Gesund durch Prophylaxe: Infektionsketten durchbrechen bei Legehennen

Von Cordula Möbius, Dipl. Ing agr

Mit Hilfe von Schutzimpfungen, Biosicherheitsmaßnahmen und einer strikten Rein-Raus-Haltung können Infektionsketten in Legehennenbeständen durchbrochen werden.

Wer Legehennen hält, möchte gesunde und leistungsfähige Tiere in seinem Stall haben. Dazu genügt es nicht nur, optimale Haltungsbedingungen für die Legehennen zu schaffen und die Tiere bedarfsgerecht zu ernähren. Auch der Gesundheitszustand der Hennen muss stets im Auge behalten werden. Landwirte, die ihre Tiere regelmäßig und genau kontrollieren, können frühzeitig Maßnahmen einleiten, wenn Probleme auftreten. Doch um Infektionskrankheiten vorzubeugen, müssen sie potenzielle Infektionsketten von vorn herein unterbinden. Das gelingt vor allem mit vorbeugenden Maßnahmen wie der Schutzimpfung, Maßnahmen der Biosicherheit und dem Praktizieren einer strikten Rein-Raus-Haltung.

Schutzimpfungen schützen im Tier
Schutzimpfungen sind für die Prophylaxe und für Bekämpfung von Infektionserregern und Tierseuchen in Legehennenbeständen unverzichtbar. Mit Hilfe gezielter Impfstrategien, die immer mit dem betreuenden Tierarzt zu besprechen sind, lassen sich Viruskrankheiten und Zoonosen vorbeugen (Zoonose = von Tier zu Mensch übertragbare Krankheit). In Deutschland verpflichtend ist die Impfung gegen das Newcastle Disease Virus (ND) und gegen Salmonellen. Einen hohen Stellenwert haben bestandsspezifische Impfstoffe, die verhältnismäßig schnell an die speziellen Probleme des jeweiligen Betriebes angepasst werden können.

Es ist empfehlenswert, alle in der Aufzucht geplanten Standardimpfungen bis Ende der 14. Lebenswoche abzuschließen, damit die Tiere geschützt zum Umstallungstermin in den Legehennenstall (circa in der 17. Lebenswoche) umziehen können. Der Umstallungsprozess löst bei den Hennen großen Stress aus und belastet die Tiere recht stark. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass der in der Aufzucht erworbene Impfschutz nur für zwölf Monate anhält. Wann Impfungen aufgefrischt werden müssen, sollten Landwirte mit ihrem Bestandstierarzt besprechen. Bei älteren Hennen ist darüber hinaus die regelmäßige Kontrolle auf Salmonellen unabdingbar.

Lebend- und Totimpfstoffe
Bei den Impfungen gibt es den Unterschied zwischen aktiven „Lebend-“ und inaktiven „Totimpfstoffen“. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erregervarianten, die dem Huhn über Augentropfen, Trinkwasser oder Spray verabreicht werden können. Die Impfstoffe wirken über die Schleimhäute und sorgen so für eine gute lokale Immunität an der Eintrittspforte der Erreger. Trinkwasserimpfungen sind mit der entsprechenden Technik vor Ort leicht durchzuführen. Für Sprayimpfungen sind Sprühgeräte auf dem Markt. Lebendimpfstoffe rufen eine starke lokale Immunität hervor, nachteilig ist jedoch, dass die geimpften Tiere Impfviren über den Kot ausscheiden können. Bei den Totimpfstoffen werden die abgetöteten Erreger über eine Spritze jedem Tier einzeln unter die Haut oder in die Muskulatur verabreicht. Oftmals besteht ein Impfprogramm aus Lebend- und Totimpfstoffen, um den Schutz der Tiere zu verbessern. Man nennt dieses Vorgehen Priming (mit Lebendimpfstoff) und Boostern (mit Totimpfstoff). Der Vollständigkeit halber sei auch noch die In-Ovo-Impfung erwähnt: Hier werden die Küken bzw. Embryonen sehr früh noch während der Inkubationszeit im Ei geimpft. Dieser Vorgang ist automatisiert: Eine Nadel stößt durch die Spitze des stumpfen Pols der Eierschale und injiziert Impfstoff zum Embryo. Bei Legehennen ist dieses Verfahren allerdings noch nicht so häufig im Einsatz, bei Broilern allerdings schon.

Maßnahmen zur Biosicherheit
Wenn Krankheiten in einer Herde ausbrechen, ist dies immer auch ein Hinweis auf unzureichende Biosicherheitsmaßnahmen im Legebetrieb. Dabei können Erreger auf verschiedene Weise eingetragen werden. Mögliche Quellen sind Wildvögel, Katzen, Hunde und Schadnager, Futter, Wasser und Stalleinrichtungsgegenstände. Auch die Luft, der Auslauf oder Besucher des Betriebes können Überträger von Krankheiten sein.


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Ist der Erreger der Paratuberkulose des Rindes an der Entstehung von Morbus Crohn des Menschen beteiligt?

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Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis ist als Erreger der sogenannten Johneschen Krankheit oder Paratuberkulose des Rindes mit einer chronisch entzündlichen Veränderung des Dünndarms bekannt.

Morbus Crohn gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen des Menschen und ist neben der Colitis ulcerosa die bedeutsamste dieser Erkrankungen. Die Ursache der Erkrankung ist nach wie vor unklar. Die Veränderungen im Verdauungskanal bei Morbus Crohn ähneln denen, die auch bei der Paratuberkulose des Rindes beobachtet werden. Diese sogenannte pathognomonische Ähnlichkeit war ein Grund für die Vermutung, dass der Erreger der Paratuberkulose des Rindes möglicherweise ursächlich im Zusammenhang mit der Entstehung von Morbus Crohn beim Menschen steht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Max Rubner-Institut (MRI) führten eine umfangreiche Literaturauswertung durch und kommen zu dem Ergebnis, dass weiterhin keine validen wissenschaftlichen Ergebnisse vorliegen, die einen solchen Zusammenhang belegen.

Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP) ist ein Vertreter der Gattung Mycobacterium und wird dort dem sog. Mycobacterium avium-Komplex zugeordnet. MAP ist als Erreger der sogenannten Johneschen Krankheit oder Paratuberkulose des Rindes bekannt. Diese Infektionskrankheit kommt bei einer großen Zahl von Tierarten vor. Besondere und vor allem wirtschaftliche Bedeutung hat die Erkrankung bei als Nutztier gehaltenen Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen und Schafen. Die Paratuberkulose ist gekennzeichnet durch nicht behandelbare Durchfälle, die damit verbundene Abmagerung und endet immer tödlich. Pathologisch zeigt sich bei der Paratuberkulose eine chronisch entzündliche Veränderung des Dünndarms mit einer typischen „hirnwindungsähnlichen“ Auffaltung. Ähnliche Veränderungen sind teilweise beim Morbus Crohn (MC) des Menschen zu beobachten, was zum Verdacht auf eine ähnliche Ätiologie geführt hat.

MC gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) des Menschen und ist neben der Colitis ulcerosa die bedeutsamste dieser Erkrankungen. Der akute oder chronische, schubweise und rezidivierende Verlauf der Erkrankung kann für die Patienten eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten. Die Ätiologie der Erkrankung ist nach wie vor unklar, wobei eine Autoimmunerkrankung, eine genetische Disposition und eine infektiöse Ursache sowie eine Kombination dieser Faktoren diskutiert werden.

Das BfR hat sich wiederholt mit der Thematik MAP und möglicher Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit beschäftigt, hierzu verschiedene Stellungnahmen veröffentlicht und Sachverständigengespräche durchgeführt. Eine im Dezember 2003 von BfR und Robert Koch-Institut veröffentlichte, detaillierte Literaturstudie zum Thema „Morbus Crohn und Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP)“ kam zu dem Ergebnis, dass es keine validen wissenschaftlichen Ergebnisse gibt, die einen kausalen Zusammenhang zwischen der Exposition mit MAP und einem erhöhten Risiko für eine MC-Erkrankung belegen. Spätere Stellungnahmen stellten fest, dass eine Risikobewertung hinsichtlich der Bedeutung von MAP und einer Aufnahme durch den Verzehr von Lebensmitteln oder Wasser aufgrund unzureichender Daten nicht durchgeführt werden kann.

BfR und MRI führten eine umfangreiche Literaturauswertung zum Kenntnisstand eines potentiellen Zusammenhangs zwischen dem Erreger der Paratuberkulose des Rindes und der Morbus Crohn-Erkrankung des Menschen im Hinblick auf die Bedeutung von Lebensmitteln durch.

Die seit 2003 durchgeführten Humanstudien zur Bedeutung von MAP an der Entstehung von MC und einem möglichen kausalen Zusammenhang liefern aufgrund ihrer Heterogenität bei der Auswahl der Methoden und des Studiendesigns keine vergleichbaren Ergebnisse. Insbesondere aufgrund der heterogenen Untersuchungsergebnisse hinsichtlich eines positiven MAP-Nachweises bei MC-Patienten sehen viele Autorinnen und Autoren die Evidenz für einen kausalen Zusammenhang als nicht ausreichend an. Es bleibt zweifelhaft, ob der in einigen Studien beschriebene und im Vergleich zu Kontrollgruppen häufige MAP-Nachweis bei MC-Patienten auf eine kausale Rolle des Erregers bei MC hindeutet oder nicht vielmehr Folge der Störung der Darmschleimhaut-Barriere bei MC-Patienten ist. Für letztere Interpretation gibt es eine Reihe von Gründen. Eine Rolle von MAP als Kofaktor kann bei der Entstehung des MC ein möglicher Effekt sein, wobei dieser im Vergleich zu anderen Faktoren als gering eingeschätzt wird. Darüber hinaus ist eine Infektionsdosis für den Menschen bisher nicht bekannt. Angaben zur Eintrittswahrscheinlichkeit sowie zu Art, Dauer, Reversibilität und Schwere der möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Menschen sind nicht möglich. Die Rolle von MAP als einem ursächlichen Agens für MC wird jedoch weiterhin diskutiert.

Über das Vorkommen von MAP in Lebensmitteln gibt es weiterhin keine systematischen Erhebungen. Es existieren nach wie vor keine international anerkannten Standardmethoden zum Nachweis von MAP in Lebensmitteln. Die zur Untersuchung von Lebensmitteln angewendeten Verfahren sind zum Teil aus dem Bereich der Tierseuchendiagnostik übernommen und adaptiert worden oder es handelt sich um nicht validierte, laboreigene Methoden. Aus den genannten Gründen ist die Datenlage zum Vorkommen von MAP in Lebensmitteln ungenügend und mit großen Unsicherheiten behaftet und es lassen sich keine validen Angaben zur Prävalenz und Konzentration von MAP in Lebensmitteln vornehmen.

Aus den genannten Gründen liegen die größten Unsicherheiten bei der Risikobewertung im Bereich der Expositionsschätzung. Es ist unklar, ob eine kausale Evidenz zwischen der Aufnahme von MAP und dem Auftreten von MC besteht. Obwohl eine ursächliche Beteiligung von MAP an der Entstehung von MC nicht sicher belegt ist, wird häufig empfohlen, die Exposition von Verbraucherinnen und Verbrauchern gegenüber MAP in Lebensmitteln so weit wie möglich zu minimieren. Dies bedeutet, den Eintrag in die Lebensmittelkette und in verzehrfertige Lebensmittel so weit wie möglich zu reduzieren oder zu verhindern. Im Bereich der Milchkette bedeutet dies beispielsweise eine konsequente Bekämpfung der Johneschen Krankheit, Verbesserungen bei der Melkhygiene und der Einsatz geeigneter Prozesstechnologien zur Keimreduktion. Zudem empfiehlt das BfR generell, und insbesondere immungeschwächten Personen, auch wegen anderer Krankheitserreger auf den Verzehr von Rohmilch und anderen rohen tierischen Produkten zu verzichten.

Weitere Informationen auf der BfR-Website zum Thema Morbus Crohn und Mycobacterium avium ssp. Paratuberculosis Literaturstudie „Morbus Crohn und Mycobacterium avium ssp. Paratuberculosis“

Sachverständigengespräch zur mikrobiologischen Risikoabschätzung einer Verbindung zwischen Mycobacterium paratuberculosis und Morbus Crohn

Quelle: BfR

Die nächste Generation an Marek-Impfungen: Nun auch in Deutschland verfügbar

• Die beiden neuen Möglichkeiten, vor der Marekschen Erkrankung zu schützen, sind das Ergebnis eines neuen Designs in der Entwicklung der Marek-Impfung.

• Beide sind zur aktiven Immunisierung von Eintagsküken zugelassen. Die frühe, schon ab einem Alter von fünf Tagen eintretende Immunität gegen Marek bietet Legehennen- und Elterntieren sowie Broilern Schutz auch gegen sehr virulente Stämme der Marekschen Erkrankung.

• Eine der beiden Impfungen bietet zusätzlich Schutz gegenüber der Gumboro-Krankheit.

• Dafür ist die andere Impfung vollständig kompatibel mit einer seit vielen Jahren zugelassenen Marek-Prophylaxe (mit einem anderen Serotypen), die ebenfalls gegen Gumboro schützt und kann mit dieser gemischt werden.

• Bei den aktiven Wirkstoffen handelt es sich um lebende, rekombinante Viren, die als Konzentrat zur Verdünnung im Lösungsmittel vorliegen.

Boehringer Ingelheim gibt die Einführung der neuen Produktpalette, die nächste Generation der Impfung gegen die Mareksche Erkrankung, in Deutschland und weiteren Ländern der europäischen Union bekannt.

