Muttergebundene Kälberaufzucht

0

Kälber von Milchkühen beim Muttertier zu belassen wird oft gefordert, aber eher selten umgesetzt. Das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) bietet für diese Haltungsform ein ausführliches Merkblatt an. Die Forscher schreiben dazu:

„Diese Art der Aufzucht erfordert neben Kenntnissen zum natürlichen Verhalten der Tiere auch eine Einschätzung der wesentlichen und unwesentlichen Aspekte und der Möglichkeiten und Grenzen der Tiere, sich flexibel anzupassen. Die weitgehend artgemäße Beziehung zwischen den Milchkühen und den Kälbern trägt aber häufig zu einer besseren Gesundheit und Leistung der Kühe und Kälber bei.

Das Saugen an Müttern oder Ammen spart zudem Arbeitszeit, weil das Tränken der Kälber entfällt. In der Praxis kommen aufgrund betrieblicher Unterschiede und persönlicher Präferenzen verschiedene Systeme zur Anwendung: sei es, dass die Kälber an Müttern oder an Ammen säugen, dass sich die Kühe und die Kälber nur kurz treffen oder länger zusammen sind, oder dass die Kälber entweder vor oder nach dem Melken saugen.“

Das FiBL-Merkblatt bietet einen Überblick auf die verschiedenen Ansätze zur mutter- und ammengebundenen Kälberaufzucht und beschreibt die Abläufe in den gängigen Systemen.

Eine Gegenüberstellung des natürlichen Verhaltens von Kuh und Kalb und daraus abgeleitete Schlussfolgerungen für die Haltung, reicht von der Zeit vor der Geburt bis zum Absetzen etwa fünf Monate nach der Geburt.

Weiter werden Vorteile, Nachteile und Herausforderungen gegenübergestellt. Hier geht es nicht nur um das Verhalten, sondern auch um Tiergesundheit, Milchleistung, Arbeitsaufwand und vieles mehr.

Verschiedene System der muttergebundenen Kälberaufzucht werden anhand von Praxis-Beispielen ausführlich und anschaulich erläutert. Prinzipiell kann man drei Varianten unterscheiden. A) Langzeitiges, aber restriktives Säugen mit Melken, B) Langzeitiges Säugen mit unbegrenztem Zugang und zusätzlichem Melken sowie C) Langzeitiges Säugen ohne Melken.

Das Praxismerkblatt steht im FiBL-Shop zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Quelle: Forschungsinstitut für biologischen Landbau

Öffentliche Interventionsbestände von Magermilchpulver verhindern Markterholung

0

Zentrales Thema bei einem Treffen von Vertretern der deutschen Milchwirtschaft mit den französischen Verbänden des Milchsektors in Paris war der Umgang mit den großen öffentlichen Lagerbeständen an Magermilchpulver. Diese Bestände belasten den Eiweißmarkt deutlich. Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt daher die Vorschläge der französischen Regierung, den Absatz von Magermilchpulver aus der sogenannten „öffentlichen Intervention“ zu erhöhen. Dennoch soll grundsätzlich weiter an diesem Krisen-Instrument festgehalten werden. „Wir sind uns mit den Franzosen einig, dass wir dieses Sicherheitsnetz weiter brauchen. Dieses Instrument kann aber nur wirken, wenn es gelingt, die Lagerbestände zeitnah abzubauen“, sagt der DBV-Milchbauernpräsident Karsten Schmal.

Von 2015 bis 2017 wurden während der Krise des Milchsektors etwa 380 000 Tonnen Magermilchpulver im Rahmen der „öffentlichen Intervention“ zur Stabilisierung des Milchmarktes angekauft. Diese Menge entspricht etwa einem Viertel der jährlichen Produktion in Europa. Dieser Lagerbestand hat einen Wert von fast 650 Mio. Euro. Die jährlichen Lagerkosten belasten sowohl den Haushalt der EU als auch der Mitgliedstaaten mit mehreren Millionen Euro.

Quelle: Deutscher Bauernverband

Neubaupläne für Schweine und Geflügelhalter sind wieder rückläufig

0

Neubaupläne in Ställen von Schweine- und Geflügelzüchtern gehen zurück. Seit dem Jahr 2014 ist ein Abwärtstrend zu verzeichnen. Auch die Sanierungspläne in den Stallungen sind im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Diese Ergebnisse gingen aus dem Schweine- und GeflügelScanner hervor, den das Agrarmarketing- und Marktforschungsbüro AgriDirect Deutschland GmbH im Jahr 2017 durchgeführt hat. Während dieser telefonischen Befragung wurden Schweine- und Geflügelbetriebe mit mehr als 500 Mastschweinen, 100 Muttersauen, 10.000 Legehennen und/oder 15.000 Masthähnchen kontaktiert und zu ihren Betriebsaktivitäten und Investitionsplänen befragt.

Weniger Neubaupläne
Ab dem Jahr 2014 sank der Gesamtanteil der Neubaupläne von 10,9 % auf 6,5 %. Auffallend sind die unterschiedlichen Prozentsätze für die Kategorie: Betriebe ab 10.000 Legehennen. Ab dem Jahr 2013 schwankt dieser Prozentsatz hin und her, im Jahr 2017 liegt er bei 16,1 %. Der Anteil der Betriebe ab 15.000 Masthänchen, sinkt von 10,9 % im Jahr 2013 auf 8,5 % im Jahr 2017. Betriebe ab 500 Stück Mastschweine haben mit 5,8 % die wenigsten Neubaupläne.

Auch die Renovierungspläne sind rückläufig
Der Gesamtprozentsatz der Renovierungspläne im Stall schwankt seit einigen Jahren. Im Jahr 2013 lag dieser Anteil noch bei 6,4 %. Nach einem Rückgang im Jahr 2014 und einem leichten Anstieg im Jahr 2016 erreichte der Prozentsatz im Jahr 2017 4,2 %.

Betriebe ab 15.000 Masthähnchen haben mit 5,1 % die meisten Renovierungsvorhaben im Jahr 2017. Das waren 9,1 % im Jahr 2013. Mit 2,2 % haben Betriebe ab 10.000 Legehennen die niedrigsten Renovierungspläne im Stall, das war im Jahr 2013 noch mehr als doppelt so hoch, nämlich 5,4 %.

Quelle: AgriDirect Deutschland GmbH

Federpicken vermeidbar durch Futter, Beschäftigung, Licht

Bis auf die Knochen: Federpicken ist ein weit verbreitetes Problem bei Legehennen. In einem Workshop des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz präsentieren Wissenschaftler der Universität Hohenheim Abhilfe durch Futtergestaltung, Beschäftigung und Beleuchtung.

Bis auf die Knochen: Federpicken ist ein weit verbreitetes Problem bei Legehennen und kann unabhängig von der Herdengröße und Haltungsform auftreten. Bis Ende 2016 konnte das blutige und oft auch tödliche Picken durch das Kupieren von Schnäbeln reduziert werden, jetzt hat sich die Geflügelwirtschaft im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung mit dem BMEL selbst dazu verpflichtet, auf diese Maßnahme zu verzichten. Schon seit langer Zeit forschen Wissenschaftler der Universität Hohenheim zu diesem Themenkomplex. In einem vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württemberg initiierten Projekt wurde neben den erblichen Gründen für das Federpicken auch an Methoden zur verbesserten Junghennenaufzucht, zur Futtergestaltung, sowie zur Beschäftigung und Belichtung gesucht, um die Legehennen dauerhaft davon abzuhalten. Vorgestellt wurden die Ergebnisse am 27. Februar auf dem Abschluss-Workshop des Projektes ‚Haltung von Legehennen mit unbehandeltem Schnabel‘ der Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH, einem Tochterunternehmen des Landes Baden-Württemberg, das vom MLR mit dem Management des Beratungsprojektes beauftragt ist. Eine Expertenliste zum Thema Tierwohl finden Sie unter www.uni-hohenheim.de/expertenliste-tierschutz-tierwohl

40 Millionen Legeküken schlüpfen durchschnittlich jedes Jahr. Etwa 10 Prozent von ihnen picken andere Hennen, oftmals bis auf die Knochen oder sogar in den Tod. Auf den ersten Blick eine kleine Zahl, betrifft es aber immer noch 4 Millionen Tiere – jedes Jahr.

Bis 2016 regulierten Betriebe das blutige Picken der Tiere, indem sie die Schnäbel kupierten. Dabei wurden die Schnäbel bereits einen Tag nach dem Schlüpfen mit einem Infrarotverfahren behandelt und so ein Drittel des Schnabelgewebes abgetötet.

„Es war schon immer strittig, ob dieses Verfahren den Tieren Schmerzen verursacht und damit Tierquälerei ist“, sagt Prof. Dr. Michael Grashorn, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Nutztierwissenschaften der Universität Hohenheim und Beiratsmitglied der Projektgruppe zur Haltung von Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln des Ministeriums für ländlichen Raum. „Untersuchungen haben zwar ergeben, dass die Tiere keine akuten Schmerzen empfinden. Auf Betreiben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat sich der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) als Interessenvertretung aller Geflügelhalter aber nun Ende 2016 zum Ausstieg aus dieser zootechnischen Maßnahme entschlossen.“

Wissenschaftler der Universität Hohenheim forschen deshalb an Verfahren gegen das Federpicken – von der Züchtung bestimmter Nicht-Picker-Linien bis zu Verbesserungen in der Haltung. In einem Workshop für Legehennen-Betriebe erklärten die Forscher, die Berater des Projektes und die Praktiker, wie es zu dem Picken kommt zeigten Methoden auf, wie die Tiere auch mit ungekürzten Schnäbeln davon abgehalten werden können.

Abschlussbericht
Der Projektleiter René Roux gab bei der Abschlussveranstaltung einen Überblick über die erfolgten Aktivitäten und die wichtigsten Erkenntnisse. Die von ihm aufgezeigten Handlungsfelder wurden in Spezialreferaten von drei Experten ausführlich beleuchtet.
In einer abschließenden Podiumsdiskussion bestand auf der Basis der Vorträge für die Besucher die Möglichkeit für Nachfragen und zum fachlichen Austausch.

Mehr Futter und mehr Beschäftigung
Bei der Abschlussveranstaltung wurde das Thema Fütterung vom Experten Robert Pottgüter von der Firma Lohmann Tierzucht vorgestellt.
Die erfolgreichste Methode, so ein Resumee von Prof. Dr. Grashorn, sei eine bessere Futtergestaltung und allgemein eine vielseitige Beschäftigung der Tiere. „Hühner sind von Natur aus Futtersucher und damit instinktiv den ganzen Tag mit der Suche nach etwas Essbarem – und damit mit Picken – beschäftigt.“

In Legehennenbetrieben jedoch gibt es feste Fütterungszeiten. „Das ist für die Tiere nicht natürlich. Ihr ganzer Organismus ist auf die dauerhafte Futtersuche eingestellt. Ist das nicht gegeben, picken einige von ihnen los. Bereits hier können die Betriebe ansetzen, indem sie die Tiere ausreichend beschäftigen.“

Diese Beschäftigung ist wichtig – und muss nicht teuer sein, erklärt der Experte. „Beispielsweise mit Picksteinen oder Weizen in der Einstreu lassen sich Hühner leicht und lange beschäftigen. Das lenkt sie davon ab, auf Artgenossen loszugehen und regelrechte Löcher in sie hineinzupicken.“

Aufzuchtbedingungen
In der erwerbsmäßigen Geflügelhaltung übernehmen spezialisierte Betriebe arbeitsteilig spezielle Aufgaben. Von großen, international tätigen Zuchtunternehmen gelangen die Küken zu Aufzuchtbetrieben.

Da hier schon die Weichen für das spätere Verhalten der Legehennen gestellt werden, also bevor diese in den Legehennenbetrieb kommen, hat das Projekt auch dieser Thematik einen eigenen Vortrag gewidmet, gehalten von Herrn Dr. Habe von der niederländischen Firma Verbeek Brüterei und Aufzucht..

Weniger Licht, weniger Picken
Eine weitere Möglichkeit, das Federpicken zu reduzieren, so Prof. Dr. Grashorn, sei die Lichtsteuerung. „Laut Tierschutzverordnung hat in den Betrieben eine Belichtungsstärke von 20 Lux zu herrschen. Das entspricht in etwa der Belichtungsstärke einer Fahrradleuchte und ist damit, zumindest für das menschliche Auge, eigentlich ziemlich dunkel.“

Für ein Hühnerauge sei aber auch das noch zu grell. „Hühner bevorzugen eine Beleuchtungsstärke von 5 Lux, das heißt ein Freilandhuhn empfindet bereits das Sonnenlicht als viel zu grell und unangenehm. Viele vergessen oder wissen nicht, dass Hühner ursprünglich einmal Dschungelbewohner waren und im Dickicht der Bäume nach Körnern gesucht haben. Hühner mögen es dunkler.“
Vor allem im Bereich der Lichtregulierung hätten die Betriebe so eine Möglichkeit, auch dann zu reagieren, wenn alle anderen Maßnahmen scheitern und das Picken weitergeht. „Es geht darum, ein angenehmes Umfeld für die Tiere zu schaffen.“

Bei der Abschlussveranstaltung wurde dieses Thema vom Experten Daniel Kämmerling von der Hochschule Osnabrück beleuchtet.

Auf der Suche nach den Picker-Genen
Auf Dauer suchen die Forscher nach Möglichkeiten, das Picken komplett auszulöschen – beispielsweise durch genetische Veränderungen. „Wir wissen, dass zwar 85 Prozent des Picker-Verhaltens über die Umwelt beeinflusst wird, 15 Prozent aber auch einen genetischen Ursprung hat.“
Leider gebe es nicht ein einzelnes bestimmtes Gen, das das Federpicken auslöst, erklärt Prof. Dr. Grashorn weiter. „Es ist ein Zusammenspiel von mehreren Genen. Diesen genetischen Schalter, der das Picken auslöst, gilt es zu beseitigen. Daran forschen wir.“

Neben gezielter Züchtung, genetischen Veränderungen und den nichtinvasiven Methoden, die von den Betrieben selbst und sofort umgesetzt werden können, untersuchen weitere Wissenschaftler der Universität Hohenheim in einem vom DFG geförderten Projekt aktuell auch, was beispielsweise im Gehirn oder dem Darm eines Federpickers passiert. „Falls es auch hier Unterschiede zu Nicht-Pickern gibt, können wir so Methoden entwickeln, das Picken weiter einzudämmen.“

Hintergrund: Methodik und Versuchsbeschreibung
Für die Gen-Analysen wurde den Tieren Blut und im aktuellen Projekt auch Hirngewebe entnommen. In der aktuellen Generation werden rund 550 Tiere untersucht (2017-2018). Für die Untersuchung der Lichtpräferenz arbeiten die Wissenschaftler mit verschiedenen Lichtquellen, die sich in ihren physikalischen Eigenschaften (z. B. Wellenlänge, Lumen, Frequenz) unterscheiden. Dabei werden die Tiere entweder über eine bestimmte Zeit einer spezifischen Lichtquelle ausgesetzt, oder sie können selber die jeweils angenehmste Lichtquelle wählen. Aus den Verhaltensmustern der Tiere wird dann auf die bevorzugte Lichtquelle geschlossen. Diese Versuche wurden in der Regel mit 50-100 Hennen durchgeführt (2010-2014).

Um zu schauen, ob sich das Federpicken durch eine ausreichende Beschäftigung reduzieren lässt, haben die Wissenschaftler den Tieren verschiedene Beschäftigungsmaterialien (z.B. Luzerneballen, CDs, Picksteine, Weizen in der Einstreu) angeboten. Die Hennen hatten somit immer eine bestimmte Beschäftigungsquelle über einen definierten Zeitraum zur Verfügung, danach wurde gewechselt. Dabei wurde beobachtet, wie gut die Tiere das Beschäftigungsmaterial annehmen. In der Untersuchung waren etwa 180 Legehennen (2016).

Hintergrund: Forschungsprojekte an Hühnern der Universität Hohenheim
Das Projekt „Legehennen mit ungekürztem Schnabel“ der Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH, eines Tochterunternehmens des Landes Baden-Württemberg, startete im August 2016 und endete mit dem Workshop. Das Ziel der Projektgruppe, an der Praktiker, erfahrene Berater, Wissenschaftler und Tierschutzbeauftragte beteiligt sind, ist es, neue Methoden zur verbesserten Haltung von Legehennen für die Praxis zu entwickeln.

Prof. Dr. Michael Grashorn und Prof. Dr. Dr. Werner Bessei vom Fachgebiet Populationsgenomik bei Nutztieren forschen seit Jahren an Licht- und Haltungsverbesserungen und sind Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat der Projektgruppe. Das vom DFG geförderte Projekt zur Hirn- und Darmaktivität bei Federpickern wird von Prof. Dr. Jörn Bennewitz vom Fachgebiet für Tiergenetik und Züchtung betreut.

Laut der jüngsten Versuchstiermeldung von 2016 war das Huhn mit 3.971 Tieren das häufigste Versuchstier an der Universität Hohenheim. Neben den Forschungsprojekten, wie sich Federpicken vermeiden lässt (Tierwohl), erforscht die Universität Hohenheim auch die Zusammensetzung von ideal verwertbarem Futter und die Bewertung neuer Futterquellen als Alternative zu Importgetreide (weniger Ressourcenverbrauch und Umweltschutz) sowie die Grundlagen zur Wechselwirkung zwischen Tier und Mikroflora im Verdauungstrakt.

Quelle: Universität Hohenheim, Institut für Nutztierwissenschaften

Landvolk und Tierärzte kritisieren Novelle zur Hausapotheken- verordnung

Die deutschen Tierhalter haben in der jüngsten Vergangenheit den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung gemeinsam mit den Tierärzten deutlich reduziert, gleichwohl hat der Gesetzgeber hier weitere Einschränkungen vorgegeben. Diese sind in der sogenannten Tierärztlichen Hausapothekenverordnung, kurz TÄHAV, verankert. Deren Novellierung in der nun in Kraft getretenen Form stößt bei Tierhaltern wie Tierärzten auf Protest. Mit Blick auf den von 2011 bis 2015 bereits um mehr als die Hälfte reduzierten Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung sehen die Betroffenen eine in der Form nicht notwendige überbordende Bürokratie und auch finanzielle Belastungen. „Diese enorme Minderung der eingesetzten Antibiotikamenge ist der beste Beweis dafür, dass Tierhalter und Tiermediziner verantwortungsvoll handeln und den Einsatz der Medikamente kritisch überdenken“, sagen dazu Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke und Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Niedersächsischen Tierärztekammer.

Die Kritik entzündet sich an der vom Gesetzgeber vorgegebenen Pflicht, in bestimmten Fällen einen Erregernachweis und einen Resistenztest, ein sogenanntes Antibiogramm, zu erstellen. Tierärzte und Tierhalter anerkennen die Vorteile dieses diagnostischen Vorgehens, das vor dem Hintergrund der Resistenzminimierung ausdrücklich zu befürworten ist. Bakteriologische Laboruntersuchungen sind heutzutage auch ohne formaljuristische Vorschriften ein etabliertes Instrument tierärztlicher Diagnostik. Dagegen dürften die Ergebnisse gesetzlich verordneter Antibiogramme in vielen Fällen keinen Einfluss auf das therapeutische Vorgehen haben, befürchten Tierärzte und Tierhalter. Die Untersuchung sei mit hohen Kosten verbunden, bringe aber vielfach keinen wirklichen Mehrwert. Landvolk und Tierärzte appellieren daher an das LAVES als zuständige Kontrollbehörde in Niedersachsen, diese Umstände unbedingt zu berücksichtigen.

Der Stellenwert eines sorgsamen Umgangs mit Tierarzneimitteln (und insbesondere mit kritischen Antibiotika) ist allen Beteiligten bewusster denn je. Gleichzeitig muss es das Ziel einer Tierärztlichen Hausapothekenverordnung sein, auch das Wohlergehen und die Gesunderhaltung der Tierbestände, Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz zu gewährleisten. „Die Erfüllung der Vorschriften einer TÄHAV darf deshalb keinesfalls dazu führen, dass tierärztliche Behandlungen nicht primär auf fachlich-wissenschaftliche Erkenntnisse begründet werden“ erläutert Dr. Uwe Tiedemann.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

Vetmeduni Wien: Erdwärmetauscher schützt Nutztiere im Stall vor Klimawandel am besten

0

Neben dem Wohlbefinden und der Gesundheit sind auch die tierische Leistungsfähigkeit und damit die Wirtschaftlichkeit betroffen. Da die Tiere zumeist in Stallgebäuden mit Lüftungssystemen gehalten werden, untersuchten Forschende der Vetmeduni Vienna die Zulufttemperatur unterschiedlicher Kühlsysteme. Die beste Lösung ist die die Nutzung des Erdbodens als Wärmespeicher durch einen Erdwärmetauscher. Dieser sorgt für Kühlung im Sommer und eine Erwärmung im Winter.

Die Temperaturerhöhung, die der Klimawandel mit sich bringt, wird zukünftig auch Maßnahmen in der Tierhaltung von Schweinen oder Geflügel erfordern. Ohne geeignete Kühlsysteme wären die Tiere vor allem in der Stallhaltung durch die steigende Hitze zunehmend Stress ausgesetzt. Das hat negative Konsequenzen für das Tierwohl, aber durch geringere Futteraufnahme oder Legeleistung auch wirtschaftliche Folgen.

Eine umfassende Studie der Vetmeduni Vienna, der Universität für Bodenkultur (BOKU) und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigte, dass sich gängige Kühlsysteme, wie Erdwärmetauscher oder direkte und indirekte Verdunstungskühlung, die teilweise seit den Sechzigern etabliert sind, zur Kühlung der Stallgebäude eignen. Abgesehen von den möglichen Anschaffungskosten stellt vor allem ein Erdwärmetauscher das effizienteste System dar. Dabei wird die Außenluft durch etwa 40 Meter lange Rohre gesaugt, die in etwa zwei Meter Tiefe verlegt sind. Die Wirkungsweise ist mit einem Keller zu vergleichen, der zu einer Kühlung im Sommer, und einer Erwärmung im Winter führt.

Erdwärmeaustauscher besser als Verdunstungskühlung
Wie sich Hitzestress durch Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf die Tiere auswirken, kann mit dem sogenannten Temperatur-Humidity-Index ermittelt werden. Diese Parameter sind beim Menschen, aber auch bei vielen Nutztierarten etabliert und sind ein wichtiger Bezugspunkt um zu bewerten, welche Kühlsysteme in Stallungen die Tiere am besten vor Hitzestress schützt.

Insgesamt drei gängige Kühlungssysteme, die auch im Wohnbereich Anwendung finden, wurden in der Studie berücksichtigt. Eines sorgte für Kühlung der Luft durch die Nutzung des Erdbodens als Wärmespeicher, zwei andere Systeme nutzten die direkte oder indirekte Verdunstungskühlung von Wasser. „Bei diesen beiden Systemen kommt ein ähnliches Phänomen zum Tragen wie beim Schwitzen. Bei der indirekten Methode wird jedoch zusätzlich ein Wärmetauscher verwendet, um die Befeuchtung der Luft zu vermeiden“, so Studienleiter Günther Schauberger.

„Wir konnten bei unseren Berechnungen feststellen, dass ein Erdwärmetauscher das effizienteste System für die Tierhaltung darstellt. Mit dieser Methode kann im Sommer für entsprechende Kühlung gesorgt werden. Weiters kann durch die Erwärmung der Zuluft im Winter die Luftrate und damit die Luftqualität im Stall wesentlich verbessert werden.“, erklärt Schauberger. „ Hitzestress kann damit für die Tiere komplett vermieden werden.“

Bei der direkten Verdunstungskühlung gibt es dagegen den Nachteil, dass die Kühlung der Zuluft auch einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit zur Folge hat. Bei der indirekten Methode tritt diese Nachteil zwar nicht auf, aber die Kühlung ist weniger effizient. „Letztendlich muss man aber auch die Anlagekosten einer solchen Investition berücksichtigen, was wir bei dieser Analyse nicht mit einbezogen haben“, so Schauberger. Die Studie wurde im Rahmen des Austrian Climate Reseach Programs durchgeführt.

Quelle: Vetmeduni Vienna

One Health: Gemeinsam für Gesundheit forschen

0

BfR, FLI und RKI unterstützen Europäisches Programm zur Reduzierung von Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier

Das Schicksal von Mensch und Tier ist vielfältig miteinander verknüpft – auch durch Krankheitserreger. Rund 60 % aller Krankheitserreger können Menschen wie Tiere gleichermaßen infizieren. Um der Herausforderung zu begegnen, wird weltweit eine enge Zusammenarbeit von Ärzten, Tierärzten und anderen Gesundheitsexperten in „One Health“-Initiativen („Eine Gesundheit“) angestrebt. Anfang des Jahres startete nun ein europäisches One-Health-Programm, an dem mehr als 40 Partner aus 19 europäischen Ländern beteiligt sind. „Antibiotikaresistenzen oder Bedrohungen durch neuartige Erreger sind brisante Beispiele dafür, wie sehr Gesundheit und Krankheit von Mensch, Tier und Umwelt zusammenhängen“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Ein gemeinsames europäisches Forschungsprogramm unter dem Dach von One Health kann helfen, mikrobiellen Risiken wirksam zu begegnen.“ Deutsche Partner des „European Joint Programme“ zu One Health sind das BfR, das Friedrich-Loeffler-Institut und das Robert-Koch-Institut.

Ziel des „European Joint Programme“ (EJP) ist der Aufbau einer europäischen Plattform für One Health, die die Bedürfnisse von europäischen und nationalen politischen Entscheidungsträgern und Interessengruppen (Stakeholdern) erfüllt. Hierfür werden europäische Einrichtungen aus Medizin, Veterinärmedizin und gesundheitlichem Verbraucherschutz im Lebensmittelsektor ihre Zusammenarbeit ausbauen, um Fortschritte beim Eindämmen von lebensmittelbedingten Zoonosen (Infektionen, die zwischen Mensch und Tier übertragen werden), Antibiotikaresistenzen und neuartigen Infektionsgefahren (Emerging Threats) zu erzielen.

Das One-Health-Konzept berücksichtigt die enge Verknüpfung der Gesundheit des Menschen mit der Gesundheit von Tieren und der Umwelt. So wird der Zusammenhang zwischen der Sicherheit von Futtermitteln und Lebensmitteln mit der Gesundheit von Tieren und Menschen sowie der Umweltbelastung betrachtet. Die Untersuchung von Infektionserregern, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können, stellt einen Schwerpunkt dieses EJP dar, einem neuen Förderprogramm innerhalb des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ der Europäischen Kommission. Geleitet wird das One Health EJP (Grant Agreement 773830) von der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES).

Die Kooperation zwischen den 40 Partnern soll durch das Programm gestärkt werden. Die Partner haben jeweils auch Referenzaufgaben, geben also den Maßstab für Untersuchungen vor. Sie bilden bereits ein organisiertes Netzwerk und repräsentieren eine Forschergemeinschaft in den Themenbereichen lebensmittelbedingte Zoonosen, Antibiotikaresistenzen und Emerging Threats. Über insgesamt fünf Jahre werden 90 Millionen € für die Aktivitäten in diesem Netzwerk ausgegeben. 50 % der Kosten werden von der Europäischen Kommission bereitgestellt, die andere Hälfte tragen die jeweiligen Mitgliedsländer.

Das One Health EJP wird wissenschaftliche Daten, Methoden und Softwareprogramme erzeugen, die von den nationalen und europäischen Einrichtungen zur Bewertung gesundheitlicher Risiken und möglicher vorbeugender Maßnahmen genutzt werden können. Gleichzeitig wird der Austausch mit anderen großen von der Europäischen Kommission geförderten Projekten sichergestellt. Eine der Aufgaben wird der effiziente und regelmäßige Wissenstransfer zwischen der Forschungsgemeinschaft und nationalen Behörden sowie internationalen und europäischen Stakeholdern sein.

Teilprojekte des BfR
Ein weiteres Ziel des One Health EJP ist der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den Instituten durch fächerübergreifende Kooperation. Dies soll durch gemeinsame Forschungsvorhaben und integrative Projekte sowie Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen verwirklicht werden. Das BfR ist an fünf Forschungsprojekten und zwei integrativen Projekten beteiligt und leitet das Arbeitspaket „Science to Policy Translation“. In diesem sollen Maßnahmen zum bestmöglichen Transfer der Ergebnisse aus den Forschungsvorhaben und integrativen Projekten zu den Stakeholdern entwickelt werden, die im Bereich der lebensmittelbedingten Zoonosen, Antibiotikaresistenz und Emerging Threats tätig sind.

Das BfR koordiniert zudem das integrative Projekt “ORION” (One health surRveillance Initiative on harmOnization of data collection and interpretation). Im Mittelpunkt steht der Austausch von Daten und Informationen, die bei der Überwachung, Sammlung und Interpretation von Daten zu Gesundheit und Wohlbefinden entstehen. Durch die Kooperation von 13 Instituten aus den Bereichen Öffentliche Gesundheit und Veterinärmedizin aus sieben Ländern wird außerdem die Zusammenarbeit der Einrichtungen weiter verbessert.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Wildschweinjagd: DJV stellt 6-Punkte-Katalog für Vereinfachungen vor

0

Anlässlich der gestrigen „Nationalen ASP-Präventionskonferenz“ im Bundesland- wirtschaftsministerium stellte der DJV seine Forderungen für eine Vereinfachung der Wildschweinjagd vor.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte Vertreter aus Forschung, Ministerien und Jagd nach Berlin geladen zur „Nationalen ASP-Präventionskonferenz“. Der Deutsche Jagdverband (DJV) wies vor diesem Hintergrund darauf hin, dass eine Einschleppung des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch verstärkte Jagd allein nicht verhindert werden kann. Vielmehr müssten insbesondere Fernfahrer aus europäischen Risikogebieten stärker kontrolliert werden, ebenso wie Raststätten entlang von Transitstrecken: Laut Experten haben achtlos weggeworfene Reste von verseuchter Rohwurst maßgeblich zur bisherigen Verbreitung der ASP beigetragen, Sprünge von mehreren 100 Kilometern in kürzester Zeit sind dokumentiert. Im Sinne der Prävention hält der DJV eine weitere Reduzierung der Wildschweinbestände für notwendig: Sollte das ASP-Virus den Sprung nach Deutschland schaffen, wäre dann zumindest die natürliche Ausbreitung reduziert. Diese beträgt etwa 20 Kilometer pro Jahr.

Eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine kann nach Ansicht des DJV nur erfolgreich sein, wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten. Der Verband veröffentlichte dazu einen 6-Punkte-Katalog mit Forderungen, der die Jagd erfolgreicher machen soll.

1. Anlegen von Bejagungsschneisen in allen Feldkulturen, besonders Raps, Mais, Weizen
Ohne Schneisen können 6,8 Millionen Hektar Feldfläche (ein Viertel Deutschlands) von Mai bis Oktober kaum bejagt werden, weil die Vegetation zu hoch ist. Dort wandern Wildschweine im Sommerhalbjahr ein.

2. Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten
Feuchte Lebensräume mit Deckung wie Schilfgürtel oder Bruchwälder sind beliebte Rückzugsgebiete für Wildschweine.

3. Ganzjährige Bejagung von Wildschweinen in Staats- und Bundesforsten sowie großen Privatforsten

4. mehr Revier übergreifende Wald-Bewegungsjagden im Winterhalbjahr
Wildschweine haben vergleichsweise große Reviere, eine großflächige Bejagung ist deshalb sinnvoll. Behörden müssen die notwendige Verkehrssicherungspflicht unbürokratisch und kostenfrei unterstützen, am besten mit Personal. Ferner sollten Revierinhaber zur Duldung unbeabsichtigten Überjagens von Hunden verpflichtet sein.

5. Vergünstigungen für Ausbildung und Einsatz von Jagdhunden für die Wildschweinjagd
Für die effektive Wildschweinjagd in Dickungen und Wald sind gut ausgebildete Stöberhunde unerlässlich. Tierschutzgerechte Ausbildung und Schutzausrüstung der Jagdhunde sind teuer, der Jagdeinsatz aufwendig. Eine finanzielle Unterstützung durch die Behörden ist erforderlich. Denkbar wäre auch eine Befreiung von der Hundesteuer.

6. Zulassung von der „kleinen Kugel“ für gestreifte Frischlinge
Für gestreifte Frischlinge müssen bundesweit Patronen zugelassen werden, die eine Mindestenergie von 1.000 Joule auf 100 Meter Entfernung haben – auch in Kalibern unter 6,5 Millimeter Durchmesser. Bisher sind 2.000 Joule und ein Mindestkaliber von 6,5 Millimeter vorgeschrieben. Geschosse mit dieser Energie können allerdings bei kleinen Frischlingen für so starke Verletzungen sorgen, dass das Wildbret nicht mehr verwertbar ist.

Die bundesweite Aufhebung von Schonzeiten für Wildschweine begrüßt der DJV. Der Dachverband der Jäger weist darauf hin, dass dies nicht die Aufhebung des Elterntierschutzes bedeutet: Bachen, die gestreifte Frischlinge säugen, dürfen auch weiterhin nicht erlegt werden. Im vergangenen Jagdjahr haben Deutschlands Jäger knapp 600.000 Wildschweine erlegt – das vierthöchste Jagdergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Nach Auffassung des DJV ist die Jagd alternativlos, um Wildschweinbestände zu reduzieren. Die „Pille für das Wildschwein“ (Immunokastration) lehnt der DJV als Unsinn ab.

Nur wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten, kann eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine erfolgreich sein.

Quelle: DJV

Erste FOKUS RIND-Veranstaltung von Bröring voller Erfolg/ Ministerin verspricht gute Rahmenbedingungen

0

Erstmalig veranstaltete das inhabergeführte Familienunternehmen H. Bröring GmbH & Co. KG aus Dinklage, Niedersachsen, die Fachveranstaltung FOKUS RIND. Der Weltmarkt für Milch, GVO-freie Produkte, Planungssicherheit für niedersächsische Milcherzeuger sowie die neue Düngeverordnung waren die Topthemen, die über 300 Landwirte nach Spohle reisen ließen.

Die neue niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast versprach den anwesenden Landwirten, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, so dass sie auf ihren Betrieben gut wirtschaften könnten. Einige Punkte in der neuen Dünge-VO will sie überarbeitet sehen, außerdem den Landwirten mehr Zeit zur Umsetzung geben.

Der landwirtschaftliche Berater Johannes Thomsen aus Schleswig-Holstein empfahl, um die Vorgaben der neuen Dünge-VO einzuhalten müsse jetzt viel mehr analysiert und berechnet werden, sowohl in der Rationszusammenstellung als auch bei Boden- und Gülleanalysen. Lösungen der Firma Bröring über das BOVA-Rinderfutterprogramm speziell für die GVO-freie Fütterung hob er lobend hervor.

Bröring produziert an mittlerweile neun Standorten im nördlichen Deutschland Futtermittel für Nutztiere. Das Familienunternehmen arbeitet eng mit Zuchtunternehmen und Vermarktern zusammen, um immer das passende zukunftsorientierte Futter für die richtige Genetik oder veränderte Marktanforderungen wie z.B. GVO-freie Milch entwickeln zu können.

Dr. Klaus Hein, Direktor Landwirtschaft bei der DMK Deutsches Milchkontor GmbH in Bremen, sieht für 2018 die Butterpreise wieder ansteigen, ebenso die Käsepreise. Die EU-Exporte sieht Dr. Hein positiv und auch der Trend zu GVO-Produkten, also Produkten aus Milch, die ohne gentechnisch verändertes Futter produziert wurde, hält weiter an. Das neue IG-Milchbarometer der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) will für mehr Transparenz auf dem Milchmarkt sorgen.

Quelle: H. Bröring GmbH & Co. KG

Deutlich mehr Schweine in Brandenburg geschlachtet

0

2017 wurden in Brandenburg 1,28 Millionen Schweine gewerblich geschlachtet. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, waren das 108 000 Schweine oder 9,2 Prozent mehr als 2016. Bei Rindern und Schafen war dagegen ein Rückgang der gewerblichen Schlachtungen festzustellen. Die Zahl der gewerblichen Rinderschlachtungen sank gegenüber dem Vorjahr um 8,0 Prozent auf 33700 Tiere. Die Schlachtzahlen bei den Schafen gingen um 6,9 Prozent auf 65 500 Tiere zurück.

Der Entwicklung der Schlachtzahlen folgend veränderten sich auch die Schlachtmengen. Bei den Schweinen nahm sie um 9,7 Prozent auf 120 000 Tonnen zu, während sie bei den Rindern um 7,2 Prozent auf 9 500 Tonnen sank. Bei den Schafen verringerte sich die Schlachtmenge um 6,0 Prozent auf unter 1 300 Tonnen. Der Anteil des Rindfleisches an der gewerblichen Fleischproduktion (ohne Geflügelfleisch) sank 2017 auf 7,3 Prozent. Der Schweinefleischanteil stieg auf 91,7 Prozent und der des Schaffleisches ging auf 1,0 Prozent zurück.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Weniger Federpicken! Workshop mit Praxistipps zur Haltung von Legehennen

0

Viele Millionen Legehennen zeigen jedes Jahr Federpicken. Dabei rupfen sie nicht nur die Federn der anderen Hennen hinaus, in einigen schwereren Fällen picken sie ihre Artgenossen sogar bis in den Tod.

Durch das Kupieren der Schnäbel am Schlupftag konnten Betriebe bis Ende 2016 das Verletzungsrisiko zumindest eindämmen. Auf Betreiben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat sich der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) als Interessenvertretung aller Geflügelhalter zum Ausstieg aus dieser zootechnischen Maßnahme entschlossen.

Nachdem die Haltung von Legehennen mit unbehandeltem Schnabel besondere Managementbedingungen erforderlich machen, haben sich Wissenschaftler der Universität Hohenheim im Projektbeirat des Projekts zur Haltung unkupierter Legehennen des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit Maßnahmen beschäftigt, um das Federpicken zukünftig zu verhindern.

Bessere Umwelt, weniger Federpicken

„85 Prozent des Federpickens bei Legehennen wird durch die Umwelt beeinflusst“, erklärt Prof. Dr. Michael Grashorn, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Nutztierwissenschaften der Universität Hohenheim und Beiratsmitglied der Projektgruppe zur Haltung von Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

„Das bedeutet, dass die Betriebe selbst dafür sorgen können, das Federpicken zwar nicht ganz sicher zu vermeiden, aber zumindest die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten wesentlich zu reduzieren. Verletzungen und der damit verbundene Stress für die Tiere können somit minimiert werden: mit einer optimierten Junghennenaufzucht, einer besseren Futtergestaltung, mehr Beschäftigung und einer anderen Lichtgestaltung.“

In ihrem Workshop zeigen die Experten die besonders kritischen Punkte in der Junghennenaufzucht und in der Haltung der Legehennen auf und erklären den Betriebsleitern, wie sie diese effektiv „entschärfen“ können. Der Workshop bildet den Abschluss des Projektes „Haltung unkupierter Legehennen in Baden-Württemberg“ der Landsiedlung BW GmbH, eines Unternehmens des Landes Baden-Württemberg.

Workshop zur Haltung von Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln
Termin 27. 2., 8:00-16:00 Uhr
Ort: Universität Hohenheim, Euroforum, Kirchnerstr. 3, 70599 Stuttgart

Zur Anmeldung: christian.weik@landsiedlung.de

Expertenliste Tierwohl

DBV: Schweinepestverordnung im Grundsatz gut

0

Die heute im Bundeskabinett vorgelegte Verordnung zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) begrüßt der Deutsche Bauernverband (DBV) im Grundsatz. „Es ist wichtig, dass es jetzt eine Rechtsgrundlage und verbindliche Spielregeln für den Fall des Ausbruchs gibt“, sagt der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, Bernhard Krüsken. Positiv sei auch, dass die Schonzeitregelung für Schwarzwild angepasst wurde. Bei einigen Punkten sieht der DBV aber noch erhebliche Herausforderungen und praktische Probleme. Dazu zählt unter anderem die vorgesehene Regelung für Heu und Stroh aus den Restriktionsgebieten, bei der die rückwirkende Anwendung kaum praktisch umzusetzen ist. „Diese Verordnung verdeutlicht die enorme Größenordnung der Probleme, die im Fall eines Ausbruchs vor Ort pragmatisch gelöst werden müssen“, so der DBV-Generalsekretär. Eine massive Verstärkung von Vorsorge- und Präventionsmaßnahmen bleibe daher das Gebot der Stunde.

Quelle: Deutscher Bauernverband

Der digitale Betrieb ist auf dem Vormarsch

0

„Viele Innovationen im technischen Bereich benutzen digitale Techniken, um bestehende Verfahren zu verbessern, kontrollierbarer, präziser, schneller und sicherer zu machen. Dazu gehören Entwicklungen aus dem Bereich Internet of Things, vernetzte Sensoren, Bedien- und Kontrollmöglichkeiten aus der Ferne über PC und Smartphone oder auch die Kommunikation von verschiedenen Maschinen untereinander. Dazu gehören aber auch viele digitale Weiterentwicklungen des Precision Farming, bis hin zu Verfahren, die den Prozessen im Ackerbau eine neue Dimension der Planbarkeit geben – Fahrspurplanung auf dem Acker oder die positionsgenaue Aussaat von Reihenkulturen zur späteren genauen mechanischen Pflege seinen hier genannt. All dies ist technischer Fortschritt, wie wir ihn kennen und auch beurteilen können, und dies sollten wir auch genau tun“, sagte DLG-Präsident Hubertus Paetow am 21. Februar 2018 zur Eröffnung des Zukunftsplenums „Der digitale Betrieb – Chancen richtig nutzen“ auf der DLG-Wintertagung in Münster/Westfalen.

Vor den mehr als 1.000 Teilnehmern ging er auf die digitalen Umwälzungen im Bereich der Geschäftsmodelle und -abläufe ein. In Bereichen des täglichen Bedarfs, wie zum Beispiel beim Online-Handel, hätten die digitalen Umwälzungen größte Auswirkungen auf die Struktur ganzer Branchen. Neue Wege der Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern und die Möglichkeit, viele Teilschritte des Geschäftsprozesses automatisch ablaufen zu lassen, hätten hier zu großen Verschiebungen geführt. Ob diese Entwicklungen auch in der Landwirtschaft Einzug halten werden, hängt nach Meinung des DLG-Präsidenten davon ab, inwieweit die Integration auch die landwirtschaftliche Rohstoffproduktion und den Handel mit einbezieht. „Solange ein Betrieb Milch, Fleisch oder Getreide in einer definierten Standardqualität produziert, wird die Vermarktung kaum von digitalen Geschäftsmodellen profitieren“, betonte Paetow. Lediglich in der Logistik, also im Management der Lieferkette, könnten hier Potenziale liegen.

„Die digitale Revolution wird unsere Rolle als Menschen auf dieser Erde grundlegend verändern. Daten sind heute der Treibstoff der Zukunft.“ Dies erklärte Prof. Dr. Ewald Wessling von der Hochschule Hannover. Computerprogramme würden inzwischen als selbstlernende Systeme programmiert, die sich unabhängig von menschlichen Einflüssen weiter entwickeln und Ergebnisse liefern können, deren Begründung anschließend von Menschen nicht mehr nachvollziehbar ist. Hier beginne Artifizielle oder Künstliche Intelligenz, die möglicherweise irgendwann menschlicher Intelligenz überlegen sein kann. „Daten sind das neue Öl, und je mehr Daten sich erschließen lassen, umso bessere Ergebnisse liefern die Computeralgorithmen.“ Wie Wessling betonte, lassen sich Daten über das Internet weltweit beliebig kombinieren, und daraus entstehen neue Geschäftsmodelle, „die die Märkte gravierend verändern mit dem Ergebnis, dass die Wertschöpfung zum Kunden geht“. Insbesondere würden Online-Plattformen die Disruption vorantreiben.

Datenbasierte Geschäftsmodelle würden zukünftig in der Landwirtschaft nicht nur auf Einzelanwendungen fokussieren, sondern auf Komplett-Services. „Die zukünftigen Geschäftsmodelle werden helfen, Ressourcen effizienter einzusetzen, umweltschonender zu produzieren, die Qualität der Produkte zu verbessern und die Kosten zu senken“, so der Wissenschaftler. Bei allen Digitalisierungsprozessen komme der Datenhoheit wesentliche Bedeutung zu. „Sie als Landwirte müssen die Datenhoheit behalten“, betonte Wessling. Die Landwirte hätten weit mehr Erfahrungen mit dem technischen Wandel als andere Branchen, „daher habe ich keine Angst um sie“.

„Durch die Digitalisierung können wir eine effizientere, Ressourcen schonendere Landbewirtschaftung betreiben“, erklärte der Marktfruchterzeuger Carl Christian Koehler aus Siestedt (Sachsen-Anhalt). Vorteile sieht er insbesondere im effektiveren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Düngern und Saatgut. Hinzu komme eine Arbeitserleichterung durch die automatische Dokumentation. Auch Kosteneinsparungen hält er für möglich. Risiken bestünden vor allem in der Datensicherheit, unter anderem durch Cyberkriminalität. „Die Datenhoheit gegenüber unseren Maschinenherstellern sehe ich als nicht so großes Problem, das ist für mich mehr ein Miteinander“, betonte Koehler. „Auch nutze ich zur Navigation Google. Da werde ich zwar voll überwacht, aber es funktioniert, und das ist mir wichtiger. Ich komme letztendlich schneller ans Ziel.“

Koehler erwartet, dass die Robotik sich weiterentwickeln wird, insbesondere in der mechanischen Unkrautbekämpfung sieht er Potenzial. Auch Sensoren, Satelliten und Drohnendaten werden besser. „Ich denke, wir sind hier aber schon recht weit! Es hängt eben an der einfachen Umsetzung auf dem Betrieb, und das muss sich verbessern! An diesem Punkt wäre auch mein Wusch, dass es bestimmte Grunddaten für die Betriebe kostenlos gibt. Das wäre eine gute Möglichkeit, anfängliche Barrieren zu überwinden.“

„Unsere Kühe sind schon längst in der Cloud“, sagte Detlef May von der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung in Groß Kreutz (Brandenburg). Der Milchviehhalter nutzt Herdenmanagementsoftware bereits seit 25 Jahren. Alle wichtigen Produktionsparameter des Bestandes sind heute von überall auf der Welt abrufbar und minutenaktuell. Die Digitalisierung habe zusätzliche Informationen über das Einzeltier für Entscheidungen und Managementmaßnahmen gebracht. Zudem habe sich die Tierkontrolle verändert, auffällige Tiere würden besonders intensiv beobachtet, und die Tierhistorie führe zu anderen Entscheidungsgrundlagen, insbesondere bei Handling und Prophylaxe.

Für die Zukunft wünscht sich der Milchviehhalter funktionsfähige Schnittstellen zwischen den Systemen ohne notwendige Umstellung auf einen Vollanbieter sowie eine Vorfilterung der Datenmengen auf entscheidende Managementinformationen. Auch sieht er noch weiteren Bedarf bei der Digitalisierung in Richtung Arbeitsentlastung: „Die Digitalisierung kostet noch zu viel Zeit.“ Allerdings gebe es auch noch einige Fragen, die durchaus kritisch gesehen werden müssen. Datensicherheit stehe hier oben an, genauso wie das Heben ökonomischer Vorteile.

Wie sich die Digitalisierung als Schlüssel der überbetrieblichen Prozessentwicklung nutzen lässt, dies zeigte Steffen Schirmacher-Rohleder am Beispiel seines Dienstleistungsunternehmens ODAS GmbH auf. Das in Dorsten beheimatete Unternehmen beschäftigt sich seit der Gründung im Jahre 2004 in einem Kernbereich mit der Vermittlung und dem Handel von organischen Düngern. Gegenwärtig betrage die gehandelte und transportierte Tonnage ca. 500.000 t pro Jahr. Mit einer im Unternehmen entwickelten Online-Plattform „DELOS“ werden ODAS-Kunden in die Lage versetzt, gezielt auf einer Fläche eine organische Düngung bestellen zu können und zwar zum gewünschten Termin, mit der richtigen Ausbringtechnik und der gewünschten Ware. „Dies führte dazu, dass wesentliche Prozesse im Unternehmen ab sofort digitalisiert waren“, sagte Schirmacher-Rohleder. Ziel sei es immer gewesen, mit möglichst wenig Kommunikation die erhaltenen Aufträge bis zur Durchführung komplett zu digitalisieren.

Mittlerweile habe das Unternehmen viele weitere Schritte digitalisiert: Diese erstreckten sich über das Erstellen von Lieferscheinen für Nähstoffverwertung, den Transfer der Nährstofflieferscheine nach Wirtschaftsdüngernachweisverordnung aus DELOS direkt zu den zuständigen Landwirtschaftskammern bis hin zur kompletten Digitalisierung der Tagesberichte der Fahrer, der Zeiterfassung der Mitarbeiter, der GPS-Ortung der Fahrzeuge sowie der Bereitstellung der DELOS APP.

Quelle: DLG

Mehr Bioschweine in deutschen Ställen

0

In deutschen Mastschweineställen werden immer häufiger Biokriterien beachtet, die Landwirte reagieren damit auf eine gestiegene Nachfrage. Am gesamten bundesdeutschen Schweinebestand nimmt sich das Biosegment mit 0,7 Prozent allerdings weiterhin relativ bescheiden aus. Nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes standen 2016 in deutschen Schweinemastställen 118.000 Bioschweine, den gesamten Schweinebestand beziffert die Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn auf knapp 17,5 Mio. Tiere. In Niedersachsen gab es zum Stichtag 1.3.2016 insgesamt 30.100 Mastschweine und Ferkel auf Ökobetrieben, das entsprach 0,4 Prozent aller Schweine. Am stärksten vertreten waren sie nach Mitteilung des Kompetenzzentrums Ökolandbau in der Grafschaft Bentheim und im Emsland. 2006 wurden bundesweit erst 80.000 Bioschweine gezählt, 2007 waren es bereits 102.000. Seitdem pendelt der Bestand in größeren Schwankungen um die Marke von 100.000 Tieren, er zeigt jetzt weiter nach oben. Damit zählt Deutschland EU-weit gleichwohl zum absoluten Marktführer, jedes vierte EU-weit gemästete Bioschwein steht in Deutschland. In Dänemark und Frankreich wird der Bestand auf 66.000 beziehungsweise 63.000 Tiere beziffert, Italien und die Niederlande folgen mit 37.000 beziehungsweise 36.000 Tieren. Diese fünf Länder stellen bereits drei Viertel des gesamten EU-Bestandes bei Bioschweinen. Höheren Preisen für die Erzeuger stehen allerdings auch höhere Aufwendungen, unter anderem bei Ferkelzukauf oder dem Futter, gegenüber. Deutlich teurer waren im Gegenzug für Verbraucher im Zeitraum 2016/17 (Juli bis Juni) in erster Linie die edleren Teilstücke wie Filet, Schnitzel und Braten, während Gulasch oder Kassler mit einem geringeren Preisabstand zu konventionell erzeugter Ware verkauft wurden. Lediglich gemischtes Hackfleisch wurde in Bioqualität ebenfalls deutlich teurer verkauft als konventionelles Hackfleisch.

Der Umstieg auf die Biohaltung gestaltet sich für Tierhalter nicht immer einfach. So gibt es bei Planungen für Stallbauten immer wieder Konflikte mit Anforderungen nach dem Immissionsschutz. Dies trifft für alle neuen Ställe zu, in besonderem Maße aber für frei gelüftete Ställe. Hier sind nach Einschätzung des Landvolkes Niedersachsen dringend Zielkonflikte zwischen den Ansprüchen des Tierschutzes und den Anforderungen des Immissionsschutzes aufzuheben.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

Leichter Anstieg der Schafszahlen in Bayern

Nach den endgültigen Ergebnissen der vom Bayerischen Landesamt für Statistik durchgeführten Schafbestandserhebung zum 3. November 2017 stieg die Anzahl der Schafhaltungsbetriebe auf 2 200 an. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 4,0 Prozent. Der Schafbestand steigt dabei um 0,7 Prozent auf 268 400 Tiere im Vergleich zum Vorjahreswert.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wurden nach den endgültigen Ergebnissen der Schafbestandserhebung zum Stichtag 3. November 2017 rund 2 200 schafhaltende Betriebe und 268 400 Schafe gezählt. Die Anzahl der Schafhalter stieg dabei um 4,0 Prozent an. Auch der Schafbestand erhöhte sich um 1 800 Schafe, was 0,7 Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Schnitt werden in Bayern 124 Schafe pro Betrieb gehalten. In Betrieben die 500 und mehr Schafe halten, werden 122 400 Tiere gezählt, dies entspricht 45,6 Prozent des gesamten Schafbestandes.

Bei den weiblichen Schafen zur Zucht ist eine Zunahme um 1,8 Prozent zu verzeichnen. Dies entspricht einem Zuwachs von 3 400 auf 187 800 Tiere. Innerhalb dieser Kategorie stieg sowohl der Bestand an Milchschafen (+700 Tiere) als auch der Be-stand an anderen Mutterschafen (+2 700) an. Im Vergleich zum Vorjahr wurden bei den Schafen unter einem Jahr 1,2 Prozent weniger Tiere (74 000 Tiere) gezählt.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration

0

Zu dem hochaktuellen Thema liefern Wissenschaftler im Heft 74 der DGfZ-Schriftenreihe Hintergrundinformationen, Einschätzungen und Ausblicke

Ab dem 1. Januar 2019 dürfen Ferkel in Deutschland nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden. Von dem Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration ist die gesamte Wirtschaftskette betroffen. Ein deutlicher Strukturwandel, insbesondere in der deutschen Ferkelerzeugung, aber auch in der Mast und bei der Schlachtwirtschaft, ist zu erwarten. Insgesamt sind rund 24,2 Mio. männliche Ferkel vom Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration betroffen. In den EU-Ländern ist der Verzicht der betäubungslosen Ferkelkastration bisher uneinheitlich geregelt. Daraus resultieren unterschiedliche Handhabungen und Produktqualitäten, Wettbewerbsverzerrungen werden befürchtet.

In der Schriftenreihe widmen sich die Autoren umfänglich den Vor- und Nachteilen verschiedener Methoden unter dem Aspekt des Tierschutzes und bewerten dabei insbesondere die Anwendung der Ferkelkastration unter Lokalanästhesie. Darüber hinaus findet der Leser eine ausführliche Beschreibung der physiologischen Aspekte der Androstenon- und Skatolbildung beim Eber.

Die DGfZ ergänzt mit diesem Band der Schriftenreihe ihr umfangreiches Informationsmaterial zum Thema Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration und hofft, dass die vorliegenden Artikel Wissenslücken schließen und konstruktiv zur aktuellen Diskussion beitragen können.

112 Seiten, Preis 10 € incl. MwSt. zzgl. Porto und Verpackung (1,00 € für Nicht-Mitglieder) – Bestellung

DLG-Beratertraining Milchviehhaltung

0

In Seminaren der DLG-Akademie vermitteln renommierte Fachleute Mitarbeitern von Unternehmen und Organisationen des Agribusiness Spezialwissen rund um die Milchviehhaltung und das moderne Herdenmanagement – Seminarstart am 16. April 2018 in Köllitsch (Sachsen)

Ein ziel- und zukunftsorientiertes Herdenmanagement zählt zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren auf einem Milchviehbetrieb. Fachberater, Vertriebsmitarbeiter oder Tierärzte unterstützen den Milcherzeuger bei der Organisation seiner Herde, werten Daten aus und geben konkrete Handlungsempfehlungen. Entscheidend für den Beratungserfolg sind ein fundiertes Kuh- und Fachverständnis, ein geschultes Auge fürs Tier und dadurch ein schnelles Aufdecken von Schwachstellen. Hier setzt das Spezialseminar „DLG-Herdenmanager Milchvieh. Beratertraining“ der DLG-Akademie für Mitarbeiter von Unternehmen und Organisationen des Agribusiness an. Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, ihr Wissen zu aktuellen Fragestellungen im Herdenmanagement auszubauen und ihren Blick für das betriebliche Management und das Tier zu schärfen.

In drei einschlägigen Modulen mit je zwei Themenschwerpunkten vermitteln renommierte Fachleute aus Beratung und Praxis aktuelles Spezialwissen und Fertigkeiten, um Kunden praxisnah und zukunftsorientiert beraten zu können. Jedes Modul zeichnet sich durch einen interaktiven Theorie- und Diskussionsteil aus, der durch praktische Übungen im Stall und am Tier ergänzt wird. Die Module sind einzeln oder im Gesamtpaket buchbar.

Folgender Zeitplan ist für die Spezialseminare vorgesehen:

Modul I: Kälber- und Jungrinderaufzucht/Fruchtbarkeitsmanagement
16. bis 18. April 2018, 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr, Lehr- und Versuchsgut Köllitsch, 04886 Köllitsch (Sachsen)

Modul II: Haltung und Management/Fütterungsmanagement
15. bis 17. Mai 2018, 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr, Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse, 59505 Bad Sassendorf (Nordrhein-Westfalen)

Modul III: Eutergesundheit/Arbeitsorganisation
12. bis 14. Juni 2018, 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr, Landwirtschaftliches Bildungszentrum Echem, 21379 Echem (Niedersachsen)

Weitere Informationen und Online-Anmeldung zum DLG-Herdenmanager Milchvieh sind auf der Website der DLG-Akademie zu finden.

Quelle: DLG

Bayern: Mehr als die Hälfte der Schweine in Betrieben mit Beständen über 1 000 Schweinen

0

Nach den endgültigen repräsentativen Ergebnissen der vom Landesamt für Statistik durchgeführten Erhebung über die Schweinebestände gab es in Bayern zum Stichtag 3. November 2017 rund 5 100 Schweine haltende Betriebe, die über mindestens 50 Schweine oder 10 Zuchtsauen verfügten. Insgesamt wurden in Bayern in diesen Betrieben 3 308 200 Schweine gehalten.

Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 1,2 Prozent (-41 500 Tiere) im Vergleich zum Vorjahr. 55,9 Prozent der Tiere (1 849 400 Schweine) waren in Betrieben aufgestallt, die 1 000 oder mehr Schweine halten. Die durchschnittliche Bestandsgröße in Bayern stieg im Vergleich zum Vorjahr um 29 auf 653 Tiere pro Betrieb an.

Leichte Zuwächse wurde beim Ferkel- und beim Mastschweinebestand verzeichnet. So stiegen die Ferkelzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 7 900 auf 906 900 Tiere an (+ 0,9 %). Die Mastschweinebestände wuchsen um 6 100 Tiere auf 1 596 800 Mastschweine (+0,4 %).

Rückläufig waren hingegen die Bestände an Jungschweinen und Zuchtsauen. Bei den Jungschweinen wurde ein Rückgang von 8,8 Prozent (-54 600 Tiere) auf 564 900 Schweine ermittelt. Bei den Zuchtsauen wurden im Vergleich zum Vorjahr 1 000 weniger Tiere gezählt. Somit sanken die Bestände leicht um 0,4 Prozent auf 236 300 Sauen.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Tagung zur Nottötung von Schweinen

0

Am 7. März 2018 veranstaltet die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Schweinespezialberatung SH sowie der Tierärztekammer und dem Bauernverband Schleswig-Holstein im Detlef-Struve-Haus, Raum „Schleswig“ in Rendsburg eine Tagung zur Nottötung von Schweinen mit folgenden Themen:

Tagesordnung
10:30-10:45 Begrüßung
Dietrich Pritschau, Bauernverband Schleswig-Holstein, Rendsburg
Moderation der Veranstaltung
Dr. Eckhard Boll, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Futterkamp

10:45-11:15 Untersuchungen an verendeten/getöteten Schweinen in Verarbeitungsbe-trieben für tierische Nebenprodukte
Sönke Hauschild, Bauernverband Schleswig-Holstein, Rendsburg

11:15-12:15 Leitfaden zur Nottötung von Schweinen im landwirtschaftlichen Betrieb
Dr. Friedrich Delbeck, Schweinegesundheitsdienst Niedersachsen, Oldenburg

12:15-12:45 Diskussion

12:45-13:30 Mittagspause

13:30-14:15 Mögliche Nottötungsverfahren beim Schwein
Claudia Meier, Beratungs- und Schulungseinrichtung für Tierschutz bei Trans-port und Schlachtung, Schwarzenbek

14:15-14:45 Nottötungsverfahren beim Schwein – Videobeiträge
Dr. Onno Burfeind, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Futterkamp

14:45-15:15 Nottötung von Schweinen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung
Dr. Onno Burfeind, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Futterkamp

15:15-15:45 Aufgabe der bestandsbetreuenden Tierärzte im Rahmen der Nottötung von Schweinen
Dr. Evelin Stampa, Tierärztekammer Schleswig-Holstein, Heide

15:45-16:15 Diskussion

Die Teilnehmerzahl ist auf max. 100 Personen begrenzt.

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist die Anmeldung erforderlich. Anmeldungen an das Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp bei Herrn Bioly per E-Mail unter lvz-fuka@lksh.de oder per Telefon 04381/90 09 11.

Dieses Seminar wird aus Mitteln der EU (ELER) und des Landes Schleswig-Holstein (MELUND) gefördert.

Rinderhaltung: Europäische Agrarwissenschaftler betreten Neuland in der Forschungs- kooperation

0

Europäische Union fördert wegweisendes Projekt mit 5 Mio. Euro
SmartCow-Konsortium soll internationalen Austausch befördern
Leibniz-Institut in Dummerstorf übernimmt Federführung in Deutschland

In der Energiewirtschaft und der Maritimen Biotechnologie ist es längst üblich, für die europäische Agrarwirtschaft ist es Neuland. Die Europäische Union hat das Gemeinschaftsprojekt SmartCow bewilligt, an dem Institute der Spitzenforschung aus sieben europäischen Ländern beteiligt sind, darunter das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf. Neu ist, dass diese Forschungsstätten ihre experimentelle Infrastruktur und ihr Know-how zur Verfügung stellen. Naturwissenschaftler aus allen europäischen Ländern sowie Wirtschaftspartner können diese für ihre eigenen Forschungsaktivitäten nutzen. Das Projekt mit einer Laufzeit von vier Jahren startet am 19. Februar 2018 im französischen Clermont-Ferrand. Frankreich koordiniert das mit 5 Millionen Euro geförderte Projekt federführend. Forschungsschwerpunkt ist der europäische Rindersektor.

„Topstandorte der Agrarforschung öffnen sich mit ihrer exzellenten Ausstattung für die internationale Wissenschaft. Die Auslastung der hochspezialisierten Infrastruktur wird verbessert und der Wissenstransfer optimiert. Das ist der Ansatz des neuen Modells der Forschungsförderung und für unser Institut ist es ein großer Erfolg, als ein starker europäischer Partner in diesem neuen Kompetenznetzwerk zu agieren“, betonte der Vorstand des Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN), Prof. Klaus Wimmers.

Durch die Abdeckung aller physiologisch relevanten Themen zur Vielfalt von Rinderrassen und Produktionssystemen bietet SmartCow akademischen und privaten Forschungseinrichtungen künftig einen Zugang zu elf großen Forschungseinrichtungen in sieben Ländern mit hochwertigen Dienstleistungen und Anlagen. Diese werden benötigt, um innovative Lösungen für die effiziente und ethische Nutzung von Tier- und Futterressourcen zu entwickeln, die den Tierschutz und gesunde Tiere sowie eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit fördern.

Im Rahmen von SmartCow spielen hauptsächlich wissenschaftliche und technische Fragestellungen in der Tierernährung zur Nährstoffverwertung und Emissionsmessung, in der Genetik zur Verbesserung der Ressourceneffizienz sowie in der Ethologie zur automatischen Aufzeichnung von Verhaltensmerkmalen eine Rolle.

Attraktiv für Wissenschaftler und Forschungsinstitute
Mit dem EU-SmartCow-Projekt wird auf die immer weiter spezialisierte Nutztierforschung reagiert. „Es ist gar nicht mehr möglich, die Ausstattung für eine komplette Spitzenforschung an einem Standort vorzuhalten“, erklärte der Teilprojektleiter Privatdozent Dr. Björn Kuhla vom Institut für Ernährungsphysiologie am FBN. „Zudem wachsen die Herausforderungen für eine nachhaltige Rinderproduktion, so dass die intensivere Vernetzung europäischer Forschungsinfrastrukturen einen folgerichtigen Schritt darstellt und unnötige Mehrfachförderung vermieden wird.“

Neben dem Institut für Ernährungsphysiologie sind auch Prof. Birger Puppe und Dr. Jan Langbein vom Institut für Verhaltensphysiologie an SmartCow beteiligt. Insgesamt erhält das Dummerstorfer Leibniz-Institut 400.000 Euro für die kommenden vier Jahre.
„Das Forschungsförderungsmodell ist sowohl für Wissenschaftler als auch für Forschungseinrichtungen von hohem Interesse“, unterstrich Kuhla. „Wissenschaftler können sich freier und entsprechend ihrer Ausrichtung in einem bestmöglichen Umfeld ihrer Wahl bewegen und die beteiligten Institute werden stärker ausgelastet und international bekannter.“

Das FBN bietet mit seiner modernen Experimentalanlage Rind, den Respirationskammern sowie neuesten Analysemethoden zur Messung von Methanemissionen und mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Verhaltensforschung ideale Forschungsbedingungen. Erwartet werden in Dummerstorf somit insbesondere externe Forscher auf dem Gebiet der Rinderernährung, Stoffwechsel- und Verhaltensphysiologie. Während in Deutschland vor allem die Laufstallhaltung von Holsteinkühen und die Silage-basierte Fütterung im Fokus stehen, ist es in Frankreich vorwiegend die dort verbreitete Limousin-Rasse und in Irland die Weidetierhaltung.

Über ein Koordinierungsbüro können sich Wissenschaftler aus allen EU-Ländern um Forschungsaufenthalte zu konkreten Fragen der Rinderproduktion in den SmartCow-Einrichtungen bewerben. In diesem Gremium vertritt Prof. Cornelia Metges vom Institut für Ernährungsphysiologie das FBN. Die Kosten für Forschungsaufenthalte am FBN werden vom SmartCow-Projekt getragen. 180.000 Euro stehen dafür bis 2022 bereit.
Ein britischer Industriepartner ist für den Aufbau einer cloudbasierte Datenplattform verantwortlich, in der alle Netzwerkaktivitäten, vor allem bei der Tierhaltung und -messung, der Versuchsplanung, der Datenerfassung und -analyse standardisiert erfasst werden. Die Ergebnisse sollen nicht nur den europäischen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden, sondern auch Agrarverbänden und der Wirtschaft, Naturschutzorganisationen und politischen Entscheidungsträgern.

Weitere Informationen zum SmartCow-Projekt
Bild FBN/Nordlicht: Dummerstorfer Respirationskammern zur Messung des Energiehaushalts von Großtieren inklusive Analyse der Atemgase

Quelle: Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)