VetMed Uni Wien: Landwirtschaftliche Tiernutzung im Sinne des 3R-Prinzips überdenken

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Im Zuge der Nutzung von Tieren zu Forschungszwecken ist das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine / Vermeiden, Verringern, Verbessern) selbstverständlich. Ein Team von Wissenschafter:innen der Veterinärmedizinischen Universität Wien schlägt in einem soeben im Top-Journal „Science“ erschienenen Artikel vor, das 3R-Prinzip auch in der Nutzung von Tieren zur Nahrungsmittelproduktion anzuwenden, um den Konsum und die Verschwendung von tierischen Nahrungsmitteln zu verringern und landwirtschaftliche Nutztiere tiergerecht zu halten.

Wissenschafter:innen, die mit Tieren arbeiten, sind nach dem 3R-Prinzip verpflichtet, Tierversuche durch geeignete alternative Methoden zu ersetzen (Replacement), die Anzahl der Versuchstiere auf das unbedingt erforderliche Minimum zu beschränken (Reduction) sowie die Versuchstechniken, aber auch Unterbringung und Pflege der Tiere zu optimieren (Refinement). „Das 3R-Prinzip könnte ähnlich effektiv sein, wenn es auf die Nutztierproduktion angewendet wird“, so die Autor:innen. Die Auswirkungen wären gewaltig, da der Mensch – überwiegend zur Produktion von tierischem Eiweiß – jährlich 70 Milliarden Landtiere und bis zu 129 Milliarden Wassertiere nutzt; dem stehen 192 Millionen Versuchstiere gegenüber.

Einfache und wirksame Hebel: Protein-Ersatz, Konsum-Reduktion und faire Tierhaltung
Tierisches Eiweiß könnte durch pflanzliches Protein oder in-vitro-Fleisch ersetzt werden, was der Umwelt zugutekäme und gleichzeitig den Welthunger lindern würde. Eine Reduzierung der Anzahl an Tieren könnte erfolgen, indem Nutztiere nur dort gehalten werden, wo der Mensch potenzielle Nahrungsquellen nicht direkt nutzen kann. Ein Beispiel wären Wiederkäuer auf Nicht-Ackerland. Weitere Hebel sind die Verringerung der Lebensmittelverschwendung und des Konsums von Fleisch und anderen tierischen Produkten. Schließlich würden faire Haltungsbedingungen Nutztieren ein gutes Leben ohne unnötiges Leid ermöglichen.

Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien

Aquakultur ist keine Lösung für Überfischung – Aquakultur-Produktion hat Höhepunkt bereits überschritten

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Die Wachstumsraten für die Zucht von aquatischen Lebewesen in Aquakultur sind begrenzt und haben ihren Höhepunkt bereits überschritten – das ist das Ergebnis einer kürzlich erschienenen Studie im Fachjournal Frontiers in Marine Science unter Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Laut den Wissenschaftler:innen würde die Welt ohne Wildfisch im Jahr 2030 bereits mit einem jährlichen Mangel an Fischnahrung von etwa 71 Millionen Tonnen konfrontiert werden. Zudem könnte ein verstärkter Fokus auf Aquakultur zu verheerenden sozioökonomischen Folgen für Küstenländer mit niedrigem Einkommen führen.

Ein Großteil aller menschlich genutzten Fischarten im Ozean ist überfischt. Das Problem ist hinlänglich bekannt, dennoch steigt der weltweite Fischkonsum kontinuierlich an. Aquakultur, also die Zucht von aquatischen Lebewesen für die menschliche Ernährung in abgegrenzten Systemen, wird oftmals als Lösung für das Dilemma angesehen. Dieser Aquakultur-Optimismus kann der Realität nicht standhalten. – Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich erschienene Studie von zehn Instituten verschiedener Nationen unter Beteiligung vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel im Fachjournal Frontiers in Marine Science. Darin werten die Forschenden öffentlich zugängliche Zeitreihendaten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) aus, die den Wandel der Produktivität der Aquakultur von 1950 bis 2018 veranschaulichen und Rückschlüsse auf dessen aktuelle Rolle für die weltweite Nachfrage nach Speisefisch zulassen.

Die Analyse der Daten zeigt einen Höhepunkt des Wachstums der Produktion durch Aquakultur bereits im Jahr 1996. Zwar nimmt die Gesamterzeugung der zehn wichtigsten Zuchtarten weiter zu, die Zuwachsraten aber haben den Zenit bereits überschritten und nehmen ab. Dies betrifft zur Überraschung der Forschenden selbst solche Arten, die nicht von der Fütterung durch aus Wildfisch erzeugtem Fischmehl und -öl abhängen, wie zum Beispiel Algen oder Filtrierer wie Muscheln. Diese Arten werden als besonders wichtig für die Ernährungssicherheit angesehen. Ihre Kultur ist ökologisch weniger schädlich und unter Umständen sogar gut für die Umwelt, da Muscheln das Wasser filtrieren und Algen überschüssige Nährstoffe aufnehmen können.

