Verbessern Probiotika die Eischalenqualität im fortgeschrittenen Legezyklus?

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Von Dr. Elisabeth Zißler, Lallemand Animal Nutrition

Mit fortschreitendem Legealter der Hennen werden die Eier größer, während die Qualität der Eischalen durch einen weniger guten Kalzium (Ca)-Stoffwechsel der Hennen abnimmt. Die Erzeuger halten die Hennen heutzutage zunehmend länger, weit über das Alter von 50 Wochen hinaus. Aus diesem Grund ist es für eine rentable Eiproduktion notwendig, den Kalziumstoffwechsel zu unterstützen, um auf diese Weise die Qualität der erzeugten Eier zu verbessern, insbesondere bei älteren Legehennen.

Die Qualität der Eischalen hängt in erster Linie von der Physiologie der Tiere (Alter, genetische Veranlagung, Gesundheit), den Managementpraktiken (Produktionssystem, Beleuchtungsprogramm) und der Fütterung ab, die eine angemessene Ca-Zufuhr gewährleisten sollte. Der Ca-Bedarf der Hennen steigt mit zunehmendem Alter. Der Ca-Gehalt im Futter und die Darreichungsform sollten daher nach der Junghennenphase sorgfältig angepasst werden. Darüber hinaus hängt eine ordnungsgemäße Ca-Assimilation und -Mineralisierung auch vom Gesundheitszustand des Verdauungssystems der Tiere ab.

Die Zugabe von probiotischen Bakterien wie etwa Pediococcus acidilactici CNCM I-4622 im Futter der Tiere verbessert nachweislich die Darm- und Verdauungsfunktionen von Geflügel durch eine Stimulierung der Milchsäurebakterienpopulationen. Es wurde in zahlreichen Studien in verschiedenen Produktionssystemen gezeigt, dass die Fütterung von Probiotika dazu beiträgt, die Anzahl der verworfenen Eier zu reduzieren (Mikulski et al., 2012; Denev et al., 2013; Mikulski et al., 2020) und die Dicke der Eischale zu verbessern – mit direkten Auswirkungen auf die Rentabilität der Betriebe. Welche Mechanismen sind an dieser Optimierung beteiligt? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der probiotischen Wirkung und der Eischalenqualität? Um diese Fragen zu klären, wurden in einer Studie der Dankook-Universität in Südkorea (2020) zusätzliche Parameter wie hormonelle und mineralische Blutmarker oder die chemische Zusammensetzung der Knochen der Hennen untersucht.

Grundlagen: Eischalenbildung und Kalziumstoffwechsel
Mit einem Anteil von 94-97 % an der gesamten Schale ist Ca der Hauptbestandteil der Eischale, der in Form von Kalziumkarbonat (CaCO3) vorliegt. Phosphor (P) und Magnesium (Mg) machen 0,3 % bzw. 0,2 % der Schale aus. Der übrige Teil setzt sich aus einer organischen Matrix zusammen, die hauptsächlich aus Proteinen und Kollagen besteht.


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Im Fokus Kälbergesundheit

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Die Neufassung der Tierschutztransportverordnung (ab dem 1. Januar 2023) schreibt bei betriebsübergreifenden Transporten von Kälbern ein Mindestalter von 28 Tagen vor. Das erfordert größere Kapazitäten bei Platz und Fütterung und mehr Aufmerksamkeit für die Gesundheit der Kälber. In den anstehenden Wintermonaten ist besonderes Augenmerk auf die Atemwege zu richten.

Ein guter Immunstatus, ausreichend hochwertiges Futter, Platz, Luft und Licht und gute Betreuung sind die Säulen einer gesunden Kälberaufzucht. In den frühen Phasen wird der Grundstein für späteres Wachstum und Leistung gelegt.

Für einen guten Start
Neben Durchfall stellen Atemwegserkrankungen das größte Problem in der Kälberaufzucht dar. Die sogenannte Kälbergrippe tritt insbesondere bei Tieren im Alter zwischen drei und sechs Monaten auf, kann aber auch schon bei jüngeren Kälbern zu erheblichen Problemen führen. Der Aufbau eines entsprechenden Immunschutzes – etwa über eine optimale Versorgung hochtragender Muttertiere, gute Geburtshygiene, die schnelle Versorgung mit einer ausreichenden Menge an Kolostrum sowie Vitaminen und Eisen zur Vermeidung einer Eisenmangelanämie – sind in dieser Phase besonders wichtig. Gleiches gilt für die Vermeidung von Stress beispielsweise durch Gruppen- oder Futterumstellungen. Hohe Ansprüche stellt das Kalb auch an die Lüftung: Ausreichend Luftzufuhr, jedoch ohne Zugluft.

