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Praxistipp des Netzwerk Fokus Tierwohl: Schwanzbeißen

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Schwanzbeißen: Im Video „Einen Schwanzbeißausbruch in der Großgruppe erfolgreich managen“ werden die Schwierigkeiten, aber auch die Vorteile herausgestellt, die eine Großgruppenhaltung in Bezug auf Schwanzbeißausbrüche mit sich bringt. Für die Erstellung des Videos hat das Netzwerk Fokus Tierwohl Gabriele Mörixmann in ihrem Aktivstall für Mastschweine besucht. Link zum Video

Beurteilung guter körperlicher Gesundheit als Grundlage für das Tierwohl bei Hühnern

Eine aktuelle Studie gibt Empfehlungen für die Bewertung der physischen Gesundheit und Resilienz von Hühnern als Grundlage fürs Tierwohl. Zu allererst sprechen sich die Autoren für eine ganzheitliche Bewertung von Gesundheit und Resilienz aus. Neben der Kontrolle auf Krankheiten sollten auch Indikatoren wie Erholungsfähigkeit nach Stress und Entwicklung von Kompetenzen (z. B. Sozialverhalten) im Betrieb erfasst werden. Anatomische und physiologische Indikatoren Anatomische Indikatoren wie Kamm, Gefieder, Körpergewicht und Gangbild sind besonders praxistauglich und können oft automatisiert erfasst werden. Physiologische Indikatoren (z. B. Immunstatus, Mikrobiom, Herzfrequenzvariabilität) liefern tiefere Einblicke, sind aber meist aufwändiger und eher für Forschung geeignet. Die Bewertung des Gefiederzustands kann durch einfach Sichtkontrolle einzelner Tiere oder Stichproben im Stall erfolgen und ist schnell, kostengünstig, ohne Spezialausrüstung umsetzbar. Referenzbilder können hierbei eine Hilfe sein. Automatisierte Kamerasysteme und KI-gestützte Bildanalyse Moderne Kamerasysteme in Verbindung mit künstlicher Intelligenz ermöglichen die kontinuierliche, automatische Erfassung von Indikatoren wie Gangbild, Gefiederqualität, Körpergewicht (über Bildauswertung) und Aktivitätsmustern. Ein KI-basiertes System erkennt und bewertet das Gangbild von Hühnern, um frühzeitig Lahmheiten zu identifizieren. Solche Systeme eignen sich jedoch eher für größere Betriebe und zur Langzeitüberwachung. Automatisierte Wiegesysteme und RFID-Technik Elektronische Waagen oder Wiegeplattformen, teils kombiniert mit RFID-Transpondern, ermöglichen die automatische Erfassung des Körpergewichts einzelner Tiere oder ganzer Gruppen: Hühner laufen über eine Wiegeplattform, das Gewicht wird automatisch erfasst und dem Tier zugeordnet. Wachstum und Futterverwertung können so kontinuierlich überwacht werden. Thermografie und Sensorik Infrarot-Thermografie kann zur nicht-invasiven Messung der Oberflächentemperatur (z. B. Kamm, Beine) eingesetzt werden, um Stressreaktionen oder Entzündungen zu erkennen. Regelmäßige Thermografie-Aufnahmen der Hühnerköpfe zur Erkennung von Stress oder Krankheit. Ein solches System liefert schnelle Ergebnisse und ist auch für große Gruppen geeignet. Stichprobenbasierte Probenentnahme (z. B. Kotproben, Federproben) Für bestimmte physiologische Indikatoren (z. B. Immunstatus, Mikrobiom, IgA im Kot) werden Proben entnommen und im Labor analysiert. Etwa werden Kotproben auf Immunparameter oder Mikrobiom-Zusammensetzung untersucht. Dies kann zur Beantwortung gezielter Fragestellungen und vor allem für Forschungszwecke genutzt werden. Skalierung von Indikatoren von tolerabel bis optimal Die Bewertung sollte nicht nur zwischen krank/gesund unterscheiden, sondern einen Bereich von „tolerabel“ bis „optimal“ abbilden. Für viele Indikatoren gibt es einen optimalen Bereich, der je nach Alter, Rasse und Haltungsform variiert. Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Werte (z. B. bei Krallenlänge oder Körpergewicht) können problematisch sein. Die Krallenlänge etwa sollte weder zu kurz noch zu lang sein – beides kann die Funktion beeinträchtigen. Eine 5-Punkte-Skala oder visuelle Analogskalen seien empfehlenswert. Validierung und Kombination mehrerer Indikatoren für die zuverlässige Gesamtbewertung Kein einzelner Indikator reicht nach dem Urteil der Forscher aus, um Tierwohl umfassend zu beurteilen. Es sei notwendig, verschiedene Indikatoren zu kombinieren und deren Schwellenwerte zu definieren. Beispielsweise ergäbe die Kombination aus Gefiederzustand, Gangbild, Körpergewicht und Immunparametern ein umfassenderes Bild als die Betrachtung eines einzelnen Merkmals. Link zur Original-Studie

trafo:fachtagung 2026: Vorsorgen statt reagieren – Wege zur Ernährungssicherheit in Niedersachsen

Termin: 26. 9. 2026 Uhrzeit: 10:00 – 16:30 Uhr Ort: Präsenzveranstaltung Hörsaal B1 der Universität Vechta, Driverstraße 22, 49377 Vechta Teilnahmegebühren: kostenfrei Veranstalter: Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar), Netzwerk EIP Agrar & Innovation Niedersachsen Programmübersicht: Ernährungssicherheit in Niedersachsen: Bedeutung von Vorsorge und Zusammenarbeit von Carola Persiel (Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Referatsleiterin 107 Ernährung, Ernährungsnotfallvorsorge, Hauswirtschaft) Diskussionspanel zur sicherheitspolitischen Lage in Niedersachsen mit Jan Müller – Oldenburgische Industrie- und Handelskammer Karin Logemann – Mitglied des Niedersächsischen Landtages Carola Persiel – Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Referatsleiterin 107 Ernährung, Ernährungsnotfallvorsorge, Hauswirtschaft Sven Guericke – Vorstandsvorsitzender Agrar- und Ernährungsforum Nord-West e.V. N.N. – Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e. V. Resilienz durch Innovation: Pitchrunde von Start-Ups und EIP-Projekten eip-agri » BlaubaD, Yannick Meißner, Blaulicht-Desinfektion zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen eip-agri » Algen-EPA, Maarten Heins, Omega-3-Fettsäuren direkt vom Hof Stallgrün, Thorsten Lansmann-Niehaus, Gemüseanbau im Schweinestall Seedalive, Jens Varnskühler, Keimfähigkeitstests mittels KI für eine schnelle und präzise Anbauplanung Diskussionspanel zu Herausforderungen für KMU und Startups mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Pitchrunde agriSecure: Vorsorgestrategien zur Ernährungssicherheit in Niedersachsen mit Prof. Dr. Stephanie Krieger-Güss, Dr. Stefanie Retz, Dr. Barbara Grabkowsk Energieautarkie (Arbeitstitel) mit Andreas Rasche (Rasche und Wessler GmbH) Diversifiziert & Dezentral: Praxiserfahrungen aus dem ländlichen Raum mit Timo Hoffmann- Microfarming Farm Ammerland Digitaler Ressourcenmarktplatz: krisenfeste, leistungsfähige regionale Lebensmittelwertschöpfungskette mit Thorsten Dralle (RegioMotion Beratungs GmbH) Verleihung des trafo:nachwuchspreises 2026 Link zum gesamten Programm Quelle: Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen

Praxistipp des Netzwerk Fokus Tierwohl: Biosicherheit

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Biosicherheit: Das Comic „So funktioniert die Hygieneschleuse“ soll auf sympathische Art und Weise an die notwendigen täglichen Routinen zur Verbesserung der Biosicherheit erinnern. Das Poster steht als Download zur Verfügung.

Schutz für Tier und Mensch: BVL erfasst Risiken von Tierarzneimitteln

Pharmakovigilanzreport 2025 informiert über unerwünschte Ereignisse Im „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ berichtet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln. Im Jahr 2025 wurden dazu 4.858 Meldungen erfasst. Die meisten davon betrafen die Tierarten Hund und Katze. Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen. Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen. „Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszenten und Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von Tierarzneimitteln bei.“ Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier. Die mit Abstand häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze, Rind und Pferd. Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen. Circa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurden von Hormonpräparaten ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück. An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der Verdacht auf eine mangelnde Wirksamkeit. Mit deutlichem Abstand folgten die klinischen Anzeichen Erbrechen, Juckreiz und Lethargie. In zwei Prozent der gemeldeten Fälle wurde von unerwünschten Ereignissen bei Menschen im Zusammenhang mit Tierarzneimitteln berichtet. Bei 91 Prozent dieser knapp 100 Fälle haben sich Menschen unbeabsichtigt Tierarzneimitteln ausgesetzt, beispielsweise durch die versehentliche Einnahme von Tabletten. Etwa 80 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten unerwünschten Ereignisse bei Menschen wurden direkt vom BVL erfasst. Diese Meldungen erhielt das BVL größtenteils über Kooperationen mit Giftinformationszentren der Humanmedizin. Hintergrund Die Meldungen zu unerwünschten Ereignissen nach der Gabe von Tierarzneimitteln werden in der Pharmakovigilanz-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erfasst und stehen für weitere Analysen im Rahmen eines Signalmanagements zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der mögliche Tierarzneimittelrisiken für Tier, Mensch und Umwelt erkennt und bewertet. Am Signalmanagement sind nicht nur die Überwachungsbehörden beteiligt, sondern auch die pharmazeutischen Unternehmen. Sie müssen einmal im Jahr eine Bewertung zur Nutzen-Risiko-Bilanz für ihre Tierarzneimittel einreichen. Aus den möglichen neuen Erkenntnissen werden gegebenenfalls Maßnahmen abgeleitet, wie zum Beispiel eine engmaschigere Überwachung des Präparates oder eine Änderung der Produktinformationstexte wie Fachinformationen und Packungsbeilagen. Als zuständige Behörde für Tierarzneimittel führt das BVL regelmäßig zusätzlich zu Analysen auf europäischer Ebene auch eigene Analysen für die in Deutschland zugelassenen Präparate durch. Dafür wird neben der Pharmakovigilanz-Datenbank der EMA eine nationale Datenbank verwendet. Dort werden alle unerwünschten Ereignisse, die in Deutschland aufgetreten sind, gesammelt, geprüft, be- und ausgewertet. Weiterführende Informationen Auf seiner Internetseite stellt das BVL ein Onlineformular zur Verfügung, mit dessen Hilfe unterwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln gemeldet werden können. www.vet-uaw.de Den „Pharmakovigilanz-Report Tierarzneimittel 2025“ stellt das BVL auf seiner Internetseite zur Verfügung. https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/05_Tierarzneimittel/uaw/UE2025.html Allgemeine Informationen zum Themenfeld Pharmakovigilanz stellt das BVL ebenfalls auf seiner Internetseite bereit. https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/05_Tierarzneimittel/01_Aufgaben/04_UeberwachungRisikomanagement/01_Pharmakovigilanz/tam_Pharmakovigilanz_node.html Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Leitlinien für die Haltung von Lamas und Alpakas

Forschungsprojekt der JLU erarbeitet praxisnahe Empfehlungen Veterinärmedizinerinnen und Veterinärmediziner der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) haben Leitlinien zur Haltung von Lamas und Alpakas vorgelegt. Die Empfehlungen basieren auf wissenschaftlicher Recherche zu den sogenannten Neuweltkamelen sowie praktischen Erfahrungen und sollen in erster Linie Tierhalterinnen und Tierhaltern eine Orientierungshilfe bieten. Zugleich bieten sie eine Hilfestellung bei der Beurteilung von Neuweltkamelhaltungen. So enthalten die Leitlinien beispielsweise Empfehlungen zu Haltungsformen und Gruppenzusammensetzung, zu Gesundheitskontrollen sowie zu Rahmenbedingungen, Ausschlusskriterien und dem Mindestalter für die Nutzung der Tiere. Kooperation mit dem Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e.V. Die Empfehlungen entstanden im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens (MuD) Tierschutz, das von 2020 bis 2024 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wurde. Die Tierklinik für Reproduktionsmedizin der JLU hat das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e.V. durchgeführt. Die Empfehlungen sind im Rahmen einer achtzehnmonatigen Projektverlängerung entstanden und stehen kostenlos zum Download auf der Projekthomepage unter www.nwk-projekt.de zur Verfügung. Die erarbeiteten Leitlinien sind weder Rechtsnormen noch Verwaltungsrichtlinien und damit nicht rechtsverbindlich. Da sich die Leitlinien am derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand orientieren und in vielen Bereichen der Neuweltkamelhaltung und -nutzung weiterhin Forschungs- und Wissenslücken bestehen, sollen die Leitlinien fortlaufend ergänzt und überarbeitet werden. Diese Aufgabe übernimmt die Nationale Fachstelle für Neuweltkamele, die nach Abschluss des MuD-Projekts an der JLU gegründet wurde, um die bestehenden Arbeitsbereiche fortzuführen und weiter auszubauen. Dazu zählt unter anderem eine Beratungsstelle für Tierärztinnen und Tierärzte sowie für Tierhalterinnen und Tierhalter. Weitere Informationen und Download der Leitlinien bunter: https://nwk-projekt.de/ Quelle: JLU Giessen

Kreuzung alter Hühnerrassen mit modernen Hybriden bietet Potenzial für Zucht und Haltung von Legehennen & Masthühnern

Forschende haben untersucht, wie sich die Kreuzung alter, einheimischer – und zum Teil gefährdeter – Hühnerrassen mit modernen Linien auf Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten oder Anpassungsfähigkeit der Tiere auswirkt. Das Ergebnis: Die Kombination kann sich lohnen sowohl im Ökolandbau als auch in konventioneller Haltung. Gleichzeitig trägt sie zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Die Anforderungen an eine nachhaltige und tiergerechte Geflügelhaltung haben deutlich zugenommen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Geflügelprodukten kontinuierlich an. Als mögliche Lösung sehen Fachleute die Kreuzung alter, einheimischer Hühnerrassen mit Elterntieren aus der Wirtschaftsgeflügelzucht. Drei Jahre lang untersuchten Forschende der Universität Bonn und der Hochschule Osnabrück zusammen mit Projektpartnern der Universitäten Göttingen und Kassel sowie den Instituten für Nutztiergenetik in Mariensee und Immunologie des Friedrich-Loeffler-Instituts im Projekt „ÖkoGen“ gezielte Kreuzungen, um vor allem Empfehlungen für Zucht und Mast von Legehennen und Masthühnern im Ökolandbau geben zu können. Gute Legeleistung bei unverändertem Kalziumhaushalt Dabei wurden alte, einheimische Rassen wie Ramelsloher und Bielefelder Kennhuhn gezielt mit Elterntieren aus der Wirtschaftsgeflügelzucht kombiniert. Anschließend erfolgte eine umfangreiche Charakterisierung der Tiere hinsichtlich Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten, Anpassungsfähigkeit und weiterer Merkmale. Die Ergebnisse: Kreuzungen mit leistungsstarken Elterntieren punkteten in Bezug auf die Legeleistung, ohne dass sich der Kalziumhaushalt negativ veränderte. Sie hatten allerdings ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Brustbeinfrakturen, wobei diese durch weitere Faktoren wie Haltungsbedingungen, Legebeginn oder Fütterung beeinflusst werden. Tierwohlindikatoren und Verhaltenstests zeigten für alle Reinzuchten und Kreuzungen ein hohes Tierwohlniveau; Kreuzungstiere schnitten aber besser ab. Untersuchungen unter Versuchs- und Praxisbedingungen ergaben, dass die Kreuzungen auch regionale, energiereduzierte Futtermittel gut verwerten können. Dabei war es entscheidend, die Fütterung an die Genetik und Haltungsform anzupassen. Zudem ergaben sich Hinweise auf mögliche Unterschiede bei der Toleranz gegenüber Parasitenbefall zwischen den Genotypen. Die Forschenden untersuchten außerdem die Reaktion der Tiere auf eine Impfung gegen die Newcastle-Krankheit. In Bezug auf die Immunkompetenz punkteten hier vor allem die alten, einheimischen Rassen. Das dreijährige Projekt „ÖkoGen“ förderte das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Den Abschlussbericht gibt es nun online. Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Initiative Tierwohl: 6,9 Millionen neue Ferkel – Schweine künftig mit gesamter Lebensspanne im System

• 570 neue Ferkelaufzuchtbetriebe mit rund 6,9 Millionen Ferkeln pro Jahr angemeldet • Rund 25 Millionen ITW-Ferkel stehen künftig rund 22 Millionen ITW-Mastschweinen gegenüber • Wichtige Voraussetzung für mehr Nämlichkeit im ITW-System geschaffen Die Initiative Tierwohl (ITW) hat die rechnerische Lücke zwischen Ferkelaufzucht und Schweinemast geschlossen. In der jüngsten Registrierungsphase wurden 570 weitere Ferkelaufzuchtbetriebe mit rund 6,9 Millionen Ferkeln pro Jahr angemeldet. Damit stehen künftig rund 25 Millionen ITW-Ferkel rund 22 Millionen ITW-Mastschweinen gegenüber. Für das ITW-System ist das ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nämlichkeit. Ab 2027 soll im ITW-System die Voraussetzung geschaffen sein, dass Schweine lückenlos von der Geburt bis zur Schlachtung auf teilnehmenden Betrieben gehalten werden können. „Das ist ein starkes Signal für die Weiterentwicklung der Initiative Tierwohl in der Schweinehaltung“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Mit rund 6,9 Millionen zusätzlich angemeldeten Ferkeln gibt es im ITW-System rein rechnerisch erstmals mehr ITW-Ferkel als ITW-Mastschweine. Damit ist eine zentrale Voraussetzung geschaffen, um die Marktlösung weiter voranzubringen. Das verfügbare Budget im Ferkelfonds reicht für alle angemeldeten Betriebe bis mindestens Ende 2026 aus.“ Die neu angemeldeten Ferkelaufzuchtbetriebe nehmen als „nämliche Ferkelaufzüchter“ an der ITW teil. Voraussetzung für die Auszahlung des Tierwohlentgelts ist dabei unter anderem, dass die Ferkel an einen ITW-Mäster geliefert werden und von einem ITW-Sauenhalter stammen. Nur für diese Ferkel erhalten die Neuteilnehmer 4,50 Euro pro Tier aus dem Ferkelfonds. Eine Budgetzusicherung aus dem Ferkelfonds besteht noch bis mindestens zum 31. Dezember 2026. Insgesamt nehmen aktuell über 10.000 schweinehaltende Betriebe an der ITW teil, darunter über 2.000 Ferkelaufzüchter. Die Anzahl der ITW-Ferkel wird sich wahrscheinlich ab 2027 an die Anzahl der ITW-Mastschweine angleichen. Derzeit nehmen aus Gründen des Bestandsschutzes noch Ferkelerzeuger aus den ersten Programmphasen der ITW teil, die nicht an ITW-Mäster liefern. Quelle: Initiative Tierwohl GmbH

„Der Hoftierarzt“ Newsletter 3/2026 ist erschienen

Die dritte Ausgabe 2026 des Hoftierarzt-Newsletters ist erschienen. Folgende Themen sind für Abonnenten aufbereitet: Klauengesundheit bei Sauen: Die entscheidenden Stellschrauben Die Klauengesundheit ist ein zentraler Aspekt für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Sauen. Eine mangelhafte Klauengesundheit im Bestand gilt zudem als tierschutzrelevant und macht das Einleiten geeigneter, zielgerichteter Maßnahmen erforderlich. Praxistipp des Netzwerk Fokus Tierwohl: Schwanzbeißen Schwanzbeißen: Im Video „Einen Schwanzbeißausbruch in der Großgruppe erfolgreich managen“ werden die Schwierigkeiten, aber auch die Vorteile herausgestellt, die eine Großgruppenhaltung in Bezug auf Schwanzbeißausbrüche mit sich bringt. Für die Erstellung des Videos hat das Netzwerk Fokus Tierwohl Gabriele Mörixmann in ihrem Aktivstall für Mastschweine besucht. Praxistipp des Netzwerk Fokus Tierwohl: Biosicherheit Biosicherheit: Das Comic „So funktioniert die Hygieneschleuse“ soll auf sympathische Art und Weise an die notwendigen täglichen Routinen zur Verbesserung der Biosicherheit erinnern. Geflügel In England startet ein Versuch mit Vogelgrippe-Impfstoff gegen potenzielle pandemische Erreger Als Vorsichtsmaßnahme gegen eine mögliche Pandemie wurde in Großbritannien damit begonnen, Freiwillige mit einem neuen H5N1-Vogelgrippe-Impfstoff zu impfen. Der Impfstoff zielt auf den Grippestamm H5N1 ab, der bei Vögeln zu weit verbreiteten Ausbrüchen geführt hat und auch bei einigen Säugetieren nachgewiesen wurde. Kreuzung alter Hühnerrassen mit modernen Hybriden bietet Potenzial für Zucht und Haltung von Legehennen & Masthühnern Forschende haben untersucht, wie sich die Kreuzung alter, einheimischer – und zum Teil gefährdeter – Hühnerrassen mit modernen Linien auf Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten oder Anpassungsfähigkeit der Tiere auswirkt. Das Ergebnis: Die Kombination kann sich lohnen sowohl im Ökolandbau als auch in konventioneller Haltung. Gleichzeitig trägt sie zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Beurteilung guter körperlicher Gesundheit als Grundlage für das Tierwohl bei Hühnern Eine aktuelle Studie gibt Empfehlungen für die Bewertung der physischen Gesundheit und Resilienz von Hühnern als Grundlage fürs Tierwohl. Zu allererst sprechen sich die Autoren für eine ganzheitliche Bewertung von Gesundheit und Resilienz aus. Neben der Kontrolle auf Krankheiten sollten auch Indikatoren wie Erholungsfähigkeit nach Stress und Entwicklung von Kompetenzen (z. B. Sozialverhalten) im Betrieb erfasst werden. Rohprotein senken in der Fütterung von Öko-Masthühnern? Die Reduktion des Gehaltes an Rohprotein (CP) stellt seit Jahren ein zentrales Thema in der Geflügelfütterung dar. Ganz nach dem Motto „weniger ist am Ende mehr“, denn geringere Stickstoffausscheidungen und folglich Ammoniakemissionen sowie geringere Futterkosten sprechen dafür. Schafe und Ziegen Erster Kombinationsimpfstoff zur Erhöhung des Schutzes gegen Krankheiten kleiner Wiederkäuer Farmers Review Africa berichtet über einen neue Kombinationsimpfstoff, der im Rahmen einer Initiative der „Global Alliance for Livestock Veterinary Medicines (GALVmed)“ entwickelt und jetzt in Kenia eingeführt wurde. Aquakultur Tierschutzrechtliche Mindestanforderungen an die Haltung von Nutzfischen Die folgende Zusammenfassung beruht auf dem Vortrag von Dr. Julia Bauer vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, anlässlich des diesjährigen Niedersächsischen Tierschutzsymposiums.

Erster Kombinationsimpfstoff zur Erhöhung des Schutzes gegen Krankheiten kleiner Wiederkäuer

Farmers Review Africa berichtet über einen neue Kombinationsimpfstoff, der im Rahmen einer Initiative der „Global Alliance for Livestock Veterinary Medicines (GALVmed)“ entwickelt und jetzt in Kenia eingeführt wurde. Das Kombinationspräparat schützt Schafe und Ziegen gleichzeitig vor ansteckender Capriner Pleuropneumonie (CCPP), Schaf- und Ziegenpocken (SGP) und Peste des Petits Ruminants (PPR). Kombinationsimpfstoffe reduzieren die Notwendigkeit mehrerer Injektionen und sparen Zeit, Geld und Ressourcen für Tierärzte und Viehhalter – ein wichtiger Vorteil für ohnehin schon ressourcenbeschränkte Landwirtschaftssysteme. Link zur Original-Meldung