CEVASCREEN Mückenprojekt: Start des Frühwarnsystems zur Überwachung der Epizootischen Hämorrhagischen Krankheit (EHD) in der Region BeNeDACH

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Mit dem CEVASCREEN Mückenprojekt hat die CEVA Tiergesundheit GmbH, Abteilung Ruminants, in BENEDACH eine Initiative ins Leben gerufen, die eine frühzeitige Erkennung der Epizootischen Hämorrhagischen Krankheit (EHD) ermöglicht. Durch eine 2-wöchentliche Untersuchung von Gnitzen der Gattung Culicoides auf das EHD-Virus liefert das Projekt wichtige epidemiologische Informationen über die regionale Viruszirkulation. Ziel ist es, Tierärztinnen und Tierärzten, Landwirtinnen und Landwirten sowie Tiergesundheitsbehörden ein wissenschaftlich fundiertes Frühwarnsystem zur Verfügung zu stellen und dadurch präventive Maßnahmen zum Schutz von Rinderbeständen zu unterstützen.

Sammlung von Gnitzen für CEVASCREEN Mückenprojekt ((c) Ceva Tiergesundheit)

EHD zählt zu den vektorübertragenen Erkrankungen von Wiederkäuern. Da das Virus bereits in Gnitzen zirkulieren kann, bevor erste klinische Fälle in Rinderbeständen auftreten, bietet die Untersuchung der Vektoren die Möglichkeit, eine beginnende Virusverbreitung frühzeitig zu erkennen. Der Nachweis viraler RNA in Gnitzen kann somit als regionales Frühwarnsignal dienen und dazu beitragen, Tierärztinnen und Tierärzten sowie landwirtschaftlichen Betrieben wertvolle Zeit für präventive Maßnahmen zu verschaffen.

EHD verursacht bei Tieren ähnliche Symptome wie die Blauzungenkrankheit, ist jedoch nur serologisch nachweisbar. Folgende klinische Anzeichen bei Rindern weisen auf EHD hin:

• Fieber
• verminderter Appetit
• Nasenausfluss mit Krusten
• Übermäßiger Speichelfluss
• Erosionen am Zahnfleischrand mit weißlichem Belag
• Lahmheit

Europaweites Monitoring von Juni bis November
Das CEVASCREEN Mückenprojekt startete im Juni und läuft bis Oktober 2026. Während dieses Zeitraums werden im Abstand von jeweils zwei Wochen Gnitzenproben von teilnehmenden Tierärztinnen und Tierärzten, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Ceva gesammelt und anschließend von einem Labor molekularbiologisch auf das EHD-Virus untersucht.

Der Schwerpunkt des Monitorings mit 74 Mückenfallen liegt in den Regionen entlang der französischen Grenze. Darüber hinaus wurden weitere Fallen in anderen Teilen Deutschlands sowie in Belgien, den Niederlanden und Österreich installiert. Insgesamt ermöglichen 134 Mückenfallen ein umfassendes Monitoring in der gesamten BeNeDACH-Region.

Gnitzenfalle im Kuhstall, CEVASCREEN Mückenprojekt ((c) Ceva Tiergesundheit)

Ziel des Projekts ist die frühzeitige Detektion des Virus sowie der Aufbau einer Risikokartierung für Mitteleuropa. Die gewonnenen Daten liefern CEVA, praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten, landwirtschaftlichen Betrieben sowie Tiergesundheitsbehörden eine fundierte und zeitnahe Grundlage zur Bewertung der epidemiologischen Situation. Auf dieser Basis können Impfstrategien gezielt angepasst und optimiert werden, um Rinderbestände noch wirksamer vor einer Erkrankung zu schützen.

Datenschutz und Vertraulichkeit stehen im Mittelpunkt
Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist der vertrauliche Umgang mit den erhobenen Daten. Sämtliche Proben werden ausschließlich mit einem eindeutigen Code versehen und vollständig anonymisiert untersucht. Es werden keine betriebsbezogenen Daten erhoben oder veröffentlicht, sodass weder Rückschlüsse auf einzelne landwirtschaftliche Betriebe noch auf teilnehmende Tierarztpraxen möglich sind.

