Potenziale von Roggen in Schweinefütterung wissenschaftlich belegt: „Reduzierte Salmonellengefahr und mehr Tierwohl!“

Reduzierte Salmonellengefahr in den Ställen, verbesserte Darmgesundheit, erhöhtes Wohlbefinden der Tiere und verringerter CO2-Ausstoß: Der verstärkte Einsatz von Roggen in der Schweinefütterung hat positive Effekte. Dies ist das Ergebnis des vierjährigen Forschungsprojekts „6-R-Konzept“. Die Wissenschaftler kommen zum Schluss, dass Roggen hohes Potenzial für eine nach-haltige und gesunde Schweinefütterung hat. Damit werden die Ergebnisse der ersten Feldstudie belegt.

„Roggen wird von den Tieren auch bei hohem Leistungsniveau in größeren Mengen akzeptiert. Ein hoher Anteil an Hybridroggen im Mischfutter kann dabei eine Salmonellenbelastung im Stall deutlich reduzieren“, erläutert Dr. Andreas von Felde, Leiter Produktmanagement Fütterung der KWS Lochow GmbH.

„Die Untersuchungen belegen, dass die hohen Anteile an wasserlöslichen Kohlenhydraten des Roggens am Ende des Verdauungstrakts von den Bakterien vermehrt zu flüchtigen Fettsäuren umgebaut wer-den. Das ist gut für die Darmschleimhaut und erschwert die Ansiedlung von Salmonellen“, erklärt Prof. Dr. Christian Visscher, Direktor des Instituts für Tierernährung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Darüber hinaus zeigen die Forschungsergebnisse, dass Roggen die Darmgesundheit der Tiere fördert und letztendlich zu höherem Wohlbefinden der Tiere und somit zu mehr Tierwohl führt.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), Dr. Henning Ehlers, bewertet die Studienergebnisse positiv: „Schweinehalter suchen neue Methoden, wie sie ihre Tiere gesund und nachhaltiger füttern können. Heimischer Roggen kann dazu erheblich beitragen.“ Er macht deutlich: „Roggenbetonte Futtermischungen können die CO2-Bilanz der Schweinehaltung verbessern. Hybridroggen verbraucht im Anbau gegenüber anderen Getreidearten weniger Dünger, Pflanzenschutz und Wasser und bietet so eine attraktive Alternative in der Fruchtfolge.“

An dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten und vom Saatguthersteller KWS initiierten Forschungs-projekt „6-R-Konzept“ mit dem Titel „Regionale Renaissance von Roggen und Raps zur Reduktion von Problemen in Pflanzenbau und Tierproduktion durch Reevaluation der Inhaltsstoffe und deren gezielte Nutzung zur Förderung des Umwelt-, Tier- und Verbraucher-schutzes“ war ein Forschungsverbund beteiligt. Neben der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Freien Universität Berlin und der Universität Bonn sowie KWS gehörten ihm der DRV sowie seine Mitgliedsunternehmen Raiffeisen Kraftfutterwerk Mittelweser Heide und Viehvermarktungsgemeinschaft Aller-Weser-Hunte an.

Eng verknüpft mit dem „6-R-Projekt“ ist das laufende Wissenschaftsprojekt „Rye-SaFe“. Dabei wird untersucht, ob sich die Salmonellenbelastung bereits in der Sauenhaltung und in der Ferkelproduktion durch eine roggenbetonte Fütterung reduzieren lässt. An diesem Projekt sind ein weiteres Mal Mitgliedsunternehmen des DRV ebenso beteiligt wie der Saatgutzüchter KWS, die Tierärztliche Hochschule Hannover sowie weitere Partner.

Quelle: Deutscher Raiffeisenverband e.V.

Lebenswichtiges Selen: Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel

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Von Prof. Dr. Rudolf Staufenbiel, Freie Universität Berlin, Klinik für Klauentiere

Die bedarfsgerechte Versorgung mit Selen hat eine herausragende Bedeutung für die Sicherung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Kälber, Jungrinder und Milchkühe. Zugleich gilt es auf Grund des toxischen Potenzials, Überversorgungen zu vermeiden. Doch warum ist Selen so wichtig für das Rind und wie sieht die optimale Versorgung aus?

Die gängigen Futtermittel für Rinder/Wiederkäuer sind überwiegend selenarm und decken den Selenbedarf nicht. Zur Beurteilung der nutritiven und metabolischen Versorgungslage mit Selen steht ein ausdifferenzierter Diagnosekatalog mit gesicherten Referenzwerten zur Verfügung. Darauf aufbauend können der Bedarf für eine Selenergänzung bestandsbezogen abgeleitet und die Einsatzeffekte kontrolliert werden. Zum Ausgleich des Selenbedarfes reicht in der Regel die Rationsergänzung mit einer anorganischen Selenverbindung. Eine Ausnahme bildet die Transitperiode. Zur optimalen Ausstattung der Selenreserven der neugeborenen Kälber scheint die Nutzung von organischen Selenverbindungen von Vorteil sein. Mit der Messung der Selenkonzentration in Blutplasma- oder Blutserumproben steht ein zuverlässiges Kontrollinstrument zur Bewertung des Handlungsbedarfes und zur Erfolgskontrolle in allen Haltungsstufen vom Kalb bis zur Milchkuh zur Verfügung.

Biologische Funktionen von Selen
Die essenzielle Bedeutung von Selen wurde erst 1957, die toxische Wirkung bereits 1937 erkannt. Das Spurenelement vollzieht seine physiologischen Stoffwechselfunktionen in enger Kooperation mit dem Mengenelement Schwefel. Beide Elemente haben nicht nur ähnliche Abkürzungen (Se und S), sondern sie verfügen über weitere Gemeinsamkeiten. Die für die Ausübung der biologischen Aufgaben von Selen zentrale Verbindung ist die Aminosäure Selenocystein. Sowohl die physiologischen Stoffwechselfunktionen von Selen sind von schwefelhaltigen Verbindungen als auch umgekehrt die Wirkungen schwefelhaltiger Enzyme von Selen abhängig.

Die vielfältigen biologischen Funktionen von Selen lassen sich vier Komplexen zuordnen: (1) Antioxidativer Stoffwechsel (Glutathionperoxidase-Familie GPx); (2) Thioredoxin-Redox-System (Thioredoxin-Reduktase-Familie TrxR), (3) Schilddrüsenhormonstoffwechsel (Iodthyronin-Deiodinase-Familie DIO), (4) Immunfunktion. Wichtig ist zu verstehen, dass für die einzelnen Aufgaben nicht nur eine bestimmte Substanz zur Verfügung steht, sondern sowohl innerhalb der genannten Familien eine Reihe an unterschiedlichen Selenverbindungen gleiche Funktionen erfüllen können und darüber hinaus auch außerhalb der Familien andere, selenunabhängige Stoffwechselwege selenabhängige Funktionen übernehmen können. Damit besteht ein Netz an Handlungsoptionen, um auf unterschiedliche Selenversorgungsgrade reagieren zu können.

Eine herausragende Bedeutung übernimmt Selen im antioxidativen Stoffwechsel (Glutathionperoxidase-Familie GPx). Das Leben basiert auf den Ablauf biochemischer Reaktionen in den Körperzellen. Es entstehen ständig eine kleine Anzahl an Molekülen mit einer freien Bindungsstelle (freies Elektron), sogenannte Radikale. Diese Radikale sind hochreaktiv mit einer Halbwertszeit von unter einer Sekunde, in der durch die chemische Reaktion mit einem anderen Molekül die freie Bindungsstelle (Elektronenpaarung) geschlossen wird. Diese Reaktionen laufen substratunspezifisch und ungeordnet ab und schädigen die Integrität der Zelle. Deshalb müssen die Radikale sofort gezielt abgefangen und „entgiftet“ werden. Eine hervorgehobene Gruppe unter den Radikalen bilden die radikalen Sauerstoffmoleküle. Sie entstehen in großen Mengen als Abfallprodukte während der sauerstoffverbrauchenden Energiegewinnung (aerobe Glykolyse) in allen Körperzellen. Eine zweite Gruppe mit einem hohem oxidativen Potential sind die Peroxide (-O-O-Bindung), mit dem bekanntesten Vertreter dem Wasserstoffperoxid (H-O-O-H). Die oxidative Wirkung der unterschiedlichen chemischen Moleküle kann summiert unter dem Begriff „oxidativer Stress“ zusammengefasst werden. Auf Grund der zentralen Bedeutung der zuverlässigen und dauerhaften Kontrolle der oxidativen Last für das Überleben, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit gibt es eine ganze Armee an Gegenmaßnahmen, das sogenannte antioxidative Potential. Diese Armee hat zwei Eliteeinheiten, die an vorderste Stelle die Hauptlast tragen und bei Bedarf von nachgeordneten Einheiten unterstützt werden. In wässrigen Lösungen innerhalb der Körperzellen ist es die selenhaltige Glutathionperoxidase, in den lipidhaltigen Zellmembranen das Vitamin E. Als nachgeordnete antioxidative Substanzen sind Vitamin C, Vitamin A, ß-Karotin, Bilirubin, Albumin, Haptoglobin, Coeruloplasmin zu nennen. Dieses tief ausdifferenzierte Netz der antioxidativen Kapazität erklärt, warum sich ein kurzzeitiger Mangel an Selen nicht unmittelbar in klinische Krankheitsanzeichen manifestiert. Es soll aber auch verdeutlichen, dass es langfristig besser ist, die dafür ausgebildeten Eliteeinheiten in den Kampf zu schicken. Deshalb kommt einer bedarfsgerechten Selenversorgung eine zentrale Bedeutung für die Sicherung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu.

