Projekt „MiniAbeR“: Umfrage der TU München zum Antibiotika-Einsatz beim Mastgeflügel

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Das Projekt MiniAbeR soll zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes und der Risikoverschleppung in der Geflügelmast betragen und richtet sich direkt an Mastgeflügel-haltende Landwirte.

Die damit verbundene Umfrage dauert etwa 15 Minuten. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgt anonym, sodass sie nicht auf einen bestimmten Betrieb zurückverfolgt werden können. Über die Umfrage hinaus können interessierte Mäster Futter- und Mistproben zu Analysezwecken zur Verfügung stellen bzw. auf dem Betrieb eine unentgeltliche Begehung und Probenahme durchführen lassen (die Analysekosten übernimmt die TUM).

Das Projekt ist Teil der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz im Bundesprogramm Nutztierhaltung, wird von Prof. Dr. Julia Steinhoff-Wagner (Professur für Tierernährung und Metabolismus, Technische Universität München) und Dr. Céline Heinemann (Institut für Tierwissenschaften, Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) geleitet und ist außerdem mit einer Verlosung verbunden.

Details und Anmeldung hier.

Frohes Fest!

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Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern und allen Autorinnen und Autoren schöne, vor allem erholsame Festtage! Ab dem 8. Januar werden alle Kräfte gebraucht!

Wiener Forscher entwickeln ersten Schnelltest zum Nachweis von Bienenviren

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Forscher des Instituts für Virologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien entwickelten im Rahmen des interdisziplinären Projektes „Zukunft Biene 2“ und der Kooperation mit der Firma Megacor einen Schnelltest für den Nachweis von drei wichtigen Viruserkrankungen von Honigbienen. Der direkt am Bienenstand einsetzbare Schnelltest FASTest Bee 3T eröffnet neue diagnostische Möglichkeiten und wurde kürzlich auf den Markt gebracht.

Entwickelt wurde der Schnelltest für Bienenviren von Kerstin Seitz und Till Rümenapf, am Institut für Virologie der Vetmeduni, und der Firma Megacor mit dem Ziel, Imkern und Tierärzten ein günstiges und unkompliziertes Testsystem anzubieten. Der Virenschnelltest erlaubt erstmals die rasche und zeitgleiche Diagnose der Infektion mit dem Flügeldeformationsvirus (DWV), dem Sackbrutvirus (SBV) und dem akuten Bienenparalysevirus (ABPV).

FASTest Bee 3T: Ergebnisse am Bienenstand binnen weniger Minuten
Gegenüber den bisherigen labordiagnostischen Verfahren, die ein Einsenden der Proben nötig machten, ist der neu entwickelte FASTest Bee 3T eine deutliche Vereinfachung: Innerhalb von wenigen Minuten kann der Virusnachweis direkt am Bienenstand durchgeführt werden.

Der Testablauf beginnt mit dem Sammeln von fünf frischtoten Bienen, die in einem speziellen Einweg-Mörsergefäß aufgeschlossen werden. Nach Hinzugabe einer Pufferlösung werden drei Teststreifen in das Gefäß gestellt und nach höchstens zehn Minuten abgelesen. Wie beim COVID-Test erscheint bei korrekter Anwendung auf jedem Teststreifen eine Kontrolllinie und im positiven Fall eine spezifische Nachweislinie.

Innovation für die Bienengesundheit
„Der FASTest Bee 3T ist ein innovativer Beitrag aus der Veterinärmedizin zur Verbesserung der Bienengesundheit, denn er ermöglicht, die gute imkerliche Praxis mit objektiven Testergebnissen zu unterstützen, direkt vor Ort, bei geringem Aufwand und Kosten“, erklären die Test-Entwickler.

Die mit dem Schnelltest nachweisbaren Erreger DWV und SBV sind eng an das Vorkommen der Varroamilbe gekoppelt, denn die Milbe vermehrt sich in den Brutzellen der Honigbiene und infiziert dabei die Larven, die meist vor dem Schlupf abstreben. Passiert dies im Herbst, fehlen die für das Überwintern wichtigen Winterbienen und das gesamte Volk geht unter. „Gefährlich ist daher die Kombination aus Bienenviren und Varroamilben“ warnt Kerstin Seitz und ergänzt: „mehr Viren bedeuten auch mehr Milben“. Diesen Zusammenhang nützt der FASTtest Bee 3T, um mit Hilfe der Virusnachweise frühzeitig einen gefährlichen Befall mit Varroamilben zu bestimmen. Gegen Milben kann der/die Imker effektive Maßnahmen ergreifen, wenn dies rechtzeitig erfolgt. In der Praxis kommen die Maßnahmen allerdings oft zu spät, weil man die tatsächliche Milbenbelastung unterschätzt hat.

Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien

Uni Hohenheim: Fleisch und Eier – Zweinutzungshühner schmecken besser

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Kein „Entweder-Oder“, sondern „Und“ − Zweinutzungshühner liefern sowohl aromatisches Fleisch als auch wohlschmeckende Eier, so eine Studie mit Beteiligung der Uni Hohenheim.

Zweinutzungshühner erfahren seit dem Verbot des Kükentötens im Januar 2022 in Deutschland besondere Aufmerksamkeit. Bei ihnen können sowohl die Eier, als auch das Fleisch genutzt werden. Zweinutzungshühner sind eine ethische Alternative, aber wie sieht’s mit dem Geschmack aus? Im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universität Hohenheim in Stuttgart unter Leitung des Naturland-Verbandes Baden-Württemberg waren Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heilbronn aufgerufen, die sensorischen Eigenschaften von Fleisch und Eiern aus ökologischer Produktion zu beurteilen. Dafür haben sie im Sommer 2023 Aussehen, Geschmack und Geruch mehrerer Linien von Zweinutzungshühnern analysiert, verkostet und systematisch bewertet. Auch wenn die Testenden Unterschiede sowohl zwischen den verschiedenen Linien als auch zwischen den einzelnen Teilen – Brust, Schlegel, Flügel oder Sud – feststellten, lautete ihr Gesamturteil „Zweinutzungshühner schmecken besser!“.

Der Appetit auf Geflügelfleisch ist groß: Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurden 2022 in Deutschland 11,4 Kilogramm Geflügelfleisch pro Kopf verzehrt. Aber auch Eier erfreuen sich einer großen Beliebtheit: Der Pro-Kopf-Verbrauch, inklusive verarbeiteter Produkte wie beispielsweise Backwaren, Nudeln und Fertigmahlzeiten, lag 2022 bei 230 Stück.

„Lieferte früher das klassische Landhuhn sowohl Eier als auch Fleisch, hat die große Nachfrage zu einer Trennung der verschiedenen Zuchtlinien geführt“, erklärt Prof. Dr. Lukas Kiefer vom Naturland-Verband Baden-Württemberg e.V. „Während die Lege-Linien darauf gezüchtet wurden, viele und große Eier zu legen, sollen die Hühner der Mast-Linien möglichst schnell viel Fleisch ansetzen.“

Die Folge: Männliche Küken von Legehennen wurden lange Zeit bereits am ersten Lebenstag getötet – sie legen keine Eier und liefern in der Mast zu wenig und nicht zufriedenstellendes Fleisch. Zwar gibt es seit 1. Januar 2022 in Deutschland das Verbot, frisch geschlüpfte Küken zu töten, allerdings gibt es viele Schlupflöcher, weiß Prof. Dr. Kiefer: „Uns erreichen immer wieder Berichte darüber, dass die Brut ins europäische Ausland verlagert wird, wo Küken noch getötet werden dürfen.

Alternative zum Kükentöten
Für die Umsetzung des Verbotes schlägt das BMEL drei Alternativen vor. So können bei den Lege-Linien die männlichen Küken aufgezogen und als sogenannte „Bruderhähne“ vermarktet werden. Aufgrund der geringeren Fleischqualität und der höheren Kosten stellt dies für die Betriebe jedoch einen Wettbewerbs-Nachteil dar. Alternativ kann durch das sogenannte In-Ovo-Sexing, also die Geschlechtsbestimmung bereits im Ei, verhindert werden, dass männliche Küken überhaupt ausgebrütet werden – ein Lösungsansatz der in der konventionellen Geflügelbranche derzeit überwiegt und auch von manchen Bio-Eier-Erzeuger:innen als sinnvolle Option betrachtet wird.

Doch vor allem von Öko-Verbänden wird die Geschlechtsbestimmung im Brutei aus ethischen Gründen abgelehnt. Sie setzen verstärkt auf die dritte Option: sogenannte Zweinutzungshühner. Gemeint ist damit der Einsatz der Hennen zum Eierlegen und der Hähne zur Fleischerzeugung. Doch „Zweinutzungshühner haben einen Nachteil: Sie können zwar sowohl Eier als auch Fleisch liefern, bleiben in ihrer Leistung aber rund 20 Prozent unter den etablierten Lege- und Mastlinien“, sagt Prof. Dr. Kiefer. „Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder.“

Noch kein Markt für Zweinutzungshühner in Baden-Württemberg
Derzeit halten und vertreiben nur wenige Pionierbetriebe in Baden-Württemberg solche Tiere. „In Baden-Württemberg gibt es derzeit keinen Markt für Zweinutzungshühner“, beschreibt Dr. Beate Gebhardt vom AK BEST der Universität Hohenheim. Abhilfe schaffen will hier das Projekt „Zweiwert“. Gemeinsam mit weiteren Partner:innen wollen der Naturland-Verband und die Universität Hohenheim ein regionales Netzwerk schaffen, um die Wertschöpfungskette „Zweinutzungshuhn“ in Baden-Württemberg aufzubauen.

Denn oft sind die bestehenden Produktions- und Lieferstrukturen noch nicht ausreichend. Vielfach scheitere die Vermarktung an ganz banalen Dingen, beschreibt Prof. Dr. Kiefer: „So können Zweinutzungshühner in gängigen Schlachtbetrieben oft nicht verarbeitet werden, weil die Schlachtlinien nicht auf ihre Größe ausgelegt sind.“

„Aber auch der Großteil der Verbraucher:innen kann mit dem Begriff ‚Zweinutzungshuhn‘ nicht viel anfangen“, erklärt Dr. Gebhardt. Damit steht die Vermarktung von Zweinutzungshühnern vor großen Herausforderungen: „Da die Produkte noch wenig bekannt sind, ist eine effektive Kommunikation zu Werten wie Nachhaltigkeit und Tierwohl wichtig.“

Produktqualität erlebbar machen
Die Kritik an der heutigen Geflügelhaltung und zunehmende Ansprüche führten dazu, dass Verbraucher:innen immer mehr Wert auf die biologische Qualität und eine regionale Herkunft der Produkte legten. Dabei zeigten sich bestimmte Käuferschichten auch bereit, mehr Geld für Eier und Fleisch von Zweinutzungshühnern zu bezahlen.

„Das allein wird allerdings nicht ausreichen. Wichtig ist es auch die Konsumierenden von der Qualität der Produkte zu überzeugen“, fährt Dr. Gebhardt fort. „Studien zeigen, dass der Genuss bzw. der Geschmack häufig an erster Stelle beim Kauf von Lebensmitteln stehen. Ein als angemessen empfundener Preis gibt dann oftmals den letzten Ausschlag.“

Ein entscheidender Ansatz ist es also, das Produkt für die Konsumierenden erlebbar zu machen. Wer die Hintergründe kennt und Gelegenheit hatte, sich von der Qualität zu überzeugen, der wird bewusster einkaufen und auch höhere Preise akzeptieren, so die Erwartung der Projektbeteiligten.

Aromatischer Geschmack – auch ohne Salz und andere Gewürze
Mit der Aufgabe innovative Vermarktungsstrategien für Zweinutzungshühner zu entwickeln, beschäftigten sich im Sommer 2023 auch Studierende der Fachrichtung Food Management der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Im Rahmen eines Praxisprojektes waren sie aufgerufen, sowohl Fleisch als auch Eier von Zweinutzungshühnern blind zu verkosten und zu bewerten.

Im Test waren vier Linien von Zweinutzungshühnern aus ökologischer Produktion sowie Hühner bzw. Eier aus dem Supermarkt zum Vergleich. Anhand eines mehrteiligen Fragebogens beurteilten die Studierenden die sensorischen Eigenschaften wie Aussehen, Geschmack und Geruch von Brust, Flügel und Schlegel sowie vom Sud und den Eiern.

Auch wenn es sich nur um einen ersten Test handelt, an dem nur wenige Personen teilnahmen, lässt sich das allgemeine Urteil kurz zusammenfassen: „Zweinutzungshühner schmecken besser!“ Obwohl ohne Salz oder andere würzende Zutaten gekocht, konnten sie vor allem durch ihr Aroma überzeugen. Sollten sich diese Ergebnisse in weiteren Tests bestätigen, könnten Zweinutzungshühnern von den Verbraucher:innen stärker akzeptiert werden und zu deren weiteren Verbreitung beitragen.

HINTERGRUND: Projekt ZweiWert
Im Rahmen der Europäische Innovationspartnerschaften (EIP) fördern die Europäische Union (EU) und das Ministerium für Ernährung, ländliche Räume und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) das Projekt „Aufbau von Wertschöpfungsketten für Zweinutzungshühner in Baden-Württemberg“ (ZweiWert) von 01/2022 bis 12/2024. Unter der Leitung des Naturland-Verbandes Baden-Württemberg e. V. befassen sich mehrere Fachgebiete der Universität Hohenheim sowie weitere Partner:innen aus der landwirtschaftlichen Erzeugung und Vermarktung mit dem Aufbau einer Wertschöpfungskette zu Zweinutzungshühnern in Baden-Württemberg. Dabei möchten sie alle Stufen von der Züchtung bis zur Vermarktung im Dialog unterstützen, um so ein Angebot von Zweinutzungshühnern aus bäuerlicher Züchtung und Haltung mit sich daran anschließender regionaler Verarbeitung und Vermarktung zu schaffen.

Weitere Infos: https://www.zwei-wert.de

Quelle: Universität Hohenheim

Schluckimpfung gegen Ileitis: Gesunde Schweine sind die Basis

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Auseinanderwachsen, dünner Kot – das sind typische Symptome für die Darmerkrankung Ileitis. Gerade in Zeiten mit hohen Futterkosten und bei Vermarktung über Haltungsstufe 3 und 4 sind die Betriebe alarmiert. Eine Impfung kann die Tiere schützen. Wie das schnell und sicher geht, hat Ralf Wülpern aus Rockstedt herausgefunden.

