Pro-Tipp! Webinar mit Prof. Dr. Frank Mitlöhner am 3. 12. 2024: Typisch Livestock: Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Erfolg

Fleisch, Eier und Milchprodukte werden weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der weltweiten Ernährung sein. Zeitgleich zur steigenden Nachfrage durch eine wachsende Weltbevölkerung nimmt der Druck zu, die Umweltauswirkungen der Lebensmittelproduktion zu reduzieren.

Das Webinar „Typisch Livestock – Zukunftsfähige Nutztierhaltung: Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Erfolg“, zu dem die Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH alle Interessenten einlädt, welche die Zukunft der Landwirtschaft und Tierhaltung im Bereich Schwein, Rind und Geflügel mitgestalten wollen, bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich mit aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen in der nachhaltigen Tierhaltung auseinanderzusetzen. Prof. Dr. Frank Mitlöhner von der University of California in Davis ist ein international anerkannter Experte auf diesem Gebiet. Er wird neue Einblicke in Umweltauswirkungen der Tierhaltung geben und aufzeigen, wie sich die Branche auf eine zunehmend umweltbewusste Zukunft vorbereiten kann.

Das Webinar findet statt am 3. Dezember 2024 von 19 bis 21 Uhr. Das Webinar wird aufzeigen, dass es keine Pauschallösung für die Nachhaltigkeit bei der Abdeckung des globalen Bedarfs an tierischem Protein gibt, sondern dass es eines ganzen Werkzeugkastens bedarf, die verschiedenen Produktionssysteme und Anforderungen zukunftsfähig zu gestalten.

Die Teilnahme an diesem Webinar ist kostenlos. Anmeldung hier.

Weitere Informationen hierzu geben Ihnen gerne:
• Dr. Heike Hufen, Geflügel, Tel.: +49 (172) 7330987
• Herbert Heger, Schwein Nord, Tel.: +49 (178) 2905020
• Markus Hellenschmidt, Schwein Süd, Tel.: +49 (151) 68967979
• Steinbeck Andreas, Rind West, Tel.: +49 (151) 68946711
• Sebastian Hofsommer, Rind Ost, Tel.: +49 (151) 17955078

Quelle: Boehringer Ingelheim

Initiative Tierwohl: Innovationspreis Tierwohl zum vierten Mal verliehen

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* Innovationspreis Tierwohl verleiht Innovationspreis Tierwohl an drei schweinehaltende Betriebe
* Tim Friedrichs, Dirk Sandering sowie Stefanie Friebel und Jan Gumpert erhalten die Auszeichnung

Die Initiative Tierwohl (ITW) zeichnete am Donnerstagabend in Berlin zum vierten Mal Landwirte für ihre innovativen Leistungen in Sachen Tierwohl mit dem Innovationspreis Tierwohl aus. Durch die Verleihung führte Moderator Jörg Thadeusz, der sich zutiefst beeindruckt von den Beiträgen der Preisträger zeigte.

Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Platz belegte Tim Friedrichs für sein Stallkonzept, das viele innovative Einzelmaßnahmen, wie etwa eine selbstgebaute Kühlung für seine Schweine und eine „Wohnzimmerbeleuchtung“ für Ferkel, so aufeinander abgestimmt hat, dass insgesamt ein hohes Tierwohl-Niveau im Stall erreicht wird.

Dirk Sandering nahm den mit 7.000 Euro dotierten zweiten Preis in Empfang. Sein Stallkonzept setzt ein ökologisches Kreislaufsystem um, bei dem unter anderem fast völlige Energieautarkie des Stalles entsteht. Auch dieses Konzept hat auf innovative Art und Weise ein erhöhtes Tierwohl-Niveau im Stall zur Folge. Bei seinem Strohstall mit Einstreuroboter hat er nicht nur das Tierwohl der Tiere im Blick, sondern auch die Arbeitsqualität seiner Mitarbeiter.

In dem Stall der Genießergenossenschaft Sachsen mangelt es den Schweinen an nichts: Viel Platz, Stroh, eine automatische Fütterungsanlage und beheizte Liegeflächen sorgen für ein gutes Stallklima. Ein unmittelbar angrenzendes Schlachthaus erspart den Tieren am Ende ihres Lebens einen langen Transport. Jan Gumpert hat mit der Genießergenossenschaft ein Modell geschaffen, durch das der Wunsch nach Fleischgenuss und der Anspruch von mehr Tierwohl ineinandergreifen. Stefanie Friebel, die für das Stallmanagement verantwortlich zeichnet, und Jan Gumpert nahmen den mit 5.000 verbundenen dritten Preis entgegen.

Weitere Informationen zu den Gewinnern so wie ein Video zur Preisverleihung finden Sie hier.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Milchfieber verstehen und vorbeugen

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Von Dr. Ingrid Lorenz, Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.

Neben der Ketose gehört Milchfieber zu den wichtigsten Stoffwechselerkrankungen unserer Milchkühe. Der bei unseren Hochleistungskühen plötzlich auftretende massive Bedarf an Kalzium für die Milchbildung bringt vor allem ältere Kühe rasch an das Limit dessen, was an Kalzium aus den Knochen mobilisiert werden kann.

Was ist Milchfieber?
Milchfieber (auch Hypokalzämie oder Gebärparese) entsteht durch einen Kalziummangel im Blut. Kalzium wird im Körper unter anderem für eine normale Funktion der Muskulatur benötigt. Daher kommt es bei Milchfieber zunächst zu einem unsicheren, schwankenden Gang. Im Verlauf der Erkrankung kommen die Kühe dann zum Festliegen, oft mit zur Brust eingeschlagenem Kopf. Liegen die Kühe erst einmal fest, können sie nur noch durch eine Infusion behandelt werden, durch die Kalzium direkt ins Blut zugeführt wird. Unbehandelt führt Hypokalzämie innerhalb von wenigen Stunden zum Tod. Die Kosten eines klinischen Milchfieberfalles liegen bei etwa 350 €. Hier kommen zu den Tierarztkosten noch verminderte Milchleistung (bis zu 2000 l weniger in der betroffenen Laktation), Fruchtbarkeitsstörungen und vermehrte Anfälligkeit für andere Erkrankungen hinzu.

Wie kommt es zur Hypokalzämie?
Die Milchkuh muss ihren Stoffwechsel mit der Abkalbung abrupt von einer Ruhephase auf eine Hochleistungsphase umstellen. Der hohe Gehalt an Kalzium, der die Milch unter anderem für den Menschen so interessant macht, wird hier zum Problem für die Kuh. Vor der Kalbung und bevor die Bildung der Biestmilch einsetzt, benötigt sie insgesamt für sich und das heranwachsende Kalb nur etwa 4 bis 5 g Kalzium pro Tag. Im Gegensatz dazu werden mit jedem Liter Biestmilch 2,3 g Kalzium ausgeschieden, mit der Milch nach der Biestmilchphase ca. 1,2 g pro Liter. Der rasch verfügbare Pool von Kalzium in Blut und Gewebe ist mit ca. 16 bis 20 g sehr begrenzt und daher rasch erschöpft. Die verstärkte Freisetzung von Kalzium aus den Knochen und die Steigerung der Aufnahme aus dem Darm wird durch Hormone gesteuert. Das „Hochfahren“ dieses Systems benötigt ein bis zwei Tage, bis es richtig läuft. Mit zunehmendem Alter tun sich Kühe mit dieser Umstellung immer schwerer, so dass das klassische Festliegen eher bei Kühen mit mehreren Laktationen vorkommt.

Sind nur festliegende Kühe ein Problem?


Zuerst erschienen im zweimonatlichen Hoftierarzt E-Magazin. Zum kostenfreien Abo bitte einfach hier anmelden und dann den Link in der Bestätigungs-Mail anklicken. Anschließend den Artikel in der letzten Ausgabe weiterlesen:

 

Fall von Geflügelpest im Landkreis Aurich – Putenzuchtbetrieb betroffen – Biosicherheitsmaßnahmen einhalten

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In einem Putenzuchtbetrieb mit rund 8.400 Tieren im Landkreis Aurich wurde die Geflügelpest festgestellt. Die amtlichen Proben wurden im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) positiv auf das hochpathogene aviäre Influenza-Virus des Subtyps H5N1 getestet. Darauf macht das niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) aufmerksam. Der Landkreis Aurich hat die erforderlichen Schutzmaßnahmen eingerichtet und führt Untersuchungen in Nachbarbetrieben durch. Die Tiere werden entsprechend den Vorgaben des EU-Tiergesundheitsrechts tierschutzgerecht getötet. Es handelt sich um den ersten Fall in Niedersachsen seit Juli dieses Jahres.

Das ML appelliert an die niedersächsischen Betriebe, die Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt strikt einzuhalten. Tierhalterinnen und Tierhalter, die Auffälligkeiten (zum Beispiel vermehrte Todesfälle oder eine verminderte Futter- und Wasseraufnahme) in ihrem Bestand bemerken, sollten sich umgehend beim Veterinäramt melden. Bisher gab es 2024 drei Ausbrüche der Geflügelpest in niedersächsischen Betrieben: Im Januar wurde die anzeigenpflichtige Seuche in einer Hühnerhaltung im Landkreis Emsland und in einer Legehennen-Freilandhaltung im Landkreis Northeim sowie im Juli in einem Legehennen-Betrieb in der Grafschaft Bentheim festgestellt. Bei Wildvögeln wurden der jüngsten Nachweise in Niedersachsen im Oktober bei einem Sturmvogel auf der Insel Baltrum im Landkreis Aurich und im November bei einem Schwan in der Region Hannover festgestellt. Im Jahr 2023 waren insgesamt 17 Betriebe mit rund 220.700 Tieren betroffen.