„Der globale Hunger nach Fisch und Meeresfrüchten kann nicht hauptsächlich durch Aquakultur gesättigt werden“, bestätigt Dr. Rainer Froese, mariner Evolutionsökologe am GEOMAR und deutscher Fachexperte für die Studie. „Selbst technologische Fortschritte würden nach derzeitigem Stand nicht dazu führen, dass der Fischbedarf durch Aquakultur gedeckt werden könnte. Ein Umbau der Fischereiwirtschaft zu einer ökologisch verträglichen Fischerei böte ein deutlich höheres Zukunftspotential.“ So könnten, laut Studie, die Fangmengen in europäischen Gewässern um etwa fünf Millionen Tonnen steigen, wenn Europa seine Fischerei wieder aufbauen und ordnungsgemäß bewirtschaften würde. Das ist mehr als die derzeitige jährliche europäische Aquakulturproduktion.
Um den gesamten oder einen Großteil des weltweiten Fischbedarfs von prognostizierten 173 Millionen Tonnen im Jahr 2030 zu decken, müsste das Angebot an Fischzuchtbetrieben hingegen mindestens um das Dreifache der von der FAO prognostizierten durchschnittlichen jährlichen Rate wachsen. Stattdessen ist die Produktion an ihre ökologischen Grenzen gestoßen.

Zusätzlich stammt ein Großteil der berichteten Produktion aus dem asiatischen Raum, „mit möglicher Überschätzung dieser Zahlen für Arten, die nicht exportiert werden“, erklärt Rainer Froese. Nur etwa zehn Prozent der weltweiten Produktion verteilen sich auf die fünf anderen Kontinente, wobei Europa etwa vier Prozent beisteuert. Entwicklungsländer, afrikanische und südamerikanische Küstenstaaten würden mit hoher Wahrscheinlichkeit unter erheblicher Ernährungsunsicherheit leiden, wenn preisgünstige kleine Fische in noch größerem Maßstab abgefischt und an anderen Orten an teure Zuchtarten verfüttert würden. „Produktion von hochwertiger Nahrung ist gesellschaftlich akzeptiert, aber Lachs, Doraden, Austern, Shrimps und gemästete Thunfische werden die Welt nicht ernähren“, sagt Rainer Froese. Die Bereitstellung des größten Teils des weltweiten Speisefischs durch Aquakultur, mit dem bestehenden geographischen Fokus, könnte daher schwerwiegende sozioökonomische, ernährungswissenschaftliche und die Ernährungssicherheit betreffende Konsequenzen für die ganze Welt nach sich ziehen.

Quelle: GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Neue Erkenntnisse zu „Bovine Meat and Milk Factors“ (BMMF)

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat im Februar 2019 Erkenntnisse zu neuartigen Infektionserregern mit der Bezeichnung „Bovine Meat and Milk Factors“ (BMMF) vorgestellt. Sie sollen in den Fleisch- und Milchprodukten des europäischen Rindes vorkommen.

Die durch den Verzehr dieser Lebensmittel im frühen Säuglingsalter aufgenommenen Erreger sollen Entzündungen im Darm- und Brustgewebe hervorrufen, welche wiederum im umgebenden Gewebe die Krebsentstehung fördern. Dabei soll es erst Jahrzehnte nach der eigentlichen „Infektion“ zum Ausbruch der Krankheit kommen. Ausgehend von der geografischen Verteilung von Dickdarm- und Brustkrebs-Neuerkrankungen wurde seitens des DKFZ ein Zusammenhang mit dem Konsum von Milch- und Fleischprodukten vom europäischen Rind vermutet und die Schlussfolgerung gezogen, Säuglinge nicht zu früh mit Kuhmilch zu ernähren.

Daraufhin kamen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Max Rubner-Institut (MRI) in einer gemeinsamen Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass die Bewertung gesundheitlicher Risiken durch BMMF aufgrund einer zu dieser Zeit unzureichenden Datenlage nicht möglich sei. Seitdem haben sich verschiedene Forschungsgruppen mit BMMF befasst, weshalb BfR und MRI eine Neubewertung der Thematik vorgenommen haben. Weder die aktuellen noch die früheren Ergebnisse stützen die Hypothese, dass es sich bei BMMF um eine neue Art von Erregern handelt. Sie stellen Varianten bereits bekannter und zum Teil bereits veröffentlichter DNA-Sequenzen dar. Bislang liegen auch keine Erkenntnisse vor, die belegen, dass BMMF im Menschen und anderen Organismen tatsächlich gesundheitsschädigende Effekte verursachen. Zudem zeigen verschiedene aktuelle Studien, dass BMMF nicht nur in Milch- und Fleischprodukten vom europäischen Rind der Art Bos taurus, sondern auch in zahlreichen anderen Lebensmitteln vorkommen, die sowohl tierischer als auch pflanzlicher Herkunft sind.

Damit widerspricht der aktuelle Wissensstand der Hypothese des DKFZ, wonach es sich bei den nachgewiesenen BMMF um „neuartige Erreger“ handelt, die ausschließlich bei europäischen Rindern und den von ihnen gewonnenen Lebensmitteln vorkommen. Die geografische Verteilung von Dickdarm- und Brustkrebs-Neuerkrankungen kann lediglich als Hinweis auf einen potenziellen indirekten Zusammenhang zwischen dem Konsum bestimmter Lebensmittel und dem Auftreten einiger Krebsarten beim Menschen interpretiert werden, stellt aber keinen kausalen Zusammenhang dar. Auf Grundlage der derzeit verfügbaren Studienergebnisse und Literatur empfehlen BfR und MRI auch weiterhin, Fleisch und Kuhmilch aufgrund ihrer spezifischen Mikronährstoffe als Bestandteil der Beikost für Säuglinge zu verwenden. Das Vermeiden bestimmter Lebensmittel im ersten Lebensjahr ist auch hinsichtlich der Allergieprävention nicht zu empfehlen.

Zusammenfassend und in Anbetracht der Gesamtheit der derzeit verfügbaren Daten sind gesundheitliche Beeinträchtigungen durch BMMF oder BMMF-DNA, die in Fleisch- oder Milchprodukten oder anderen Lebensmitteln enthalten sind, für Verbraucherinnen und Verbraucher jeden Alters nicht zu erwarten.

Eine ausführliche Stellungnahme hat das BfR auf seiner Website veröffentlicht.

Preis der Tiergesundheit 2022

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Landwirte für innovative Konzepte im Bereich Tiergesundheit prämiert
• MSD Tiergesundheit ehrt die Gewinner des Preises der Tiergesundheit 2022.
• In den Kategorien „Fruchtbarkeit von Milchkühen“, „Innovationen in der Schweinemast“ und „Tiergesundheit in der Legehennenhaltung“ wurden insgesamt sieben Betriebe und vier Einzelideen ausgezeichnet.
• Die Erstplatzierten kommen aus Olderup, Bergen und Hebertsfelden und dürfen sich über ein zweckgebundenes Preisgeld von je 12.000 Euro freuen.

MSD Tiergesundheit hat im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung am Unternehmenssitz in München die Gewinner des Preises der Tiergesundheit 2022 gewürdigt. Ausgezeichnet wurden sieben Betriebe aus Deutschland und Österreich, die sich in den Bereichen Schwein, Rind und Geflügel mit ihren innovativen Haltungs- und Gesundheitskonzepten nachhaltig für die Tiergesundheit engagieren. Weitere vier landwirtschaftliche Unternehmen konnten sich über einen Sonderpreis für die beste Einzelidee freuen. Das zweckgebundene Preisgeld in Höhe von 12.000 Euro für die Erstplatzierten soll zum weiteren Ausbau des Engagements im Bereich Tiergesundheit beitragen und die Betriebe bei der Umsetzung ihrer innovativen Konzepte unterstützen.

Jan Nemec, Geschäftsführer MSD Tiergesundheit, auf der Preisverleihung am Samstag: „Landwirtschaft ist die tragende Säule unserer Ernährung. Wir brauchen Landwirtinnen und Landwirte, die sich mit großem Engagement für die Gesundheit ihrer Tiere einsetzen, neue Wege gehen und den Mut haben, ihre Betriebe in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. In Zeiten, in denen sich die Bevölkerung immer mehr von der Landwirtschaft und Nutztierhaltung entfernt, ist es enorm wichtig, die Öffentlichkeit wieder mit der Realität abzuholen. Mit dem Preis der Tiergesundheit möchten wir Betriebe dabei unterstützen, sich untereinander zu vernetzen, voneinander zu lernen und mit einem Preisgeld von insgesamt 80.000 Euro dazu beitragen, dass sie weiterhin in Vielfalt und Veränderung investieren können.

Die Gewinner der Kategorien 2022
Im Bereich Rinderhaltung lag der Fokus in diesem Jahr auf der „Fruchtbarkeit von Milchkühen“. Aus rund 70 Bewerbungen setzte sich der Betrieb von Timo Nöhren aus Olderup durch. Er überzeugte die Jury mit seinem durchdachten Fruchtbarkeitsmanagement und Nachzuchtplanung. Mit seiner erfolgreichen Strategie und Detailliebe hat er die Zwischenkalbezeit auf seinem Betrieb auf durchschnittlich 480 Tage verlängert. Mehr als ein Drittel länger als der Durchschnitt in den Betrieben in Deutschland. Das Konzept begeistert die Jury: Mit mehr Ruhe und einem stringenten Fütterungskonzept geben die Tiere auf Timo Nöhrens Hof über einen langen Zeitraum viel Milch, ohne dass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt oder die Tiergesundheit gemindert wird. Darüber hinaus ist der Betrieb mit 160 Milchkühen und weiblicher Nachzucht mit einem umfassenden digitalen Monitoringsystem und dem Einsatz von Spalten- und Futternachschieberobotern ein Paradebeispiel für Möglichkeiten der arbeitswirtschaftlichen Optimierung.

Jurymitglied Prof. Axel Wehrend in seiner Laudatio: „Bei dem Betrieb von Herr Nöhren überzeugt uns vor allem die Konsequenz, mit der die Entscheidung zur längeren Zwischenkalbezeit in alle Bereiche weitergetragen wird. Im Zusammenspiel mit einem präventiven Gesundheitseinsatz ergibt sich ein ganzheitliches Konzept, bei dem viel Energie in die Leistungsüberwachung und Tiergesundheit fließt.“

Timo Nöhren ist Wiederholungstäter beim Preis der Tiergesundheit. Der Landwirt wurde bereits im letzten Jahr in der Kategorie „Eutergesundheit“ mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Dies zeigt auf welch hohem Niveau er kontinuierlich für die Gesundheit seiner Tiere arbeitet.

Mit dem zweiten und dritten Platz wurden Bernhard Moitzi aus dem österreichischen Obdach und der Familienbetrieb von Wiljan Meilink aus Hoogstede ausgezeichnet.

In der Kategorie „Innovationen in der Schweinemast“ ging der Sieg an Jan-Hendrik Hohls mit seinem Betrieb in Bergen/Celle. Für den Landwirt ist der Langschwanz einer der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit der 320 Sauen und 2500 Mastschweine am Hof. Dabei setzt der Landwirt auf viel Platz, Beschäftigungsmaterialien gegen Langeweile sowie klare Strukturen und verständliche Technik. Ein weiterer Kernpunkt in seinem Konzept ist die Fütterung: Sein Ziel ist die Verträglichkeit und das Wohlbefinden. Er sieht den Darm als zentrales Organ der Tiergesundheit und des Tierverhaltens.