Langfristige Konsequenzen von Atemwegserkrankungen
Im Fall der Kälbergrippe kann die Lunge der Tiere nachhaltig geschädigt werden. Dies liegt zum einen an der im Vergleich zum Körpergewicht relativ kleinen Rinderlunge und zum anderen an dem anatomischen Aufbau der Lunge; sie ist stark segmentiert, und jedes Segment wird nur durch einen bronchialen Zugangsweg versorgt. Setzt sich ein solcher Bronchus infolge einer Infektion mit der Kälbergrippe mit Schleim zu, besteht die Gefahr einer Unterversorgung mit Sauerstoff und einer damit einhergehenden dauerhaften Schädigung des betroffenen Lungengewebes.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen können erheblich sein. Neben Kälberverlusten ergeben sich bei erkrankten Tieren höhere Aufwendungen für den Tierarzt und die Medikamente sowie ein erhöhter zeitlicher Betreuungsaufwand. Tiere mit geschädigter Lunge zeigen häufig verringerte Tageszunahmen und schlechtere Milchleistung. Sie sind zudem anfällig für erneute Erkrankungen.

Haltungsbedingungen optimieren
Eine zentrale Maßnahme bei den Haltungsbedingungen liegt in der Verminderung der Belastung mit Schadgasen und hier insbesondere Ammoniak. Gerade in eingestreuten Tiefboxen besteht die Gefahr, dass die Kälber dieses Gas einatmen, das sich über der Einstreu ansammelt. Die Verringerung der Belegdichte und die regelmäßige Entfernung der Mistmatratze sind wichtige Ansätze zur Verbesserung des Stallklimas. Optimal ist die Außenklimahaltung, bei der jedoch ein windgeschützter, trockener Bereich gewährleistet sein muss. Gute Bedingungen für die ersten Lebenswochen bietet deshalb die Haltung im Außenbereich in Einzel- oder Gruppeniglus oder Hüttensystemen mit einem freien, aber zum Teil überdachten Auslauf.

Vorbeugen ist besser als heilen
Die frühe Investition in die Gesundheitsvorsorge des Kalbes in der Aufzuchtphase lohnt sich: ein gesunder, stabiler Kälberbestand minimiert betriebliche Behandlungskosten. Das gilt auch für die Impfung gegen Kälbergrippe. In Milcherzeugerbetrieben, in denen Probleme mit dem Erkrankungskomplex aufgetreten sind, kann es sinnvoll sein, Kälber und Jungrinder im Alter bis zu einem Jahr gegen Rindergrippe zu immunisieren. Kombinationsimpfstoffe gegen die gängigen Erreger stehen zur Verfügung. Auch bei Abgabe der Jungtiere an den Handel oder individuelle Mastbetriebe sind Impfungen ein essenzieller Bestandteil für eine erfolgreiche weitere Aufzucht und Mast. Impfungen gegen Bronchopneumonie zählen zu den Core-Impfungen in jedem Mastbetrieb und werden dringend – so frühzeitig wie möglich – empfohlen. Dies erfordert auch eine entsprechende Honorierung auf der Abnehmerseite.

Idealerweise werden Impfungen im Milchvieh- und späteren Aufzucht- oder Mastbetrieb abgestimmt. Kranke Kälber in der Aufzuchtphase und auch im abnehmenden Betrieb können dadurch vermieden und auch die Anwendung von Antibiotika verringert werden. Empfehlungen gibt die Leitlinie zur Impfung von Rindern und kleinen Wiederkäuern der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin StIKo Vet.

Ein schnelles Handeln im Erkrankungsfall kann schwere Lungenentzündungen verhindern. Die Behandlung durch den Tierarzt erfolgt in der Regel mit Antibiotika. Auch eine kombinierte Gabe mit Entzündungshemmern, die das Entzündungsgeschehen unterbrechen und weitere Schädigungen des Lungengewebes vermeiden, erzielt gute Behandlungserfolge. Je nach Erkrankungsbild können zusätzlich schleimlösende Mittel verabreicht werden.

In Kürze
• Neben Durchfall stellen Atemwegserkrankungen das größte Problem in der Kälberaufzucht dar.
• Es ist wichtig, Umweltstress zu minimieren und das Immunsystem früh genug zu stärken.
• Impfung beugt vor.

Quelle: BfT

Mangel an Nutztierpraktiker:innen spitzt sich zu

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BTK warnt vor Notstand durch Änderung im Tierarzneimittelgesetz

Der Entwurf des Änderungsgesetzes zum Tierarzneimittelgesetz (TAMG) wurde am 22.11.2022 mit den Stimmen der Ampelkoalition im Agrarausschuss angenommen. Die darin enthaltenen Auflagen für Nutztierpraktiker:innen mit immensen Dokumentations- und Meldepflichten für Tierärzt:innen sind für eine Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierschutzes in landwirtschaftlichen Tierhaltungen kontraproduktiv und kosten wertvolle Zeit am Patienten, warnt die Bundestierärztekammer (BTK).

In der Expertenanhörung des Agrarausschusses am 17.10.2022 wurden unsere fachlichen Forderungen eingebracht, die von der Bundesregierung bislang ignoriert wurden, u. a.

