Ehrendoktortitel für Christian Drosten, Gerd Sutter und Lothar H. Wieler

TiHo würdigt Engagement und Verdienste um den One-Health-Ansatz.

„Professor Dr. Christian Drosten, Professor Dr. Gerd Sutter und Professor Dr. Lothar H. Wieler haben sich in ihrem bisherigen Wirken und ganz besonders während der Corona-Pandemie um die ganzheitliche wissenschaftliche Betrachtung der Gesundheit von Menschen und Tieren verdient gemacht“, sagt Dr. Gerhard Greif, Präsident der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) anlässlich der vom Senat beschlossenen Ehrungen. Ihre außerordentlichen Verdienste und ihr großes Engagement würdigt die TiHo mit der Verleihung der Ehrendoktortitel.

One Health steht für die enge Verbindung der Gesundheit von Menschen, Tieren sowie der Umwelt. Zwei Aspekte, die der One-Health-Gedanke umfasst, sind Antibiotikaresistenzen und Infektionskrankheiten, die zwischen Menschen und Tieren übertragen werden können. Mit den Ehrungen unterstreicht die TiHo die Bedeutung des One-Health-Ansatzes, der einen Schwerpunkt der Forschungsarbeiten der TiHo bildet.

Professor Dr. Christian Drosten
Professor Dr. Christian Drosten erhält die Ehrendoktorwürde der TiHo für seine herausragende Forschung auf dem Gebiet der RNA- und Corona-Viren, seinen großen Beitrag zur One-Health-Thematik sowie für seine wichtige und wertvolle Aufklärungsleistung während der Pandemie. Drosten arbeitet eng mit Forschenden anderer Disziplinen zusammen. Während der Pandemie öffnete er zudem den Blick in die Wissenschaft. Mit seinen allgemeinverständlichen Erläuterungen virologischer und epidemiologischer Sachverhalte in unterschiedlichen Medien zeigte er, was die Wissenschaft weiß, wie sie funktioniert und mit welchen Methoden die Wissenschaft arbeitet. „Die direkte Vermittlung der aktuellen Faktenlage und ihre Einordnung war und ist für viele Menschen während der Pandemie eine große Hilfe, die trotz aller Widrigkeiten Sicherheit vermittelt“, sagt Greif.

Drosten leitet das Institut für Virologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie das Nationale Konsiliarlaboratorium für Coronaviren. Er studierte Humanmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo er auch promovierte. Drosten ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Bevor er dem Ruf an die Charité nach Berlin folgte, war er an verschiedenen Positionen am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg tätig und leitete für zehn Jahre das Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Drosten ist Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse.

Professor Dr. Gerd Sutter
Professor Dr. Gerd Sutter erhält die Ehrendoktorwürde für seine herausragende Forschung auf dem Gebiet neu auftretender Zoonoseerreger und Infektionskrankheiten sowie für sein Engagement für den One-Health-Gedanken. Sutter ist Tierarzt und widmet sich besonders der angewandten Infektionsforschung. Er sucht nach neuartigen Virusimpfstoffen für Prophylaxe und Therapie und konnte bereits mehrere Impfstoffkandidaten soweit entwickeln, dass sie für klinische Studien zugelassen wurden. Dabei nutzt er das Modifizierte Vacciniavirus Ankara (MVA), ein harmloses Pockenvirus, das bereits seit Jahrzehnten zu Impfzwecken verwendet wird und als Vektor mit der Information verschiedener Erreger bestückt werden kann, um als Impfstoff zu fungieren. Auf diese Weise entwickelte er beispielsweise einen Impfstoff gegen das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV), das von Kamelen übertragen wird, und einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2, der sich derzeit in der klinischen Prüfung befindet. Aber auch andere zoonotische Infektionskrankheiten wie Aviäre Influenza oder West-Nil-Fieber stehen in seinem Fokus.

Sutter studierte und promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Während seiner Postdoc-Zeit arbeitete er im Laboratory of Viral Diseases an den National Institutes of Health in den USA. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er die Leitung einer Forschungsgruppe im Institut für Virologie am Helmholtz Zentrum München. Er ist Fachtierarzt für Mikrobiologie und Virologie und habilitierte sich im Fach Virologie in München. Bevor er seine jetzige Professur für Virologie am Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen an der LMU antrat, leitete er die Abteilung Virologie am Paul-Ehrlich-Institut.

Professor Dr. Dr. h. c. Lothar H. Wieler
Professor Dr. Dr. h. c. Lothar H. Wieler erhält die Ehrendoktorwürde für seinen herausragenden wissenschaftlichen Beitrag in der Zoonosenforschung und für die One-Health-Thematik sowie für seine Rolle in der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie. Wieler ist Tierarzt und Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin. In dieser Funktion berät er die Bundesregierung und informiert regelmäßig über den Sachstand der Pandemie in Deutschland. Die TiHo würdigt mit der Verleihung des Ehrendoktortitels ganz besonders seine Rolle während der Pandemie. „Ruhig, souverän, wissenschaftlich und faktenbasiert informiert Professor Wieler die Öffentlichkeit über das Coronavirus. Er klärt auf, warnt und ordnet ein. Er ist einer der Säulen in der Pandemiebekämpfung in Deutschland“, sagt Greif.

Wieler studierte Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin und an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre promoviert wurde. Seine Habilitation legte er an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Fach Infektionskrankheiten und Hygiene der Tiere ab. Lothar H. Wieler ist Fachtierarzt für Mikrobiologie und war Professor für Mikrobiologie und Tierseuchenlehre an der Freien Universität Berlin. In seiner Forschung konzentriert sich Wieler auf Fragestellungen, die gleichermaßen die Gesundheit von Menschen und Tieren betreffen und legt einen Schwerpunkt auf zoonotische bakterielle Erkrankungen sowie Antibiotikaresistenzen.

Quelle: TiHo

Fliegenbekämpfung im Rinderstall: So früh wie möglich beginnen

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Von Tanja Edbauer, Fachberatung für Naturland, Erzeugerring für naturgemäßen Landbau e.V.

Jedes Jahr überfallen uns im Sommer Heerscharen von Fliegen und übernehmen die Herrschaft über unsere Ställe. Dies führt während des Melkens zu schlagenden, unruhigen Tieren und blank liegenden Nerven beim Melker. Darunter leidet sowohl die Leistung als auch die Gesundheit von Mensch und Tier. Die Fliegen verschmutzen das Futter und reduzieren die Futteraufnahme, die Fliegen können zahlreiche Krankheiten übertragen; genügend Gründe, um den Fliegen den Kampf anzusagen.

Bevor wir mit der Bekämpfung beginnen können, müssen wir erst einmal wissen, wer unser Feind ist und wo seine Schwächen liegen. Die meisten Fliegen sind von Mai bis Oktober/November tagsüber aktiv. Je nach Fliegenart sind die Mundwerkzeuge zum Stechen, Saugen und/oder Lecken ausgelegt.

Die wichtigsten Vertreter im Stall:
– Große Stubenfliege (Musca domestica)
– Wadensteher (Stomoxys calcitrans)

und auf der Weide:
– Bremsen (Familie Tabanidae)
– Augen- oder Gesichtsfliege (Musca Autumnalis)
– Kopf- und Euterfliegen (Hydrotaea pp.)
– kleine Weidestechfliege (Haematobia irritans),
– Große Wendestechfliege (Haematobia stimulans)

Die adulten Fliegen legen die Eier hauptsächlich in feuchtes, warmes, organisches Material, z.B. Mist, Schwimmschicht der Gülle, Futterreste etc. ab. Je höher die Temperaturen, desto schneller entwickeln sich die Larven vom Ei über die Larve/Made, Puppe zur adulten Fliege. Erschreckenderweise sind nur 15 % der gesamten Fliegenpopulation als erwachsene Fliege für den Menschen sichtbar, d.h. der Rest der Population befindet sich irgendwo im Stall und entwickelt sich gerade zur erwachsenen Fliege! Aufgrund des kurzen Entwicklungszyklus explodiert die Population in den Sommermonaten (Juli-August).

Vorbeugen/Hygiene
Leider gibt es zur Fliegenbekämpfung kein Mittel, mit dem das Problem sofort von Tisch ist, stattdessen müssen viele Maßnahmen konsequent genutzt werden, um die Population so gering wie möglich zu halten. Die erste und wichtigste Maßnahme ist auf die Hygiene im Stall zu achten. Am besten im Frühjahr mit einem Frühjahrsputz im Stall beginnen und dabei mögliche Brutplätze aufspüren und beseitigen.

Übersicht der Brutplätze von Fliegen


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Interview: Das Mikrobiom beim Schwein: Schlüssel zu mehr Gesundheit?

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Der Darm ist ein Wunderwerk der Natur. Er ist nicht nur neben dem Magen das wichtigste Verdauungsorgan, auch 80 % aller Immunzellen des Gesamtorganismus sind im Darm lokalisiert. Die Darmoberfläche wird von vielen Bakterien besiedelt, dem Mikrobiom, das aus 500 bis 1.000 verschiedenen Spezies und Subspezies besteht. Erst in jüngster Zeit erkannten Forscher die wichtige Bedeutung des Mikrobioms auf die Gesundheit. Prof. Dr. Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung an der Freien Universität Berlin berichtet im Interview über die aktuellen Erkenntnisse hierzu beim Schwein.

Die intestinale Mikrobiota beeinflusst vor allem Entwicklung und Reifung des Immunsystems und dadurch die Leistung. Was ist eigentlich ihr Optimalzustand?
Das Immunsystem muss lernen, mit den Darmbakterien umzugehen, was z. B. auch Moleküle aus dem Futter einschließt, die über den Darm mit dem Immunsystem in Kontakt kommen, genauso wie pathogene Bakterien. Letztendlich entscheidend ist aber, dass sich eine Besiedlung ausbildet, die zum Alter des Tieres passt und mit dem Immunsystem positiv interagiert. Soweit wir es überblicken, ist der Optimalzustand noch nicht definierbar. Wir gehen davon aus, dass sich hier Effekte von Ernährung, Genetik, Haltung ganz stark auswirken. Wenn ich mal die Extreme Wildschwein und Hausschwein vergleiche, haben diese beiden eben auch völlig unterschiedliche Grundvoraussetzungen. Ansatzweise könnte man den Optimalzustand vielleicht als relativ hohe bakterielle Vielfalt definieren, die auch zur Ernährung passt. Denn die Mikrobiota füttern wir ja quasi mit und sie entwickelt sich auch in Abhängigkeit von der Ernährung. Da spielt der Fasergehalt eine Rolle, der Eiweißgehalt, die Kohlenhydrate – es ist relativ komplex. Geringe Durchsetzungsfähigkeit von Pathogenen und bakteriellen Toxinen wie Enterotoxinen gehört dazu und andererseits natürlich die Bildung günstiger Metaboliten wie kurzkettiger Fettsäuren.

Fangen wir bei Ferkel an: deren Mikrobiom verändert sich nach der Geburt täglich, ja fast schon stündlich. Was passiert da im Einzelnen?
Ferkel kommen eben mit einem nicht oder wenig besiedelten Verdauungstrakt zur Welt. Die erste Besiedelung kommt ja normalerweise durch die Infektion mit der Vaginalflora im Geburtskanal zustande. Nach der Geburt geht es dann sehr schnell und dynamisch. Das hängt ab von der Milchaufnahme und der Sau, vor allem über deren Kot und den Hautkontakt von Ferkel und Sau.

Wir haben uns gewundert, dass man etwa die Laktobazillen am Anfang so gut wie gar nicht findet, während andere wie z. B. Enterobakterien und Clostridien zu hohen Anteilen auftreten und sich dann aber auch wieder reduzieren. Wir haben in den ersten 14 Tagen eine sehr starke Dynamik, dann tritt eine gewisse Stabilisierung nach etwa fünf Wochen ein und darauf folgt eine kontinuierliche Entwicklung bis zur Schlachtung. Es kommt nicht zum Stillstand, nur die Veränderungen werden diskreter.

Läuft die Entwicklung bei allen Ferkeln immer gleich ab oder ist das stallspezifisch?
Wir finden gewisse Grundmuster, die Ähnlichkeiten aufweisen. Aktuell vergleichen wir Sauen und Ferkel verschiedener Betriebe und sehen dabei betriebsspezifische Unterschiede. Ob der Betrieb, die Genetik oder die Fütterung dahintersteckt, muss natürlich auch noch mal hinterfragt werden. Ein Grundmuster ist bei allen Unterschieden schon zu erkennen und die spannende Frage ist, wie das mit der Tiergesundheit verknüpft ist. Hierzu werten wir aktuell große Datenmengen aus und eine definitive Aussage wäre mir derzeit noch zu spekulativ.

Die Mikrobiota haben auf jeden Fall aber auch etwas mit Leistung zu tun. Es gibt französische Studien, die für spezielle mikrobielle Typen beim Schwein höhere Futtereffizienz und höhere Wachstumsrate zeigen. Woran das genau liegt, ist aber noch nicht bis ins Letzte untersucht.

Wann könnten dazu belastbare Ergebnisse vorliegen?
Mit den heutigen Sequenzierungsmethoden geht das relativ schnell, so dass wir innerhalb der nächsten fünf Jahre signifikante Fortschritte sehen werden.

Es gibt nicht nur Bakterien, sondern auch (ganz früh schon) Viren im Darm?


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Gesund durch Prophylaxe: Infektionsketten durchbrechen bei Legehennen

Von Cordula Möbius, Dipl. Ing agr

Mit Hilfe von Schutzimpfungen, Biosicherheitsmaßnahmen und einer strikten Rein-Raus-Haltung können Infektionsketten in Legehennenbeständen durchbrochen werden.

Wer Legehennen hält, möchte gesunde und leistungsfähige Tiere in seinem Stall haben. Dazu genügt es nicht nur, optimale Haltungsbedingungen für die Legehennen zu schaffen und die Tiere bedarfsgerecht zu ernähren. Auch der Gesundheitszustand der Hennen muss stets im Auge behalten werden. Landwirte, die ihre Tiere regelmäßig und genau kontrollieren, können frühzeitig Maßnahmen einleiten, wenn Probleme auftreten. Doch um Infektionskrankheiten vorzubeugen, müssen sie potenzielle Infektionsketten von vorn herein unterbinden. Das gelingt vor allem mit vorbeugenden Maßnahmen wie der Schutzimpfung, Maßnahmen der Biosicherheit und dem Praktizieren einer strikten Rein-Raus-Haltung.

Schutzimpfungen schützen im Tier
Schutzimpfungen sind für die Prophylaxe und für Bekämpfung von Infektionserregern und Tierseuchen in Legehennenbeständen unverzichtbar. Mit Hilfe gezielter Impfstrategien, die immer mit dem betreuenden Tierarzt zu besprechen sind, lassen sich Viruskrankheiten und Zoonosen vorbeugen (Zoonose = von Tier zu Mensch übertragbare Krankheit). In Deutschland verpflichtend ist die Impfung gegen das Newcastle Disease Virus (ND) und gegen Salmonellen. Einen hohen Stellenwert haben bestandsspezifische Impfstoffe, die verhältnismäßig schnell an die speziellen Probleme des jeweiligen Betriebes angepasst werden können.

Es ist empfehlenswert, alle in der Aufzucht geplanten Standardimpfungen bis Ende der 14. Lebenswoche abzuschließen, damit die Tiere geschützt zum Umstallungstermin in den Legehennenstall (circa in der 17. Lebenswoche) umziehen können. Der Umstallungsprozess löst bei den Hennen großen Stress aus und belastet die Tiere recht stark. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass der in der Aufzucht erworbene Impfschutz nur für zwölf Monate anhält. Wann Impfungen aufgefrischt werden müssen, sollten Landwirte mit ihrem Bestandstierarzt besprechen. Bei älteren Hennen ist darüber hinaus die regelmäßige Kontrolle auf Salmonellen unabdingbar.

Lebend- und Totimpfstoffe
Bei den Impfungen gibt es den Unterschied zwischen aktiven „Lebend-“ und inaktiven „Totimpfstoffen“. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erregervarianten, die dem Huhn über Augentropfen, Trinkwasser oder Spray verabreicht werden können. Die Impfstoffe wirken über die Schleimhäute und sorgen so für eine gute lokale Immunität an der Eintrittspforte der Erreger. Trinkwasserimpfungen sind mit der entsprechenden Technik vor Ort leicht durchzuführen. Für Sprayimpfungen sind Sprühgeräte auf dem Markt. Lebendimpfstoffe rufen eine starke lokale Immunität hervor, nachteilig ist jedoch, dass die geimpften Tiere Impfviren über den Kot ausscheiden können. Bei den Totimpfstoffen werden die abgetöteten Erreger über eine Spritze jedem Tier einzeln unter die Haut oder in die Muskulatur verabreicht. Oftmals besteht ein Impfprogramm aus Lebend- und Totimpfstoffen, um den Schutz der Tiere zu verbessern. Man nennt dieses Vorgehen Priming (mit Lebendimpfstoff) und Boostern (mit Totimpfstoff). Der Vollständigkeit halber sei auch noch die In-Ovo-Impfung erwähnt: Hier werden die Küken bzw. Embryonen sehr früh noch während der Inkubationszeit im Ei geimpft. Dieser Vorgang ist automatisiert: Eine Nadel stößt durch die Spitze des stumpfen Pols der Eierschale und injiziert Impfstoff zum Embryo. Bei Legehennen ist dieses Verfahren allerdings noch nicht so häufig im Einsatz, bei Broilern allerdings schon.

Maßnahmen zur Biosicherheit
Wenn Krankheiten in einer Herde ausbrechen, ist dies immer auch ein Hinweis auf unzureichende Biosicherheitsmaßnahmen im Legebetrieb. Dabei können Erreger auf verschiedene Weise eingetragen werden. Mögliche Quellen sind Wildvögel, Katzen, Hunde und Schadnager, Futter, Wasser und Stalleinrichtungsgegenstände. Auch die Luft, der Auslauf oder Besucher des Betriebes können Überträger von Krankheiten sein.


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Ist der Erreger der Paratuberkulose des Rindes an der Entstehung von Morbus Crohn des Menschen beteiligt?

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Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis ist als Erreger der sogenannten Johneschen Krankheit oder Paratuberkulose des Rindes mit einer chronisch entzündlichen Veränderung des Dünndarms bekannt.

Morbus Crohn gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen des Menschen und ist neben der Colitis ulcerosa die bedeutsamste dieser Erkrankungen. Die Ursache der Erkrankung ist nach wie vor unklar. Die Veränderungen im Verdauungskanal bei Morbus Crohn ähneln denen, die auch bei der Paratuberkulose des Rindes beobachtet werden. Diese sogenannte pathognomonische Ähnlichkeit war ein Grund für die Vermutung, dass der Erreger der Paratuberkulose des Rindes möglicherweise ursächlich im Zusammenhang mit der Entstehung von Morbus Crohn beim Menschen steht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Max Rubner-Institut (MRI) führten eine umfangreiche Literaturauswertung durch und kommen zu dem Ergebnis, dass weiterhin keine validen wissenschaftlichen Ergebnisse vorliegen, die einen solchen Zusammenhang belegen.

Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP) ist ein Vertreter der Gattung Mycobacterium und wird dort dem sog. Mycobacterium avium-Komplex zugeordnet. MAP ist als Erreger der sogenannten Johneschen Krankheit oder Paratuberkulose des Rindes bekannt. Diese Infektionskrankheit kommt bei einer großen Zahl von Tierarten vor. Besondere und vor allem wirtschaftliche Bedeutung hat die Erkrankung bei als Nutztier gehaltenen Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen und Schafen. Die Paratuberkulose ist gekennzeichnet durch nicht behandelbare Durchfälle, die damit verbundene Abmagerung und endet immer tödlich. Pathologisch zeigt sich bei der Paratuberkulose eine chronisch entzündliche Veränderung des Dünndarms mit einer typischen „hirnwindungsähnlichen“ Auffaltung. Ähnliche Veränderungen sind teilweise beim Morbus Crohn (MC) des Menschen zu beobachten, was zum Verdacht auf eine ähnliche Ätiologie geführt hat.

MC gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) des Menschen und ist neben der Colitis ulcerosa die bedeutsamste dieser Erkrankungen. Der akute oder chronische, schubweise und rezidivierende Verlauf der Erkrankung kann für die Patienten eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten. Die Ätiologie der Erkrankung ist nach wie vor unklar, wobei eine Autoimmunerkrankung, eine genetische Disposition und eine infektiöse Ursache sowie eine Kombination dieser Faktoren diskutiert werden.

Das BfR hat sich wiederholt mit der Thematik MAP und möglicher Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit beschäftigt, hierzu verschiedene Stellungnahmen veröffentlicht und Sachverständigengespräche durchgeführt. Eine im Dezember 2003 von BfR und Robert Koch-Institut veröffentlichte, detaillierte Literaturstudie zum Thema „Morbus Crohn und Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP)“ kam zu dem Ergebnis, dass es keine validen wissenschaftlichen Ergebnisse gibt, die einen kausalen Zusammenhang zwischen der Exposition mit MAP und einem erhöhten Risiko für eine MC-Erkrankung belegen. Spätere Stellungnahmen stellten fest, dass eine Risikobewertung hinsichtlich der Bedeutung von MAP und einer Aufnahme durch den Verzehr von Lebensmitteln oder Wasser aufgrund unzureichender Daten nicht durchgeführt werden kann.

BfR und MRI führten eine umfangreiche Literaturauswertung zum Kenntnisstand eines potentiellen Zusammenhangs zwischen dem Erreger der Paratuberkulose des Rindes und der Morbus Crohn-Erkrankung des Menschen im Hinblick auf die Bedeutung von Lebensmitteln durch.

Die seit 2003 durchgeführten Humanstudien zur Bedeutung von MAP an der Entstehung von MC und einem möglichen kausalen Zusammenhang liefern aufgrund ihrer Heterogenität bei der Auswahl der Methoden und des Studiendesigns keine vergleichbaren Ergebnisse. Insbesondere aufgrund der heterogenen Untersuchungsergebnisse hinsichtlich eines positiven MAP-Nachweises bei MC-Patienten sehen viele Autorinnen und Autoren die Evidenz für einen kausalen Zusammenhang als nicht ausreichend an. Es bleibt zweifelhaft, ob der in einigen Studien beschriebene und im Vergleich zu Kontrollgruppen häufige MAP-Nachweis bei MC-Patienten auf eine kausale Rolle des Erregers bei MC hindeutet oder nicht vielmehr Folge der Störung der Darmschleimhaut-Barriere bei MC-Patienten ist. Für letztere Interpretation gibt es eine Reihe von Gründen. Eine Rolle von MAP als Kofaktor kann bei der Entstehung des MC ein möglicher Effekt sein, wobei dieser im Vergleich zu anderen Faktoren als gering eingeschätzt wird. Darüber hinaus ist eine Infektionsdosis für den Menschen bisher nicht bekannt. Angaben zur Eintrittswahrscheinlichkeit sowie zu Art, Dauer, Reversibilität und Schwere der möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Menschen sind nicht möglich. Die Rolle von MAP als einem ursächlichen Agens für MC wird jedoch weiterhin diskutiert.

Über das Vorkommen von MAP in Lebensmitteln gibt es weiterhin keine systematischen Erhebungen. Es existieren nach wie vor keine international anerkannten Standardmethoden zum Nachweis von MAP in Lebensmitteln. Die zur Untersuchung von Lebensmitteln angewendeten Verfahren sind zum Teil aus dem Bereich der Tierseuchendiagnostik übernommen und adaptiert worden oder es handelt sich um nicht validierte, laboreigene Methoden. Aus den genannten Gründen ist die Datenlage zum Vorkommen von MAP in Lebensmitteln ungenügend und mit großen Unsicherheiten behaftet und es lassen sich keine validen Angaben zur Prävalenz und Konzentration von MAP in Lebensmitteln vornehmen.

Aus den genannten Gründen liegen die größten Unsicherheiten bei der Risikobewertung im Bereich der Expositionsschätzung. Es ist unklar, ob eine kausale Evidenz zwischen der Aufnahme von MAP und dem Auftreten von MC besteht. Obwohl eine ursächliche Beteiligung von MAP an der Entstehung von MC nicht sicher belegt ist, wird häufig empfohlen, die Exposition von Verbraucherinnen und Verbrauchern gegenüber MAP in Lebensmitteln so weit wie möglich zu minimieren. Dies bedeutet, den Eintrag in die Lebensmittelkette und in verzehrfertige Lebensmittel so weit wie möglich zu reduzieren oder zu verhindern. Im Bereich der Milchkette bedeutet dies beispielsweise eine konsequente Bekämpfung der Johneschen Krankheit, Verbesserungen bei der Melkhygiene und der Einsatz geeigneter Prozesstechnologien zur Keimreduktion. Zudem empfiehlt das BfR generell, und insbesondere immungeschwächten Personen, auch wegen anderer Krankheitserreger auf den Verzehr von Rohmilch und anderen rohen tierischen Produkten zu verzichten.

Weitere Informationen auf der BfR-Website zum Thema Morbus Crohn und Mycobacterium avium ssp. Paratuberculosis Literaturstudie „Morbus Crohn und Mycobacterium avium ssp. Paratuberculosis“

Sachverständigengespräch zur mikrobiologischen Risikoabschätzung einer Verbindung zwischen Mycobacterium paratuberculosis und Morbus Crohn

Quelle: BfR

Die nächste Generation an Marek-Impfungen: Nun auch in Deutschland verfügbar

• Die beiden neuen Möglichkeiten, vor der Marekschen Erkrankung zu schützen, sind das Ergebnis eines neuen Designs in der Entwicklung der Marek-Impfung.

• Beide sind zur aktiven Immunisierung von Eintagsküken zugelassen. Die frühe, schon ab einem Alter von fünf Tagen eintretende Immunität gegen Marek bietet Legehennen- und Elterntieren sowie Broilern Schutz auch gegen sehr virulente Stämme der Marekschen Erkrankung.

• Eine der beiden Impfungen bietet zusätzlich Schutz gegenüber der Gumboro-Krankheit.

• Dafür ist die andere Impfung vollständig kompatibel mit einer seit vielen Jahren zugelassenen Marek-Prophylaxe (mit einem anderen Serotypen), die ebenfalls gegen Gumboro schützt und kann mit dieser gemischt werden.

• Bei den aktiven Wirkstoffen handelt es sich um lebende, rekombinante Viren, die als Konzentrat zur Verdünnung im Lösungsmittel vorliegen.

Boehringer Ingelheim gibt die Einführung der neuen Produktpalette, die nächste Generation der Impfung gegen die Mareksche Erkrankung, in Deutschland und weiteren Ländern der europäischen Union bekannt.

Damit bietet Boehringer Ingelheim eine Innovation (1) innerhalb der Marek-Kategorie: Die Impfungen bieten Geflügelproduzenten moderne Technologie zum Schutz gegen die Mareksche Erkrankung. Die Produktreihe besteht aus einem innovativen Serotyp-1-Konstrukt mit einer ausgewogenen Balance aus Verträglichkeit und Wirksamkeit auch gegen sehr virulente Stämme der Marek-Krankheit.

Die neue Kombinationsimpfung beinhaltet die lebenden, rekombinanten Viren zum Schutz vor Marek und Gumboro als Konzentrat in einer Ampulle zur Verdünnung im Lösungsmittel. Diese 3-in-1-Lösung wurde speziell entwickelt, um in Geflügelsegmenten mit hoher Lebensdauer Schutz zu bieten. Die Impfungen sind in Deutschland in Ampullen zu 1.000 und 4.000 Dosen, in flüssigem Stickstoff gefroren, erhältlich und sind zur Immunisierung von Eintagsküken zugelassen.

Jerôme Baudon, Leiter des Bereichs Geflügel bei Boehringer Ingelheim, erklärt: „Unsere Palette an Impfungen schafft Werte durch Innovation für Geflügelzüchter, für die die Mareksche Erkrankung relevant ist. Weltweit durchgeführte Feld- und Laborstudien haben die Verträglichkeit und Wirksamkeit auch gegen sehr virulente Marek-Viren nachgewiesen (2)

Der deutsche und europaweite Launch vervollständigt die Verfügbarkeit der Produktpalette weltweit. Um mehr über Marek-Impfungen zu erfahren, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Tierarzt in Verbindung.

Referenzen:
(1) Lemiere S. et al., Proceedings of the American Association of Avian Pathologists (AAAP) meeting, 2020
(2) Bublot M. et al., llth Symposium on Marek’s Disease and Avian Herpesviruses, 2016

Quelle: Boehringer Ingelheim

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Ausgabe 3/2021
+ Hitzestress effektiv vorbeugen
+ Metabolische Programmierung: Fütterung des Kalbes in den ersten Lebenswochen möglichst üppig
+ Immunologie des neugeborenen Kalbes: Stress wirkt negativ
+ Durchfall bei Saugkälbern: Mit einfachen Maßnahmen Situation verbessern
+ Interview: Kühe länger melken: Was bedeutet das für die Kälberaufzucht?
+ Interview: Kuhgebundene Kälberaufzucht: Gewinn für Kuh, Kalb und Landwirt?
+ Mehr Fokus auf die Eisenversorgung
+ Warum langweilig gut ist: Kälberaufzucht planen und standardisieren
+ Fliegenbekämpfung im Rinderstall: So früh wie möglich beginnen

+ Virale Zoonosen beim Wirtschaftsgeflügel: Gefahr für den Menschen?
+ Interview: Das Mikrobiom beim Schweine: Schlüssel zu mehr Gesundheit?
+ Gesund durch Prophylaxe: Infektionsketten durchbrechen bei Legehennen
+ DBU-Projekt Bee-Check: Frühwarnsystem zum Schutz der Honigbiene

Enttäuschung über mangelnde Rücksichtnahme von EU-Abgeordneten auf Gesundheit und Wohlergehen von Tieren und Ablehnung wissenschaftlicher Expertise

In einem fehlgeleiteten Versuch, die Verwendung von Antibiotika für den menschlichen Gebrauch zu schützen und die Zunahme antimikrobieller Resistenzen einzudämmen, haben gestern die Mitglieder des EU-Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) mit 38 Ja-Stimmen zu 18 Nein-Stimmen und 22 Enthaltungen einen Entschließungsantrag angenommen, der sich gegen die delegierte EU-Verordnung über die „Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind“ wendet.

Die Europäische Kommission hatte diesen delegierten Rechtsakt zusammen mit den Mitgliedstaaten auf der Grundlage der wissenschaftlichen Beratung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erarbeitet, die drei Kriterien festlegte, nämlich

1. unverzichtbare antimikrobielle Mittel, die für schwere, lebensbedrohliche Infektionen beim Menschen zur Verfügung stehen,
2. Resistenzübertragung von der Verwendung bei Tieren auf den Menschen und
3. nicht unverzichtbar für die Tiergesundheit.

Mit Befürchtungen, die auf veralteten Annahmen über den Missbrauch von Antibiotika im Tierbereich und einer völligen Fehlinterpretation der WHO-Empfehlungen beruhen, lehnt dieser Schritt die wissenschaftlichen Empfehlungen der EMA in Abstimmung mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ab. Das gefährdet neben der öffentlichen Gesundheit und der Lebensmittelsicherheit auch ernsthaft die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere. Zugleich stellt der Beschluss eine klare Missachtung des in der EU etablierten wissenschaftsbasierten Entscheidungsfindungsprozesses dar und ignoriert die wiederholten Aufrufe der eigenen Behörde, antimikrobielle Resistenzen mit dem One- Health-Ansatz zu bekämpfen.

Das willkürliche Verbot der einzigen therapeutischen Möglichkeit gegen bakterielle Infektionen bedeutet, dass alle Tiere, auch Haustiere, unbehandelt bleiben, was zu unnötigem Leiden und sogar zu ihrem Tod führen kann. Dies steht in eklatantem Widerspruch zum Vertrag von Lissabon, der Tiere als fühlende Wesen anerkennt, sowie zu der Bedeutung, die die Bürger dem Tierschutz beimessen, wie kürzlich die erfolgreiche europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ gezeigt hat.

Der Antrag, über den gestern abgestimmt wurde, wird sich lediglich negativ auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere auswirken und keinen positiven Einfluss auf die öffentliche Gesundheit oder die Antibiotikaresistenz haben. Der bpt wird gemeinsam mit seinen europäischen Partnerverbänden den Kampf für einen wissenschaftsbasierten One-Health-Ansatz in den nächsten Monaten fortsetzen und sich dabei auf die Plenarabstimmung im September konzentrieren.

Quelle: Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

1-jähriges Jubiläum: Der Ceva Blog für Tiergesundheit in der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft steht vor täglichen Herausforderungen und Problemen. Ceva Tiergesundheit möchte Hilfestellung leisten und hat deshalb von einem Jahr den Ceva Rindergesundheits Blog ins Leben gerufen.

Der Ceva-Blog trägt dazu bei Landwirten bei der Gesunderhaltung ihrer Tiere zu unterstützen. Artikel rund um die Themen Q-Fieber, Rinderflechte, Fruchtbarkeit beim Rind und Kälberkrankheiten, geschrieben von Mitarbeitern, wie auch externen Spezialisten und Praktikern lassen sich auf dem Blog wiederfinden. Darüber hinaus werden weitere Features zum Download angeboten. Von E-Learnings, über Podcasts bis hin zu diversen Arbeitsanleitungen erleichtern Landwirten seit einem Jahr den Arbeitsalltag.

Jedes Feedback zählt
Bereits nach kurzer Zeit hat Ceva Tiergesundheit die ersten Reaktionen auf den Blog bekommen. Gerade die Arbeitsanleitungen sind bei Landwirten sehr beliebt und werden immer wieder genutzt. In einigen Ställen konnte man bereits die ausgedruckte Arbeitsanleitung vorfinden.

Die zuletzt veröffentliche Arbeitsanleitung zur Schmerzerkennung ist der aktuelle Spitzenreiten im Downloadbereich. Mit über 400 Seitenaufrufen ist sie der neue Star auf dem Blog und hat in den letzten zwei Monaten für einen enormen Zuwachs an Newsletter-Abonnenten gesorgt. Die Anleitung bietet Landwirten ein wichtiges Werkzeug, Schmerzen bei der Kuh besser zu erkennen und zu bewerten. Und das nicht nur auf Deutsch. Auch auf Englisch, Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch ist die Anleitung erhältlich und hilft somit auch Landwirten aus anderen Herkunftsländern. Schon heute sind neue, spannende und hilfreiche Arbeitsanleitungen in Planungen und die nächste Veröffentlichung ist bereits für Mitte August vorgesehen.

Da das Unternehmen den Blog kontinuierlich optimieren möchte, ist das Feedback der Leser von großer Bedeutung. Es besteht die Möglichkeit per Mail an ruminant.de@ceva.com Anregungen, Verbesserungsvorschläge und sogar Themenvorschläge mitzuteilen.

Schritt-für-Schritt zu mehr Inhalt
Wöchentlich wird ein neuer Inhalt hochgeladen. Diesen Rhythmus hat sich Ceva Tiergesundheit von Anfang an beibehalten. Nach einem Jahr setzt sich das Unternehmen das Ziel zukünftig zwei Artikel pro Wochen zu teilen, um den Lesern noch mehr hilfreichen Inhalt bieten zu können. Ceva Tiergesundheit empfiehlt den monatlichen Newsletter zu abonnieren, um immer und überall bestens informiert zu sein und keinen Artikel zu verpassen!

Wir sind sehr gespannt wie sich der Blog weiterentwickeln wird und wünschen alles Gute zum 1-jährigen Jubiläum!

Autor: Ceva Tiergesundheit GmbH
Ansprechpartnerin: Stella Kuroczik, Marketingassistenz, Ceva Tiergesundheit GmbH

Bienen retten mit Genomik

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Der Molekularbiologe Prof. Dr. Dr. Bertram Brenig von der Universität Göttingen hat den Illumina Agricultural Greater Good Award 2021 erhalten. Die Firma Illumina ist ein internationales Unternehmen, das sich auf genetische Sequenzierungstechnologie spezialisiert hat. Der Preis unterstützt Forschungsvorhaben, die Nachhaltigkeit, Produktivität und Nährstoffdichte von landwirtschaftlich wichtigen Nutzpflanzen und -tieren erhöhen. Brenig leitet das Tierärztliche Institut der Universität Göttingen. Er wird für seinen Forschungsvorschlag über die Westliche Honigbiene ausgezeichnet.

Obwohl die Honigbiene einer der wichtigsten Bestäuber ist, steht sie derzeit vor zahlreichen Herausforderungen und einem Rückgang der Population. Brenig möchte die Genomik nutzen, um die Schwachstellen in der DNA der Westlichen Honigbiene zu verstehen.

Die DNA, der Bauplan oder die Anleitung für jede lebende Zelle, besteht aus zwei Strängen, die zu einer Doppelhelix verdreht sind. Moleküle aus jedem Strang sind in Basenpaaren aneinandergereiht: die grundlegenden Bausteine des DNA-Codes. Das Genom der Westlichen Honigbiene ist etwa ein Zehntel so groß wie das menschliche Genom und besteht aus 236 Millionen Basenpaaren, die innerhalb der Bienenpopulationen variieren. Mit der Auszeichnung stellt Illumina Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung, die es dem Gewinner ermöglichen, etwa 20 Billionen (2 x 1013) Basenpaare zu analysieren.

Zwischen 1947 und 2005 verloren US-Imkerinnen und Imker nach eigenen Angaben über die Hälfte ihrer heimischen Honigbienen, während weltweit 50 Prozent der Wildbienen ausgestorben sind. Viele Faktoren beeinflussen die Gesundheit der Bienen: der Verlust der natürlichen Umgebung, der Einsatz von Pestiziden gegen Unkraut und die Anfälligkeit für bestimmte Schädlinge wie die Varroa-Milbe. Mit Hilfe der Genomik erhoffen sich die Forscherinnen und Forscher ein besseres Verständnis der genetischen Anfälligkeiten und Informationen, die das langfristige Überleben der Insekten sichern könnten. „Wir hoffen, dass das Projekt zu den weltweiten Initiativen und Bemühungen beiträgt, das zunehmende Massensterben der Honigbienen zu verhindern und das Überleben der von der Bestäubung abhängigen Arten zu sichern, wozu natürlich auch der Mensch gehört“, erklärt Brenig.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Kaspar Bienefeld vom Länderinstitut für Bienenforschung in Hohen Neuendorf will Brenig mit Hilfe von vergleichender Ganzgenomsequenzierung, genomweiter Assoziationsanalyse und epigenomischem Profiling Unterschiede in der Resistenz von Honigbienen gegenüber Parasitenbefall aufdecken. „Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums sind zwischen 2019 und 2020 in nur einem Jahr 43,7 Prozent der westlichen Honigbienenvölker verloren gegangen“, sagt Brenig. „Wenn man bedenkt, dass etwa 90 Prozent der Blütenpflanzen und 75 Prozent der Nutzpflanzenarten von der Bestäubung durch Insekten abhängen, wird deutlich, wie wichtig es für die globale Biodiversität ist, das Massensterben der Bestäuber zu stoppen.“

„Wir unterstützen in erster Linie Projekte, die die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft verbessern können, insbesondere in wichtigen Bereichen der Landwirtschaft, die heute von öffentlichen Mitteln und Ressourcen unterversorgt sind“, sagt Lisa Eldridge, Associate Director of Agrigenomics bei Illumina. „Unser 2021 ausgezeichnetes Projekt, das sich auf die Bienengesundheit konzentriert, entspricht all unseren Förderzielen, und wir freuen uns, diese Forschung fördern zu können, die für das Überleben unserer wichtigsten Bestäuber von entscheidender Bedeutung ist.“

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen