Der Circo-Impfstoff von Boehringer Ingelheim hat weltweit mehr als 4 Milliarden Schweine vor dem porcinen Circovirus (PCV2) geschützt

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Vor 15 Jahren gelang dem Impfstoffspezialisten Boehringer Ingelheim die bahnbrechende Entwicklung des ersten Ferkelimpfstoffes gegen das porcine Circovirus Typ 2 (PCV 2). Mit der im Jahr 2015 folgenden Zulassung zur Sauenimpfung ist der Impfschutz ergänzend zur bewährten Ferkelimpfung noch breiter aufgestellt. Der Circo-Impfstoff von Boehringer Ingelheim schützt seitdem zuverlässig den gesamten Bestand gegen alle aktuell vorkommenden PCV2-Stämme, und das unabhängig vom Niveau maternaler Antikörper.

Über 4 Milliarden Schweine wurden weltweit seit 2008 geimpft und konnten dank des Circo-Impfstoffes von Boehringer Ingelheim ihr volles Potential entfalten. Denn geimpfte Schweine weisen eine höhere Tageszunahme auf, haben Vorteile in der Futterverwertung und eine geringere Mortalität – das ist nicht nur wirtschaftlich attraktiv, sondern auch nachhaltig und dient dem Tierwohl.

Der Circo-Impfstoff von Boehringer Ingelheim gilt als zuverlässig wirksam und ist durch ein ölfreies Adjuvans besonders verträglich, bei schneller und langanhaltender Immunität. Der Impfstoff ist zudem mischbar mit den Boehringer-Impfstoffen gegen Mykoplasmen und PRRS. Die gemischte Einmalimpfung spart damit wertvolle Arbeitszeit und ermöglicht den Betrieben angepasste Impfkonzepte.

Der Circo-Impfstoff von Boehringer Ingelheim: Seit 15 Jahren einmalig beim Schutz gegen PCV2!

Weitere Informationen
Susanne Thyroff: susanne.thyroff@boehringer-ingelheim.com
Tel.: +49 (6132) 77-4661

Dr. Kevin Kress: kevin_benjamin.kress@boehringer-ingelheim.com
Tel.: +49 (6132) 77-181179

Tiergesundheit und Fitness bei Schweinen: Immer wachsam bleiben!

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Von Dr. Anja Rostalski, TGD Bayern e.V., Fachabteilung SGD

Eine gute Gesundheit ist unbestritten die Grundlage für das Wohlbefinden von Mensch und Tier. Tierhalter haben dafür zu sorgen, dass die elementaren Grundbedürfnisse der in ihrer Obhut befindlichen Tiere befriedigt werden. Dazu gehört auch, dass Tierhalter Schmerzen, Leiden oder Schäden z.B. durch Krankheiten von ihren Schützlingen fernhalten und sie zudem in der Lage sind, diese so frühzeitig zu erkennen, dass durch eine tierärztliche Behandlung auch eine vollständige Genesung möglich ist. Ein Großteil dieses Wissens wird Landwirtinnen und Landwirten bereits während ihrer Ausbildung vermittelt, der Rest ist Praxis, langjährige Erfahrung und Freude am Beruf. Eine regelmäßige „Fortbildungspflicht“ besteht bislang nicht.

Viele der aktuellen Fragen betreffen v.a. den Bereich Tierschutz, und hier gibt es auch die meisten Unsicherheiten. Themen wie Nottöten, Transport von Schlachtschweinen, Umgang mit kranken und verletzten Tieren, Saugferkelkastration oder Tierschutzindikatoren am Schlachthof sind dafür gute Beispiele. Hierzu wurden in den letzten Jahren Gesetze geändert, Verordnungen erlassen und Leitfäden erarbeitet, die natürlich rechtlich bindend und zu beachten sind. Dies bedeutet i.d.R. auch zwingend, dass bisherige Arbeitsgewohnheiten geändert werden müssen. Das gilt auch für den Bereich Tiergesundheit, denn auch hier hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Die 17. AMG-Novelle sowie die neue TäHAV und das neue Tierarzneimittelgesetz (TAMG) wurden von einer wahren Flut an neuen Impfstoffen und Impfprogrammen sowie neuen Auflagen begleitet, mit dem Ziel, v.a. den Einsatz von Antibiotika zu minimieren. Entsprechend groß ist das Angebot seitens der pharmazeutischen Hersteller, die Landwirte direkt auf einem Seminar von den gesundheitsprophylaktischen Vorteilen einer Vakzinierung zu informieren. Dabei handelt es sich aber nicht um eine reine Werbeveranstaltung, denn das Programm wird meist mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Krankheitsgeschehen oder anderen aktuellen Themen abgerundet. Im Anschluss gibt es Teilnahme-/ bzw. Fortbildungsbescheinigungen, die im Rahmen der Risikoanalyse zum Aktionsplan Kupierverzicht in der Checkliste zu Gesundheit und Fitness angegeben werden können.

Dem Schwanz- und Ohrenbeißen zuvor kommen
Akutes Schwanz- oder Ohrenbeißen kann jederzeit als Folge eines Krankheitsgeschehens bei Einzeltieren wie auch bei einer ganzen Tiergruppe auftreten. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Beurteilung der Tiergesundheit im Bestand nicht zu vernachlässigen. Dazu gehört schon die Wahrnehmung von z.B. herabgesetzter Aktivität, abnormes Liegeverhalten oder reduzierte Futter- und Wasseraufnahme (für letzteres ist die Installation einer Wasseruhr von Vorteil) der gesamten Tiergruppe. Das Beobachten und Auftreiben liegender Tiere hilft, gesundheitliche Probleme von Einzeltieren frühzeitig zu erkennen.


Zuerst erschienen im zweimonatlichen Hoftierarzt E-Magazin an. Zum kostenfreien Abo bitte einfach hier anmelden und dann den Link in der Bestätigungs-Mail anklicken. Anschließend den Artikel in der letzten Ausgabe weiterlesen:

 

Nistmaterial von Mauerbienen enthält Insektizid-Rückstände

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Der insektizide Wirkstoff Thiamethoxam ist in der EU und somit auch in Deutschland als Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen. Um jedoch Zuckerrüben vor Vergilbungsviren zu schützen, die von Blattläusen übertragen werden, erteilten sieben Bundesländer 2021 eine Notfallzulassung für Saatgut, das mit dem Stoff gebeizt, also ummantelt war. Diese Notfallzulassung war an die Bedingung geknüpft, dass ein Begleitmonitoring mit Honigbienen durchgeführt wird, um mögliche Nebenwirkungen auf Bienen zu dokumentieren.

Das Julius Kühn-Institut (JKI) hat dieses Monitoring gemeinsam mit dem Institut für Bienenkunde und Imkerei in Veitshöchheim und der Universität Hohenheim durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Fachjournal „Environmental Toxicology and Chemistry“ erschienen, die Studie wurde für den Titel der Mai-Ausgabe ausgewählt.

Da Zuckerrüben vor der Blüte geerntet werden, sind sie als Trachtpflanzen für Bienen nicht attraktiv. Ein mögliches Risiko geht aber von blühenden Beikräutern aus, die neben oder im Feld wachsen. Aus diesem Grund dürfen Landwirtinnen und Landwirte, die gebeiztes Zuckerrübensaatgut verwenden, Beikräuter nicht zur Blüte kommen lassen. Die untersuchten Honig-, Nektar und Bienenproben aus den Bienenvölkern sowie Pollen und Nesteingangsproben von Wildbienen-Niströhren waren frei von Rückständen. In 13 Prozent der Proben von Pollen und Bienenbrot der Bienenvölker und in einigen Proben der aus Erdschlamm gebauten Mittelwände der Wildbienen-Niströhren fanden sich jedoch Kleinstmengen von Thiamethoxam. Während die Rückstände in Pollen und Bienenbrot belegen, dass offensichtlich die blühenden Beikräuter im Zuckerrübenbestand nicht vollständig entfernt wurden, stammen die Rückstände in den Mittelwänden vom Feldbodenmaterial. Selbst wenn alle Auflagen der Notfallzulassung (wie das Entfernen von Beikräutern vor der Blüte) erfüllt worden wären, hätte dies eine Exposition des Bodens und des Nistmaterials also nicht verhindert. Ähnliches wurde bei dem hier untersuchten Wirkstoff bereits in vergleichbaren Studien beobachtet. Daher ist es wichtig, den in der Studie aufgezeigten Expositionsweg bei künftigen Forschungsarbeiten zu berücksichtigen. „Es hat sich aber herausgestellt, dass weder in einem akuten noch in einem chronischen Expositionsszenario ein Risiko für Honigbienen oder Wildbienen bestand“, fasst Dr. Richard Odemer vom JKI-Institut für Bienenschutz die Ergebnisse der Studie zusammen.

Zur Methodik
Die Untersuchung wurde an Feldern von mit dem Thiamethoxam-haltigen Mittel Cruiser 600 FS gebeizten Zuckerrüben in Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg durchgeführt. Gesammelt, beprobt und auf Rückstände untersucht wurden Matrizes direkt aus den Bienenvölkern (Nektar, Pollen, Bienen) sowie von den Feldern (Rübenblätter, Rübenschosser, Beikräuter). Insgesamt wurden 189 Proben von vier behandelten und drei unbehandelten Feldern genommen. Dabei zeigte sich, dass über blühende Beikräuter und den daraus gesammelten Pollen Kleinstmengen an Thiamethoxam in die Völker eingetragen wurden. Diese feldrealistischen Mengen wurden anschließend mit dem Risikobewertungstool BeeREX der US-Umweltagentur EPA analysiert.

Quelle: Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Tagung: Gesunde Lämmer auf sauberen Weiden – Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft für Praxis

Am 18.6.2023 von 9:00 bi 16:00 Uhr im Katharinasaal, Euro Forum,Universität Hohenheim

Vorstellung der Ergebnisse, die im Rahmen einer Zusammenarbeit für das EIP-AGRI Projekt Erzeugung marktgerechter Weidelämmer in Baden-Württemberg gewonnen werden konnten. Darüber hinaus werden aktuelle Themen zur Schafgesundheit und auch zum Bereich der Zucht und Zuchtoptimierung vorgestellt mit der Möglichkeit, diese zu diskutieren.

Programm und weitere Informationen

Tierversuche erfolgreich reduzieren: Das 3R-Prinzip in der Erforschung von Fischen

Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) nutzen verstärkt Zellkulturen, um Rückschlüsse auf die Folgen des Klimawandels zu ziehen

Laut der Tierversuchsstatistik werden Fische nach Mäusen als die zweithäufigste Tiergruppe in der Forschung verwendet. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Aquakultur und dienen auch als Modelltiere in verschiedenen Forschungsbereichen.

„Die Anwendung des 3R-Prinzips bedeutet Tierversuche zu reduzieren, zu verfeinern und zu ersetzen, um ethische Standards zu verbessern und den Einsatz von Tieren zu minimieren“, erläutert PD Dr. Bianka Grunow, Leiterin der Arbeitsgruppe „Wachstumsphysiologie der Fische“ am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf. Eine aktuelle Zustandsbewertung und Möglichkeiten zur Verbesserung des Fischwohls im Tierversuch wurde im Mai im Reviews in Fish Biology and Fisheries* veröffentlicht.

Die Arbeitsgruppe „Wachstumsphysiologie der Fische“ am FBN konzentriert sich daher auf drei Kernthemen, bei denen das 3R-Prinzip im Mittelpunkt steht: Die Analyse des Fischfilets, um Rückschlüsse auf die Qualität und die Gesundheit der Tiere ziehen zu können; die Entwicklung von Fischlarven, um Haltungsmethoden zu verbessern; und die Erforschung von Zellkultursystemen von Fischen. Während die ersten beiden Forschungsbereiche vor allem das Wohl der Tiere in Aquakultursystemen im Blick haben, zielt die Untersuchung von Zellkultursystemen darauf ab, Tierversuche an Fischen zu ersetzen und damit die Zahl der Tierversuche zu reduzieren.

Reduzieren, Verfeinern, Ersetzen – Ein Gewinn für Wissenschaft und Wirtschaft
Durch die Anwendung von Zellkultursystemen, die bereits in der Humanforschung Standard sind, sind viele herkömmliche Tierversuche in der Fischforschung überflüssig. Dieser Ansatz bietet nicht nur ethische Vorteile, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Effizienz der Forschung und zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der Umweltauswirkungen. Die Verringerung, Verbesserung und der Ersatz von Tierversuchen werden zunehmend in der Forschung, aber auch in Politik und Gesellschaft diskutiert.

„Obwohl Fische nicht über die gleiche Ausdrucksweise wie Säugetiere verfügen, ist es angesichts der hohen Anzahl an Fischen in Versuchen umso entscheidender, diese Wirbeltiergruppe grundlegend zu verstehen“, betont PD Dr. Bianka Grunow. Durch die Anwendung des 3R-Prinzips sowie den Einsatz moderner Technologien und innovativer Forschungsmethoden können Wissenschaftler zukünftig zunehmend komplexe Fragestellungen bearbeiten, ohne auf eine große Anzahl von Versuchstieren zurückgreifen zu müssen.

Untersuchung von Zellkulturen ermöglicht Erkenntnisse über den Klimawandel
Die Untersuchung von Zellkulturen ermöglicht auch grundlegende Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels. „Durch die Herstellung von Zellkulturen aus Fischgewebe und die Untersuchung der Zellen auf physiologischer Basis können wir beispielsweise Rückschlüsse auf die Auswirkungen steigender Wassertemperaturen oder verringerten Sauerstoffgehalts ziehen – und das ohne den Einsatz von Tieren“, erklärt PD Dr. Bianka Grunow. Die steigenden Temperaturen beeinflussen insbesondere in Flachwassergebieten, wie im Küstenbereich, die Überlebensfähigkeit der Fische und vor allem der Fischlarven. Zudem sind die Mengen an Schadstoffen in Küstengewässern höher. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Untersuchung von Zellkulturen können sowohl in der Aquakulturindustrie als auch für weitere ökotoxikologische Fragestellungen in der Forschung genutzt werden.

*Originalpublikation:
Status assessment and opportunities for improving fish welfare in animal experimental research according to the 3R-Guidelines
Reviews in Fish Biology and Fisheries, Published: 12 May 2023
https://doi.org/10.1007/s11160-023-09781-8
https://doi.org/10.3390/toxics9110286

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

StIKo Vet-Stellungnahme zur Impfung gegen Hochpathogene Aviäre Influenzaviren

Seit dem Jahr 2005 ist es in Europa in immer kürzeren Abständen zu Ausbrüchen hochpathogener, aviärer Influenza (HPAI) gekommen. Während die Ausbrüche in den ersten Jahren, bedingt durch Vogelzug, saisonal im Frühjahr und Herbst auftraten, zeichnet sich mittlerweile eine Enzootisierung in Wildvögeln und eine ganzjährige Übertragungsaktivität ab. Durch rigorose, klassische Tierseuchenbekämpfung ist es gelungen, Ausbruchsketten im Geflügelbereich zu unterbrechen. Dadurch wurden zwar auch Infektionen von Wildvögeln durch Rückübertragungen aus infiziertem Geflügel unterbunden, die Zirkulation der Viren in Wildvögeln lässt sich so aber nicht beeinflussen. Gerade in Bereichen der Geflügelwirtschaft, die strukturell Schwierigkeiten haben, ein ausreichendes Biosicherheitsniveau zu erreichen, führt der hohe Infektionsdruck aus der Wildvogelpopulation immer wieder zu Viruseinträgen.

Mit der vorliegenden Stellungnahme benennt die StIKo Vet verschiedene Aspekte, die es bei der Impfung gegen HPAI zu beachten gilt. Angesichts der Dynamik im Bereich der HPAI-Impfung kann eine abschließende Empfehlung derzeit nicht ausgesprochen werden. Die StIKo Vet behält sich daher vor, diese Stellungnahme kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu aktualisieren.

Download der Stellungnahme (PDF)

Quelle: FLI/DGfZ

Dr. Siegfried Moder neuer Präsident des Europäischen Tierärzteverbandes FVE

Bei der Frühjahrstagung des Europäischen Tierärzteverbandes FVE am vergangenen Wochenende in Zaječí (Tschechische Republik) wurde der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Siegfried Moder, zum neuen FVE-Präsidenten gewählt. Er ist damit der oberste Repräsentant der Tierärzteschaft in Europa und vertritt mehr als 300.000 Tierärztinnen und Tierärzte. Als Vizepräsidenten/-innen wurde sein Wunschteam bestehend aus Dr. Jane Clark (Vereinigtes Königreich), Dr. Massenzio Fornasier (Italien), Dr. Piotr Kwieciński (Polen) und Dr. Mette Uldahl (Dänemark) gewählt. Die Amtszeit des FVE-Boards läuft bis 2025. Moder wurde gemeinsam von Bundestierärztekammer (BTK) und bpt zur Wahl vorgeschlagen.

Die Tiergesundheit im Blick
In seiner ersten Amtszeit will Moder besonderen Fokus auf die Bekämpfung des Tierärztemangels in Europa legen. Außerdem geht es ihm um die Stärkung der Rolle der Tierärzte/-innen in Tiergesundheit und Tierschutz, z.B. durch eine europaweit einheitliche Umsetzung des EU Animal Health Law mit seinen Vorgaben für regelmäßige Tiergesundheitsbesuche. Ein wichtiger Punkt seiner Arbeit wird auch die Etablierung eines europäischen One Health-Dialoges sein. „Die erfolgreiche Prävention von Zoonosen und Arzneimittelresistenzen ist nur möglich, wenn wir uns auf Augenhöhe mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Human- und der Zahnmedizin austauschen und die Probleme gemeinsam angehen.“ so Moder.

Europäische Berufspolitik für Inhaber/-innen und Angestellte
Ein zusätzlicher Schwerpunkt seiner Arbeit bei der FVE wird darauf liegen, eine gemeinsame europäische Strategie zum Umgang mit Fremdinvestoren zu entwickeln. „Für die meisten Kleintier- und Pferdepraktiker in Europa ist das ein wichtiges Thema, dem wir mit Blick auf den Erhalt des freien Berufes Tierarzt Rechnung tragen müssen “, sagte Moder bei seiner Bewerbungsrede.

Besonders am Herzen liegt Moder die Beteiligung der jungen Tierärztegeneration an berufspolitischen Diskussions- und Entscheidungsprozessen. „Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass wir europaweit junge Menschen für unseren Berufsstand und die Berufspolitik gewinnen. Wenn wir weiterhin flächendeckend eine gute tierärztliche Versorgung anbieten wollen, müssen wir unseren Beruf weiterentwickeln und besonders für Berufsanfänger/-innen und angestellte Tierärzte/-innen attraktiver machen. Dazu gehört, sie an unserer berufspolitischen Arbeit zu beteiligen, ihre Ideen einzubinden und damit ihre Interessen zu wahren“ so Moder.

Aus Sicht des bpt besonders erfreulich ist, dass 22 Jahre nach dem Anfang des Jahres verstorbenen Ehrenpräsidenten Dr. Karlheinz Simon der bpt/ Deutschland wieder den europäischen Tierärztepräsidenten stellt.

Zur Person:
Dr. Siegfried Moder ist Rinderpraktiker und betreibt seine Praxis mit mehreren angestellten Tierärztinnen und Tierärzten in Bayern. Seit 2015 ist er bpt-Präsident, Mitglied des Präsidiums der Bundestierärztekammer (Ressort Praktische Berufsausübung) und des Vorstands des Bundesverbands freier Berufe (BFB). Seit 2019 war Dr. Moder FVE-Vizepräsident und Schatzmeister.

Quelle: bpt
Bild: vlnr: Dr. Piotr Kwieciński, Dr. Jane Clark, Dr. Siegfried Moder, Dr. Mette Uldahl,, Dr. Massenzio Fornasier (© bpt)

Hefen und Hefe-Produkte in der Geflügelernährung

Seit mehr als einem Jahrzehnt werden Hefe und Hefefermentationsprodukte in der Futtermittelindustrie verwendet, um das Wachstum und die Futtereffizienz von Nutztieren zu verbessern.

Shahna et al. schreiben in einer neuen Studie: „Hefe und Hefezellwandprodukte modulieren die Immunantwort des Wirts, verringern die Belastung mit Krankheitserregern und lindern die pathologischen Wirkungen von Darminfektionen beim Geflügel. Die Hauptwirkungsmechanismen von Hefe-Probiotika und -Präbiotika sind Konkurrenzausschluss und -antagonismus, Immunmodulation, Wirkung auf Verdauungsenzyme und direkte ernährungsphysiologische Vorteile.“

Allerdings seien nur wenige Hefearten wie Saccharomyces gründlich auf ihr probiotisches Potenzial untersucht worden. Neuartige probiotische Hefearten wie ganze Citristim-Zellen (Pichia guilliermondii) hätten kürzlich probiotische und präbiotische Eigenschaften gezeigt. Ein gründliches Verständnis der Geflügeldarm-Mikrobiota sei erforderlich, um maßgeschneiderte Probiotika und Präbiotika für Darmerkrankungen bei Vögeln zu formulieren. Hierzu seien weitere Untersuchungen nötig.

Hühner erwerben die Darmmikrobiota überwiegend aus der Umwelt und deshalb kann die Darmmikrobiota zum Nutzen des Wirts beeinflusst werden. Auch sei die Darmmikrobiota von Hühnern sehr kurzlebig, was den Spielraum für Manipulationen enorm erweitere schreiben die Forscherinnen.

Die Ergänzung von Hefezellen oder Zellwandprodukten bei Hühnern verbessert die Produktionsleistung: höhere Gewichtszunahme, Futterverwertung, Eigewicht, Fruchtbarkeit, Schlupffähigkeit und Schlachtkörperertrag belegten dies.

Die bioaktiven Bestandteile von Hefeprodukten beeinflussen die immunologische Reaktion und die Darmgesundheit bei Geflügel, halten die mikrobielle Homöostase des Darms aufrecht, fördern das Wachstum nützlicher Bakterien und verbessern so die allgemeine Gesundheit der Tiere. Außerdem kann Hefebiomasse auch als alternative Proteinquelle im Futter dienen.

Ganze Pichia guilliermondii-Hefezellen und Zellwandprodukte könnten als Nebenprodukte der kommerziellen Zitronensäureproduktion und Fermentation (z. B. Citristim) gewonnen werden, was wirtschaftlich sinnvoll sei.

Obwohl Saccharomyces die am besten erforschte und am weitesten verbreitete probiotische Hefe bei Geflügel ist, sollten andere Arten als Probiotika erforscht werden, fordern die Forscherinnen der University of Georgia, USA. „Ein tiefgreifendes Verständnis und eine Charakterisierung der Geflügeldarmmikrobiota wird bei der Entwicklung von Hefe-Probiotika helfen, die besser an die Vogelphysiologie angepasst sind.“

Die Originalstudie ist hier zu finden.

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2023

Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung: Initiative Tierwohl sieht Gefahr für Tierwohl und Verbrauchervertrauen!

* Ohne regelmäßige Kontrollen fehlt die Glaubwürdigkeit
* Gesamtkonzept zum Umbau der Tierhaltung fehlt noch

Die Initiative Tierwohl (ITW) sieht bei dem heute vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung erhebliche Mängel und meldet sich mit einem dringenden Appell zu Wort. Die Tatsache, dass im Gesetz keine regelmäßigen Überprüfungen in festgelegten Zeitabständen der Schweineställe vor Ort vorgesehen sind, gefährdet das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in das Engagement der Landwirte.

Nachbesserungen bei Kontrollen zwingend erforderlich
„An dieser Stelle muss dringend nachgebessert werden“, fordert Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl (ITW). „Eine staatliche Kennzeichnung von Haltungsformen, die zugleich keine regelmäßigen Kontrollen – zum Beispiel einmal im Jahr – vorsieht, ist eine Mogelpackung, die dem Verlangen der Verbraucherinnen und Verbraucher nach verlässlicher Information gar nicht nachkommen kann. Dazu kommt: Auch wenn die allermeisten Landwirte einen erstklassigen Job in Sachen Tierwohl machen, würden durch dieses Gesetz ausgerechnet jene wenigen profitieren, die die Anforderungen zum Wohl der Tiere nicht umsetzen und dadurch auch die Reputation der vielen gewissenhaft arbeitenden Berufskollegen gefährden.“
Gesamtkonzept fehlt – Lösung möglich

Da deutsche landwirtschaftliche Betriebe laut Gesetzesentwurf zur Teilnahme an der staatlichen Kennzeichnung verpflichtet sind, entsteht zudem ein Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Betrieben. Für diese ist die Teilnahme freiwillig. Fleisch aus dem Ausland muss also nicht gekennzeichnet werden.

„Das macht deutlich, dass am Gesamtkonzept noch gearbeitet werden muss“, erklärt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl (ITW). „Es kann nicht sein, dass wir für Deutschland in Sachen Tierwohl eine Insellösung mitten im europäischen Binnenmarkt bauen wollen. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten – dieses Prinzip muss auch in Sachen Tierwohl gelten. Eine Zusammenarbeit des Staates mit privatwirtschaftlichen Tierwohlprogrammen sollte hier eine Lösung sein. Diese privatwirtschaftlich organisierten Programme können im In- und Ausland für gleiche Bedingungen sorgen und zugleich das notwendige Vertrauen durch regelmäßige Kontrollen stiften. Eine Lösung ist sicherlich möglich, aber die Politik muss dafür jetzt dringend Farbe bekennen!“

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Vom Trog zum Teller – Warum sichere Futtermittel auch für die menschliche Gesundheit wichtig sind

Futtermittel und ihre Sicherheit sind Schwerpunkt des neuen „BfR2GO“-Wissenschaftsmagazins. Die 11. Ausgabe ist jetzt da.

Was Nutztiere über Futtermittel aufnehmen, kann über das Tier auch auf den Teller gelangen. Futtermittel müssen daher sicher sein und dürfen die Gesundheit von Tier und Mensch nicht beeinträchtigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet gesundheitliche Ri¬siken, die von Futtermitteln ausgehen können. „Ein wichtiger Aspekt ist die Entwicklung von Nachweismethoden und computergestützten Werkzeugen. Diese erlauben uns, unerwünschte Stoffe entlang der Warenketten zurückzuverfolgen. Zudem können wir damit den Übergang von unerwünschten Substanzen aus einem Futtermittel in Lebensmittel abschätzen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Zum Schwerpunktthema des neuen BfR2GO geh&ou ml;ren neben der Risikobewertung auch die Herausforderungen des globalen Futtermittelhandels sowie das Tierfutter der Zukunft.

Trotz aller Anstrengungen entlang der Warenketten kann Tierfutter hin und wieder mit uner¬wünschten Substanzen belastet sein, darunter Pflanzen-und Schimmelpilzgifte, aber auch Verunreinigungen aus der Umwelt. In Fütterungsstudien findet das BfR heraus, ob bestimmte Stoffe in tierische Lebensmittel übergehen. „Fehlen wichtige Daten, ist es unsere Aufgabe, die Wissenslücken zu schließen“, sagt Dr. Robert Pieper, am BfR zuständig für Themen rund um die Sicherheit in der Nahrungskette.

Außerdem befasst sich die neue Ausgabe mit Insekten in Lebensmitteln – für manche eine Alternative zu Fleischprodukten, für andere in Speisen kaum vorstellbar. Das BfR untersucht, ob beim Verzehr mit gesundheitlichen Einschränkungen zu rechnen ist. Auch rohe Lebensmittel und der richtige Umgang damit sind ein Heftthema sowie Gesundheitsrisiken, die von Nikotinbeuteln oder Menstruationswäsche ausgehen können.

Ob hormonell aktive Substanzen für eine vermeintliche Spermienkrise verantwortlich sein könnten, wird im Magazin ebenso beleuchtet wie mögliche Wege zu weniger Versuchstieren. In der Kontroverse „Auf Treu und Glauben“ geht es um das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung. Wir haben gefragt: Wie steht es um deren Ansehen?

Mit weiteren Themen rund um Vitamin C sowie die Wanderung von Stoffen aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel liefert das aktuelle Wissenschaftsmagazin BfR2GO wie immer kompakt und bis zum Rand gefüllt mit Wissen aktuelle und fundierte Informationen über die Forschung und deren Bewertung im gesundheitlichen Verbraucherschutz und zum Schutz von Versuchstieren. Jede Ausgabe stellt ein Thema aus einem aktuellen Arbeitsbereich des BfR in einem Schwerpunkt vor. Daneben gibt es Berichte, Interviews und Meldungen aus sämtlichen Arbeitsgebieten des BfR.
Die aktuelle Ausgabe erscheint im neuen Look sowie mit erneuerten Kapiteln und wie immer wahlweise in deutscher oder englischer Sprache. Das Magazin wird auf der BfR-Webseite veröffentlicht und kann von dort kostenlos heruntergeladen oder zum darin Blättern direkt bestellt werden.

Wer BfR2GO dauerhaft beziehen möchte, kann sich für ein unentgeltliches Abonnement anmelden.

Quelle: BfR