• Umsetzung der von der EU geforderten Tierärztlichen Bestandsbetreuung in nationales Recht
• Eindeutige Vorgaben für Stallbau in der Tierschutznutztierhaltungsverordnung
• Schaffung einer einheitlichen Tiergesundheitsdatenbank zur Früherkennung von Krankheitsursachen

Bereits anlässlich des Deutschen Tierärztetags im September 2022 haben die vier großen Verbände BTK, Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt), Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) und Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) in einer Resolution* eine erhebliche Verringerung des administrativen Aufwands für Tierärzt:innen und keine Übernahme der jetzigen Meldeverpflichtung der Tierhalter:innen gefordert.

„Wir weisen die Regierenden darauf hin, dass eine Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierschutzes sowie eine Produktion hochwertiger Lebensmittel tierischer Herkunft nur mit der Tierärzteschaft gelingen kann“, sagt BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann.

Quelle: BTK

* Gemeinsame Resolution von BTK, bpt, BbT und DVG

Bürokratiemonster behindert tierärztliche Tätigkeit
Die Tierärzteschaft bekennt sich klar zu One Health mit der Reduktion des Antibiotikaeinsatzes auf das unerlässliche Mindestmaß. Hierfür wurde der Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin in den letzten 10 Jahren bereits um nahezu 65% reduziert.

Das BMEL plant national ein Antibiotikaminimierungskonzept, das weit über die EU-Vorgaben zur Meldung der Verwendungsmengen hinausgeht. Die Effizienz einer weiteren Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes steht in keinem Verhältnis zu einer dafür sinnlosen und extrem zeitaufwendigen Dokumentation. Dieses Bürokratiemonster wird zu einer weiteren Aufgabe Tierärztlicher Praxen führen und junge Kolleg:innen noch mehr abhalten, in die Praxis zu gehen.

Die tierärztliche Versorgung von Tierbeständen in der Fläche wird weiter verschlechtert, aber auch von Einzeltieren in den Städten zukünftig gefährdet! Wir fordern eine erhebliche Verringerung des administrativen Aufwands für Tierärzt:innen und keine Übernahme der jetzigen Meldeverpflichtung der Tierhalter:innen.

Berlin, den 15. September 2022

Influenza beim Schwein besser verstehen: Erreger, Erscheinungsbild und Bekämpfung

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Von Dr. Kathrin Lillie-Jaschniski, Corporate Technical Service Manager, Ceva Tiergesundheit

Das Auftreten verschiedener Subtypen des Schweineinfluenza-A-Virus (swIAV) verändert zunehmend das klinische Bild in den Beständen und führt immer wieder zu Krankheitswellen in unterschiedlichen Altersgruppen. Denn mittlerweile können viele unterschiedliche Influenza A Subtypen in den Beständen zeitgleich zirkulieren. Betriebe, in denen isolierte Krankheitsausbrüche akut auftreten und die nach Beendigung des Influenzaeinbruchs frei von Influenza sind, werden immer seltener gesehen. Viel häufiger sind inzwischen endemische Formen, die dadurch charakterisiert sind, dass die Viren sich in den Beständen halten und durch Zirkulation in verschiedenen Altersgruppen immer wieder wellenartig zu Erkrankungen führen. In derart betroffenen Betrieben zirkulieren die Viren in der Regel das ganze Jahr über.

Häufig führt eine Influenzainfektion nicht zu deutlich sichtbaren Krankheitszeichen. Allerdings wird das Krankheitsbild oft durch zusätzliche Faktoren wie Temperaturschwankungen oder die Beteiligung weitere Viren oder Bakterien verschlimmert. Hierzu zählen vor allem weitere Influenza-Subtypen (pandemische Influenzaviren), andere Viren (z.B. Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome Virus (PRRSV) und/oder Porcine Circovirus Typ 2 (PCV2)) oder Bakterien (Streptococcus suis (Strep. suis), Actinobacillus pleuropneumoniae (APP), Mycoplasma hyopneumoniae (M.hyo) und/oder Glaesserella parasuis (GPS)). Die Rolle von Influenzaviren als „Wegbereiter“ wird in vielen Fällen oft unterschätzt. Ein Beispiel dafür ist die Interaktion zwischen Streptokokken und Influenzaviren. Hier wird durch eine vorgelagerte swIAV-Infektion nicht krankmachenden Streptokokken das Eindringen in die Lunge und im Nachgang in die Blutbahn ermöglicht, wodurch es zu schweren Streptokokken-Krankheitsverläufen in der Ferkelaufzucht kommen kann. Ähnlich kann es auch bei dem plötzlichen Auftreten von Glässerscher Krankheit (Erreger: GPS) in der Ferkelaufzucht gesehen werden. Daher sollte immer – bei Neuausbrüchen von bakteriellen Atemwegserregern in der Ferkelaufzucht – in den Herden auf zirkulierende Influenzaviren untersucht werden, da diese die Wegbereiter für die Bakterien gewesen sein können.

Hohes Fieber ist typisch
Klinisch relevante Anzeichen für akute Influenzaausbrüche sind hohes Fieber und schwere Atemwegssymptome, die in einigen Fällen mit einer akut erhöhten Verlustrate verbunden sein können. Die Lungenveränderungen, die in solchen Fällen in der Sektion gefunden werden, können mit denen durch Mykoplasma hyopneumoniae verwechselt werden.


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MSD Tiergesundheit präsentiert neue SenseHub® Generation auf der EuroTier 2022

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• Das Kuh-Monitoringsystem SenseHub® liefert in Echtzeit Informationen zu Fruchtbarkeit, Gesundheit und Fütterung von Einzeltieren und der gesamten Herde
• Die neue SenseHub®-Generation verbessert die Zusammenarbeit von Landwirten und Tierärzten und hilft Krankheiten frühzeitig zu erkennen
• Verbessertes Herdenmanagement und mehr Effizienz bei der täglichen Arbeit

Prävention in der Landwirtschaft durch innovative Technologie. Passend zur EuroTier 2022 in Hannover präsentiert MSD Tiergesundheit eine neue Generation des Monitoringsystems SenseHub® 6.0. Die integrierte Datenplattform liefert in Echtzeit Informationen zu Fruchtbarkeit, Gesundheit und Fütterung. Beispielsweise können brünstige Kühe und Tiere mit individuellen Bedürfnissen schnell und zuverlässig aufgespürt werden.

© MSD

„Mit der neuen SenseHub®-Generation bin ich noch besser in der Lage, Auffälligkeiten zu identifizieren, die Einfluss auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Produktivität meiner Herde haben. So kann ich mich voll auf die Tiere konzentrieren, die besondere Aufmerksamkeit benötigen.“ freut sich Fraederk Meppen, Landwirt aus Niedersachsen.

Ein weiterer Vorteil: die verbesserte Zusammenarbeit zwischen Landwirt und Tierarzt. Dank der gewonnenen Daten und Einblicke, können fundiert und rechtzeitig Maßnahmen zur Verbesserung der Reproduktion, der Gesundheit, der Ernährung oder des Wohlbefindens der Tiere ergriffen werden. So können Krankheiten frühzeitig erkannt und dementsprechend behandelt werden.
„Wir als Tierärzte haben nun die Möglichkeit, mit mehr Gewissheit und Effizienz zu arbeiten. Die neueste SenseHub®-Generation unterstützt dieses Vorhaben, indem sie eine maßgeschneiderte Überwachung der Herde bietet. So kann ich auch den Behandlungserfolg viel besser kontrollieren“, so Dr. Stefan Mösenfechtel, Tierarzt in Rietberg.

Alle Monitoring-Funktionen von SenseHub® können an die individuellen Bedürfnisse der Betriebe angepasst und jederzeit, auch von unterwegs am Laptop, Tablet oder Handy verfolgt werden. Mit dem umfassenden Software-Update erweitert MSD Tiergesundheit den Funktions-umfang der erfolgreichen SenseHub®-Plattform erheblich.

© MSD

Die Funktionen der neuen SenseHub® Generation im Überblick:

Kernstück des Updates ist der Report Generator: Damit können Landwirte die Auswertungen zu den Daten ihrer Tiere individuell an ihren Betrieb anpassen. So lassen sich nicht nur Tiere identifizieren, die besonderer Aufmerksamkeit erfordern, sondern es können auch betriebliche Ressourcen gezielter eingesetzt und die betriebliche Effizienz verbessert werden. Das steigert Ertrag und die Lebensqualität der Landwirte.

Zusätzlich gibt SenseHub® Discover laufend individuelle Vorschläge und Tipps, wie die Abläufe auf dem Hof weiter optimiert werden können. Das neue Batterie-Warnsystem schützt vor unvorhergesehenen Ausfällen.

Quelle: MSD Tiergesundheit

Tierärzte verabschieden Resolution Politische Ideologie untergräbt Tierarzneimittelgesetznovelle

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Im Rahmen des diesjährigen Fortbildungskongresses in Hannover hat die Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) gestern einstimmig eine Resolution verabschiedet, mit der sie die Ampelregierung auffordert, den kurzfristig vorgelegten Änderungsantrag vom 15. November (Drucksache 20/3712) zum Entwurf für ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes zurückzuziehen.

Grund dafür: Mit dem Änderungsantrag von SPD, Grünen und FDP wird Im Zuge der Beratungen um die Novelle des Tierarzneimittelgesetzes ein erneuter Vorstoß unternommen, den Einsatz von bestimmten Wirkstoffgruppen in der Tiermedizin nicht nur zu erschweren, sondern zu verbieten. Die klare und wiederholte Ablehnung eines Verbots des Einsatzes einzelner Wirkstoffgruppen durch das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und den Ministerrat haben aber gezeigt, dass ein pauschales Verbot von bestimmten Wirkstoffgruppen weder zielführend ist noch der Resistenzsituation gerecht wird. Im Sinne der 1:1 Umsetzung von EU-Recht sollte die deutsche Gesetzgebung nicht über europäisches Recht hinausgehen und deshalb im nationalen Tierarzneimittelgesetz kein Verbot vorsehen. Weder die aktuelle Resistenzsituation noch die aktuellen Zahlen zum Einsatz von Antibiotika in Deutschland rechtfertigen ein solches gesetzliches Vorgehen.

