Prof. Robby Andersson: Anforderungen an moderne Beleuchtung im Geflügelstall – #EuroTier2021

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Künstliches Licht im Geflügel-Stall soll, so weit wie möglich, dem natürlichen Licht entsprechen. Es steht die Forderung im Raum, dass 3% oder gar 5% der Stallfläche von Tageslicht erreicht wird. Deshalb stellt sich die Frage, was „natürliches Licht“ eigentlich ist? Prof. Robby Andersson, Leiter des Lehr- und Forschungsschwerpunktes Nutzgeflügel an der Hochschule Osnabrück, stellte hierzu neueste Forschungsergebnisse anlässlich der EuroTier 2021 vor.

In freier Wildbahn leben Puten am Waldrand und unter freiem Himmel, Hühner dagegen in Wald. Folgerichtig nahmen die Osnabrücker Forscher Messungen an eben diesen Orten vor. Wie auch der Mensch feststellen kann, ist es unter freiem Himmel deutlich heller als im Wald, dafür ist das Licht dort „wärmer“, Farben erscheinen unterschiedlich intensiv.

Langzeit-Messungen ergaben, je nach Messort, auch unterschiedliche UV-A-Anteile im Licht. In der „Steppe“, wo sich Puten aufhalten, waren es im Jahresdurschnitt ca. 6,5% und im „Dschungel“, wo Hühner ursprünglich lebten, ca. 2,5%. Und Vögel sehen eben auch noch im UV-Bereich, was dem Menschen unmöglich ist.

Fällt nun das Tageslicht durch Kunststoffscheiben in den Stall, werden sämtliche Farben gefiltert, die Tiere sehen alles in Falschfarben und die UH-A-Anteile gehen sogar komplett verloren. Deshalb ließe sich „Helligkeit im Stall“ auch nicht in Lux ausdrücken, so Andersson, denn dann fehlten wichtige Bereiche, die ein Vogel wahrnehmen kann.

Auch sehen Vögel mindestens doppelt so viele Bilder pro Sekunde wie der Mensch und nehmen deswegen Licht-Flackern deutlich besser wahr. Sie empfinden dies natürlich als sehr unangenehm und reagieren u. U. mit Verhaltensstörungen. Glühbirnen flackern für Hühner und Puten unaufhörlich und auch viele LEDs tun dies und sind als Stallbeleuchtung deshalb ungeeignet. Aber: es gebe flackerfreie LEDs, die im Bereich von 3.000 Herz oder sogar mehr Licht emittieren, so Andersson.

Vögel brauchen in ihrer Umgebung alle Farben des Lichtspektrums, von Ultraviolett (320 nM) bis ins Rot (780 nM). Da Puten und Hühner auch noch unterschiedliche Anforderungen ans Licht stellen, sollten zukünftig, so der Osnabrücker Wissenschaftler, wahrscheinlich Puten und Hühner in unterschiedlichen „Licht-Habitaten“ gehalten werden: Puten unter UV-reicherem Licht als Hühner. In entsprechenden Versuchen hätten sich der genannte 2,5% UV-A-Anteil für Hühner bereits bestens bewährt.

Lokale Hühnerrassen und einheimische Futtermittel – eine nachhaltige Alternative für die Geflügelproduktion?

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Interdisziplinäres Forschungsteam untersucht Wertschöpfungskette vom Futterbau bis zur Vermarktung

Insel Riems, 10. Februar 2021. Agrarwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Göttingen und des Friedrich-Loeffler-Instituts haben untersucht, ob die Nutzung lokaler Hühnerrassen und deren Kreuzungen sowie die Fütterung mit heimischen Ackerbohnen statt importiertem Soja eine Alternative für die Geflügelproduktion darstellen kann. In dem dreijährigen Projekt wurden zwei lokale Rassen sowie Elterntiere aus der Wirtschaftsgeflügelzucht und deren Kreuzungen hinsichtlich der Mast- und Legeleistung charakterisiert.

