Boehringer Ingelheim schreibt „BVDzero Case Awards“ 2020 aus

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Gesamtpreisgeld von 15.000 Euro für die relevantesten klinischen Fälle Bewerbungen ab jetzt über die BVDzero-Website

Boehringer Ingelheim, eines der führenden Unternehmen der Tiergesundheitsbranche weltweit, hat die „BVDzero Case Awards“ 2020 ausgeschrieben. Bewerbungen nimmt das Unternehmen ab sofort entgegen. Die alle zwei Jahre verliehene Auszeichnung steht beispielhaft für das langfristige Engagement von Boehringer Ingelheim zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Nutztieren.

Das Unternehmen wählt aus allen Einreichungen die zehn relevantesten klinischen Fälle aus und vergibt ein Gesamtpreisgeld in Höhe von 15.000 Euro. Teilnahmeberechtigt sind alle im Bereich der Rinderbranche tätigen Personen. Die wesentlichen Fachgebiete umfassen unter anderem die Bereiche Forschung, Diagnostik, tierärztliche Praxis, Rinderzucht sowie Tiergesundheit und Tierwohl. Die Liste der Gewinner aus dem Jahr 2018 ist hier abrufbar.

Mithilfe der „BVDzero Case Awards“ verfolgt Boehringer Ingelheim das Ziel, die Suche sowohl nach klinischen als auch nach subklinischen Fällen von Bovine Virusdiarrhoe (BVD) in Rinderherden zu fördern. Das Unternehmen möchte so das Bewusstsein für BVD stärken und dadurch zu einer Reduzierung der Prävalenz beitragen. Bewerbungen sind bis zum 20. März 2020 möglich.

„BVD ist eine der weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten bei Rindern“, erklärt Steve Williams, globaler Leiter des Strategischen Geschäftsbereichs Wiederkäuer/Rinder bei Boehringer Ingelheim. „BVD führt in der Rinderhaltung zu großem gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schaden. Unser Ziel ist es, neue Wege zu gehen und weltweit einen Paradigmenwechsel bei der BVD-Kontrolle anzustoßen.”

Die Preisverleihung ist für die diesjährige BVDzero-Pressekonferenz im Mai 2020 geplant. Das BVDzero-Komitee, das sich aus namhaften externen Experten aus dem Gebiet der Rindergesundheit zusammensetzt, wird die Gewinner auswählen.

Weitergehende Informationen finden Sie auf der BVDzero-Website

Quelle: Boehringer Ingelheim

Kükentöten: Geflügelwirtschaft peilt im Schulterschluss mit Politik und Handel Ausstieg bis Ende 2021 an

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„Die deutsche Geflügelwirtschaft will einen ehrlichen, konkreten und an sachlichen Lö-sungen orientierten Weg für den möglichst schnellen Ausstieg aus dem Töten der Hahnenküken“ schreibt der Branchenverband ZDG in seiner neuesten Pressemeldung. Weiter heißt es: „Ein Ausstieg bis 2021/22 könnte unter größter Kraftanstrengung machbar sein, wenn sich alle Partner entlang der Erzeugungskette und die Politik zu einem ge-meinsamen Weg bekennen. Für dieses gesellschaftlich gewollte Ziel müssen alle Lö-sungsbeiträge genutzt und anerkannt werden – die Alternativen der Geschlechtserken-nung im Ei, die Aufzucht männlicher Tiere und die Nutzung von Zweinutzungsrassen. Hierzu strebt die deutsche Geflügelwirtschaft mit ihren Partnern aus dem Lebensmitte-leinzelhandel und den an der Forschung und Entwicklung beteiligten Unternehmen eine gemeinsame Branchenplattform an, um kükentötenfreie Lieferketten anbieten zu kön-nen.

„Nationales Gesetz würde lediglich den Anschein einer Lösung erwecken“
Am Rande der deutsch-französischen Konferenz zum Ausstieg aus dem Kükentöten heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bekräftigte Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG), die Position der deutschen Geflügelwirtschaft: „Das Töten der männlichen Eintagsküken ist ethisch nicht zu rechtfertigen. Wir wollen einen echten Ausstieg so schnell wie möglich. Ein nationales Gesetz mit dem Verbot des Kükentötens in Deutschland würde aber ledig-lich den Anschein einer Lösung erwecken. Solange es keine wirklichen, praxistauglichen Alternativen zum Kükentöten gibt, müssten Bruteier aus dem Ausland importiert werden – und es würden genauso viele Küken getötet wie bisher.“ Ein rein nationales Gesetz würde daher eine nicht gewollte Verlagerung des Tierschutz-Problems ins Ausland be-deuten. Erforderlich ist stattdessen eine verbindliche europaweite Regelung.

Deutschland ist weltweit Vorreiter auf dem Weg zum Ausstieg aus dem Kükentöten
„Deutschland ist weltweit Vorreiter auf dem Weg zum Ausstieg aus dem Töten der Hah-nenküken. Auf allen Ebenen arbeiten wir entschlossen an einer schnellen Lösung“, ap-pelliert Ripke an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, den Lösungswillen der Wirtschaft im Schulterschluss mit dem Lebensmitteleinzelhandel und den an der prakti-schen Umsetzung beteiligten Unternehmen anzuerkennen. „Aber uns allen muss dabei klar sein: Es wird eine erhebliche Kraftanstrengung bedeuten.“

Quelle: ZDG Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.

Klauenkrankheit Tylom ist bei Kühen wesentlich genetisch bedingt

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Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Georg-August-Universität Göttingen ist der Nachweis gelungen, dass eine der Klauenkrankheiten von Kühen wesentlich genetisch bedingt ist. Die Interdigitale Hyperplasie wird bisher meist rein auf die Hygienebedingungen im Stall zurückgeführt. Das Team um Prof. Dr. Hermann Swalve stieß jedoch auf einen Betrieb, in dem die Krankheit gehäuft vorkam und identifizierte ein verantwortliches Gen. Mit gezielter Züchtung könnte die Krankheit nun eingedämmt werden.

„Das passt alles zusammen, so einen Fall haben wir ganz selten“, sagt Hermann Swalve, Professor für Tierzucht am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Um ein einziges Gen zu identifizieren, das eine Krankheit zu großen Teilen verantwortet, müssen viele Faktoren passen. Swalves Team gelang die Entdeckung, die jetzt in der Fachzeitschrift „Frontiers in Genetics“ veröffentlicht wurde, weil seine Arbeitsgruppe seit Jahren mit großen Datenbeständen von Kühen in Deutschland arbeitet. Dabei fiel ein Betrieb auf, in dem die Interdigitale Hyperplasie, auch Limax oder Tylom genannt, gehäuft auftrat. Unter der Krankheit leiden drei bis acht Prozent aller Kühe in Deutschland im Laufe ihres Lebens, meist jedoch in höherem Alter. Zwischen den beiden Zehen der Klaue von Rindern wächst dabei eine weitere, „verkümmerte“ Zehe heran, welche die eigentlichen Zehen auseinanderspreizt. „Es kommt zu Hautrissen, die wiederum Eintrittspforten für Bakterien und damit für weitere Erkrankungen bilden“, so Swalve. Die Tiere lahmen, die Lebensdauer wird verkürzt.

„Wir haben vorher schon Studien zur Genetik der Krankheit gemacht, hatten aber zu wenige betroffene Tiere, so dass eine statistische Absicherung schwierig war“, sagt Swalve. Für sie sei es also gewissermaßen ein Glücksfall gewesen, dass in einem Betrieb im Nordwesten Deutschlands fast 60 Prozent der Tiere darunter litten. Mit einer sogenannten Genomweiten Assoziierungsstudie wurden insgesamt 45.000 kleine DNA-Abschnitte, sogenannte SNPs, von gesunden und kranken Kühen verglichen. Dabei fielen zunächst zwei Stellen auf, die mit der Krankheit zusammenhängen könnten. Eine davon war das Gen für den Tyrosin-Kinase-Receptor 2 (ROR2). „Wir haben unsere Ergebnisse dann mit Studien aus der Humanmedizin verglichen und festgestellt, dass dieses Gen auch beim Menschen eine Rolle bei der Entstehung von Gliedmaßen spielt“, so Swalve. Den Beweis, dass das ROR2-Gen auch tatsächlich etwas mit der Entstehung der Erkrankung zu tun hat, lieferte im Anschluss das Team um Prof. Dr. Bertram Brenig von der Universität Göttingen. In seiner Arbeitsgruppe wurde der komplette Genabschnitt vergleichend sequenziert und festgestellt, dass eine Mutation bei den erkrankten Kühen zum Austausch einer Aminosäure führt. In weiteren Experimenten konnte Brenig außerdem nachweisen, dass der Fehler tatsächlich zu einer veränderten Proteinkonzentration führt. „Erst nachdem wir zeigen konnten, dass die Mutation die Genexpression beeinflusst, ließ sich der Zusammenhang mit der Erkrankung schlüssig erklären“, so Brenig.

Für Swalve ist es überraschend, dass der genetische Hintergrund der Erkrankung so lange außer Acht gelassen wurde – obwohl bereits 1952 der damals international anerkannte Veterinärmediziner Richard Götze aus Hannover einen fast ausschließlich genetischen Hintergrund für die Interdigitale Hyperplasie vermutete. In die Züchtung habe dies keinen Eingang gefunden. Erst mit der nun vorliegenden Studie werde die Vermutung Götzes bestätigt. Durch gezielte Züchtung könnte die Krankheit nun eingedämmt werden.

Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Veranstaltungstipp: Schweinehaltung im Wandel – Perspektiven für die Branche

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Zur ersten diesjährigen Veranstaltung der „Landwirte Akademie“ werden interessierte Schweinehalter an die Universität Vechta eingeladen. Die Veranstalter bieten am 18. Februar in Raum B1, Driverstraße 22 folgendes Programm an:

09:00
Eintreffen und Anmeldung

09:30
Begrüßung und Einführung
Dr. Johannes Wilking, Universität Vechta

Die Magen-Darm-Gesundheit beim Schwein
Prof. Dr. Josef Kamphues, TiHo Hannover

Lawsonia intracellularis – Der unsichtbare Feind
Dr. Robert Tabeling, MSD

Tiergesundheit Schweinehaltung am Scheideweg?
Christoph Hüsing, EGimOM

12:15
Pause mit Mittagsimbiss und Variodose-Eis

13:15
Was ist im Stall los? – Aus der Arbeit des Schweinegesundheitsdienstes
Dr. Hendrik Nienhoff, Schweinegesundheitsdienst Niedersachsen

Kaffeepause

Modernes Nährstoffmanagement
Claus Wellmann & Henning Krämer, LBD Damme

Außenklimastall – Der Stall der Zukunft?
Lars Broer, LUFA Nordwest

Ca.16:30
Ende der Veranstaltung

WAS STECKT DAHINTER: LANDWIRTE-AKADEMIE Die Landwirte-Akademie ist der Arbeitstitel einer Fortbildungsreihe für Landwirte, organisiert von MSD Tiergesundheit und den regionalen landwirtschaftlichen Organisationen und Ausbildungsstätten bzw. Fakultäten. Die Idee ist, mit den Landwirten zu aktuellen Themen praktische Ansätze für ihre Arbeit zu diskutieren und eine Plattform für einen intensiven Erfahrungsaustausch mit den Beteiligten des regionalen landwirtschaftlichen Netzwerkes zu bieten.

Kostenfreie Anmeldung ist bis zum 14. Februar 2020 hier möglich.

Der Hoftierarzt eMag 6/19 zum Download bereit

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Neuer Stoffwechsel im Pansenmikrobiom entdeckt

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Kühe können sich an Nahrung mit unterschiedlichem Kochsalzgehalt anpassen. Wie sie das machen, war bislang ein Geheimnis. Jetzt haben Forscher der Goethe-Universität im Mikrobiom des Pansens ein Bakterium entdeckt, das den Salzgehalt mit einem neuen Typ von Zellatmung reguliert.

Die Kuh kann Gras nur mithilfe von Milliarden Mikroorganismen in ihrem Pansen verwerten. Ein ganzer Zoo von Bakterien, Archaeen und Protozoen arbeitet dort wie am Fließband: Zuerst spalten diese Einzeller die Cellulose, einen Vielfachzucker, auf. Andere Bakterien vergären die freigesetzten Zucker zu Fettsäuren, Alkoholen und Gasen wie Wasserstoff und Kohlendioxid. Schließlich verwandeln methanogene Archaeen diese beiden Gase zu Methan.

Eine durchschnittliche Kuh produziert etwa 110 Liter Methan pro Tag. Durch das Wiederkäuen entweicht es aus dem Maul, wird aber auch wieder mit Nahrungsbrei und vermischt. Dadurch kann der Kochsalzgehalt des Grasbreis stark schwanken (zwischen 60 – 800 milli-Mol Natriumchlorid (NaCl) pro Liter).

Wie sich die Bakterien des Pansens an diese stark schwankenden Kochsalzkonzentrationen anpassen, hat eine deutsch-amerikanische Forschergruppe jetzt herausgefunden: „Bioinformatische Analysen der Genome von Pansenbakterien führten unseren amerikanischen Kollegen Tim Hackmann zu der Vermutung, dass einige Pansenbakterien zwei unterschiedliche Atmungsketten haben. Eine davon funktioniert mit Natriumionen, die andere ohne“, erklärt Prof. Volker Müller von der Abteilung Molekulare Mikrobiologie und Bioenergetik an der Goethe-Universität. Müller schlug seiner Doktorandin Marie Schölmerich deshalb vor, einen typischen Vertreter im Mikrobiom von Wiederkäuen zu untersuchen: das Bakterium Pseudobutyrivibrio ruminis.

Marie Schölmerich hat zusammen mit der Bachelorstudentin Judith Dönig und dem Masterstudenten Alexander Katsyv das Bakterium kultiviert. Tatsächlich konnten sie beide Atmungsketten nachweisen. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichten, wird während der Zuckeroxidation der Elektronenüberträger Ferredoxin (Fd) reduziert. Reduziertes Ferredoxin treibt beide Atmungsketten an.

Die eine Atmungskette besteht aus dem Enzymkomplex Fd:NAD-Oxidoreduktase (Rnf- Komplex). Er transportiert Natriumionen unter Aufwendung von Energie aus der Zelle. Bei ihrem Wiedereintritt treiben die Natriumionen eine ATP-Synthase an, so dass ATP entsteht. Diese Atmungskette arbeitet nur in Gegenwart von Natrium-Ionen.

Fehlen Natrium-Ionen, bildet das Bakterium eine alternative Atmungskette mit einem anderen Enzymkomplex: Die Hydrogenase Fd:H+-Oxidoreduktase produziert Wasserstoff und pumpt Protonen aus der Zelle. Treten diese über eine zweite ATP-Synthase, die Protonen, aber keine Natriumionen akzeptiert, wieder in die Zelle ein, entsteht ebenfalls ATP.

„Bis heute ist dies das erste Bakterium, bei dem diese beiden einfachen, komplett unterschiedlichen Atmungsketten nachgewiesen wurden. Unsere bioinformatischen Analysen legen aber nahe, dass sie auch bei anderen Bakterien zu finden sind“, erklärt Marie Schölmerich. „Diese Anpassungsstrategie scheint also weiter verbreitet zu sein“, lautet ihre Vermutung.

Interessanterweise wurden die beiden Enzymkomplexe (Rnf-und Ech-Komplex) auch in evolutionsbiologisch alten Bakterien gefunden. Die Arbeitsgruppe von Prof. Müller hat sie eingehend untersucht, aber immer nur einen der beiden Enzymkomplexe gefunden, nie beide zusammen. „Jetzt werden wir mit Methoden der synthetischen Mikrobiologie Hybride von Bakterien herstellen, die beide Komplexe enthalten, um diese für biotechnologische Prozesse zu optimieren. Dadurch kann man den zellulären ATP-Gehalt erhöhen. Dann lassen sich wertvollere Produkte herstellen“, erklärt Prof. Müller. Geplant ist, die Atmungsketten einzusetzen, um durch die Fermentation von Synthesegasen Wertstoffe zu gewinnen. Dies ist Gegenstand der Untersuchungen in einem BMBF-geförderten Projekt.

Quelle: Goethe-Universität Frankfurt am Main

Frohes Fest!

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Die Ausgabe 6/2019 des E-Magazins erscheint gleich nach den Feiertagen. Jetzt kostenfrei anmelden – Download-Link folgt auzomatisch.

Afrikanische Schweinepest: BMEL im engen Austausch mit Bundesländern und polnischen Behörden

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Anfang Dezember haben die polnischen Behörden erstmals einen Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen gemeldet, der nur noch rund 40 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt war. In dieser Woche wurde in Polen ein weiterer Fall in ähnlicher Distanz zur deutschen Grenze gemeldet.

Mit Blick auf das aktuelle Ausbreitungsgeschehen der Tierseuche hat sich unser Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens mit einem Schreiben an die zuständigen Staatssekretärinnen und Staatssekretäre in den Bundesländern gewandt. Er appelliert darin an seine Amtskolleginnen und -kollegen, bei den Maßnahmen zur Prävention der Tierseuche nicht nachzulassen und die notwendigen Vorbereitungen für den Fall eines ASP-Ausbruchs in Deutschland zu treffen.

Unser Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) steht seit langem und kontinuierlich im Kontakt mit den Bundesländern und den zuständigen polnischen Behörden: So fand zuletzt am 5. Dezember 2020 ein Austausch mit den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen statt, die an das Ausbruchsgebiet in Polen angrenzen.

Am 13. Dezember folgte ein deutsch-polnisches Treffen auf Ebene der Amtsveterinäre. Ziel des Austausches zwischen Polen und Deutschland ist es, ein Übereinkommen zur technischen Koordination der ASP-Prävention, Bekämpfung und Tilgung zu treffen.

Vereinbart wurden die folgenden Punkte:
Auf beiden Seiten der Grenze werden Risikozonen von mindestens 8 bis 15 Kilometer eingerichtet, in denen die Jagd so ausgeübt werden sollte, dass dadurch keine Intensivierung der Wildschweinbewegungen herbeigeführt wird (geeignet wären z.B. Fallenjagd oder Ansitzjagd).

Der Austausch von Daten zwischen dem Friedrich Loeffler Institut – Bundesinstitut für Tiergesundheit und dem Nationalen Veterinärinstitut in Pulawy wird intensiviert.

Aspekte einer gemeinsamen Jagdstrategie auf beiden Seiten der Grenze wurden diskutiert. Diese sollen unter Berücksichtigung der nationalen Rechtsvorgaben und Bedingungen weiter ausgearbeitet werden.

Die Arbeitsgruppe empfiehlt, dass die Jagdorganisationen beider Länder beim Wildschweinmanagement in den Risikogebieten noch stärker zusammenarbeiten.
Das nächste Treffen wird im Januar 2020 in Warschau stattfinden, dann auf Ebene der Chef-Veterinäre (CVOs – Chief Veterinary Officers) beider Länder.

Ausführliche Informationen zu Präventionsmaßnahmen, zur Informations- und Aufklärungskampagne des BMEL und zur Vorbereitung auf den Ernstfall finden Sie in unserem Online-Dossier

Quelle: BMEL

5 Jahre Initiative Tierwohl – immer bekannter und konstant beliebt

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• Initiative Tierwohl (ITW) seit fünf Jahren erfolgreich aktiv
• 104 Mio. Schweine sowie über 2 Mrd. Hähnchen und Puten haben seit Gründung profitiert
• 66 Prozent der deutschen Verbraucher kennen inzwischen die Initiative Tierwohl
• 92 Prozent finden das Konzept der ITW gut oder sehr gut

Die Initiative Tierwohl (ITW) blickt auf fünf Jahre ihres Bestehens zurück. Seit ihrem Start haben 104 Millionen Schweine und über 2 Milliarden Hähnchen und Puten von den Maßnahmen profitiert, die von den an der ITW teilnehmenden Landwirten umgesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel mehr Platz im Stall, zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Tiere. Inzwischen stammen rund 70 Prozent der in Deutschland geschlachteten Hähnchen und Puten und 24 Prozent der in Deutschland erzeugten Mastschweine von Landwirten, die an der ITW teilnehmen. Darüber hinaus nehmen auch Sauen- und Ferkelaufzuchtbetriebe teil. Von 2015 bis Ende 2019 hat die ITW teilnehmende Betriebe bislang 38.892 Mal kontrolliert. In jedem der rund 6.700 in der ITW engagierten Betriebe wird zweimal jährlich von unabhängigen Auditoren geprüft, ob alle Tierwohl-Maßnahmen aus dem ITW-Kriterienkatalog umgesetzt werden.

Diese Leistungen wissen die Verbraucher zu schätzen. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage wird die ITW immer bekannter und bleibt konstant beliebt bei deutschen Verbrauchern. 66 Prozent der über 1.000 Befragten kennen die ITW. 92 Prozent finden das Konzept der ITW gut oder sehr gut. Das Produktsiegel der ITW, das besagt, dass das jeweilige Produkt ausschließlich Fleisch von teilnehmenden Betrieben der ITW enthält, haben inzwischen 30 Prozent der Verbraucher bewusst auf Verpackungen wahrgenommen.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die Leistungen, die Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel in den vergangenen fünf Jahren für mehr Tierwohl erbracht haben, auch von den Verbrauchern anerkannt werden“, sagt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Jenseits von Umfragen sind aber die Erfolge im Markt für uns sehr wichtig. Und hier zeigt sich, dass der evolutionäre Ansatz kleiner, nachhaltiger Schritte, den die ITW verfolgt, wirklich breitenwirksam ist. Es geht uns darum, vielen Betrieben und vielen Tieren mehr Tierwohl zu ermöglichen. Dafür wird es in Zukunft auch notwendig sein, dass sich weitere Branchen wie beispielsweise die Großgastronomie wirksam für mehr Tierwohl einbringen.“
Den Branchen Großgastronomie und Gemeinschaftsverpflegung attestieren laut der forsa-Befragung auch die deutschen Verbraucher ein mangelndes Engagement beim Tierwohl. 75 Prozent der deutschen Verbraucher sind davon überzeugt, dass die Unternehmen dieser Branchen das Tierwohl nicht genug berücksichtigen. 86 Prozent wünschen sich auch hier eine Kennzeichnung wie die Haltungsform-Kennzeichnung des Lebensmitteleinzelhandels.

Die Initiative Tierwohl beauftragt die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH seit 2017 regelmäßig mit der Durchführung repräsentativer Befragungen rund um den Themenkomplex „Tierwohl“. Seit der ersten Befragung aus Dezember 2017 hat sich der Fleischkonsum quantitativ kaum verändert. 2017 aßen laut Befragung 57 Prozent der Verbraucher mehrmals in der Woche Fleisch, seltener als ein Mal pro Monat bzw. gar kein Fleisch aßen lediglich 6 Prozent. Zwei Jahre später essen 59 Prozent mehrmals in der Woche Fleisch, während der Anteil derer, die auf Fleisch verzichten oder seltener als ein Mal im Monat Fleisch essen, unverändert geblieben ist.

Im Rahmen der forsa-Untersuchung wurden insgesamt 1.008 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland befragt. Die Erhebung wurde vom 2. bis 6. Dezember 2019 mithilfe des Befragungspanels forsa.omninet durchgeführt.

Link zur Studie

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Atemwegserkrankungen bei Kälbern: Welche Rolle spielen Mykoplasmen?

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Von Dr. Hans-Jürgen Kunz, Christian-Albrechts-Universität Kiel

Kälber leiden häufig an Atemwegserkrankungen. Auslöser sind Viren und Bakterien. Zu letzteren zählen auch die Mykoplasmen. Welche Rolle spielen sie im Bestand und wie kann ihnen vorgebeugt werden?

Die Liste der möglichen Erreger von Atemwegsinfektionen ist sehr lang. Die alte Lehrmeinung besagt, dass in der Regel virale Erreger Wegbereiter für bakterielle Sekundärinfektionen sind (Übersicht 1 und 2). Antibiotisch lassen sich nur bakterielle Erreger behandeln. Um viral bedingte Infektionen vorzubeugen, müsste geimpft werden. Diese Möglichkeit gibt es auch, um Infektionen mit Mannheimia haemolytica vorzubeugen. Das alles ist aber leichter gesagt als getan, denn es sollen nur gesunde Tiere geimpft werden, und wer kann dafür garantieren? Darum haben sich lokale Impfungen, wie die intranasale BRSV/PI3-Impfung, bewährt, die aber keinen Langzeitschutz versprechen. In diesem Fall müsste mindestens ein zweites Mal systemisch nachgeimpft werden.

Diagnosen häufig schwierig
Bei Durchfallerregern liefert in vielen Fällen bereits ein immunochromatographischer Schnelltest ein durchaus brauchbares Ergebnis, und das innerhalb von fünf bis zehn Minuten. Für den Nachweis von Atemwegserregern gibt es solche Diagnosemöglichkeiten nicht. Untersuchungen von Nasentupferproben sind häufig nicht aussagekräftig genug, da sich in den oberen Atemwegen möglicherweise Erreger tummeln, die nicht zwangsläufig auch für eine zu diagnostizierende Infektion in der Lunge verantwortlich sind. Hierfür eignen sich Lungenspülproben besser, die heute auch endoskopisch entnommen werden. Eingeschränkt wird die Aussagekraft solcher Proben aufgrund der starken Segmentierung der Rinderlunge. Sie besteht aus 71 Segmenten, die durch Bindegewebe voneinander getrennt sind, jeweils nur einen zuführenden Bronchus besitzen und keine Verbindung untereinander haben. Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass die Lungenspülprobe aus einem nicht von der Infektion betroffenen Segment genommen wird und Erreger, die sich in andere Segmente eingenistet haben, nicht diagnostiziert werden. Das heißt, wenn die Spülprobe zu keinem positivem Ergebnis geführt hat, heißt das nicht, dass bei dem untersuchten Kalb keine erregerbedingte Infektion vorliegt.

Welche Rolle spielen Mykoplasmen?
Die Rolle der Mykoplasmen ist in vielerlei Hinsicht eine sehr besondere. Es sind Bakterien die anstelle einer Zellwand nur eine Zellmembran besitzen. Sie sind mit 0,3 bis 0,8 µm etwa 14 Mal kleiner als E-Coli-Bakterien und damit so klein, dass man sie noch am Ende des 19. Jahrhunderts den Viren (0,02 bis 0,2 µm) zugeordnet hat, später einer Zwischenform. Mykoplasmen besitzen jedoch alle Eigenschaften von Bakterien, können sich selbst vermehren und werden darum heute zu den Bakterien gezählt. Da sie, wie zuvor beschrieben, nur schwer nachzuweisen sind, wird ihre Bedeutung bei der Entstehung von Atemwegserkrankungen eventuell unterschätzt.


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