Einfluss der Kälber-Aufzucht auf spätere Milchleistung – #MSD-Münsterland-Symposium Nr. 1

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Wie sich Probleme in der Kälberaufzucht später auf die Leistung der Milchkuh auswirken, stellte Dr. Anke Römer in ihrem Vortrag anlässlich MSD-Rinder-Symposiums in Münster detailliert dar. Die Wissenschaftlerin vom Institut für Tierproduktion der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern, konnte dabei auf Daten von 30 Betrieben der Rinder-Allianz M-V zurückgreifen. In ihre Untersuchung wurden sage und schreibe 243.402 Kälber einbezogen, die zwischen Oktober 2005 und Juni 2017 in den Testherden geboren wurden.

Ihr Augenmerk richtete Anke Römer zunächst vor allem auf das Geburtsgewicht. Im Mittel wogen die Kälber in Meck-Pomm bei der Geburt 42,6 kg. Die Tiere unterschieden sich, je nach Ausgangsgewicht, deutlich in der Aufnahme an Milchaustauscher. Bis zum 60. Lebenstag soffen leicht geborene Kälber (unter 40 kg) durchschnittlich 375 Liter, mittelschwer geborene (40-45 kg) schon 393 Liter und Kälber mit mehr als 45 kg Geburtsgewicht 418 Liter.

Aber: ist das Geburtsgewicht des Kalbes überhaupt wichtig für die spätere Leistung als Kuh? 10 Betriebe wogen ihre Kälber regelmäßig, 7 weitere taten dies sporadisch. So konnten die Gewichte von insgesamt 27.664 Kälbern zum 80. Lebenstag ermittelt werden. Im Mittel wogen die Tiere dann 99 kg. Bei der Zunahme an Lebendmasse zeigten sich aber erhebliche Unterschiede: Waren es im Schnitt 719 g bis zum 80 LT, lagen die geringsten und höchsten Werte weit auseinander: 400 g im Minimum gegenüber maximal 1.600 g. Die schwergeborenen Kälber zeigten sich auch mit 80 Lebenstagen klar im Vorteil: wogen sie bei der Geburt schon mehr als 50 kg, konnten sie bis zum 80. LT 13 kg mehr zulegen, als Kälber die unter 35 kg Geburtsgewicht gehabt hatten (90 kg zu 103 kg).

Das Geburtsgewicht weiblicher Kälber steigt mit der Trächtigkeitsdauer. Jeder zusätzliche Tag bringt hier auch zusätzliches Körpergewicht. Kälber von Altkühen sind durchschnittlich schwerer, aber auch die Saison hat ihren Einfluss: Sommerkälber sind am leichtesten (42,10 kg), Winterkälber am schwersten (42,65 kg). Auf der Waage zeigte sich, dass leichte Kälber zwar am Anfang (bis 80. LT) mehr zunehmen, die schweren aber später stark aufholten (bis 450. LT).

Ziel des üblichen Fütterungsmanagements ist die möglichst rasche Ausreifung des Vormagensystems und deshalb wird bislang häufig die Milchaufnahme limitiert und früh Festfutter angeboten. Aber, erklärte Dr. Anke Römer, so schöpfe man das Wachstumspotential der Kälber gar nicht aus und verzichte auf spätere Milchleistung. Bei Kühen, die als Kälber unter 600 g Tageszunahme hatten und solchen die 1.000 aufwiesen, lag der Unterschied bei 460 kg Milch in der ersten Laktation!

Was aus einem Kalb wird, liegt – man kann es nicht oft genug sagen – an der Aufzucht. Die ersten Lebenstage sind entscheidend und wirken sich lebenslang auf den Organismus aus. Dazu müsse man wissen, sagte die Referentin, dass bis zum 40. Lebenstag das Körperwachstum auf Zellvermehrung durch Teilung beruhe und später der Massenzuwachs aller Organe hauptsächlich durch Vergrößerung vorhandener Zellen erzielt würde.