„Ziel war es, nicht nur einen isolierten Aspekt zu betrachten, sondern die ganze Wertschöpfungskette von der Eignung der Rassen und der Futterpflanzen über die Tiergesundheit und die Produktqualität bis hin zu den Verbrauchererwartungen zu analysieren“, so Prof. Dr. Henner Simianer aus der Abteilung Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Göttingen, der das Projekt koordinierte. In dem Projekt kam Futter zum Einsatz, dessen Eiweißkomponente vorrangig aus einheimischen Ackerbohnen anstelle des importierten Sojaschrots bestand. Entgegen früheren Berichten erwiesen sich die in der Ackerbohne enthaltenen antinutritiven Substanzen bei den hier untersuchten Tieren als unproblematisch und hatten keine nachteiligen Effekte auf die Tiergesundheit und Produktqualität. Antinutritive Substanzen sind Substanzen in Futtermitteln, die unabhängig vom Gehalt an Nährstoffen und Vitaminen negative Wirkungen auf das Tier haben könnten.

Einige der geprüften Hühnerkreuzungen, insbesondere die Kombination Bresse Gaulloise und White Rock, zeigten eine ansprechende Legeleistung der Hennen, während die Mastleistung der Hähne hinter kommerziellen Broilerlinien zurückblieb. Allerdings gelang es auch, spezielle Produktqualitäten zu erzeugen, wie zum Beispiel dotterreichere Eier oder Hähnchen, die weniger einseitig einen extrem großen Brustmuskel entwickeln und dadurch für besondere Zubereitungsarten geeignet sind. In der begleitenden Verbraucheranalyse stellte sich allerdings heraus, dass Konsumentinnen und Konsumenten noch zu wenig Informationen über verwendete Rassen und Produktionssysteme in ihre Kaufentscheidung einbeziehen.

„Lokale Rassen in der landwirtschaftlichen Produktion zu nutzen, erweitert nicht nur die Produktpalette für den Verbraucher, sondern trägt auch wesentlich zum Schutz der Rassenvielfalt beim Haushuhn bei“, sagt Prof. Dr. Steffen Weigend vom Institut für Nutztiergenetik am Friedrich-Loeffler-Institut. So wurden die Kreuzungstiere der alten Rassen nicht nur wissenschaftlich untersucht, sondern darüber hinaus von verschiedenen praktischen Geflügelhaltern getestet. Diese schätzten nicht nur die höhere Anzahl Eier der Kreuzungstiere im Vergleich zu den alten Rassen, sondern auch das friedliche Verhalten der Tiere. Positiv herausgehoben wurde zudem, dass eine Nutzung der Kreuzungsnachkommen den Erhalt der lokalen Rassen unterstützt.

Eine Präsentation und ein Film des vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geförderten Projekts „Potentiale der Nutzung regionaler Rassen und einheimischer Eiweißfuttermittel in der Geflügelproduktion“ sind auf dem Youtube-Kanal der Universität Göttingen zugänglich:

Präsentation: „Ackerbohne und regionale Hühnerrasse“

Film: „Ackerbohne und regionale Hühnerrasse: Alternative für die extensive Geflügelproduktion?“

Originalveröffentlichungen:
Escobedo del Bosque et al. (2020). Meat Quality Parameters and Sensory Properties of One High-Performing and Two Local Chicken Breeds Fed with Vicia faba. Foods 9, 1052. DOI: 10.3390/foods9081052

Nolte, T. et al. (2020). Egg Production and Bone Stability of Local Chicken Breeds and Their Crosses Fed with Faba Beans. Animals 10, 1480. DOI: 10.3390/ani10091480

Nolte, T. et al (2020). Growth Performance of Local Chicken Breeds, a High-Performance Genotype and Their Crosses Fed with Regional Faba Beans to Replace Soy. Animals 10, 702. DOI: 10.3390/ani10040702 

Quellen: Georg-August-Universität Göttingen & Friedrich-Loeffler-Institut

Intramuskulärer Ileitis Impfstoff jetzt auch als 100 Impfdosen Flasche erhältlich

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Nach der Einführung des ersten kombinierbaren intramuskulären Impfstoffes in Europa gegen Lawsonia intracellularis als 50 Impfdosen Flasche im Jahr 2019, bringt MSD Tiergesundheit zusätzlich die arbeitswirtschaftliche 100 Impfdosen Flasche auf den Markt.

Durch die Impfung in den Muskel erhält jedes Tier sicher die volle Impfdosis. Besonders anwenderfreundlich und arbeitswirtschaftlich ist die Mischbarkeit mit der gebrauchsfertigen Kombi-Impfung gegen PCV2 und M. hyo von MSD Tiergesundheit. Im Bedarfsfall ist die Einzelanwendung mittels Lösungsmittel möglich. Der Totimpfstoff kann auch bei zeitgleicher antibiotischer Therapie erfolgreich angewendet werden, so dass auch unter solchen Betriebsbedingungen die Wirksamkeit gegenüber Lawsonia intracellularis gewährleistet ist. Die Immunitätsdauer von 21 Wochen bietet einen langen Schutz während der Mast.