„Mit diesem Änderungsantrag wird der Tiergesundheit ein Bärendienst erwiesen, weil damit die Therapie kranker Tiere nicht nur erschwert, sondern unmöglich gemacht wird“, stellt bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder fest und zeigt sich fassungslos darüber, dass ein solcher Antrag kurz vor Verabschiedung des Gesetzes übernächste Woche im Bundestag jetzt im Eiltempo durchgedrückt werden soll, ohne auch nur die Ergebnisse der Sachverständigenanhörung von vor vier Wochen zu berücksichtigen. „Stattdessen sollten vielmehr die EU-Vorgaben zur Bestandsbetreuung umgesetzt werden, damit durch eine Verbesserung der Tiergesundheit auch der Antibiotikaeinsatz noch weiter sinken kann“, so Moder.

Doch damit nicht genug, im Änderungsantrag kommen noch weitere Verschärfungen hinzu, die gerade vor dem Hintergrund des dramatisch voranschreitenden Tierärztemangels, insbesondere in der Nutztierpraxis, nicht akzeptabel sind. So wird beispielsweise eine Überprüfung von Maßnahmenplänen durch andere Tierärzte gefordert, obwohl schon jetzt in einigen Bereichen nur noch wenige Tierärzte tätig sind, die die täglich anfallende Arbeit kaum mehr bewältigen können. Wie die praktische Umsetzung und Bezahlung erfolgen soll, ist ebenfalls nicht geklärt.

„Das ist ein Änderungsantrag, der auf Ideologie statt auf Vernunft basiert. Wir Tierärzte fordern deshalb die Regierungsfraktionen auf, den jetzt vorliegenden Änderungsantrag zum Tierarzneimittelgesetz zurückzuziehen“, unterstreicht Siegfried Moder die Resolution der Delegiertenversammlung.

Download von Resolution u. Änderungsantrag

Quelle: bpt

Tierseuchen haben Deutschland fest im Griff – 10. Riemser Diagnostiktage in Greifswald

Seit über einem Jahr grassiert das Geflügelpestvirus H5N1 in bisher nicht gekanntem Ausmaß, nicht nur in Deutschland und Europa, sondern nahezu weltweit. Neben dem Verlust von Millionen von Tieren in Geflügelhaltungen traf es neuerdings auch zahlreiche Wildvögel, die an den Küsten in Kolonien brüten. Zu einem Dauerbrenner entwickelt sich die Afrikanische Schweinepest in Deutschland. Zwar sind nach wie vor hauptsächlich Wildschweine in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen betroffen, Ausbrüche in Schweinehaltungen in Brandenburg sowie Niedersachsen und Baden-Württemberg zeigen aber, dass mit dieser Tierseuche jederzeit und überall zu rechnen ist. Was bedeutet dies für die Diagnostik, Bekämpfung und Prävention in der Veterinärmedizin und Tierseuchenbekämpfung? Welche Herausforderungen müssen jeden Tag gemeistert werden? Auf den 10. Riemser Diagnostiktagen am 24. und 25. November im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald tauschen sich über 200 Fachleute dazu aus. Ausrichter der Tagung sind das Institut für Virusdiagnostik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und die Fachgruppe „Arbeitskreis für veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik (AVID)“ der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft.

Klassisches Thema der Riemser Diagnostiktage sind darüber hinaus neueste Nachweismethoden sowie Aktuelles aus der Forschung. Hierbei geht es auch um Zoonosen (zwischen Mensch und Tier übertragbare Infektionserreger) wie SARS-CoV-2, das West-Nil-Virus, die Affenpocken sowie Bornaviren. „One Health“ wird unter anderen in Vorträgen zur Tollwutbekämpfung bei Hunden in Namibia und zum Aufbau von Labordiagnostik in afrikanischen und asiatischen Ländern beleuchtet. Im Vorfeld des 10. Riemser Diagnostiktage findet bereits am 23. November der 4. Riemser Fischtag zu aktuellen Themen der Fischseuchendiagnostik als Hybridveranstaltung statt.

„Wenn es die Riemser Diagnostiktage nicht schon gäbe, dann müsste man sie spätestens jetzt ins Leben rufen. Denn bedeutende Tierseuchen und Zoonosen spielen weltweit, aber eben auch in Deutschland eine zunehmende Rolle und ihre Diagnostik ist die zentrale Komponente bei allen Bekämpfungsmaßnahmen“, so Tagungsleiter Martin Beer.

Die Programme des 4. Riemser Fischtags und der 10. Riemser Diagnostiktage stehen online zur Verfügung.

Hintergrund: Tierseuchendiagnostik in Deutschland und Riemser Diagnostiktage
Die für die Erstdiagnostik von anzeigepflichtigen Tierseuchen zuständigen Untersuchungslabore der Bundesländer arbeiten eng mit den entsprechenden nationalen Referenzlaboren des FLI zusammen. Über 75 solcher Referenzlabore für anzeigepflichtige Tierseuchen und meldepflichtige Tierkrankheiten arbeiten an den FLI-Standorten Insel Riems und Jena. Sie übernehmen die amtliche Bestätigung von Verdachtsfällen und stellen den Landeslaboren Referenzmethoden sowie -material zur Verfügung. Hinzu kommt die Qualitätssicherung der Diagnostik, die insbesondere durch Laborvergleichsuntersuchungen der Referenzlabore gewährleistet wird.

Die Riemser Diagnostiktage bringen seit 2003 ihre Teilnehmer auf den neuesten Stand in der Tierseuchendiagnostik und haben sich als Plattform für den fachlichen Austausch etabliert.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

DLG-Agrifuture Concept Winner 2022: Die Gewinner des Zukunftspreises Tierhaltung stehen fest

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Konzepte für die Tierhaltung und dezentrale Energieproduktion mit Relevanz und Potenzial zur Verbesserung der guten fachlichen Praxis – Experten-Jury aus DLG-Fachgremien, der Wissenschaft und internationalen Vertretern ermitteln die Sieger des Wettbewerbes – Offizielle Preisverleihung am 17. November 2022 auf der EuroTier und EnergyDecentral

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat jetzt die drei Preisträger des Wettbewerbs „DLG-Agrifuture Concept Winner“ bekanntgegeben. Mit dem Preis werden erstmals Pionierarbeiten und Zukunftsvisionen für eine nachhaltige Tierhaltung sowie dezentrale Energieproduktion gekürt. Ausgezeichnet werden die Wilhelm Kristen GmbH für ihr Konzept „Modularer Zukunftsstall“, die Lely Deutschland GmbH für „Lely Exos“ (Konzept für das vollständig autonome Ernten und Füttern von frischem Gras) und die Big Dutchman International GmbH (Miteinreicher: Bröring GmbH & Co. KG) für „Havito – Birth to Finish“, eine strukturierte Bucht zum Abferkeln und zur Aufzucht und Mast, in der die Ferkel ohne Umsetzen verbleiben. Die offizielle Preisverleihung findet am 17. November um 11 Uhr am DLG-Stand (Halle 26, Stand B33) auf der EuroTier und EnergyDecentral in Hannover statt.

Der „DLG-Agrifuture Concept Winner“ für Pionierarbeiten und Zukunftsvisionen für eine nachhaltige Tierhaltung sowie dezentrale Energieproduktion wird erstmalig auf der EuroTier und EnergyDecentral vergeben. Die DLG unterstreicht damit ihren Anspruch, auf ihren internationalen Leitmessen nicht nur marktverfügbare Produkte, sondern auch wegweisende Impulse für die Zukunft der weltweiten Nutztierhaltung sowie dezentralen Energieversorgung vorstellen zu wollen. Die neue Auszeichnung konzentriert sich auf die zukunftsfähigen Konzepte und Technologien der kommenden Jahren und nimmt die realistischen Umsetzungschancen in den Blick.

DLG-Agrifuture Concept Winner 2022 im Porträt:

Modularer Zukunftsstall
Wilhelm Kristen GmbH
Halle 12, Stand C41

Herkömmliche Milchviehställe gehen mit hohen Investitionen in Baumaterialien einher. Hintergrund ist oft die individuelle Planung, die in der Regel „Top down“ vom Stallgebäude aus erfolgt, in das dann weitere Elemente wie die Belüftung, Stalleinrichtung, Melktechnik usw. eingepasst werden. Im Konzept des modularen Zukunftsstalls der Wilhelm Kristen GmbH wird der Stallbau „Bottom up“ gedacht, wobei ausgehend von den Bedürfnissen der Tiere, Mitarbeiter und Betriebsleiter Wert auf ein Maximum an Kuhkomfort und Arbeitseffizienz, ein einfaches und natürliches Belüftungssystem sowie eine möglichst einfache Unterkonstruktion gelegt wird.

Das modular aufgebaute Stallkonzept ist auf Robotermelken ausgerichtet. Die Fütterung erfolgt wahlweise über einen Futtermischwagen oder eine Troglösung mit Zuführband. Für die Entmistung stehen eine Schieber- oder Roboterlösung zur Verfügung. Bauseits dienen Teile der Stalleinrichtung, wie die Liegeboxen- und Fressplatzteiler, auch als Unterkonstruktion für den Dachaufbau. Da aufgrund dieser Bauweise nur wenige Fundamente benötigt werden, reduzieren sich die Betonarbeiten deutlich. Dies führt zu geringeren Baukosten und einer kürzeren Bauzeit, gleichzeitig steigen Transparenz und Übersicht im Gebäude. Die nötige Querlüftung im Gebäude wird über einen Giebel mit Kamin sowie die Möglichkeit sichergestellt, beide Seitenwände bis zu einer Höhe von 2,50 m öffnen zu können. Bei der Dacheindeckung stehen alle marktüblichen Optionen zur Verfügung, bis hin zu einer Dachbegrünung oder dem Aufbau einer Photovoltaikanlage. Mit dem modularen Stallsystem können die Baukosten im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen um etwa 20 bis 25 % gesenkt werden. Gleichzeitig erhöht das System mit seiner Fokussierung auf die Bedürfnisse der Kühe und einem bereits bauseits optimierten Workflow bei den täglichen Stallarbeiten die Arbeitseffizienz. Es hilft so, den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs nach einer Investition dieser Größenordnung zu sichern und zu verbessern.

