Abschlussveranstaltung der Vernetzungs- und Transfermaßnahme DigiTier

DigiTier begleitet 13 innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Digitalisierung in der Nutztierhaltung, die über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert werden. Durch Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit wird der Wissenstransfer zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, landwirtschaftlicher Praxis und Politik unterstützt.

Weitere Infos zu den Projekten und DigiTier finden Sie hier.

Bei unserem feierlichen Abschluss in Berlin, möchten wir Ihnen die Ergebnisse der Projekte und unserer Vernetzungsaktivitäten vorstellen. Es erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm mit inspirierenden Reden, einer lebhaften Podiumsdiskussion, einer interaktiven Projektausstellung und kulinarischen Genüssen.

Für die Veranstaltung stehen limitierte Plätze zur Verfügung und Anmeldungen werden daher nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip bedient.

DigiTier Abschlussveranstaltung
Datum: Mittwoch, 05.06.2024
Uhrzeit: 14:30 – 21:00 Uhr, Registrierung ab 13:30 Uhr
Ort: Hotel AMANO East Side, Stralauer Pl. 30-31, 10243 Berlin
Kosten: kostenfrei
Link zur Anmeldung

Speaker:

MinDir Prof. Dr. Dr. Markus Schick– Leitung Abteilung 3 „Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit“ im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Michaela Filipini– Leitung Abteilung 3 „Förderung, Forschung, Innovation und Nachhaltigkeit“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Hendrik Haase – Autor, Designer und Food-Blogger

Herzstück der Veranstaltung ist eine Ausstellung der 13 über die Bekanntmachung zur Digitalisierung in der Nutztierhaltung geförderten Projekte. An interaktiven Ständen haben Sie die Möglichkeit, sich über die neuesten digitalen Entwicklungen für Stall, Weide und Aquakultur zu informieren. Beim anschließenden Get-Together mit Finger Food und Drinks besteht die Gelegenheit den Austausch weiter zu vertiefen.

innoMOO übernimmt Vertrieb von Pectolit® für Deutschland

Die Firma innoMOO, Spezialist für das Gesundheitstracking bei Kühen, übernimmt seit dem 1. April 2024 den Vertrieb von Pectolit® für Deutschland. Pectolit® ist ein Ergänzungsfuttermittel für Kälber und kann schon in den ersten Lebenstagen verabreicht werden. Die durchdachte Zusammensetzung ist rein pflanzlich und fördert mit Elektrolyten, Vitaminen, Spurenelementen und Molke sowie Probiotika, Leinsamen und Apfelfasern die Darmgesundheit. Davon profitieren Kälber in jeder Lebensphase: direkt nach der Geburt, bei Aufzucht- und bei Mastbeginn oder auch beim Übergang von Kolostrum zu Milch oder Milchpulver, denn das Ergänzungsfuttermittel beugt Verdauungsproblemen vor.

Auch bei akutem Durchfall hilft Pectolit® dem Kalb schnell. Durch den angenehmen Geschmack nimmt das kranke Kalb die angerührte Mahlzeit sofort auf und erhält schnell lebensnotwendige Elektrolyte und Flüssigkeit. Mit Hilfe der ausgewogenen Inhaltsstoffe beruhigt sich der Darm, die peristaltischen Bewegungen verlangsamen sich und es verringern sich damit die Schmerzen. Das enthaltende Bentonit, eine Tonerde, bindet schädliche Toxine und hilft, die Krankheitserreger aus dem Darm zu entfernen. Und ganz wichtig: Anders als bei vielen vergleichbaren Produkten ernährt Pectolit® das Kalb durch Glucose, Fett und Proteine wie mit einer richtigen Mahlzeit. Das Tier nimmt in dem Anwendungszeitraum von Pectolit® nicht ab, was zu einer schnellen Genesung beiträgt.

Die Dosis bei Durchfall beträgt 100 g in 2 Liter 40°C warmen Wassers zu jeder Mahlzeit. Die Anwendung sollte so lange erfolgen, bis das Kalb wieder gesund ist. Das Pulver ist gut löslich in Wasser und Milch. Abgepackt in praktischen 3 kg und 9 kg Eimern ist es nach Anbruch 18 Monate haltbar. Pectolit® ist nicht verschreibungspflichtig.

 

 

Weitere Informationen unter:
innoMOO GmbH – Gesundheitstracking für Kühe
Lothar Weber
Telefon: + 49 176 43502811
E-Mai: lothar.weber@innoMOO.de
www.innoMOO.de

Unternehmensinformation
innoMOO GmbH – Gesundheitstracking für Kühe
Das Unternehmen wurde im August 2022 gegründet, um innovative Produkte für Milchviehbetriebe auf den deutschen Markt zu bringen. Die Produktpalette umfasst Sensortechniken für Kühe, kleine Wiederkäuer und spezielle Futterkomponenten für kleine und große Wiederkäuer.

innoMOO ist exklusiver ENGS-Vertriebspartner. ENGS ist seit vielen Jahren Spezialist auf dem Gebiet der Kuhortung und Gesundheitsüberwachung von Kühen. ENGS-Produkte und jetzt auch Pectolit® werden in Deutschland ausschließlich über die innoMOO GmbH vertrieben.