Hintergrund:
Das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5 zirkuliert inzwischen ganzjährig im Wildvogelbestand und verursacht bei Geflügel die so genannte Vogelgrippe (Geflügelpest). In den Vereinigten Staaten wurde eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus bei Milchkühen festgestellt. Einen Impfstoff gibt es derzeit nicht. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hatte als Reaktion auf die Feststellungen 213 Tankmilchproben aus niedersächsischen Milchviehhaltungen auf aviäres Influenzavirus untersucht. Dabei wurde das Virus nicht nachgewiesen.

Weltweit wurde das hochpathogene aviäre Influenzavirus zudem mehrfach bei wildlebenden Säugetieren nachgewiesen. Diese vermehrten Nachweise könnten darauf hindeuten, dass sich das Virus besser an Säugetiere anpasst. In Niedersachsen werden seit 2023 in einem Monitoring wild lebende Prädatoren wie zum Beispiel Füchse, Waschbären und Marder auf Influenzaviren untersucht. Bei sechs Füchsen wurde im Jahr 2023 eine Infektion mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus Subtyp H5 nachgewiesen. In diesem Jahr wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen. Es ist jedoch weiterhin davon auszugehen, dass die Influenzaviren aufgrund der hohen Viruslast in der Wildvogelpopulation auch auf Säugetiere übertragen werden können, die intensiven Kontakt zur Wildvögeln haben. Das ML macht vor diesem Hintergrund darauf aufmerksam, dass Fälle bei Säugetieren weiterhin intensiv und sehr aufmerksam beobachtet werden müssen. Das LAVES hat in Kooperation mit der Tierärztekammer Niedersachsen daher im Sommer ein Projekt gestartet, bei dem eine mögliche Anpassung des Virus an Säugetiere verfolgt werden soll. Untersucht werden Tupfer-Proben von Katzen, die sich im Freien aufhalten und dadurch Kontakt zu Wildvögeln haben könnten. Das LAVES und die Tierärztekammer bitten die praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte in Niedersachsen um Unterstützung dieses Projekts und die Einsendung von entsprechenden Proben.

Weitere Informationen zur Vogelgrippe.

Eine Hilfestellung für die Optimierung der betrieblichen Biosicherheit bietet das „Niedersächsische Biosicherheitskonzept für Geflügel haltende Betriebe“ (Download)

Das Infoblatt „Verhaltensregeln für kleine Geflügelhobbyhaltungen“ gibt eine Übersicht über die wichtigsten Biosicherheitsmaßnahamen für kleine Geflügel-Hobbyhaltungen: Download.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Virale und bakterielle Infektionen bei Alpakas und Lamas in Deutschland

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Neuweltkameliden (NWK) wie Lamas und Alpakas erfreuen sich seit Jahren auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Ihre Anzahl nimmt stetig zu. Welche Herausforderungen die Haltung dieser Tiere in immer mehr neben- und hauptberuflich geführten landwirtschaftlichen Betrieben sowie in Hobbyhaltungen für die Tierhaltung, die Tiergesundheit und die amtliche Überwachung mit sich bringen, diskutierten die Teilnehmenden auf einer Fachtagung, die das FLI gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) am 30.10.2024 ausrichtete.

Ziel der Veranstaltung war es, so Prof. Dr. Christian Menge (Leiter des Instituts für molekulare Pathogenese am FLI-Standort Jena) als Ko-Organisator, den Amtstierärzten wissenschaftliche Fakten zu vermitteln, um Probleme und Risiken in den Tierhaltungen richtig zu bewerten. Hieraus könnte dann gegebenenfalls abgeschätzt und entschieden werden, ob Handlungsbedarf besteht oder ein Risiko als vernachlässigbar bewertet werden kann. Die Bestandsbetreuung durch Tierärzte vor Ort und deren Zusammenarbeit mit Amtstierärzten ist hierbei besonders wichtig.

Wie Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung mit NWK definiert werden können, wurde in Gestalt eines Entwurfes von Leitlinien zur Haltung und Nutzung durch Dr. Henrik Wagner und seine Kolleginnen (JustusLiebig-Universität Gießen) dargelegt. In einem Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD-Tierschutz-Projekt) mit dem Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e.V. erarbeitete seine Arbeitsgruppe einen Tiergesundheitsmanagementplan, der den Betrieben auf der projekteigenen Website zusammen mit einer Checkliste zur Verfügung steht. Die Validierung einer Checkliste für den amtlichen Einsatz wurde im Verlauf der Tagung vorgestellt.

Den Schwerpunkt der Vorträge bildeten neueste Erkenntnisse zur Verbreitung von Tierseuchen- und Zoonoseerregern bei in Deutschland gehaltenen NWK. Die Untersuchungen durch Nationale Referenzlabore am FLI im Rahmen zweier Studien mit gesunden Tieren und mehrere Fallbeispiele von Einzeltiererkrankungen bzw. Ausbrüchen zeigten, dass NWK Träger von Infektionserregern sind, die auch Wiederkäuer oder Menschen befallen. Der Anteil der infizierten Tiere unterscheidet sich je nach Erreger stark. Während Alpakas und Lamas zum Beispiel empfänglich für das Vektor-übertragene Schmallenberg-Virus sind und die Seroprävalenz derzeit hoch ist, ist bislang noch kein Fall von West-Nil-Virus-Infektionen bei NWK in Deutschland festgestellt worden.

Im Hinblick auf bakterielle Krankheitserreger gab es bei den beprobten Tieren keine Anzeichen für BrucellenInfektionen. Ein anderer Aborterreger, Chlamydia abortus, wurde in einem Betrieb bei mehreren Tieren nachgewiesen. Dabei waren Chlamydien insgesamt in einem Drittel der Tiere und in fast allen untersuchten Betrieben nachweisbar. Überwiegend handelt es sich jedoch um eine neue Chlamydienart, die nach derzeitigem Kenntnisstand weder für die Tiere noch für den Menschen krankmachend ist, differentialdiagnostisch aber beachtet werden muss.

Clostridium perfringens, ein Erreger gegen den NWK häufig immunisiert werden, um Erkrankungen vorzubeugen, konnte in einigen Fällen und mit niedriger Keimzahl im Kot nachgewiesen werden. Selten wurde Clostridioides difficile, ein für Menschen potentieller Krankheitserreger, in den untersuchten Neuweltkameliden gefunden. Extrem selten wurden Salmonellen in der durchgeführten Studie nachgewiesen. Dagegen waren Shigatoxin-bildende Escherichia coli (STEC/EHEC), die schwere Durchfälle und Nierenversagen beim Menschen hervorrufen können, bei NWK häufig nachweisbar. Die Eigenschaften der gefundenen STECStämme weisen allerdings nicht auf ein besonders krankmachendes Potential hin, sondern auf eine nähere Verwandtschaft mit Stämmen, die auch bei Wiederkäuern vorkommen.

Der Erreger der Paratuberkulose (Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis, MAP) wurde bei einer Studie mit mehrmaliger Beprobung der Tiere einmalig nachgewiesen. Berichte von klinischen Fällen deuten aber darauf hin, dass NWK in Deutschland die Infektion von anderen Wiederkäuern aufgenommen haben. Sie kann neben typischen gastrointestinalen Symptomen auch Verläufe zeigen, die denen einer Tuberkulose ähneln. Die Überprüfung der Eignung von verfügbaren Testverfahren zum Nachweis der Tuberkulose der Tiere zeigte, dass sich die Überwachung der Tuberkulosefreiheit von Beständen aufgrund der geringen Präzision der Tests als sehr schwierig gestaltet.

Der vorgestellte Fallbericht eines Ausbruchs mit Mycobacterium tuberculosis, dem Erreger der menschlichen Tuberkulose, in einem deutschen NWK-Bestand verdeutlichte, dass selbst bestätigte Ausbrüche nur schwer zu beherrschen sind, weil aufgrund der Natur der Erkrankung die frühzeitige Erkennung infizierter Tiere zu unzuverlässig erfolgt.

Maßnahmen zur Überwachung der Seuchenfreiheit und der Verhinderung der Weiterverbreitung von Tierseuchen- und Zoonoseerregern sind bei traditionellen Nutztieren seit langem etabliert. Die vorgestellten Erkenntnisse sind das Ergebnis der ersten umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen zum Vorkommen viraler und bakterieller Infektionserreger bei NWK in Deutschland. Obwohl die NWK nachweislich verschiedene Tierseuchen- und Zoonoseerreger in sich tragen, geht nach derzeitigem Kenntnisstand von den Tieren selbst keine höheres Infektionsrisiko als von anderen Nutztieren aus.

Da NWK häufig mit anderen empfänglichen Tierarten wie Rindern oder Schafen zusammen gehalten werden, kommt ihnen jedoch epidemiologisch in Bezug auf potentielle Krankheitserreger in Deutschland eine besondere Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf besondere Nutzungsarten, z.B. im Rahmen tiergestützter Therapie, bei denen sie in einen sehr engen Kontakt zu Menschen gebracht werden, die bisher wenig Kontakt zu Nutztieren hatten oder über eine eingeschränkte Infektionsabwehr verfügen.

In intensiven Diskussionen kamen die Teilnehmer überein, dass großer Handlungsbedarf bei der Verbesserung der Diagnostik sowie der Etablierung und Umsetzung von weiter entwickelten Hygienekonzepten besteht. Die Studienergebnisse zeigen, dass einzelne Infektionserreger durchaus bei NWK vorkommen und weiter genau beobachtet werden müssen. Ziel ist es, die derzeit günstige Situation bei NWK zu erhalten und eine Verbreitung von Tierseuchenerregern oder der Übertragung von Infektionserregern auf den Menschen vorzubeugen. Die möglichst breite Anwendung des vorgestellten Tiergesundheitsmanagementplans ist dazu ein wichtiger Schritt.

Quelle: Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e.V.

Evonik setzt auf Nachhaltigkeit in der Tierernährung

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• Neue Ökobilanzen für Futtermittelinhaltsstoffe und proteinarme Diäten von Evonik
• CO2-Fußabdruck für MetAMINO® und Biolys® veröffentlicht
• Mehr Tiergesundheit und Leistung mit weniger Kosten und Einfluss auf die Umwelt erreichen

Auf der diesjährigen Eurotier zeigte Evonik, wie und in welchem Umfang seine Futtermittelinhaltsstoffe und Fütterungskonzepte dazu beitragen, die Produktion von tierischem Protein nachhaltiger zu gestalten. Evonik ist der erste und einzige Hersteller von Futtermittelinhaltsstoffen, der Ökobilanzen für ein probiotisches Produkt (Ecobiol®) und Guanidino-Essigsäure (GuanAMINO®) vorlegt und den CO2-Fußabdruck eines Lysin-Produkts (Biolys®) veröffentlicht.

„Lösungen für eine gesündere und nachhaltigere Tierernährung zu entwickeln, ist seit langem unsere Leidenschaft“, sagt Dr. Gaetano Blanda, Leiter der Evonik-Geschäftseinheit Animal Nutrition. „Jetzt können wir als Branchenführer endlich die positiven Auswirkungen unserer Produkte und Konzepte quantifizieren.“

Der Inhalt eines 25-Kilogramm-Sacks Ecobiol® hat beispielsweise einen CO2-Fußabdruck von 2,1 kg CO2-Äquivalenten. Wenn das probiotische Produkt in Masthähnchenfutter verwendet wird, reduziert es den Fußabdruck des daraus resultierenden Hühnerfleischs um 1.800 kg CO2-Äquivalente. Dies wird von Evonik als Produkt-Handabdruck bezeichnet.

Für MetAMINO® (DL-Methionin) schätzt Evonik den produktspezifischen CO2-Fußabdruck auf etwa 35 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Blanda: „Seit mehr als 60 Jahren verbessern wir unseren Methionin-Prozess kontinuierlich und investieren in unsere Produktionsanlagen. Das zahlt sich jetzt wirklich aus.“

Evonik ist der einzige Hersteller von Methionin, der die globalen Futtermittelmärkte von Produktionszentren im Weltmaßstab in drei verschiedenen Teilen der Welt aus bedient: Antwerpen/Wesseling (Europa), Mobile (Alabama, USA) und Singapur. Im Jahr 2024 wurden die Anlagen in Singapur modernisiert und erweitert. In Mobile entsteht derzeit eine Anlage für ein Methionin-Vorprodukt.

Quelle: Evonik

Gesichert gesundes Krabbeln

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Es ist Bewegung gekommen in unsere Eiweißversorgung – Bewegung auf sechs Beinen: Insekten sind eine Proteinquelle, die zu erschließen in jeder Hinsicht ressourcenschonender ist als herkömmliche Alternativen. Um die Sicherheit der Insektenzucht und ihrer Produkte zu gewährleisten, haben Fraunhofer-Forschende ein System entwickelt, das Krankheitserreger zuverlässig detektiert – umgehend, kostengünstig und automatisierbar.

Kleine Krabbler, großes Potenzial: Egal ob Grillen, Käfer oder Wanderheuschrecken, Insekten sind eine nachhaltige Alternative zu Proteinen aus Fleisch oder Fisch. Selbst wenn sie hierzulande kaum direkt konsumiert werden, können sie Nutztiere zu Land und zu Wasser mit wertvollen Proteinen versorgen –Insekten-Farmen benötigen deutlich weniger Wasser und Fläche und verwerten bei der Aufzucht bislang ungenutzte Nebenströme der Lebensmittelindustrie.

Doch wie alle Monokulturen ist auch die Zucht von Nutzinsekten anfällig für den Befall von Krankheitserregern. Um die Sicherheit der industriellen Produktion und ihrer Folgeprodukte zu garantieren, entwickelten Fachleute der Fraunhofer-Institute für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB und für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME im Fraunhofer-Leitprojekt »FutureProteins« ein System, das Krankheitserreger parallel, schnell und zuverlässig detektiert. Ihr Anwendungsbeispiel: der Mehlkäfer.

Ein Käfer – viele Feinde
Um bei einem Befall wirksam gegenzusteuern, muss in der Insektenzucht schnell und kosteneffizient gehandelt werden. Aktuell übliche, kulturbasierte Nachweise können das nicht leisten. »Von der Probenentnahme bis zur Analyse im Labor vergehen mehrere Stunden – die Befundung benötigt bis zu zwei Tage. Eine Zeitspanne, die den Ausfall einer gesamten Anlage zur Folge haben kann«, erläutert Projektleiter Jens Wetschky, Experte für Virus-basierte Technologien am Fraunhofer IGB.

Eine weitere Herausforderung: die Bandbreite der möglichen Erreger. Diese können die Mehlkäfer in verschiedenen Stadien direkt befallen oder etwa über das Futter eingetragen werden und sich sowohl für die Zucht selbst als auch für die mit den Proteinen gefütterten Tiere als gefährlich erweisen. Um dieser Vielfalt effektiv entgegenzutreten, trafen die Expertinnen und Experten des Fraunhofer IME eine breit gefächerte Auswahl von elf relevanten Organismen – von Bakterien über Pilze bis zu Parasiten – und fügten zur Qualitätssicherung drei zusätzliche Prozesskontrollen ein.

Maßgeschneidert für den Einsatz vor Ort
Um all diese Zielspezies in der Insektenzucht nachzuweisen, orientierten sich die Fachleute des Fraunhofer IGB an Corona-Tests und damit einer Methodik auf molekularbiologischer Basis, die Infektions-Auslöser über ihr Erbgut identifiziert. Einzige Problematik: die zugrundeliegende Technologie ist limitiert in der Anzahl gleichzeitig nachzuweisender Erreger. In Anbetracht des von ihnen abzudeckenden Panels kombinierten die Forschenden das Verfahren daher mit der DNA-Microarray-Technologie.

Die Expertinnen und Experten fahren einen Multiplex-Ansatz mit 14 parallel ablaufen-den Reaktionen und standen damit vor der bioinformatischen Herausforderung, in den Genomen der ausgewählten Erreger einzigartige Sequenzen zu finden, die sie in der PCR-Reaktion gleichzeitig vervielfältigen konnten, ohne dass diese miteinander interagierten.

Markiert und zweifelsfrei identifiziert
Das Ergebnis überzeugt nicht nur im Labormaßstab, das System wurde auch in der Anwendungsumgebung bereits erfolgreich etabliert und validiert. Die Geräte lassen sich ohne spezifisches Fachwissen bedienen.

Für eine Beprobung können Betreiber einfach ein paar Tiere aus ihrer Anlage entnehmen. Die Probe wird in der DNA-Extraktion aufgeschlossen und einer PCR-Reaktion zugeführt. Hierbei werden die DNA-Sequenzen vervielfältigt, zugleich fluoreszenz-markiert und über eine Sonde auf einem Mikroarray gebunden. Der Array liest die einzelnen Abschnitte optisch aus und macht vorhandene Erreger durch die Markierung kenntlich. Für hoch zuverlässige Ergebnisse integrierten die Fraunhofer IGB-Expertinnen und -Experten zusätzliche Prozesskontrollen. Sie stellen sicher, dass jeder einzelne Verfahrensschritt korrekt durchgeführt wurde und daher negative Ergebnisse tatsächlich valide sind.

Fraunhofer IGB-Experte Christoph Binder erklärt: »Unser Ziel ist, das aktuelle Format so weiterzuentwickeln, dass es komplett automatisierbar ist. Das ist vor allem für Kunden mit großen Anlagen attraktiv.«

Weitere Informationen: https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2024/november-2024/gesichert-gesundes-krabbeln.html

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft

Erfolgreicher Abschluss des Tierwohl-KI Projekts zur Videoüberwachung bei der Schlachtung

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Am 10. Oktober 2024 fand in Ulm das Abschlusstreffen des Forschungsprojekts »Tierwohl-KI bei der Schlachtung« statt. Das Projekt, das in enger Zusammenarbeit zwischen der Tierwohl-KI UG, der Müller-Gruppe, der elanyo GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT durchgeführt wurde, hat erfolgreich innovative Lösungen zur Verbesserung des Tierschutzes in Schlachtbetrieben entwickelt. Dabei steht der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur automatisierten Überwachung von Schweinen im Fokus.