Damit bietet Boehringer Ingelheim eine Innovation (1) innerhalb der Marek-Kategorie: Die Impfungen bieten Geflügelproduzenten moderne Technologie zum Schutz gegen die Mareksche Erkrankung. Die Produktreihe besteht aus einem innovativen Serotyp-1-Konstrukt mit einer ausgewogenen Balance aus Verträglichkeit und Wirksamkeit auch gegen sehr virulente Stämme der Marek-Krankheit.

Die neue Kombinationsimpfung beinhaltet die lebenden, rekombinanten Viren zum Schutz vor Marek und Gumboro als Konzentrat in einer Ampulle zur Verdünnung im Lösungsmittel. Diese 3-in-1-Lösung wurde speziell entwickelt, um in Geflügelsegmenten mit hoher Lebensdauer Schutz zu bieten. Die Impfungen sind in Deutschland in Ampullen zu 1.000 und 4.000 Dosen, in flüssigem Stickstoff gefroren, erhältlich und sind zur Immunisierung von Eintagsküken zugelassen.

Jerôme Baudon, Leiter des Bereichs Geflügel bei Boehringer Ingelheim, erklärt: „Unsere Palette an Impfungen schafft Werte durch Innovation für Geflügelzüchter, für die die Mareksche Erkrankung relevant ist. Weltweit durchgeführte Feld- und Laborstudien haben die Verträglichkeit und Wirksamkeit auch gegen sehr virulente Marek-Viren nachgewiesen (2)

Der deutsche und europaweite Launch vervollständigt die Verfügbarkeit der Produktpalette weltweit. Um mehr über Marek-Impfungen zu erfahren, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Tierarzt in Verbindung.

Referenzen:
(1) Lemiere S. et al., Proceedings of the American Association of Avian Pathologists (AAAP) meeting, 2020
(2) Bublot M. et al., llth Symposium on Marek’s Disease and Avian Herpesviruses, 2016

Quelle: Boehringer Ingelheim

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Ausgabe 3/2021
+ Hitzestress effektiv vorbeugen
+ Metabolische Programmierung: Fütterung des Kalbes in den ersten Lebenswochen möglichst üppig
+ Immunologie des neugeborenen Kalbes: Stress wirkt negativ
+ Durchfall bei Saugkälbern: Mit einfachen Maßnahmen Situation verbessern
+ Interview: Kühe länger melken: Was bedeutet das für die Kälberaufzucht?
+ Interview: Kuhgebundene Kälberaufzucht: Gewinn für Kuh, Kalb und Landwirt?
+ Mehr Fokus auf die Eisenversorgung
+ Warum langweilig gut ist: Kälberaufzucht planen und standardisieren
+ Fliegenbekämpfung im Rinderstall: So früh wie möglich beginnen

+ Virale Zoonosen beim Wirtschaftsgeflügel: Gefahr für den Menschen?
+ Interview: Das Mikrobiom beim Schweine: Schlüssel zu mehr Gesundheit?
+ Gesund durch Prophylaxe: Infektionsketten durchbrechen bei Legehennen
+ DBU-Projekt Bee-Check: Frühwarnsystem zum Schutz der Honigbiene

Enttäuschung über mangelnde Rücksichtnahme von EU-Abgeordneten auf Gesundheit und Wohlergehen von Tieren und Ablehnung wissenschaftlicher Expertise

In einem fehlgeleiteten Versuch, die Verwendung von Antibiotika für den menschlichen Gebrauch zu schützen und die Zunahme antimikrobieller Resistenzen einzudämmen, haben gestern die Mitglieder des EU-Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) mit 38 Ja-Stimmen zu 18 Nein-Stimmen und 22 Enthaltungen einen Entschließungsantrag angenommen, der sich gegen die delegierte EU-Verordnung über die „Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind“ wendet.

Die Europäische Kommission hatte diesen delegierten Rechtsakt zusammen mit den Mitgliedstaaten auf der Grundlage der wissenschaftlichen Beratung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erarbeitet, die drei Kriterien festlegte, nämlich

1. unverzichtbare antimikrobielle Mittel, die für schwere, lebensbedrohliche Infektionen beim Menschen zur Verfügung stehen,
2. Resistenzübertragung von der Verwendung bei Tieren auf den Menschen und
3. nicht unverzichtbar für die Tiergesundheit.

Mit Befürchtungen, die auf veralteten Annahmen über den Missbrauch von Antibiotika im Tierbereich und einer völligen Fehlinterpretation der WHO-Empfehlungen beruhen, lehnt dieser Schritt die wissenschaftlichen Empfehlungen der EMA in Abstimmung mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ab. Das gefährdet neben der öffentlichen Gesundheit und der Lebensmittelsicherheit auch ernsthaft die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere. Zugleich stellt der Beschluss eine klare Missachtung des in der EU etablierten wissenschaftsbasierten Entscheidungsfindungsprozesses dar und ignoriert die wiederholten Aufrufe der eigenen Behörde, antimikrobielle Resistenzen mit dem One- Health-Ansatz zu bekämpfen.

Das willkürliche Verbot der einzigen therapeutischen Möglichkeit gegen bakterielle Infektionen bedeutet, dass alle Tiere, auch Haustiere, unbehandelt bleiben, was zu unnötigem Leiden und sogar zu ihrem Tod führen kann. Dies steht in eklatantem Widerspruch zum Vertrag von Lissabon, der Tiere als fühlende Wesen anerkennt, sowie zu der Bedeutung, die die Bürger dem Tierschutz beimessen, wie kürzlich die erfolgreiche europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ gezeigt hat.

Der Antrag, über den gestern abgestimmt wurde, wird sich lediglich negativ auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere auswirken und keinen positiven Einfluss auf die öffentliche Gesundheit oder die Antibiotikaresistenz haben. Der bpt wird gemeinsam mit seinen europäischen Partnerverbänden den Kampf für einen wissenschaftsbasierten One-Health-Ansatz in den nächsten Monaten fortsetzen und sich dabei auf die Plenarabstimmung im September konzentrieren.

Quelle: Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

1-jähriges Jubiläum: Der Ceva Blog für Tiergesundheit in der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft steht vor täglichen Herausforderungen und Problemen. Ceva Tiergesundheit möchte Hilfestellung leisten und hat deshalb von einem Jahr den Ceva Rindergesundheits Blog ins Leben gerufen.

Der Ceva-Blog trägt dazu bei Landwirten bei der Gesunderhaltung ihrer Tiere zu unterstützen. Artikel rund um die Themen Q-Fieber, Rinderflechte, Fruchtbarkeit beim Rind und Kälberkrankheiten, geschrieben von Mitarbeitern, wie auch externen Spezialisten und Praktikern lassen sich auf dem Blog wiederfinden. Darüber hinaus werden weitere Features zum Download angeboten. Von E-Learnings, über Podcasts bis hin zu diversen Arbeitsanleitungen erleichtern Landwirten seit einem Jahr den Arbeitsalltag.

