KuhBlick GmbH: Milchkuhbetriebe unabhängig beraten

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Ganzheitlicher Fokus auf Tierernährung, Tiergesundheit und Betriebswirtschaft
Neu: QPlan bietet innovatives Beratungskonzept für ganzheitliche Optimierung

Seit Jahresbeginn erweitert Simon Epping das im nordrhein-westfälischen Isselburg ansässige Beratungsunternehmen KuhBlick GmbH. Mit mehr als 14 Jahren Berufserfahrung im Bereich des automatischen Melkens kümmert er sich um die Optimierung von Arbeitsroutinen und die Arbeitseffizienz u. a. von AMS-Betrieben.

Simon Epping erweitert seit Anfang des Jahres das Team von Kuhblick

Andre Hüting verantwortet als Mitinhaber einer Tierarztpraxis die Tiergesundheit, die Bestandsbetreuung und die neutrale Beratung im Bereich Kälberaufzucht.

Als Dritte im Team berät die Spezialistin für Tierernährung Annika Ehm die Betriebe zu allen Fragen der Rationserstellung und des Controllings. Dabei ergänzen sich die Experten entsprechend ihren speziellen Fachkenntnissen und Erfahrungen. Zudem kommt bei der Betriebsanalyse mit QPlan ein innovatives Beratungskonzept zum Tragen. In diesem werden Optimierungsvorschläge hinsichtlich Tiergesundheit, -ernährung, Melken und Arbeitsroutinen zusammengefasst und den Landwirten ausgehändigt. Darüber hinaus hat das Unternehmen permanent Zugriff auf die Labordiagnostik einer großen Fachtierpraxis am Niederrhein.

Potenziale erschließen und umsetzen
Das unabhängige Expertenteam von KuhBlick setzt auf die kompetente, neutrale und ganzheitliche Beratung von Milchkuhbetrieben. „Wir decken eine leistungsgerechte Tierernährung und eine ganzheitliche Herangehensweise an die Tiergesundheit, die Planung sowie die Umsetzung auf automatisches Melken und Füttern ebenso ab wie betriebswirtschaftliche und produktionstechnische Analysen. Zusätzlich bewerten wir Konzepte von Betrieben, die in die Automatisierung investieren wollen und begleiten die Umstellungsphase eng. Dabei arbeiten wir – anders als viele Tierernährungsberater – vollständig unabhängig, also nicht im Auftrag von Futtermittelanbietern“, skizziert Tierarzt Hüting das Konzept des Unternehmens.

Verbesserung der Arbeitswirtschaft
Neben der biologischen Leistungsfähigkeit der Tiere und dem finanziellen Potenzial der Betriebe gehören auch Analysen und Konzepte für die Verbesserung von Arbeitswirtschaft, Effektivität und Effizienz zu dem umfassenden Dienstleistungsangebot von KuhBlick. „Unsere Spezialisten sorgen mit strategischem und konzeptionellem Vorgehen dafür, dass die Potenziale der Betriebe in Sachen Optimierung der Milchproduktion erschlossen und gewinnbringend umgesetzt werden“, so Annika Ehm. Und Simon Epping ergänzt: „Sehr gerne stehen wir unseren Partnern und Kunden auch für Weiterbildungen im Rahmen von Workshops, Fachvorträgen und Schulungen rund um die moderne, tiergerechte und leistungsstarke Milchkuhhaltung zur Verfügung.“

Weitere Informationen zu KuhBlick finden Sie unter www.kuh-blick.de

Quelle: KuhBlick

Ausbreitung von Afrikanischer Schweinepest und Geflügelpest verhindern

Aufgrund des aktuellen Ausbruchsgeschehens der Afrikanischen Schweinepest sowie der Geflügelpest ist die Tierseuchenlage in Deutschland dynamischer denn je. Der Eintrag einer anzeigepflichtigen Tierseuche in den Tierbestand kann zu großen wirtschaftlichen Schäden in einem landwirtschaftlichen Betrieb führen. Betroffen sind auch Betriebe in der direkten Umgebung eines Ausbruchs. Um die Wahrscheinlichkeit eines Tierseucheneintrags in den Bestand zu verringern, ist ein gut durchdachtes Biosicherheitskonzept entscheidend. In diesem Kontext wird im Rahmen des ÖTiKliS-Projekts unter HSWT-Leitung von Professorin Eva bis zum 30.09.2024 eine anonyme Online-Umfrage durchgeführt.

Biosicherheitsmaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben optimieren
Die Umfrage soll Biosicherheitsmaßnahmen in Schweine und Geflügel haltenden Betrieben optimieren und damit die Ausbreitung von Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest und die Geflügelpest verhindern. Um gute und verlässliche Ergebnisse zu erzielen, benötigen die Forschenden Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für Entscheidungen bezüglich Haltungsformen und baulicher Maßnahmen für eine ökologische und Tierwohl fördernde Landwirtschaft. Im Tierseuchenfall entwickeln Verantwortliche daraus Strategien, die die Anforderungen der ökologischen Tierhaltung mit den gesetzlichen Vorgaben vereinen.

Maßnahmen zur Tiergesundheit und Regulierungen im Seuchenfall
Das Projekt „Ökologische Tierhaltung als Beitrag zum Klimaschutz – im Fokus von Tierkrankheiten und Tierseuchen (ÖTiKliS)“ https://www.hswt.de/forschung/projekt/2208-oetiklis beschäftigt sich mit verschiedenen Haltungsformen in Schweine- und Geflügelbetrieben. Dies geschieht unter dem Aspekt der Klimabilanz von landwirtschaftlichen Nutztieren sowie der Tiergesundheit und den Regulierungen im Seuchenfall. Im Vordergrund dabei steht die Entwicklung von Maßnahmen, die die Tiergesundheit sicherstellen und auch während einer Tierseuche eine optimale, ressourcenschonende Produktion in landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen.

Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Seminar: Wirtschaftlichkeit in der Mutterkuhhaltung am 28. 9.2024

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Mit Mutterkühen Geld verdienen – ist das überhaupt möglich? Ja, wenn man die wichtigen Dinge im Blick hat!

Um die eigene Mutterkuhhaltung wirtschaftlich zu gestalten helfen Ideen und Impulse von anderen Betrieben. In 16 Jahren Beratung habe ich erfolgreiche Betriebe im In- und Ausland kennengelernt. Es waren sehr und weniger profitable Betriebe darunter. Von allen kann man lernen. Obwohl, nein, weil Mutterkuhhaltung ein einfaches Produktionsverfahren ist, gibt es nicht das eine erfolgreiche Konzept, sondern viele unterschiedliche Wege. Erfolg ist so vielfältig wie die Betriebe, die Standorte und Rassen.

Diese Erfahrungen aus meiner Beratung gebe ich in diesem Seminar an Sie weiter:

• Wie Sie durch weniger Arbeitsaufwand die Wirtschaftlichkeit Ihres Betriebes langfristig steigern
• Die Futterkosten durch eine längere Weideperiode zu reduzieren
• Weidemanagement als Basis für quantitativ, qualitativ und günstiges Grundfutter
• Praktische Dinge, die den Alltag erleichtern (Zaunbau, Wasser, etc.)
• Zucht als Grundlage für hohe Fruchtbarkeit und funktionale Kühe
• Was eine gute Vermarktung ausmacht
• Wie Sie den Einsatz teurer Maschinen reduzieren können
• Was es für eine erfolgreiche Umstellung von Milchvieh auf Mutterkühe braucht

Anmeldung über Internetseite oder gruhn@stockmanship.de / Seminargebühr: 250€ incl. Mittagessen, plus MwSt.

Sollten Sie vorab am Stockmanship Intensivseminar (26./27. September – auch in Blankenförde) teilnehmen, zahlen Sie dafür auch nur 250€.

Quelle: Stockmanship Philipp Wenz

Kälberdurchfall häufig durch Koinfektionen verursacht

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Die Mutterschutzimpfung gegen Rota- und Coronaviren und E.coli sowie die Versorgung der Kälber mit hochwertigem Kolostrum ist die Basis, um Kälber vor Durchfall zu schützen. Zwar konnte eine Studie* nachweisen, dass der Erreger Cryptosporidium parvum ebenfalls häufig am Durchfallgeschehen beteiligt ist, doch besteht keine statistische Korrelation zwischen dem Auftreten von Durchfall und dem Nachweis von Crypto. parvum.

Die Studie*untersuchte 441 Kälberkotproben von 98 Rinderbeständen auf das Vorhandensein von Crypto. parvum. Bei 60,8 % der untersuchten Kälber und 92,9 % der Betriebe konnte Crypto. parvum nachgewiesen werden. Von diesen positiven Proben waren 43 % ausschließlich Crypto. parvum positiv, 36,7 % der Proben enthielten jedoch zusätzlich Coronavirus, Rotavirus und E. coli K99. Im Zusammenspiel mit bovinen Rotaviren, bovinen Coronaviren und E.coli K99 steigerten sich Durchfallintensität und -häufigkeit sowie die Kälberverluste.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen deutlich, dass der Schweregrad des Durchfallgeschehens bei Koinfektionen maßgeblich zunimmt im Vergleich zu Monoinfektionen. Deshalb macht es Sinn, gegen die wesentlichen Erreger zu impfen (bovine Rotaviren, bovine Coronaviren und E.coli K99), um die Konzentration spezifischer Antikörper gegen die betreffenden Erreger im Kolostrum zu erhöhen, um damit Koinfektionen vorzubeugen. Vermeidung durch Mutterschutzimpfungen ist auf jeden Fall zu empfehlen, aber auch Hygiene rund ums Abkalben sowie optimiertes Kolostrummanagement.

Weitere Informationen unter: https://www.vetmedica.de/mutterschutzimpfung

*Studie: Göhring, Franziska et al.: „Untersuchungen zur Häufigkeit von Cryptosporidium parvum bei Durchfallkälbern und der Einfluss von Koinfektionen auf das Durchfallgeschehen. Tierärztliche Umschau, 112-120 (2014)

Neues EUROSTARS-Projekt bewilligt: Verbesserte Phosphorverwertung und erhöhte Knochenstabilität bei Schweinen

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Das FBN startet gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen SUISAG, das Genetik für eine verantwortungsvolle und erfolgreiche Schweinehaltung anbietet sowie der Medizintechnikfirma PoroUS GmbH das innovative Projekt „Verbesserte Phosphorverwertung und erhöhte Knochenstabilität bei Schweinen“ (PigBoneS).

Das Ziel des Projekts ist die Auswahl und Züchtung von Schweinen mit optimierter Phosphorverwertung und gleichzeitig erhöhter Knochenstabilität. Letzteres wird durch das nicht-invasive POROUS 3D Ultraschallverfahren ermöglicht, das die präzise Messung von Knochendichte und -stabilität gewährleistet. Die Identifizierung relevanter genetischer Marker bildet die Grundlage für ein neues fortschrittliches Zuchtprogramm, mit dem bedeutende Fortschritte bei der Tiergesundheit und den Umweltwirkungen der Tierhaltung erzielt werden sollen.

Positive Auswirkungen optimierter Phosphorverwendung
Das Projekt bietet vielfältige positive Implikationen: Eine optimierte Phosphorverwertung kann zu einer besseren Knochenentwicklung und -stabilität führen, was das allgemeine Wohlbefinden und das Wachstum der Tiere fördert. Das POROUS Verfahren stellt eine wichtige diagnostische Grundlage zur Beurteilung der Knochen-gesundheit dar. Dr. Julia Eschenbrenner von POROUS kommentiert: „Wir sind sehr froh, in dieses Projekt mit zwei starken innovativen Partnern zu starten. Für POROUS bietet das Projekt die Chance, den Anwendungsbereich unserer Technologie zu er-weitern. Wir freuen uns, einen Beitrag zu Tierwohl und Umweltschutz zu leisten.“ Die AG Bildgebung, Simulation und Stimulation der Charité Universitätsmedizin Berlin von Prof. Kay Raum ist ebenfalls beteiligt, um Mikrostrukturanalysen und numerische Schallausbreitungssimulationen im Knochen durchzuführen. Der Ansatz zur Verbesserung der Schweinegesundheit adressiert auch effektiv das Problem der Beinschwäche der schnellwüchsigen Tiere in modernen Haltungssystemen.