Ralf Wülpern aus Rockstedt, Landkreis Rotenburg (Wümme), hält 520 Sauen im 3-Wochen-Rhythmus und hat in einem weiteren Stall zusätzlich 2.700 Aufzuchtplätze. Er macht sich viele Gedanken um die Tiergesundheit und setzt gerne auf vorbeugende Maßnahmen. „Gesunde Schweine sind für uns elementar, sie sind die Basis unserer Vermarktungsstrategie. Wir halten Ferkel mit Ringelschwanz, weil wir auch an Mäster liefern, die für die Haltungsstufen 3 und 4 Strohschweine mästen und eine Vermarktung an Metzgereien betreiben. Der Ringelschwanz funktioniert nur bei ganz gesunden Tieren, die sich zudem wohl fühlen. Deswegen setzen wir neben ausgeklügeltem Futter mit viel Struktur schon lange auf umfangreiche Impfungen im Ferkelalter wie PRRS, Mykoplasmen und Circo“, so der Landwirt.

Doch trotz so gut geschützter Ferkel kann es Probleme geben. „Wir liefern unsere Ferkel an insgesamt 5 feste Mäster. Vor einiger Zeit fingen die Tiere bei einem Mäster plötzlich an mit Durchfall und bei einem anderen mit Auseinanderwachsen. Die Diagnostik dort vor Ort ergab dann Ileitis“, erinnert sich Ralf Wülpern. Die Darmerkrankung Ileitis ist sehr verbreitet. Der Erreger ist in nahezu jedem Stall vorhanden. Nicht nur die akute Form macht Probleme, sondern auch schon die subklinische Verlaufsform. Denn auch wenn sie keine Krankheitssymptome auslösen, haben die Lawsonien trotzdem einen großen Einfluss auf die biologischen Leistungen. Behandeln kann man die Ileitis mit Antibiotika, doch diese Therapie kann nur für den akuten Fall eine Lösung sein, denn sie schützt nicht die nachfolgenden Schweine. Für den dauerhaften Schutz über die gesamte Mastdauer gibt es die Schluckimpfung gegen Ileitis.

Impfung gegen Ileitis beugt vor
Deshalb startete der Mäster eine Woche nachdem er die 28 kg-Ferkel von Ralf Wülpern bekam, mit der Schluckimpfung gegen Ileitis. Doch das funktionierte nicht so gut wie erwartet, weil die Impfung offensichtlich zu spät kam. Tierarzt Sönke Hartjen, Vet-Team GmbH aus Vechta, erklärt warum: „Infektion und Impfung hatten sich zeitlich überlagert. Die Ferkel infizieren sich sofort beim Einstallen in die Mast, und wenn sie dann nicht geimpft sind, bricht die Erkrankung kurze Zeit später aus. Insofern muss die Impfung bereits in der Aufzucht rechtzeitig vor der Infektion erfolgen, damit die Ferkel spätestens zur Einstallung in die Mast eine belastbare Immunität ausgebildet haben.“ Deshalb wandte sich der Mäster an Ralf Wülpern. Für den Sauenhalter war sofort klar, dass er die Schluckimpfung in sein Tiergesundheitsmanagement integriert, obwohl eine sofort eingeleitete Diagnostik bei drei Altersgruppen seiner Ferkel noch keine Lawsonien nachweisen konnte. „Wir haben die Mäster informiert und alle waren sofort damit einverstanden, auch mit der finanziellen Beteiligung. Wir machen es immer so, dass alle Mäster auch alle Maßnahmen mittragen, das funktioniert gut.“

Schneller geht es mit der Ileitis-Pumpe
Die Schluckimpfung gegen Ileitis kann oral gedrencht oder über Trinkwasser oder Flüssigfütterung verabreicht werden. Die ersten zwei Durchgänge drenchte Ralf Wülpern mit seinem Team, was aber bei knapp 1000 Ferkeln alle drei Wochen sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Deshalb stellte Ralf Wülpern auf die Schluckimpfung via Trinkwasser um. Er nutzt dafür die Ileitis-Pumpe. Sie ist noch recht neu auf dem Markt. Eine Pumpe nur für die Ileitis-Impfung ist eine gute Lösung, da sie ausschließlich für den Impfstoff genutzt wird, sie ist nicht verunreinigt und daher in der Hygiene deutlich besser. Medikamentendosierer werden auch für Leitungsdesinfektion, orale Antibiotikagaben und sonstige Medikamente und für Säurezugaben genutzt, weshalb man sie sehr gut säubern muss, wenn man sie auch für den Impfstoff nutzen möchte. Schnell passieren sonst Fehler, und der Impfstoff kann nicht wirken. Die Ileitis-Pumpe braucht nur wenig Platz, sie wird einfach installiert, und sämtliches Material für den Einbau ist dabei. „Einmal eingebaut und auf den Wasserdruck eingestellt läuft sie ohne weiteren Aufwand“, so Tierarzt Sönke Hartjen. Damit die Ferkel zum Einstallen in die Mast eine Immunität aufbauen können, erfolgt die Impfung 2 Wochen vor Ende der Aufzucht. „Dieser späte Impfzeitpunkt ist für die beteiligten Betriebe ideal. Die Ferkel sind alt genug und stabil sowie impffähig und je später wir impfen, desto länger schützt die Impfung in der Endmast“, sagt Sönke Hartjen.

Mäster sehen Impferfolge
Ralf Wülpern ist bisher sehr zufrieden mit der Ileitis-Pumpe. „Wir haben sie jetzt seit einigen Wochen im Einsatz und nach anfänglichen Anpassungen läuft alles prima. Wir müssen jetzt nur noch einen knappen Liter Wasser vorbereiten, den blauen Wasserstabilisator Thiosulfat hinzufügen und dann die benötigten rund 1.000 Impfdosen hinzufügen. Dann ergibt alles zusammen 3 Liter Stammlösungsvolumen. Schließlich wird die Pumpe angestellt, damit sie innerhalb von 6 Stunden den Impfstoff in jedes Abteil transportiert. Nach 6 Stunden ist die Impfung beendet, ohne dass wir uns weiter kümmern müssen. Jedes Schwein hat dann seine Dosis aufgenommen. Die Pumpe ist sehr leicht zu bedienen und bringt die Impfung schnell und problemlos zum Tier“, zeigt sich Ralf Wülpern sehr zufrieden.

Die Mäster, die jetzt schon seit einem Jahr Ileitis-geimpfte Ferkel von Ralf Wülpern bekommen, sind mit dem Impfergebnis ebenfalls zufrieden. Das Auseinanderwachsen ist vorbei und auch die Darmstabilität ist besser geworden. Die Verkaufsgruppen sind einheitlicher und die Abteile 5 bis 7 Tage früher geräumt. Die Mäster möchten die Schluckimpfung gegen Ileitis auf jeden Fall beibehalten. Und auch Ralf Wülpern und Tierarzt Sönke Hartjen befürworten das. „Eine stabile Darmgesundheit ist die Basis für das tierische Wohlbefinden und für eine gute Futterverwertung. Speziell der letzte Punkt ist bei den derzeit ständig steigenden Futterpreisen auch ein Argument für die Schluckimpfung“, so Sönke Hartjen, „und mit der neuen Ileitis-Pumpe ist die Schluckimpfung einfach und schnell durchgeführt.“

Hntergrund
Ileitis – Nicht allein der Durchfall ist das Problem
Der Erreger der Ileitis verursacht verschiedene Krankheitsbilder. Manche führen zu schweren Verlusten, wie die akute Form der Ileitis, die sogenannte PHE (porzine hämorrhagische Enteropathie). Häufiger sind jedoch mildere Verläufe der Ileitis, die mit Durchfällen und Kümmern einhergehen (PIA: porzine intestinale Adenomatose). Die häufigste Verlaufsform in den Beständen ist jedoch die subklinische Ileitis (d.h. also ohne typische Anzeichen wie Durchfall), welche zu gravierenden Leistungsverlusten führt und damit zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen. Über den Kontakt mit Erreger haltigem Kot gelangt Lawsonia intracellularis in den Darm eines dann frisch infizierten Schweines. Dort sucht der Erreger zielstrebig die sogenannten Kryptepithelzellen der Darmschleimhaut auf, die durch Zellteilung für den permanenten Ersatz abgestorbener Darmschleimhautzellen sorgen. Die Darmschleimhaut verdickt sich, und in der Folge ist die Resorption von Nährstoffen aus der Nahrung gestört.

Dieser Beitrag erschien zuerst im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 5/23

Wie bleibt der Darm bei Puten gesund?

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Von Viola Erfkämper, LWK NRW

Ein gesunder Darm und eine optimale Fütterung von Puten sind die besten Voraussetzungen für eine ideale Nährstoffaufnahme und damit für hohe Leistungen und Wohlbefinden. Welche veterinärmedizinischen Aspekte sind beim Thema Darmgesundheit zu beachten und wie kann man Puten gesund und effizient füttern? Zu diesen Fragen informierten die Experten Dr. Ronald Günther (Fachtierarzt für Geflügel) und Dr. Hartmut Meyer (Moorgut Kartzfehn) in einer Online-Veranstaltung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Netzwerks Fokus Tierwohl.

Die Gemeinschaft der Mikroorganismen im Darm nennt sich Mikrobiom. Dazu gehören Symbionten (die „Guten“), Kommensalen (die „Neutralen“) und Pathogene (die „Schlechten“). Es handelt sich hierbei um eine Vielzahl unterschiedlicher Mikroorganismen, wie zum Beispiel Bakterien, Pilze, Viren und Einzeller. Das Mikrobiom, auch Darmflora genannt, entwickelt sich vom Eintagsküken zum erwachsenen Tier. Seine Zusammensetzung variiert je nach Darmabschnitt. Die Verweildauer des Futters im Verdauungstrakt ist beim Geflügel im Vergleich zu anderen Tierarten sehr kurz, daher unterscheidet sich auch die Zusammensetzung des Darmmikrobioms deutlich. Dr. Günther erklärte, dass die Bakteriengemeinschaft im Darm sinngemäß ein wichtiges Organ darstelle, dessen Gesundheit genauso wichtig sei wie die der anderen Organe.

Dysbiose durch Stress?
Wenn die Darmflora in ein Ungleichgewicht kommt, bezeichnet man dies als Dysbiose. Die Ursachen für die Entstehung von Dysbiosen sind vielfältig:


Zuerst erschienen im zweimonatlichen Hoftierarzt E-Magazin an. Zum kostenfreien Abo bitte einfach hier anmelden und dann den Link in der Bestätigungs-Mail anklicken. Anschließend den Artikel in der letzten Ausgabe weiterlesen:

 

Forschung am FBN wird Coverstory im Science Magazine

Nutztiere überraschen Wissenschaftler mit ihren komplexen Fähigkeiten

Wie empathisch sind eigentlich Nutztiere und wozu sind sie kognitiv in der Lage? Forschungsergebnisse der Verhaltensphysiologie am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) haben bereits in der Vergangenheit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nun war der Science-Journalist David Grimm zu Besuch und hat einen Artikel über die Verhaltensforschung am FBN veröffentlicht.

Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf hat in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft für Aufsehen gesorgt: das renommierte Science Magazin berichtet in der Titelgeschichte seiner aktuellen Ausgabe über die Verhaltensforschung des Instituts. Der Bericht „What are farm animals thinking? New research is revealing surprising complexity in the minds of goats, pigs, and other livestock“ beleuchtet u.a. die Forschung zu kognitiven Fähigkeiten und emotionaler und sozialer Intelligenz von Ziegen, Kühen und Schweinen. Auf fünf Seiten fasst der renommierte Wissenschaftsjournalist David Grimm die Eindrücke seines zweitägigen Besuchs in Dummerstorf zusammen und gibt Einblicke in die laufende Forschung am FBN und seine Bedeutung für die Haltung von Nutztieren.

„Wir arbeiten mit verschiedenen konzeptionellen Ansätzen“, sagt Prof. Birger Puppe, Leiter des Instituts für Verhaltensphysiologie am FBN und Professor für Verhaltenskunde an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock. „Wir haben festgestellt, dass Nutztiere Emotionen wie Freude, Angst und sogar Empathie empfinden können. Ihre kognitiven Fähigkeiten sind viel ausgeprägter, als wir uns bisher vorgestellt haben.“

Eine Zwergziege steht vor dem Lerncomputer am FBN.
© Nordlicht

Helfende Schweine und kluge Ziegen beeindrucken Science-Journalisten
Dieses noch wenig beachtete Feld der Nutztierforschung interessierte auch David Grimm. Der US-amerikanische Wissenschaftsjournalist, der bereits 2021 über die „Kuhtoilette“ am FBN berichtet hatte, erkor die Verhaltensforschung am FBN als Thema seiner Berichterstattung für „Science“ aus. Dafür recherchierte er im September 2023 zwei Tage vor Ort. Grimm hatte die Gelegenheit, die Tiere hautnah zu erleben und zu erfahren, wie smart und interaktiv Nutztiere sein können. Grimm zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen experimentellen Ansätzen und der Expertise des Instituts.

„Der Besuch am FBN war eine tolle Erfahrung“, so Grimm. „Es war spannend zu sehen, wie engagiert die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Arbeit sind und wie begeistert sie ihre Ergebnisse vermitteln können.“

So erlebte David Grimm unter anderem Schweine, die Artgenossen in Not halfen und diese befreiten. Die wissenschaftliche Veröffentlichung von FBN-Wissenschaftlerin Dr. Liza Moscovice dazu hatte im Sommer für große internationale Aufmerksamkeit gesorgt und faszinierte auch David Grimm bei seinem Besuch. Auch das Thema „Cow friends – Freundschaften unter Kühen“ wirkte nachhaltig auf Grimm. Annkatrin Pahl, die dazu am FBN promoviert, erläuterte das Konzept ihrer Arbeit, das zeigen soll, dass Kühe freundschaftliche Bande zu anderen Kühen knüpfen und sich „Freundschaft“ positiv auf das Wohlbefinden der Tiere auswirkt.

Einen Teil seines Besuchs verbrachte David Grimm im Ziegenstall, wo ihm Dr. Christian Nawroth und Dr. Jan Langbein die in der Kognitionsforschung eingesetzten Lerncomputer für Ziegen und ein Projekt zum Nachweis altruistischen Verhaltens bei Zwergziegen präsentierten. In dem Versuch halfen Ziegen Artgenossen, an Futter zu gelangen, auch wenn sie selbst keine Chance hatten, die Nahrung selbst zu fressen.

Erkenntnisse verändern Denkweise über Nutztiere
Die Tatsache, dass das FBN zur Coverstory im Science Magazine geworden ist, unterstreicht die Bedeutung der Forschungsarbeit des Instituts. „Die internationale Anerkennung und das Interesse an den Studien des FBN verdeutlichen, dass die komplexen kognitiven Fähigkeiten von Nutztieren zunehmend erkannt werden“, so Dr. Christian Nawroth, der am FBN zu Afrikanischen Zwergziegen forscht.

„In den vergangenen Jahrzehnten haben wir uns hauptsächlich auf die Produktivität und Effizienz von Nutztieren konzentriert“, betont FBN-Verhaltensbiologe Dr. Jan Langbein. „Wir müssen aber auch ihre geistigen und emotionalen Fähigkeiten berücksichtigen. Wir sind stolz darauf, dass unsere Forschung auf internationaler Ebene Anerkennung findet und dazu beiträgt, diese wichtigen Veränderungen in der menschlichen Einstellung gegenüber Nutztieren voranzutreiben.“

„Die Forschungsergebnisse des FBN und anderer Gruppen, die auf diesem Gebiet arbeiten, stellen das traditionelle Bild von Nutztieren als wenig anspruchsvolle, kognitiv und emotional einfache Tiere zunehmend in Frage und zeigen, dass z.B. Rinder, Schweine und Ziegen über erstaunlich komplexe emotionale und kognitive Fähigkeiten verfügen. Dieser neuen Erkenntnisse haben auch enorme Auswirkungen auf Fragen des Wohlbefindens und Tierschutzes sowie der artgerechten Haltung. Damit auf dem Titel des Science Magazine zu sein, freut uns außerordentlich und bestätigt uns in unserer Arbeit“, fasst Prof. Birger Puppe, Leiter des Instituts für Verhaltensphysiologie, zusammen.

Das FBN plant, die Ergebnisse der Studien in Folgeprojekten zu vertiefen und die Auswirkungen ihrer Forschung auf verschiedene Bereiche der Nutztierhaltung zu untersuchen.

Begleitend zu dem Artikel ist ein Podcast erschienen, der den Besuch Davis Grimms mit vielen Originalaufnahmen anschaulich zusammenfasst.

Zum „Science“ Magazine:
Das Science Magazine zählt zu den renommiertesten Fachzeitschriften im Bereich der Naturwissenschaften und deckt ein breites Spektrum an Themen von der Physik und Biologie über Chemie bis hin zu medizinischer Forschung und Umweltwissenschaften ab. Die On- und Offlinepublikationen des Magazins erreichen weltweit mehrere Millionen Leser.

Originalpublikation
„What are farm animals thinking? New research is revealing surprising complexity in the minds of goats, pigs, and other livestock“; Science Vol. 382, Issue 6675, Seiten 1103-1107
Veröffentlichungsdatum: 8.12.2023 https://www.science.org/content/article/not-dumb-creatures-livestock-surprise-scientists-their-complex-emotional-minds

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Roadmap zur Reduzierung des Antibiotikabedarfs

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„HealthforAnimals“ vertritt Entwickler und Hersteller von Tiergesundheitsprodukten, darunter Impfstoffe, Diagnostika, Parasitizide, Antibiotika, digitale Technologien und andere Instrumente, die die Gesundheit und das Wohlbefinden von Tieren fördern. Jetzt wurde der 2. Roadmap-Fortschrittsbericht veröfffentlicht. Als wichtigste Ergebnisse nennt die Organisation:

• 6,3 Milliarden in Forschung und Entwicklung investiert
• 71 neue Impfstoffe auf den Markt gebracht
• 28 neue Diagnosetools auf den Markt gebracht
• 1,9 Millionen Arzneimittelanwender wurden im verantwortungsvollen Umgang geschult
• Über 25 Millionen US-Dollar werden in Form von Veterinärstipendien und Forschungsstipendien bereitgestellt
• 93 neue wissenschaftliche Veröffentlichungen, die unser Verständnis von Krankheiten und AMR verbessern

Der Fortschrittsbericht zeige, im Rahmen einer „One Health“-Strategie, dass der Tiergesundheitssektor klare, messbare Maßnahmen ergreife, um eine verantwortungsvolle Nutzung und den Umgang mit Antibiotikaresistenzen zu fördern. Ein abschließender Fortschrittsbericht wird im Jahr 2025 veröffentlicht.

Die Roadmap 2023 zur Reduzierung des Bedarfs kann hier heruntergeladen werden.

Wiederkauen und Aktivität als Tierwohlindikatoren?

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Die digitale Überwachung der Milchkühe bietet viele Vorteile, nicht nur bei größeren Betrieben. Zahlreiche Systeme überwachen mit Sensoren die Aktivität, die Futteraufnahme, die Wiederkautätigkeit, Daten der Melkungen und das alles in Echtzeit, so dass die Daten sofort am Computer oder Smartphone ausgewertet werden können. Auf diese Weise möchte man Lahmheiten, Stoffwechselstörungen oder auch Fruchtbarkeitsparameter wie die Brunst frühzeitig erkennen und entsprechend managen. In den Melkrobotern werden schon viele Daten erhoben, die durch Sensoren am Tier (Pedometer am Fuß, Halsband mit Sensor, Ohrmarke mit Sensor) ergänzt werden. Bei der Brunst ist zum Beispiel die Aktivität erhöht und das Wiederkauen vermindert. Bei einer Lahmheit und weiteren Erkrankungen wiederum sinkt die Aktivität, und die betroffenen Kühe gehen aufgrund der Schmerzen seltener zum Melken. Natürlich ist die Nutzung der Daten und damit der Erfolg der Überwachung stark davon abhängig, wie der Landwirt mit den Daten umgeht und wie sie aufbereitet werden. Wer diese Sensoren nutzt, muss kontinuierlich dran bleiben, um Veränderungen schnell zu erkennen. Praktisch sind automatische Warnmeldungen bei Abweichungen von den Normalwerten, so dass einzelne Tiere schnell überprüft werden können.

Eine aktuelle Studie* hat sich mit genau dieser Thematik beschäftigt. Sie will die Zusammenhänge darstellen zwischen den Blut- und Milchparametern und denen der Aktivität und Wiederkautätigkeit. Die Datenerhebung fand über acht Monate auf zwei Fleckviehbetrieben mit Melkrobotern statt in Bayern. 95 Tiere waren in die Untersuchung einbezogen, die sich jeweils in dem Zeitraum 10. bis 30. Tag nach der Kalbung befanden. Die Tiere wurden klinisch untersucht, Blut- und Milchproben genommen sowie Daten zur täglichen Bewegungsaktivität und zur Wiederkautätigkeit erfasst. Die Blutproben wurden auf den Gehalt an freien Fettsäuren und Haptoglobin untersucht, die Milchproben auf die Inhaltsstoffe Fett, Eiweiß, Harnstoff, Laktose, Azeton, NEFA, BHB sowie auf den Gehalt somatischer Zellen.

Erhöhte NEFA-Konzentrationen im Blut gingen mit einer geringeren täglichen Aktivität der Tiere einher. Tiere mit höheren Laktose-Gehalten in der Milch zeigen eine höhere tägliche Aktivität. Höhere Hp-Konzentrationen im Blut zeigen eine geringere Wiederkauaktivität an. Höhere Harnstoff-Gehalte in der Milch zeigen längeres tägliches Wiederkauen an.

Die Forscherinnen und Forscher rund um Franziska Hajek kamen zu dem Schluss, dass Mithilfe der Messung der Aktivität und der Wiederkautätigkeit eine frühzeitige Erkennung von Veränderungen im Verhalten möglich ist. Ursachen dafür sind häufig beginnende subklinische Gesundheitsstörungen. Beide Parameter sollten als Indikatoren in das Monitoring eines präventiv ausgerichteten Tiergesundheitsmanagements aufgenommen werden, um Auffälligkeiten frühzeitig festzustellen und klinischen Erkrankungen vorzubeugen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonen aber auch, dass die Messungen unspezifisch sind und unbedingt eine klinische Untersuchung und Therapie des betroffenen Tieres erfordern.

Wichtig: Die Sensoren und die Auswertung der Daten dienen Landwirt und Tierarzt als Unterstützung und ersetzen nicht die tägliche Betreuung und Beobachtung der Tiere!

Studie: Hajek, Franziska et al. (2023): Nutzung von täglicher Aktivität und Wiederkautätigkeit als Indikatoren im Tiergesundheitsmonitoring von Milchkühen. Der Praktische Tierarzt 104, Heft 2/2023, S. 166-175.

Quelle: Dr. Heike Engels, Der Hoftierarzt

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 4/2023

Circo-Impfung von Boehringer Ingelheim wirkt zuverlässig gegen PCV2d

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Die Circo-Impfung von Boehringer Ingelheim zeigt seit Jahren sowohl unter Praxisbedingungen1 als auch in unzähligen internationalen Studien2 eine unverändert hohe Wirksamkeit gegen alle aktuell relevanten PCV2-Stämme im Feld. Der viel diskutierte Stamm PCV2d ist bereits seit Jahren die vorherrschende PCV2-Variante, gegen die die Circo-Impfung von Boehringer Ingelheim ebenfalls nachgewiesenermaßen zuverlässig schützt2.

Das porcine Circovirus hat viele Genotypen: PCV2a war bis zum Jahr 2000 der vorherrschende Genotyp. Seither sind auch PCV2b, PCV2c und aktuell vor allem PCV2d in den Beständen zu finden. Die Circo-Impfung von Boehringer Ingelheim weist eine starke Kreuzprotektion gegenüber PCV2d auf und schützt daher zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen.

Seit der Einführung der Circo-Impfung von Boehringer Ingelheim wurden weltweit mehr als 4 Milliarden Schweine erfolgreich mit diesem Impfstoff gegen PCV2 geschützt. Die Studien, die Praxiserfahrungen und die Zufriedenheit der Kunden beweisen es: Der Impfstoff wirkt und ist erfolgreich beim Schutz gegen PCV2!

Weitere Informationen unter:

https://www.tiergesundheitundmehr.de/15-jahre-bewaehrter-schutz-gegen-das-circovirus.pdfx

1 https://www.tiergesundheitundmehr.de/reproduktionsstoerungen-durch-das-circovirus-pvc2.pdfx;

https://www.tiergesundheitundmehr.de/15-jahre-bewaehrter-schutz-gegen-das-circovirus.pdfx

2 Friedrich et al., 2019.; Payne et al., 2016; Jeong et al., 2015; Opriessnig et al., 2014; Park et al., 2019

Dr. Kevin Kress: kevin_benjamin.kress@boehringer-ingelheim.com
Tel.: +49 (6132) 77-181179