Im Fokus des Unternehmens stehen innovativ denkende Tierärzte und Landwirte. InnoMOO steht für persönliche Beratung sowie technisches und wissenschaftliches Know-how.

Kontakt Unternehmen
innoMOO GmbH – Gesundheitstracking für Kühe
Lothar Weber
In der Au 7
53577 Neustadt (Wied)
Telefon: + 49 176 43502811
E-Mai: lothar.weber@innoMOO.de
www.innoMOO.de

Extensive Beweidung: gut für die lokale Biodiversität, aber herausfordernd für Landnutzer

Ein Forschungsteam unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hat untersucht, mit welcher Motivation Landnutzer in Europa eine extensive Beweidung betreiben und welchen Herausforderungen sie gegenüberstehen. Die Ergebnisse der Befragungen wurden im Fachmagazin Land Use Policy veröffentlicht. Sie zeigen, dass flexiblere Förderbedingungen zu einer Verbesserung beitragen könnten.

Die Beweidung durch Haus- und Wildtiere prägt Landschaften in ganz Europa. Sie trägt zu verschiedenen Ökosystemleistungen bei, etwa zur Bereitstellung von Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten oder zum Schutz vor Überschwemmungen. Extensive Weidesysteme mit einer geringeren Dichte an Tieren und mit einer minimalen, gezielten Nutzung von Entwurmungsmitteln und anderen Behandlungen bieten lokal Vorteile für den Schutz der biologischen Vielfalt und für verschiedene Ökosystemleistungen. Doch angesichts der Herausforderungen, die diese Form der Bewirtschaftung birgt, nimmt die Zahl der Landnutzer, die eine extensive Beweidung betreiben, ständig ab. Ein Forschungsteam unter der Leitung von iDiv, UL und UFZ hat genau diese Herausforderungen und mögliche Interventionen in acht europäischen Fallstudien untersucht. Zwischen 2019 und 2021 führten sie 74 Interviews mit Landwirten, Landeigentümern, Viehhaltern und Managern eines Renaturierungsgebietes, das von Wildpferden und halbwilden Rindern beweidet wird.

Landnutzer sind auf Subventionen angewiesen, aber Geld ist nicht alles
In den Interviews wollten die Forscherinnen und Forscher mehr über die Beweggründe und Herausforderungen der Landnutzer erfahren, die sich für eine extensive Beweidung einsetzen – und das, obwohl wirtschaftliche Überlegungen immer wichtiger werden. Denn die Einnahmen durch die Bewirtschaftung der Flächen reichen nicht mehr aus, um die steigenden Kosten für Ausrüstung, Pacht und Steuern zu decken.

„Geld ist nicht alles. Viele der von uns befragten Landnutzer haben sich für diese Art des Weidemanagements entschieden, weil sie es für gut halten, und nicht aus einer wirtschaftlichen Motivation heraus“, sagt Erstautorin Dr. Julia Rouet-Leduc. Rouet-Leduc leitete das Projekt als Doktorandin bei iDiv und an der UL und forscht mittlerweile am Stockholm Resilience Centre. Die Sorge um die Natur sei für die Landnutzer ein durchaus wichtiger Aspekt, und in einigen Fällen auch der Wunsch, traditionelle landwirtschaftliche Praktiken beizubehalten.

Dies bestätigte auch ein Landnutzer, der in Galizien (Spanien) mit wilden Ponys arbeitet: „Der Hauptgrund, weshalb dieses System überhaupt noch aufrechterhalten wird, ist, dass die Leute … die Ponys lieben; sie haben das Pferdefieber, und die Tradition ist tief in ihren Herzen verankert.“

Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass viele Landnutzer mit Regeln und Vorschriften zu kämpfen haben, die mit einem extensiven Weidemanagement unvereinbar scheinen. Als hinderlich empfunden wurden beispielsweise Vorschriften zur Kennzeichnung des Viehs – eine sehr schwierige Aufgabe, wenn die Tiere auf großen Flächen frei weiden dürfen. Nach Ansicht der Landnutzer behinderten die geltenden politischen Maßnahmen, insbesondere die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Kommission (GAP), naturnahe und nachhaltige Praktiken. Ein Landnutzer in Rumänien beschrieb, dass die Landwirte alle Sträucher von ihren Weiden entfernen müssten, da sie sonst keine Subventionen erhielten oder ihnen sogar Bußgelder auferlegt wurden. Diese Sträucher erfüllen jedoch innerhalb des Ökosystems wichtige Funktionen, indem sie beispielsweise im Sommer Schatten spenden und im Winter für das Vieh eine zusätzliche Nahrungsquelle darstellen. Im Allgemeinen wurde die GAP als zu restriktiv empfunden, und viele Landnutzer beantragten lieber gar keine Subventionen. „Indem wir keine Beihilfen beantragen, können wir wirklich frei entscheiden, was für das lokale Ökosystem am besten ist“, erklärte ein belgischer Landnutzer.

Landflucht gefährdet traditionelle Jobs
Die Interviews zeigten auch, dass viele Landnutzer mit den sozioökonomischen Veränderungen auf dem Land zu kämpfen haben. Die Landflucht führt zu einem Mangel an Arbeitskräften, während körperliche Arbeit nach wie vor unersetzbar ist, insbesondere bei der Arbeit mit Rindern und Pferden. „Die nächste Generation will nicht in der Landwirtschaft arbeiten, weil es zu hart ist, zu viel Arbeit“, sagte ein Landnutzer aus Litauen. „Sie wandern lieber aus und suchen sich einen Job, der weniger anstrengend ist.“

„Die GAP könnte Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert stärken und Anreize für Landwirte schaffen, um extensive Weidesysteme zu erhalten oder wiederherzustellen“, meint Seniorautor Dr. Guy Pe’er, der am UFZ und bei iDiv forscht. „Es liegt nicht daran, dass kein Budget da ist. Sondern eher am mangelnden Ehrgeiz, eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen.“

Mehr Flexibilität und besserer Zugang zu Märkten
Auf Basis der Interviews leitete das Forschungsteam mögliche Maßnahmen zur Förderung extensiver Beweidungspraktiken ab. „Was wir brauchen, ist mehr Flexibilität für die Landnutzer“, findet Rouet-Leduc. „Die derzeitige Politik fördert solche Praktiken größtenteils nicht und bietet vor allem keine gleichen Wettbewerbsbedingungen.“ Die GAP der EU biete zwar wichtige wirtschaftliche Unterstützung, fördere aber mit problematischen Anforderungen auch eine kontraproduktive Bewirtschaftung. Zusätzliche finanzielle Anreize könnten die Unterstützung für ein extensives Weidemanagement verbessern, so die Autoren der Studie. Vor allem in Gebieten, in denen Land aufgegeben wurde, böten sich viele Möglichkeiten für ein Rewilding mit großen Pflanzenfressern, die verschiedene Ökosystemleistungen erbringen. Aber auch das sei ohne Flexibilität nicht möglich, denn die Unterschiede zur Bewirtschaftung mit domestizierten Tieren seien erheblich.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen außerdem eine bessere Kennzeichnung und Zertifizierung von umweltfreundlicher Beweidung, um die öffentliche Unterstützung zu erhöhen und die Entwicklung von Märkten für solche Produkte zu fördern. Einige der befragten Landnutzer waren zudem der Ansicht, dass der Marktzugang durch die Förderung der Direktvermarktung verbessert werden könnte, beispielsweise über Hofläden.

„Es gibt definitiv echte Herausforderungen für die Landwirte, die nicht leicht zu bewältigen sind“, meint Pe’er mit Blick auf die anhaltenden Bauerndemonstrationen. „Aber die Abschaffung von Umweltstandards wird den Landnutzern nicht helfen. Sie brauchen ein Paket aus Maßnahmen, das eine ehrgeizige GAP-Reform umfasst, die Landwirte unterstützt, die nachhaltiger wirtschaften; ein Gesetz zur Wiederherstellung der Natur, um die Standards für gute Bewirtschaftung zu verbessern; und einen Rahmen für nachhaltige Lebensmittelsysteme, um die Marktoptionen für eine nachhaltige Landwirtschaft zu verbessern.“

Diese Studie wurde unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG; FZT-118) und im Rahmen von GRAZELIFE, einem LIFE-Vorbereitungsprojekt im Auftrag der Europäischen Kommission zur Bewertung der Auswirkungen verschiedener Beweidungssysteme auf die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen (LIFE18PRE/NL002), gefördert.

Quelle: Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Für stärkere Synergien zwischen Bienen und Landwirtschaft auf strategisch ausgerichtete Forschung setzen

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Eine Workshop-Konferenz der DAFA beleuchtete den Fortschritt der Forschung zur Verbesserung der Synergien zwischen Bienen (Wildbienen – dazu gehören auch Hummeln – und Honigbienen) und Landwirtschaft). Zukünftige Forschung und Forschungsförderung sollte stärker auf gemeinsames Lernen von Forschung und Praxis setzen sowie betriebswirtschaftliche Aspekte, Zusammenhänge auf Landschaftsebene und subletalen Stress auf Bienen untersuchen.

Zur Verbesserung der Synergien zwischen Bienen und Landwirtschaft empfiehlt die 2020 veröffentlichte Forschungsstrategie der DAFA spezifische Forschungsaufgaben in mehreren Handlungsfeldern.

Zur Nachverfolgung der Strategie beleuchteten im Januar 2024 auf einer Konferenz über achtzig Personen aus Forschung, Landwirtschaft, Imkerei, Verwaltung und Verbänden den erzielten Fortschritt. Die Diskussionen zeigten, dass die Forschung zu Synergien zwischen Bienen und Landwirtschaft wichtige Ergebnisse hervorgebracht hat. Die Umsetzung in die breite landwirtschaftliche und imkerliche Praxis ist verständlicherweise zeitlich verzögert. Deshalb schlagen die Organisatoren als Fazit aus der Konferenz vor, dass Forschungsförderer und Forschende in Zukunft stärker auf Folgendes achten sollten:

• Beim Forschungsdesign stärker auf gemeinsames Lernen von Forschung, imkerlicher und landwirtschaftlicher Praxis und Naturschutz setzen

• Pflanzenbauliche Maßnahmen ökonomisch und ökologisch bewerten

• Wirkungen auch auf Landschaftsebene untersuchen

• Subletale Effekte auf die Vitalität von Wild- und Honigbienen untersuchen

• Forschung und deren Ergebnisse übergeordnet steuern, auswerten und präsentieren

• Die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU praxistauglich und bienenfördernd gestalten

Damit Forschungsförderung und öffentlich geförderte Forschung auf Ergebnisse und neue Herausforderungen angemessen reagieren kann, sollte eine kritische Betrachtung der Forschungslandschaft nach fünf Jahren wiederholt werden.

Die DAFA ist eine Gemeinschaftsinitiative der deutschen Agrar- und Ernährungsforschung. Ihr gehören über 60 deutsche Universitäten, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Bundes- und Landesforschungs-institute an. Das Netzwerk bündelt die Kompetenzen der deutschen Agrarforschung und adressiert landwirtschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragestellungen. Wir verfolgen das Ziel, die Leistungsfähigkeit sowie die internationale Sichtbarkeit der deutschen Agrarforschung zu verbessern.

Quelle: Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA)

Tiergesundheit und Tierwohl im Fokus: BfR beteiligt sich an Europäischer Forschungspartnerschaft

Infektionskrankheiten bei Tieren besser bekämpfen und zum Tierwohl beitragen – das ist das Ziel der Anfang des Jahres 2024 ins Leben gerufenen Europäischen Partnerschaft für Tiergesundheit und Tierwohl (The European Partnership on Animal Health and Welfare, kurz EUP AH&W). Das auf sieben Jahre ausgelegte Projekt soll innovative Forschungsprojekte fördern und die Zusammenarbeit zwischen relevanten Akteuren erleichtern. Beteiligt sind 56 Forschungseinrichtungen und 30 Förderorganisationen aus 24 EU- und Nicht-EU-Ländern, darunter auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). „Diese Partnerschaft ist wichtig für das Wohlergehen der Tiere – und das der Menschen“, sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. „Denn wer Tiere vor Krankheitserregern schützt, schützt damit auch uns Menschen.“

Die Partnerschaft verfolgt eine strategische Forschungs- und Innovationsagenda, die über einen Zeitraum von zwei Jahren unter Beteiligung aller relevanten Akteure entwickelt wurde. Zu den Themen zählen Infektionskrankheiten von Land- und Wassertieren sowie gesundheitliche Risiken durch Zoonosen wie Vogelgrippe. Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Einsatz von antimikrobiellen Mitteln und der Gewährleistung des Tierwohls in jeder Lebensphase. Für das Gesamtprojekt stehen 360 Millionen Euro zur Verfügung, jeweils zur Hälfte von der EU (Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe) und den Partnereinrichtungen finanziert.

Das BfR leitet in der Partnerschaft das Arbeitspaket „Communication, Exploitation, Education and Dissemination“. Es zielt darauf ab, Maßnahmen für die Kommunikation, Verwertung, Schulung und Verbreitung der Forschungsergebnisse zu entwickeln und umzusetzen. Ergänzend zur Stärkung der internen Kommunikation zwischen den EUP AH&W-Mitgliedern sollen Kontakte zu einer Vielzahl weiterer relevanter Akteure und Interessengruppen aufgebaut werden. Dies soll dazu beitragen, dass die Ergebnisse der Aktivitäten von EUP AH&W über die Grenzen der Partnerschaft hinaus genutzt werden und die europäische Zusammenarbeit beim Erreichen wissenschaftlicher Exzellenz in den verwandten Bereichen gestärkt wird. Zudem ist das BfR von Beginn an als Forschungspartner aktiv beteiligt, um neue Verfahren zur Bekämpfung infektiöser Risiken zu entwickeln.

Koordiniert wird die Partnerschaft von der Universität Gent. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen aus den Bereichen der Tiergesundheit, des Tierwohls und darüber hinaus sollen durch den Ansatz „One Health and One Welfare“ auch gesellschaftliche Wirkungen erzielt werden. Das One-Health-Konzept berücksichtigt die enge Verknüpfung der Gesundheit des Menschen mit der Gesundheit von Tieren und der Umwelt. So wird der Zusammenhang zwischen der Sicherheit von Futtermitteln und Lebensmitteln mit der Umweltbelastung sowie der Gesundheit von Tieren und Menschen betrachtet.

Weitere Informationen finden sich auf der Projektwebsite.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

HEF-Akademie: „Innovationen in der Nahrungsmittel- und Futtermittelproduktion“

Die Hans Eisenmann-Akademie lädt im Sommersemester 2024 zu einer öffentlichen Vortragsreihe im digitalen Format ein. Folgende Themen und Termine werden angeboten:

02. Mai 2024 (17:00 Uhr)
„Vertical Farming – mehr als Salat“
Prof. Dr. Senthold Asseng, Technische Universität München

06. Juni 2024
„Mikroalgen für die Futtermittelproduktion“
Dr. Fabian Wahl, Eidgenössisches Department für Wirtschaft, Bildung und Forschung, Agroscope

04. Juli 2024
„Insekten in der Lebensmittelproduktion“
Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, Justus-Liebig-Universität München

25. Juli 2024
„Cellular Agriculture: Neue Möglichkeiten aus dem Labor“
Prof. Dr. Marius Henkel, Technische Universität München

Hier können Sie sich für die Veranstaltung registrieren und erhalten dann die Zugangsdaten zum Zoom.

Homepage der HEF

CODD – Eine neue Form der Moderhinke?

Von Dr. Johanna Meilwes und Dr. Philip Tegtmeyer, Fachtierärzte für Kleine Wiederkäuer, Tierarztpraxis Tegtmeyer, www.schafdoktoren.de

Moderhinke ist die wohl gefürchtetste Lahmheitsursache bei Schafen. CODD als neue Form dieser Erkrankung ist in Deutschland bisher noch selten. Damit das so bleibt, sollten Schafhalter sich auch mit dieser Krankheit beschäftigen.

Für Lahmheiten bei Schafen gibt es viele Ursachen. Die bekannteste und wohl zugleich gefürchtetste davon ist die Moderhinke. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion des Zwischenklauenspaltes, ausgelöst durch die Erreger Dichelobacter nodosus und Fusobacterium necrophorum.

Bei der klassischen Form der Moderhinke kommt es zu schmerzhaften Entzündungen des Zwischenklauenbereiches. Diese können sich unter dem Wand- und dem Sohlenhorn fortsetzen. Es entstehen schmerzhafte Lahmheiten.

Neue aggressivere Form
Besonders im Vereinigten Königreich und in Irland ist schon seit den 90er-Jahren eine weitere, deutlich aggressivere Form der Moderhinke bekannt – die „contagious ovine digital dermatitis“, kurz CODD. Man geht davon aus, dass CODD dort in rund der Hälfte der schafhaltenden Betriebe vorkommt. In Deutschland ist die Krankheit zum Glück bisher noch wenig verbreitet. Offiziell beschrieben wurde sie erstmals 2020. Da es sich um ein recht neues Krankheitsbild handelt, ist diese Form einer Lahmheit jedoch bei uns möglicherweise unterdiagnostiziert.

Anders als bei der klassischen Moderhinke beginnt die Infektion nicht im Zwischenklauenspalt, sondern am Kronsaum (Bild 1). Von dort aus setzt sie sich unter dem Klauenhorn nach unten fort. Die Verbindung zwischen Horn und dem darunterliegenden Gewebe löst sich und das Klauenhorn kann sich vollständig von der Klaue lösen – die Schafe „schuhen aus“ (Bild 2). Betroffene Schafe zeigen hochgradige Lahmheiten. Sie können der Herde nicht mehr richtig folgen, liegen viel, nehmen weniger Futter auf und es kommt zu einem schnellen Verlust von Körperkondition und Leistung.

Auch bei CODD werden oft die Erreger der klassischen Moderhinke nachgewiesen. Durch das bereits angegriffene Horn können sich dann zusätzlich weitere Erreger vermehren, sogenannte Treponemen. Diese spiralförmigen Bakterien aus der Bakteriengruppe der Spirochaeten sind für den schweren CODD-Verlauf verantwortlich. Sie stehen auch in Zusammenhang mit der Mortellarosch’en Krankheit des Rindes. Daher wird eine Übertragung zwischen Rind und Schaf diskutiert.

Nachweis von CODD
Für die Diagnose der klassischen Moderhinke sind mittlerweile PCR-Tests etabliert. Der Erregernachweis für CODD ist immer noch aufwändig und nur in spezialisierten Laboren möglich.


Zuerst erschienen im zweimonatlichen Hoftierarzt E-Magazin an. Zum kostenfreien Abo bitte einfach hier anmelden und dann den Link in der Bestätigungs-Mail anklicken. Anschließend den Artikel in der letzten Ausgabe weiterlesen:

 

Chancen nutzen: Subklinische Mastitis ausheilen und Kälber schützen

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Bei Kühen mit subklinischer Mastitis sollte die Therapie in der Trockenstehzeit gezielt und selektiv sowie nach Erregerbestimmung und Antibiogramm erfolgen. Ein Trockensteller mit dem Wirkstoff Cefalexin zeigt sich in der Praxis als effektive Therapie, um das Euter vollständig auszuheilen und bietet noch weitere entscheidende Vorteile.

Trockenstellen mit Cefalexin: Ausheilung in der Trockenstehphase
Die meisten subklinischen Mastitiden werden durch grampositive Erreger, zumeist Streptococcus uberis, verursacht. Mit Cefalexin steht ein potenter Wirkstoff zur Verfügung, dessen Wirkspektrum neben Streptococcus uberis auch Staphylococcus aureus, Streptococcus dysgalactiae und Streptococcus agalactiae umfasst. Durch die sehr hohe Wirkstoffkonzentration von 375 mg Cefalexin pro Injektor wird auch eine gute Wirksamkeit gegen gramnegative Mastitiserreger erreicht. Cefalexin gehört zu den Cephalosporinen der 1. Generation und zählt damit nicht zu den Reserveantibiotika.

Ungestörte Entwicklung der Darmflora des neugeborenen Kalbes
Laut einer Studie* zur Einschätzung der Cefalexinaufnahme über das Kolostrum am ersten Lebenstag des Kalbes nach der Behandlung des Muttertieres mit dem cefalexinhaltigen Trockensteller lagen die Cefalexinmengen im Kolostrum zu jedem Zeitpunkt der Probenahme (12, 24, 36, 72, 84, 120, 132, 168 und 180 Stunden nach der Geburt) sogar unter dem ADI (acceptable daily intake, unkritische Wirkstoffmenge) für den Menschen. Hier werden aufgrund der fehlenden Grenzwerte für Kälber die Werte für den Menschen herangezogen. In der Abbildung sind die Ergebnisse der Studie dargestellt: Der grüne Bereich zeigt die unkritische Wirkstoffmenge für den Menschen, der rote Bereich markiert den kritischen Bereich. Alle getesteten Kühe zeigten Hemmstoffmengen im unkritischen Bereich, 16 der 21 Kühe sogar im sehr niedrigen Bereich von < 1 % des ADI.

Nur 5 Wirktage im Antibiotikamonitoring
Ein weiterer großer Vorteil sind die nur 5 Wirktage in der Antibiotika-Verbrauchsmengenerfassung, mit denen der cefalexinhaltige Trockensteller zu Buche schlägt.

Ein Trockensteller, der absolut passend ist für die aktuelle Zeit
Der cefalexinhaltige Trockensteller der Firma Virbac ist effektiv wirksam gegen die derzeit häufigsten Mastitiserreger, verhindert Störungen der Mikrobiomentwicklung des neugeborenen Kalbes und zählt nur 5 Wirktage im Antibiotikamonitoring. Die Wartezeit des cefalexinhaltigen Trockenstellers beträgt 12 Stunden bzw. 42,5 Tage auf Milch.

Kontakt:
Virbac Tierarzneimittel GmbH
Dr. Kerstin Duncker, Tel: +49 4531 805111, kerstin.duncker@virbac.de

„Nudging“ im virtuellen Supermarkt für mehr Tierwohl

Durch einige einfache Maßnahmen lässt sich das Kaufverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern möglicherweise spürbar verändern. In diese Richtung deutet zumindest eine Studie der Universität Bonn und der Technischen Universität München. Die Forscherinnen hatten darin untersucht, welchen Einfluss „Nudging“ auf den Verkauf von Produkten aus artgerechter Tierhaltung in einem virtuellen Supermarkt hat. Darunter versteht man sanfte Anstöße oder Schubser mit dem Ziel, ein bestimmtes Verhalten zu fördern – etwa, indem manche Produkte sichtbarer platziert werden.

Im Experiment griffen die Teilnehmenden der Nudging-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe etwa doppelt so häufig zu Produkten aus artgerechter Tierhaltung. Inwieweit sich die Ergebnisse auf wirkliche Einkäufe übertragen lassen, ist noch unklar. Die Studie ist nun in der Fachzeitschrift „Appetite“ erschienen.

Der Begriff „Nudging“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „anstoßen“ oder „anstupsen“. In den Wirtschaftswissenschaften versteht man darunter Maßnahmen, die das Verhalten von Menschen beeinflussen – und zwar auf die sanfte Tour, also ohne Verbote oder monetäre Anreize. „Wir haben diese Strategie in einem virtuellen Supermarkt erprobt“, erklärt Dr. Nina Weingarten vom Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik der Universität Bonn. „Wir wollten wissen, ob Verbraucherinnen und Verbraucher dadurch motiviert werden können, beim Einkauf mehr auf Tierwohlaspekte zu achten.“

In Deutschland verkaufen sich Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung bislang mäßig. An mangelnder Information liegt das vermutlich nicht: Neben verschiedenen Bio-Labeln gibt es seit einigen Jahren eine vierstufige Haltungsform-Kennzeichnung. Sie ist in rot, blau, orange oder grün auf vielen Fleischverpackungen zu sehen. Allerdings fristen Tierwohl-Lebensmittel in den Sortimenten vieler Supermärkte noch immer ein Nischendasein. So stammen nur 13 Prozent der angebotenen Fleischprodukte aus Haltungsbedingungen, die die gesetzlichen Mindestvorgaben überschreiten.

Bodenmarkierungen in Form von Fußspuren als Wegweiser
„Wir haben daher getestet, ob eine erhöhte Verfügbarkeit und Sichtbarkeit von Tierwohl-Produkten dazu führen, dass sie vermehrt gekauft werden“, sagt Weingarten. Dazu nutzten die Forscherinnen zwei digitale Supermärkte. Dabei handelte es sich um 3D-Simulationen, deren Grafik sich an modernen Videospielen orientierte: Die Kundinnen und Kunden sahen die Regale aus der Ich-Perspektive, konnten Waren herausnehmen und von allen Seiten betrachten, sie in ihren Wagen legen und am Ende gegebenenfalls kaufen. „Die Kaufentscheidung blieb jedoch hypothetisch“, erklärt Prof. Dr. Monika Hartmann, die an der Universität Bonn die Abteilung Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft leitet. „Die Teilnehmenden mussten nicht wirklich für den Einkauf bezahlen, und sie erhielten am Ende auch keine echten Produkte.“

Die Forscherinnen teilten die Testpersonen in zwei Gruppen ein. Eine davon ging in einem herkömmlichen Supermarkt auf Einkaufstour. Die andere kaufte in einem Markt ein, in dem verschiedene Nudging-Elemente implementiert waren. So lotsten darin Bodenmarkierungen in Form von Fußspuren die Kundinnen und Kunden zu einem speziellen „Tierwohl-Regal“. „Für die Verbraucherinnen und Verbraucher in dieser Gruppe gab es also einen zusätzlichen zentralen Ort, in dem Fleisch, Milch und Eier aus artgerechter Haltung zu finden waren“, sagt Weingarten. Zudem machten große Aufsteller an verschiedenen Stellen auf das zusätzliche Regal aufmerksam. Die Maßnahmen waren ein durchschlagender Erfolg: Die Nudging-Gruppe griff im Schnitt doppelt so häufig zu Tierwohl-Produkten wie die Vergleichsgruppe.

Weitere Studien nötig
Noch ist unklar, inwieweit sich die Ergebnisse auf wirkliche Lebensmitteleinkäufe übertragen lassen. „Viele Menschen achten beim Einkauf stark auf den Preis, und der ist bei Tierwohl-Produkten in der Regel deutlich höher“, erklärt die Psychologin. „In unserem Experiment könnte man jedoch vermuten, dass dies eine geringere Rolle spielt, da der Kauf virtuell blieb.“ Immerhin zeigen die Daten der Studie aber, dass preisbewusste Kundinnen und Kunden auch an der digitalen Ladentheke seltener zu den teureren Tierwohlprodukten griffen als weniger preisbewusste. Sie verhielten sich also ähnlich, wie es auch in der Realität zu erwarten gewesen wäre.

Ein weiterer Punkt war in diesem Zusammenhang ebenfalls interessant: Auch diese preisbewussten Testpersonen ließen sich durch das Nudging beeinflussen und kauften häufiger Lebensmittel aus artgerechterer Haltung. Der sanfte Schubser scheint also auch bei ihnen zu wirken. „Wir benötigen aber weitere Studien, um zu sehen, wie belastbar diese Effekte wirklich sind“, sagt Prof. Hartmann. Zudem sei noch kaum untersucht, ob Nudging langfristig wirkt oder sich der Effekt dieser Maßnahmen schnell wieder abnutzt. „Auch das ist eine Frage, auf die wir noch keine Antwort geben können.“

Beteiligte Institutionen und Förderung
An der Studie waren die Universität Bonn und die Technische Universität München beteiligt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Größte Studie zu pflanzenbasierter Ernährung im deutschsprachigen Raum beginnt

Startschuss für die größte Studie zu pflanzenbasierter Ernährung im deutschsprachigen Raum: Heute begrüßt Silvia Bender, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), gemeinsam mit Professor Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), im Beisein der Studienleitungen vom BfR und Max Rubner-Institut (MRI) den ersten Probanden der COPLANT-Studie im Studienzentrum Berlin-Charlottenburg. „Wir wollen erforschen, wie sich pflanzenbasierte Ernährungsweisen auf die Gesundheit auswirken und Datenlücken schließen“, sagt Professor Andreas Hensel. „Ergebnisse früherer Studien sind nur bedingt auf heutige Ernährungsgewohnheiten übertragbar. Beispielsweise stieg das Angebot von hochverarbeiteten, zucker-, fett- und salzreichen veganen Lebensmitteln in den letzten Jahren deutlich an“, ergänzt Professorin Tanja Schwerdtle, Vizepräsidentin des BfR.

COPLANT steht für COhort on PLANT-based diets (auf Deutsch: Kohortenstudie zu pflanzenbasierten Ernährungsweisen) – ein Kooperationsprojekt des BfR, des MRI, des Forschungsinstituts für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE) und der Universitäten Jena, Bonn, Heidelberg, Regensburg und Wien. Unterstützt wird das Projekt vom BMEL. Für das Thema Nachhaltigkeit beteiligt sich das Thünen-Institut. Gemeinsam mit den Partnern sucht das BfR rund 6.000 Menschen im Alter von 18 bis 69 Jahren, die sich beteiligen möchten. „Mit der Ernährungsstrategie der Bundesregierung wollen wir gutes Essen in Deutschland für alle leichter machen und eine pflanzenbetonte Ernährung stärken. Das heißt für mich: vielseitig und ausgewogen, mit einem hohen Anteil saisonal-regionalem Gemüse und Obst, ballaststoffreichen Getreideprodukten und Hülsenfrüchten sowie Nüssen. Jeder Mensch soll die Möglic hkeit haben, sich gut, also gesund und nachhaltig, zu ernähren – und eben auch vegetarisch oder vegan, wenn sie oder er das will”, sagte Staatssekretärin Silvia Bender. “Dazu brauchen wir mehr aussagekräftige Daten zu den gesundheitlichen, ökologischen, sozialen und ökomischen Vorteilen oder möglichen Risiken pflanzenbasierter Ernährung. Die COPLANT-Studie soll diese Lücken schließen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse und danke dem Bundesinstitut für Risikobewertung für diese wichtige Initiative.”

Das Interesse an veganer und vegetarischer Ernährung wächst – insbesondere unter Jüngeren. Es gibt jedoch bislang kaum wissenschaftlich belastbare Daten zu den Auswirkungen heutiger pflanzenbasierter Ernährungsweisen auf den Körper. Die COPLANT-Studie soll Datenlücken schließen und wissenschaftlich basierte Ernährungsempfehlungen für eine gesunde und zugleich nachhaltige Lebensweise ermöglichen. Gegenstand der COPLANT-Studie bilden vegane (keine tierischen Produkte), vegetarische (kein Fleisch und Fisch, aber Milchprodukte und Eier), pescetarische (kein Fleisch, aber Fisch) und omnivore (Mischkost einschließlich aller möglichen tierischen Produkte) Ernährungsweisen.

Was wird untersucht?
Untersucht wird unter anderem, wie sich die einzelnen Ernährungsweisen auf die Körperzusammensetzung und die Knochengesundheit auswirken. Unterscheiden sich die pflanzenbasierten Ernährungsweisen von einer Mischkost bei der Aufnahme von unerwünschten Stoffen? Welche Vitamine und Mineralstoffe werden ausreichend aufgenommen und welche kommen möglicherweise zu kurz? Was passiert im Stoffwechsel, wenn vollständig auf tierische Lebensmittel verzichtet wird? Außerdem möchten die Forscherinnen und Forscher herausfinden, mit welchen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen die Ernährungsweisen verbunden und wie nachhaltig diese insgesamt sind.

Datenerhebung per App
Die Ernährung wird von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern detailliert mit einer speziell für die Studie angepassten App an verschiedenen Tagen registriert. Anders als in bisherigen Studien kann hierbei auch der Verzehr von neuartigen veganen und vegetarischen Lebensmitteln umfassend ermittelt werden. Zudem wird durch die Untersuchung von Biomarkern in Blut und Urin festgestellt, ob die jeweilige Ernährungsweise mit einer unterschiedlichen Aufnahme von Verunreinigungen (Kontaminanten) wie Schwermetallen, Schimmelpilzgiften oder anderen unerwünschten Stoffen einhergeht. Die Abgabe einer Stuhlprobe ermöglicht es, Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Ernährungsweisen und den Darmbakterien zu erfassen.

Mitmachen!
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ist wichtig für den Erfolg der Studie. Denn je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Wer teilnimmt, leistet also einen wichtigen Beitrag für die Forschung auf dem Gebiet der pflanzenbasierten Ernährung. Zudem erhält man Informationen zum eigenen Gesundheitszustand, zum Beispiel durch die Messung der Handgreifkraft. Diese gibt Auskunft über die Muskelkraft und das physische Leistungsvermögen. Untersuchungen der Körperzusammensetzung zeigen, wie hoch der Muskel- und Fettanteil ist und ein Ultraschall an der Ferse liefert Informationen zur Knochengesundheit. Zudem erstellt das Studienteam ein großes Blutbild und misst Blutzucker und Blutfette. Alle Informationen zur Teilnahme gibt es unter www.coplant-studie.de.

Weitere Informationen zur COPLANT-Studie

Informationen zur Studienteilnahme
Fragen und Antworten zur COPLANT-Studie
Quelle: BfR