PigBoneS verbindet Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit
Zudem reduziert eine effizientere Phosphorverwertung die Phosphorausscheidungen über die Gülle und damit die Umweltbelastung durch die Tierhaltung. Dies unterstreicht, dass Nährstoffeffizienz, Umweltschutz und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken miteinander verbunden sind. Mit der Konzentration auf eine Verbesserung der Phosphornutzung wird hier auf eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Lebensmittelproduktion hingearbeitet.

Eine verantwortungsvolle, nachhaltige Nutztierhaltung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der heutigen Landwirtschaft und Bioökonomie sowie ein wichtiger Aspekt von Ressourcenkreisläufen. Das Eurostars-Projekt „Verbesserte Phosphorverwertung und erhöhte Knochenstabilität bei Schweinen“ trägt dazu bei, diese Ziele zu erreichen.

Das Projekt wurde im Rahmen des Eureka Eurostars Netzwerkprogramms bewilligt und am 1.6.2024 begonnen. Das Netzwerkprogramm fördert grenzüberschreitende Innovationsprojekte und wird in Deutschland vom BMBF und in der Schweiz von Innosuisse unterstützt und gefördert.

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Tierseuchenbekämpfung am Rande der Eskalation

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ASP führt zu enormer personeller Belastung

Die aktuell prekäre Tierseuchensituation in Deutschland führt zu einer enormen personellen Belastung in Veterinärverwaltungen, Laboren und den zuständigen Stellen der Bundeswehr. Insbesondere angesichts der sich ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) macht die Bundestierärztekammer (BTK) erneut auf diese Problematik aufmerksam und warnt vor einer Eskalation.

„Die gegenwärtige ASP-Situation in den angrenzenden Bundesländern zu Polen und die ASP-Einträge in Schwarzwild und Hausschweinebestände in Hessen und Rheinland-Pfalz verlangen u. a. den Veterinärämtern höchste Einsatzbereitschaft ab, um den Seuchenzug einzudämmen, aufzuhalten und das Ziel der Seuchentilgung zu erreichen“, mahnt der BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Personelle Entlastungen sind unverzüglich sicherzustellen – sowohl in den Grenzbundesländern als auch in den Bundesländern mit Solitäreinträgen. Auch die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel in der aktuellen Phase der Ausbreitung ist zwingend erforderlich“, sagt Dr. Vogel.

Schon der Deutsche Tierärztetag 2018 forderte die Landesregierungen auf, länderübergreifende, verbindliche Leitlinien für die personelle Ausstattung der Veterinär- und Untersuchungsämter zu erarbeiten und deren Umsetzung durch die Länder vollständig zu finanzieren (Download Arbeitskreis 3: Amtstierarzt 2030). Es muss dafür Sorge getragen werden, dass die staatlichen Untersuchungseinrichtungen den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind, insbesondere durch eine angemessene Ausstattung mit qualifiziertem Personal.

Seit einigen Jahren breitet sich die ASP in Deutschland immer weiter aus und macht die Notwendigkeit, im Sinne einer erfolgreichen Tierseuchenbekämpfung zu handeln, nun deutlicher denn je.

Quelle: BTK

Am Ei erkennen, wie die Henne gehalten wurde: Wissenschaft präsentiert zuverlässige Nachweismethode

Stammt das Bio-Ei wirklich von einer Legehenne aus ökologischer Haltungsform? Diese Frage lässt sich mittels Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR-Spektroskopie) beantworten. Dazu werden Ei-gelb-Proben analysiert, deren Spektren wie ein Fingerabdruck großen Informationsgehalt liefern. Ein Abgleich mit charakteristischen Mustern je Haltungsform aus einer Datenbank mit Referenzspektren gibt Aufschluss über die tatsächliche Haltungsform – und das alles mit einer Messegenauigkeit von nahezu 100 Prozent.

