Wie Digitalisierung und KI landwirtschaftliche Betriebe unterstützen

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Projekt „SimpleAgriData“ zeigt am Beispiel ökologischer Geflügelhaltung, wie sich digitale Daten effizient nutzen lassen

Auch in der Landwirtschaft kommt es zu einer zunehmenden Digitalisierung, wodurch immer mehr Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette gesammelt werden können. Da diese Daten aus unterschiedlichen Quellen stammen und in unterschiedlichen Formaten gespeichert werden, können Landwirte diese häufig nicht sinnvoll auswerten und ihr Potenzial kann nicht ausgeschöpft werden.

Wissenschaftler:innen der HKA erforschen daher gemeinsam mit den Konsortialpartnern der Biofino GmbH & Co. KG, GS agri eG und VetVise GmbH im Projekt „SimpleAgriData“, wie diese Daten in der ökologischen Landwirtschaft nutzbar gemacht werden können, um Ressourceneffizienz, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe zu erhöhen. Das gesamte Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Während der Grünen Woche in Berlin hat Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, den Zuwendungsbescheid am 20. Januar an die Verbundkoordinatorin Prof. Dr. Christine Preisach aus der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe (HKA) für das neue Forschungsprojekt „SimpleAgriData“ übergeben.

Ziel des Projekts ist in erster Linie der Ausbau einer interoperablen Open-Source-Datenplattform. Über sie sollen die Daten aus der gesamten Wertschöpfungskette gesammelt, für Landwirt:innen nutzbar gemacht werden und auch den Datenaustausch in einem einheitlichen Format ermöglichen. „Durch den Einsatz von KI können den landwirtschaftlichen Betrieben zudem konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden, um Kosten zu reduzieren und die Arbeit zu erleichtern“, so Verbundkoordinatorin Prof. Dr. Christine Preisach.

Im Fokus des Projekts stehen Ställe aus der Bio-Hähnchenmast. Sie werden mit einem Kamerasystem ausgestattet, wodurch 24/7 Video- und Tonaufnahmen generiert werden. Diese Informationen werden durch Klima-, Futter- und Tierarztdaten ergänzt. Nachdem diese Daten erfolgreich in eine Datenplattform eingespeist wurden, erfolgt eine umfangreiche Datenanalyse mit KI-Modellen. Ob Futter- oder Haltungsoptimierung: In diesem Projekt werden mehrere Anwendungsfälle aus der ökologischen Geflügelhaltung prototypisch umgesetzt.

Über die Rolle der Projektleitung wird das Team an der HKA neben dem Projektmanagement auch für die Erstellung der Open-Source-Datenplattform als auch für Teile der KI-basierten Analyse der Daten sorgen.

Quelle: Hochschule Karlsruhe

Beste Chancen für Winterkälber

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Die kalte und nasse Jahreszeit stellt für die Aufzucht kleiner Kälber eine Herausforderung dar. Durch die witterungsbedingt häufig hohe (Luft-)Feuchtigkeit können Keime in der Umgebung länger überdauern. Dies stellt ein erhöhtes Risiko für Unterkühlung und Infektionen, hier vor allem Durchfall und Atemwegserkrankungen, dar. Aktuell kommt es als Nachwirkung der BTV 3 – Infektionen vermehrt zu verfrühten Geburten, was die Betreuung der Kälber nochmal intensiviert. Mit diesen bewährten Praxistipps kommen die Winterkälber dennoch gesund und fit durch die dunkle Jahreszeit:

1. Von Anfang an: Trocken und warm
Bei Temperaturen unter 10 °C befinden sich Kälber bereits außerhalb ihrer thermoneutralen Zone. Sie brauchen ein zugluftfreies Mikroklima und reichlich trockene Stroheinstreu, um ihre Körpertemperatur halten zu können. Neugeborene Kälber sollten vollständig getrocknet werden, damit sie gerade in den ersten sensiblen Stunden ihre gesamte Energie zur Kolostrumaufnahme und -verdauung nutzen können. Kälberdecken helfen zusätzlich, die Körpertemperatur zu halten, besonders bei Temperaturen unter 5 °C.

2. Gut geschützt: Immunprophylaxe gegen Neugeborenendurchfall
Auch und gerade in der nasskalten Jahreszeit ist ein gezielter Schutz von neugeborenen Kälbern gegen die häufigsten Durchfallerreger über das Kolostrum eine effektive Maßnahme. Durch die OneShot – Mutterschutzimpfung von Virbac mit einem breiten Impffenster von drei Monaten bis drei Wochen vor der Geburt bildet die tragende Kuh gegen Rota- und Coronaviren sowie E. coli Antikörper, die sich im Kolostrum anreichern und mit der ersten Kolostrumgabe an das Kalb übergehen. Voraussetzung für die Schutzwirkung ist natürlich eine zeitnahe und reichliche Gabe des hygienisch einwandfreien Kolostrums an das neugeborene Kalb. Durch die konsequente Impfung reduzieren sich die Krankheitssymptome und die durchfallbedingte Sterblichkeit der Kälber deutlich. Entsprechend weniger Einzeltierbehandlungen und Antibiotika sind nötig.

Bestens vorbereitet auf den Winter sind Betriebe mit einer eigenen Biestmilchbank, also eingefrorenem Kolostrum exzellenter Qualität (> 25 % BRIX). Neuere Studien zeigen, dass Kühe im Winter weniger Biestmilch bilden als im Sommer. Ein Vorrat an Kolostrum, der bei Bedarf schonend aufgetaut wird, garantiert auch bei Kühen mit wenig Kolostrum oder Kolostrum schlechter Qualität die lückenlose und optimale Versorgung der Neugeborenen.

3. Erhöhter Energiebedarf: Kälber satt füttern
Der Erhaltungsbedarf von Kälbern steigt im Winter um 20 %. Ideal ist die ad libitum – Tränke, um die Kälber bedarfsgerecht mit Energie zu versorgen. Alternativ kann die Tränkemenge und/oder die Milchaustauscherkonzentration um 20 % erhöht werden. Zur frühzeitigen Förderung der Vormagenentwicklung gehört das Anbieten von frischem Kälbermüsli oder Kälber-TMR ab dem 3. Lebenstag. Erwärmtes Tränkwasser hilft dem Kalb zusätzlich, seine Körpertemperatur zu halten.

4. Konsequente Hygiene: Täglich Eimer reinigen
Nicht nur im Winter ist eine konsequente Hygiene im Kälberbereich ein absolutes Muss. Die Umgebung der Kälber ist optimalerweise so keimarm wie möglich, Tränkeeimer und Schalen sind täglich gründlich zu reinigen. Auf die sorgfältige Reinigung und Desinfektion der Kälberhütten nach jeder Belegung ist besonderes Augenmerk zu richten. Achtung: Einige Desinfektionsmittel sind bei kalten Temperaturen nicht optimal wirksam (Kältefehler)!

5. Sorgfältige Tierbeobachtung: Hinschauen lohnt sich
Eine regelmäßige aufmerksame Kontrolle der Kälber in Hinblick auf frühe Krankheitsanzeichen wie Durchfall und Atemwegserkrankungen bewirkt, dass ein frühzeitiges Eingreifen vor Ausbildung von schweren Symptomen möglich ist. Schnelle Hilfe bei ersten Durchfallsymptomen des Kalbes sind die Zwischentränke von Elektrolyten und gegebenenfalls die Gabe eines Schmerzmittels.

Advertorial der Firma Virbac

Kontakt:
Virbac Tierarzneimittel GmbH
Dr. Kerstin Duncker
Tel: +49 4531 805111
kerstin.duncker@virbac.de

US-Unternehmen Perdue Farms integriert das On-Farm-Brutkonzept „NestBorn“

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Das Unternehmen Perdue Farms, ein familiengeführtes US-amerikanisches Lebensmittel- und Landwirtschaftsunternehmen in der vierten Generation, hat beschlossen, das On-Farm-Brutkonzept „NestBorn“ in seine Broilerproduktion und -versorgung zu integrieren. Dies teilen die Unternehmen NestBorn und Perdue Farms in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die Einführung dieses innovativen Ansatzes zum Schlüpfen von Eintagsküken in Broilerställen – statt in Brütereien – passe perfekt zum Glauben des Unternehmens an verantwortungsvolle Ernährung und Landwirtschaft und stehe im Einklang mit seinem langjährigen Engagement für Tierwohl und den Verzicht auf Antibiotika.

Im Sommer 2023 wurde von Perdue Foods in der Nähe seines Hauptsitzes auf der Halbinsel Delmarva eine Demonstrations-Eierplatziermaschine von NestBorn in Betrieb genommen, um größere Mengen an vorinkubierten Bruteiern effizient in Broilerställe zu bringen. Der Vorteil des Schlupfs direkt auf dem Bauernhof bestehe laut Unternehmen darin, dass der Zugang zu Futter und Wasser sofort erfolgt, wodurch das Risiko unterversorgter Küken verringert wird. Darüber hinaus entfallen auch die Handhabung in der Brüterei und der Transport von Eintagsküken, mögliche Beschwerden des frisch geschlüpften Kükens werden vermieden. Dies führe zu einer verbesserten Kükenqualität und gesundheitlichen Vorteilen.

Nach mehr als einem Jahr der Demonstration und Validierung in einem „Tiefstreu“-Kontext haben Perdue Farms und NestBorn im Rahmen einer bevorzugten Partnerschaft vereinbart, die NestBorn-Schlupflösung auf dem Bauernhof weiter einzusetzen. In seiner ersten Phase werden zwei hochmoderne NestBorn-Eiablagemaschinen – gebaut und unterstützt vom Automatisierungsexperten Viscon – in den USA eingesetzt, um die Anzahl der in den Betrieben von Perdue ausgebrüteten Küken deutlich zu erhöhen.

„In unserem Bestreben, Tiere verantwortungsvoll für die Ernährung aufzuziehen, sind wir immer auf der Suche nach einer kontinuierlichen Verbesserung des Tierschutzes“, sagte Bruce Stewart Brown, Chief Science Officer bei Perdue Farms. „Vor ein paar Jahren begannen wir damit, die Durchführbarkeit und den potenziellen Nutzen des Schlupfs in unserem Betrieb zu untersuchen. Wir begannen damit, vorinkubierte Eier in Hähnchenställe zu bringen, anstatt den Brüter zu benutzen. Wir kamen zu dem Schluss, dass NestBorn ein zusätzlicher Vorteil für unsere Masthähnchenbetriebe ist, der unsere Bemühungen um das bestmögliche Tierwohl und unser Engagement für den Verzicht auf Antibiotika unterstützen wird.“

Im Namen des in Belgien ansässigen Unternehmens NestBorn teilte General Manager Erik Hoeven seine Freude über diese erste Expansion außerhalb des europäischen Kontinents: „Seit der offiziellen Einführung von NestBorn im Jahr 2018 wurden Küken in mehr als 10 europäischen Ländern mit unserem Konzept ausgebrütet. Wir sind sehr froh, dass wir ein visionäres Geflügelunternehmen wie PERDUE FARMS gefunden haben, das uns bei der Feinabstimmung der Ausrüstung und der Methodik für die spezifischen US-Bedingungen geholfen hat. Wir hoffen, dass die Bevorzugung der Ställe anstelle der Brütereien für die letzten 2 oder 3 Tage des Schlupfprozesses PERDUE FARMS alternative Lösungen für künftige Brütereikonzepte und Investitionsstrategien bieten kann.

Quelle: NestBorn & Perdue Farms Corporate Communications

FBN tritt Bundesnetzwerk 3R bei: Zellbasierte Fischforschung für weniger Tierversuche und nachhaltige Verbesserungen in der Zanderaufzucht

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Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) setzt ein wichtiges Zeichen im Bereich der tierversuchsfreien Forschung: Die Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische tritt dem Bundesnetzwerk 3R des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bei.

Neu im Bundesnetzwerk 3R die Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische am FBN, welche sich in ihren Projekten dem 3R Prinzip verschrieben hat. (obere Reihe v.l.n.r Dr. Katrin Tönißen, Valeria di Leonardo, PD Dr. Bianka Grunow; untere Reihe v.l.n.r. Katrin Weiß, Dr. George Franz) © FBN

Mit ihrer Expertise im Bereich der Fischzellforschung setzt sich die Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische unter der Leitung von PD Dr. Bianka Grunow aktiv für das Tierwohl ein und entwickelt tierfreundliche und praxisnahe Alternativen zu Tierversuchen.

Bundesnetzwerk 3R: Ein starkes Netzwerk für tierversuchsfreie Forschung
Die Mitgliedschaft im Netzwerk ermöglicht es dem FBN, seine Forschung nach dem 3R-Prinzip „Replace, Reduce, Refine“ auszubauen, Expertise mit anderen 3R-Forschenden auszutauschen, tierversuchsfreie Methoden in der Fischforschung zu etablieren und darüber hinaus gemeinsam mit Partnern innovative Ansätze für die Aquakulturindustrie zu entwickeln. Das Netzwerk bietet seit 2022 eine bundesweite interdisziplinäre Plattform für den Austausch zu alternativen Methoden, um Tierversuche langfristig zu reduzieren oder zu ersetzen.

Fischzellen werden für die Langzeitlagerung in Stickstoff aufbewahrt © FBN

Zellbasierte Forschung als Alternative zu Tierversuchen in der Fischbiologie
Seit ihrer Gründung im Jahr 2018 verfolgt die Arbeitsgruppe das Ziel, die zellbasierte Forschung in der Fischbiologie nachhaltig zu etablieren. Der Fokus liegt dabei auf der Etablierung und Weiterentwicklung von Fischzelllinien, die es ermöglichen, biologische Prozesse auf zellulärer Ebene zu untersuchen, ohne auf lebende Tiere angewiesen zu sein. Mit derzeit 50 etablierten Zelllinien von 15 verschiedenen Fischarten, die in speziellen Stickstofftanks gelagert werden, hat sich die Arbeitsgruppe eine Vorreiterposition in Deutschland erarbeitet.

„Mit unseren Zelllinien können wir viele physiologische Prozesse, wie zum Beispiel die Auswirkungen von Temperaturveränderungen, direkt auf Zellebene untersuchen. Das ist nicht nur ein großer Schritt für den Tierschutz, sondern auch für die Flexibilität der wissenschaftlichen Forschung“, erklärt PD Dr. Bianka Grunow, Leiterin der Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische am FBN.

3R-Expertise in der Praxis: Verbesserung der Zanderaufzucht
Auch in der Industrie ist das Tierwohl entscheidend. Dies zeigt die Zusammenarbeit der Arbeitsgruppe mit der Aquakulturindustrie, z.B. im Projekt Zanderlordosis. Das Projekt hat das Ziel, die Ursachen von Wirbelsäulenerkrankungen bei Zandern zu erforschen. Diese Erkrankungen treten häufig auf, beeinträchtigen das Wachstum der Fische und verringern ihre Lebensfähigkeit. Durch die Optimierung der Haltung von Zanderlarven und Jungfischen sollen solche Fehlbildungen verhindert werden. Damit wird nicht nur die Gesundheit der Tiere verbessert, sondern auch ihr Wohlbefinden gefördert. „Mit dem Projekt `Zanderlordosis´ verbinden wir die Grundlagenforschung an unseren Zelllinien mit praktischer Anwendung in der Aquakultur. Durch die Zusammenarbeit mit der Industrie können wir wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in verbesserte Haltungsbedingungen umsetzen. Damit fördern wir das Tierwohl und schaffen gleichzeitig eine nachhaltigere Basis für die Zanderzucht“, so Grunow weiter.

Zukunftsvision: Eine Fischforschung unter 3R-Aspekten
Die Arbeit der Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische am FBN ist ein wichtiger Schritt in eine tierversuchsfreie Zukunft der Fischforschung und gibt gleichzeitig entscheidende Impulse für die Entwicklung tiergerechter Haltungsverfahren in der Aquakultur. Die Partnerschaft mit der 3R-Initiative des Bundes, das Engagement im Zanderlordosis-Projekt und die Entwicklung neuer Zelllinien sind nur einige Beispiele, wie das FBN neue Maßstäbe für Tierschutz und Wissenschaft setzt.

Weitere Informationen zum Bundesnetzwerk 3R: www.bundesnetzwerk-3r.de

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Brandenburg stellt Antrag zur Aktivierung der Impfstoff-Datenbank wegen Maul- und Klauenseuche

Zum Antrag Brandenburgs zur Aktivierung der Impfstoff-Datenbank erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir:

„Die Impfreserve ist wie ein Feuerlöscher im Haus. Es ist beruhigend, ihn griffbereit zu haben, auch wenn man hofft, ihn nie zu brauchen. Es ist gut, dass wir mit der Impfreserve für alle denkbaren Szenarien gerüstet sind. Das stärkt die Reaktionsfähigkeit im Kampf gegen die Seuche und bedeutet nicht, dass tatsächlich geimpft wird. Impfungen sollten der allerletzte Schritt sein. Die Aktivierung der Impfreserve ist keine Entscheidung zur Impfung, sie ermöglicht aber, im Fall der Fälle wesentlich schneller reagieren zu können.

Um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, haben Maßnahmen zur unmittelbaren Eindämmung des Virus Vorrang. Oberstes Ziel ist und bleibt, Tiere zu schützen und die Schäden für unsere Land- und Ernährungswirtschaft so klein zu halten wie nur möglich. Kein Hof sollte aufgrund der Maul- und Klauenseuche aufgeben müssen. Mein Haus und ich stehen im engen Austausch mit den betroffenen Branchen und mit unseren Handelspartnern weltweit.“

Die Aktivierung der Impfstoff-Datenbank kann vorsorglich durch das betroffene Bundesland (hier: Brandenburg) erfolgen. Die Aktivierung ist eine vorbeugende Maßnahme, die nicht automatisch bedeutet, dass Impfstoffe tatsächlich eingesetzt werden. Möglich wird die Aktivierung der Impfstoff-Datenbank erst, weil das bundeseigene Friedrich-Loeffler-Institut den Serotyp des Virus umgehend bestimmt hat. Das EU-Recht räumt nur im Ausnahmefall die Möglichkeit für Notimpfungen ein – die Entscheidung über den tatsächlichen Einsatz der Impfung trifft das betroffene Bundesland. Eine Notimpfung kommt dann in Betracht, wenn sich die Infektion massiv und schnell ausbreitet. Diese würde zum Beispiel in Form einer Ringimpfung erfolgen, um eine Immunschranke um einen Seuchenherd zu bilden und damit eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

Quelle: BMEL

24. Internationale Bioland-Schweinefachtagung am 19./20. 2. 2025 in Hannover & online

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Unter dem Motto „In Bewegung bleiben“ findet am 19. und 20. Februar die diesjährige Schweinefachtagung des Bioloandverbandes statt. Als Präsenzveranstaltung in Hannover und als Livestream im Internet. Das Programm im Detail:

Tierwohl: Kein Alleinstellungsmerkmal der ökologischen Schweinehaltung!
Dr. Karl-Heinz Tölle, Geschäftsführer der ISN Projekt GmbH der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. ISN

Freiwillig mehr Tierwohl und mehr Nachhaltigkeit – ein Weg, das Verbandsprofil zu schärfen? Überlegungen und Vorschläge als Diskussionsgrundlage
Prof. Dr. Robby Andersson, Professor für Tierhaltung und Produkte, Hochschule Osnabrück, Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur, Studienschwerpunkt angewandte Geflügelwissenschaften

Klimakennzahlen einer tierwohlgerechten Schweinehaltung
N.N., Bioland e.V.

Tierwohlgerechte Haltung und Klimaschutz vereinbaren: Was bedeutet das konkret?
Prof. Dr. Wilhelm Pflanz, Professor für Tierwissenschaften in der ökologischen Landwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Ein Netzwerk als Hilfe zur Selbsthilfe beim Umbau der Tierhaltung
Dr. Katja Brase, Verbundkoordinatorin des Netzwerkes Fokus Tierwohl

Raufutterstrategien zur Versorgung von norddeutschen Ökoschweinen mit regionalen Eiweiß – eine ökonomische Betrachtung
Dirk Klinkmann, Thünen-Institut für ökologischen Landbau

Gesunde (Öko)Schweine in Deutschland: Ein Einblick in das Gemeinschaftsprojekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Bioland-Verband
Johannes Hagner, Bioland e. V., Fachberatung Schweinehaltung

Praktikerbericht: Von der Spezialisierung zur Vielfalt – in der Erzeugung und in der Vermarktung. Ein Erfahrungsbericht
Hermann Poppen, Bioland-Hof Sonnenschein der Familie Poppen, Aurich

Anmeldeschluss ist am 05.02.2025 für die Präsenz-Teilnahme in Hannover
und am 17.02.2025, 12:00 Uhr für die Online-Teilnahme.

Haltungsform: Aktuelle Zahlen bestätigen Tierwohl-Trend

• Verteilung der Haltungsform-Stufen für 2023 erhoben und mit 2022 verglichen
• Zahlen für Fleisch und Fleischerzeugnisse sowie Milch und Molkereiprodukte veröffentlicht
• Stufe 2 war auch 2023 als Basis für mehr Tierwohl in der Breite etabliert

Die Trägergesellschaft der fünfstufigen Haltungsform-Kennzeichnung hat heute die Anteile in den einzelnen Stufen für das Jahr 2023 veröffentlicht. Im Schweinefleischangebot setzt sich die bereits 2022 zu verzeichnende Entwicklung von der Haltungsform 1 „Stall“ zur Haltungsform 2 „Stall + Platz“ fort – im Selbstbedienungssegment lag 2023 der Anteil der Ware bei über 90 Prozent in der Haltungsform 2. Bei Geflügel bleibt der Anteil in der Stufe 2 stabil bei um die 90 Prozent, während sich zugleich eine Entwicklung in Richtung der Stufen 3 und 4 abzeichnet. Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen die Verteilung des Produktangebots in den einzelnen Stufen für die verschiedenen Tierarten im Vergleich zu 2022. In den Jahren 2022 und 2023 war die nun fünfstufige Kennzeichnung noch vierstufig und die jetzige Stufe fünf in der Stufe vier enthalten. Die Datenerhebung 2023 basiert auf den tatsächlichen Absatzmengen des gesamten Jahres bei den Eigenmarken der teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändler. Um die Entwicklung der Tierhaltung in Deutschland transparent darzustellen, werden diese Zahlen regelmäßig kommuniziert.

Grafik: ITW

Schweinefleisch: Weitere Verschiebung von Stufe 1 nach Stufe 2
Wie bei der vorangegangenen Erhebung zeigt sich auch für das Jahr 2023 im Bereich Schweinefleisch eine Verschiebung von Stufe 1 zu Stufe 2. Die Zahlen belegen eine deutliche Verschiebung im Selbstbedienungssegment von Stufe 1 (1,5 Prozent) zu Stufe 2 (90,5 Prozent). Hier ergaben frühere Erhebungen aus dem Jahr 2022 eine Verteilung von 7,1 Prozent in Stufe 1 und 84,9 Prozent in Stufe 2. Diese Verschiebung resultiert aus der zunehmenden Umstellung der Sortimente auf das Tierwohlprogramm der Initiative Tierwohl (ITW). Aber auch in den Stufen 3 und 4 ist das Bestreben des Handels erkennbar, Kunden mehr Auswahl zu bieten, was sich auch in den Bedientheken widerspiegelt.

Geflügel: Haltungsform 2 stabil, Zuwachs in Stufe 3
Das Engagement in der Initiative Tierwohl hat dazu geführt, dass große Teile des Geflügelsortiments in der SB-Theke auf Stufe 2 angeboten werden (89,8 Prozent bei Hähnchen, 91,5 Prozent bei Pute). Im Sortiment der Bedientheke ist insbesondere bei Putenfleisch eine signifikante Veränderung zu beobachten. So sank nicht nur der Anteil von Fleisch der Stufe 1 von 6,8 Prozent im Jahr 2022 auf 0,0 Prozent im Jahr 2023 und der Stufe 2 von 63,5 Prozent auf 59,7 Prozent, sondern gleichzeitig stieg der Anteil der Stufe 3 von 26,3 Prozent auf 39,8 Prozent.

Rindfleisch: Kennzeichnungssystem verbreitet sich
Bei Rindfleisch ist besonders an der Bedientheke ein starker Rückgang von Fleisch ohne Haltungsform zu beobachten. Während im Jahr 2022 noch 36,8 Prozent des Sortiments ohne Haltungsform waren, waren es im Jahr 2023 nur noch 13,4 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil von Fleisch der Stufe 3 stark an. An der Bedientheke wuchs der Anteil von Fleisch aus der Haltungsstufe 3 von 19,8 Prozent im Jahr 2022 auf 27,4 Prozent im Jahr 2023.

Grafik: ITW

Milch: Der Anteil ohne Haltungsstufe reduziert sich um fast die Hälfte
Ähnlich wie bei Rindfleisch ist auch der Anteil der Milch ohne Haltungsform stark zurückgegangen. Während im ersten Jahr der Kennzeichnung für Milch, 2022, der Anteil der Milch aus Betrieben ohne Haltungsstufe 81,9 Prozent betrug, waren es 2023 nur noch 44,9 Prozent. Positiv ist die Entwicklung der Haltungsstufe 4, die im Vergleich zu 2022 von 11,7 Prozent auf 13,8 Prozent gestiegen ist.

Weitere Informationen: www.haltungsform.de

Über die Haltungsform-Kennzeichnung
Die Haltungsform-Kennzeichnung ist eine fünfstufige Siegel-Klassifikation für tierische Erzeugnisse, die ab Juli 2024 von vier auf fünf Stufen umgestellt wird. Sie wurde im April 2019 eingeführt. Sie klassifiziert Tierwohl-Siegel und Qualitätssicherungsprogramme entsprechend ihren Anforderungen an die Tierhalter und dem sich daraus ergebenden Tierwohl-Niveau. Die Kennzeichnung finden Verbraucher auf Verpackungen bei ALDI Nord, ALDI SÜD, Bünting Gruppe, EDEKA, Kaufland, LIDL, Netto Marken-Discount, PENNY, REWE und McDonlad‘s. Die „Haltungsform“ steht weiteren Unternehmen offen.

Die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH ist Trägerin der Haltungsform-Kenn-zeichnung. Sie organisiert die korrekte Eingruppierung von Standards und Programmen in die Systematik dieses Haltungskennzeichens, überwacht die korrekte Anwendung und Umsetzung dieser Systematik und unterstützt die teilnehmenden Unternehmen in der Kommunikation gegenüber Öffentlichkeit und Verbrauchern.

Vollständige Informationen zu den Kriterien der einzelnen Stufen erhalten Verbraucher auf der Webseite zur Haltungsform unter www.haltungsform.de.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH:

Bovikalc® Dry – Milchproduktion und Euterinnendruck zum Trockenstellen senken

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Neueste Studienergebnisse* zu Bovikalc® Dry zeigen, dass eine geringere Milchproduktion zum Trockenstellen und damit einhergehend ein niedrigerer Euterinnendruck zu einer signifikant geringeren Häufigkeit von erhöhten somatischen Zellzahlen (LSCC) im ersten Laktationsmonat beitragen. Besonders relevant ist, dass auch die Risiken für klinische Mastitis und Merzung in der nachfolgenden Laktation signifikant verringert waren.

Eine geringere Milchproduktion zum Trockenstellen ist ein essenzieller Faktor zur Vorbeugung von Mastitis, insbesondere beim selektiven Trockenstellen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigen die Effektivität von Bovikalc® Dry bei der Reduktion der Milchproduktion zum Trockenstellen – was der Kuh hilft, diese Risikozeit besser zu überstehen.

Boehringer Ingelheim engagiert sich weiterhin in der Forschung und Entwicklung von Lösungen zur Verbesserung der Tiergesundheit.

Bildquelle: Boehringer Ingelheim

Weitere Informationen finden Sie auf https://www.bovikalc.de/bovikalc-dry

Studie:
*Florentino, C. et al. (2024): Randomized clinical trial evaluating the effects of administering acidogenic boluses at dry-off on udder health, milk yield, and herd removal. J Dairy Sci 107:3899–3915

Quelle: Boehringer Ingelheim

Thünen-Präsident Prof. Dr. Folkhard Isermeyer ist verstorben

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Der langjährige Präsident des Thünen-Instituts, Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, ist am 14. Januar 2025 im Alter von 67 Jahren verstorben. Das Thünen-Institut verliert mit ihm nicht nur seinen „Architekten“, einen exzellenten Wissenschaftler und klugen Strategen, sondern auch eine Persönlichkeit, die mit Vertrauen, offenem Ohr und menschlicher Wärme geführt hat.

Der in Wirtschaft und Wissenschaft geschätzte Agrarökonom Folkhard Isermeyer hat kurz nach der Neuordnung der Ressortforschung im Jahr 2009 die Präsidentschaft des Thünen-Instituts übernommen. Zuvor war er Institutsleiter und Präsident der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), einer von drei Vorgängereinrichtungen des Thünen-Instituts. Mit der ihm eigenen Weitsicht, Geduld und Leidenschaft hat er im Laufe der vergangenen 15 Jahre aus drei sehr unterschiedlichen Forschungsinstituten eine Wissenschaftseinrichtung geformt, deren große gesellschaftliche Bedeutung der Wissenschaftsrat zuletzt 2024 bestätigt hat. Konsequent hat er dabei die vorhandenen fachlichen Forschungskompetenzen zu Land- und Forstwirtschaft, zu Fischerei und ländlichen Räumen zusammengeführt, um Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und zur Entwicklung ländlicher Regionen vorlegen zu können. Als politikberatende Institution genießt das Thünen-Institut auch dank Folkhard Isermeyers Wirken einen herausragenden Ruf. Als Honorarprofessor an der Universität Göttingen hat er sein Wissen auch an die nächsten Generationen weitergegeben

Seine Fähigkeiten als begnadeter Kommunikator und Netzwerker setzte Folkhard Isermeyer immer wieder dafür ein, unterschiedliche Menschen und Meinungen zusammenzuführen und aus dem Ruder laufende Diskussionen auf den Kern und auf eine solide, evidenzbasierte Basis zurückzuführen. Internationale Netzwerke wie agri benchmark gehen auf seine Initiative zurück. Er war ein wichtiger Impulsgeber für die politischen und agrarwissenschaftlichen Debatten in Deutschland und Europa. Davon haben nicht zuletzt das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung („Borchert-Kommission“) und die Zukunftskommission Landwirtschaft profitiert. Der Erfolg beider Kommissionen war ihm eine Herzensangelegenheit.

Obwohl er stets das große Ganze im Blick hatte und auch von seinen Wissenschaftler*innen eine gewisse Flughöhe einforderte, verlor er nie die Bodenhaftung. So blieb er der Region Braunschweig sein Leben lang persönlich verbunden und engagierte sich beispielsweise für das Netzwerk ForschungRegionBraunschweig und das Haus der Wissenschaft.

Seine Präsidentschaft am Thünen-Institut hat er selbst als „den tollsten Job der Welt“ bezeichnet. Er starb kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand an den Folgen einer schweren Erkrankung. Das Thünen-Institut wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Seine Nachfolge tritt am 1. Februar die Forstwissenschaftlerin Prof. Dr. Birgit Kleinschmit an.

Quelle: Thünen Institut

Video-Interview mit Prof. Dr. Folkard Isermeyer von 2015 zum Thema „Nationaler Dialog zur Nutztierhaltung“

Bundesweite Bioland-Imkertagung 2025 in Bad Boll und Live-Onlineübertragung

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Am 09. und 10. Februar 2025 findet die diesjährigen Bioland-Imkertagung statt: Als Präsenzveranstaltung in Bad Boll und als Livestream. Zu den Programm-Highlights gehören

• Betriebsbesichtigung der Imkerei von Jasmin und Berengar Weber
• Vortrag von Prof. Lars Chittka zur „Intelligenz der Bienen“
• Bericht des Bundesfachausschusses Imkerei und Einblicke in den Honigmarkt
• Vortrag von Matthias Engel zur instrumentellen Besamung in der Bienenzucht
• Praxis-Forum zur biotechnischen Varroabekämpfung
• Perspektiven aus Verband, Politik und Markt von Jan Plagge
• Vortrag von Benjamin Waldmann zur asiatischen Hornisse
• Vorstellung des Forschungsprojekts zur klimaschonenden Betriebsweise durch Valon Mustafi

Ein Honigmenü und die Verkostung von Bienenprodukten runden das Programm ab.

Alle Programm-Details gibt es hier und die Anmeldung ist bis zum 7. 2. 2025 unter diesem Link möglich.