Mit der Ausbietung einer weiteren Handelsgröße wird Tierärzt*Innen und Landwirt*Innen mehr Variabilität in der Umsetzung ihrer individuellen Gesunderhaltungskonzepte ermöglicht.

Weitere Informationen unter: www.msd-tiergesundheit.de/lawsonia/
Quelle: Intervet Deutschland GmbH

Wie Kühe die Welt erleben und was das für den Umgang mit ihnen bedeutet #EuroTier2021

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Kühe sehen und hören anderes als Menschen. In mancher Hinsicht besser – aber nicht in jeder. Wie die Tiere ihre Umgebung wahrnehmen, sollte jeder Tierhalter wissen und darauf Rücksicht nehmen, wo immer es geht. Benito Weise vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem hielt, im Rahmen des Fachprogramms der EuroTier 2021, einen sehr interessanten Vortrag über „Sinneswahrnehmung beim Rind“.

Zunächst führte er aus, dass Rinder hohe Frequenzen bis zu 35.000 Hz hören können, für Menschen dagegen bereits bei 19.000 Hz Schluss ist. Hohe Töne gut zu hören ist in freier Wildbahn von Vorteil, weil sie oft mit Gefahren verbunden sind. Warnrufe von Vögeln oder ein Rascheln im Gebüsch, werden als Warnzeichen wahrgenommen. Entsprechend empfindlich reagieren Kühe auf hohe Frequenzen und geraten in Stress, wenn ihnen die Geräusche unbekannt sind. Im Stall können dies quietschende Türen sein oder Metallteile, die aufeinanderschlagen. Pfeifen und Zischen von Wasserleitungen oder Hydraulikventilen, gerne im Zusammenhang mit der Melktechnik. Kann eine Kuh dann, z. B. im Fressgitter, die Quelle solcher Geräusche nicht ermitteln, weil sie den Kopf nicht drehen kann (stereoskopischer Bick!), ist Stress vorprogrammiert. Die Dichte von Leitungen regelmäßig zu prüfen und einfach Türen möglichst geschlossen halten, sei deshalb sehr empfehlenswert, um störende Geräusche zu minimieren.

Um Umgang mit seinen Tieren sollte der Halter immer daran denken, Geräusche, auch wenn sie durch ihn selbst verursacht werden, für die Kuh möglichst interpretierbar zu halten. Die ruhige Ansprache schon aus der Entfernung gibt dem Tier Zeit, das Gefahrenpotential abzuschätzen, bevor die Hand des Bauern auf seinem Rücken landet.

Auch das Sehfeld der Tiere sei wesentlich größer als beim Menschen, führte Benito Weise aus: mit einem über 300 Grad-Sichtfeld, sehen sie nur direkt nach hinten nichts. Allerdings lässt die Sehschärfe beim Rundumblick zu wünschen übrig. Nur nach vorn, in einem Winkel von etwa 70 Grad, ist stereoskopisches Sehen möglich und Tiefenschärfe gegeben. Seitlich und nach hinten ist der Blick unscharf und Bewegungen in der Entfernung für das Tier kaum einzuschätzen. Deshalb wendet eine Kuh jeder Bewegung gleich den Kopf zu.

Auch braucht das Kuh-Auge fünf bis sechsmal länger als das menschliche, um sich veränderten Lichtverhältnissen anzupassen. Schon geschlossene Türen können für einheitlichere Lichtverhältnisse im Stall sorgen. Denn, schaut eine Kuh aus dem relativ dunklen Stall durch eine geöffnete Tür ins Sonnenlicht, sieht sie zunächst mal – nichts. Ihre Augen brauchen einige Sekunden für die Adaption. Den Weg durch den Stall ins Freie kann daher schnell unangenehm werden, insbesondere wenn am Ende etwa der Klauenpflegestand wartet. Sind die Seiten dieses Geräts dann auch noch mit allerlei Technik behangen und so die Rundumsicht behindert, reagiert die Kuh mit Stress.

Deswegen sollte man sich – und der Kuh – Zeit lassen für den Weg zur Klauenpflege. Aber die sollte ja ohnehin nie im Akkord geschehen!

Aufgrund des nachhaltigen Erfolgs: Klauenpflaster Mortella Heal von Dr. Kenndoff jetzt deutlich günstiger

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Zahlreiche Betriebe setzen schon lange auf das Klauenpflaster Mortella Heal von Dr. Kenndoff. Denn Mortella Heal kann Kühen sehr schnell Linderung bei Fußproblemen wie z.B. Mortellaro, Hornspalten, offenen Stellen im Zwischenklauenspalt und selbst bei Tylomen verschaffen.

„Die hervorragende Produktleistung, der hohe Bekanntheitsgrad und die breite Akzeptanz von Mortella Heal machen ganz erhebliche Einsparungen möglich. Diese möchte ich als Dankeschön für das entgegengebrachte Vertrauen in vollem Umfang an meine langjährigen Kunden weitergeben“, erklärt Dr. Jochen Kenndoff.

Deshalb hat Dr. Kenndoff für Bestandskunden zum 1. Januar 2021 die Preise um bis zu 61 % gesenkt:
• 24 Anwendungen der kleinen Größe (72×72 mm) mit allem erforderlichen Fixiermaterial kosten nun netto 224,22 €,
• 12 Pflaster der großen Größe (162×86/50 mm) netto 175,70 €.

Neukunden erhalten für die korrekte Anwendung des Mortella Heal-Pflasters auf ihrem Betrieb eine Einweisung in die Verbandstechnik. Bei anschließender Abnahme von zwei weiteren Sets zum Normalpreis erhalten sie kostenfrei zusätzlich ein Set der großen Größe.

Mit Mortella Heal ist Mortellaro bereits im Ansatz effektiv zu bekämpfen. Profitieren Sie von einer intakten und funktionsfähigen Haut, die sich unter Mortella Heal bilden kann. Mortella Heal: Für bestmöglichen Schutz gegen Mortellaro.

Weitere Informationen und Bestellungen unter: www.dr-kenndoff.eu oder Tel.: 040-79 01 21 10.

Quelle: Dr. Kenndoff

Frühe Impfung von Ferkeln gegen Ebergeruch: Forscherteam mit Göttinger Beteiligung untersucht die Immunokastration

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Forscherinnen und Forscher des Thünen Institutes für Ökologischen Landbau und von der Universität Göttingen haben erstmals eine sehr frühe Impfung bei männlichen Ferkeln erprobt, um Ebergeruch beim Fleischverzehr zu vermeiden. Das Projektteam erhob umfangreiche Daten zu den Auswirkungen auf die Mastleistung, auf die Fleisch- und Fettqualität sowie auf das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Animals erschienen.

Insgesamt 109 Schweine wurden in drei Versuchsdurchgängen entweder sehr früh, also in der 3. und 7. Lebenswoche, oder herkömmlich während der Mast in der 12. und 19. Lebenswoche mit Improvac© geimpft. Bei über 90 Prozent der Versuchstiere wurde die Entwicklung von Ebergeruch zuverlässig gehemmt. Die Produktionsleistungen sowie das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere unterschieden sich nicht zwischen den beiden Impfverfahren. Bei der Fleisch- und Fettqualität gab es keine nennenswerten Unterschiede zur herkömmlichen Anwendung der Immunokastration während der Mast.

„Die frühe Impfung gegen Ebergeruch lässt sich gut in die jeweiligen Arbeitsabläufe bei ökologischen und konventionellen Ferkelerzeugern integrieren, was vor allem das Handling im Vergleich zum älteren Mastschwein deutlich erleichtert“, erläutert Ralf Bussemas vom Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst. „Mit Hilfe dieser bis dato einzigartigen Studie zeigen wir eine Möglichkeit, die Impfung gegen Ebergeruch auch für kleine und mittlere Betriebe umsetzbar zu machen“, ergänzt Dr. Johanna Mörlein vom Department für Nutztierwissenschaften der Universität Göttingen.

Die Ergebnisse verdeutlichten, dass die Immunokastration als nicht-invasive Maßnahme besonders geeignet ist, um bereits im frühen Stadium die Entstehung von Ebergeruch zu beeinflussen, ohne die Ferkel dem Stress einer chirurgischen Kastration auszusetzen. Offen bleibt, ob eine höhere als die im Versuch eingesetzte Impfdosis Geruchsabweichungen vollständig verhindern kann.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Tiertransporte bedeuten Stress! Kälber sind beim Transport besonders gefährdet

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Die Bundestierärztekammer (BTK) und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) haben gemeinsam ein Positionspapier erarbeitet, in dem wichtige veterinär- und tierschutzfachliche Forderungen zum Transport von Kälbern formuliert sind.

„Tiertransporte sind immer mit unvermeidbarem Stress für die Tiere verbunden. Gerade bei so jungen Tieren, wie Kälbern, darf das geringe Anpassungsvermögen bei der Bewältigung von Stresssituationen keinesfalls überfordert werden“, sagt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der BTK. Vor Beginn des Transportes muss die Notwendigkeit eines Transportes gegeben sein, die Transportfähigkeit eines jeden Tieres sorgfältig geprüft werden und das Einhalten der Tierschutzanforderungen sowie die Bedarfsdeckung der Tiere unter den jeweils zu erwartenden Transportbedingungen gewährleistet sein. Das Positionspapier soll eine veterinärfachliche Bewertung zum Transport von Kälbern darlegen. „Gleichzeitig möchten wir auf rechtliche Änderungen hinwirken und bis dahin die Einhaltung ergänzender Mindestanforderungen an den Transport von Kälbern einfordern“, erklärt Andreas Franzky, Vorsitzender der TVT.

Veterinär-/tierschutzfachliche Forderungen sind u. a.:

• Kälber sind bis zum Abschluss der 4. Lebenswoche nicht transportfähig.
• Die Transportdauer nicht abgesetzter/nicht entwöhnter Kälber darf acht Stunden nicht übersteigen.
• Nicht abgesetzte Kälber dürfen vom Herkunftsbestand bis zum endgültigen Bestimmungsort über maximal eine Sammelstelle befördert werden, sie müssen dort bedarfs- und verhaltensgerecht gefüttert und getränkt werden.
• Kälber dürfen erst dann mehr als acht Stunden transportiert werden, wenn sie ihren Bedarf für Erhaltung und Aufbau über Festfutter und Wasser decken können, also frühestens, wenn der Prozess des Absetzens abgeschlossen ist. Kälber dürfen nicht erst für den Transport abgesetzt werden.

Positionspapier zum Transport von Kälbern
Quelle: BTK

THESEO DEUTSCHLAND: Neues und Bewährtes auf der EuroTier Digital 2021!

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Wir sind bereit und freuen uns, Ihnen auf der EuroTier digital einen spannenden Messestand zu präsentieren, der eine Vielzahl von Themen aufgreift, u.a. die folgenden:

ANGEKOMMEN – UNSER NEUER AUFTRITT FÜR THESEO DEUTSCHLAND
Wir präsentieren uns mit einem neuen Auftritt auf der EuroTier Digital. Ab sofort ist THESEO Deutschland mit einem neuen Logo unterwegs und nutzt ein für alle THESEO-Standorte einheitliches Etikettenlayout.

IHR PARTNER IM KAMPF GEGEN ASP UND AVIÄRE INFLUENZA
Wir sind Ihr Partner im AGRAR-Bereich, wenn es um erfolgreiche Hygienekonzepte bzw. um die Steigerung des Wohlbefindens der Tiere geht. Wir stehen für Qualitätsprodukte und können mit unserem Know-how dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeit Ihrer Betriebsprozesse zu erhöhen. Denn die Gesundheit Ihrer Tiere liegt uns am Herzen.

TEUFLISCH WIRKSAM: DAS 2-IN-1 – PRODUKT MEFISTO SHOCK
Sie sind der Experte für Ihre Tiere – wir für die Stallhygiene. Gemeinsam können wir erfolgreich sein.

Nutzen Sie unsere attraktive MEFISTO-SHOCK-Frühjahrs-Aktion! Das Produkt verfügt über eine einzigartige, außergewöhnlich vielseitige Wirkung gegen Bakterien, Viren, Pilze, Käfer, Schaben, Milben und Fliegen!

Die Fliegensaison rückt näher – profitieren Sie gerade jetzt vom doppelten Nutzen einer Desinfektion mit MEFISTO SHOCK mit zusätzlicher insektizider Wirkung. Sie vereint gleich zwei Behandlungen in einer Anwendung – das spart Zeit und Geld und ist darüber hinaus äußerst effektiv.

Weitere Informationen gibt es unter www.teuflisch-wirksam.de.

Suchen – Finden – Gewinnen
Nehmen Sie an unserem Such-Gewinnspiel teil und gewinnen Sie mit etwas Glück ein hochwertiges Apple iPad!

Diese Themen und noch viel mehr präsentieren wir Ihnen auf der EuroTier digital und wir freuen uns, Sie auf unserem virtuellen Messestand zu begrüßen.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformationen lesen.

Quelle: Theseo Deutschland GmbH

Blütenvielfalt könnte Insektizid-Effekte auf Wildbienen ausgleichen – Studie aus Göttingen und Hohenheim

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Eine höhere Blühpflanzenvielfalt erhöht den Bruterfolg von Wildbienen und könnte helfen, negative Effekte von Insektiziden auszugleichen. Das haben Forschende der Universitäten Göttingen und Hohenheim sowie des Julius-Kühn-Instituts in einem groß angelegten Experiment festgestellt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Ecology Letters erschienen.

Für ihren Versuch untersuchten die Forschenden, wie erfolgreich sich die ökologisch und ökonomisch bedeutsame Wildbiene Osmia bicornis (Rote Mauerbiene) vermehrte. In mehr als 50 Flugkäfigen wurden die Wildbienen hierbei mit verschieden artenreichen Blühmischungen und insektizid-behandeltem Raps zusammengebracht. Anschließend wurde über mehrere Monate der Reproduktionserfolg der Wildbienen, gemessen an der Zahl ihrer Brut und geschlüpfter Nachkommen, untersucht.

Das Forschungsteam fand heraus, dass sich die Zahl der angelegten Brutzellen der Wildbienen, bei denen artenreiche Blühmischungen verfügbar waren, im Vergleich zu den Tieren, bei denen nur Raps-Monokulturen verfügbar waren, verdoppelte. Der Reproduktionserfolg der Wildbienen, die ihre Nachkommen mit Pollen und Nektar versorgen müssen, erhöhte sich sowohl in Käfigen mit einer großen Blühpflanzenvielfalt als auch durch das Vorhandensein einzelner, besonders wichtiger, Pflanzenarten. War für die Tiere hingegen Raps verfügbar, der mit Clothianidin, einem Insektizid aus der Klasse der Neonicotinoide, gebeizt war, wirkte sich dies negativ auf den Reproduktionserfolg aus. Jedoch trat dieser negative Insektizid-Effekt nur in Käfigen mit Raps-Monokulturen auf, was auf eine Kompensation solcher Effekte in Käfigen mit alternativen Nahrungsressourcen aus artenreichen Blühmischungen schließen lässt.

Die Studie zeigt, dass sowohl die Vielfalt von Blühpflanzen als auch Insektizide die Reproduktion von Wildbienen maßgeblich beeinflussen, wobei eine hohe Blühpflanzenvielfalt die negativen Effekte von Insektiziden ausgleichen könnte. „Eine mögliche Erklärung ist, dass die Bienenlarven weniger Insektiziden ausgesetzt sind, und sie von zusätzlichen Nährstoffen profitieren, wenn ihnen neben Raps auch Pollen anderer Pflanzenarten zur Verfügung steht“, erläutert Felix Klaus, Erstautor der Studie und Doktorand in der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Unsere Ergebnisse betonen die wichtige Rolle von artenreichen Blühressourcen für Wildbienen“, ergänzt Prof. Dr. Ingo Grass, Leiter der Abteilung Ökologie Tropischer Agrarsysteme an der Universität Hohenheim. „Wenn ausreichend diverse Blühressourcen in der Agrarlandschaft vorhanden sind, dann könnte dies den negativen Effekten von Monokulturen und Insektiziden entgegenwirken“, so Prof Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie an der Universität Göttingen.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Kälbergesundheit: Kokzidiendurchfälle in Gruppenbuchten

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Von Dr. Hans-Jürgen Kunz, Institut für Tierzucht und Tierhaltung, Christian-Albrechts-Universität Kiel

Treten Kälberdurchfälle in Gruppenbuchten auf, und wird eine Kotprobe eingeschickt, um den Erreger bestimmen zu lassen, werden nicht selten Kokzidien gefunden, zu denen verschiedene Eimerienarten gehören. Eimerien gehören ebenso wie die Kryptosporidien zu den einzelligen Endoparasiten. Es gibt jedoch wesentliche Unterscheidungsmerkmale zwischen beiden Durchfallerregern, die sehr wichtig bei der Bekämpfung und eventuell der Behandlung solcher Kälberdurchfälle sind.

Nicht alle der Eimerienarten, die bei Rindern nachgewiesen werden können, lösen auch Durchfälle aus. Zu starken, bis hin zu wässrigen und blutigen Durchfällen kann es kommen, wenn Eimeria bovis oder auch Eimeria zuernii am Durchfallgeschehen beteiligt sind. Um genau zu wissen, welcher Erreger den Durchfall auslöst, sollte auf jeden Fall ein Erregernachweis durchgeführt werden.

Besonderheiten der Eimerien
Bei Kälbern bzw. Jungrindern sind drei Eimerienarten bekannt, die für besonders starke Durchfälle verantwortlich sein können. Es sind die bereits genannten Arten Eimeria bovis und Eimeria zuernii, die in Ställen auftreten und deren Oozysten in feuchter und warmer Umgebung besonders lange überlebensfähig sind sowie Eimeria alabamensis, ein Endoparasit, der hauptsächlich auf der Weide übertragen wird und dort auch überwintert.

Die Vermehrung der Eimerien findet in der Darmschleimhaut statt, nachdem die Kälber sporulierte Oozysten aufgenommen haben. Bei einer feuchtwarmen Umgebung im Stall dauert die Sporulation etwa zwei bis drei Tage. Im Darm der Kälber werden aus den Oozysten Sporozoiten freigesetzt, die sich anschließend in der Darmwand einnisten. Dort beginnen sie nach einer sechs bis sieben Tage dauernden Reifung mit der ersten Teilung. Die Reifung dieses zweiten Stadiums zu reifen Meronten benötigt etwa eine Zeitspanne von 14 bis 18 Tagen. Anschließend vollziehen sich dann in kurzer Zeit im Blind- und im Dickdarm eine weitere ungeschlechtliche Teilung sowie eine abschließende Teilung, bei der männliche und weibliche Zellen entstehen, die sich am Ende wiederum zu einer neuen Oozyste vereinigen und über den Kot ausgeschieden werden.

Eimerien oder Kryptosporidien?
Wichtig ist es, Durchfälle, die durch Eimerien entstanden sind, von denen, die durch Kryptosporidien verursacht werden, zu unterscheiden. Zunächst scheint das sehr einfach zu sein. Die Zeitspanne von der Oozysten-Aufnahme bis zum Krankheitsausbruch, also den ersten Durchfällen, ist bei Kryptosporidieninfektionen deutlich kürzer als bei Eimeriosen (Kokzidiosen). Kryptosporidiendurchfälle treten in der Regel am Ende der ersten bis zur dritten Lebenswoche auf, manchmal auch darüber hinaus. Das heißt, von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit können eventuell nur drei bis fünf Tage vergehen. Bei einer Eimeriose ist diese Zeitspanne, wie zuvor beschrieben, deutlich länger. Das ist auch der Grund dafür, dass diese Durchfälle frühestens nach der dritten Lebenswoche auftreten.

Auch aus diesem Grund sollte bei einem Durchfallgeschehen im Kälberbestand immer ein Erregernachweis durchgeführt werden. Der Nachweis kann bei Kryptosporidien mithilfe eines Schnelltests auf der Basis einer Antigen-Antikörperreaktion direkt im Stall vorgenommen werden. Bei einem Eimeriendurchfall ist zu empfehlen, Kotproben in einem dafür zertifizierten Labor untersuchen zu lassen, um den oder die Erreger zu identifizieren. In Schleswig-Holstein können solche Proben in das Landeslabor in 24537 Neumünster, Max-Eyth-Straße, eingeschickt werden, hier erfolgt bei Eimerien eine mikroskopische Untersuchung.

Prophylaxe im Stall
Das Vorhandensein von Eimerien führt nicht zwangsweise zu einem Durchfallgeschehen, auch dann nicht, wenn Eimeria bovis oder Eimeria zuernii beteiligt sind. Bei einem geringen Infektionsdruck sind die Kälber sehr wohl in der Lage, eine stabile Immunität gegen die vorhandenen Eimerienarten aufzubauen. Je größer jedoch der Infektionsdruck ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Immunabwehr eine massive Vermehrung der aufgenommenen Endoparasiten nicht mehr verhindern kann und es zu Durchfällen kommt.


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