Lely Exos
Lely Deutschland GmbH
Halle 13, Stand B44

Die Grünfutterernte ist einer der wichtigsten Arbeitsschritte in der Milchviehhaltung. Ein in der Regel auf eigenen Flächen erzeugtes, hochwertiges Grundfutter bestimmt wesentlich den Wert der Futterrationen. Es stellt die Grundlage einer wirtschaftlichen Milcherzeugung dar und ist für die Tiergesundheit essenziell. Mit Lely Exos stellt die Lely Deutschland GmbH ein Konzept für das vollständig autonome Ernten und Füttern von frischem Gras vor. Die Grünfütterung über die Vegetationsperiode hat dabei einige Vorteile. So entfällt beispielsweise der Energieverlust durch den Siliervorgang ebenso wie derjenige Teil der Erntekosten, der dadurch entsteht, dass für eine erfolgreiche Silierung auch in wetterbedingt engen Zeitfenstern eine hohe Schlagkraft beim Mähen, Zetten, Schwaden und Häckseln erreicht werden muss. Der vollelektrische Lely Exos stellt die Grünfutter-Tagesration für die gesamte Herde autonom bereit. Der Roboter erkennt Hindernisse und navigiert nahtlos im Innen- und Außenbereich. Außerdem besteht die Möglichkeit, bereits während der Ernte Dünger auszubringen. Dadurch und weil das Mähen zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, wird ein schnelles Nachwachsen des Grünlands gefördert und durch das im Verhältnis geringe Maschinengewicht der Boden geschont.

Auf diese Weise kann der Betrieb optimal von der Nutzung der gesamten Vegetationsperiode profitieren, mehr Milch aus selbst erzeugtem Futter produzieren und so Arbeit, Maschinen und den Zukauf von Futtermitteln reduzieren.

Havito – Birth to Finish
Big Dutchman International GmbH
Bröring GmbH & Co. KG
Halle 17, Stand B22

Heutige Stallanlagen in der Schweinehaltung basieren auf der Entwicklung hin zu mehr Effizienz und Arbeitsproduktivität mittels einer Steigerung der biologischen Leistungen. In der Zukunft werden Tierwohlaspekte einen deutlich größeren Raum einnehmen. Das bedeutet, dass Prozesse und Konzepte ohne Rückschritte beispielsweise in der Effizienz oder beim Unfallschutz der Mitarbeiter neu definiert oder in Richtung Tierwohl angepasst werden müssen. Im Konzept Havito – Birth to Finish der Big Dutchman International GmbH und Bröring GmbH & Co. KG wird nun erstmals eine strukturierte Bucht vorgestellt, in der die Sau zunächst abferkeln kann und anschließend die Ferkel für die gesamte Aufzucht- und Mastzeit ohne Umsetzen verbleiben. Das System basiert auf dem 2018 für den Einsatz in der Aufzucht und Mast eingeführten Konzept der PigT-Schweinetoilette, das nun auch auf die Sauen ausgeweitet wurde. Durch die geschlossene Oberfläche der gesamten Bucht und die kontinuierliche Trennung von Urin und Kot kann die ganze Bucht mit organischem Material eingestreut werden und die Schweine selbst strukturieren diese in einen Liegebereich, einen Beschäftigungsbereich und einen Kotbereich. Unterstützt wird die Strukturierung durch eine Mikroklimalösung und optional durch Heiz- und Kühlmöglichkeiten im Boden.

Das Konzept ist auf einen 21-Wochen-Zyklus von der Geburt, über eine 5- bis 6-wöchige Säugezeit sowie eine 15-wöchige Aufzucht-/Mastphase bis zur Schlachtung ausgelegt. Die in der Bucht geborenen Ferkel verbleiben hier ihr ganzes Leben lang, wobei das Konzept auch den steigenden Platzbedarf der wachsenden Tiere berücksichtigt. Auch die Sau wird immer in der gleichen Bucht abferkeln. Die Ferkel lernen von ihrer Mutter, wie sie Futter finden und der Fressplatz bleibt ein Leben lang gleich. Elemente, die für die Geburt der Ferkel im freien Abferkelbuchtbereich benötigt werden, können während der Aufzucht hochgeklappt werden.

Die immer stärkere Implementierung von Tierwohlaspekten ist weltweit einer der größten Treiber für eine Strukturveränderung in der Tierhaltung, die sich aufgrund der historischen Entwicklung insbesondere auf Anlagen für Schweine auswirken wird. Das Havito Birth-to-Finish-Haltungskonzept ist eine interessante und smarte Antwort auf die zukünftigen Herausforderungen.

Alle Preisträger sowie die Shortlist für den „DLG-Agrifuture Concept Winner

Studie: Hanf als Tierfutter kann Gesundheit von Kühen beeinträchtigen

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Psychoaktiver Inhaltsstoff Δ9-Tetrahydrocannabinol tritt in die Milch über

Aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten erfährt Nutzhanf derzeit eine regelrechte Renaissance. Nutzhanf-Sorten enthalten nur geringe Mengen an psychoaktiven (berauschenden) Cannabinoiden, zu denen vor allem das Δ9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) gehört. Ein Forscherteam unter Leitung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) untersuchte nun, welche Folgen das Verfüttern von Nutzhanf-Silage an Milchkühe haben kann. Silage ist durch Vergären haltbar gemachtes Futter. Ergebnis der im Fachblatt „Nature Food“ veröffentlichten Studie: War eine vergleichsweise hohe Konzentration an Cannabinoiden in der Nutzhanf-Silage enthalten, kam es bei den Tieren zu Verhaltensänderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. So verlangsamten sich Atmung und Herzschlag. Die Kühe wurden schläfrig, bewegungsunsicher, fraßen weniger und gaben weniger Milch. „Unsere Untersuchung zeigt außerdem, dass selbst ein geringer Zusatz an Nutzhanf-Silage zur Tagesration für Milchkühe dazu führt, dass Cannabinoide, darunter auch das Δ9-THC, in der Milch nachgewiesen werden können“, sagt BfR-Futtermittelexperte Dr. Robert Pieper, einer der Studienautoren. „Die Beeinträchtigungen der Tiergesundheit sind offenbar durch die Cannabinoid-Konzentration in der Silage bedingt, die ihrerseits von vielen Faktoren abhängt.“

Die Anfänge der Studie liegen schon mehr als zehn Jahre zurück. Damals hatte es Hinweise in der EU gegeben, dass in verfüttertem Nutzhanf enthaltene Cannabinoide in die Kuhmilch übergehen können, belastbare Daten dazu lagen jedoch nicht vor. Um die Wissenslücken zu schließen, begann das BfR bereits 2016 mit entsprechenden Untersuchungen. Die nun veröffentlichte Studie erfolgte an zehn Milchkühen. Gemessen wurde der Cannabinoid-Gehalt in Milch, Blutplasma und Kot. Außerdem wurden die Körperfunktionen wie Puls und Atmung überprüft und das Verhalten der Tiere beobachtet.

Zunächst erhielten die Kühe in der Tagesration bis zu 920 Gramm Nutzhanf-Silage aus ganzen Pflanzen mit sehr niedriger Cannabinoid-Konzentration. Das hatte keine messbaren gesundheitlichen Folgen. Dann bekamen die Tiere zwischen 840 und 1680 Gramm cannabinoidreichere Nutzhanf-Silage, die aus Blättern, Blüten und Samen hergestellt worden war. Der Gehalt an psychoaktivem Δ9-THC in dieser Silage lag mit ca. 0.12 % noch immer unter dem zulässigen Höchstgehalt für Nutzhanf von 0.2 %. Daraufhin änderte sich das Verhalten der Tiere deutlich. Vom zweiten Tag an fraßen die Kühe weniger und gaben zudem weniger Milch. Die Atemfrequenz und die Herzschlagrate nahmen ab. Zudem kam es zu verstärktem Speicheln, Zungenspiel und einer Rötung der Nickhaut im Auge.

Kurz nach Beginn der Fütterung mit dem Nutzhanf waren gesundheitlich bedeutsame Mengen an Δ9-THC und anderen Cannabinoiden in der Milch nachweisbar. Bei Verzehr von Milch und Milchprodukten mit einem Δ9-THC-Gehalt in dieser Größenordnung kann beim Menschen die akute Referenzdosis (ARfD) von 0,001 Milligramm THC pro Kilogramm Körpergewicht deutlich überschritten werden. Besonders ausgeprägt wäre die Überschreitung bei Kindern. Die ARfD gibt die geschätzte maximale Aufnahmemenge an THC an, die im Verlauf eines Tages ohne erkennbares Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann.

Die wissenschaftliche Studie war zur Untersuchung der Frage angelegt, in welchem Umfang es bei Verfütterung von Nutzhanf grundsätzlich zu einem Übergang in die Kuhmilch kommen kann. Ein hoher Δ9-THC-Gehalt in Kuhmilch ist in Deutschland aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen nach dem derzeitigen Stand des Wissens nicht zu erwarten.

Quelle: BfR

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 5/2022 steht zum kostenfreien Abruf bereit

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Magazin im PDF-Format mit Tagungsberichten Bioland- Schweinefachtagung, DAF-Tagung zur Welternährung und TiHo-Tierschutztagung

Themenübersicht:
• Rindergrippe: Mehr Augenmerk auf die Kälber
• Neue Tierschutz-Transportverordnung für Kälber #TiHo-Tierschutztagung 2022
• Tupferproben kontrollieren Zwischendesinfektion
• Integrierte tierärztliche Bestandsbetreuung hilft Milchviehbetrieben
• Influenza beim Schwein besser verstehen: Erreger, Erscheinungsbild und Bekämpfung
• Biosicherheit in der Schweinehaltung #Bioland-Schweinefachtagung 2022
• Frisches Mischen von Impfstoffen noch einfacher: TwistPak® für mehr Komfort und Zeitersparnis im Betrieb
• Bedeutung der Nutztiere für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion #DAF-Tagung 2022
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