Das Projekt wurde vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit bis zu 1,5 Mio. Euro gefördert. Aktuell ist vorgesehen, die Tierschutzüberwachung mittels Videoaufzeichnungen in Schlachtbetrieben verpflichtend im Tierschutzgesetz des Bundes zu verankern. Das Forschungsprojekt leistet hier aktuell einen wichtigen Beitrag. Die Müller-Gruppe fungierte im Projekt als Pilotbetrieb, elanyo entwickelte die technische Plattform und Fraunhofer FIT die Datenmodelle.

Das Ziel des Projekts »Tierwohl-KI« ist es, mithilfe modernster videobasierter Objekterkennung Tierschutzverstöße in Echtzeit zu identifizieren. Der Einsatz von Deep-Learning-Methoden ermöglicht, zunächst im Bereich des Zutriebs von Schweinen zur Betäubung, das Erkennen von Schweinen, mit ihnen umgehenden Personen und spezifischen Objekten wie Treibpaddeln sowie die Analyse von Zuständen wie »liegend« oder »sitzend«. Dies unterstützt betriebsinterne Tierschutzbeauftragte und ggf. auch Behörden dabei, verdächtige Szenen gezielt zu überprüfen.

Einsatz der Technologie
Seit Anfang 2024 ist ein Prototyp im Schlachthof der Müller-Gruppe in Ulm im praktischen Einsatz. Die KI-basierte Plattform verbessert den Schutz der Tiere, indem sie automatisch Sequenzen mit erhöhtem Risiko für Tierschutzverletzungen zur Begutachtung durch Experten vorselektiert. Dies führt zu einer deutlichen Steigerung der Effektivität in der täglichen Überwachung, da gezielt relevante Szenen überprüft werden können und Zeitverluste durch Sichtung nicht tierschutzrelevanter Videoaufzeichnungen vermieden werden.

Technologische Highlights
Die Plattform umfasst mehrere Schlüsseltechnologien, darunter:
• Situationsbasierte Videoanalyse: Durch komplexe Algorithmen wie Tracking und Geschwindigkeitsberechnung können Bewegungsmuster von Schweinen analysiert und Anomalien wie Schläge erkannt werden.
• Audioanalyse: Eine Frequenzanalyse hilft, Schreie der Tiere zu erkennen und dadurch auf mögliche Tierschutzverstöße aufmerksam zu machen.
• Datenschutz: Eine automatisierte Verpixelung von Gesichtern gewährleistet die DSGVO-konforme Speicherung der Daten.
• Web-basierte Benutzeroberfläche: Diese wird von Tierschutzbeauftragten genutzt, um die vom System erkannten Situationen zu bewerten und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Die Analysemodelle des Systems können kontinuierlich verbessert werden, indem Rückmeldungen der Nutzer und weitere Daten fortlaufend einbezogen werden.

Abschlussmeeting und Diskussion der Ergebnisse
Das Projektmeeting begann mit einer Vorstellung des entwickelten Produkts durch Lukas Gillmann von der Tierwohl-KI UG. Es folgten eine Live-Demo und eine detaillierte Diskussion über die weiteren Schritte, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz der Technologie bei Ulmer Fleisch und die dafür erforderlichen Anpassungen. Ein wissenschaftlicher Rückblick beleuchtete zudem die in Fachpublikationen zusammengefassten Ergebnisse des Projekts.

Die Evaluation der Technologie hat gezeigt, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bereich Tierschutz zu einer signifikanten Verbesserung der Überwachung und der Einhaltung der Tierschutzvorgaben führt. Das Projekt bewegt sich derzeit auf einem Technology Readiness Level (TRL) von 7-8, was bedeutet, dass das prototypische System in einer operationalen Umgebung getestet wurde.

Zukunftsperspektiven
Das Projekt »Tierwohl-KI« hat gezeigt, dass Künstliche Intelligenz einen wesentlichen Beitrag zum Schutz von Nutztieren leisten kann. In den kommenden Monaten soll das System weiter optimiert und einsatzfähig gemacht werden. Ziel ist es, die Plattform als Standardwerkzeug in Schlachthöfen zu etablieren.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

IDEXX führt über die Firma Quidee seinen ersten Point-of-Care-Trächtigkeitstest für Milchviehhalter in Deutschland ein

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IDEXX Laboratories, Inc., ein weltweit führendes Unternehmen in der veterinärmedizinischen Diagnostik, bringt einen neuen Vor-Ort-Trächtigkeitstest für Rinder auf den Markt, der mit Vollblut durchgeführt wird. Der Alertys OnFarm-Trächtigkeitstest ermöglicht es Milchviehhaltern, nicht tragende, kostenintensive Tiere zeitnah zu identifizieren und Managemententscheidungen schnell zu treffen.

Viele Betriebe befinden sich in ländlichen Gebieten, wo der Zugang zu einem Tierarzt eingeschränkt sein kann. Der Alertys OnFarm-Trächtigkeitstest ermöglicht Landwirten und Rinderhaltern die Kontrolle über ihr Reproduktionsprogramm zu übernehmen. Verbesserte Abkalbeintervalle durch frühere Tests und häufigere Kontrollen von auffälligen Tieren steigern die Rentabilität und Produktivität der Herde. Zusätzlich wird der einfach anzuwendende effiziente Test auch den steigenden Anforderungen an die Arbeitssicherheit für Tierärzte und Landwirte gerecht. Der Alertys OnFarm-Trächtigkeitstest ist einfach anzuwenden, erfordert nur minimale Schulung und liefert vor Ort effiziente und genaue Ergebnisse.

In Deutschland wird der Test exklusiv bei Quidee erhältlich sein. Auf der EuroTier 2025 (12. bis 15. November 2024), der Weltmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock_Management, erfolgt der Verkaufsstart auf dem gemeinsamen Messestand von Quidee und IDEXX auf in Halle 11, Stand C19.

Weitere Infos über www.quidee.de.

Quelle: QUIDEE GmbH

Ceva Animal Health stellt bei der EuroTier 2024 modernste Lösungen für Schweinehalter vor

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Zu den Highlights der „EuroTier“ gehört bei Ceva das „Ceva Lung Program“, ein weltweit einzigartiges und standardisiertes System zur Bewertung von Lungenläsionen bei Schlachtschweinen. Darüber hinaus ist das EASI Smart Needle Device ideal für hochwertige Standardbehandlungen von Ferkeln.

Ceva ist im europäischen Sektor für Schweinegesundheit als zweitgrößter Akteur anerkannt. Das Unternehmen engagiert sich mit hochwertigen Impfungen, Präventivprodukten sowie innovativen Technologien und Dienstleistungen für die Verbesserung der Schweinegesundheit.

Das Ceva-Lung Program nutzt eine umfassende Lungen-Scoring-Methode, um Vorhandensein, Verbreitungsmuster und Auswirkungen von Mycoplasma hyopneumoniae- und Actinobacillus pleuropneumoniae-Infektionen zu bewerten und optimale Impfprotokolle zu erstellen. „Mit den in intuitiven Berichten dargestellten Ergebnissen und unterstützt durch Daten, die über eine einfach zu bedienende App zugänglich sind, die für alle Schlachthöfe weltweit entwickelt wurde, ermöglicht dieses Programm Tierärzten und Landwirten, fundierte Entscheidungen zu treffen“, sagt Andreas Tschuor, Vice-President BENEDACH bei Ceva Animal Health.

Das Swine EASI Smart Needle Device verändert die Art und Weise der Verabreichung von Standardbehandlungen bei Ferkeln mit Fokus auf der Impfqualität. Sein innovatives Design gewährleistet eine nahtlose Kompatibilität mit allen Produkten am Markt und garantiert die Sicherheit und die Wirksamkeit bei jeder Behandlung. Durch die Integration mit den Softwareanwendungen von Ceva, einschließlich Injector Manager und Precision Health Program (PHP), bietet EASI eine umfassende Analyse der Behandlungen und liefert den Erzeugern wertvolle Erkenntnisse zur Optimierung ihrer Behandlungen. Darüber hinaus identifiziert das Gerät Tiere über die RFID-Ohrmarken, was eine genaue Verfolgung der einzelnen Ferkel ermöglicht. So wird sichergestellt, dass jedes Tier eine maßgeschneiderte Behandlung erhält und gleichzeitig die höchsten Standards der Qualitätskontrolle eingehalten werden.

Auf der EuroTier stellt Ceva in Halle 21, Stand A26 aus.

Link zum App-Download

Quelle: Ceva

Ein Bienen-Gen spezifiziert kollektives Verhalten

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Forschende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) untersuchten zusammen mit Kollegen aus Frankfurt, Oxford und Würzburg, wie das komplexe, kooperative Verhalten von Honigbienen (Apis mellifera) genetisch programmiert ist, so dass es an nachfolgende Generationen weitergegeben werden kann. Sie fanden die Antwort im sogenannten doublesex-Gen (dsx), wie sie in der Fachzeitschrift Science Advances erläutern.

Verhaltensinteraktionen zwischen Organismen sind grundlegend und vielfach angeboren. Jeder Mensch und jedes Tier interagieren auf die eine oder andere Art durch ihr Verhalten mit anderen Individuen ihrer sozialen Gruppe. Im Tierreich bringt dies erhebliche Vorteile bei der gemeinsamen Nahrungsbeschaffung, beim Schutz vor Feinden und bei der Aufzucht von Nachkommen.

Bei einigen Tieren wie der Honigbiene sind die sozialen Verhaltensbindungen so ausgeprägt, dass einzelne Individuen zusammen eine feste Gemeinschaft bilden. Zusammen funktionieren sie wie ein einzelner „Superorganismus“. Tausende von Arbeitsbienen schützen dabei durch ihr individuelles Verhalten die ganze Kolonie, ernähren sie und kümmern sich um die Brut.

Prof. Dr. Martin Beye, Leiter des Instituts für Evolutionsgenetik der HHU und Korrespondenzautor der nun in Science Advances erschienenen Studie, betont: „Das Verhaltensrepertoire der einzelnen Biene und die gemeinschaftliche Koloniefunktion sind nicht erlernt, sondern vererbt. Bisher war aber nicht bekannt, wie so komplexe Verhaltensweisen genetisch kodiert sind.“

Forschende der HHU um Beye und Erstautorin Dr. Vivien Sommer haben nun zusammen mit Kollegen von den Universitäten Frankfurt/Main, Oxford und Würzburg herausgefunden, dass ein spezielles Gen, genannt dsx, das arbeiterspezifische Verhalten kodiert.

Sommer: „Das Gen programmiert, ob eine Arbeiterin eine Aufgabe in der Kolonie aufnimmt und wie lange sie dies tut. Hierzu gehören beispielsweise auch Aspekte gemeinschaftlicher Arbeit wie die Versorgung der Larven oder die Beschaffung und der soziale Austausch von Nahrung.“

Für ihre Untersuchungen haben die Biologen das dsx-Gen bei einigen Bienen mithilfe der Genschere CRISPR/Cas9 verändert oder ausgeschaltet. Die entsprechend manipulierten Bienen haben sie mit einem QR-Code beklebt und ihr Verhalten im Bienenstock anschließend mit Kameras überwacht. Die entstandenen Videosequenzen wurden mit KI-Unterstützung ausgewertet, so dass die individuellen Verhaltensmuster der Bienen bestimmt werden konnten.

Sommer: „Unsere zentrale Frage war, ob und wie sich die angeborenen Verhaltensmuster durch die Veränderung des Gens verändern. Solche Änderungen müssen sich im Nervensystem der Arbeiterinnen widerspiegeln, wo ja die Steuerprogramme für das Verhalten ablaufen.“

Die Forschenden haben sogenanntes Grün fluoreszierendes Protein (kurz GFP) in die dsx-Sequenz integriert, so dass GFP zusammen mit dem dsx-Protein hergestellt wurde. Hierdurch konnten, mithilfe von Fluoreszenzmikroskopie, die neuronalen Verschaltungen sichtbar gemacht werden, sowohl bei den unveränderten Bienen als auch bei denjenigen mit genetischen Modifikationen. „Mit diesen Werkzeugen konnten wir genau sehen, welche Verbindungswege im Gehirn das dsx-Gen schafft, die wiederum die angeborenen Verhaltensmuster der Honigbiene regulieren“, sagt Doktorandin Jana Seiler, ebenfalls Koautorin der Studie.

„Die Ergebnisse deuten auf ein grundlegendes genetisches Programm hin, welches die neuronale Verschaltung und das Verhalten der Arbeiterin bestimmt“, meint Prof. Dr. Wolfgang Rössler vom Lehrstuhl für Verhaltensphysiologie und Soziobiologie, Kooperationspartner an der Universität Würzburg.

Im nächsten Schritt wollen die Forschenden den Schritt von der einzelnen Honigbiene hin zum Superorganismus Bienenvolk tun. Alina Sturm, ebenfalls Doktorandin an der HHU und Koautorin: „Wir hoffen, das Bindeglied zwischen individueller Programmierung und dem koordinierten Verhalten vieler Individuen zu finden.“

Originalpublikation:
Vivien Sommer, Jana Seiler, Alina Sturm, Sven Köhnen, Anna Wagner, Christina Blut, Wolfgang Rössler, Stephen F. Goodwin, Bernd Grünewald, Martin Beye. Dedicated developmental programing for group-supporting behaviors in eusocial honeybees. Science Advances (2024).

Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Mit regionalen Futtermitteln Geflügel klimafreundlicher füttern – BMEL fördert Projekt FUETURE

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Erbse, Ackerbohne und Roggen gelten als klimaangepasste Futtermittel und könnten einen maßgeblichen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Erzeugung von tierischen Lebensmitteln leisten. Aus diesem Grund wollen das Institut für Tierernährung und die Forschungseinrichtung Wissenschaft und Innovation für Nachhaltige Geflügelhaltung (WING) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersuchen, wie Masthühner (Broiler) mit diesen in Deutschland angebauten Pflanzen ressourcenschonender gefüttert werden können. Das BMEL hat dafür nun grünes Licht gegeben: Mit dem Kooperationsprojekt FUETURE wollen die Forschenden gemeinsam mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen und der Industrie Treibhausgasemissionen und den Energieverbrauch bei der Futtermittelherstellung reduzieren. Konkret werden sie neue Futtermittel testen, um die Tiergesundheit zu steigern sowie nachhaltiger und regionaler zu füttern.

„Solche ressourceneffizienten Futtermittel und innovative Mischfutterkonzepte können einen maßgeblichen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Erzeugung von tierischen Lebensmitteln erreichen“, erklärt Professor Dr. Christian Visscher, Leiter des Instituts für Tierernährung, der zusammen mit Professorin Dr. Nicole Kemper, Leiterin des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie, das WING leitet. „Zudem wirken sie sich positiv auf das Tierwohl aus.“ Erbse und Ackerbohne scheinen als Proteinträger vielversprechend, Roggen als Energieträger. „Wir wollen wissenschaftlich die Besonderheiten von Roggen, Erbse, Ackerbohne und heimischer Sojabohne in der Geflügelernährung untersuchen. Außerdem interessieren uns potenzielle Effekte auf Tiergesundheit und Tierwohl“, sagt Visscher. Vorweg wird die TH Bingen den Futterwert ermitteln. Ziel ist es, wissenschaftlich den ökologischen Fußabdruck eines innovativen Fütterungskonzeptes für Masthühner zu ermitteln.

Neben der TiHo und der TH Bingen sind auch die Internationale Forschungsgemeinschaft Futtermitteltechnik e.V. (IFF) sowie das Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS Initiator des jetzt genehmigten Projektes FUETURE. Alle Projektpartner sind jeweils für einen Bereich verantwortlich. Zunächst evaluiert das WING die Futterpflanzen mit Blick auf ihre Nachhaltigkeit. Auf dieser Basis analysiert die TH Bingen den Futterwert, um zu ermitteln, welche Einsatzmengen der zu testenden Futtermittel am besten sind. Anschließend untersucht das Institut für Tierernährung, wie sich die verschiedenen Futtermittel in den unterschiedlichen Dosierungen auf die Gesundheit und das Wohl der Masthühner auswirken.

Über das WING
Das WING ist eine drittmittelfinanzierte Forschungseinrichtung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Der Landesverband der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) unterstützt das WING durch Sonderbeiträge von Mitgliedsunternehmen aus der vor- und nachgelagerten Verbundwirtschaft und schafft damit eine Grundlage für die angewandte Forschung im Bereich der Geflügelhaltung. Das WING setzt wissenschaftliche Projekte aus den Fachrichtungen Tierwohl und Tiergesundheit, Tierhaltung und Tierernährung, Nachhaltigkeit sowie Umweltschutz inter- und transdisziplinär um.

Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule

Offshore-Aquakultur: Die Zukunft der Algenzucht

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Die Aquakultur ist der weltweit am schnellsten wachsende Lebensmittelsektor. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, sind Lösungen außerhalb der durch Schifffahrt, Tourismus und Ausbau von Küstenbauwerken belasteten Küstengewässer gefragt. Das internationale Verbundprojekt „Ngā Punga o te Moana – Anchoring Our Open Ocean Future“, an dem die TU Braunschweig beteiligt ist, setzt genau hier an. Es verfolgt das Ziel, die Aquakultur aus überlasteten Küstenregionen in offene, exponierte Offshore-Gebiete zu verlagern. Expert*innen aus den Bereichen Wasserbau, Statik und Meeresbiologie arbeiten zusammen, um Technologien zu entwickeln, die den extremen Bedingungen auf hoher See standhalten.

Die Verlagerung der Aquakultur in küstenferne Gebiete hat handfeste Vorteile. Offshore-Standorte bieten mehr Platz für Expansion, saubereres und kühleres Wasser, weniger Bewuchs der Zuchtstrukturen durch Meerestiere und ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die gezüchteten Arten. Darüber hinaus hat hier die Aquakultur weniger negative Auswirkungen auf den Lebensraum am Meeresboden. „Damit könnte also das landwirtschaftliche Potenzial der offenen See erschlossen werden“, sagt Professor Nils Goseberg, Leiter des Leichtweiß-Instituts für Wasserbau der TU Braunschweig.

Allerdings sind diese Gebiete auch mit deutlich größeren Herausforderungen verbunden: Tiefere Gewässer, stärkere Strömungen und höhere Wellen stellen hohe Anforderungen an die Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Aquakulturanlagen. Ein entscheidender Aspekt ist daher die präzise Bestimmung der Kräfte, die auf die Infrastruktur wirken, um eine Überdimensionierung, die zu hohen Kosten für die Anker und deren Komponenten führt, ebenso zu vermeiden wie eine Unterdimensionierung, die ein Versagen des Systems bei Sturm zur Folge hätte. Größere Entfernungen von der Küste wirken sich zusätzlich auf die Kosten für Anfahrt und Wartung aus, was wartungsarme Anlagen erfordert.

Innovative Algenfarm vor Neuseelands Küste
Ein Ziel des internationalen Projekts „Ngā Punga o te Moana – Anchoring Our Open Ocean Future“ ist daher die Entwicklung einer neuartigen Seetangfarm, die als Prototyp vor der Küste Neuseelands installiert werden soll. Seetang ist äußerst flexibel und bewegt sich mit den Wellen, wodurch sich seine Angriffsfläche ständig verändert. „Diese zusätzliche Dynamik erschwert die Berechnung der auf den Seetang und die gesamte Farm wirkenden Kräfte – ein Aspekt, der bislang wissenschaftlich nur unzureichend erforscht ist“, erklärt Projektmitarbeiter Henrik Neufeldt vom Leichtweiß-Institut für Wasserbau.

Die Forschungsarbeit der Wissenschaftler*innen am Leichtweiß-Institut für Wasserbau umfasst sowohl Experimente im Wellenkanal und Wellenbecken als auch Computermodellierungen, um das Verhalten von Seetang und Farmstruktur unter realen Bedingungen zu analysieren. In der ersten Versuchsreihe untersuchten die Forschenden im 2-Meter-Wellenkanal die Kräfte und die Bewegung von Seetang auf Langleinen. Das sind Kunststoffseile, an denen der Seetang wächst, die durch Schwimmkörper an der Wasseroberfläche gehalten werden und deren Enden mit dem Grund verankert sind. Dazu wurden Ersatzkörper mit gleicher Steifigkeit und Dicke erstellt, um die Verformungen der Algen realistisch abbilden zu können. „Auch die Form wurde dem Seetang nachempfunden“, so Henrik Neufeldt. Spezielle Sensorsysteme, wie zum Beispiel das Particle-Tracking-Velocimetry (PTV) System, erfassen das Strömungsfeld um die Struktur, während die auf die Pflanzen wirkenden Kräfte durch sogenannte Kraftmessdosen bestimmt werden.

Ziel der Experimentreihe ist es, herauszufinden, wie sich die Kräfte und Bewegungen des Seetangs unter verschiedenen Wellenbedingungen verändern und wie sich benachbarte Kultivierungsleinen gegenseitig beeinflussen. Diese Erkenntnisse fließen in Computermodelle ein, um die Lastenbestimmung für das Gesamtsystem zu überprüfen und weiter zu optimieren.

Realistische Offshore-Bedingungen im Wellenbecken
In einer zweiten Versuchsreihe im Wellenbecken haben die Braunschweiger Wissenschaftler*innen die Seetangfarm im Maßstab 1:20 nachgebaut. Hier lag der Fokus auf der Ermittlung der Gebrauchstauglichkeit des Systems unter realistischen Offshore-Bedingungen. Unterschiedliche Materialien für die Kopfleinen, die die Kultivierungsleinen miteinander verbinden und damit als Anschlusspunkte zwischen Anker und Farm dienen, sowie verschiedene Arten von Verankerungssystemen wurden getestet, um optimale Bedingungen für das Wachstum des Seetangs sicherzustellen. „Dabei sind vor allem Spannung und Stabilität der Leinen entscheidend, um gleichbleibende Wachstumsbedingungen hinsichtlich Licht und Nährstoffen zu gewährleisten“, sagt Henrik Neufeldt. Durch die Kombination von Kraftsensoren, Wellenpegeln, Geschwindigkeitssensoren und Motion-Tracking-Kameras konnten die Forschenden die Verformungen und Bewegungen des Systems detailliert erfassen und analysieren.

Übergeordnetes Ziel der Forschung ist es, die Offshore-Aquakultur nachhaltig und effizient zu gestalten, um den wachsenden Bedarf an marinen Ressourcen zu decken – stets unter dem Aspekt der ökologischen Verantwortung. Durch die Entwicklung neuer Technologien soll die Zukunft der Aquakultur nicht nur enorme Produktionsmöglichkeiten auch jenseits der reine Nahrungsmittelproduktion eröffnen, sondern auch dazu beitragen, die Meeresumwelt zu schonen.

Projektdaten
Das vom Cawthron Institute in Neuseeland geleitete Projekt zur Aquakultur im offenen Ozean, „Ngā Punga o te Moana“, ist ein fünfjähriges (2021–2026) nationales Forschungsprogramm. Das Projekt wird durch den Endeavour Fund der neuseeländischen Regierung mit rund 11 Millionen Neuseeländische Dollar finanziert und zielt darauf ab, die Herausforderungen zu bewältigen, um die Expansion der Aquakulturindustrie in den offenen Ozean zu ermöglichen. An dem internationalen Projekt sind Forschende aus Neuseeland, USA, Irland, Chile, Norwegen und Deutschland beteiligt. Die TU Braunschweig ist mit dem Leichtweiß-Institut für Wasserbau in Kooperation mit der iTUBS, der Innovationsgesellschaft der TU Braunschweig, eingebunden.

Weitere Informationen: https://openocean.cawthron.org.nz

Video zum Projekt und den Experimenten am Leichtweiß-Institut für Wasserbau.

Quelle: Technische Universität Braunschweig

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 5/2024 erschienen!

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„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 5/2024 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

Rinder
• Milchfieber verstehen und vorbeugen
• Frostsichere Weidetränke ohne Strom
• Sensorsysteme: Mit digitaler Überwachung zu mehr Tiergesundheit
• Neue Dippmittel zur Zitzendesinfektion
• Kälber ab Geburt überwachen
• Selektives Trockenstellen: Schon weit verbreitet?
• Häufige Fütterung zur Verbesserung von Gesundheit, Fruchtbarkeit und Milchleistung

Schweine
• Komfort und Gesundheit für Schweine
• Sauen individuell nach Futterkurve füttern
• Nadelloses Impfen bei Schweinen: Chancen und Herausforderungen im Tiergesundheitsmanagement
• Die Kombination von Toltrazuril und Eisen: Zeit sparen – Ferkelgewicht gewinnen

Geflügel
• Kreislaufwirtschaft – Regionale Futterinsekten für Masthühner

Bienen
• Beenovation: 16 Verbundprojekte liefern Erkenntnisse für den Schutz von Bestäuberinsekten

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt 1 x registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail „OK“ klicken und gleich kostenfrei downloaden und lesen!

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Initiative Tierwohl: Rinderprogramm wird fortgesetzt

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▪ Fortführung von ITW Rind bis Ende 2025
▪ Kriterien bleiben unverändert
▪ Einführung einer unbefristeten Teilnahme für Rinderbetriebe

Die Initiative Tierwohl (ITW) Rind wird fortgesetzt. Vertreter aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Handel haben sich auf die Fortsetzung des Programms geeinigt. Neben den Programmen für Schwein und Geflügel ist damit auch die Zukunft der ITW Rind gesichert. Die Branchenvertreter haben die Fortsetzung der ITW Rind bis mindestens Ende 2025 beschlossen.

Mit der Fortführung des ITW-Rind-Programms setzen die Partner in der Initiative Tierwohl zwar ein klares Zeichen für die Zukunft der Rinderhaltung in Deutschland. Allerdings hatte die ITW einen längeren Zeitraum avisiert. „Wir freuen uns, dass Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel einen weiteren wichtigen Schritt für eine gesicherte und gesellschaftlich anerkannte Zukunft der Nutztierhaltung machen“, erklärt Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Damit schaffen wir gemeinsam Planungssicherheit für die Landwirte und leisten einen entscheidenden Beitrag zu einer tiergerechteren Rinderhaltung. Allerdings war eine über Ende 2025 hinausreichende Selbstverpflichtung der Branchen angesichts des Eckpunktepapiers des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Ausweitung der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung auf Rind nicht erreichbar. Zu groß war die Verunsicherung in der Diskussion um die Kriterien und im Hinblick auf die Prüfsystematik, die durch die im Papier artikulierten Rahmenbedingungen in der Wirtschaft entstanden ist.“

Eine wichtige Neuerung bei der jetzt beschlossenen Fortführung der ITW Rind ist die Einführung einer unbefristeten Teilnahme der Betriebe, ähnlich wie bereits bei den Programmen für Schwein und Geflügel. Diese Regelung gibt den Betrieben Planungssicherheit und ermöglicht es ihnen, ohne wiederholte Übergangsaudits im Programm zu bleiben. Die bisher bekannten Programmphasen werden für die Tierhalter damit irrelevant. Die Kriterien für ITW-Rind im Jahr 2025 bleiben dabei unverändert bestehen.

Ab 2025 wird der verbindliche Preisaufschlag außerdem aufgrund kartellrechtlicher Anforderungen, ähnlich wie bei Geflügel und Schwein bereits erfolgreich durchgeführt, durch eine Preisempfehlung ersetzt. Diese bleibt in ihrer Höhe unverändert bei 10,7 Cent pro kg Schlachtgewicht (SG) für die Rindermast und 4 Cent pro kg SG für Schlachtkühe. Für die Kälbermast wird weiterhin keine Preisempfehlung ausgesprochen, hier wird der Preisaufschlag direkt zwischen den Partnern vereinbart.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Vorschau auf das E-Magazin 5/2024

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Die kommende Ausgabe des E-Magazin „Der Hoftierarzt“ bietet folgende Themen:

Rinder
• Milchfieber verstehen und vorbeugen
• Frostsichere Weidetränke ohne Strom
• Sensorsysteme: Mit digitaler Überwachung zu mehr Tiergesundheit
• Neue Dippmittel zur Zitzendesinfektion
• Kälber ab Geburt überwachen
• Selektives Trockenstellen: Schon weit verbreitet?
• Häufige Fütterung zur Verbesserung von Gesundheit, Fruchtbarkeit und Milchleistung

Schweine
• Komfort und Gesundheit für Schweine
• Sauen individuell nach Futterkurve füttern
• Nadelloses Impfen bei Schweinen: Chancen und Herausforderungen im Tiergesundheitsmanagement
• Die Kombination von Toltrazuril und Eisen: Zeit sparen – Ferkelgewicht gewinnen

Geflügel
• Kreislaufwirtschaft – Regionale Futterinsekten für Masthühner

Bienen
• Beenovation: 16 Verbundprojekte liefern Erkenntnisse für den Schutz von Bestäuberinsekten

Wer noch kein kostenfreies Abo hat, kann hier seine E-Mail-Adresse eingeben und erhält sofort nach Erscheinen der neuen Ausgabe einen Link zum Download. Es lohnt sich!

Vogelgrippe: Erste H5N1-Nachweise beim Schwein in den USA

Amerikanische Veterinärbehörden veröffentlichten am 30.Oktober ein Update zu HPAI-Nachweisen auf einem nicht-kommerziellen Kleinbetrieb in Oregon, darunter erste H5N1-Nachweise bei Schweinen.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) und die Veterinärbehörden des Staates Oregon untersuchen positive Fälle von H5N1 auf einem Kleinbetrieb in Oregon, auf dem Geflügel und Vieh, darunter auch Schweine, gehalten werden. Das Landwirtschaftsministerium von Oregon gab am Freitag, den 25. Oktober bekannt, dass Geflügel auf dieser Farm den ersten H5N1-Nachweis in Crook County (Oregon) darstellt. Am Dienstag, den 29. Oktober, bestätigten die Laboratorien des National Veterinary Services des USDA außerdem, dass eines der fünf Schweine der Farm mit H5N1 infiziert ist – der erste Nachweis von H5N1 bei Schweinen in den Vereinigten Staaten.

Das Vieh und das Geflügel auf dieser Farm teilten sich Wasserquellen, Unterbringung und Ausrüstung; in anderen Staaten hat diese Kombination bereits eine Übertragung zwischen Arten ermöglicht. Obwohl die Schweine keine Krankheitsanzeichen zeigten, testeten das Gesundheitsministerium von Oregon und das US-Landwirtschaftsministerium die fünf Schweine aus Vorsicht und wegen des Vorhandenseins von H5N1 bei anderen Tieren auf dem Gelände auf H5N1. Die Schweine wurden euthanasiert, um weitere diagnostische Analysen zu ermöglichen. Die Testergebnisse für zwei der Schweine waren negativ, und für zwei weitere stehen die Testergebnisse noch aus.

Diese Farm ist ein nichtkommerzieller Betrieb und die Tiere waren nicht für die kommerzielle Lebensmittelversorgung bestimmt. Aufgrund dieses Befundes gibt es keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Schweinefleischversorgung der USA.

Darüber hinaus wurde die Farm unter Quarantäne gestellt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Andere Tiere, darunter Schafe und Ziegen auf der Farm, stehen weiterhin unter Beobachtung.

Die National Veterinary Services Laboratories (NVSL) des USDA haben eine Genomsequenzierung des Virus des infizierten Geflügels auf dieser Farm durchgeführt. Dabei wurden keine Veränderungen am H5N1-Virus festgestellt, die darauf schließen lassen würden, dass das Virus leichter auf Menschen übertragbar ist. Dies deutet darauf hin, dass das derzeitige Risiko für die Bevölkerung gering bleibt.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden, die Oregon Health Authority, die Oregon State Veterinarian, das Oregon Department of Agriculture sowie das US-Landwirtschaftsministerium und das US-Gesundheitsministerium koordinieren diese Untersuchung und werden weitere Updates bereitstellen, sobald diese verfügbar sind.

Bei allen Nachweisen von H5N1 wird das virale Genom sequenziert, um medizinischem Fachpersonal und der Forschungsgemeinschaft zusätzliche Informationen zu liefern, die das Verständnis des Virus verbessern. Die genetische Sequenzierung dieser Proben ist im Gange, die Sequenzierungsergebnisse können jedoch aufgrund der geringen Viruskonzentrationen in den Proben nicht eindeutig sein.

Das USDA erinnert alle Landwirte daran, dass umfassende Biosicherheit für die Ausrottung dieses Virus und den Schutz der Gesundheit von Landarbeitern, Landwirten und ihren Familien, Vieh und Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist.

Das USDA investiert weiterhin stark in die Impfstoffforschung und -entwicklung als Instrument zur Eindämmung und möglicherweise zur Beendigung der Ausbreitung dieses Virus unter Tieren. Das USDA hat zwei Feldsicherheitsstudien für Impfstoffkandidaten genehmigt, die Milchkühe vor H5N1 schützen sollen, und untersucht weiterhin Impfstoffoptionen für andere Arten.

Quelle: USDA

Wildbienen profitieren von Bio-Landbau – Unterschiede in der Flächenbewirtschaftung wirken sich laut Studie auf Populationen aus

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Je ausgedehnter biologisch bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen sind, desto besser können sich Populationen einer bestimmten Mauerbienenart entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam unter der Leitung des Ulmer Bienenexperten Dr. Samuel Boff. Die Studie, die nun in der Fachzeitschrift Science of the Total Environment veröffentlicht wurde, weist nicht nur nach, dass in Gebieten, in denen chemische Pestizide eingesetzt werden und weniger Blüten als Nahrungsquellen verfügbar sind, weniger Bienen leben. Die Untersuchung belegt auch, dass eine konventionelle Landbewirtschaftung die Fortpflanzungskommunikation von Wildbienen stören kann.

Forschende beobachten seit Jahren, dass besonders in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten die Zahl von Wildbienen dramatisch sinkt. Wildbienen sind als Bestäuber für die Nahrungsmittelproduktion unverzichtbar und spielen eine sehr wichtige Rolle für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Der Rückgang der Tiere gefährdet die Ernährungssicherung und Ökosysteme weltweit. Um den Gründen für die sinkende Zahl an Wildbienen auf Landwirtschaftsflächen auf die Spur zu kommen, hat Dr. Samuel Boff vom Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik der Universität Ulm mit weiteren Ulmer Forschenden und einem internationalen Team untersucht, wie sich unterschiedliche Bewirtschaftungsformen – biologisch versus konventionell – auf Wildbienenpopulationen auswirken. Im Fokus stand dabei die Mauerbienenart Osmia bicornis.

Überwachung mit „Bienenhotels“
Die Forschenden stellten für ihre Beobachtungen „Bienenhotels“, also künstliche Nisthilfen, in acht konventionell und sieben biologisch bewirtschafteten Betrieben in Baden-Württemberg auf. Für ein möglichst unverfälschtes Ergebnis wählten sie die überwachten Flächen jeweils so aus, dass sie den normalen Bewegungsradius der Bienen, der auf etwa 500 Meter um die Nistplätze herum begrenzt ist, abdeckten. Das Team dokumentierte Landschaftsmerkmale, darunter das Ausmaß biologisch bewirtschafteter Anbauflächen, sowie die Anzahl der Pflanzen, die als Nahrungsquelle dienen, und verglich die Anzahl der Bienennester und Nachkommen sowie die Körpergrößen des Nachwuchses. Zudem führten die Forschenden chemische Analysen der sogenannten kutikulären Kohlenwasserstoffe auf der Körperoberfläche der Bienen durch. Diese haben eine Schutzfunktion, dienen aber auch der sexuellen Kommunikation zwischen Geschlechtspartnern. Damit spielen die kutikulären Kohlenwasserstoffe eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung. Nachdem sie den Einfluss der Anbausysteme auf die chemische Zusammensetzung der Verbindungen festgestellt hatten, testeten die Forschenden in Laborexperimenten biologische Reaktionen, um nachzuvollziehen, inwiefern das jeweilige Anbausystem die chemischen Verbindungen an den Bienenkörpern beeinflusst und ob sich dies auf das Paarungsverhalten auswirkt.

Mehr Bio, mehr Nachwuchs
„Wir haben festgestellt, dass die Populationsgröße mit der Ausdehnung biologischer Landwirtschaft in der Landschaft zunimmt. In Regionen mit einem höheren Anteil an biologischem Landbau und keinem oder reduziertem Pestizideinsatz gab es eine höhere Blütenvielfalt und mehr verfügbare Nahrungsressourcen für Bestäuber. Hier haben wir mehr Weibchen gezählt, die Nester bauten, und die Anzahl der von ihnen gebauten Brutkammern sowie der Nachkommen war höher“, berichtet Projektkoordinator Boff. Die Körper des – geringeren – Nachwuchses von Bienen in konventionellen Gebieten waren indes größer. Möglicherweise, um aufgrund der schlechteren Nahrungsverfügbarkeit in der Umgebung ihrer Nester in den konventionellen Gebieten die Sammelfähigkeiten zu verbessern.

Gestörte sexuelle Kommunikation
„Die Studie belegt des Weiteren, dass konventionelle Landwirtschaft die chemische Kommunikation der Bienen stört. Die kutikulären Kohlenwasserstoffe auf der Körperoberfläche der untersuchten Bienen in konventionell bewirtschafteten Gebieten unterschieden sich von denen in biologischen“, sagt Professor Manfred Ayasse von der Universität Ulm. Der stellvertretende Leiter des Instituts für Evolutionäre Ökologie und Naturschutzgenomik ist Co-Autor der Studie. Besonders zwei Verbindungen, (Z)-11-Heptacosen und (Z)-9-Nonacosen, zeigten sich bei Weibchen aus konventionellen Betrieben häufiger. Im Labor beobachteten die Forschenden, dass diese Bienen eine stärkere sexuelle Anziehungskraft auf Männchen aus einem neutralen Gebiet ausübten. „Die Männchen zeigten gegenüber diesen Weibchen ausgeprägtere sexuelle Signale in Form von deutlicherem präkopulatorischen Verhalten, wie Flügelfächeln und Paarungsversuchen – ein Hinweis auf eine veränderte sexuelle Kommunikation in Folge des häufigeren Vorkommens der Verbindungen (Z)-11-Heptacosen und (Z)-9-Nonacosen bei den weiblichen Bienen aus konventionellen Betrieben“, erklärt Boff. Ein denkbarer Grund dafür ist, dass Bienen aus konventionellen Betrieben aufgrund kleinerer Populationen einer stärkeren Konkurrenzsituation ausgesetzt sind und daher mehr Sexualpheromone produzieren, um ihre Anziehungskraft zu steigern.

„Wir haben nachgewiesen, dass konventionelle landwirtschaftliche Praktiken nicht nur die Nahrungsquellen der Bienen beeinflussen, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf ihr Fortpflanzungs- und Paarungsverhalten haben können“, unterstreicht Boff. „Wir wissen noch nicht, welche Folgen dies genau hat, aber unsere Ergebnisse heben den Einfluss des Anbausystems auf die Fortpflanzung der Wildbienen hervor. Die Auswirkungen der chemischen Veränderungen weiter zu untersuchen, etwa auf die molekularen Abweichungen und ob ähnliche Effekte auch bei anderen Bestäuberarten beobachtet werden können, sind wichtige Ansatzpunkte für weitere Untersuchungen.“

Gefördert wurde das Forschungsprojekt von der Aurelia-Stiftung und der Software AG-Stiftung (SAGST).

Quelle: Universität Ulm

Bovikalc Dry: Weniger Milch zum Trockenstellen, mehr Wohlbefinden für die Kuh

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Neueste Ergebnisse einer Studie* zu BOVIKALC® Dry zeigen, dass Kühe sich wohler fühlen, wenn die Milchproduktion zum Trockenstellen signifikant reduziert wird. Die aktuelle Untersuchung umfasste drei Herden und schloss insgesamt 901 Kühe ein. Von diesen erhielten 458 Kühe BOVIKALC® Dry zum Trockenstellen, während 443 Kühe kein BOVIKALC® Dry erhielten. Kühe, die BOVIKALC® Dry erhielten, hatten am Tag nach dem Trockenstellen eine deutlich längere Liegezeit (+33 min) als die Kühe der Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse sind im Einklang mit einer früheren Studie**, die einen signifikant verringerten Euterinnendruck und längere Liegezeiten nach dem Trockenstellen bei den mit Bovikalc Dry versorgten Kühen nachgewiesen hatte.

Bildquelle: Boehringer Ingelheim

Die Studie zeigte auch: Kühe, deren Milchleistung zum Trockenstellen verringert wurde, hatten in den beiden ersten monatlichen Milchkontrollen nach dem Kalben niedrigere Zellzahlen.

Weitere Ergebnisse:

• Das Risiko für klinische Mastitis war nach 90 Tagen in der Laktation um 22 % bzw. nach 300 Laktationstagen um 25 % niedriger.
• Das Risiko für eine Merzung war nach 90 Tagen in der Laktation um 30 % bzw. nach 300 Tagen um 18 % niedriger.

Diese Ergebnisse zeigen: Die Reduktion der Milchproduktion zum Trockenstellen steigert das Wohlbefinden der Kühe und senkt das Mastitisrisiko in der Folgelaktation.
Weitere Informationen finden Sie auf https://www.bovikalc.de/bovikalc-dry

Studien:

*Florentino, C. et al. (2024): Randomized clinical trial evaluating the effects of administering acidogenic boluses at dry-off on udder health, milk yield, and herd removal. J Dairy Sci 107:3899–3915

**Maynou G. et al. (2018): Effects of oral administration of acidogenic boluses at dry-off on performance and behavior of dairy cattle. J Dairy Sci 101:11342–11353

Quelle: Boehringer Ingelheim

Digitale Technologien prägen die Zukunft der Agrarwirtschaft

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Am 10. Oktober 2024 fand im Agrarbildungszentrum Landsberg am Lech die Netzwerk-Veranstaltung „Landwirtschaft im Wandel: Mensch-Technik-Zukunft“ statt. Organisiert vom Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern (KNeDL) bei Bayern Innovativ in Kooperation mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV), bot das Event eine einzigartige Plattform, um die neuesten Entwicklungen und Trends in der Landwirtschaft zu diskutieren. Über 150 Teilnehmer aus Landwirtschaft, Forschung, Lehre, Start-Ups und interessierte Fachleute nutzten die kostenfreie Veranstaltung zum Austausch und zur Vernetzung.

Fokus auf Digitalisierung und neue Perspektiven
Die Landwirtschaft steht vor großen Veränderungen, die durch digitale Technologien und innovative Ansätze ermöglicht werden. Die Veranstaltung zeigte praxisnah, wie diese Technologien den Alltag und die Effizienz auf landwirtschaftlichen Betrieben verbessern. Stephan Bissinger, schwäbischer BBV-Bezirkspräsident und Vorsitzender der Fachgruppe für Forschung, Innovation und Digitalisierung, betonte: „Wir wollen bei der Digitalisierung richtig Gas geben: Die digitalen Möglichkeiten in der Landwirtschaft sind vielfältig und oft bereits Realität auf unseren Äckern und in unseren Ställen.“ Es gehe darum, die Erfahrungen aus der Praxis sichtbar zu machen und weiterzugeben. Auch Christian Metz, Leiter des KNeDL bei Bayern Innovativ, unterstrich die Bedeutung des Themas: „Es geht uns darum zu zeigen und zu verbreiten, wie digitale Technologien erfolgreich in der Praxis eingesetzt werden. Welche Erfahrungen gibt es bisher? Welche Lösungen passen zu meinem Betrieb?“

Dr. Christian Dürnberger von der Veterinärmedizinische Universität Wien betonte in seiner Keynote, dass die Gesellschaft die Landwirtschaft eher bevorzugt als traditionell und technikfern wahrnehmen möchte. Die Landwirtschaft profitiert jedoch längst von der Digitalisierung – sei es bei der Entlastung von zeitaufwendigen Aufgaben oder bei der Effizienzsteigerung im Betriebsalltag. „Technische Innovationen und Fortschritt in der Landwirtschaft müssen den großen Werten rund um Umweltschutz, Klimaschutz und Tierwohl nicht widersprechen. Im Gegenteil – da liegen unglaubliche Potentiale. Wir brauchen neue Bilder in den Köpfen über Landwirtschaft“, so Dr. Christian Dürnberger.

Praxisberichte und innovative Start-Ups
Landwirte wie Maximilian Hagn aus Niederbayern und Kilian Kellerer aus Oberbayern sowie Stefan Froschmeir, Geschäftsführer der Birkenschwaige BioAgrikultur, stellten konkrete Beispiele vor, wie digitale Lösungen – von Agrarsoftware bis hin zur Feldrobotik – auf ihren Betrieben eingesetzt werden. Ergänzend präsentierten innovative Start-Ups wie agrantis GmbH, Agvolution GmbH, Yield Experts, NutriSen, RoKo Farming und UNIO Enterprise ihre Technologien, die die Landwirtschaft revolutionieren – von Prozessoptimierung bis zu Vertical Farming.

Diskussion zu Wissensvermittlung in der digitalen Landwirtschaft
Ein weiterer Programmpunkt war die Diskussionsrunde zur Frage, wie Landwirte an Wissen über digitale Technologien gelangen können. Hier diskutierten Elisa Bauer, Junglandwirtin, Thomas Wiedemann, Leiter der Landmaschinenschule, und Gunther Strobl, Direktor für Qualifizierung und Bildung beim BBV und Martin Hirt, Referatsleiter, Digitalisierung und nachhaltige Betriebsentwicklung, Landwirtschaftskammer Österreich, mit dem Publikum.

Gemeinsam die Zukunft gestalten
Zum Abschluss bot die Veranstaltung Raum für vertiefte Gespräche in der Ausstellung, bei der moderne Technologien und innovative Lösungen praxisnah präsentiert wurden. Die Teilnehmer konnten sich über aktuelle Trends in der Agrarbildung informieren und sich vernetzen, um gemeinsam die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft anzugehen. Thomas Wiedemann, Leiter der Landmaschinenschule betonte abschließend: „Die zukünftige Generation von jungen Landwirten wird mehr in die Digitalisierung investieren und sie auch benutzen.“

Die Veranstaltung „Landwirtschaft im Wandel: Mensch-Technik-Zukunft“ hat gezeigt, dass die Digitalisierung längst in der Landwirtschaft angekommen ist. Darüber hinaus war sie eine wertvolle Plattform, um neue Wege für die Zukunft der Branche zu ebnen.

Quelle: Bayern Innovativ – Bayerische Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH