG, et al. A large outbreak of Q fever in the West Midlands: windborne spread into a metropolitan area? Commun Dis Public Health. 1998; 1:180–74. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9782633/

Quelle: Ceva Tiergesundheit GmbH

Bienenfutter vor hohen Temperaturen schützen

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Zum Weltbienentag: BVL gibt Tipps zur richtigen Lagerung

Für den Aufbau von Wintervorräten und als Ersatz für den vom Imker entnommenen Honig füttern Imker ihre Bienenvölker bereits ab dem Sommer mit einem speziellen Futter. Diese Sirupe oder Teige bestehen vor allem aus Einfachzuckern. Bei hohen Umgebungstemperaturen oder direkter Sonneneinstrahlung kann sich im Futter bienenschädliches Hydroxymethylfurfural (HMF) bilden. Durch richtige Lagerung der speziellen Bienenfuttermittel lässt sich die HMF-Bildung reduzieren. Die verfügbaren Daten aus den Jahresstatistiken der amtlichen Futtermittelüberwachung in der Bundesrepublik Deutschland bestätigen, dass die empfohlenen Orientierungswerte eingehalten werden.

Hohe HMF-Gehalte, welche die Bienen im Winter mehrere Monate lang aus dem in den Waben eingelagerten Futtermittel aufnehmen, können mitunter zum Tod von Bienenvölkern führen. Um dies zu verhindern, wird ein Orientierungswert von maximal 60 mg HMF/kg Futtersirup zum Zeitpunkt der Auslieferung empfohlen. Die Ergebnisse der Futtermittelstatistiken der Jahre 2021 bis 2024 zeigen, dass die Untersuchungen der Bundesländer nicht zu Beanstandungen der Futtermittelproben geführt haben. Damit setzt sich der positive Trend der Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 2018 bis 2020 fort.

Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), betont: „Honigbienen sind als Teil der biologischen Vielfalt bedeutsam für die Landwirtschaft und die Ernährung. Die Einhaltung der empfohlenen Lagerbedingungen und die kontinuierliche Überwachung des HMF-Gehalts tragen dazu bei, dass Bienen gesund bleiben.“

Um die Bildung von HMF im Bienenfutter zu vermeiden, ist es wichtig, auf die Produktions-, Transport- und Lagerbedingungen zu achten. Händler und Imker sollten Futterzucker vor Temperaturen über 25° C und direkter Sonneneinstrahlung schützen. Zudem sollte eine lange Lagerdauer bei höheren Temperaturen vermieden werden. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Bienen auch in den kalten Wintermonaten im Bienenstock sicher versorgen können.

Hintergrundinformation
Hydroxymethylfurfural (HMF), auch 5-Hydroxymethyl-2-furaldehyd, ist ein Abbauprodukt aus Einfachzuckern, insbesondere der Fructose. HMF kommt in kohlenhydrathaltigen Lebens- und Futtermitteln vor, zum Beispiel in Futterzuckern, die in der Winterfütterung von Honigbienen eingesetzt werden. Studien deuten darauf hin, dass erhöhte Gehalte an HMF für Honigbienen schädlich sind, besonders wenn eine lang andauernde Fütterungsperiode, vor allem im Winter, eine langfristige Exposition mit HMF bedingt.

Die Überwachungsbehörden der Bundesländer untersuchen Futtermittel risikoorientiert auf den Gehalt an unerwünschten Soffen, so auch auf HMF. Die Untersuchungsergebnisse fließen in die Futtermitteljahresstatistik ein, die das BVL aus den von den Bundesländern gemeldeten Daten erstellt. Im Zeitraum 2018 bis 2020 haben einige Bundesländer ein Sonderprogramm zur Untersuchung von HMF in Bienenfuttermittel durchgeführt. Dabei wurden 116 Futtermittelproben auf ihren HMF-Gehalt untersucht. Im Zeitraum 2021 bis 2024, ohne Sonderprogramme, war die Zahl mit 37 Proben entsprechend geringer. Im gesamten Untersuchungszeitraum wurde keine Probe beanstandet.

Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zur Vermeidung des Vorkommens von HMF in Futtermitteln für Honigbienen sind in einem Merkblatt zusammengefasst, das in Zusammenarbeit von Bund und Ländern mit Wissenschaft und Wirtschaftsverbänden erstellt wurde. Das Merkblatt kann von der Internetseite des BVL heruntergeladen werden.

Über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
Das BVL ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt das BVL Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen Union.

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Mastitis und Eutergesundheit – gezielte Therapie und konsequentes Management

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Im Rahmen der Fachtagung in Augsburg standen auch Mastitistherapie und Eutergesundheit im Fokus. Dr. Heinrich-Jürgen Zumbusch (Vétoquinol) und Stephanie Meyer (SaluVet GmbH) zeigten, dass sowohl die Behandlung als auch die Vorbeugung heute ein differenziertes und konsequentes Vorgehen erfordern.

Mastitis ist nicht nur eine akute Erkrankung, sondern hat auch langfristige Folgen. Entzündungen zerstören Milchgewebe, das anschließend durch Bindegewebe ersetzt wird. Die Milchleistung sinkt dauerhaft. Umso wichtiger ist eine differenzierte Therapie.

Eine Mastitis entsteht, wenn Krankheitserreger in das Euter eindringen und sich dort vermehren. Das Immunsystem reagiert sofort, es kommt zur Entzündung. Je nach Stärke dieser Reaktion und des Erregers verläuft die Erkrankung unterschiedlich: Manche Infektionen heilen von selbst aus, andere bleiben unbemerkt (subklinisch), und wieder andere führen zu einer deutlich sichtbaren, klinischen Mastitis.

Entscheidend ist der Schweregrad. Leichte Mastitiden äußern sich häufig nur durch veränderte Milch, während die Kuh ansonsten unauffällig bleibt. In solchen Fällen ist ein Antibiotikum oft nicht notwendig. Bei mittelschweren Verläufen sollte die Entscheidung gezielt getroffen werden. Schwere Mastitiden hingegen erfordern ein sofortiges Eingreifen, da das Allgemeinbefinden der Tiere deutlich beeinträchtigt ist.

Evidenzbasierte Mastitistherapie
Lange Zeit galt: Mastitis gleich Antibiotikum. Heute weiß man, dass dieses Vorgehen oft unnötig ist und sogar Nachteile mit sich bringt, etwa Resistenzentwicklung oder unnötige Kosten. Ein zentraler Baustein der modernen Therapie ist die Diagnostik. Statt routinemäßig zu behandeln, wird zunächst der Erreger bestimmt. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob ein Antibiotikum überhaupt sinnvoll ist und wenn ja, welches.

Häufig reicht eine lokale Behandlung aus, während schwere Fälle systemisch behandelt werden müssen. Besonders wichtig ist auch die Erkenntnis, dass nicht jede Mastitis bakteriell „wegtherapiert“ werden muss. Gerade bei sogenannten coliformen Mastitiden, verursacht durch E. coli, ist die Selbstheilungsrate hoch. Hier liegt das Problem oft weniger beim Erreger selbst als bei einer überschießenden Immunreaktion der Kuh.

Ein zentraler Baustein dieser Therapie ist außerdem der konsequente Einsatz von Entzündungshemmern (NSAIDs). Sie lindern Schmerzen, senken Fieber und unterstützen die Heilung und das unabhängig davon, ob Antibiotika eingesetzt werden oder nicht.

Schnelle Diagnostik
Ein zentrales Thema des Vortrags war die Diagnostik. Klassische Laboruntersuchungen liefern zwar zuverlässige Ergebnisse, dauern jedoch mehrere Tage, das ist zu lange für eine zeitnahe Therapieentscheidung. Mit dem Mastatest steht ein praxistaugliches Instrument zur Verfügung. Das Gerät ermöglicht eine Erregerbestimmung inklusive Antibiogramm innerhalb von rund 22 Stunden. Die Ergebnisse werden automatisch ausgewertet und direkt an Landwirt und Tierarzt übermittelt. Dadurch können Behandlungen gezielter durchgeführt werden, was Antibiotika einspart und die Heilungschancen verbessert.

Voraussetzung ist eine saubere Probenentnahme sowie eine stabile Internetverbindung während der Analyse. Für besonders akute Fälle stehen ergänzend schnellere Testverfahren zur Verfügung, die Ergebnisse innerhalb weniger Stunden liefern. Auch für das Trockenstellen eignet sich der Mastatest, der übrigens von Landwirten auch gekauft werden kann.

Auch beim Trockenstellen wurde ein klares Umdenken empfohlen. Statt alle Kühe pauschal mit Antibiotika zu behandeln, sollte die Entscheidung auf Basis der Zellzahlen getroffen werden. Kühe mit niedrigen Zellzahlen (unter 100.000 Zellen) gelten als eutergesund und benötigen in der Regel kein Antibiotikum. Hier bieten Zitzenversiegler einen wirksamen Schutz vor Neuinfektionen.

Eutergesundheit: tägliches Management entscheidend
Stephanie Meyer machte deutlich, wie stark die Eutergesundheit vom täglichen Management beeinflusst wird. Wer seine Daten und seine Kühe genau kennt, erkennt Probleme, bevor sie entstehen.

Eine wichtige Grundlage ist die regelmäßige Auswertung der MLP-Daten. Auffälligkeiten können so frühzeitig erkannt werden. Ebenso wichtig ist die Kenntnis des betriebsspezifischen Erregerprofils, da unterschiedliche Keime unterschiedliche Umweltbedingungen bevorzugen.

Ein zentraler Einflussfaktor ist die Haltung. Liegeflächen müssen sauber und trocken sein. Tiefboxen mit Stroh bieten hohen Komfort, erfordern aber konsequente Pflege. Kalk kann unterstützend wirken, wenn er den pH-Wert in einen alkalischen Bereich verschiebt und damit keimhemmend wirkt. Sandbettwaben bieten hygienische Vorteile, allerdings sind diese oft hart, weshalb eine dünne Strohschicht den Liegekomfort deutlich verbessert, während Hochboxen mit Schaumstoff von den Kühen gut angenommen werden.

Auch die Besatzdichte spielt eine entscheidende Rolle. Überbelegung führt zu weniger Liegezeiten, was sich negativ auf Eutergesundheit, Klauen und Stoffwechsel auswirkt.

Sauberkeit ist ein zentraler Punkt im Alltag. Verschmutzte Kühe tragen mehr Erreger mit sich, was sich häufig in erhöhten Zellzahlen widerspiegelt.

Ergänzend ist eine konsequente Melkhygiene notwendig. Dazu gehören saubere Euter, funktionierende Technik und der regelmäßige Austausch von Verschleißteilen wie Zitzengummis. Ebenso lohnt es sich, die Wirksamkeit der Zwischendesinfektion regelmäßig mit Teststreifen zu überprüfen.

Auch bei Dippmitteln lohnt sich ein genauer Blick. Produkte mit Jod können zwar wirksam sein, greifen jedoch den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an und können damit auch nützliche Mikroorganismen beeinträchtigen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist Hitzestress. Erste Anzeichen lassen sich bereits an der Atmung erkennen. Sind die Nasenlöcher rund und weit geöffnet, atmet die Kuh schneller, ein klares Zeichen für Stress. Längliche Nasenlöcher deuten hingegen auf einen entspannten Zustand hin. Hitzestress führt dazu, dass Kühe weniger fressen und entsprechend weniger Milch geben. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern.

Quelle: Dr. Heike Engels

Webinar zur Newcastle-Krankheit am 21.05.2026

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz lädt am
Donnerstag, den 21. Mai 2026 um 19 Uhr zu einer Online-Informationsveranstaltung zur „Newcastle-Krankheit – Aktuelle Herausforderungen“ ein.

Programm
1) Begrüßung: Miriam Staudte, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Moderation: Dr. Alice Welzel, Nds. ML

2) Überblick Newcastle-Krankheit – Ursache, Symptome, Eintragswege und aktuelle Verbreitung in Europa und Deutschland (Prof. Dr. Carola Sauter-Louis, PD Dr. Christian Grund, FLI)

3) Prävention: Impfung und effektive Biosicherheitsmaßnahmen
• Möglichkeiten und Grenzen der Impfstoffe (PD Dr. Christian Grund, FLI)
• Praktische Umsetzung (Dr. Heinrich Windhaus, Die Praxis für Geflügel GbR, Vechta)

4) Fragen aus dem Chat

Für die Webex-Videoveranstaltung ist eine Dauer von ca. 90 Minuten vorgesehen.

Über den Meeting-Link beitreten

Mit Meeting-Kennnummer beitreten
Meeting-Kennnummer (Zugriffscode): 2743 838 2264
Meeting-Passwort: 8A8fJiDGxg7 (82835434 beim Einwählen von einem Telefon)

Download: Empfehlungen zur Umsetzung eines bestmöglichen Hygienemanagements in der Mobilstallhaltung

Auf der Internetseite des ITTN an der TiHo, Hannover steht ein PDF-Dokument zum Download bereit, das aus dem Projekt Hyg-MobiLe * resultiert und detaillierte Empfehlungen zur Haltung von Geflügel in Mobilställen gibt. Die Autoren schreiben dazu:

„Die vorliegenden Empfehlungen sollen Wissen über die wichtigsten Aspekte des Infektionsschutzes und der Hygiene in der Geflügelhaltung vermitteln und für diese Thematik sensibilisieren. Sie stellen eine Handlungshilfe dar und haben zum Ziel, angepasste Managementmaßnahmen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Biosicherheit aufzuzeigen. Die Empfehlungen sollen auch dazu motivieren, betriebsspezifische Biosicherheitskonzepte zu entwickeln. Durch die Vielzahl der verschiedenen Systeme kann in diesem Dokument lediglich eine übergeordnete Betrachtung erfolgen; für konkrete, detaillierte und betriebsindividuelle Maßnahmen sind der bestandsbetreuende Tierarzt, andere Berater und gegebenenfalls die zuständigen Behörden einzubeziehen.“

Link zum kostenfreien Download

* Hyg-MobiLe steht für „Mobilstallhaltung von Legehennen: Innovationen zur Umsetzung eines gesetzeskonformen Hygienemanagements in der Praxis“

Optimale Gestaltung erhöhter Ebenen im Broilerstall – Interview mit Dr. Julia Malchow

Frau Dr. Malchow: erhöhte Ebenen unterstützen das natürliche Aufbaum-Verhalten von Hühnern. Welche weiteren positiven Effekte haben sie?

In der konventionellen Masthühnerhaltung ist die Haltungsumgebung oft reizarm, d.h. es gibt den Einstreubereich sowie Tränke- und Futtervorrichtungen. Das Angebot von erhöhten Strukturen kann die Haltung in getrennte Aktivitäts- und Ruhebereiche strukturieren. Sowohl auf der erhöhten Struktur sowie unter diesem Bereich werden Ruhebereiche geschaffen, wobei die geringere Lichtintensität unterhalb der Ebene das Ruheverhalten zusätzlich unterstützt, wenn dieser gut zugänglich ist. Durch diese Strukturierung sind bspw. die Futter- und Tränkbereiche deutlich als Aktivitätsbereich markiert. Des Weiteren kann die Nutzung von erhöhten Strukturen zu einer bessere Fußballengesundheit führen, da auf den Ebenen die Fußballen nicht ständig mit der Einstreu in Kontakt stehen. Weiterhin kann die Nutzung bei den Masthühnern zu einer Verbesserung der Lauffähigkeit und Erhöhung der Verhaltensaktivität führen, da eine dreidimensionale Struktur geschaffen wird und die Bewegung anregt, um unterschiedliche Bereich zu erreichen.

Sie haben nun in einem Wahlversuch ermittelt, wie die Oberfläche von erhöhten Ebenen am besten beschaffen sein sollten und zwei Varianten parallel angeboten. Was erwies sich als beliebter: Gitterrost oder geschlossene Oberfläche mit Einstreu?

Genauer gesagt haben wir untersucht, welche Oberflächen Masthühner in welchem Alter und zu welcher Tageszeit mehr nutzen. Dazu haben wir ebenerdig als Bodenoberfläche zum einen Kunststoffgitterroste und zum anderen eine Standardeinstreu parallel angeboten. Die Tiere konnten frei wählen, welche Oberfläche sie zu unterschiedlichen Tageszeiten bevorzugen. Es war keine Studie, um Empfehlungen zur Bodenoberfläche zu geben. Vielmehr war eine unserer Hypothesen, dass die Tiere gerade gegen Ende der Mast die Gitterroste zum Ruhen bevorzugen würden. In dieser Altersphase produzieren die Tiere relativ viel Körperwärme, die sie in der isolierenden Einstreu schlechter abführen können als auf den Gitterrosten.

Bei der Nutzung zeigten sich verschiedene Abhängigkeiten. Fangen wir mit der Tageszeit an.

Wir unterschieden vier verschiedene Tageszeiten: Morgen, Mittag, Nachmittag und Nacht. Über die Mastphase zeigte sich, dass die Tiere beide Oberflächen gleich nutzten. Nachts drehte sich das Bild aber im Verlauf der Mastdauer. Ab ca. der dritten Lebenswoche entwickelte sich nachts eine klare Präferenz für die Gitteroste im Vergleich zur Einstreu. Wir nehmen an, dass in den ersten Lebenswochen die Isolierung der Einstreu und auch die Nähe zu Artgenossen ein wesentlicher Punkt ist, warum der Einstreubereich bevorzugt wurde. Nachdem in etwa der dritten Lebenswoche die Gefiederentwicklung abgeschlossen ist, sind die Tiere weniger wärmebedürftig, da in diesem Alter auch die eigene Wärmeproduktion sowie die Thermoregulation ausgebildet sind. Weiterhin nehmen wir an, dass es zu den Tageszeiten Morgen, Mittag und Nachmittag keine Präferenz für eine der Bodenqualitäten gab, weil die Masthühner tagsüber weniger Ruhen und in der Einstreu natürlicherweise Nahrungs- und Erkundungsverhalten zeigen. Sie nutzen während ihrer Hauptaktivitätszeit im Hellen quasi beide Flächen, um ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben.

Auch das Lebensalter der Tiere spielt bei der Nutzung eine Rolle.

Ja, genau. Ab ca. der dritte Lebenswoche konnte wir klar sehen, dass besonders zum Ruhen/ Schlafen in der Nacht die Gitterroste bevorzugt genutzt wurden.

Und auch die Umgebungstemperatur beeinflusst das Verhalten der Tiere.

Ja, wir vermuten, dass die Masthühner insbesondere gegen Ende der Mastphase sich auch tagsüber häufiger auf den Gitterrosten aufhalten, weil sie auf diesen besser ihre Körperwärme abführen können. Hierzu haben wir auch Hinweise gefunden. Weil wir die Umgebungstemperatur aber nicht experimentell verändert haben, d.h. nicht erhöht haben, bedarf es für die Überprüfung dieser Hypothese allerdings noch weitere Untersuchungen.

Wie sollten nach Ihren Ergebnissen erhöhte Ebenen am besten ausgestaltet werden?

Wie eingangs schon erwähnt, unterstützen erhöhte Ebenen das Aufbaumverhalten. Dieses Verhalten wird hauptsächlich in der Nacht durchgeführt (teilweise auch am Tage), so dass wir durch unsere kleine Studie ableiten können, dass erhöhte Ebenen aus Kunststoffgitterroste bestehen sollten, da sie bei Nutzung die Thermoregulation vor allem ab der 3. Lebenswoche unterstützen können. Um die Nutzung von erhöhten Strukturen zu erhöhen, sind noch weitere Aspekte von Bedeutung: Die Höhe der erhöhten Ebenen kann unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welche Möglichkeiten der Stall sowie auch das technische Equipment bietet. Zu empfehlen sind mind. 30 cm, aber besser wären 50 cm, da zum einen die Tiere bei dieser Höhe ohne Probleme auch den darunterliegenden Bereich nutzen können und zum anderen die Tierkontrolle bei den täglichen Stallkontrollen besser möglich ist als bei geringeren Höhen. Abhängig von der Höhe der Ebenen ist eine Rampe vor allem bei den schnell wachsenden Masthühnern anzubieten, damit die Tiere die Ebene nutzen können. Die Rampe sollte eine rutschfeste Oberfläche sowie Stabilität bieten und einen Winkel von max. 30° aufweisen. Besser wären noch flachere Anstiege, um den Auf- und Abgang noch einfacher zu machen. Die Rampen sollten so breit sein, dass zwei Tiere problemlos aneinander vorbeigehen können. Sonst kann ein einzelnes auf der Rampe sitzendes Tier den Zugang komplett blockieren. Die Positionen der erhöhten Ebenen sind abhängig von den Stallgegebenheiten. So können zwei Bahnen oder auch nur eine Bahn mittig oder jeweils auch an der Stallwand installiert werden. Allerdings sollte bei wandständigen erhöhten Ebenen auf eine ausreichende Lüftung auch unterhalb der Ebenen geachtet werden.

Frau Dr. Malchow: herzlichen Dank für das Gespräch!

Dr. Julia Malchow forschte nach ihrer Promotion sieben Jahre lang zu Geflügel und Tierschutz am Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler-Instituts. Seit Anfang 2026 ist sie Referentin für Politik bei der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Dieser Beitrag wurde Ende April vorab allen Newsletter-Abonnenten zur Verfügung gestellt.

Schweizweite Bekämpfung der Moderhinke: deutliche Fortschritte im zweiten Programmjahr

Im Rahmen der schweizweiten Bekämpfung der Moderhinke wurden vom 1. Oktober 2025 bis zum 31. März 2026 12’224 Schafbetriebe in der ganzen Schweiz kontrolliert. Die Auswertungen zeigen, dass der Anteil der von Moderhinke betroffenen Betriebe weiter sinkt und in der zweiten Untersuchungsperiode bei 9 Prozent liegt. In der ersten Untersuchungsperiode waren noch 22 Prozent betroffen. Das BLV führt das Programm gemeinsam mit den kantonalen Veterinärdiensten fort, mit dem Ziel, den Anteil positiver Betriebe innert fünf Jahren auf unter ein Prozent zu senken und die Schafhaltenden bei der Bekämpfung der Krankheit zu unterstützen.

Seit Oktober 2024 wird die Moderhinke, eine schmerzhafte und ansteckende Klauenkrankheit bei Schafen, schweizweit koordiniert bekämpft. Nach Abschluss der ersten Untersuchungsperiode Ende März 2025 standen die Sanierung der betroffenen Betriebe sowie der Schutz aller Herden vor Infektionen im Fokus. Die zweite Untersuchungsperiode begann im Herbst 2025.

Für eine nachhaltige Senkung der Anzahl von Moderhinke betroffener Betriebe ist die konsequente Umsetzung verschiedener Maßnahmen entscheidend. Diese beruhen auf drei Säulen: fachgerechter Klauenschnitt und sorgfältige Klauenbäder in betroffenen Schafhaltungen sowie konsequente Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in allen Herden.

Deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung der Moderhinke
Mit Abschluss der zweiten Untersuchungsperiode lassen sich wesentliche Fortschritte bei der Bekämpfung der Moderhinke erkennen. Der Anteil der von Moderhinke betroffenen Betriebe liegt 9 Prozent und ist damit im Vergleich zur ersten Untersuchungsperiode mit 22 Prozent deutlich zurückgegangen; die ursprünglich kommunizierte Anfangsrate von 21 Prozent wurde aufgrund einer methodischen Präzisierung nachträglich angepasst.

«Die Ergebnisse zeigen, dass der eingeschlagene Weg stimmt. Entscheidend ist nun, die Maßnahmen weiterhin konsequent umzusetzen und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen fortzuführen», sagt Laurent Monnerat, Direktor des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

Moderhinke geht weiter zurück – Engagement bleibt zentral
Die zweite Untersuchungsperiode zeigt deutlich: Die schweizweite Bekämpfung der Moderhinke trägt Früchte. Der erzielte Fortschritt ist in erster Linie dem großen Engagement der Tierhaltenden sowie der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verdanken. Dazu zählen die kantonalen Veterinärdienste, die Tierärztinnen und Tierärzte, die Labore sowie der Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK) und die Moderhinkeberaterinnen und -berater, die das Programm fachlich und operativ umsetzen. Die positive Entwicklung bestätigt die gewählte Strategie sowie die Wirksamkeit der Maßnahmen und zeigt, dass der eingeschlagene Weg konsequent weiterverfolgt werden sollte.

Die dritte Untersuchungsperiode dauert vom 1. Oktober 2026 bis zum 31. März 2027. Jeder zusätzlich sanierte Betrieb bringt die Schweiz einem dauerhaft gesunden Schafbestand einen Schritt näher und stärkt das Tierwohl der Schafe im ganzen Land.

Quelle: Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

innoMOO übernimmt Betreuung der BAYERNWATCH-Kunden der Bayern-Genetik GmbH

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Das Unternehmen innoMOO baut seine Aktivitäten im Bereich digitales Herdenmanagement weiter aus und übernimmt ab sofort die Betreuung der BAYERNWATCH-Kunden der Bayern-Genetik GmbH. Mit diesem Schritt stärkt innoMOO seine Position als innovativer Partner für moderne Milchviehbetriebe in Deutschland.

Als junges und engagiertes Unternehmen hat sich innoMOO darauf spezialisiert, landwirtschaftliche Betriebe mit praxisnahen Lösungen, moderner Sensortechnik und intelligenten Softwareanwendungen zu unterstützen. Ziel ist es, die Effizienz im Stall zu steigern und gleichzeitig die Tiergesundheit nachhaltig zu verbessern.

Im Zuge der Übernahme profitieren die bisherigen BAYERNWATCH-Kunden von einer umfassenden Weiterbetreuung sowie einer gezielten Weiterentwicklung bestehender Systeme. innoMOO setzt dabei auf die Kombination bewährter Technik mit neuen, KI-gestützten Anwendungen. Diese kommen unter anderem in den Bereichen Fütterungsmanagement, Klauengesundheit, Abkalbemonitoring und Hitzestressmanagement zum Einsatz.

Ein besonderer Fokus liegt auf der praxisorientierten Umsetzung: Lösungen werden kontinuierlich auf Basis von Rückmeldungen aus landwirtschaftlichen Betrieben weiterentwickelt. Ergänzend bietet innoMOO seinen Kunden ein breites Unterstützungsangebot: von persönlicher Beratung über Schulungen bis hin zu regionalen Veranstaltungen und Online-Workshops.

„Die Übernahme der BAYERNWATCH-Kunden ist für uns ein wichtiger Schritt, um Betriebe sowohl technisch als auch fachlich noch gezielter begleiten zu können“, sagt Lothar Weber von innoMOO.

Mit dem Ausbau seines Kundenstamms positioniert sich innoMOO weiter als Partner für datenbasiertes und zukunftsorientiertes Herdenmanagement in der Milchviehhaltung.

Kontakt:
innoMOO GmbH – Lothar Weber
Telefon / WhatsApp: 0176 43502811
E-Mail: Lothar.Weber@innoMOO.de
https://www.innomoo.de/

Neues kostenloses E-Book: Sicher impfen – worauf kommt es wirklich an?

Mit „Impfen mit Sicherheit“ stellt Boehringer Ingelheim ein neues, kostenloses E-Book für Landwirte und Tierhalter vor. Es liefert praxisnahe Tipps, wie Impfungen im Schweinebestand sicher, wirksam und tiergerecht umgesetzt werden können.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Worauf kommt es bei der Impfung wirklich an? Entscheidend ist vor allem der Gesundheitszustand der Tiere, denn nur gesunde Tiere können einen zuverlässigen Impfschutz aufbauen. Ebenso wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Werden Ferkel zu früh geimpft, können maternale Antikörper die Wirkung abschwächen. Ein optimal abgestimmter Impfzeitpunkt ist daher entscheidend für den Erfolg.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Verträglichkeit der Impfstoffe. Moderne, mineralölfreie Adjuvantien oder orale Impfstoffe können Belastungen deutlich reduzieren und sorgen für eine bessere Futteraufnahme sowie stabilere Tiergesundheit. Das zahlt sich direkt im Stall und bei den Leistungen aus.

Das E-Book zeigt außerdem, warum Impfstoffe eine zentrale Rolle in der Prophylaxe spielen, während Antibiotika erst im Krankheitsfall wirken.

Wer seine Impfstrategie optimieren und Tierwohl sowie Betriebserfolg nachhaltig verbessern möchte, findet in diesem Leitfaden wertvolle, sofort umsetzbare Empfehlungen.

Das E-Book steht kostenfrei auf der Website Tiergesundheit im Stall | Typisch-Reihen von Boehringer Ingelheim von Boehringer Ingelheim zum Download bereit:

Weitere Informationen gibt Ihnen gerne:
Frederike Bösch
Produktmanager Nutztier – Fachbereich Schwein
Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH
Tel: +49 (6132) 77-174020
E-Mail: frederike.boesch@boehringer-ingelheim.com

Mehr Mastitis-Kontrolle durch Impfung: Neuer Impfstoff stärkt die Abwehrkraft der Kühe gegen E. coli und Staph. aureus

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Boehringer Ingelheim hat die Zulassung für einen neuen inaktivierten Impfstoff erhalten zur Immunisierung von Kühen und Färsen mit E. Coli (J5) und Staph. aureus.

Mastitis gehört weiterhin zu den größten Herausforderungen im Milchviehbetrieb. Hohe Milchleistungsverluste durch subklinische und klinische Mastitis, erhöhter Arbeitsaufwand, verringertes Tierwohl und der Verlust von Tieren mindern den Betriebserfolg.

Die Impfung ergänzt nun das Mastitis-Management und reduziert die Häufigkeit und Schwere von Mastitiden, die durch E. coli und Staph. aureus verursacht werden. Die Impfung führt zu einem signifikanten Anstieg der spezifischen Antikörperspiegel. Unter Feldbedingungen konnte bei geimpften Kühen eine Reduktion der somatischen Zellzahl (SCC) nachgewiesen werden

Der Impfstoff stärkt die Abwehr der Kühe über 6 Monate, gezielt in der Hochrisikophase der Laktation mit einem einfachen Impfregime: Zwei intramuskuläre Injektionen à 2 ml in der Trockenstehzeit. Der ölfreie, wässrige Impfstoff lässt sich leicht applizieren.

Weniger Mastitisfälle bedeuten stabilere Leistungen, weniger Antibiotika, verbesserte Eutergesundheit und mehr Tierwohl.

Impfen eröffnet neue Perspektiven in der Mastitisprävention – effektiv, praxisnah und zukunftsorientiert.

Wollen Sie mehr erfahren? Melden Sie sich gleich heute an zum kostenlosen Online-Seminar am 16. Juni 2026: https://typischrind.de/

Quelle: Boehringer Ingelheim

Kabinett beschließt verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) treibt die Einführung einer verpflichtenden Videoüberwachung in Schlachthöfen voran. Der dafür nötige Entwurf zur Novellierung des Tierschutzgesetzes wurde heute vom Bundeskabinett verabschiedet. Ziel ist es, den Tierschutz weiter wirksam zu stärken und bestehende Kontrolllücken zu schließen. Die verpflichtende Videoüberwachung soll künftig dazu beitragen, tierschutzrelevante Vorgänge in Schlachtbetrieben transparenter zu machen und Verstöße konsequent abzustellen. Mit dem vorgelegten Vorschlag wird ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt.

Bundesminister Alois Rainer erklärt dazu: „In Zukunft wird die Schlachtung in allen großen Betrieben per Video aufgezeichnet. Das sind mehr als 90 Prozent aller Schlachtungen in Deutschland. Damit schließen wir einen blinden Fleck. Die Kameras sind wie ein Tierschutz-Assistent. Wer Tiere auf den letzten Metern ihres Lebens schlecht behandelt, muss dafür geradestehen. Ausnahmen gibt es für kleinere Betriebe, um sie nicht unverhältnismäßig zu belasten. Aber auch hier können die Veterinärbehörden der Länder im Verdachtsfall vor Ort eine Videoüberwachung anordnen.“

Der Gesetzesentwurf sieht vor, kleinere Schlachtstätten von der Verpflichtung auszunehmen. Konkret gilt die Regelung für Betriebe ab einer Größenordnung von jährlich 1.000 „Großvieheinheiten“ (entspricht 1.000 Rindern oder 5.000 Mastschweinen) oder 150.000 Stück Geflügel oder Kaninchen. Diese Differenzierung trägt dem Umstand Rechnung, dass sich Videoüberwachung in größeren Betrieben in der Regel effizienter umsetzen lässt und der Aufwand im Verhältnis zur Betriebsgröße sinkt. Gleichzeitig werden damit bereits die allermeisten Schlachttiere in Deutschland erfasst.

Darüber hinaus erhalten die Länder die Möglichkeit, die Videoüberwachung auch für kleinere Betriebe anzuordnen, sofern dort tatsächliche Anhaltspunkte für Verstöße gegen Tierschutzvorschriften bestehen. Damit wird sichergestellt, dass per Videoüberwachung gezielt dort kontrolliert wird, wo es erforderlich ist.

Quelle: BMLEH