Mit diesem länderübergreifenden Monitoring trägt das Projekt dazu bei, einen Ausbruch und die Ausbreitung des EHD-Virus frühzeitig zu erkennen und wertvolle Informationen für die Tiergesundheit in der Region BeNeDACH bereitzustellen

Quelle: Ceva Tiergesundheit GmbH

Sanfte Schubser für mehr Tierwohl

Sanfte Kaufanreize können bewirken, dass öfter zu Lebensmitteln mit höheren Tierhaltungsstandards gegriffen wird. Darauf deutet eine aktuelle Studie an der Universität Bonn hin. Die Forscherinnen nutzten als „Nudges“ zwei unterschiedliche Plakate zum Tierwohl-Label. Schon jedes Plakat für sich veränderte das Konsumverhalten von Testpersonen, die in einem virtuellen Supermarkt einkauften. Wurden beide Plakate kombiniert, war der Anteil der Produkte mit höheren Tierwohlstandards im Einkaufskorb am höchsten. Es muss sich noch zeigen, inwieweit sich die Ergebnisse auf reale Einkaufssituationen übertragen lassen. Die Studie ist im Journal of Behavioral and Experimental Economics erschienen.

„Nudges“ sind Maßnahmen, die Menschen bei Entscheidungen unterstützen – und zwar auf sanfte Weise, ohne ihre Wahlfreiheit einzuschränken. So können beispielsweise gesunde oder nachhaltige Optionen hervorgehoben werden, damit sie bei einer Kaufentscheidung stärker berücksichtigt werden.

In der aktuellen Studie haben drei Wissenschaftlerinnen der Universität Bonn untersucht, wie Nudging den Kauf von Lebensmitteln beeinflussen kann, bei deren Erzeugung das Tierwohl berücksichtigt wird. In Deutschland gibt es verschiedene Kennzeichnungen, die über die Haltungsbedingungen von Nutztieren informieren, etwa das Haltungsform-Label für Fleisch- und Milchprodukte und die Eierkennzeichnung. Sie machen sichtbar, wie tierfreundlich die Haltung ist.

850 Testpersonen auf virtueller Shoppingtour
„Wir haben nun zwei unterschiedliche Plakate gestaltet“, erklärt Leonie Bach vom Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik (ILR) der Universität Bonn. „Das erste Plakat sahen die Teilnehmenden, bevor sie den virtuellen Supermarkt betraten: Mit dem Slogan ‚Immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für mehr Tierwohl‘ wiesen wir damit auf eine soziale Norm hin. Das zweite Plakat hing über den Regalen im Supermarkt und erklärte mit anschaulichen Grafiken, für welche Bedingungen die verschiedenen Haltungsstufen stehen. Bei diesem Plakat ging es also vor allem um Informationen zum Tierwohl-Label.“

Die ILR-Wissenschaftlerinnen rekrutierten über eine Marktforschungs-Agentur mehr als 850 Versuchspersonen für ein Online-Experiment. Diese konnten am heimischen Rechner in einem virtuellen Supermarkt einkaufen. Dabei standen ihnen neben Tierwohl-Produkten auch solche aus konventioneller Haltung zur Auswahl – zu handelsüblichen Preisen. Die Teilnehmenden wurden zufällig einer von vier Gruppen zugeteilt: Eine sah keines der beiden Plakate, eine zweite ausschließlich das Plakat zur sozialen Norm, eine dritte nur das Informationsplakat über den Regalen und eine vierte beide Plakate.

Nudging scheint zu wirken – und zwar am besten in Kombination
Das Resultat: „In unserer experimentellen Studie hatten sowohl Informations- als auch Social-Norm-Nudges einen positiven Einfluss auf die Wahl von Produkten mit höheren Tierwohlstandards“, erklärt Prof. Dr. Monika Hartmann. Die Wissenschaftlerin leitet an der Universität Bonn die Abteilung Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft und ist Mitglied im Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Sustainable Futures“.

Durch Nudging könnte sich demnach der Kauf von Tierwohl-Lebensmitteln signifikant erhöhen lassen. Besonders vielversprechend scheint dabei die Kombination verschiedener Botschaften zu sein. „Entscheidend ist: Die beiden Maßnahmen beeinflussen sich nicht gegenseitig, sondern ihre Effekte addieren sich unabhängig voneinander“, sagt Leonie Bach. Für die Praxis bedeutet das: Jede Maßnahme wirkt für sich und kann unabhängig eingesetzt oder weggelassen werden, ohne dass sich die Wirkung der anderen verändert.

Allerdings trafen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur eine hypothetische Entscheidung. Sie mussten den Einkauf nicht tatsächlich bezahlen und erhielten am Ende auch keine echten Produkte. Inwieweit sich die Ergebnisse auf reale Supermarkt-Besuche übertragen lassen, bleibt offen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Nudges Kaufentscheidungen in Richtung höherer Tierwohlstandards beeinflussen und als ein Baustein eines breiteren Maßnahmenpakets dienen können.

Förderung:
Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMELH) gefördert; Projektträger: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE); Förderkennzeichen: 28N1800025

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Rohprotein senken in der Fütterung von Öko-Masthühnern?

Felicitas Ahrens1, Reinhard Puntigam2, Philipp Hofmann1
1Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Tierhaltung, Tierernährung und Futterwirtschaft 2FH Soest, Fachbereich Agrarwirtschaft, Ernährung / Qualität tierischer Produkte

Abbildung 1 Langsam wachsende Masthühner (JA57 x ColorYield) an Lebenstag 33 – . Bildquelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Die Reduktion des Gehaltes an Rohprotein (CP) stellt seit Jahren ein zentrales Thema in der Geflügelfütterung dar. Ganz nach dem Motto „weniger ist am Ende mehr“, denn geringere Stickstoffausscheidungen und folglich Ammoniakemissionen sowie geringere Futterkosten sprechen dafür. Der gezielte Einsatz freier Aminosäuren in der konventionellen Fütterung macht dies möglich. Unter ökologischen Fütterungsbedingungen sind die Spielräume jedoch deutlich geringer. Der Grund ist bekannt: Freie Aminosäuren sind futtermittelrechtliches Tabu in den Futtertrögen ökologisch gehaltenen Geflügels.

Warum Rohprotein senken?

Abbildung 2: Score für Fußballenveränderungen (v.l.n.r.) Score 0-4 (0: intakt bis 4: hochgradige Pododermatitis) – . Bildquelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Ein Überschuss an CP im Futter verlässt über die Exkremente ungenutzt das Tier. Erhöhte Stickstoffausscheidungen und Ammoniakemissionen sind die Folge. Diese Ausscheidungen belasten Stall- und Umweltklima und können sich auf Grund verminderter Einstreu- und Luftqualität negativ auf die Tiergesundheit auswirken. In der Rationsgestaltung für konventionell gehaltenes Geflügel lassen sich diese negativen Effekte gezielt und ohne Leistungseinbußen vermindern, indem der CP-Gehalt abgesenkt und der Bedarf an limitierenden Aminosäuren (z. B. Methionin, Lysin) über die Zugabe freier Aminosäuren gedeckt wird. Denn schlussendlich benötigt das Tier Aminosäuren und nicht Protein. Im Ökolandbau ist diese Strategie der Fütterung jedoch nicht möglich.

Öko-Fütterung: Aminosäuren im Futter ausschließlich vom Acker

Abbildung 3 Langsam wachsende Masthühner der Herkunft JA57 x ColorYield an Lebenstag 5 – . Bildquelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Ökologisch wirtschaftende Geflügelhalter müssen den erforderlichen Bedarf an Aminosäuren ihrer Tiere ausschließlich über den Einsatz der Einzelfuttermittel decken. Die Folge: Der CP-Gehalt im Futter liegt oftmals deutlich höher als bei konventionellen Rationen, um mögliche Versorgungslücken durch Limitierungen von Aminosäuren zu vermeiden. Je höher die Leistung, desto höher die erforderlichen Nährstoffkonzentrationen in den Rationen. Auch aus diesem Grund werden in der ökologischen Hühnermast für gewöhnlich langsam wachsende Herkünfte eingesetzt. Während für schnell wachsende Herkünfte umfangreiche Erkenntnisse und Empfehlungen zur energie- und nährstoffangepassten Rationsgestaltung vorliegen, bestehen für langsam wachsende Herkünfte weiterhin Wissenslücken darüber, wie stark sich der CP-Gehalt absenken lässt, ohne Leistungseinbußen in Kauf nehmen zum müssen (Rezaei et al., 2018).

Eine Untersuchung am Versuchs- und Bildungszentrum Geflügel, Staatsgut Kitzingen, ging infolgedessen der Frage nach, ob und in welchem Umfang eine CP-Absenkung in ökokonformen Alleinfuttermischungen möglich ist, ohne die Mast- und Schlachtleistung langsam wachsender Masthühner negativ zu beeinflussen. Neben dem Effekt der CP-Reduktion auf die Leistung wurden ebenfalls die Auswirkungen auf die Stickstoffausscheidungen sowie Stickstoffnutzungseffizienz kalkuliert.

Zur Untersuchung

Tabelle 1

In einer 56-tägigen Fütterungsstudie wurden etwas mehr als 1.000 langsam wachsende Masthühner der Herkunft Hubbard JA57 × ColorYield gemischtgeschlechtlich in 24 identischen Abteilen (je 44 Tiere) gehalten. Dabei wurde die im Ökolandbau maximal zulässige Besatzdichte von 21 kg/m2 eingehalten. Zur Anwendung kamen drei Futtervarianten mit je acht Abteilen als Wiederholungen:
• K (Kontrolle): Starter 19,7 % CP; Mast 19,1 % CP
• CP- (CP-reduziert): Starter 19,3 % CP; Mast 18,1 % CP
• CP– (stärker CP-reduziert): Starter 18,1 % CP; Mast 17,4 % CP

Tabelle 2

Die Fütterung erfolgte zweiphasig (Starter: Tag 1–21, Mast: Tag 22–56). Durch den Verzicht freier Aminosäuren gingen die sinkenden CP-Gehalte mit einer Reduktion der Gehalte an Aminosäuren in den Rationen einher (Tabelle 1). Neben den wichtigsten Mast- und Schlachtleistungsmerkmalen wurden die Wasseraufnahme, die Mortalität sowie die Fußballengesundheit der Tiere erfasst.

Mastleistung: Weniger Protein = weniger Aminosäuren = weniger Leistung
Die Ergebnisse zeigen: Mit sinkendem CP-Gehalt sanken auch die tierischen Leistungen (Tabelle 2). Bis zum Futterwechsel am 21. Lebenstag unterschieden sich die Körpermassen bereits signifikant entsprechend der CP-Reduktion (K > CP- > CP–). Am Mastende (Tag 56) lagen die Varianten CP- und CP– auf vergleichbarem Niveau, blieben jedoch hinter jenen der Gruppe K. Dies deckt sich mit weiteren Ergebnissen: Die höchsten täglichen Lebendmassezunahmen und Futteraufnahmen wurden über die gesamte Mastdauer bei den Tieren der Gruppe K erzielt. Daraus resultierte der signifikant beste Futteraufwand bei K im Vergleich zu den CP-reduzierten Fütterungsvarianten (2,29 vs. 2,35 und 2,33 kg/kg).

Das verringerte Wachstum bei Tieren der CP-reduzierten Futtervarianten deutet darauf hin, dass mindestens eine Aminosäure das Wachstum der Tiere limitierte. Da keine freien Aminosäuren diese Lücke füllten, sank mit reduziertem CP-Gehalt zwangsläufig die Aminosäurenversorgung und damit die Leistung. Zusätzlich wurde im Zuge der CP-Reduktion der Anteil höher verdaulicher Eiweißkomponenten reduziert (Sonnenblumenkuchen aus geschälter Saat, konventioneller Maiskleber, konventionelles Kartoffeleiweiß), was die Aminosäurenverfügbarkeit in puncto Verdaulichkeit weiter eingeschränkt haben dürfte.

Schlachtleistung und Tierwohl

Tabelle 3

Analog zur Mastleistung sanken mit zunehmender CP-Reduktion ebenfalls die Schlachtkörpergewichte sowie folgend die absoluten Gewichte der Teilstücke (Tabelle 3). Die prozentualen Anteile am Schlachtkörper blieben hingegen weitgehend unverändert. Auch die Ausschlachtung lag bei Tieren der Gruppe K höher im Vergleich zu den CP-reduzierten Varianten.

Neben den Mast- und Schlachtleistungen schnitt die Gruppe K auch bei der Fußballengesundheit am besten ab (Tabelle 4). Die beiden CP-reduzierten Varianten wiesen signifikant schlechtere (höhere) Scores auf.

Tabelle 4

Stickstoffnutzungseffizienz: Vorteil mit Einschränkungen
Mit sinkendem CP-Gehalt stieg die kalkulatorische Stickstoffnutzungseffizienz signifikant an (K < CP- < CP–). Als Grund hierfür kann die geringere Stickstoffaufnahme der Tiere bei gleichzeitig moderatem Rückgang des Stickstoffansatzes (Muskelzuwachs) genannt werden (Tabelle 2). Damit zeigt sich ein Für und ein Wider: Eine CP-Reduktion erhöhte auf der einen Seite die Stickstoffnutzungseffizienz, jedoch geht diese auf der anderen Seite mit geringeren Leistungen einher.

Ökonomie: Kontrollration im Vorteil
Sowohl der kalkulierte Erlös über Futterkosten (IOFC) als auch der Europäische Produktionsindex (EPI) lag bei den Tieren der Gruppe K signifikant über jenen der beiden CP-reduzierten Varianten. Die geringeren Futterkosten auf Grund der Proteinreduktion konnten die Leistungseinbußen somit nicht kompensieren (Tabelle 2).

Schlussfolgerungen
Eine Reduktion des CP-Gehalts ohne die Möglichkeit des Einsatzes freier Aminosäuren in ökologischen Futtermischungen resultierte in Leistungseinbußen bei langsam wachsenden Masthühnern. Bereits moderate Absenkungen von 0,4 %-Punkten im Starter und 1 %-Punkt (19,7 vs. 19,3 % und 19,1 vs. 18,1%) in der Mastphase hatten negative Auswirkungen auf die Mast- und Schlachtleistung sowie folglich die Ökonomie. Vorteilig erhöhte sich durch die CP-Reduktion die Stickstoffnutzungseffizienz, was sich jedoch nachteilig auf die Kosten der Produktionsleistung ausübte. Ob diese Effekte der Leistungsminderung durch gezieltere Strategien vermieden werden können– z.B. durch eine spätere CP-Absenkung in der Mastphase oder zusätzliche Fütterungsphasen, wird aktuell im Projekt „MastOpti(M)Um“ untersucht

Link: https://www.lfl.bayern.de/ite/gefluegel/389303/index.php

Praxistipp des Netzwerk Fokus Tierwohl: Schwanzbeißen

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Schwanzbeißen: Im Video „Einen Schwanzbeißausbruch in der Großgruppe erfolgreich managen“ werden die Schwierigkeiten, aber auch die Vorteile herausgestellt, die eine Großgruppenhaltung in Bezug auf Schwanzbeißausbrüche mit sich bringt. Für die Erstellung des Videos hat das Netzwerk Fokus Tierwohl Gabriele Mörixmann in ihrem Aktivstall für Mastschweine besucht.

Link zum Video

Beurteilung guter körperlicher Gesundheit als Grundlage für das Tierwohl bei Hühnern

Eine aktuelle Studie gibt Empfehlungen für die Bewertung der physischen Gesundheit und Resilienz von Hühnern als Grundlage fürs Tierwohl. Zu allererst sprechen sich die Autoren für eine ganzheitliche Bewertung von Gesundheit und Resilienz aus. Neben der Kontrolle auf Krankheiten sollten auch Indikatoren wie Erholungsfähigkeit nach Stress und Entwicklung von Kompetenzen (z. B. Sozialverhalten) im Betrieb erfasst werden.

Anatomische und physiologische Indikatoren
Anatomische Indikatoren wie Kamm, Gefieder, Körpergewicht und Gangbild sind besonders praxistauglich und können oft automatisiert erfasst werden. Physiologische Indikatoren (z. B. Immunstatus, Mikrobiom, Herzfrequenzvariabilität) liefern tiefere Einblicke, sind aber meist aufwändiger und eher für Forschung geeignet.

Die Bewertung des Gefiederzustands kann durch einfach Sichtkontrolle einzelner Tiere oder Stichproben im Stall erfolgen und ist schnell, kostengünstig, ohne Spezialausrüstung umsetzbar. Referenzbilder können hierbei eine Hilfe sein.

Automatisierte Kamerasysteme und KI-gestützte Bildanalyse
Moderne Kamerasysteme in Verbindung mit künstlicher Intelligenz ermöglichen die kontinuierliche, automatische Erfassung von Indikatoren wie Gangbild, Gefiederqualität, Körpergewicht (über Bildauswertung) und Aktivitätsmustern. Ein KI-basiertes System erkennt und bewertet das Gangbild von Hühnern, um frühzeitig Lahmheiten zu identifizieren. Solche Systeme eignen sich jedoch eher für größere Betriebe und zur Langzeitüberwachung.

Automatisierte Wiegesysteme und RFID-Technik
Elektronische Waagen oder Wiegeplattformen, teils kombiniert mit RFID-Transpondern, ermöglichen die automatische Erfassung des Körpergewichts einzelner Tiere oder ganzer Gruppen: Hühner laufen über eine Wiegeplattform, das Gewicht wird automatisch erfasst und dem Tier zugeordnet. Wachstum und Futterverwertung können so kontinuierlich überwacht werden.

Thermografie und Sensorik
Infrarot-Thermografie kann zur nicht-invasiven Messung der Oberflächentemperatur (z. B. Kamm, Beine) eingesetzt werden, um Stressreaktionen oder Entzündungen zu erkennen. Regelmäßige Thermografie-Aufnahmen der Hühnerköpfe zur Erkennung von Stress oder Krankheit. Ein solches System liefert schnelle Ergebnisse und ist auch für große Gruppen geeignet.

Stichprobenbasierte Probenentnahme (z. B. Kotproben, Federproben)
Für bestimmte physiologische Indikatoren (z. B. Immunstatus, Mikrobiom, IgA im Kot) werden Proben entnommen und im Labor analysiert. Etwa werden Kotproben auf Immunparameter oder Mikrobiom-Zusammensetzung untersucht. Dies kann zur Beantwortung gezielter Fragestellungen und vor allem für Forschungszwecke genutzt werden.

Skalierung von Indikatoren von tolerabel bis optimal
Die Bewertung sollte nicht nur zwischen krank/gesund unterscheiden, sondern einen Bereich von „tolerabel“ bis „optimal“ abbilden. Für viele Indikatoren gibt es einen optimalen Bereich, der je nach Alter, Rasse und Haltungsform variiert. Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Werte (z. B. bei Krallenlänge oder Körpergewicht) können problematisch sein. Die Krallenlänge etwa sollte weder zu kurz noch zu lang sein – beides kann die Funktion beeinträchtigen. Eine 5-Punkte-Skala oder visuelle Analogskalen seien empfehlenswert.

Validierung und Kombination mehrerer Indikatoren für die zuverlässige Gesamtbewertung
Kein einzelner Indikator reicht nach dem Urteil der Forscher aus, um Tierwohl umfassend zu beurteilen. Es sei notwendig, verschiedene Indikatoren zu kombinieren und deren Schwellenwerte zu definieren. Beispielsweise ergäbe die Kombination aus Gefiederzustand, Gangbild, Körpergewicht und Immunparametern ein umfassenderes Bild als die Betrachtung eines einzelnen Merkmals.

Link zur Original-Studie

trafo:fachtagung 2026: Vorsorgen statt reagieren – Wege zur Ernährungssicherheit in Niedersachsen

Termin: 26. 9. 2026
Uhrzeit: 10:00 – 16:30 Uhr
Ort: Präsenzveranstaltung Hörsaal B1 der Universität Vechta,
Driverstraße 22, 49377 Vechta
Teilnahmegebühren: kostenfrei
Veranstalter: Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar), Netzwerk EIP Agrar & Innovation Niedersachsen

Programmübersicht:

Ernährungssicherheit in Niedersachsen: Bedeutung von Vorsorge und Zusammenarbeit
von Carola Persiel (Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Referatsleiterin 107 Ernährung, Ernährungsnotfallvorsorge, Hauswirtschaft)

Diskussionspanel zur sicherheitspolitischen Lage in Niedersachsen
mit Jan Müller – Oldenburgische Industrie- und Handelskammer
Karin Logemann – Mitglied des Niedersächsischen Landtages
Carola Persiel – Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Referatsleiterin 107 Ernährung, Ernährungsnotfallvorsorge, Hauswirtschaft
Sven Guericke – Vorstandsvorsitzender Agrar- und Ernährungsforum Nord-West e.V.
N.N. – Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e. V.

Resilienz durch Innovation: Pitchrunde von Start-Ups und EIP-Projekten
eip-agri » BlaubaD, Yannick Meißner, Blaulicht-Desinfektion zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen
eip-agri » Algen-EPA, Maarten Heins, Omega-3-Fettsäuren direkt vom Hof
Stallgrün, Thorsten Lansmann-Niehaus, Gemüseanbau im Schweinestall
Seedalive, Jens Varnskühler, Keimfähigkeitstests mittels KI für eine schnelle und präzise Anbauplanung

Diskussionspanel zu Herausforderungen für KMU und Startups
mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Pitchrunde

agriSecure: Vorsorgestrategien zur Ernährungssicherheit in Niedersachsen
mit Prof. Dr. Stephanie Krieger-Güss, Dr. Stefanie Retz, Dr. Barbara Grabkowsk

Energieautarkie (Arbeitstitel)
mit Andreas Rasche (Rasche und Wessler GmbH)

Diversifiziert & Dezentral: Praxiserfahrungen aus dem ländlichen Raum
mit Timo Hoffmann- Microfarming Farm Ammerland

Digitaler Ressourcenmarktplatz: krisenfeste, leistungsfähige regionale Lebensmittelwertschöpfungskette
mit Thorsten Dralle (RegioMotion Beratungs GmbH)

Verleihung des trafo:nachwuchspreises 2026

Link zum gesamten Programm

Quelle: Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen

Praxistipp des Netzwerk Fokus Tierwohl: Biosicherheit

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Biosicherheit: Das Comic „So funktioniert die Hygieneschleuse“ soll auf sympathische Art und Weise an die notwendigen täglichen Routinen zur Verbesserung der Biosicherheit erinnern.

Das Poster steht als Download zur Verfügung.

Schutz für Tier und Mensch: BVL erfasst Risiken von Tierarzneimitteln

Pharmakovigilanzreport 2025 informiert über unerwünschte Ereignisse

Im „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ berichtet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln. Im Jahr 2025 wurden dazu 4.858 Meldungen erfasst. Die meisten davon betrafen die Tierarten Hund und Katze. Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen. Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen.

„Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszenten und Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von Tierarzneimitteln bei.“

Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier. Die mit Abstand häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze, Rind und Pferd. Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen.

Circa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurden von Hormonpräparaten ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück. An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der Verdacht auf eine mangelnde Wirksamkeit. Mit deutlichem Abstand folgten die klinischen Anzeichen Erbrechen, Juckreiz und Lethargie.

In zwei Prozent der gemeldeten Fälle wurde von unerwünschten Ereignissen bei Menschen im Zusammenhang mit Tierarzneimitteln berichtet. Bei 91 Prozent dieser knapp 100 Fälle haben sich Menschen unbeabsichtigt Tierarzneimitteln ausgesetzt, beispielsweise durch die versehentliche Einnahme von Tabletten.

Etwa 80 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten unerwünschten Ereignisse bei Menschen wurden direkt vom BVL erfasst. Diese Meldungen erhielt das BVL größtenteils über Kooperationen mit Giftinformationszentren der Humanmedizin.

Hintergrund
Die Meldungen zu unerwünschten Ereignissen nach der Gabe von Tierarzneimitteln werden in der Pharmakovigilanz-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erfasst und stehen für weitere Analysen im Rahmen eines Signalmanagements zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der mögliche Tierarzneimittelrisiken für Tier, Mensch und Umwelt erkennt und bewertet.

Am Signalmanagement sind nicht nur die Überwachungsbehörden beteiligt, sondern auch die pharmazeutischen Unternehmen. Sie müssen einmal im Jahr eine Bewertung zur Nutzen-Risiko-Bilanz für ihre Tierarzneimittel einreichen. Aus den möglichen neuen Erkenntnissen werden gegebenenfalls Maßnahmen abgeleitet, wie zum Beispiel eine engmaschigere Überwachung des Präparates oder eine Änderung der Produktinformationstexte wie Fachinformationen und Packungsbeilagen.

Als zuständige Behörde für Tierarzneimittel führt das BVL regelmäßig zusätzlich zu Analysen auf europäischer Ebene auch eigene Analysen für die in Deutschland zugelassenen Präparate durch. Dafür wird neben der Pharmakovigilanz-Datenbank der EMA eine nationale Datenbank verwendet. Dort werden alle unerwünschten Ereignisse, die in Deutschland aufgetreten sind, gesammelt, geprüft, be- und ausgewertet.

Weiterführende Informationen
Auf seiner Internetseite stellt das BVL ein Onlineformular zur Verfügung, mit dessen Hilfe unterwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln gemeldet werden können.
www.vet-uaw.de

Den „Pharmakovigilanz-Report Tierarzneimittel 2025“ stellt das BVL auf seiner Internetseite zur Verfügung.
https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/05_Tierarzneimittel/uaw/UE2025.html

Allgemeine Informationen zum Themenfeld Pharmakovigilanz stellt das BVL ebenfalls auf seiner Internetseite bereit.
https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/05_Tierarzneimittel/01_Aufgaben/04_UeberwachungRisikomanagement/01_Pharmakovigilanz/tam_Pharmakovigilanz_node.html

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Leitlinien für die Haltung von Lamas und Alpakas

Forschungsprojekt der JLU erarbeitet praxisnahe Empfehlungen

Veterinärmedizinerinnen und Veterinärmediziner der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) haben Leitlinien zur Haltung von Lamas und Alpakas vorgelegt. Die Empfehlungen basieren auf wissenschaftlicher Recherche zu den sogenannten Neuweltkamelen sowie praktischen Erfahrungen und sollen in erster Linie Tierhalterinnen und Tierhaltern eine Orientierungshilfe bieten. Zugleich bieten sie eine Hilfestellung bei der Beurteilung von Neuweltkamelhaltungen. So enthalten die Leitlinien beispielsweise Empfehlungen zu Haltungsformen und Gruppenzusammensetzung, zu Gesundheitskontrollen sowie zu Rahmenbedingungen, Ausschlusskriterien und dem Mindestalter für die Nutzung der Tiere.

Kooperation mit dem Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e.V.
Die Empfehlungen entstanden im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens (MuD) Tierschutz, das von 2020 bis 2024 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wurde. Die Tierklinik für Reproduktionsmedizin der JLU hat das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e.V. durchgeführt. Die Empfehlungen sind im Rahmen einer achtzehnmonatigen Projektverlängerung entstanden und stehen kostenlos zum Download auf der Projekthomepage unter www.nwk-projekt.de zur Verfügung. Die erarbeiteten Leitlinien sind weder Rechtsnormen noch Verwaltungsrichtlinien und damit nicht rechtsverbindlich.

Da sich die Leitlinien am derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand orientieren und in vielen Bereichen der Neuweltkamelhaltung und -nutzung weiterhin Forschungs- und Wissenslücken bestehen, sollen die Leitlinien fortlaufend ergänzt und überarbeitet werden. Diese Aufgabe übernimmt die Nationale Fachstelle für Neuweltkamele, die nach Abschluss des MuD-Projekts an der JLU gegründet wurde, um die bestehenden Arbeitsbereiche fortzuführen und weiter auszubauen. Dazu zählt unter anderem eine Beratungsstelle für Tierärztinnen und Tierärzte sowie für Tierhalterinnen und Tierhalter.

Weitere Informationen und Download der Leitlinien bunter: https://nwk-projekt.de/

Quelle: JLU Giessen

Kreuzung alter Hühnerrassen mit modernen Hybriden bietet Potenzial für Zucht und Haltung von Legehennen & Masthühnern

Forschende haben untersucht, wie sich die Kreuzung alter, einheimischer – und zum Teil gefährdeter – Hühnerrassen mit modernen Linien auf Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten oder Anpassungsfähigkeit der Tiere auswirkt. Das Ergebnis: Die Kombination kann sich lohnen sowohl im Ökolandbau als auch in konventioneller Haltung. Gleichzeitig trägt sie zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

Die Anforderungen an eine nachhaltige und tiergerechte Geflügelhaltung haben deutlich zugenommen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Geflügelprodukten kontinuierlich an. Als mögliche Lösung sehen Fachleute die Kreuzung alter, einheimischer Hühnerrassen mit Elterntieren aus der Wirtschaftsgeflügelzucht.

Drei Jahre lang untersuchten Forschende der Universität Bonn und der Hochschule Osnabrück zusammen mit Projektpartnern der Universitäten Göttingen und Kassel sowie den Instituten für Nutztiergenetik in Mariensee und Immunologie des Friedrich-Loeffler-Instituts im Projekt „ÖkoGen“ gezielte Kreuzungen, um vor allem Empfehlungen für Zucht und Mast von Legehennen und Masthühnern im Ökolandbau geben zu können.

Gute Legeleistung bei unverändertem Kalziumhaushalt
Dabei wurden alte, einheimische Rassen wie Ramelsloher und Bielefelder Kennhuhn gezielt mit Elterntieren aus der Wirtschaftsgeflügelzucht kombiniert. Anschließend erfolgte eine umfangreiche Charakterisierung der Tiere hinsichtlich Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten, Anpassungsfähigkeit und weiterer Merkmale.

Die Ergebnisse: Kreuzungen mit leistungsstarken Elterntieren punkteten in Bezug auf die Legeleistung, ohne dass sich der Kalziumhaushalt negativ veränderte. Sie hatten allerdings ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Brustbeinfrakturen, wobei diese durch weitere Faktoren wie Haltungsbedingungen, Legebeginn oder Fütterung beeinflusst werden.

Tierwohlindikatoren und Verhaltenstests zeigten für alle Reinzuchten und Kreuzungen ein hohes Tierwohlniveau; Kreuzungstiere schnitten aber besser ab. Untersuchungen unter Versuchs- und Praxisbedingungen ergaben, dass die Kreuzungen auch regionale, energiereduzierte Futtermittel gut verwerten können. Dabei war es entscheidend, die Fütterung an die Genetik und Haltungsform anzupassen. Zudem ergaben sich Hinweise auf mögliche Unterschiede bei der Toleranz gegenüber Parasitenbefall zwischen den Genotypen.

Die Forschenden untersuchten außerdem die Reaktion der Tiere auf eine Impfung gegen die Newcastle-Krankheit. In Bezug auf die Immunkompetenz punkteten hier vor allem die alten, einheimischen Rassen.

Das dreijährige Projekt „ÖkoGen“ förderte das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Den Abschlussbericht gibt es nun online.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)