Deshalb fordert Anke Römer „Mut zur „ad-lib-Tränke“. Ein Kalb brauche pro Tag folgende Milchmengen: zur Erhaltung 4 l, für 1.000 g Wachstum 5 l, zur Wärmeproduktion (ab 0 Grad C) 1 l und für die Immunabwehr 2 l. Insgesamt also 12 Liter Milch. Aber: trinken Kälber in den ersten beiden Lebenswochen überhaupt so viel? Im Versuch taten sie das durchaus. Um Durchfälle zu vermeiden, sei jedoch gute Tränkequalität wichtig, dass die Tiere mit gestrecktem Hals saufen und dabei intensiv saugen (durch kleine Nuckelöffnungen, die nicht aufgeschnitten, aber regelmäßig ersetzt werden sollten).

Ab dem 6. Lebensmonat sollten die Tageszunahmen dann gebremst werden, um einer Verfettung vorzubeugen. Bis 6. Monat ad lib oder 3×4 l täglich, danach energieärmer) Zur Kontrolle sei regelmäßiges Wiegen wichtig. Die Vollkosten hierfür kalkulierte Frau Römer mit € 30,- je Kuh (Kälberwaage, Jungrinderwaage, Arbeitsaufwand, bei insgesamt 100 Kühen).

Und am Ende liege, dank früher und hoher Gewichtszunahmen, auch noch die Nutzungsdauer um 3 Monate höher.

Boehringer Ingelheim Farm Animal Well-Being Forum 2019: Erwartungen an mehr Tierwohl in Einklang bringen

Die gute Zusammenarbeit zwischen Tierärzten und Landwirten ist ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Umsetzung eines hohen Tierwohlniveaus, resümierten internationale Experten auf dem kürzlich von Boehringer Ingelheim veranstalteten Expertenforum für das Tierwohl von Nutztieren. Über 100 Delegierte aus 17 Ländern trafen sich im Juni in Prag zum 12. Mal im Rahmen der Konferenz.

In vielen Regionen stehen hohe und steigende Erwartungen an das Tierwohl einer überwiegend niedrigen Zahlungsbereitschaft des Verbrauchers gegenüber. Viele international operierende Unternehmen der Agrar- und Ernährungsbranche nutzen Tierwohl bereits seit längerem als Benchmarking-System und beziehen verschiedene Tierwohlaspekte in die Etablierung nachhaltiger Lieferketten mit ein.

Trotz modernster Forschung und Technologie ist eines der größten Hindernisse für das Erreichen eines hohen Tierschutzes das Verhalten und die Einstellungen von Landwirten, Tierärzten und Verbrauchern. Das Aufbrechen von traditionellen Denkweisen und Verhaltensmustern ist laut den Teilnehmern ein zentraler Erfolgsfaktor. Tierwohl bedeutet weit mehr als nur Freiheit von Schmerzen, es stehe bei aller Komplexität der Begriffe unter anderem in der öffentlichen Wahrnehmung für eine artgerechte und stressfreie Haltung der Tiere sowie für den Mehraufwand, der vom Verbraucher honoriert werden muss.

Seit 2008 bringt Boehringer Ingelheim als führendes Tiergesundheitsunternehmen für das Forum Tierärzte, Landwirte Wissenschaftler, Lebensmitteleinzelhandel und andere Vertreter aus der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen zusammen, um die neuesten Forschungsergebnisse, Daten und Visionen zur Verbesserung des Tierwohls von Nutztieren zu diskutieren.

Weitere Informationen über dieses Forum und vergangene Veranstaltungen finden Sie unter: www.farmanimalwellbeing.com

Weitere Informationen gibt Ihnen gerne:

Dr. Malte Lohölter
Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH
Tel.: +49 (6132) 77-7174
malte.lohoelter@boehringer-ingelheim.com

Feldstudie: Wie viel Herbst-Zeitlose und Kreuzkraut sind zu viel?

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Achtung giftig: Auf Grünland wie Weiden und Wiesen finden viele Pflanzen einen Lebensraum, doch auch toxische Arten wie Jakobskreuzkraut (Jakobs-Greiskraut) oder Herbst-Zeitlose fühlen sich hier wohl. Das kann schwere Folgen für Tiere wie Rinder oder Pferde haben, wenn sie die Pflanzen mit dem Heu fressen. Deshalb ist der Einsatz des Grünschnitts als Futter grundsätzlich verboten. Ungefährliche, aber wertvolle Pflanzen des artenreichen Futters bleiben in der Folge ungenutzt. Bisher ist nicht bekannt, welche Mengen der Giftpflanzen für die Tiere gefährlich sind und inwieweit sie diese wirklich fressen. Gemeinsam wollen die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover und die Universität Leipzig diese Wissenslücke schließen. Ihr Vorhaben wird fachlich und finanziell mit rund 290.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. „Mit dem Wissen wollen wir helfen, Besitzern von Grünland im Umgang mit den Giftpflanzen mehr Sicherheit zu geben und so mehr dieser wichtigen Lebensräume zu schützen“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde.

Später sollen Grenzwerte helfen, Gras und Heu sicher zu nutzen
„Bisher ist nicht bekannt, wie viel Giftpflanzen im Futter enthalten sein dürfen, ohne dass die Tiere Schaden nehmen. Auch ist nicht klar, in welchem Maße sie diese überhaupt zu sich nehmen. Konkret wollen wir in unserer Studie unter realen Bedingungen messen, inwieweit Pferde und Rinder die Giftpflanzen Jakobs-Greiskraut und Herbst-Zeitlose im Heu von selbst meiden“, erläutert Projektleiterin Dr. Sabine Aboling aus dem Institut für Tierernährung der TiHo. Aus den Ergebnissen sollen anschließend Grenzwerte berechnet werden, welchen Anteil die beiden Gift-Pflanzen auf Weiden und Wiesen haben dürfen, das Gras und anderer Bewuchs aber trotzdem bedenkenlos als Futter genutzt werden können. Aboling: „Am Ende sollen konkrete Zahlen stehen, die später an Landwirte, Tierhalter, Naturschutzverbände und Tierärzte weitergegeben werden können.“

Wirtschaftlichkeit von Grünland wichtiger Punkt für Erhalt
Von ihren Ergebnissen erhoffen sich die Projektpartner, dass langfristig weniger Pflanzenschutzmittel gegen die Giftpflanzen auf Wiesen und Weiden eingesetzt werden. Auch soll der Vertragsnaturschutz, also der Schutz von Flächen gegen Geld, gestärkt werden. „Die Wirtschaftlichkeit ist ein wichtiger Punkt: Wir hoffen, dass der Erhalt des Grünlandes sich finanziell lohnt und weniger Flächen in Acker umgewandelt werden oder brach liegen, wenn mehr Grünschnitt als Futter und damit Einnahmequelle genutzt werden kann. Das wäre ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt“, so Aboling.

Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Lawsonien schwächen Immunsystem im Darm

Wissenschaftler untersuchten den Einfluss einer Lawsonien-Infektion auf das Darmimmunsystem und belegten eine lokale Immunsuppression.* Nahezu jedes Mastschwein in Deutschland macht eine Lawsonien-Infektion durch, was die Brisanz dieser neuen Erkenntnisse durchaus erhöht. Bisher kannte man nachstehende Folgen der Lawsonien-Infektion:

• reduzierte Nährstoffaufnahme insb. schlechtere Rohprotein-Verdaulichkeit
• reduzierte Tageszunahmen und schlechtere Futterverwertung
• Auseinanderwachsen

Durch den direkten Einfluss und die Verschiebung des Mikrobioms, die Zerstörung der wichtigen Mukusschicht auf der Darmschleimhaut, sowie eine lokale Immunsuppression mit Verlust der essentiellen zytotoxischen T-Zellen und Makrophagen wird die Darmbarriere durch Lawsonien gestört. Damit erklären sich auch stark erhöhte Risiken von Sekundärinfektionen, wie z.B. eine Salmonellose. Die Auswirkungen einer Lawsonien-Infektion und deren Einfluss auf das gesamte Tier sind erheblich. Aufgrund der hauptsächlich subklinischen Ileitis-Form sollte man die Darmgesundheit nie aus dem Blick verlieren. Häufig wird mit Futterzusätzen an den Symptomen gearbeitet, ohne der eigentlichen Ursache auf den Grund zu gehen und sie zu lösen. Eine Impfung gegen Ileitis schützt nachweislich vor diesen Schäden.

*Quelle: Leite, F. L. L. et al., Poster Leman Conf. (2016)

Weitere Informationen erhalten Sie über Kim Schulze, Tel.: 06132 77-90218, E-Mail: kim.schulze@boehringer-ingelheim.com.

Verhaltensstörungen bei Legehennen verhindern

Wissenschaftler der HTW Dresden untersuchen, wie sich die Haltungsbedingungen auf das physiologische Verhalten von Legehennen auswirken. Ziel ist es, dem Federpicken vorzubeugen.

Federpicken ist bei Legehennen, Hühner die zur Erzeugung von Eiern gehalten werden, eine bedeutsame Verhaltensstörung. Das gegenseitige Picken der Federn führt zu Stress und Schmerzen bei den Hennen und wirkt sich negativ auf deren Leistungen aus.

Wie diese Verhaltensstörung verhindert werden kann, untersucht ein Forschungsteam um Professor Markus Freick am Zentrum für Angewandte Forschung und Technologie e. V. (ZAFT). Die Ursachen des Federpickens sind vielfältig und reichen von der genetischen Veranlagung und der Fütterung über das Haltungsumfeld und die soziale Struktur bis hin zur Tiergesundheit. Trotz der Kenntnis der Ursachen fehlen derzeit geeignete Verfahren, die diesen Verhaltensstörungen vorbeugen.

Projektleiter Professor Freick: „Der Fokus der Forschung liegt auf drei Aspekten. Zunächst betrachten wir, wie sich die Qualität des Einstreumaterials in den Stallungen auf das Tierwohl auswirkt. Darüber hinaus wird untersucht, welche Belastungen durch Parasiten, wie der Roten Vogelmilbe entstehen. Abschließend wollen wir herausfinden, inwieweit Schäden am Gefieder oder dem Körper der Hennen entstehen. Aktuell arbeitet die Forschung mit rein visuellen Methoden. Im Projekt wird evaluiert, ob Infrarot-Thermografie als nicht invasive Methode der Einzeltieruntersuchung in Frage kommt. Dies könnte die klassischen Verfahren ergänzen und erweitern, um frühzeitig Gefiederschäden zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.“

Zunächst werden in verschiedenen sächsischen Legehennenherden Daten zum Zustand von Gefieder, Pickverletzungen, der biologischen Leistung sowie zu Kot-, Einstreu- und Futtereigenschaften erhoben. Anhand dieser Daten wird ein Beratungskonzept für regionale Geflügelhöfe entwickelt.

Das Projekt in Kooperation mit dem Sächsischen Geflügelwirtschaftsverband, der Sächsischen Tierseuchenkasse, dem Großenhainer Geflügelhof sowie dem Landwirtschaftsbetrieb Krätzschmar läuft bis März 2022. Es wird mit rund 320.000 Euro vom Sächsischen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie gefördert. Die Mittel stammen aus der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri).

Quelle: Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden

Umweltschonende Bekämpfung verbreiteter Krankheiten bei Fischen und Amphibien

Lebewesen im Meer und im Süßwasser weltweit sind von Pilz- und pilzartigen Krankheiten bedroht. Diese Krankheitserreger sind vor allem in der Aquakultur gefürchtet. Sie stellen aber auch eine Bedrohung für die Biodiversität von Amphibien dar. Es gibt nur wenige zugelassene chemische Mittel zur Bekämpfung, mit oft unerwünschten Nebenwirkungen. Forschende vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) schlagen nun alternative biologische Konzepte zur umweltschonenden Bekämpfung von Pilzkrankheiten vor.

Einige Pilz- und pilzartige Krankheiten erzeugen kleine infektiöse Stadien – Zoosporen –, die im Wasser schwimmen, um nach neuen Wirten zu suchen. Sie können Fische, Amphibien und Algen, die für den menschlichen Verzehr gezüchtet werden, befallen. „Der Schaden, der durch diese Krankheiten verursacht wird, ist beträchtlich. Nur wenige Chemikalien sind für die Prophylaxe zugelassen, aber teuer, umweltschädlich und oft langfristig wirkungslos – was die richtige Anwendung gerade im Artenschutz sehr schwierig macht“, beschreibt Dr. Thijs Frenken, Hauptautor der Studie, das Problem.

80 Millionen Tonnen der weltweiten Fischproduktion stammen aus der Aquakultur, Tendenz steigend. Krankheiten sind die Hauptursache für wirtschaftliche Verluste in der Fischzucht. Mindestens zehn Prozent aller geschlüpften Lachse in der Aquakultur erkranken an Zoosporen. Allein in schottischen Lachsfarmen führen beispielsweise Infektionen mit dieser Pilzkrankheit zu Produktionsausfällen von mindestens 6,5 Millionen US-Dollar pro Jahr. Effiziente und nachhaltige Methoden zur Bekämpfung von Fischkrankheiten sind daher für den zukünftigen Erfolg der Aquakultur von größter Bedeutung. „Wir müssen zu den Grundlagen zurückkehren und unser ökologisches Verständnis dieser Organismen anwenden, um die Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen“, spezifiziert Dr. Thijs Frenken.

Die Forschenden schlagen 7 biologische Konzepte für den Schutz von Wasserorganismen vor Zoosporenerkrankungen vor, die umweltfreundlicher und nachhaltiger als chemische Methoden sind:

1. Übertragungen reduzieren (Kontrolle der Verbreitungswege und -vektoren): Tier- und Pflanzenarten können Erreger verbreiten, auch ein enger Kontakt unter verschiedenen Populationen erhöht das Risiko einer Verbreitung von Krankheitserregern.
2. Die Diversität der Wirtsarten erhöhen: Es gilt der sogenannte Monokultureffekt – genetisch homogene Populationen sind anfälliger gegenüber Infektionserregern als diverse Gemeinschaften.
3. Impfung und Immunisierung: Fische zu impfen ist eine gängige Praxis in der Aquakultur. Bisher gibt es keine Impfstoffe gegen pilzartige Krankheiten, dies könnte aber ein vielversprechender Weg sein.
4. Die induzierte Abwehr und Produktion von Antipilz-Peptiden stimulieren: Wenn parasitäre Erreger in den Wirt eindringen, sterben Wirtszellen ab und Eiweißbausteine „Peptide“ werden freigesetzt. Diese Signalstoffe bewirken in den Nachbarzellen eine erhöhte Immunabwehr.
5. Probiotika einsetzen: Sie können das Wachstum von parasitären Zoosporen hemmen und auch die Bindung von Zoosporen an den Wirt verhindern, indem sie oberflächenaktive Substanzen bilden. Probiotika wurden bei Fischen bereits erfolgreich als Behandlung von Zoosporen-Infektionen getestet.
6. Hyperparasitismus: Parasitäre Erreger können durch die Anwesenheit anderer Parasiten reduziert werden.
7. „Parasiten-Fresser“ einsetzen: Viele Parasiten sind Nahrung für andere Organismen. Kleinstlebewesen im Gewässer (Zooplankton) können beispielsweise verpilzte Fischeier „abgrasen“.

„Die sich ständig ändernden Umweltbedingungen haben einen großen Einfluss auf die Interaktion zwischen Parasiten und Wirten. Diese Dynamik muss auch in die Planung von Schutz- und Therapiekonzepten einbezogen werden. Wir hoffen, dass unsere Arbeit die Weiterentwicklung alternativer biologischer Bekämpfungsstrategien anregen wird. Es sind noch viel mehr Arbeiten erforderlich, bevor wir diese Methoden sicher in natürlichen Lebensräumen umsetzen können, ohne unvorhergesehene Risiken einzugehen“, betont die IGB-Forscherin und Studienleiterin Prof. Dr. Justyna Wolinska.

Quelle: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Der Hoftierarzt E-Magazin 3/2019 – soeben erschienen

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Bundesrat unterstützt die Einführung einer Weidetierprämie für Schafe und Ziegen sowie die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes

Als äußerst positiv bezeichnen die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) sowie der Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ) die mehrheitlichen Beschlüsse des Bundesrates vom 28. Juni 2019 zu den Themen Weidetierprämie für Schafe und Ziegen sowie zum Wolf.

So hat der Bundesrat die Bundesregierung gebeten, zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage von Weidetierhaltern und zur Honorierung ihrer Biodiversitätsleistungen eine jährliche zusätzliche Förderung in Höhe von 30 Euro je Mutterschaf/Ziege in der Weidetierhaltung zum nächstmöglichen Zeitpunkt vorzusehen. Die Zahlungen sollen aus der ersten Säule der GAP geleistet werden.

VDL und BDZ werten diese Beschlussfassung des Bundesrates als klare und dringend notwendige Unterstützung für dieses seit Jahren von VDL und BDZ immer wieder vorgebrachte Anliegen. Seit Wegfall der gekoppelten Prämie und Wechsel hin zur Flächenprämie vor 10 Jahren ist ein massiver Rückgang der Schaf- und Ziegenbestände zu beklagen. In Kenntnis dieser negativen Auswirkungen durch Verzicht auf die gekoppelte Prämie setzen 22 von 28 EU-Mitgliedsländern weiterhin die Weidetierprämie ein, um diese einkommensschwache Branche, die u.a. wichtige gesellschaftliche Leistungen bei der Biodiversität, dem Küsten-, Natur und Umweltschutz erbringt, gezielt finanziell zu unterstützen. Diese Förderung ist unabhängig von dem Herdenschutz erforderlich und daher nachdrücklich zu begrüßen.

Der von der Bundesregierung formulierte Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat ebenso mehrheitlich den Bundesrat passiert. Der Gesetzentwurf sieht u.a. vor, die Entnahme von Wölfen bereits bei dem Auftreten von ernsten Schäden zu ermöglichen. Bisher sieht das Naturschutzgesetz dies erst bei einem erheblichen Schaden vor. Außerdem sollen das Verbot von Füttern und Anlocken mit Futter von Wölfen, die Möglichkeit mehrere Tiere eines Rudels zu entnehmen, die in einem engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zu Rissereignissen stehen, die Entnahme von Hybriden zwischen Wolf und Hund und die Benennung geeigneter Personen zur Entnahme von Wölfen geregelt werden.

VDL und BDZ halten diese Maßnahmen für richtig, fordern im weiteren Gesetzgebungsverfahren die 1:1 Umsetzung der FFH-Richtlinie, die nach Artikel 16 Absatz 1 Buchstabe e eine begrenzte, selektive und kontrollierte Entnahme von Wölfen ermöglicht. Erforderlich ist wie beispielsweise in Frankreich seit Jahren angewandt die Möglichkeit der geregelten Entnahme; zumal die Wolfspopulation jährlich um ca. 30% ansteigt.

Der Bundesrat stellt ebenfalls mehrheitlich fest, dass die Weidetierhalter sich in einer prekären Einkommenssituation befinden, die sich bei den Wanderschäferinnen und – schäfern nochmal verschärft darstellt, da sie meist keine eigenen Flächen besitzen und damit keinen Anspruch auf eine Flächenprämie haben. Zudem würden die Leistungen für das Gemeinwohl nicht über die Erzeugerpreise ausgeglichen.

Außerdem fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, ein nationales Herdenschutzinformationszentrum aufzubauen. Neben Beratung und Dokumentation soll die Weiterentwicklung von Herdenschutzmaßnahmen erfolgen und zusammen mit den Tierhalterverbänden erarbeitet werden. Auch dies sind seit Jahren immer wieder vorgetragene Forderungen von VDL und BDZ und werden daher ausdrücklich begrüßt; ebenso wie die weitere Forderung des Bundesrates nach einem jährlichen Bericht über den gesamten Wolfsbestand in Deutschland sowie in den biographischen Regionen Deutschlands gemäß FFH-Richtlinie. Dies lässt zeitnahe Bewertungen und Entscheidungen zu.

Wichtig ist nun, so VDL und BDZ, dass die Bundesregierung die Weidetierprämie als wichtige Maßnahme zur Stärkung der Schaf- und Ziegenhaltung aufgreift und schnellstmöglich umsetzt. Ferner müssen die zusätzlichen Aufwendungen der Betriebe für den Herdenschutz wie von der EU-Kommission genehmigt zu 100% erstattet werden. Diese Kosten dürfen nicht zulasten des Agrarhaushaltes gehen.

Quelle: Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.
Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter e.V.

Jetzt bewerben: BLE sucht Innovationen zur Digitalisierung in der Nutztierhaltung

Die Digitalisierung bietet der Nutzierhaltung große Chancen, stellt sie aber gleichzeitig vor Herausforderungen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt daher neuartige, digitale Lösungsansätze, die helfen, Ressourcen zu schonen, die Effizienz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit zu steigern und die Tiergesundheit sowie das Tierwohl zu verbessern. Projektideen können bis zum 09. Oktober 2019 beim Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble) eingereicht werden.

Durch den Einsatz digitaler Technik können schon heute ganze Wertschöpfungsketten miteinander vernetzt werden. Die aktive Zusammenarbeit der Akteure in der Nutztierhaltung soll durch die optimale Ausnutzung der Digitalisierung weiter verbessert und gefördert werden. Das BMEL verfolgt mit der Bekanntmachung das Ziel, die großen Potenziale der Digitalisierung für Landwirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zu nutzen und gleichzeitig ihre Risiken zu minimieren. Außerdem sollen insbesondere die Hindernisse für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) abgebaut werden sowie die Nutzung digitaler Technik möglichst einfach und schnell erlernbar sein.

Mit der neuen Bekanntmachung fördert das BMEL Projekte, die durch Digitalisierung bessere Tiergesundheit und mehr Tierwohl ermöglichen; die arbeitswirtschaftliche Belastung der Landwirte verringern und die Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette „Nutztierhaltung“ erhöhen. Folgende Förderbereiche stehen im Fokus:

1. Entwicklung innovativer Ansätze zur Verbesserung der Schnittstellenkompatibilität in der Nutztierhaltung (Smart Farming),

2. Datenvernetzung, Aufbereitung und intelligente Datenverarbeitung zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und zur Ressourceneinsparung,

3. Farm Management in Stall- und Außenbereich,

4. Digitale Informations-, Beratungs- und Weiterbildungsangebote zur Steigerung der zielgruppenorientierten Wissensvermittlung in der Nutztierhaltung,

5. Entwicklung innovativer Lösungen zur Verbesserung von Datensicherheit und -hoheit in der Nutztierhaltung, wie z.B. bei Cloud-Lösungen oder der Weitergabe innerbetrieblicher Daten an Dritte.

Bewerbung bis zum 09. Oktober 2019

Projektskizzen können bis zum 09.Oktober 2019, 24:00 Uhr, beim Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble) eingereicht werden.

Weitere Informationen enthält die Förderrichtlinie hier.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Zweiter Platz im Shanghai-Ranking für die TiHo

Das renommierte Shanghai-Ranking listet im Fach Veterinärmedizin weltweit 300 Universitäten auf.

Im Shanghai Global Ranking of Academic Subjects 2019, kurz: Shanghai-Ranking, steht die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) im Fach Veterinärmedizin auf dem zweiten Platz. Im Vorjahr belegte sie Platz sieben und verbessert sich damit um fünf Plätze. Insgesamt werden für das Fach Veterinärmedizin 300 internationale Universitäten gelistet. TiHo-Präsident Gerhard Greif sagt: „Für dieses hervorragende Ergebnis sind unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verantwortlich. Ich bin sehr stolz, dass wir diese beeindruckte Platzierung erreicht haben.“

Das Center for World-Class Universities der Jiao-Tong-Universität Shanghai bewertet für das Shanghai-Ranking vor allem die Forschungsleistung von Universitäten. Dazu gehören die Zahl der Artikel, die in den Fachmagazinen von „Nature“ und „Science“ veröffentlicht wurden, die Zahl der besonders häufig zitierten Forscherinnen und Forscher sowie besondere Auszeichnungen von Forscherinnen und Forscher. Hohe Auszeichnungen von Alumni und die Forschungsleistung gemessen an der Größe der Institution fließen ebenfalls in die Wertung ein. Die Jiao-Tong-Universität Shanghai veröffentlicht das Ranking seit 2003 jedes Jahr.

Hier finden Sie das Ranking

Quelle: TiHo