Folgen einer Mangelversorgung
Die bekannteste Mangelerkrankung ist die Nutritive Muskeldystrophie (Weißmuskelkrankheit), bei der es zu einem Muskelzerfall mit Ausscheidung eines durch den freigesetzten Muskelfarbstoff (Myoglobin) rot verfärbten Harn kommt. Diese Erkrankung tritt erst bei einem sehr ausgeprägten Selenmangel (Blutplasmakonzentration unter 30 µg/l) in Kombination mit einem erhöhten Selenbedarf auf Grund eines intensiven Muskelwachstums auf.


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Aktuelles Interview: Geflügelpest – Quo vadis?

Der Winter 2021/2022 ist vorbei und damit auch das erneut sehr schwere Geflügelpestgeschehen. Ähnlich wie im vergangenen Winter waren wieder viele Geflügelbetriebe betroffen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) schätzt das Risiko von weiteren Einträgen in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln unverändert als hoch ein. Wie geht es also weiter mit der Geflügelpest? Haben wir nun in jedem Winter ein solches Ausmaß zu befürchten? Dazu haben wir Dr. Elke Reinking vom FLI befragt.

Frau Dr. Reinking, warum treten in den vergangenen Jahren die Geflügelpestfälle so vermehrt auf?
Seit 2006 kommt es immer wieder zu Ausbrüchen durch unterschiedliche Geflügelpestviren, in den letzten fünf Jahren traf es Europa besonders stark. Dies ist eine deutliche Veränderung der epidemiologischen Situation gegenüber den eher seltenen Ausbrüchen in der Zeit davor. Insbesondere die Zirkulation von Geflügelpestviren bei Wildvögeln und die mutmaßliche Verbreitung über große Distanzen durch den Vogelzug trugen dazu bei. Für die Ausbruchsjahre 2005/2006, 2014/15, 2016/2017 und 2020/2021 gehen wir wie nahezu alle wissenschaftlichen Arbeitsgruppen weltweit davon aus, dass die jeweiligen Geflügelpestviren durch Wildvögel stafettenartig nach Europa eingetragen wurden. Dies wurde durch zahlreiche Untersuchungen der Viren an verschiedenen Stationen auf dem Weg hierher bekräftigt.

Das aktuelle Geschehen beruht aber auf einer Änderung der Situation: Die Ausbruchswelle 2020/2021 in Deutschland/Europa kam erst im Sommer 2021 allmählich zur Ruhe, erlosch allerdings bei den Wildvögeln in Europa nie ganz. Über den Sommer meldeten vor allem die nordeuropäischen Länder immer wieder vereinzelt Fälle aus den Brutregionen von Wildgänsen und -enten, die in Deutschland an den Küsten überwintern. Damit hat das Geflügelpestgeschehen eine neue Qualität angenommen und eine ganzjährige Gegenwart von Geflügelpestviren im europäischen Raum erscheint durchaus möglich.

Wie soll es zukünftig im Umgang mit erkrankten Geflügel-Beständen weitergehen, wenn das Geflügelpest-Virus tatsächlich hier endemisch wird?
Im Falle einer endemischen Situation bei der Geflügelpest in Deutschland, also wenn die Infektion zeitlich unbegrenzt in einem bestimmten Gebiet bei Wildvögeln, insbesondere bei Wasservogelarten vorkommt, sollte neben der Option einer Impfung auch über strukturelle Anpassungen in der Geflügelproduktion diskutiert werden.


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Die Sau fiebert und lässt die Ferkel nicht mehr trinken: Was ist bei MMA zu tun?

Von Herbert Nehf und Katharina Weiß, BayWa AG

Sauenhalter kennen das Problem: Nach der Geburt verweigert die Sau das Futter, fiebert und hat nicht genügend Milch. Sie eitert aus der Scheide, das Gesäuge ist entzündet und als Folge kommen die Saugferkel zu kurz. Es handelt sich um MMA (M =Mastitis, M =Metritis, A =Agalaktie), eine klassische Faktorenkrankheit, die viele Ursachen haben kann. Die Erkrankungsrate ist in den einzelnen Betrieben sehr unterschiedlich und kann zwischen 5 und 20 % schwanken. In extremen Fällen können bis zu 80 % der Sauen betroffen sein. Häufig ist eine antibiotische Behandlung unumgänglich. Zur Vorbeuge wird eine Kombination von Fütterungs-, Hygiene- und Managementmaßnahmen empfohlen, die der betrieblichen Situation anzupassen sind.

Über die Fütterung soll im Wesentlichen eine Darmträgheit und damit eine Verstopfung verhindert werden. Zudem soll die Sau vor dem Risiko einer Harnwegsinfektion geschützt werden. Beide Ansätze sollen die Gefahren durch MMA-verursachende Toxine und pathogene Keime minimieren. Die Erreger können entweder direkt über den Darm in die Blutbahn gelangen oder über Kot ins Gesäuge eindringen und MMA auslösen. Außerdem verschlechtern die durch die Bakterien gebildeten sogenannten Endotoxine den Allgemeinzustand der Sauen. Hier die zwölf wichtigsten Punkte zur Vorbeuge rund um die Geburt:

Toxinlast: Die Basis für eine gesunde Ernährung sind hygienisch einwandfreie Rohstoffe. Das beginnt mit der Optimierung des Ackerbaus z.B. hinsichtlich der Fruchtfolge und des Pflanzenschutzes, um den Mykotoxin- und Keimbelastungen im Erntegut vorzubeugen. Die anschließende Reinigung und Konservierung der Ernte sichert die Qualität der Rohstoffe. Die weitere Optimierung der Lager- und Silohygiene bis hin zu automatischen Fütterungsanlagen tragen zu einer bestmöglichen, gesunden Fütterung bei.