Ein Forscherteam am DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V. in Quakenbrück hat dafür eine innovative Methode entwickelt: Mittels NMR-Spektroskopie ist künftig mit nur einer Messung eindeutig erkennbar, ob ein Ei wirklich von ökologisch gehaltenen Legehennen stammt. Hierfür haben die Forschenden rund 4.500 Eiproben untersucht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat das Projekt über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) gefördert.

Referenz-Datenbank mit KI aufgebaut
Zum Nachweis der Haltungsform haben die Forschenden aus den Eiern gewonnene Eigelb-Extrakt-Proben mittels 1H-NMR-Spektroskopie analysiert. Die so erzeugten Spektren bilden ein hochspezifisches Muster der Ei-Probe ab, quasi einen Fingerabdruck mit einem großen Informationsgehalt. Mithilfe multivariater Datenanalysen, maschinellem Lernen und KI haben die Forschenden für jede Haltungsform charakteristische Muster identifiziert und eine Datenbank sowie ein Authentizitäts-Modell aus diesen Referenzspektren erstellt. Durch den Abgleich des 1H-NMR-Spektrums von unbekannten Eigelb-Proben mit dem Modell aus Referenzspektren ist es ihnen gelungen, die tatsächliche Haltungsform nachzuweisen

Fast 100 Prozent Messgenauigkeit – auch Rasse ermittelbar
Das errechnete Modell für die Klassifizierung von Eiern aus konventioneller und ökologischer Haltung erreicht eine Genauigkeit von 99,9 Prozent, während sich die untersuchten Eier mit einer Genauigkeit von 97,1 Prozent den vier Haltungsformen zuordnen lassen. Zusätzlich ist es den Forschenden gelungen, die Rasse der Legehennen (Lohmann Selected Leghorn, Dekalb, Lohmann Brown, Sandys) mit einer Modellgenauigkeit von 98,4 Prozent zu ermitteln.

Nachweismethode für Handel und Verarbeitung
Nach Einschätzung der Forschenden bieten die Ergebnisse ein großes Potenzial in der Lebensmittelüberwachung, etwa im Verdachtsfall oder bei Stichprobenuntersuchungen für den Handel und den Verarbeitungsbereich. Unternehmen können entsprechende Analysen beauftragen und damit zuverlässig überprüfen, ob der Stempelcode auf der Eischale die Haltungsform der Legehennen korrekt angibt. Dies stärkt das Vertrauen in die Echtheit von Bio-Eiern und somit die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Bio-Eiern.

Partner für Weiterführung gesucht
Damit sich das Verfahren etabliert, müssen die Modelle mit weiteren authentischen Proben ergänzt werden und aktuell bleiben. Denn nur, wenn zusätzliche, teils noch nicht bekannte Einflussfaktoren wie etwa weitere Rassen und Futtermittel berücksichtigt werden, bleiben die Modelle aussagekräftig. Das DIL lädt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände zur Zusammenarbeit ein, um diese zukunftsweisende Analytik und ihre Anwen-dungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Die QS-Tiergesundheitsberatung: Projekt startet mit der Umsetzung

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• Testrechnungen erfolgreich ausgewertet
• Befunddatenberechnung im August löst noch keine verpflichtende Beratung für Schweinehalter aus
• Anmeldung für Berater zum 1. August möglich

Das Projekt zur Einführung einer verpflichtenden Tiergesundheitsberatung für schweinehaltende Betriebe mit Mängeln bei der Tiergesundheit startet zum 1. August im QS-System mit der Umsetzung. Nach einer Schulungsphase können sich nun die Berater bei der QS Qualität und Sicherheit GmbH (QS) anmelden. Sobald die Anmeldung der ersten Berater abgeschlossen ist, startet QS die auditrelevante Befunddatenberechnung. Die Auswertung der Befunddaten im August löst dementsprechend noch keine verpflichtende Beratung aus.

„Das Interesse aus der Branche ist groß,“ fasst QS-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs die letzten Monate zusammen. „Für die Schulungen der Auditoren und Berater haben wir außerordentlich wertvolle fachliche Unterstützung vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. sowie von den Tiergesundheitsdiensten Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen und der Tierärztlichen Hochschule Hannover erhalten. Auch das Interesse seitens der zukünftigen Beraterinnen und Berater war enorm hoch. Das zeigt uns deutlich, dass sich die intensiven Vorbereitungen gelohnt haben und wir für den Start des Projektes gut aufgestellt sind.“

Schulungen abgeschlossen
QS hat in den vergangenen Wochen in Zusammenarbeit mit Experten aus der Tiermedizin und der Beratung sowohl die Auditoren als auch die Berater für die zukünftige QS-Tiergesundheitsberatung geschult. Die letzten Zulassungstests sind in diesen Tagen abgeschlossen. Ab dem 1. August können sich alle Berater bei QS anmelden, die die Schulung erfolgreich abgeschlossen haben. Die zugelassenen Berater können dann von den betroffenen Tierhaltern als Berater ausgewählt werden.

Proberechnungen analysiert
Die Probeauswertung der sichtbaren relevanten Befunde vom 1. Mai 2024 hat QS analysiert und letzte Anpassungen vorgenommen. Rückmeldungen aus der Branche konnten berücksichtigt werden und haben dazu geführt, dass QS den Infobrief an die Landwirte noch einmal optimiert. So kann zukünftig der mögliche Beratungsbedarf besser erkannt werden.

Auditrelevante Befunddatenberechnung zum 1. November 2024
Sobald die Anmeldung der ersten Berater abgeschlossen ist, startet QS die auditrelevante Befunddatenberechnung zum 1. November 2024. Das Konzept sieht ergänzend zur Information über diese Tiergesundheitsdaten im nächsten Schritt ein Audit vor. Erst wenn in diesem Audit die Auffälligkeiten bestätigt werden, ist der Tierhalter zur Tiergesundheitsberatung verpflichtet.

Mehr Informationen zur QS-Tiergesundheitsberatung finden Sie hier.

QS Qualität und Sicherheit GmbH
Qualitätssicherung – Vom Landwirt bis zur Ladentheke.

Seit über 20 Jahren ist QS die Institution der Wirtschaft für die Sicherheit bei der Produktion von Lebensmitteln und Futtermittel. Das QS-System definiert die Anforderungen an Lebensmittelsicherheit und Qualitätssicherung lückenlos entlang der gesamten Wertschöpfungsketten für Fleisch, Obst, Gemüse und Kartoffeln. Alle über 180.000 Partner im QS-System lassen sich von unabhängigen Auditoren regelmäßig kontrollieren. Flächendeckende Monitoring-Programme und gezielte Laboranalysen flankieren die Qualitätssicherung. Die Produkte aus dem QS-System erkennt man am QS-Prüfzeichen. Es steht für sichere Lebensmittel, auf deren gewissenhafte und überwachte Herstellung sich alle Wirtschaftsbeteiligten, die Verbraucher und die Gesellschaft verlassen können.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Infektionsrisiko mit dem West-Nil-Virus in Deutschland

Forschende der Biogeografie der Universität Bayreuth haben das erste Modell entwickelt, das das räumliche und zeitliche Risiko einer Infektion mit dem West-Nil-Virus in Standvögeln, Zugvögeln und dem Menschen in Deutschland simuliert. Damit legen sie die Basis für ein Warnsystem für Krankheiten, deren Übertragung durch den Klimawandel beeinflusst wird.

Das von Stechmücken auf den Menschen übertragbare West-Nil-Virus (WNV) tritt seit langem im Südeuropa auf. Begünstigt durch den Klimawandel ist eine Übertragung auch in nördlicheren Gebieten möglich. In Deutschland wurden Krankheitsfälle beim Menschen erstmals 2019 registriert. Ein Modell, welches das Infektionsrisiko in Deutschland abbildet, kann als Warnsystem fungieren und dabei helfen, geeignete Präventionsmaßnahmen zu treffen und die ärztliche Differentialdiagnostik anzupassen.

Das WNV gehört zu den Flaviviren und wird von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. An Vögeln infizierte Mücken können das Virus auch auf Menschen übertragen. In Südeuropa kommt es schon seit langem im Sommer zu Ausbrüchen. Bisher waren die Sommertemperaturen in Deutschland durchgehend am Tag und in der Nacht nicht warm genug für eine Übertragung durch die weitverbreitete Gemeine Stechmücke. Seit 2019 sind allerdings auch in Deutschland Fälle von Infektionen beim Menschen bekannt sind. Das West-Nil-Fieber heilt meist ohne Komplikationen aus. Jedoch sind Spätfolgen bei Erkrankten, die Entzündungen des Gehirns entwickelten, häufig und Personen mit Vorerkrankung oder ältere Menschen können aufgrund des in das Nervengewebe eindringenden West-Nil-Virus sterben.

Oliver Chinonso Mbaoma, Dr. Stephanie Thomas und Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein vom Lehrstuhl für Biogeografie der Universität Bayreuth haben ein Modell entwickelt, mit dem das räumliche und zeitliche Infektionsrisiko mit dem WNV in Deutschland simuliert werden kann. Das Modell basiert auf Umweltdaten wie tägliche Temperatur und Niederschlag sowie epidemiologischen Daten und wurde anhand der menschlichen und tierischen WNV-Fälle der letzten fünf Jahre überprüft. Zudem bezog das Forschungsteam Eigenschaften der Moskitos und Vogelarten, die für die Übertragung des WNV besonders wichtig sind, in die Berechnungen mit ein.

Die Modellergebnisse bilden bisherige Gebiete mit WNV-Fällen gut ab und zeigen weitere Gebiete im Westen von Nordrhein-Westfalen, Ober- und Mittelrhein sowie einzelne Landkreise in Bayern auf, in denen eine Übertragung aus klimatischer Sicht von Juli bis Ende Oktober möglich wäre.

„Unsere Ergebnisse legen den Grundstein für ein Frühwarnsystem für Infektionskrankheiten, deren Übertragung durch die steigenden Temperaturen begünstigt wird. Das Modell kann dem öffentlichen Gesundheitsdienst dabei helfen, Präventionsmaßnahmen zu treffen. Zudem kann die Ärzteschaft anhand der Risikolage die Differentialdiagnostik anpassen“, sagt Thomas.

Die Forschungsarbeit wurde durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege über das Projekt BayByeMos (AP-2411-PN 21-14-V3-D22827/2022) im Rahmen des Verbundprojekts „Klimawandel und Gesundheit II“ (VKG II) gefördert.

Quelle: Universität Bayreuth

Süddeutsche Schweinefleischerzeugung – zukunftsorientiert, klimafreundlich, wirtschaftlich

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Im Rahmen der Projekte „SüdSchwein4Klima“ und „Netzwerk Fokus Tierwohl“ fand am 04. Juli in Ulm-Seligweiler eine gemeinsame Informationsveranstaltung statt, welche die Nachhaltigkeit der süddeutschen Schweinehaltung in den Mittelpunkt stellte, um diese zielgerichtet zu gestalten. Zu der hybriden Veranstaltung waren rund 60 Teilnehmende entlang der Wertschöpfungskette Schweinefleisch nach Ulm-Seligweiler gekommen. Etwa 40 weitere Teilnehmende verfolgten die Veranstaltung online. Vertreten waren Verbände, schweinehaltende Betriebe, Züchter*innen, der Viehhandel, Schlachtbetriebe, Hersteller*innen von Wurst- und Fleischwaren sowie Vertreter*innen aus Verwaltung und Politik.

Zum Auftakt der Veranstaltung wurden die beiden Projekte vorgestellt. Das vom BMEL geförderte deutschlandweite Verbundprojekt „Netzwerk Fokus Tierwohl“ verfolgt das Ziel bereits vorhandenes Fachwissen aus Wissenschaft, Forschung und Praxis zum Thema Tierwohl, Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu bündeln, aufzubereiten und in die Praxis weiterzugeben. Der Wissenstransfer wird von den Projektpartnern in verschiedenen Formaten umgesetzt.

Im Rahmen des EIP-AGRI Projektes „SüdSchwein4Klima“ hat sich eine operationelle Gruppe (OPG) gebildet, bestehend aus Partnern der land- und forstwirtschaftlichen Praxis, Forschungs- und Versuchseinrichtungen, Verarbeitungs- und Vermarktungsunternehmen sowie Verbänden und landwirtschaftlichen Organisationen in Bayern und Baden-Württemberg. Gemeinsam erarbeiten sie ein zentrales Nachhaltigkeitsmodul in der Informationsplattform Qualifood®, welches eine Nachhaltigkeitsbibliothek sowie einen Klima-Schnellcheck beinhaltet. Nutzer*innen insbesondere Landwirt*innen sollen somit eine einfache und sichere Möglichkeit haben, an Informationen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu gelangen. Der Klima-Schnellcheck ermöglicht eine erste Einschätzung hinsichtlich der Klimafreundlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe.

Qualifood® wird bereits jetzt von den meisten schweinehaltenden Betrieben in Süddeutschland genutzt. Die Integration eines solchen Moduls unterstützt daher die süddeutsche Schweinefleischerzeugung, sich klimafreundlich, tierwohlorientiert und wirtschaftlich zukunftsfähig auszurichten.

Einige Forschungsvorhaben und Maßnahmen für die Entwicklung einer nachhaltigen Tierhaltung im süddeutschen Raum und darüber hinaus existieren bereits. Das wurde durch die Fachvorträge zu verschiedenen Projekten deutlich. Hierzu referierten Professor*innen der Universitäten Hohenheim und Göttingen sowie Mitarbeiter*innen der LfL Bayern, der LSZ Boxberg, der Bodensee-Stiftung, des Fleischprüfrings Bayern e.V. sowie der Ringgemeinschaft Bayern e.V..

Alle Beiträge standen im Kontext einer nachhaltigen, kreislauforientierten Tierhaltung und zeigten die Komplexität der Nachhaltigkeitsthemen, die Zusammenhänge sowie die Herausforderungen und Möglichkeiten , die sich hieraus ergeben.

Angefangen bei der „Gestaltung einer tiergerechten Haltung“ nahm das Programm die zentralen Nachhaltigkeitsaspekte „Futtermittel und Fütterung“, „Wirtschaftsdüngermanagement“ sowie „Kommunikation innerhalb der Wertschöpfungskette“ in den Blick. Diese Aspekte sind wichtige Stellschrauben bei der Gestaltung einer nachhaltigen Schweinehaltung.

Die Vorstellung von zwei Erfassungsmethoden zur Klimawirkung, dem LfL Klima-Check sowie dem ACCT-Tool, welches von der Bodensee-Stiftung mitentwickelt wurde, rundeten das Programm ab. Neben informativem Input, bot die Veranstaltung ebenfalls die Möglichkeit zur Diskussion zu den vorgestellten Inhalten.

Nähere Informationen zu dem Projekt „Netzwerk Fokus Tierwohl“ finden Sie unter der QR-Code rechts.

Nähere Informationen zu dem Projekt „SüdSchwein4Klima“ finden Sie unter dem QR-Code links.

 

 

 

Das Projekt wird gefördert im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-AGRI). Die Projektförderung ist eine Maßnahme des Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014-2020 (MEPL III). Es wird durch das Land Baden-Württemberg und über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) finanziert.

OPG-Mitglieder:
▪ Schweinezuchtverband Baden-Württemberg e.V. (Leadpartner)
▪ Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg (LSZ Boxberg)
▪ Fleischprüfring Bayern e.V.
▪ Universität Hohenheim mit der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie
▪ Bodensee-Stiftung
▪ Müller Fleisch GmbH
▪ Süddeutsches Schweinefleischzentrum Ulm Donautal GmbH
▪ Ulmer Fleisch GmbH
▪ Bayerischer Bauernverband KdÖR
▪ Landesbauernverband in Baden-Württemberg e.V.
▪ Bioland Erzeugerring Bayern e.V.
▪ Raiffeisen Viehzentrale GmbH
▪ Erzeugergemeinschaft Südbayern e.G.
▪ Ringgemeinschaft Bayern e.V.
▪ Erzeugergemeinschaft Franken-Schwaben w.V.
▪ UEG Hohenlohe-Franken w.V.
▪ Bayerische Bauern Marketing GmbH
▪ 5 landwirtschaftliche Betriebe

Quelle: Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg – Schweinehaltung und Schweinezucht – (Landesanstalt für Schweinezucht – LSZ)