Mit seinem betriebseigenen Getreide zur Fütterung, herausragendem Strohmanagement und kontinuierlicher Tierbeobachtung konnte der niedersächsische Betrieb die Jury überzeugen: „Auf dem Hof von Jan-Hendrik Hohls sehen wir ein sehr komplexes Gesamtkonzept, bei dem von der Futterproduktion bis hin zur Vermarktung jedes Rädchen ineinandergreift. Ein wichtiger Indikator ist der Ringelschwanz: Ein intakter Ringelschwanz ist ein Tiergesundheits- und Tierwohlindikator. Jan-Hendrik Hohls setzt auf das Beste aus Konventionell und Bio zum Besten für Tier, Mensch und Umwelt und genau das zeichnet diesen Betrieb aus.“

Der zweite und dritte Platz gingen an Peter Baureis aus Schrozberg und Christoph Becker aus Wietzendorf.

Erstmals wurden in diesem Jahr auch Geflügel-Betriebe prämiert. In der Kategorie „Tiergesundheit in der Legehennenhaltung“ konnte sich Gerhard Aigner aus Hebertsfelden mit seinem Konzept durchzusetzen. Sein Hof Thanninger Freiheit wird bereits in der dritten Generation betrieben. Das durchdachte Gesamtkonzept von eigenem Futteranbau inkl. Biogasanlage, über die Kükenaufzucht und Haltung von Bruderhähnen, bis hin zum Stallaufbau mit Wintergarten, Sandkästen sowie Tageslicht- und Frischluftzugang beeindruckte die Jury nachhaltig. Darüber hinaus setzt Gerhard Aigner auf Transparenz in der Tierhaltung und gewährt während des Lebensmitteleinkaufs mithilfe von Live-Kameras Einblick in das tägliche Stallleben.

„Auf dem Betrieb von Herrn Aigner haben wir ein zukunftsweisendes Konzept vorgefunden, das aus allen Einreichungen herausgestochen ist. Überzeugt hat uns seine gesamtheitliche Auseinandersetzung mit dem Zusammenspiel aus Haltung und Tierbeobachtung. Herr Aigner hat seine Indikatoren immer präsent und trifft Entscheidungen in engmaschiger Zusammenarbeit mit dem Tierarzt auf Basis von Daten, nicht aus dem Bauch heraus. Das ist ein Konzept für die Zukunft, das tragfähig ist“, betont die Jury.

Eine weitere Neuerung in diesem Jahr: Zusätzlich zu den Gesamtgewinnern wurden auch besonders herausragende Einzelideen mit dem Sonderpreis „Top Tipp“ prämiert. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung sicherten sich Thorsten Harms aus Friedeburg und Ulrich Westrup aus Bissendorf in der Kategorie Rind. Dirk Peters von Agrar GmbH Diestelow aus Goldberg lieferte den Top Tipp in der Kategorie Innovationen in der Schweinemast. Reinhard Weinmann vom Biolandbetrieb Weinmanns Hof, Ipsheim wurde in der Kategorie Geflügel ausgezeichnet.

Nach der feierlichen Verleihung nutzten die Gewinner sowie die Veranstalter die Gelegenheit zusammen anzustoßen und ihre Freude zu teilen. Neben der Auszeichnung und Würdigung der langjährigen Arbeit, ist nach der pandemie-bedingten Distanz der persönliche Austausch mit Kollegen und Freunden das Highlight des Abends.

Der Preis der Tiergesundheit wurde 2019 von MSD Tiergesundheit ins Leben gerufen und honoriert seitdem landwirtschaftliche Betriebe, die mit nachhaltigen und innovativen Konzepten nachweislich einen positiven Beitrag zu Tierwohl und Tiergesundheit leisten. Zusätzlich unterstützt der Preis den Erfahrungsaustausch zwischen Landwirtinnen und Landwirten in Deutschland und Österreich und gewährt der Öffentlichkeit einen Einblick in die Nutztierhaltung. 2022 wurde der Preis der Tiergesundheit zum dritten Mal vergeben. Rund 100 Betriebe hatten sich in diesem Jahr um die Auszeichnung beworben.

Mehr Informationen zum „Preis der Tiergesundheit“ hier.

Die Gewinner im Überblick:

Gesundheit von Milchkühen:
1. Timo Nöhren, Olderup
2. Bernhard Moitzi, Obdach
3. Wiljan Meilink, Hof Scholten-Meilink, Hoogstede
Top Tipp: Thorsten Harms, Friedeburg und Ulrich Westrup, Bissendorf

Innovationen in der Schweinemast:
1. Jan-Hendrik Hohls, Bergen/Celle
2. Peter Baureis, Landwehrhof Baureis, Schrozberg
3. Christoph Becker, Hof Becker, Wietzendorf
Top Tipp: Dirk Peters, Agrar GmbH Diestelow, Goldberg

Tiergesundheit in der Legehennenhaltung:
1. Gerhard Aigner, Thanninger Freiheit, Hebertsfelden
Top Tipp: Reinhard Weinmann, Weinmannshof, Ipsheim

Quelle: MSD

Verbessern Probiotika die Eischalenqualität im fortgeschrittenen Legezyklus?

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Von Dr. Elisabeth Zißler, Lallemand Animal Nutrition

Mit fortschreitendem Legealter der Hennen werden die Eier größer, während die Qualität der Eischalen durch einen weniger guten Kalzium (Ca)-Stoffwechsel der Hennen abnimmt. Die Erzeuger halten die Hennen heutzutage zunehmend länger, weit über das Alter von 50 Wochen hinaus. Aus diesem Grund ist es für eine rentable Eiproduktion notwendig, den Kalziumstoffwechsel zu unterstützen, um auf diese Weise die Qualität der erzeugten Eier zu verbessern, insbesondere bei älteren Legehennen.

Die Qualität der Eischalen hängt in erster Linie von der Physiologie der Tiere (Alter, genetische Veranlagung, Gesundheit), den Managementpraktiken (Produktionssystem, Beleuchtungsprogramm) und der Fütterung ab, die eine angemessene Ca-Zufuhr gewährleisten sollte. Der Ca-Bedarf der Hennen steigt mit zunehmendem Alter. Der Ca-Gehalt im Futter und die Darreichungsform sollten daher nach der Junghennenphase sorgfältig angepasst werden. Darüber hinaus hängt eine ordnungsgemäße Ca-Assimilation und -Mineralisierung auch vom Gesundheitszustand des Verdauungssystems der Tiere ab.

Die Zugabe von probiotischen Bakterien wie etwa Pediococcus acidilactici CNCM I-4622 im Futter der Tiere verbessert nachweislich die Darm- und Verdauungsfunktionen von Geflügel durch eine Stimulierung der Milchsäurebakterienpopulationen. Es wurde in zahlreichen Studien in verschiedenen Produktionssystemen gezeigt, dass die Fütterung von Probiotika dazu beiträgt, die Anzahl der verworfenen Eier zu reduzieren (Mikulski et al., 2012; Denev et al., 2013; Mikulski et al., 2020) und die Dicke der Eischale zu verbessern – mit direkten Auswirkungen auf die Rentabilität der Betriebe. Welche Mechanismen sind an dieser Optimierung beteiligt? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der probiotischen Wirkung und der Eischalenqualität? Um diese Fragen zu klären, wurden in einer Studie der Dankook-Universität in Südkorea (2020) zusätzliche Parameter wie hormonelle und mineralische Blutmarker oder die chemische Zusammensetzung der Knochen der Hennen untersucht.

Grundlagen: Eischalenbildung und Kalziumstoffwechsel
Mit einem Anteil von 94-97 % an der gesamten Schale ist Ca der Hauptbestandteil der Eischale, der in Form von Kalziumkarbonat (CaCO3) vorliegt. Phosphor (P) und Magnesium (Mg) machen 0,3 % bzw. 0,2 % der Schale aus. Der übrige Teil setzt sich aus einer organischen Matrix zusammen, die hauptsächlich aus Proteinen und Kollagen besteht.


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Im Fokus Kälbergesundheit

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Die Neufassung der Tierschutztransportverordnung (ab dem 1. Januar 2023) schreibt bei betriebsübergreifenden Transporten von Kälbern ein Mindestalter von 28 Tagen vor. Das erfordert größere Kapazitäten bei Platz und Fütterung und mehr Aufmerksamkeit für die Gesundheit der Kälber. In den anstehenden Wintermonaten ist besonderes Augenmerk auf die Atemwege zu richten.

Ein guter Immunstatus, ausreichend hochwertiges Futter, Platz, Luft und Licht und gute Betreuung sind die Säulen einer gesunden Kälberaufzucht. In den frühen Phasen wird der Grundstein für späteres Wachstum und Leistung gelegt.

Für einen guten Start
Neben Durchfall stellen Atemwegserkrankungen das größte Problem in der Kälberaufzucht dar. Die sogenannte Kälbergrippe tritt insbesondere bei Tieren im Alter zwischen drei und sechs Monaten auf, kann aber auch schon bei jüngeren Kälbern zu erheblichen Problemen führen. Der Aufbau eines entsprechenden Immunschutzes – etwa über eine optimale Versorgung hochtragender Muttertiere, gute Geburtshygiene, die schnelle Versorgung mit einer ausreichenden Menge an Kolostrum sowie Vitaminen und Eisen zur Vermeidung einer Eisenmangelanämie – sind in dieser Phase besonders wichtig. Gleiches gilt für die Vermeidung von Stress beispielsweise durch Gruppen- oder Futterumstellungen. Hohe Ansprüche stellt das Kalb auch an die Lüftung: Ausreichend Luftzufuhr, jedoch ohne Zugluft.

Langfristige Konsequenzen von Atemwegserkrankungen
Im Fall der Kälbergrippe kann die Lunge der Tiere nachhaltig geschädigt werden. Dies liegt zum einen an der im Vergleich zum Körpergewicht relativ kleinen Rinderlunge und zum anderen an dem anatomischen Aufbau der Lunge; sie ist stark segmentiert, und jedes Segment wird nur durch einen bronchialen Zugangsweg versorgt. Setzt sich ein solcher Bronchus infolge einer Infektion mit der Kälbergrippe mit Schleim zu, besteht die Gefahr einer Unterversorgung mit Sauerstoff und einer damit einhergehenden dauerhaften Schädigung des betroffenen Lungengewebes.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen können erheblich sein. Neben Kälberverlusten ergeben sich bei erkrankten Tieren höhere Aufwendungen für den Tierarzt und die Medikamente sowie ein erhöhter zeitlicher Betreuungsaufwand. Tiere mit geschädigter Lunge zeigen häufig verringerte Tageszunahmen und schlechtere Milchleistung. Sie sind zudem anfällig für erneute Erkrankungen.