Komponentenwechsel: Die Nährstoffuntersuchung der Futterkomponenten ist Pflicht, um bedarfsgerechte Rationen erstellen zu können. Um Verdauungsstörungen zu verhindern, sollte das jeweilige Futter für tragende und säugende Sauen bezüglich der eingesetzten Rohwaren abgestimmt sein. Das heißt: Jeder Rohstoff, der im Tragefutter eingesetzt wird, sollte im Laktationsfutter wiederzufinden sein, um die Darmflora über den Geburtszeitraum im Gleichgewicht zu halten. Ein Wechsel kann eine unkontrollierte Vermehrung schädlicher Keime zur Folge haben.

Futterkurve: Das Futterregime während der Tragezeit und kurz vor der Geburt ist entscheidend.


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Einladung zur 21. Bioland-Schweinefachtagung 2022 „Mit Bio-Schweinen anspruchsvoll nach vorn“ Am 07. und 08. Juni 2022 im Münsterland und online

Bei der ersten Schweinefachtagung in Präsenz seit mehr als zwei Jahren, werden spannende Themen von der Schweinehaltung und Fütterung über Stallbau und Auslaufnutzung bis hin zum Tiergesundheitsmanagement und der Marktentwicklung behandelt. Es gibt die Möglichkeit die großen Herausforderungen vor denen die Bio-Schweinehaltung steht, von Fachleuten einordnen zu lassen und mögliche Lösungen aufzuzeigen. Die 21. Bioland-Schweinefachtagung 2022 findet wie immer in bewährter Kooperation mit dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau statt.

Auf der einen Seite ist die Nachfrage nach Bio-Fleisch weiterhin hoch und die Bio-Schweineerzeugung und der Bio-Schweinemarkt bewegen sich langsam raus aus der kleinen „1 % Nische“. Die steigende Nachfrage nach Bio-Schweinefleisch – einhergehend mit einem deutlichen Anstieg der Erzeugerpreise, zeigt, dass immer mehr Verbraucher bereit sind, artgerechte Haltungssysteme und eine die Umwelt schonende Landwirtschaft auch finanziell zu honorieren.

Auf der anderen Seite verunsichern die knappe Versorgungslage im Futtermittelbereich, verbunden mit steigenden Preisen, die Bio-Schweinehalter. Der Krieg in der Ukraine hat Auswirkungen auch auf die Bio-Schweinehaltung – direkt in Form von deutlich gestiegenen Futterkosten, indirekt über die ungewisse Marktentwicklung. Wo wird sich der Futterpreis einpendeln, können Preissteigerungen durch höhere Erlöse kompensiert werden? Wird die positive Marktentwicklung im Bio-Schweinebereich anhalten? Die Planung der Baukosten spielen natürlich auch für die Wirtschaftlichkeit eine Rolle und müssen berücksichtigt werden, besonders bei Neueinsteigern. Dies alles sind Fragen, die sich im Bio-Schweinebereich tätige Landwirte, Berater und Vermarkter stellen und die wir im Rahmen der Bioland-Schweinefachtagung aufgreifen.

Weitere Informationen, das ausführliche Programm und einen Link zur Anmeldung finden sie auf der Bioland-Webseite.

Quelle: Bioland

Batai-Virus scheint endemisch in Deutschland bei Wiederkäuern

Das Batai-Virus kann verschiedene Vögel und Säugetiere einschließlich den Menschen befallen.

Es ruft beim Menschen ein Influenza-ähnliches Krankheitsbild mit Fieber hervor; die Infektion kann aber auch weitgehend symptomlos verlaufen. Ursprünglich stammt es aus dem südlichen und östlichen Asien. Das Virus wurde im Deutschland erstmal im Jahr 2009 nachgewiesen. In Europa sind Erkrankungen beim Menschen relativ selten. Es wird durch Stechmücken übertragen.

Nach der Virusentdeckung im Jahr 2009 gab es eine Untersuchung mit mehreren Betrieben in Sachsen-Anhalt, die in den Jahren 2013 bis 2016 an einem Screening auf das Batai-Virus teilnahmen, insgesamt mehr als 1300 Wiederkäuer-Blutproben wurden untersucht. Diese Betriebe wiesen damals hohe Antikörpertiter gegen das Batai-Virus auf. Ein Teil dieser Betriebe wurden im Jahr 2018 erneut untersucht*, um festzustellen, ob das Virus bzw. die Antikörper noch in den Herden zu finden ist. Insgesamt 325 Blutproben von klinisch gesunden Schafen, Ziegen und Rindern, die aufgrund anderer Untersuchungen anfielen, wurden auf das Batai-Virus analysiert. Die Proben stammten aus dem gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt. In den Proben wurde zwar erneut keine Virus-RNA gefunden, aber wieder Antikörper gegen das Virus. 41,4 % der Rinderproben, 16,5 % der Schafsproben und 18,3 % der Ziegenproben wiesen die Antikörper auf. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass das Batai-Virus mittlerweile endemisch in Sachsen-Anhalt ist, denn es ist auch in mehreren Mückenarten der Region dauerhaft vorhanden.

Mittlerweile konnte das Virus in Mücken bzw. Antikörper gegen das Virus in Wiederkäuern auch in weiteren Bundesländern nachgewiesen werden. Eine Klinik war bei Wiederkäuern bisher nicht nachweisbar, allerdings kann dies auch daran liegen, dass bislang keine offizielle Überwachung des Virus stattfindet und deshalb Klinik nicht mit dem Batai-Virus in Verbindung gebracht wird.

*Cichon, N. et al.: „Serological an molecular investigation of Batai Virus infections in ruminants from the State of Saxony-Anhalt, Germany, 2018.“ Viruses 13:370.

Quelle: Dr. Heike Engels

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2022. Für ein kostenfreies Abo bitte hier registrieren.

Schutz von Honigbienen mit Ameisensäure-Pads DBU-Projekt gegen Varroamilben – Weltbienentag 20. Mai

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Mit Blick auf den Weltbienentag am 20. Mai warnt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vor der prekären Lage der Honigbienen. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Honigbiene liegt in der Europäischen Union (EU) bei rund 22 Milliarden Euro jährlich. Doch zunehmend gefährdet Milbenbefall die Bienenvölker. Das Start-up-Unternehmen Interbran Nature aus Lingenfeld (Rheinland-Pfalz) will mit DBU-Förderung eine einfache und sichere Anwendung mit Ameisensäure-Pads entwickeln. Sie bekämpft die Varroamilbe effektiv, ohne den Bienen zu schaden. Imkerinnen und Imker, die an der wissenschaftlichen Studie teilnehmen möchten, können sich bis 10. Juni über das Kontaktformular unter www.interbran-nature.de melden.

Honigbienen sind unverzichtbare Bestäuberinnen für Kultur- und Wildpflanzen
Seit 2018 macht der Weltbienentag der Vereinten Nationen (UN) darauf aufmerksam, dass Bienen und andere Bestäuber wie Schmetterlinge zunehmend durch den Menschen gefährdet sind. Dabei seien weltweit fast 90 Prozent der blühenden Pflanzenarten sowie mehr als 75 Prozent der weltweit angebauten Nahrungspflanzen von der Bestäubung durch Tiere abhängig. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Honigbienen sind unverzichtbare Bestäuberinnen für Kultur- und Wildpflanzen.“ Während der Rückgang von Wildbienen unter anderem durch Klimawandel, Lebensraumverlust und Pestizide verursacht wird, leidet das in Deutschland drittwichtigste Nutztier vor allem unter Milbenbefall. „Die Varroamilbe zählt weltweit zu den gefährlichsten Feinden der Honigbienen“, sagt Dr. Peter Rosenkranz von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim bei Stuttgart, der als Kooperationspartner die Start-up-Studie begleitet. „Innerhalb von ein bis drei Jahren kann sie ein Bienenvolk vernichten.“ Zur Bekämpfung der Milbe stehen nach seinen Worten nur wenige synthetische Mittel, verschiedene organische Säuren und ätherische Öle zur Verfügung. „Allerdings ist die Ameisensäure der einzige gegen Varroamilben wirksame Stoff, der durch den Zelldeckel in die Brutzellen dringt und dort die sich fortpflanzenden Milben direkt schädigt oder abtötet“, so der Wissenschaftler.

Die Neuentwicklung ist ein mit Ameisensäure angereichertes Bee-Pad
Das Problem: Alle bisher entwickelten Anwendungssysteme für Ameisensäure haben, so Geschäftsführer Jan Schiemer von Interbran Nature, „den Nachteil, dass sie entweder sehr umständlich sind oder kein andauerndes Verdunsten garantieren können“ und somit Bienen oder Brut schädigen. „Daher sind wir seit zwei Jahren dabei, ein System zu entwickeln, dass die Bekämpfung der Varroamilbe mit Ameisensäure einfach und sicher gestaltet“, so der Geschäftsführer der 2018 gestarteten Tochterfirma der Interbran-Unternehmensgruppe. Die Idee: Die Ameisensäure wird in einem mineralischen Trägermaterial aufgesaugt und der Wirkstoff wird dadurch bei der Anwendung über mehrere Tage recht konstant wieder abgegeben. Das sogenannte Bee (deutsch: Bienen)-Pad, ist somit weitgehend unabhängig von äußeren Bedingungen „Nachgewiesen werden konnte bereits, dass das Pad auch bei sehr hohen Außentemperaturen funktioniert – vergleichbar mit einer herkömmlichen Anwendung, ohne dabei jedoch Schäden am Bienenvolk anzurichten“, sagt Jessica Steiner, Laborleiterin des Start-ups.

Erste Ergebnisse: Vergleichbare Wirkung – einfacher handhabbar
Nach einem ersten Feldversuch mit wenigen Imkerinnen und Imkern im Jahr 2020 organisierte das Projektteam 2021 einen größeren Versuch, um mehr Daten zu gewinnen und mehr Rückmeldungen zum Umgang mit dem Bee-Pad zu erhalten. Etwa 40 Interessierte aus Bayern und Baden-Württemberg haben fünf bis zehn ihrer Bienenvölker mit dem Bee-Pad und zum Vergleich etwa genauso viele mit einem herkömmlichen Anwendungssystem gegen die Varroamilbe behandelt. Schiemer: „Die große Menge an Daten zeigt, dass die Entwicklung vergleichbare Ergebnisse erzielt wie bereits vorhandene Systeme.“ Das Bee-Pad hat nach seinen Worten allerdings den Vorteil, dass es bereits anwendungsfertig ist und man somit nicht mit offener Säure hantieren muss. „Außerdem ist das Pad sehr flach, so dass keine Leerzarge mehr zusätzlich benötigt wird“, so Schiemer. „Das vereinfacht die Anwendung erheblich.“

Bundesweiter Aufruf zur Teilnahme an Studie
Das Start-up plant diese Saison einen Feldversuch mit einer größeren Zahl an interessierten Imkerinnen und Imkern. Schiemer: „Der Aufwand ist überschaubar, denn unser Projektziel ist ja, eine einfache Handhabung zu gewährleisten.“ Teilnehmende erhalten das Bee-Pad als gebrauchsfertiges System kostenfrei zur Verfügung und sollen während des Versuchs die Wirkung und eventuelle Nebenwirkungen festhalten. Wer mitmachen möchte, kann sich bis zum 10. Juni hier anmelden.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

BfT: Innovation und technologischen Fortschritt für die Tiergesundheit sichern und umsetzen

Immunologische Lösungen und digitale Technologien für die Tiergesundheit: Diese beiden Themenschwerpunkte bildeten den Rahmen für den fachlich geführten Diskurs auf der Frühjahrsveranstaltung des Bundesverbands für Tiergesundheit e.V. (BfT) am 05. Mai in Berlin. Zentrale Frage der Veranstaltung: Wie kann Innovation in der Tiergesundheit für Kernanliegen der Gesellschaft zu Tierwohl oder Nachhaltigkeit ermöglicht und gefördert werden?

Die Tiergesundheitsbranche kann und wird einen wesentlichen Beitrag zu wesentlichen Kernanliegen der Gesellschaft leisten. Dass Innovation dabei unverzichtbar ist, war Konsens bei der BfT-Frühjahrsveranstaltung. Von zunehmender Bedeutung sind dabei Krankheitsvorbeuge mit Monitoring, Früherkennung und Diagnose sowie Infektionskontrolle. Aus dem breiten Spektrum wurde ein Ausschnitt zu immunologischen Lösungen und digitalen Technologien vorgestellt und dem Fortschritt entgegenstehende Hürden diskutiert.

Professor Dr. Martin Beer, Leiter des Instituts für Virusdiagnostik des Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut), charakterisierte in seinem Vortrag die innovative Impfstoffentwicklung als Domäne der Veterinärmedizin, an deren fortschrittliches Niveau die Humanmedizin aufgrund der Corona-Pandemie nunmehr anschließt. Den speziellen Anforderungen der Impfstoffprophylaxe beim Tier mit dem großen Spektrum der Erreger, verschiedenster Applikationsformen und dem Anspruch bezahlbarer Lösungen begegnet die veterinärmedizinische Forschung mit innovativen Entwicklungen. Mal könne der klassische Impfstoff mit abgetötetem Erreger der Goldstandard sein und müssten moderne Konzepte, wie etwa mRNA-Impfstoffe, die schon vor 10 Jahren z.B. gegen die aviäre Influenza in Auge gefasst wurden. noch zurückstehen, während beispielsweise die Anwendung von DNA-Vakzinen bei Fischen oder die Entwicklung von Impfungen im Ei oder Spray-Applikationen beim Geflügel in die Praxis Eingang gefunden hätten.

Mit Blick in die Zukunft beleuchtete Prof. Beer das enorme Innovationspotential, das in der Entwicklung von neuen Impfstofftechnologien steckt. Insbesondere Methoden und Erkenntnisse aus der Biotechnologie und Gentechnik öffnen neue Wege und seien nicht wegzudenken für die Immunprophylaxe. Um hier voranzuschreiten, sei ein Umdenken erforderlich das hilft, Hindernisse in der Forschung, Entwicklung und Zulassung abzubauen, so Prof. Beer. Plattformtechnologien böten bspw. heute die Chance der schnellen Anpassung bei sich wandelenden Erreger im Feld. Ein Fortschritt sei, dass dies aufgrund der neuen Tierarzneimittelgesetzgebung in den Zulassungsverfahren nun erleichtert würde. Er betonte, dass ein enger Schulterschluss zwischen den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen nun die Antwort auf die sich – bedingt durch Klimawandel und Globalisierung – dynamisch entwickelnde Seuchenlage seien müsse. Die zielgenaue Entwicklung von Impfstoffen quasi in silico wird stets mehr Raum einnehmen. Ebenso benannte er die wichtige Rolle, die eine weltweite digitale Vernetzung, beispielsweise bei der Nachverfolgung und Eindämmung von Epidemien, spielt. Allerdings stünde nach wie vor die Analyse des Erregers zentral. Ohne die wesentliche Komponente für die Immunantwort differenzieren zu können, sei die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes schwierig. Hier zu nennen sei unter anderem die Schwierigkeit der ASP-Impfstoffentwicklung oder wirksamer Impfstoffe bei den komplexeren bakteriellen und parasitären Erregern. In der Seuchenbekämpfung wichtig sein außerdem, geimpfte von infizierten Tieren unterscheiden zu können, um verdeckte Ausbreitungen zu vermeiden und Handelshemmnisse zu überwinden.

Auch Dr. Reinhard Reents, Leiter der Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V. (vit) und Mitbegründer des Datentransferorganisation International Dairy Data Exchange Network GmbH (iDDEN GmbH) maß der Digitalisierung eine wichtige Rolle zu. Er veranschaulichte den Vorsprung durch Digitalisierung in der Tierhaltung und -zucht am Beispiel Milchvieh. Die standardisierte und zugleich individuelle Datenerfassung von über 100 Mio. Rindern in den Datenbanken ermöglicht ein effizientes Stall- und Bestandsmanagement. Valide Datensätze ermöglichen Rückschlüsse auf Leistungs- und Gesundheitsparameter, was in der Weiterentwicklung der Robustheit und Gesundheit der Tiere durch Steuerung der Zucht genutzt wird. Der Zuchtfortschritt konnte durch diese Maßnahmen bereits mehr als verdoppelt werden. Die Erfassung von Daten aus zum Teil konkurrierenden Organisationen in einer zentralen Datenbank ermöglicht eine hohe Datenqualität, ohne diese jedoch zu sozialisieren. Die betriebliche Eigenkontrolle kann durch ein eigens dazu entwickeltes Qualitätskontrollsystem Q-Check vereinfacht werden. Cloud-basierte Lösungen ermöglichen den Zugriff in Echtzeit und damit auch direkten Einblick für den bestandsbetreuenden Tierarzt. Wertvolle Informationen über Tierwohl und Tiergesundheit könnten daraus extrahiert werden und die Basis liefern für Maßnahmen der Nutztierstrategie. Das International Dairy Data Exchange Network ermöglicht den globalen und vor allem standardisierten Datenaustausch. Wesentliche Elemente für das Vertrauen der Landwirte in die Systeme sind der Erhalt der Datenhoheit für den einzelnen Betrieb und die Abklärung von Verfügungs- und Nutzungsberechtigungen.

Frank Cordes, gab einen praxisnahen Einblick in die erfolgreiche Etablierung modernster Technik auf seinem Milchviehbetrieb mit mehr als 700 Kühen in Norddeutschland. Er setzt in seiner Betriebspraxis auf Konzepte zur effektiven Datennutzung und -auswertung und auf Krankheitsvorbeuge u.a. mit regelmäßigen Impfungen. Diese Konzepte entwickelt und überprüft er regelmäßig in enger Zusammenarbeit mit seinem Hoftierarzt und landwirtschaftlichen Beratern.

Fortschritt möglich machen
„Das idealisierte Bild der Kuh auf der Alm ist nicht zeitgemäß. Ein moderner, nachhaltig geführter Betrieb mit Nutzung sinnvoller technologischer Lösungen kann bei optimierter ökonomischer Bilanz das Wohl der Tiere sichern, betonte Dr. Franziska Kersten, Tierärztin und SPD-Bundestagsabgeordnete, in dem den Vorträgen folgenden moderierten Austausch. Tierwohl sei ohne Berücksichtigung der Tiergesundheit nicht denkbar, so Dr. Kersten.“

Fortschritt erfordert eine hohe Veränderungs- und Kommunikationsbereitschaft aller Beteiligten. Mit einem engen Schulterschluss von Wissenschaft und Forschung und der Nutzung digitaler Vernetzung und globaler, standardisierter Datenerfassung in Echtzeit können große Schritte gemacht werden, die Tiergesundheit weiter zu verbessern. Auch in der Pandemie gilt es, die Veterinärmedizin nicht aus dem Fokus der Wissenschaft zu verlieren, um Fortschritt nicht auszubremsen. One Health-Strukturen und Netzwerke können dabei wirksam genutzt werden. Schwere Seuchenzüge lassen den Ruf nach Impfung bei der Bekämpfung lauter werden. Aktuelles Beispiel hierbei die aviäre Influenza mit hochpathogenen Stämmen (Geflügelpest) in den vergangen zwei Jahren. Das BMEL hat angekündigt, die Fragestellung der Einbindung der Impfung zur Tierseuchenbekämpfung anzugehen, sobald das neue Tiergesundheitsrecht etabliert ist.

Der BfT-Vorsitzenden Jörg Hannemann resümierte zum Abschluss der Veranstaltung, das Innovation und technologischer Fortschritt in der Tiergesundheit Antworten liefern können auf die veränderten gesellschaftlichen Erwartungen und die aktuellen Herausforderungen. Die Krankheitsvorbeuge sei ein Schlüsselfaktor für die Gesundheit und das Wohl von Haus- und Nutztieren und letztendlich Voraussetzung für nachhaltiges und verantwortungsvolles gesellschaftliches Handeln und ein Miteinander im Sinne des One Health Gedankens. Forschung und Entwicklung im Sektor fördern, Akzeptanz für neue Technologien und Vernetzung insbesondere auch bei den digitalen Optionen schaffen, seien wichtige Ansatzpunkte. Ein stabiler Rahmen mit Rechtssicherheit sei die Basis, aber erst die notwendige Flexibilität und Agilität lasse innovative Ansätze aufblühen und. müsse jetzt die gemeinsame Aufgabe von allen Partnern des Sektors sein, so Hannemann.

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

20. Mai: Am Weltbienentag ins Schwärmen geraten

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Das LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle lädt in den Institutsgarten ein

Am 20. Mai ist Weltbienentag – ein Tag für die kleinsten Nutztiere! Das Bieneninstitut Celle des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger an diesem Tag von 11 bis 15 Uhr in den Institutsgarten ein. Ins Schwärmen sollen nicht nur die Besucher/-innen geraten, sondern auch die Bienen. Zu bewundern gibt es einen Bienenschwarm – ein natürlicher Vorgang im Leben der Bienen, den Imkerinnen und Imker normaler Weise zu verhindern wünschen. Außerdem stehen die Mitarbeitenden des Instituts für Fragen rund um die Bienen, die Imkerei und den Wildbienenschutz bereit. Das Institut liegt direkt am Rande der Celler Altstadt am Französischen Garten, Herzogin-Eleonore-Allee 5.

Ein Bienenschwarm entsteht, wenn das Bienenvolk stark gewachsen ist – meist im Mai oder Juni. Ein Teil des Bienenvolkes verlässt mit der alten Königin den Bienenstock und sucht sich eine neue Behausung. Eine „Tochter“ der alten Königin übernimmt im zurückbleibenden Teil des Volkes die Rolle der Königin. Damit ist neben der Vermehrung ein kontinuierlicher Fortbestand eines Bienenvolkes möglich.

Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Weltbienentag soll auf die ökologische und ökonomische Bedeutung der Wild- und Honigbienen aufmerksam machen. Mit ihrer Bestäubungsleistung fördern sie die biologische Artenvielfalt und tragen zu Nahrungssicherheit für Mensch und Tier bei.

Der Weltbienentag wird seit 2018 jeweils am 20. Mai gefeiert – dem Geburtstag des slowenischen Hofimkermeisters Anton Janša (1734 bis 1773). Janša gilt als Pionier der modernen Imkerei und erkannte als erster die Bedeutung des Schwarmverhaltens der Bienen.

Viele weitere Informationen rund um Wildbienen, Honigbienen und die Imkerei in unserem Spezial zum Weltbienentag.

Wir weisen darauf hin, dass Foto- und Filmaufnahmen von Gästen und Mitwirkenden der Veranstaltung im Rahmen unseres Internet-Auftritts, in unseren Social-Media-Accounts oder in eigenen Printdokumentationen veröffentlicht werden.

Quelle: LAVES

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 2 / 2022 steht zum Abruf bereit

Das E-Magazin „Der Hoftierarzt“ Ausgabe 6/2021 steht zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

Rinder
• Lebenswichtiges Selen: Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel
• Batai-Virus scheint endemisch in Deutschland bei Wiederkäuern
Schweine
• Die Sau fiebert und lässt die Ferkel nicht mehr trinken: Was ist bei MMA zu tun?
• Wieso ist Influenza so schwer in den Griff zu bekommen?
Bienen
• Neues aus der Bienenforschung: Wärmeproduktion von Honigbienen

Geflügelschwerpunkt 2022:
• Gut zu Fuß sein – Warum die Fußballengesundheit beim Mastgeflügel so wichtig ist
• Managementempfehlungen: Legehennen länger halten
• Aktuelles Interview: Geflügelpest – Quo vadis?
• Phytogene: Gesündere Tiere durch Pflanzenkraft
• Bioland-Geflügeltagung 2022: Optimale Ausleuchtung von Geflügelställen
• Aktuelles Interview: Hat Licht mit verschiedenen Farben einen positiven Nutzen?
• DVG-Fachtagung Tierschutz: Mehr Tierwohl für das Geflügel

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