CEVASCREEN Mückenprojekt: Start des Frühwarnsystems zur Überwachung der Epizootischen Hämorrhagischen Krankheit (EHD) in der Region BeNeDACH

Rötung des Flotzmauls und Nasenausfluss (Klinik EHD_IMG0245_(c) Jerome Lafon für Ceva Tiergesundheit)

Mit dem CEVASCREEN Mückenprojekt hat die CEVA Tiergesundheit GmbH, Abteilung Ruminants, in BENEDACH eine Initiative ins Leben gerufen, die eine frühzeitige Erkennung der Epizootischen Hämorrhagischen Krankheit (EHD) ermöglicht. Durch eine 2-wöchentliche Untersuchung von Gnitzen der Gattung Culicoides auf das EHD-Virus liefert das Projekt wichtige epidemiologische Informationen über die regionale Viruszirkulation. Ziel ist es, Tierärztinnen und Tierärzten, Landwirtinnen und Landwirten sowie Tiergesundheitsbehörden ein wissenschaftlich fundiertes Frühwarnsystem zur Verfügung zu stellen und dadurch präventive Maßnahmen zum Schutz von Rinderbeständen zu unterstützen.

Sammlung von Gnitzen für CEVASCREEN Mückenprojekt ((c) Ceva Tiergesundheit)

EHD zählt zu den vektorübertragenen Erkrankungen von Wiederkäuern. Da das Virus bereits in Gnitzen zirkulieren kann, bevor erste klinische Fälle in Rinderbeständen auftreten, bietet die Untersuchung der Vektoren die Möglichkeit, eine beginnende Virusverbreitung frühzeitig zu erkennen. Der Nachweis viraler RNA in Gnitzen kann somit als regionales Frühwarnsignal dienen und dazu beitragen, Tierärztinnen und Tierärzten sowie landwirtschaftlichen Betrieben wertvolle Zeit für präventive Maßnahmen zu verschaffen.

EHD verursacht bei Tieren ähnliche Symptome wie die Blauzungenkrankheit, ist jedoch nur serologisch nachweisbar. Folgende klinische Anzeichen bei Rindern weisen auf EHD hin:

• Fieber
• verminderter Appetit
• Nasenausfluss mit Krusten
• Übermäßiger Speichelfluss
• Erosionen am Zahnfleischrand mit weißlichem Belag
• Lahmheit

Europaweites Monitoring von Juni bis November
Das CEVASCREEN Mückenprojekt startete im Juni und läuft bis Oktober 2026. Während dieses Zeitraums werden im Abstand von jeweils zwei Wochen Gnitzenproben von teilnehmenden Tierärztinnen und Tierärzten, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Ceva gesammelt und anschließend von einem Labor molekularbiologisch auf das EHD-Virus untersucht.

Der Schwerpunkt des Monitorings mit 74 Mückenfallen liegt in den Regionen entlang der französischen Grenze. Darüber hinaus wurden weitere Fallen in anderen Teilen Deutschlands sowie in Belgien, den Niederlanden und Österreich installiert. Insgesamt ermöglichen 134 Mückenfallen ein umfassendes Monitoring in der gesamten BeNeDACH-Region.

Gnitzenfalle im Kuhstall, CEVASCREEN Mückenprojekt ((c) Ceva Tiergesundheit)

Ziel des Projekts ist die frühzeitige Detektion des Virus sowie der Aufbau einer Risikokartierung für Mitteleuropa. Die gewonnenen Daten liefern CEVA, praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten, landwirtschaftlichen Betrieben sowie Tiergesundheitsbehörden eine fundierte und zeitnahe Grundlage zur Bewertung der epidemiologischen Situation. Auf dieser Basis können Impfstrategien gezielt angepasst und optimiert werden, um Rinderbestände noch wirksamer vor einer Erkrankung zu schützen.

Datenschutz und Vertraulichkeit stehen im Mittelpunkt
Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist der vertrauliche Umgang mit den erhobenen Daten. Sämtliche Proben werden ausschließlich mit einem eindeutigen Code versehen und vollständig anonymisiert untersucht. Es werden keine betriebsbezogenen Daten erhoben oder veröffentlicht, sodass weder Rückschlüsse auf einzelne landwirtschaftliche Betriebe noch auf teilnehmende Tierarztpraxen möglich sind.

Mit diesem länderübergreifenden Monitoring trägt das Projekt dazu bei, einen Ausbruch und die Ausbreitung des EHD-Virus frühzeitig zu erkennen und wertvolle Informationen für die Tiergesundheit in der Region BeNeDACH bereitzustellen

Quelle: Ceva Tiergesundheit GmbH