Haltungsbedingungen optimieren
Eine zentrale Maßnahme bei den Haltungsbedingungen liegt in der Verminderung der Belastung mit Schadgasen und hier insbesondere Ammoniak. Gerade in eingestreuten Tiefboxen besteht die Gefahr, dass die Kälber dieses Gas einatmen, das sich über der Einstreu ansammelt. Die Verringerung der Belegdichte und die regelmäßige Entfernung der Mistmatratze sind wichtige Ansätze zur Verbesserung des Stallklimas. Optimal ist die Außenklimahaltung, bei der jedoch ein windgeschützter, trockener Bereich gewährleistet sein muss. Gute Bedingungen für die ersten Lebenswochen bietet deshalb die Haltung im Außenbereich in Einzel- oder Gruppeniglus oder Hüttensystemen mit einem freien, aber zum Teil überdachten Auslauf.

Vorbeugen ist besser als heilen
Die frühe Investition in die Gesundheitsvorsorge des Kalbes in der Aufzuchtphase lohnt sich: ein gesunder, stabiler Kälberbestand minimiert betriebliche Behandlungskosten. Das gilt auch für die Impfung gegen Kälbergrippe. In Milcherzeugerbetrieben, in denen Probleme mit dem Erkrankungskomplex aufgetreten sind, kann es sinnvoll sein, Kälber und Jungrinder im Alter bis zu einem Jahr gegen Rindergrippe zu immunisieren. Kombinationsimpfstoffe gegen die gängigen Erreger stehen zur Verfügung. Auch bei Abgabe der Jungtiere an den Handel oder individuelle Mastbetriebe sind Impfungen ein essenzieller Bestandteil für eine erfolgreiche weitere Aufzucht und Mast. Impfungen gegen Bronchopneumonie zählen zu den Core-Impfungen in jedem Mastbetrieb und werden dringend – so frühzeitig wie möglich – empfohlen. Dies erfordert auch eine entsprechende Honorierung auf der Abnehmerseite.

Idealerweise werden Impfungen im Milchvieh- und späteren Aufzucht- oder Mastbetrieb abgestimmt. Kranke Kälber in der Aufzuchtphase und auch im abnehmenden Betrieb können dadurch vermieden und auch die Anwendung von Antibiotika verringert werden. Empfehlungen gibt die Leitlinie zur Impfung von Rindern und kleinen Wiederkäuern der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin StIKo Vet.

Ein schnelles Handeln im Erkrankungsfall kann schwere Lungenentzündungen verhindern. Die Behandlung durch den Tierarzt erfolgt in der Regel mit Antibiotika. Auch eine kombinierte Gabe mit Entzündungshemmern, die das Entzündungsgeschehen unterbrechen und weitere Schädigungen des Lungengewebes vermeiden, erzielt gute Behandlungserfolge. Je nach Erkrankungsbild können zusätzlich schleimlösende Mittel verabreicht werden.

In Kürze
• Neben Durchfall stellen Atemwegserkrankungen das größte Problem in der Kälberaufzucht dar.
• Es ist wichtig, Umweltstress zu minimieren und das Immunsystem früh genug zu stärken.
• Impfung beugt vor.

Quelle: BfT

Mangel an Nutztierpraktiker:innen spitzt sich zu

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BTK warnt vor Notstand durch Änderung im Tierarzneimittelgesetz

Der Entwurf des Änderungsgesetzes zum Tierarzneimittelgesetz (TAMG) wurde am 22.11.2022 mit den Stimmen der Ampelkoalition im Agrarausschuss angenommen. Die darin enthaltenen Auflagen für Nutztierpraktiker:innen mit immensen Dokumentations- und Meldepflichten für Tierärzt:innen sind für eine Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierschutzes in landwirtschaftlichen Tierhaltungen kontraproduktiv und kosten wertvolle Zeit am Patienten, warnt die Bundestierärztekammer (BTK).

In der Expertenanhörung des Agrarausschusses am 17.10.2022 wurden unsere fachlichen Forderungen eingebracht, die von der Bundesregierung bislang ignoriert wurden, u. a.

• Umsetzung der von der EU geforderten Tierärztlichen Bestandsbetreuung in nationales Recht
• Eindeutige Vorgaben für Stallbau in der Tierschutznutztierhaltungsverordnung
• Schaffung einer einheitlichen Tiergesundheitsdatenbank zur Früherkennung von Krankheitsursachen

Bereits anlässlich des Deutschen Tierärztetags im September 2022 haben die vier großen Verbände BTK, Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt), Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) und Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) in einer Resolution* eine erhebliche Verringerung des administrativen Aufwands für Tierärzt:innen und keine Übernahme der jetzigen Meldeverpflichtung der Tierhalter:innen gefordert.

„Wir weisen die Regierenden darauf hin, dass eine Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierschutzes sowie eine Produktion hochwertiger Lebensmittel tierischer Herkunft nur mit der Tierärzteschaft gelingen kann“, sagt BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann.

Quelle: BTK

* Gemeinsame Resolution von BTK, bpt, BbT und DVG

Bürokratiemonster behindert tierärztliche Tätigkeit
Die Tierärzteschaft bekennt sich klar zu One Health mit der Reduktion des Antibiotikaeinsatzes auf das unerlässliche Mindestmaß. Hierfür wurde der Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin in den letzten 10 Jahren bereits um nahezu 65% reduziert.

Das BMEL plant national ein Antibiotikaminimierungskonzept, das weit über die EU-Vorgaben zur Meldung der Verwendungsmengen hinausgeht. Die Effizienz einer weiteren Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes steht in keinem Verhältnis zu einer dafür sinnlosen und extrem zeitaufwendigen Dokumentation. Dieses Bürokratiemonster wird zu einer weiteren Aufgabe Tierärztlicher Praxen führen und junge Kolleg:innen noch mehr abhalten, in die Praxis zu gehen.

Die tierärztliche Versorgung von Tierbeständen in der Fläche wird weiter verschlechtert, aber auch von Einzeltieren in den Städten zukünftig gefährdet! Wir fordern eine erhebliche Verringerung des administrativen Aufwands für Tierärzt:innen und keine Übernahme der jetzigen Meldeverpflichtung der Tierhalter:innen.

Berlin, den 15. September 2022

Influenza beim Schwein besser verstehen: Erreger, Erscheinungsbild und Bekämpfung

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Von Dr. Kathrin Lillie-Jaschniski, Corporate Technical Service Manager, Ceva Tiergesundheit

Das Auftreten verschiedener Subtypen des Schweineinfluenza-A-Virus (swIAV) verändert zunehmend das klinische Bild in den Beständen und führt immer wieder zu Krankheitswellen in unterschiedlichen Altersgruppen. Denn mittlerweile können viele unterschiedliche Influenza A Subtypen in den Beständen zeitgleich zirkulieren. Betriebe, in denen isolierte Krankheitsausbrüche akut auftreten und die nach Beendigung des Influenzaeinbruchs frei von Influenza sind, werden immer seltener gesehen. Viel häufiger sind inzwischen endemische Formen, die dadurch charakterisiert sind, dass die Viren sich in den Beständen halten und durch Zirkulation in verschiedenen Altersgruppen immer wieder wellenartig zu Erkrankungen führen. In derart betroffenen Betrieben zirkulieren die Viren in der Regel das ganze Jahr über.

Häufig führt eine Influenzainfektion nicht zu deutlich sichtbaren Krankheitszeichen. Allerdings wird das Krankheitsbild oft durch zusätzliche Faktoren wie Temperaturschwankungen oder die Beteiligung weitere Viren oder Bakterien verschlimmert. Hierzu zählen vor allem weitere Influenza-Subtypen (pandemische Influenzaviren), andere Viren (z.B. Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome Virus (PRRSV) und/oder Porcine Circovirus Typ 2 (PCV2)) oder Bakterien (Streptococcus suis (Strep. suis), Actinobacillus pleuropneumoniae (APP), Mycoplasma hyopneumoniae (M.hyo) und/oder Glaesserella parasuis (GPS)). Die Rolle von Influenzaviren als „Wegbereiter“ wird in vielen Fällen oft unterschätzt. Ein Beispiel dafür ist die Interaktion zwischen Streptokokken und Influenzaviren. Hier wird durch eine vorgelagerte swIAV-Infektion nicht krankmachenden Streptokokken das Eindringen in die Lunge und im Nachgang in die Blutbahn ermöglicht, wodurch es zu schweren Streptokokken-Krankheitsverläufen in der Ferkelaufzucht kommen kann. Ähnlich kann es auch bei dem plötzlichen Auftreten von Glässerscher Krankheit (Erreger: GPS) in der Ferkelaufzucht gesehen werden. Daher sollte immer – bei Neuausbrüchen von bakteriellen Atemwegserregern in der Ferkelaufzucht – in den Herden auf zirkulierende Influenzaviren untersucht werden, da diese die Wegbereiter für die Bakterien gewesen sein können.

Hohes Fieber ist typisch
Klinisch relevante Anzeichen für akute Influenzaausbrüche sind hohes Fieber und schwere Atemwegssymptome, die in einigen Fällen mit einer akut erhöhten Verlustrate verbunden sein können. Die Lungenveränderungen, die in solchen Fällen in der Sektion gefunden werden, können mit denen durch Mykoplasma hyopneumoniae verwechselt werden.


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MSD Tiergesundheit präsentiert neue SenseHub® Generation auf der EuroTier 2022

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• Das Kuh-Monitoringsystem SenseHub® liefert in Echtzeit Informationen zu Fruchtbarkeit, Gesundheit und Fütterung von Einzeltieren und der gesamten Herde
• Die neue SenseHub®-Generation verbessert die Zusammenarbeit von Landwirten und Tierärzten und hilft Krankheiten frühzeitig zu erkennen
• Verbessertes Herdenmanagement und mehr Effizienz bei der täglichen Arbeit

Prävention in der Landwirtschaft durch innovative Technologie. Passend zur EuroTier 2022 in Hannover präsentiert MSD Tiergesundheit eine neue Generation des Monitoringsystems SenseHub® 6.0. Die integrierte Datenplattform liefert in Echtzeit Informationen zu Fruchtbarkeit, Gesundheit und Fütterung. Beispielsweise können brünstige Kühe und Tiere mit individuellen Bedürfnissen schnell und zuverlässig aufgespürt werden.

© MSD

„Mit der neuen SenseHub®-Generation bin ich noch besser in der Lage, Auffälligkeiten zu identifizieren, die Einfluss auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Produktivität meiner Herde haben. So kann ich mich voll auf die Tiere konzentrieren, die besondere Aufmerksamkeit benötigen.“ freut sich Fraederk Meppen, Landwirt aus Niedersachsen.

Ein weiterer Vorteil: die verbesserte Zusammenarbeit zwischen Landwirt und Tierarzt. Dank der gewonnenen Daten und Einblicke, können fundiert und rechtzeitig Maßnahmen zur Verbesserung der Reproduktion, der Gesundheit, der Ernährung oder des Wohlbefindens der Tiere ergriffen werden. So können Krankheiten frühzeitig erkannt und dementsprechend behandelt werden.
„Wir als Tierärzte haben nun die Möglichkeit, mit mehr Gewissheit und Effizienz zu arbeiten. Die neueste SenseHub®-Generation unterstützt dieses Vorhaben, indem sie eine maßgeschneiderte Überwachung der Herde bietet. So kann ich auch den Behandlungserfolg viel besser kontrollieren“, so Dr. Stefan Mösenfechtel, Tierarzt in Rietberg.

Alle Monitoring-Funktionen von SenseHub® können an die individuellen Bedürfnisse der Betriebe angepasst und jederzeit, auch von unterwegs am Laptop, Tablet oder Handy verfolgt werden. Mit dem umfassenden Software-Update erweitert MSD Tiergesundheit den Funktions-umfang der erfolgreichen SenseHub®-Plattform erheblich.

© MSD

Die Funktionen der neuen SenseHub® Generation im Überblick:

Kernstück des Updates ist der Report Generator: Damit können Landwirte die Auswertungen zu den Daten ihrer Tiere individuell an ihren Betrieb anpassen. So lassen sich nicht nur Tiere identifizieren, die besonderer Aufmerksamkeit erfordern, sondern es können auch betriebliche Ressourcen gezielter eingesetzt und die betriebliche Effizienz verbessert werden. Das steigert Ertrag und die Lebensqualität der Landwirte.

Zusätzlich gibt SenseHub® Discover laufend individuelle Vorschläge und Tipps, wie die Abläufe auf dem Hof weiter optimiert werden können. Das neue Batterie-Warnsystem schützt vor unvorhergesehenen Ausfällen.

Quelle: MSD Tiergesundheit

Tierärzte verabschieden Resolution Politische Ideologie untergräbt Tierarzneimittelgesetznovelle

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Im Rahmen des diesjährigen Fortbildungskongresses in Hannover hat die Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) gestern einstimmig eine Resolution verabschiedet, mit der sie die Ampelregierung auffordert, den kurzfristig vorgelegten Änderungsantrag vom 15. November (Drucksache 20/3712) zum Entwurf für ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes zurückzuziehen.

Grund dafür: Mit dem Änderungsantrag von SPD, Grünen und FDP wird Im Zuge der Beratungen um die Novelle des Tierarzneimittelgesetzes ein erneuter Vorstoß unternommen, den Einsatz von bestimmten Wirkstoffgruppen in der Tiermedizin nicht nur zu erschweren, sondern zu verbieten. Die klare und wiederholte Ablehnung eines Verbots des Einsatzes einzelner Wirkstoffgruppen durch das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und den Ministerrat haben aber gezeigt, dass ein pauschales Verbot von bestimmten Wirkstoffgruppen weder zielführend ist noch der Resistenzsituation gerecht wird. Im Sinne der 1:1 Umsetzung von EU-Recht sollte die deutsche Gesetzgebung nicht über europäisches Recht hinausgehen und deshalb im nationalen Tierarzneimittelgesetz kein Verbot vorsehen. Weder die aktuelle Resistenzsituation noch die aktuellen Zahlen zum Einsatz von Antibiotika in Deutschland rechtfertigen ein solches gesetzliches Vorgehen.

„Mit diesem Änderungsantrag wird der Tiergesundheit ein Bärendienst erwiesen, weil damit die Therapie kranker Tiere nicht nur erschwert, sondern unmöglich gemacht wird“, stellt bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder fest und zeigt sich fassungslos darüber, dass ein solcher Antrag kurz vor Verabschiedung des Gesetzes übernächste Woche im Bundestag jetzt im Eiltempo durchgedrückt werden soll, ohne auch nur die Ergebnisse der Sachverständigenanhörung von vor vier Wochen zu berücksichtigen. „Stattdessen sollten vielmehr die EU-Vorgaben zur Bestandsbetreuung umgesetzt werden, damit durch eine Verbesserung der Tiergesundheit auch der Antibiotikaeinsatz noch weiter sinken kann“, so Moder.

Doch damit nicht genug, im Änderungsantrag kommen noch weitere Verschärfungen hinzu, die gerade vor dem Hintergrund des dramatisch voranschreitenden Tierärztemangels, insbesondere in der Nutztierpraxis, nicht akzeptabel sind. So wird beispielsweise eine Überprüfung von Maßnahmenplänen durch andere Tierärzte gefordert, obwohl schon jetzt in einigen Bereichen nur noch wenige Tierärzte tätig sind, die die täglich anfallende Arbeit kaum mehr bewältigen können. Wie die praktische Umsetzung und Bezahlung erfolgen soll, ist ebenfalls nicht geklärt.

„Das ist ein Änderungsantrag, der auf Ideologie statt auf Vernunft basiert. Wir Tierärzte fordern deshalb die Regierungsfraktionen auf, den jetzt vorliegenden Änderungsantrag zum Tierarzneimittelgesetz zurückzuziehen“, unterstreicht Siegfried Moder die Resolution der Delegiertenversammlung.

Download von Resolution u. Änderungsantrag

Quelle: bpt