Jedes Feedback zählt
Bereits nach kurzer Zeit hat Ceva Tiergesundheit die ersten Reaktionen auf den Blog bekommen. Gerade die Arbeitsanleitungen sind bei Landwirten sehr beliebt und werden immer wieder genutzt. In einigen Ställen konnte man bereits die ausgedruckte Arbeitsanleitung vorfinden.

Die zuletzt veröffentliche Arbeitsanleitung zur Schmerzerkennung ist der aktuelle Spitzenreiten im Downloadbereich. Mit über 400 Seitenaufrufen ist sie der neue Star auf dem Blog und hat in den letzten zwei Monaten für einen enormen Zuwachs an Newsletter-Abonnenten gesorgt. Die Anleitung bietet Landwirten ein wichtiges Werkzeug, Schmerzen bei der Kuh besser zu erkennen und zu bewerten. Und das nicht nur auf Deutsch. Auch auf Englisch, Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch ist die Anleitung erhältlich und hilft somit auch Landwirten aus anderen Herkunftsländern. Schon heute sind neue, spannende und hilfreiche Arbeitsanleitungen in Planungen und die nächste Veröffentlichung ist bereits für Mitte August vorgesehen.

Da das Unternehmen den Blog kontinuierlich optimieren möchte, ist das Feedback der Leser von großer Bedeutung. Es besteht die Möglichkeit per Mail an ruminant.de@ceva.com Anregungen, Verbesserungsvorschläge und sogar Themenvorschläge mitzuteilen.

Schritt-für-Schritt zu mehr Inhalt
Wöchentlich wird ein neuer Inhalt hochgeladen. Diesen Rhythmus hat sich Ceva Tiergesundheit von Anfang an beibehalten. Nach einem Jahr setzt sich das Unternehmen das Ziel zukünftig zwei Artikel pro Wochen zu teilen, um den Lesern noch mehr hilfreichen Inhalt bieten zu können. Ceva Tiergesundheit empfiehlt den monatlichen Newsletter zu abonnieren, um immer und überall bestens informiert zu sein und keinen Artikel zu verpassen!

Wir sind sehr gespannt wie sich der Blog weiterentwickeln wird und wünschen alles Gute zum 1-jährigen Jubiläum!

Autor: Ceva Tiergesundheit GmbH
Ansprechpartnerin: Stella Kuroczik, Marketingassistenz, Ceva Tiergesundheit GmbH

Bienen retten mit Genomik

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Der Molekularbiologe Prof. Dr. Dr. Bertram Brenig von der Universität Göttingen hat den Illumina Agricultural Greater Good Award 2021 erhalten. Die Firma Illumina ist ein internationales Unternehmen, das sich auf genetische Sequenzierungstechnologie spezialisiert hat. Der Preis unterstützt Forschungsvorhaben, die Nachhaltigkeit, Produktivität und Nährstoffdichte von landwirtschaftlich wichtigen Nutzpflanzen und -tieren erhöhen. Brenig leitet das Tierärztliche Institut der Universität Göttingen. Er wird für seinen Forschungsvorschlag über die Westliche Honigbiene ausgezeichnet.

Obwohl die Honigbiene einer der wichtigsten Bestäuber ist, steht sie derzeit vor zahlreichen Herausforderungen und einem Rückgang der Population. Brenig möchte die Genomik nutzen, um die Schwachstellen in der DNA der Westlichen Honigbiene zu verstehen.

Die DNA, der Bauplan oder die Anleitung für jede lebende Zelle, besteht aus zwei Strängen, die zu einer Doppelhelix verdreht sind. Moleküle aus jedem Strang sind in Basenpaaren aneinandergereiht: die grundlegenden Bausteine des DNA-Codes. Das Genom der Westlichen Honigbiene ist etwa ein Zehntel so groß wie das menschliche Genom und besteht aus 236 Millionen Basenpaaren, die innerhalb der Bienenpopulationen variieren. Mit der Auszeichnung stellt Illumina Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung, die es dem Gewinner ermöglichen, etwa 20 Billionen (2 x 1013) Basenpaare zu analysieren.

Zwischen 1947 und 2005 verloren US-Imkerinnen und Imker nach eigenen Angaben über die Hälfte ihrer heimischen Honigbienen, während weltweit 50 Prozent der Wildbienen ausgestorben sind. Viele Faktoren beeinflussen die Gesundheit der Bienen: der Verlust der natürlichen Umgebung, der Einsatz von Pestiziden gegen Unkraut und die Anfälligkeit für bestimmte Schädlinge wie die Varroa-Milbe. Mit Hilfe der Genomik erhoffen sich die Forscherinnen und Forscher ein besseres Verständnis der genetischen Anfälligkeiten und Informationen, die das langfristige Überleben der Insekten sichern könnten. „Wir hoffen, dass das Projekt zu den weltweiten Initiativen und Bemühungen beiträgt, das zunehmende Massensterben der Honigbienen zu verhindern und das Überleben der von der Bestäubung abhängigen Arten zu sichern, wozu natürlich auch der Mensch gehört“, erklärt Brenig.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Kaspar Bienefeld vom Länderinstitut für Bienenforschung in Hohen Neuendorf will Brenig mit Hilfe von vergleichender Ganzgenomsequenzierung, genomweiter Assoziationsanalyse und epigenomischem Profiling Unterschiede in der Resistenz von Honigbienen gegenüber Parasitenbefall aufdecken. „Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums sind zwischen 2019 und 2020 in nur einem Jahr 43,7 Prozent der westlichen Honigbienenvölker verloren gegangen“, sagt Brenig. „Wenn man bedenkt, dass etwa 90 Prozent der Blütenpflanzen und 75 Prozent der Nutzpflanzenarten von der Bestäubung durch Insekten abhängen, wird deutlich, wie wichtig es für die globale Biodiversität ist, das Massensterben der Bestäuber zu stoppen.“

„Wir unterstützen in erster Linie Projekte, die die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft verbessern können, insbesondere in wichtigen Bereichen der Landwirtschaft, die heute von öffentlichen Mitteln und Ressourcen unterversorgt sind“, sagt Lisa Eldridge, Associate Director of Agrigenomics bei Illumina. „Unser 2021 ausgezeichnetes Projekt, das sich auf die Bienengesundheit konzentriert, entspricht all unseren Förderzielen, und wir freuen uns, diese Forschung fördern zu können, die für das Überleben unserer wichtigsten Bestäuber von entscheidender Bedeutung ist.“

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Die Kuh als Umweltsau? Welternährung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Interview mit Prof. Dr. Dr. habil. Wilhelm Windisch
Ordinarius für Tierernährung an der TU München, Lehrstuhl für Tierernährung

Prof. Dr. Wilhelm Windisch, TUM

Der Verlust landwirtschaftlich nutzbarer Nutzfläche weltweit ist heute schon dramatisch und in Zukunft wächst auch noch die Bevölkerung. Herr Prof. Windisch, Sie erklären das anhand eines Fußballfelds – wie müssen wir uns das vorstellen?
Ich habe lange gebraucht um ein Beispiel zu finden und bin selber überrascht, wie wenig landwirtschaftliche Nutzfläche pro Kopf auf unsere Erde zur Verfügung steht. Es ist verdammt wenig! Die Fläche eines Fußballfeldes (0,74 ha) musss derzeit reichen, um 3,2 Menschen ein Jahr lang zu ernähren. In Deutschland haben wir tatsächlich genau diese 2400 qm pro Kopf. Das Bevölkerungswachstum, zusammen mit dem Verlust landwirtschaftlicher Fläche durch Baumaßnahmen auf der einen und Versalzung, Versteppung, Erosion auf der anderen Seite, wird dazu führen, dass im Jahr 2050 fünf Menschen von der gleichen Fläche ernährt werden müssen.

© W. Windisch

In diesem Fußballfeld ist aber auch ein Anteil Grasland enthalten. In Deutschland sind 30% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche nicht-ackerfähiges Grasland: Hoch- und Steillagen oder z. B. Überschwemmungsgebiete. Weltweit liegt der Graslandanteil aber bei etwa 75%! Und wenn man das jetzt auf ein Fußballfeld umlegt, sind im weltweiten Durchschnitt nur die beiden Strafräume als Acker nutzbar. Und von dieser kleinen Fläche müssen im Jahr 2050 fünf Menschen ein Jahr ernährt werden! Nach dem Klimawandel ist das die zweite große Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Und wir können sie nur angehen durch nachhaltige Intensivierung.

So schrieb es 2020 auch der IPCC in seinem Bericht zum Klimawandel.
Ganz genau!

Brauchen wir in diesem Zukunfts-Szenario denn überhaupt noch Nutztiere?
Dazu muss man zunächst verstehen, dass auf den Feldern kein Korn wächst, sondern immer eine ganze Pflanze, von der wir Menschen nur einen kleinen Teil nutzen. Damit diese Pflanze überhaupt gedeiht, müssen wir sogar noch andere Pflanzen als Zwischenkulturen anbauen, die alle nicht essbar sind.

Als Faustformel kann man sich merken: ein Kilo „veganes“ Lebensmittel erzeugt vier Kilo nicht-essbare Biomasse. Das Verhältnis Getreide zu Stroh ist mindestens 1-zu-1, dann müssen wir von Korn noch die Kleie abziehen. Alles was in Mühlen, Brauereien oder in der Ölherstellung an Reststoffen anfällt, ist nicht-essbar und schließlich wird alle drei, vier Jahre überhaupt nichts Essbares auf dem Feld angebaut.

Stickstoff und vor allem Phosphor, die wir dem Acker entziehen, landen bei der Verarbeitung in den Nebenprodukten: Dreiviertel des Phosphors stecken in der Kleie, 100% in den Rückständen der Ölerzeugung! Nachhaltigkeit bedeutet, die Produktivität meiner Ressourcen zu erhalten und deswegen müssen diese Nährstoffe zurück auf den Acker.

Wenn man dazu nun alle Rückstände aus der Brauerei und jede Kartoffelschale in den Boden einarbeitet, wären die Stoffe irgendwann wieder verfügbar – aber nicht dann, wenn die Pflanzen sie brauchen. Dünger muss immer dann ausgebracht werden, wenn Pflanzen einen Wachstumsschub haben. Deswegen brauchen Sie lagerfähigen Dünger: Mineraldünger, Gärreste aus der Biogasanlage oder Gülle aus der Nutztierhaltung.

Aber Mineraldünger ist nicht unbedingt die nachhaltige Lösung?
Ja, es bleiben Biogas und Nutztier, aber durch das Nutztier erhalte ich zusätzliche Lebensmittel, wenn ich nicht-essbare Reststoffe verfüttere. Erst wenn ich auf dem Acker gezielt Futtermittel anbaue, entsteht Nahrungskonkurrenz.

© W. Windisch

Es bestehen reichlich Zielkonflikte zwischen Umweltschutz, Effizienz und Lebensmittelkonkurrenz. Wenn wir z. B. den Anteil der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft betrachten, werden mal 27% genannt, mal 17% und die Hälfte stammt angeblich aus der Tierhaltung. Sie haben hier mal nachgerechnet.
27% werden in Wirklichkeit dem gesamten „Food Sector“ zugerechnet und die 17% beruhen auf älteren Publikationen über nordamerikanische Produktionsverhältnisse inklusive Getreide- oder Luzerneanbau mit Bewässerung, die dann auf die ganze Welt übertragen werden.

Nehmen wir dagegen die Zahlen für Deutschland, sieht es ganz anders aus: 6% der CO2-Äquivalente stammen laut Umweltbundesamt aus Methan. 2% kommen aus Abfallwirtschaft und Verbrennung, 4% aus der Landwirtschaft und davon 2% auf die Bodenbewirtschaftung und 2% auf die Viehhaltung.

© W. Windisch

Wir dürfen aber nicht sektoral denken, nur auf Umweltschutz und Emissionen schauen und deswegen mehr Geflügelfleisch essen. Heute setzen wir zu Produktion von Geflügelfleisch eigentlich lauter Lebensmittel ein. Ein extensiv gehaltenes Rind dagegen frisst keinem Menschen etwas weg.

Sie schlagen vor, für den Menschen nicht essbarer Biomasse stärker zu nutzen. Wie sähe die entsprechende Strategie aus?
Zunächst mal: primäres Ziel der Landwirtschaft ist es möglichst viele „vegane“ Lebensmittel zu produzieren, Tierproduktion ist immer eine sekundäre Verwertung. Beim Anbau von Mais, Reis und Getreide entsteht sehr viel nicht-essbare Biomasse, die on-top über Tierproduktion verwertet werden kann. Wir müssen also den veganen Pflanzenbau in diesem Sinn unterstützen, wo es nur geht.

Von der gewonnenen Biomasse darf ich aber dann nichts verlieren – weder qualitativ noch quantitativ. Quantitative Verluste können z. B. bei schlechter Konservierung auftreten, etwa wenn ich nur Heu mache und dabei viel mehr verliere, als bei der Grassilage. Dann muss ich den Lignocellulose -Gehalt runterbringen – eine qualitative Verbesserung durch gute Erntetechnik und langfristig natürlich auch durch Pflanzenzüchtung

Sie dürfen Qualität niemals „unter Preis“ verfüttern. Wenn Sie im Futter hohe Nährstoffgehalte haben, sollten sie immer an die produktivste Tierart verfüttern und da ist z. B. Milchproduktion viel produktiver als Fleischproduktion. Vorausgesetzt die nötige Infrastruktur (Elektrizität, Straßen etc.) ist vorhanden. Wir werden immer auch Mutterkuhhaltung haben, aber eben eher an abgelegenen oder weniger erschlossenen Standorten. Und auch Bullenmast, einfach schon deshalb, weil jedes zweite geborene Kalb männlich ist.

Sie haben auch die Vor- und Nachteile der verschiedenen Nutztierarten beleuchtet. Broiler etwa haben die beste Futterverwertung, den niedrigsten CO2-Fußabdruck, aber bei der Nahrungskonkurrenz sieht es schlecht aus.
Ja, die Nahrungskonkurrenz wird in Zukunft der dominierende Faktor sein. Man kann fragen: inwieweit verbraucht die Tierhaltung zusätzliche Ackerfläche? Und der Broiler lebt – in unserer modernen Produktion – praktisch ausschließlich von Ackerflächen.

Aber ich gewinne durch den Broiler höherwertiges, weil tierisches, Eiweiß oder?
Die Tierproduktion hat immer einen Haken: die sogenannte „doppelte Transformation“. Wenn wir Soja ans Tier verfüttern, statt es selbst zu essen, gewinnen wir mit dem Fleisch zwar höherwertiges Eiweiß, habe aber die „geerntete“ Gesamtmenge an Eiweiß ist kleiner als der Input. Es kommt darauf an, ob der Gewinn an Qualität den Verlust an Quantität wettmacht? Verfüttern Sie lebensmitteltaugliches Material, haben Sie immer Verluste. Ist das Futter dagegen nicht-essbar, haben Sie einen Gewinn, weil Sie aus „wertlosen“ Stickstoffverbindungen hochwertiges Eiweiß gemacht haben. Eiweiß im Gras ist für Menschen einfach nicht verwertbar. Über die Wiederkäuer bekommen wir aber am Ende vielleicht 30-40% essbares Protein, d. h. 30-40% Reingewinn für den Menschen.

Und, so lange es um nicht-essbare Reststoffe aus dem „veganen“ Landbau geht, sind die Stickstoffemissionen immer die gleichen. Egal ob ich die Reste auf dem Feld ausbringe, in der Biogasanlage verwerte oder ans Nutztier verfüttere.

Nun argumentieren manche Veganer, man könnte auf die Reststoffverwertung über Nutztiere verzichten und einfach die Pflanze im Ganzen essen: das ganze Korn im Vollkornbrot oder die Sojabohne insgesamt. Aber sie essen ja nicht das Getreide mitsamt dem Halm. Unsere gesamte Lebensmittelproduktion beruht doch auf der Separation höher-wertiger Stoffe von Reststoffen.

Die insgesamt auf dem Acker anfallende Biomasse wird in verschiedene Komponenten zerlegt, um dann jeweils möglichst intelligent genutzt zu werden. Verfüttern wir die unverdauliche Kleie an Tiere, statt sie im Brot zu belassen, gewinnen wir aus der gleichen Menge Biomasse mehr menschliche Nahrung.

Haferdrink und Sojamilch sind ja hochverarbeitete Lebensmittel, die nur hochwertige Pflanzenbestandteile enthalten. Verfüttern wir die Reste aus deren Produktion an Nutztiere, bekommen wir am Ende insgesamt mehr Lebensmittel raus.

© W. Windisch

Kommen wir zu den Alternativen zu Rindern, Schweinen und Geflügel. Wie schneiden denn Fische aus der Aquakultur in der Gesamtrechnung ab?
Mit den heutigen Futterkomponenten in der Aquakultur, sind Fische mittlerweile zu landwirtschaftlichen Nutztieren geworden: sie fressen überwiegend Lebensmittel vom Acker. Muscheln und Schnecken dagegen können nicht-essbare Biomasse verwerten. Sie können aus Algen Eiweiß extrahieren und dann an Fische verfüttern – aber was machen Sie mit dem Rest? Muscheln und Schnecken können den verwerten.

Die ersten Insekten-Burger sind neuerdings im Handel. Wäre das ein Weg zur Ressourceneffizienz?
Auch Insekten sind dann ganz normale Nutztiere: sie verbrauchen Futter, hinterlassen Mist, verursachen Emissionen und diejenigen Insekten, die dabei effizient sind, sind es, weil sie Lebensmittel fressen: der Kornkäfer, der Mehlwurm. Auch bei den Insekten geht es um „doppelte Transformation“ und Lebensmittelkonkurrenz.

Der Mehlwurm ist eindeutig ein Lebensmittelkonkurrent. Soldatenfliegen dagegen lassen sich sogar auf Gülle noch halten. Wenn aber solche Fliegenmaden z. B. mit Tomaten gefüttert werden, fressen sie die Frucht nicht ganz. Der Cellulose-Strunk bleibt übrig, denn die Fliegenmaden machen nichts anderes als Separation. Wiederkäuer würden dagegen die Tomatenbestandteile mit Hilfe der Mikroorganismen in ihren Vormägen komplett abbauen.

Und zur „doppelten Transformation“ eine Frage: würden Sie Wildschweine schießen, um sie an Hausschweine zu verfüttern? Wohl eher nicht. Aber das ist genau, was wir bei den Insekten tun würden, wenn wir sie mit regulären Futtermitteln ernähren, um Insekten-Protein zu produzieren und das anschließend an Schweine verfüttern. Wenn Biomasse ohnehin vorhanden ist, die an Nutztiere verfüttert werden kann, sollte sie direkt und nicht über einen zweiten Verwertungszyklus verwertet werden. Und man sollte auch die Insekten besser gleich selbst essen, denn auch Insekten haben eine Transformations-Effizienz von vielleicht 50%.

Die entscheidende Frage ist: wieviel Insekten-Protein bekomme ich aus den eingangs genannten vier Kilo nicht-essbarer Biomasse? Und da sieht es momentan schlecht aus: alle derzeit eingesetzten Insekten können mit faserreichem Material kaum etwas anfangen. Wahrscheinlich gibt es aber Insektenarten, die das können. Vielleicht Bockkäfer, Borkenkäfer oder Seidenspinner.

© W. Windisch

Wie sähe es denn aus, wenn Insekten Lebensmittelabfälle (“former foods“) vertilgen und anschließend selbst an Hühner und Schweine verfüttert werden? Das ist zwar derzeit in der EU noch verboten, würde aber doch auch der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken oder?
Zunächst müssen wir uns über die Mengen im Klaren sein. Insgesamt geht es – je nach Berechnung – pro Bundesbürger und Jahr um 50 bis 80 Kilo Frisch- und vielleicht 30 Kilo Trockenmasse. Im Vergleich zur Gesamtmenge an Nebenprodukten ist das doch recht wenig und ich glaube nicht, dass der Beitrag über 10% liegen würde. Denken Sie immer an die 4 Kilo Reststoff pro Kilo pflanzlichem Nahrungsmittel. Außerdem entstehen die Verluste weniger beim Lebensmitteleinzelhandel, sondern mehr in den Privathaushalten. Natürlich ist Verwertung immer sinnvoll, aber eine durchschlagende Wirkung hätte es nicht.

Zwar denkt man immer zunächst an weggeworfenes Gemüse, aber den Löwenanteil machen verpackte Lebensmittel aus. Und mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Start-Ups, die sich dem Thema widmen und die Ware auspacken. Was sie dadurch gewinnen, ist zum Teil höchstwertiges Material und damit hervorragendes Geflügel- und Schweinefutter!

Also Toastbrot zum Beispiel?
Ja, Toastbrot oder auch Nudeln. Sie müssen nur Inhalt und Verpackung sauber – auch lebensmittelrechtlich einwandfrei – trennen. Müllereien sind ja heute schon auch Futtermittelhändler und müssen dem Futtermittelrecht Genüge tun und auch der Lebensmitteleinzelhandel wäre dazu in der Lage. In jedem anderen Wirtschaftszweig werden Produktionsabfälle wieder in ihre Einzelteile zerlegt und recycelt. Wir brauchen das Insekt nicht als Feigenblatt. Die Lebensmittel-„Abfälle“ des LEH müssten nur fachgerecht aufbereitet werden und könnten dann besser an Schweine und Hühner verfüttert werden.

© W. Windisch

Dann hätten wir noch „Kunstfleisch“ aus der Petrischale.
Das Kunstfleisch ist nichts anderes als ein Nutztier. Mit allen Konsequenzen: man muss es füttern, es gibt CO2 ab, es produziert Abfallstoffe. Im Produktionsprozess gibt es alle Elemente, die auch ein lebendes Tier hat. In einem Kreislaufsystem müssen Nährstoffe transportiert und Abfallstoffe entsorgt werden. Sie brauchen eine Art Leber und eine Art Niere, wenn Sie nicht alle zwei Tage die Nährlösung wegwerfen wollen. Statt des tierischen Immunsystems haben Sie ständigen Sterilisationsaufwand und alles zusammengenommen hohen Energieaufwand. Wenn Sie alles zusammenzählen, ist die Effizienz von Kunstfleisch ungefähr die gleiche wie beim Broiler.

Mit einem Unterschied: den Broiler füttern Sie mit Gerste und Soja, aber ein Zellkultursystem füttern Sie mit höchstreiner Glucose und Aminosäuren, so wie man einen Menschen parenteral ernähren würde. Der Verdauungsprozess wird also in eine Industrieanlage verlagert, die Soja und Mais verarbeitet! Lebensmittel, die ohnehin schon da sind, werden aufbereitet und an ein Zellkultursystem „verfüttert“ und auch hier haben Sie wieder „doppelte Transformation“.

Wenn es aber in Zukunft gelänge nicht-essbare Biomasse, mit vernünftigem Aufwand, in Glucose und Aminosäuren zu zerlegen, würde Kunstfleisch auf einmal wieder interessant. Und daran wird international bereits gearbeitet.

In Zukunft verfüttern wir also nur noch die für den Menschen nichtverwertbaren Futterstoffe an Tiere. Wieviel Fleisch landet denn dann zukünftig noch auf dem Teller, wenn unsere Proteinversorgung ressourceneffizient, umweltverträglich und nachhaltig sein soll? Im Jahr 2020 57,3 kg waren es pro Kopf und Jahr.
Wir müssen den Fleischkonsum wahrscheinlich deutlich mehr als halbieren; grob geschätzt landen wir eher bei einem Drittel. Und das gilt nicht nur für Fleisch, sondern für alle tierischen Lebensmittel.

Aber es wird nicht ausschließlich Milchviehhaltung geben, auch Schweine und Geflügel werden in Zukunft ihren Platz haben, nur die Relation wird sich verschieben. Die Faustregel könnte lauten: Koppelprodukte an Rinder und Nebenprodukte an Schweine und Geflügel verfüttern. Beim Rind sollten wir möglichst faserhaltiges Material nutzen, bei dem wirklich die mikrobielle Fermentation zum Einsatz kommt. Etwas höherwertige, aber nicht lebensmitteltaugliche, Stoffe gehen dann an Schweine und Geflügel – nur die Leistung erreicht eben nicht mehr das heutige Niveau.

Eine Reduzierung auf 33% des heutigen Fleisch-, Eier- und Milchkonsums führt aber nicht zu Bestandsverringerungen um 66%. Die Tierbestände sind dann vielleicht noch halb so groß wie heute, bei geringerer Leistung?
Im globalen Maßstab haben wir heute zu viele Nutztiere, die Lebensmittel verbrauchen. Verzichten wir aber ganz auf tierische Produktion, bleiben Ressourcen ungenutzt. Wir müssen zurück zum Fußballfeld: diese Fläche soll so viele Menschen wir möglich satt machen und zwar unter Erhaltung ihrer Produktivität.

Weltweit werden Wiederkäuer eine große Bedeutung haben, weil 75% des Spielfeldes aus Grasland bestehen. In Deutschland dagegen haben wir viel mehr Ackerland und deshalb auch größere Mengen Nebenprodukte der Lebensmittelverarbeitung. In Deutschland werden wir deshalb viel mehr Schweine und Geflügel haben, als im internationalen Vergleich. Es gibt keine einheitliche Lösung, einheitliche Lösungen sind immer Verschwendung.

Anlass für dieses Interview war ein Vortrag von Prof. Windisch „Die Kuh als Umweltsau? Rinderhaltung im Blickfeld von Umweltschutz und Nachhaltigkeit“, im Rahmen der Tierärzte-Fortbildung „Expertise 2021“ von MSD Deutschland.

Herdenmanagement von Legehennen bei Hitzewellen

Von Dr. Lea Klambeck und Prof. Dr. Robby Andersson
Fakultät für Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur, Schwerpunkt angewandte Geflügelwissenschaften, Hochschule Osnabrück

In den Jahren 2019 und 2020 waren die Sommermonate geprägt von Hitzewellen und Trockenperioden, welche auch für kommende Jahre prognostiziert werden. Diese extremen Wetterlagen stellen Tierhalter auch in der Jung- und Legehennenhaltung vor neue Herausforderungen. Frühzeitiges Handeln ist dabei die beste Möglichkeit das Stallklima für die Tiere erträglich zu gestalten.

Als ideale Raumtemperatur für Legehennen mit guter Befiederung gilt gemeinhin ein Temperaturbereich zwischen 18 und 24 °C. Wenn aber hohe Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit zusammenkommen, wird unserem Nutzgeflügel sehr schnell zu warm.

Jung- und Legehennen haben im Vergleich zu vielen Haussäugetieren nur begrenzte Möglichkeiten Wärme abzugeben, da sie ein Federkleid haben und keine Schweißdrüsen besitzen. Die Abgabe von überschüssiger Körperwärme durch Ableitung an kalte Flächen und Abstrahlung an die kühlere Umgebung spielen daher bei Geflügel im Gegensatz zum Schwein eine untergeordnete Rolle bei der Thermoregulation der Hennen. Durch Hecheln (Evaporation) können Legehennen Feuchtigkeit abgeben und die dabei entstehende Verdunstungskälte nutzen (siehe Tabellen 1 und 2). Die Effektivität des Wärmeverlustes durch Hecheln (evaporative Kühlung) ist vorrangig von der relativen Luftfeuchtigkeit (rLF) der Stallluft abhängig. Bei Werten ab ca. 70 % rLF ist die Luft mit Feuchtigkeit fast gesättigt, die Abgabe der Feuchtigkeit aus der Atemluft ist dann kaum mehr möglich und folglich kann keine Verdunstungskälte entstehen.

Rechtzeitig für Kühlung sorgen
Die Wärmebelastung von Geflügel wird als Enthalpie bezeichnet. Der Enthalpiewert berechnet sich aus einer Kombination von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Bei Enthalpiewerten ab ca. 72 kJ / kg Luft besteht bei Geflügel ein hohes Risiko für den Hitzetod. Ab der für Geflügel kritischen Obergrenze von 67 kJ / kg Luft müssen daher Maßnahmen zur Reduktion der Wärmebelastung der Tiere durchgeführt werden. Dieser Wert wird beispielsweise bereits bei 25 °C in Kombination mit ca. 80 % relative Luftfeuchtigkeit (rLF) oder 31 °C und ca. 50 % rLF überschritten. Es kommt zur reduzierten Futter- und Wasseraufnahme, welche oft mit einer Unterversorgung und folglich Leistungseinbruch einhergehen. In den Sommermonaten (Mai bis September) können die regional zu erwartenden Enthalpiewerte u.a. beim Deutschen Wetterdienst (DWD) abgerufen werden und ermöglichen eine frühzeitige Anpassung des Herdenmanagements an problematische Wetterlagen.

Bei kurzfristigen Hitze-Ereignissen (erheblicher Anstieg von Temperatur (> 5°C) und relativer Luftfeuchte (> 10 %) innerhalb von 48 Stunden) haben besonders Hennen in der Legespitze erhebliche Anpassungsprobleme. Anders ist das bei mittelfristigen Hitzeperioden. Dadurch, dass die klimatischen Bedingungen über einen längeren Zeitraum relativ konstant bleiben und die Tiere keinen allzu großen Schwankungen ausgesetzt sind, erhält der Körper die Möglichkeit, sich in einem gewissen Rahmen auf diese Bedingungen einzustellen. In beiden Fällen ist das aktive Herdenmanagement von besonderer Bedeutung, um die Belastung der Tiere möglichst gering zu halten.

Eine gut funktionierende Stalllüftung mit gleichmäßigem Luftaustausch im Stall gewährleistet den Abtransport überschüssiger Körperwärme und Luftfeuchtigkeit vom Tier weg. Der Abtransport von Wärme kann über die Luftbewegung und die Luftgeschwindigkeit im Stall reguliert werden. Die Effizienz der Wärmeabgabe der Hennen wird durch das Abspreizen der Flügel und Federn weiter gefördert. Die Luftbewegung im Stall ist elementar für den Abtransport der Körperwärme der Hennen. Bei Hitzeperioden ist als Faustzahl eine Mindestluftrate im Stall von 10m³ / h / Legehenne zu empfehlen, um Wärme und Luftfeuchtigkeit aus dem Stall zu transportieren. Eine Nachrüstung von Luftumwälzern oder zusätzlichen Ventilatoren kann erforderlich sein und eine sinnvolle Investition darstellen.

Bei Neubauten sollten die Ställe so ausgerichtet sein, dass natürliche Luftströmungen (Wind) für die Kühlung des Gebäudes genutzt werden können. Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung zum Beispiel durch kurzzeitiges Abhängen der Fensterflächen und eine gute Dämmung können das Klima im Stall weiter begünstigen. Auch Sprühkühlungen oder mobile Vernebelungsgeräte (bei Neubauten oder als Nachrüstung) zur Erzeugung von Verdunstungskälte haben sich bewährt. Dabei darf die Feuchtigkeit nicht direkt auf Tiere oder die Einstreu niedergehen. Der Tierhalter muss auch hierbei darauf achten, dass die relative Luftfeuchte möglichst unter ca. 70 % gehalten wird. Überschüssige Feuchtigkeit in der Stallluft muss durch eine entsprechend ausgelegte Lüftungsanlage aus dem Stall geleitet werden. Der Rat eines Lüftungsexperten ist in diesem Zusammenhang dringend zu empfehlen.

Die verlässliche Funktionalität der Stalltechnik und eine ständige Kontrolle der Tiere durch eine verantwortliche Person in Hitzeperioden sind Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Management. Bei akuten Hitzeereignissen ist die ständige Präsenz unumgänglich, um Managementmaßnahmen einzuleiten, zu kontrollieren bzw. anzupassen.


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Tierwohlindikatoren kostenfrei online recherchieren

Um messen zu können, ob sich die Haltungsbedingungen für Nutztiere verbessert haben, ist es wichtig, das Tierwohl an konkreten Indikatoren festzumachen. Hier ist die Wissenschaft schon sehr weit und hat eine Vielzahl an Indikatoren entwickelt, doch bislang fehlte es an einer gut recherchierbaren Übersicht. Welche Tierwohlindikatoren gibt es? Und für welche Tierarten und Lebensabschnitte? Die neue, kostenlose Web-Anwendung „Literaturdatenbank Tierwohlindikatoren“ verschafft einen Überblick darüber.

Die Web-Anwendung wurde vom Projektteam „Nationales Tierwohl-Monitoring“ erarbeitet und vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) umgesetzt. „Das Online-Tool bietet vor allem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, aber auch Praktikerinnen und Praktikern und der interessierten Öffentlichkeit einen umfassenden Überblick über den Stand des Wissens“, sagt Angela Bergschmidt vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, die das Projekt koordiniert. Für zahlreiche Tierarten können Tierwohlindikatoren gefiltert und Steckbriefe heruntergeladen werden. Dabei sind alle Filter frei kombinierbar: Haltung, Transport und Schlachtung von Kälbern, Mastrindern, Milchkühen, Saug- und Aufzuchtferkeln, Sauen, Mastschweinen, Legehennen, Masthühnern, Puten sowie Regenbogenforellen und Karpfen aus der Aquakultur.

Neben 26 Themenbereichen, wie beispielsweise „Atmungssystem“ oder „Sauberkeit der Tiere“, lässt sich die Auswahl auf tierbezogene oder management- bzw. ressourcenbezogene Indikatoren begrenzen. Auch auf die übergeordneten Tierwohl-Dimensionen „körperliche Gesundheit“, „Verhalten“ und „Emotionen“ kann der Schwerpunkt gelegt werden. Somit lassen sich verschiedene Kriterien miteinander verbinden und detaillierte Infos zu Indikatoren, die in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben sind, anzeigen lassen.

Jeder Steckbrief beinhaltet neben einer Kurzbeschreibung des Indikators auch den von ihm adressierten Tierwohlaspekt – also: „Warum wird er erfasst?“. Informationen zur Erhebungsmethode, der Datenlage in Deutschland und – sofern keine Daten vorhanden sind – Empfehlungen zu Datenerhebungen vervollständigen das Bild.

Link zur Web-Anwendung „Literaturdatenbank Tierwohlindikatoren“

Weitere Informationen zum Projekt Nationales Tierwohl-Monitoring NaTiMon

Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei