„Oscar“ der Landwirtschaft vergeben – CeresAward 2018

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Den „Oscar“ als Landwirt des Jahres haben sie bei der Galaveranstaltung „Nacht der Landwirtschaft“ zwar nicht bekommen, doch in der Kategorie „Geflügelhaltung“ und „Geschäftsidee“ sind zwei Niedersachsen die Sieger: Rainer Duits aus Bockhorn und Jana Hansen aus Burgdorf. Beim CeresAward 2018, der laut Branchenvertretern „höchsten landwirtschaftlichen Auszeichnung“, konnten sie überzeugen und die Konkurrenz hinter sich lassen. Der zum fünften Mal ausgelobte Wettbewerb stand unter dem Motto „Wertschätzung für die Landwirtschaft“. Mit dem vom Fachmedium „agrarheute“ ausgelobten CeresAward sollen Landwirte unterstützt, ihre Leistung gewürdigt und diese einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden. Eine unabhängige Jury wählt aufgrund der eingereichten Bewerbungsunterlagen je drei Bewerber pro Kategorie aus. Diese werden dann vor Ort auf den Höfen von der Jury bewertet, um den jeweiligen Kategorie-Sieger zu ermitteln, der sich durch Leidenschaft, Ideenreichtum und Engagement für Mensch, Tier und Natur in der Landwirtschaft verdient gemacht hat.

Rainer Duits vom Geflügelhof Onken aus Bockhorn trägt mit drei weiteren Familien Verantwortung für 42.000 Legehennen. Gemeinsam mit 90 Mitarbeitern verkauft er nicht nur jede Woche die Produkte auf den 27 Wochenmärkten in der Region, sondern kümmert sich auch um das Tierwohl der Hühner in besonderer Weise. Die nun mit dem CeresAward in der Kategorie Geflügelhaltung ausgezeichnete Idee des Geflügelhofs Onken: Der mobile Hühnerstall wird jeden Tag von einer kleinen Lok ein Stück weitergezogen. So steht dem Federvieh immer frisches Grün zur Verfügung. Dass das Glück der Erde bekanntlich auf dem Rücken der Pferde liegt, kam Jana Hansen bei ihrer Geschäftsidee in den Sinn. Sie wurde als Siegerin in der Kategorie „Geschäftsidee“ ausgezeichnet und verband bei ihrem Einstieg in die Pensionspferdehaltung höchstes Tierwohl mit arbeitswirtschaftlicher Funktionalität. Pferdegerechte Fütterungs- und Bewegungsmöglichkeiten stellen nicht nur die Tiere, sondern auch Besitzer und Besucher höchst zufrieden – und dass mit weniger Arbeitsaufwand! Der seit 400 Jahren im Familienbesitz befindliche Ackerbaubetrieb aus Burgdorf in der Region Hannover dürfte damit auch weiterhin gut für die Zukunft aufgestellt sein. Die effiziente Idee und Strategie wurde ebenfalls von der Jury prämiert. Oscar-Gewinner und somit Landwirt des Jahres 2018 darf sich der Österreicher Tobias Ilg aus Vorarlberg nennen. Er ist gleichzeitig zugleich Sieger der Kategorie Energielandwirt.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

Boehringer Ingelheim weiht neues globales F&E-Zentrum für Veterinärimpfstoffe in Lyon ein

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Boehringer Ingelheim hat in diesen Tagen ein neues globales Zentrum für biologische Forschung und Entwicklung an seinem Standort Lyon Porte-des-Alpes (LPA) in Saint-Priest, Frankreich, eingeweiht. Mit dieser Investition in Höhe von 70 Millionen Euro bekräftigt das Unternehmen die Absicht, seine führende Position auf dem Markt für Veterinärimpfstoffe auszubauen, indem es seine Aktivitäten in der Forschung und Entwicklung sowie in der biologischen Produktion in einem Exzellenzzentrum zusammenführt.

„Diese Investition zielt auf wirtschaftliche, demografische und gesundheitliche Anliegen im Zusammenhang mit der Prävention und Kontrolle der Ausbreitung von Tierseuchen ab. Zum Teil sind diese, wie beispielsweise im Fall von Tollwut und Vogelgrippe, auf den Menschen übertragbar“, so Nigel Swift, globaler Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung von Impfstoffen im Unternehmensbereich Tiergesundheit von Boehringer Ingelheim.

Das neue, 14.500 Quadratmeter große, vierstöckige Gebäude wurde über einen Zeitraum von drei Jahren geplant und errichtet. Mehr als 200 Menschen arbeiten in diesem Hightech-Labor, das den Mitarbeitern die Möglichkeit bietet, ihr Fachwissen zu bündeln. Gestaltet um optimale Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, entspricht es zudem den neuesten Umweltstandards.

Die Einweihung dieses biologischen F&E-Zentrums stellt die finale Phase des Transfers von den ehemaligen Merial-Laboren im Stadtteil Gerland in Lyon hin zum LPA-Standort dar. „Durch die Zusammenführung der Tätigkeiten im Bereich F&E und Produktion in Lyon Porte-des-Alpes wird aus diesem Standort ein international führendes Zentrum für biologische Exzellenz. Unsere Teams werden enger zusammenarbeiten, was für eine noch höhere Produktivität, Reaktionsfähigkeit und Leistung sorgen wird“, erläutert Erick Lelouche, Präsident der Tiergesundheit von Boehringer Ingelheim in Frankreich

Durch dieses Zentrum für Exzellenz will Boehringer Ingelheim sein Wachstum beschleunigen und gleichzeitig dem Kern seines Leitbilds treu bleiben: Werte schaffen durch Innovation. Zwei Jahre sind seit der Übernahme von Merial und ein Jahr seit der Einweihung der neuen französischen Boehringer Ingelheim-Zentrale, vergangen. Diese wurde im Herzen des Lyon-Gerland Biodistricts angesiedelt. Nun möchte das Unternehmen außerdem die Metropolregion Lyon zum Zentrum seiner internationalen Wachstumsstrategie machen und dabei von der Historie der Region als Wiege der Lebenswissenschaften und Immunologie profitieren.

Dieses starke Engagement spiegelt sich auch in weiteren kürzlich getroffenen Entscheidungen des Unternehmens wider, wie zum Beispiel in der Ankündigung, eine Investition in Höhe von 65 Millionen Euro für eine Formulierungs- und Abfüllanlage für Impfstoffe, ebenfalls am Standort LPA, zu tätigen. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2020 geplant.

Im Sommer dieses Jahres hatte Boehringer Ingelheim darüber hinaus eine Rekordinvestition in Höhe von 200 Millionen Euro angekündigt. Diese soll in eine neue biotechnologische Produktionseinrichtung für Impfstoffe gegen die Maul- und Klauenseuche sowie das Blauzungenvirus in der gemeinsamen Entwicklungszone ZAC de Gaulnes in Jonage, nahe Lyon, gehen. Der feierliche erste Spatenstich soll im Herbst stattfinden, der Projektabschluss ist für Ende 2021 geplant.

Quelle: Boehringer Ingelheim

Vorstand des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e. V. wiedergewählt

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Anlässlich der Sitzung des erweiterten Vorstandes des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e. V. am 30. September 2018 in Bagnoles de l´Orne war die Wahl des Vorstandes für die nächste vierjährige Amtszeit ab 1. Januar 2019 durchzuführen. Die diesjährige Studienreise führte den erweiterten Vorstand dieses Jahr nach Frankreich in die Normandie und nach Paris.

Dort stellte sich der bisherige Vorstand erneut zur Wahl und wurde vom Gremium mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Die Geschäftsverteilung wurde beibehalten.

Präsident: Dr. Holger Vogel,
1. Vizepräsident und Ressortverantwortlicher Lebensmittelhygiene, Geschäftsführer: DVM Toby Pintscher,
2. Vizepräsident und Ressortverantwortlicher Tierseuchen, Arzneimittel, Tierische Nebenprodukte: Dr. Arno Piontkowski
Vizepräsidentin und Ressortverantwortliche europäische und Internationale Angelegenheiten: Dr. Cornelia Rossi-Broy
Vizepräsidentin und Ressortverantwortliche Tierschutz: Dr. Christine Bothmann,
Vizepräsident und Kassenführer sowie Ressortverantwortlicher Internet: Dr. Christian Cegla.

Der Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, den amtstierärztlichen Dienst fit zu machen für die Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts. Konkret ist die weitere Digitalisierung und Vernetzung der relevanten Daten von der Bundesregierung einzufordern, um mit dem vorhandenen Personal zielgerichteter und effektiver die Überwachung durchführen zu können. Parallel wird das Personalbedarfsprojekt mit bundesweiter Datenerhebung fortgesetzt.

Neben den Angeboten der Länder und des Bundes wird der Bundesverband zu aktuellen Themen Kongresse und Fachseminare anbieten, um die fachlichen und sozialen Kompetenzen der amtlichen Tierärzte bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Quelle: Bundesverband der beamteten Tierärzte e. V.

Experte: Die betäubungslose Ferkelkastration ist verfassungswidrig

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Beim Fachgespräch im Bundestag am 10.10.2018, das von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen organisiert wurde, gab es eine erhellende Erkenntnis, die der ganzen Diskussion um die betäubungslose Ferkelkastration eine andere Dimension verleiht.

Laut Prof. Dr. Jens Bülte, Lehrstuhlinhaber für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht an der Universität Mannheim, sei laut Artikel 20a Grundgesetz (Tierschutz als Staatsziel) ein sofortiges Verbot der betäubungslosen Kastration unvermeidlich, da der Schutz des Verfassungsgutes (in diesem Fall der Tierschutz) anders nicht gewährleistet werden könne. Eine Verlängerung der im Tierschutzgesetz rechtlich verankerten Frist wäre also verfassungswidrig, denn es gibt ausreichend Alternativen.

Vor diesem Hintergrund steht die Ankündigung der Regierungskoalition, mittels einer Koalitionsinitiative eine Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration zu erreichen, in einem schlechten Licht. „Für den Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration von Ferkeln gab es bereits eine Übergangsfrist von fünf Jahren, die nicht genutzt wurde“, meint Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK). Eine Verlängerung um weitere zwei Jahre ist mit dem Staatsziel Tierschutz nicht vereinbar, sondern ein reines Zugeständnis der Großen Koalition an die Agrarlobby. Es stehen drei mögliche Alternativen zur Verfügung: Die Durchführung des Eingriffs unter Narkose, die Jungebermast und die Impfung gegen Ebergeruch, die nach Aussage des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) tierschutzfachlich der beste Weg ist.

„Der sogenannte „4. Weg“ ist nach jetzigem Stand der Wissenschaft kein gangbarer Weg, denn es müssen alle Alternativen daran gemessen werden, ob sie der Zielstellung, nämlich der Verbesserung des Tierschutzes, gerecht werden“, sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann, Vorsitzender des BTK-Ausschusses für Schweine. Eine Änderung des Tierschutzgesetzes, in der der Begriff „Schmerzausschaltung“ durch den Begriff „Schmerzminderung“ ersetzt würde, um die Lokalanästhesie durch die Landwirte zu ermöglichen, wäre absolut inakzeptabel.

Die BTK appelliert an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages: Beenden Sie die betäubungslose Ferkelkastration!

Quelle: Bundestierärztekammer

Bioland lädt zur Internationalen Schaf- und Ziegentagung ein

Unter dem Motto „Potenziale nutzen, neue Wege gehen“ findet vom 3. bis 5. Dezember 2018 die 13. Internationale Bioland Schaf- und Ziegentagung in Hesselberg/Gerolfingen, Bayern statt.

In diesem Jahr stehen die Entwicklungspotenziale der kleinen Wiederkäuer im Fokus des Branchentreffs für Landwirte, Berater und Wissenschaftler.

„Die Züchtung stellt einen wichtigen Faktor in der Potenzialentfaltung und der Biodiversität dar“, so Andreas Kern, Fachberater für Schafe und Ziegen bei Bioland. „Daher liegt bei der Fachtagung ein besonderes Augenmerk auf dem aktuellen Stand der nationalen und europäischen Milchziegen- und Schafzucht sowie deren Entwicklungsmöglichkeiten.“

Am ersten Veranstaltungstag verschaffen Exkursionen zu mehreren Bioland Betrieben einen Blick über den Tellerrand der eigenen Praxis. Drei Schwerpunkte stehen dabei zur Auswahl:

Ziegenmilcherzeugung/Molkereibesichtigung; Ziegenmilcherzeugung/Hofverarbeitung/Direktvermarktung
sowie Lammfleisch- und Schafmilcherzeugung/Hofverarbeitung/Einsatz von Herdenschutzhunden.

Die beiden Folgetage bieten zahlreiche Vorträge zu den Themen Tiergesundheit, Status quo und Herausforderungen bei der Züchtung, sowie zur Futteroptimierung. Neue Forschungsergebnisse und Projekte werden in Kurzpräsentationen auf dem sogenannten „Markt der Möglichkeiten“ vorgestellt. Auch die Biodiversität im Ökolandbau, die Milchverarbeitung und die Vermarktung von Biolamm- und Ziegenkitzen werden thematisiert. Darüber hinaus stehen die Referentinnen und Referenten für Fragen und einen regen Austausch zur Verfügung.

Ein erlesenes Buffet mit Spezialitäten aus Schaf- und Ziegenmilch sowie Schaf- und Ziegenwurst zeigen wie viel Potenzial der Markt birgt.

Das detaillierte Programm sowie das Anmeldeformular finden sich auch unter: www.bioland.de/fachtagungen

Anmeldungen über das Anmeldeformular nimmt das Bioland-Tagungsbüro bis 5. November 2018 entgegen. Kontakt: Tel. 04262 9590-70, Fax 04262 9590-50 oder E-Mail

Bioland veranstaltet die Tagung in Kooperation mit dem Verband für handwerkliche Milchverarbeitung im ökologischen Landbau e.V. (VHM), der Vereinigung der Schaf- und Ziegenmilcherzeuger e.V. (VSZM), dem Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter e.V. (LBZ), dem Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V. (ZZV) und dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst.

Zum Bioland-Verband

Bioland ist der bedeutendste Verband für ökologischen Landbau in Deutschland. Über 7.300 Landwirte, Gärtner, Imker und Winzer wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien. Hinzu kommen mehr als 1.000 Partner aus Herstellung und Handel wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien und Gastronomie. Gemeinsam bilden sie eine Wertegemeinschaft zum Wohl von Mensch und Umwelt.

Quelle: Bioland e.V.

Tierärzte sagen „Nein!“ zur Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration

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Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben beschlossen, eine Fraktionsinitiative auf den Weg zu bringen, die noch in diesem Jahr die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre verlängern soll.

Für eine Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre besteht aus wissenschaftlicher und ethischer Sicht keinerlei vertretbare Begründung. Sie ist mit dem grundgesetzlich fixierten Staatsziel „Tierschutz“ nicht vereinbar, denn es stehen umsetzbare Alternativen zur Verfügung. Neben der Durchführung des Einsatzes einer Narkose bei der Kastration sind auch die Jungebermast und die Impfung gegen den Ebergeruch durchaus praxisreif. Letzteres ist die nachgewiesen tierschonendste Methode und das Fleisch der geimpften Tiere ist für den Verbraucher vollkommen unbedenklich. Dies wurde erst kürzlich vom Friedrich-Loeffler-Institut durch die Aussage: „…die Impfung gegen den Ebergeruch ist tierschutzfachlich der beste Weg“ erhärtet.

Den Ängsten der Landwirte, der Einzelhandel werde statt Fleisch von deutschen Schweinen Fleisch von mit Lokalanästhesie kastrierten Schweinen aus dem Ausland anbieten wird, muss man ernst nehmen. Diesen verständlichen Ängsten jedoch mit einer Fristverlängerung, die weiter Schmerzen für die Tiere bedeutet, zu begegnen, ist der falsche Weg. Vielmehr muss die Politik durch eine Aufklärungskampagne bei den Verbrauchern den Einzelhandel unterstützen und von ihm die Akzeptanz dieser tierschonendsten Methode einfordern.

Bundestierärztekammer e.V. (BTK)
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT)
Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. (DVG)

Ferkelkastration: Tierärzteverband regt Einberufung eines Nationalen Improvac-Gipfels an

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In seinem gestrigen Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, Dr. Siegfried Moder, eindringlich darauf gedrängt, kurzfristig einen Nationalen Improvac-Gipfel einzuberufen. Bund, Länder, Lebensmitteleinzelhandel, Schlachtwirtschaft, Landwirtschaft, Tierärzteschaft sowie Tierschutz und Verbraucherorganisationen sollten in einem solchen Rahmen an einen Tisch geholt werden, um endlich gemeinsam zu beraten, ob und wie mit Improvac® geimpfte Schweine künftig in Deutschland flächendeckend vermarktet werden können.

„Nachdem der Bundesrat eine Verlängerung der Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration abgelehnt hat und das Bundeslandwirtschaftsministerium für die Methode der Lokalanästhesie aus arzneimittel- und tierschutzrechtlichen Gründen keine Option sieht, treibt uns Tierärzte die Sorge um, wie es nach dem 1. Januar 2019 mit der Sauenhaltung konkret weitergehen kann“, erläutert Moder. *

Grund für die Sorge sind mehrere Probleme: Nach derzeitigem Stand gibt es zwar neben der Jungebermast die Möglichkeiten der Ferkelkastration mit Injektions- oder Inhalationsnarkose und die Impfung gegen Ebergeruch. Allerdings ist die Injektionsnarkose mit Azaperon/Ketamin zurzeit nicht möglich, da der Hersteller das Neuroleptikum Azaperon (Handelsname Stresnil®) aus unbekannten Gründen voraussichtlich erst Mitte nächsten Jahres liefern kann und ein alternatives Arzneimittel nicht zur Verfügung steht. Ebenso ist die Inhalationsnarkose mit Isofluran derzeit nicht möglich, da einerseits Isofluran für die Ferkelkastration noch nicht zugelassen ist und andererseits die notwendigen Apparaturen für den sicheren Isofluraneinsatz nicht in der erforderlichen Stückzahl zur Verfügung stehen, um eine flächendeckende Anwendung gewährleisten zu können. „Im Übrigen dürfte es auch kaum genügend Tierärzte für die Durchführung flächendeckender Injektions- bzw. Inhalationsnarkosen geben, sollte die Afrikanische Schweinepest in Deutschland auftreten“, merkt bpt-Präsident Moder an.

Übrig bleibt also allein die Impfung gegen Ebergeruch mit Improvac®. Dieses Verfahren scheitert derzeit vor allem daran, dass der Lebensmitteleinzelhandel keine klaren und einheitlichen Aussagen zur Abnahme von mit Improvac® geimpftem Schweinefleisch trifft, auf die sich Land- und Fleischwirtschaft einwandfrei verlassen können. „Die Zeit drängt; Tierärzte und Landwirte brauchen dringend Klarheit. Deshalb sind die gemeinsamen Beratungen im Rahmen eines Nationalen Improvac-Gipfels aus unserer Sicht dringend erforderlich. Die intensiven Vorarbeiten der QS-Koordinierungsplattform Ferkelkastration können hierbei sicherlich hilfreich sein“, bekräftigt Moder.

Quelle: Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

* Selbst wenn Bundestag und Bundesrat dem gestern angekündigten Antrag auf Fristverlängerung um zwei Jahre zustimmen sollten, ändere sich an der grundsätzlichen Frage nach der Akzeptanz der Immunokastration nichts, erklärte Dr. Siegfried Moder heute auf telefonische Nachfrage.

Welttierschutztag am 4. Oktober: Leid auf Tiertransporten zu beenden erfordert Mut

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Allein in den drei Monaten Juli/August 2017 und Juli 2018 wurden nach Informationen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 210 Langzeittransporte aus Deutschland über die bulgarisch-türkische Grenze in Länder außerhalb der EU genehmigt und abgefertigt. Und das obwohl die Transporttemperaturen von 30 Grad vorhersehbar überschritten wurden. „Tierleid durch Überhitzung in den Transportern ist grundsätzlich zu vermeiden“, fordert die niedersächsische Landestierschutzbeauftragte Manuela Dämmrich.

Niedersachsen hat in Folge der langandauernden Hitzeperiode in diesem Sommer in einem Erlass geregelt, dass nur zwingend erforderliche Transporte bei Temperaturen über 30 Grad abgefertigt werden dürfen. Dies auch nur, wenn auf der gesamten Transportstrecke, also auch bis zum Empfangsort im Drittland gewährleistet ist, dass im Transporter Temperaturen von bis zu 30 Grad plus/minus 5 Grad eingehalten werden können. Zudem muss für ausreichende Wasser gesorgt sein.

Im oben beschriebenen Zeitraum wurden 7.500 Rinder aus Deutschland in nicht-klimatisierten Transportfahrzeugen auf einen Langstreckentransport geschickt und dabei möglicherweise länger anhaltende Leiden in Kauf genommen. Bei mindestens 186 von insgesamt 210 Transporten wurden nach Informationen des BMEL während des Transportes im Innenraum Temperaturen von über 30 Grad Celsius gemessen. Nur bei 26 der 210 Transporten lag die Temperatur bei 30 Grad oder darunter. In 2019 darf sich solches vermeidbare Tierleid auf Bundesebene nicht wiederholen.

Niedersachsen hat das Thema Tiertransporte auf der Agenda und wird es in einer eigens eingerichteten Facharbeitsgruppe im Rahmen der „Niedersächsischen Nutztierstrategie-Tierschutzplan 4.0″ bearbeiten, um proaktiv zu handeln.

Die niedersächsische Landestierschutzbeauftragte Manuela Dämmrich bedauert sehr, dass entsprechende Anträge im Bundestag zur Unterbindung oder Verbesserung von Langstreckentransporten von Nutzvieh in Drittstaaten bisher keine Mehrheit im Bundestag gefunden haben.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Fokus Schwein 2018: Herausforderungen angehen und meistern – Trend zu mehr Tierwohl nimmt weiter Fahrt auf

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Die beliebte Veranstaltung „Fokus Schwein“ ließ weit über 400 Zuhörer auf Einladung der BRÖRING Unternehmensgruppe aus Dinklage am 25. September nach Twistringen im Landkreis Diepholz reisen, um sich über aktuelle Themen der Schweineproduktion auszutauschen. Aufgrund vieler ungelöster Probleme wie u.a. die Ferkelkastration, Afrikanische Schweinepest und dem Kastenstand der Sauen sieht die Schweinebranche der Zukunft derzeit mit gemischten Gefühlen entgegen. Doch Bernd Bröring, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens, konnte hochkarätige Referenten aus Wissenschaft und Praxis begrüßen, die den Landwirten Mut machten, die Herausforderungen zu meistern.

Deutsche Schweineproduktion schützen
Dr. Ludger Breloh, Bereichsleiter Strategie & Innovation im Agrarsektor der REWE Group, sieht in der Einführung der freiwilligen Haltungskennzeichnung in 4 Stufen durch den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) eine gute Möglichkeit, die Forderung der Verbraucher nach mehr Tierwohl umzusetzen. Seiner Meinung nach muss das Fleisch aus den Stufen jeweils teurer werden als die vorherige Stufe, ein Verramschen des Fleisches dürfe nicht passieren. „Anhand des Preises muss der Verbraucher unsere Mehranstrengung in Richtung Tierwohl erkennen können, sonst macht sich die ganze Branche unglaubwürdig.“ Hinsichtlich des noch immer ungelösten Problems der Ferkelkastration gab Dr. Breloh zu, dass die Branche die Landwirte darüber im Unklaren gelassen habe, wie dieses Problem gelöst werden kann. Um die deutsche Schweinehaltung zu schützen, wäre für ihn auch ein praktikabler Weg, das privatwirtschaftliche QS-Siegel so zu verändern, dass nur noch Fleisch, welches nach deutschem Recht produziert wurde, das QS-Siegel tragen dürfe. Auch ein konsequentes 4xD, also Ferkel geboren, aufgezogen, gemästet und geschlachtet in Deutschland könnte eine Lösung sein, um die Auswirkungen der EU-weit uneinheitlichen Regelung in der Ferkelkastration für die deutschen Landwirte auszugleichen.

Mehrkosten für Tierschutz auf Verbraucher umlegen
Auch das Problem Afrikanische Schweinepest (ASP) – besonders seit den aktuellen ASP-Wildschweinfunden in Belgien – ist eine Bedrohung für die deutsche Schweineproduktion, erklärte Dr. Gereon Schulze Althoff, Leiter Qualitätsmanagement und Veterinärwesen bei der Tönnies Gruppe. „Wir arbeiten gerade mit Hochdruck daran, dass im Falle eines ASP-Nachweises in Deutschland der Export weitergehen kann. Einige Länder wie z.B. die EU, USA und Kanada haben damit kein Problem, aber Japan, Korea und China müssen wir noch überzeugen.“ Hinsichtlich der Ferkelkastration wäre Tönnies glücklich über eine Fristverlängerung, damit vor allem der sogenannte 4. Weg, also die Lokalanästhesie, bis zur Praxisreife gebracht werden kann. „Der 4. Weg wäre für uns gut, weil die Ebermast und Improvac es nötig machen, weiterhin geruchsauffällige Eber am Schlachtband erkennen zu müssen, was sehr aufwändig ist. Zudem können wir mit Improvac geimpfte Tiere nicht in jedes Land exportieren.“ Die Warenströme nach unterschiedlichen Kriterien zu trennen wie den Haltungskompassstufen 1 bis 4 und dann auch noch nach mit und ohne Improvac geimpften Tiere sei eine große logistische Herausforderung und auch mit Mehrkosten verbunden. Da derzeit die Kosten für mehr Tierschutz nur über die Vermarktung der Edelteilstücke im LEH zu decken sind, plädierte auch Dr. Gereon Schulze Althoff dafür, zukünftig auch für mehr Glaubwürdigkeit die Kosten an den Verbraucher weiterzugeben.

Xaletto – Der Stall der Zukunft?
Was es mit der Weltneuheit „Xaletto“ auf sich hat, stellte Dr. Dirk Hesse von Agrikontakt vor. Der Begriff Xaletto steht für ein neues Strohstall-Haltungskonzept in Warmställen, entwickelt von Big Dutchman und Bröring, die dem artgerechten Verhalten der Tiere wie Wühlen und Kauen entgegenkommt und dabei auch noch den Mistanfall reduziert, was positiv für die neue Dünge-Verordnung ist. „Basis des Verfahrens sind eine spezielle Lüftung, ein auf das System zugeschnittenes Futter und ein Rotte-Aktivator. Das System kann in der Ferkelaufzucht und der Schweinemast angewendet werden – sowohl in bestehenden Ställen also auch in Neu- oder Umbauten. Das Xaletto-Konzept beendet die üblichen Geruchsbelästigungen, denn es fällt keine Gülle an und der Mist ist ein wertvoller Dünger oder sogar umweltfreundlich kompostierbar.“ Die Klimasteuerung des Stalles wird so programmiert, dass sie immer eine bestimmte Menge Wasser dem Rottematerial entzieht. Damit wird verhindert, dass das Material verklumpt. Die Schweine zerwühlen und zerkauen dann das Rottematerial, was die Tiere entspannt und beschäftigt. Langjährige Tests in einem Praxisstall ergaben, dass die Wirtschaftlichkeit mit 380 Euro je Mastplatz gegeben ist, da trotz höherer Strohkosten die Gebäudehülle günstiger ist. Schon rund 6000 Tierplätze werden wirtschaftlich überaus erfolgreich nach dem Xaletto-Prinzip geführt. „Je Stallplatz liegen wir 20 % günstiger als bei herkömmlichen Stallungen. Durch die Rotte haben wir weniger Mistanfall und dieser Mist kann später in einer nachgeschalteten Kompostierung zu einem wertvollen hygienisierten Substrat weiterverarbeitet werden“, so Dr. Hesse. Bei Interesse an einer Xaletto-Stallbesichtigung steht die Firma Bröring zur Verfügung. Auf der EuroTier kann sich über Xaletto, dem wirtschaftlichen Gesamtsystem für die tier- und umweltgerechte Schweinehaltung auf Stroh, am Stand von Big Dutchman informiert werden.

Entscheidungsfreudig sein
Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter und Trainer für Führungskräfte Dr. Lutz Wagner ermunterte schließlich dazu, nicht zu zögern, sondern Entscheidungen zu treffen. „Es werden leider heute viel zu wenige Entscheidungen getroffen. Aber keine Entscheidung zu treffen hinterlässt ein Vakuum, das ist nicht gut.“ Er empfahl, ein gutes Klima schon vor dem Entscheidungsprozess herzustellen, sich immer gut vorzubereiten und Beweisketten stets gründlich zu Ende zu denken. Es gäbe je nach Problem ein Zeitfenster, das zu treffen das Ziel sein müsse, damit die Entscheidung glaubwürdig ist. Der Schweinebranche empfahl er, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, nämlich dass die Schweineproduktion in Deutschland erhalten bleibt, und für dieses Ziel miteinander einzustehen.

Tierwohl-Medaille 2018: Boehringer Ingelheim prämiert herausragende Forschung zur Tiergesundheit

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Bereits zum zweiten Mal hat der Unternehmensbereich Tiergesundheit von Boehringer Ingelheim die Tierwohl-Medaille in den Kategorien Rind, Schwein, Pferd und Kleintier verliehen. Die Auszeichnung honoriert innovative und in der Praxis anwendbare Arbeiten zur Verbesserung des tierischen Wohlbefindens. Dadurch fördert das Unternehmen insbesondere wissenschaftliche Konzepte mit dem Ziel, Schmerzen und Leiden bei Tieren zu vermindern. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, das Tierwohl zu fördern“, erklärte Stephan Dolle, Leiter des Unternehmensbereichs Tiergesundheit von Boehringer Ingelheim in Deutschland, bei der Preisverleihung. “Wir sind überzeugt: Wenn es Tieren gut geht, verbessert dies auch das Leben und Wohlbefinden der Menschen.“

Je Kategorie sichtete eine unabhängige, dreiköpfige Jury die Arbeiten. Je zwei Juroren aus der Wissenschaft und ein Juror mit praxisnahem Hintergrund zeichneten die folgenden Forscherinnen und Forscher aus:

Dr. Annegret Tautenhahn, Preisträgerin der Kategorie Rind, konnte die Jury mit ihrer Erforschung von „Risikofaktoren für eine erhöhte Kälbersterblichkeit und geringe Tageszunahmen bei Aufzuchtkälbern in nordostdeutschen Milchkuhhaltungen“ überzeugen. Sie hat daran gearbeitet, die Gesundheit von Jungtieren besser einzuschätzen und dadurch zu verbessern.

Gewinnerin in der Kategorie Schwein ist Dr. Irena Czyholl. Sie forschte zur „Praktikabilität, Gültigkeit und Zuverlässigkeit des Welfare Quality® Tierwohlbeurteilungsprotokolls für Mastschweine.“ Dafür hat sie ein praktikables Protokoll entwickelt, mit dem sich das Tierwohl in den Beständen objektiv messen und vergleichbar machen lässt.

In der Kategorie Pferd gewannen Dr. Anna-Caroline Wöhr und Dr. Christine Fuchs von der Ludwig-Maximilians-Universität in München und bei den Kleintieren wurde Dr. Charlotte Sophie Leidinger prämiert. Den Sonderpreis Kleintier erhielt Dr. Angelika Drensler für ihr Projekt „Die katzenfreundliche Praxis als Weg zu mehr Katzenwohl.“

Der Unternehmensbereich Tiergesundheit von Boehringer Ingelheim legt großen Wert darauf, eng mit Universitäten und Tierarztpraxen zusammenzuarbeiten. Durch die Vergabe der Tierwohl Medaille 2018 bestätigt das Unternehmen seinen Fokus auf Prävention und die Entwicklung neuartiger Tiergesundheitslösungen.

Weitere Informationen gibt Ihnen gerne Eva Joras per Mail oder Tel.: +49 (6132) 77-92722

Das BMEL zur Fristverlängerung bei der betäubungslosen Ferkelkastration

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Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben beschlossen, zeitnah eine Fraktionsinitiative auf den Weg zu bringen mit dem Ziel, noch in diesem Jahr die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre zu verlängern.

Dazu teilt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit:

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) begrüßt, dass die Koalitionsfraktionen sich darauf geeinigt haben, die Übergangsfrist zu verlängern. Ferkelproduktion soll auch künftig in Deutschland möglich bleiben. Dabei ist der Tierschutz dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ein sehr wichtiges Anliegen, für das sich das Bundesministerium auch künftig mit Nachdruck einsetzen wird.

Ohne eine Fristverlängerung würden die Sauenhalter in Deutschland aber Wettbewerbsnachteilen gegenüber ausländischen Wettbewerbern ausgesetzt sein. Diese Wettbewerbsnachteile treffen vor allem kleine Betriebe. Auch ist weder den Sauenhaltern noch den Verbrauchern damit gedient, wenn die Betroffenen den Tierschutz nicht umsetzen können. Dies führt zu einer unerwünschten Beschleunigung des Strukturwandels und einer Abwanderung der Produktion ins Ausland, obwohl dort nicht durchweg höhere Standards angewendet werden. Auf den Tierschutz im Ausland hat das BMEL keinen Einfluss.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft setzt alles daran, tierschutzgerechte Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration zu forcieren. Deshalb wird das BMEL eine Verordnung auf den Weg bringen, mit der es den Landwirten ermöglicht wird, die Betäubung durchzuführen. Dafür müssen die Landwirte dann einen Nachweis erbringen, dass sie sachkundig mit dem Betäubungsgerät und dem Medikament umgehen können *.

Hintergrund:
Was gibt es derzeit für Alternativen?
Die Immunokastration (Impfung gegen Ebergeruch – keine Hormonbehandlung),
die chirurgische Kastration unter Narkose
die Ebermast.

Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, dass zusätzlich zu den bestehenden Wegen für weitere tierschutz- und praxisgerechte Alternativen zur Ferkelkastration die rechtlichen Voraussetzungen auf wissenschaftlicher Grundlage geschaffen werden sollen.

Quelle: BMEL

* Hier ist die Isufluran-Narkose gemeint.

Fokus Geflügel 2018: Geflügelprodukte liegen im Trend – heimische Erzeugung stärken

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Die Geflügelbranche hat guten Grund, positiv in die Zukunft zu schauen, denn das Wachstum des Geflügelfleischkonsums weltweit ist ungebrochen groß. Das sogenannte weiße Fleisch gilt als gesund und ist religionsunabhängig. Auf Einladung der BEST 3 Geflügelernährung GmbH aus Twistringen und Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH reisten deshalb am 21. September weit über 250 Zuhörer nach Twistringen im Landkreis Diepholz, um sich bei der 3. Ausgabe der Veranstaltung „Fokus Geflügel“ auf den neuesten Stand des Wissens zu bringen. In diesem Jahr gab es sogar noch einen Grund zum Feiern: Die Firma BEST 3 Geflügelernährung GmbH begeht ihr 15jähriges Jubiläum, wie Rainer Dullweber, Geschäftsführer des Familienunternehmens BEST 3, zum Auftakt mitteilte. Moderator Uwe Haring führte gekonnt durch den Tag.

Pottgüter: „Wir müssen das Management in der Legehennenhaltung so ändern, dass sich das Tierwohl verbessert bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz.“

Wie sich die Anforderungen an die Haltung von Legehennen ändern, darüber berichtete Robert Pottgüter, Lohmann Tierzucht GmbH in Cuxhaven. „Die Herausforderung der modernen Geflügelzucht ist es, Tierwohl und mehr ökologische Erzeugung gemeinsam mit einer Steigerung der Effizienz zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung zu verbinden. Aktuell beschäftigen wir uns damit, wie sich das Management bei intaktem Schnabel der Hennen ändern muss, damit es nicht zu Federpicken und Kannibalismus in unseren Ställen kommt. Die Ursachen für dieses Verhalten sind multifaktoriell. Um es zu lösen, ist viel Anstrengung nötig, doch mehr Beschäftigung und eine darmgerechte Fütterung mit mehr Struktur durch mehr schwer verdauliche Rohfaser sind wichtige Stichworte. Den Darm pflegen, das rechnet sich“, so der Zuchtexperte. Neue Zuchtziele seien es, den Oberschnabel kleiner zu züchten sowie stabilere Eischalen und Knochen.

Nobis: „Der Handel sollte mehr Tierwohl besser honorieren und deutsche Ware bevorzugen.“

Wo die Herausforderungen bei der Haltung und Vermarktung von Wassergeflügel liegen, erklärte Franz Nobis vom Geflügelhof Nobis GmbH in Bakum. Er hält Moschus- und Pekingenten sowie Gänse. „Die Haltung von Wassergeflügel ist eine Nische in Deutschland, sicherlich auch deswegen, weil die Haltung in Deutschland seit der Haltungsverordnung komplizierter geworden ist. Die Forderungen nach mehr Tierwohl haben wir gerne erfüllt, doch leider bezahlt uns der Handel unseren Aufwand nicht entsprechend, sondern kauft lieber die preiswertere Ware aus dem Ausland, die nicht nach unseren Tierschutzaspekten produziert wird. Besonders die Wassergeflügelhaltung in Polen und Ungarn wächst rasant.“ Er machte hinsichtlich des nahenden Winters auf die Vogelgrippe aufmerksam und auf das Problem, dass er hinsichtlich einer Aufstallpflicht mit seinen Gänsen hat. „Die Gänsehaltung ist eine Freilandhaltung, die Gänsehalter haben meistens gar keine Ställe, weil die Gans als Saisongeschäft in der Regel spätestens zu Weihnachten geschlachtet ist. Gänse aufzustallen ist tierschutzwidrig, weil die Gänse Ställe nicht kennen. Hier brauchen wir eine Ausnahmegenehmigung.“

Klaas Knol: „Wir brauchen ein Umdenken von „immer mehr“ zu „kontrolliert weniger“.“

Gegen preiswerte Importe aus dem Ausland sprach sich auch Klaas Knol aus. Er ist Inhaber der Optimum Vita / Der neue Weg GmbH in Emlichheim. „Wir müssen die 5-D-Kennzeichnung, also „Elterntiere, Schlupf, Aufzucht, Futtermühlen und Schlachtung in Deutschland“ unbedingt verteidigen und dem Verbraucher nahe bringen. Der Sektor muss zusammenstehen und sich unterstützen.“ Klaas Knol ist Pionier mit der Idee, die Küken direkt im Stall schlüpfen zu lassen, um ihnen den Transportstress als Eintagsküken zu ersparen und ihnen einen bestmöglichen Lebensstart zu verschaffen. Hierzu hält er eigene Elterntiere, die er mit einem umfassenden Impfprogramm schützt. Mit dem Schlupf in einem speziellen High Care-Stall mit Fußbodenheizung und sofortiger Futterversorgung verschafft er den Küken den optimalen Start. „Wir machen das jetzt so seit über 5 Jahren, und nach 110 Durchgängen haben wir den Küken noch keine Antibiotika geben müssen.“

Storck: „Putenfleisch braucht neue Produktideen, denn es ist vielseitig verwendbar.“

Thomas Storck, Putenhalter und Vorsitzender des Verbandes Deutscher Putenerzeuger e.V., bestätigte die Schwierigkeiten der Branche, beim Handel einen kostendeckenden Preis zu erzielen. „Der Wettbewerb aus dem Ausland, vor allem Polen, ist groß, dementsprechend viel billige Ware kommt bei uns auf den Markt. Wir arbeiten in der Putenhaltung mit einem Gesundheitskontrollprogramm, Polen nicht. Deshalb streben wir dessen EU-weite Einführung an, damit diese Wettbewerbsverzerrung aufhört. Putenfleisch ist sehr vielseitig zuzubereiten und wird gerne gegessen. Derzeit fehlt es uns ein wenig an Innovationen. Ähnlich wie beim Hähnchen müssten sich die Vermarkter dringend neue Produkte mit Putenfleisch einfallen lassen. Thanksgiving mit dem traditionellen Truthahnessen in Deutschland bekannter zu machen wäre ein guter erster Schritt.“

Weitere Informationen zum Fokus Geflügel gibt Ihnen gerne Rainer Dullweber, BEST 3 Geflügelernährung GmbH, r.dullweber@broering.com

Gruppenbild (Quelle Werkbild): Die Personen von links nach rechts: Robert Pottgüter, Christian Lienau (Boehringer Ingelheim), Rainer Dullweber, Klaas Knol, Franz Nobis, Uwe Haring, Thomas Storck, Volker Bahrs (BEST 3)

Neu: Angenehmeres Trockenstellen mit Bovikalc® Dry

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Die Trockenstehzeit ist ein wichtiger Abschnitt im Laktationszyklus und dient der Erholung der Kühe und der Regeneration des Eutergewebes. Trockenstellen bedeutet jedoch auch Stress und ein erhöhtes Risiko für Neuinfektionen mit Mastitiserregern. Der erhöhte Euterinnendruck kann entzündliche Gewebereaktionen und Schmerzen verursachen und zusätzlich den Zitzenverschluss behindern.

Seit Kurzem gibt es mit Bovikalc® Dry von Boehringer Ingelheim den ersten Trockenstellbolus aus dem Bovikalc® Sortiment. Die spezielle Formulierung des Bolus führt zu einer Ansäuerung des Stoffwechsels und in der Folge zur einer Reduktion der Milchproduktion nach dem Trockenstellen. Der Euterinnendruck sinkt und die tägliche Liegezeit der Kühe steigt, ein Zeichen für das Wohlbefinden der Kühe. So ermöglicht Bovikalc® Dry einen angenehmeren Start in die Trockenstehzeit.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an:
Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH
Dr. Malte Lohölter
Tel.: 06132 777174
malte.lohoelter@boehringer-ingelheim.com

Initiative Tierwohl testet ab 1. Oktober Kennzeichnung von Schweinefleisch

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Ab Oktober 2018 können Verbraucher erstmalig Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte, die von teilnehmenden Betrieben der Initiative Tierwohl (ITW) stammen, im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) an dem Produktsiegel der Initiative erkennen. Bislang konnte ausschließlich Geflügelfleisch durch das Produktsiegel gekennzeichnet werden. Bereits seit 2015 engagieren sich Schweinehalter im Rahmen der ITW, indem sie Maßnahmen umsetzen, die über die gesetzlichen Standards hinausgehen. Inzwischen sind das rund 4.400 Betriebe mit jährlich rund 26 Millionen erzeugten Tieren, die einen Markanteil von 25 Prozent an den in Deutschland erzeugten Mastschweinen ausmachen. Jetzt startet die ITW gemeinsam mit den Partnerunternehmen aus dem LEH und der Fleischwirtschaft ein Projekt, in dessen Rahmen das Fleisch, das nachweislich von Mastschweinen aus ITW-Betrieben stammt, als solches gekennzeichnet werden kann.

„Nach dem sehr erfolgreichen Start der Produktkennzeichnung bei Geflügel wollen wir jetzt den nächsten Schritt gehen und auch bei Schwein die Möglichkeiten der Produktkennzeichnung testen“, sagt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Für eine Produktkennzeichnung stellen die komplexen Strukturen entlang der Wertschöpfungskette Fleisch insbesondere bei Schwein eine enorme Herausforderung dar. Durch die gemeinsame Plattform der Initiative Tierwohl ist es Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel jedoch gelungen einen Ansatz zu entwickeln, den wir jetzt in der Praxis testen werden.“

Die Laufzeit des Projekts ist bislang bis Mitte 2019 geplant. Prinzipiell können alle Produkte gekennzeichnet werden, die aus Schweinefleisch von ITW-Betrieben hergestellt werden – also sowohl Frischware als auch bearbeitete Ware. Die Kennzeichnung wird ab Oktober in ausgewählten Regionen und Märkten starten. Im Rahmen des Testprojekts bezieht die Initiative Tierwohl vorerst ausschließlich Mastbetriebe ein. Das Siegel zur Kennzeichnung der Produkte ist das dem Verbraucher bereits aus der Kennzeichnung von Geflügelfleisch bekannte.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Eine Haltung von Kühen mit Hörnern im Laufstall ist möglich – Termin Eberswalde am 18.10

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Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) lädt am 18. Oktober zur Tagung „Horntragende Kühe im Laufstall – so geht‘s“ ein. Mittelpunkt sind aktuelle Forschungsergebnisse, die entgegen gängiger Praxis in Milchviehbetrieben belegen, dass horntragende Kühe in der Landwirtschaft wesentlich sinnvoller sind, als bislang angenommen. Die Anmeldefrist zur Tagung läuft bereits.

Die stolze Kuh mit Hörnern soll auch künftig in Milchviehbetrieben zu finden sein. Was selbstverständlich klingt, ist es jedoch nicht, denn es gibt viele Betriebe, die bereits auf hornlose Tiere setzen. Das fand ein Forscherteam, zu dem die Universität Kassel und die Verbände Bioland und Demeter gehören, jedoch bedenklich und untersuchte 39 Betriebe, die von enthornten auf behornte Tiere umstellen. „Hörner sind in der Landwirtschaft entgegen ihrem Ruf nicht das Problem“, argumentiert Ulrich Mück, Demeter-Berater und Beteiligter im dreijährigen Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“. „Vielmehr geht es um die Diskussion zu anderen Haltungsbedingungen, wobei nicht das Tier den Produktions-bedingungen der Landwirtschaft entspricht, sondern der Stall entsprechend den Tieren gebaut wird.“

An der HNEE wird das Thema ebenfalls in den Ökolandbau-Studiengängen diskutiert. „Horntragende Kühe sind ein Merkmal der wesensgemäßen Tierhaltung in der anthroposophisch angelehnten Landwirtschaft mit dem Verband Demeter e.V. Damit gehört das Thema auch in den Themenbereich unserer Hochschule“, bekräftigt Prof. Dr. Inga Schleip, Prodekanin am Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz und Expertin für Grünlandnutzungssysteme. „Aber auch andere Bio-Verbände empfehlen die Enthornung nicht und ver-weisen auf angepasste Haltungsbedingungen“ ergänzt Bernhard Hörning, Professor für Ökologische Tierhaltung an der HNEE. Zugleich verweist er darauf, dass die Diskussion zu diesem Thema auch in landwirtschaftlichen Partnerbetrieben der HNEE eine Rolle spiele.

Das im „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ (BÖLN) geförderte Projekt untersucht, welche Faktoren des Stallbaus und der Herdenführung im Laufstall Einfluss haben auf eine möglichst ruhige Herde. Die Mehrzahl der daran beteiligten Milchviehbetriebe befand sich während des Projekts in der Umstellung auf Hornkühe, der andere Teil hatte bereits vollständig horntragende Tiere. Intensive wissenschaftliche Untersuchungen in den Betrieben bildeten die Grundlage für Empfehlungen der vier beteiligten Öko-Berater zu Verbesserungen der Haltung. Zugleich begleiteten die Berater den Erfahrungsaustausch der Betriebe untereinander, die sich in vier Regionalgruppen regelmäßig trafen.

Zur Veranstaltung

Die Veranstaltungsreihe „Horntragende Kühe im Laufstall – so geht’s!“ richtet sich an Milchviehhalter*Innen, Berater*Innen, Student*Innen und alle, die sich für die Haltung horntragender Milchkühe interessieren. Auf insgesamt acht öffentlichen Tagungen werden die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt vorgestellt. Diese finden bundesweit statt und präsentieren ganz praxisbezogen Erkenntnisse aus den Untersuchungen, Bera-tungen und Erfahrungserhebungen von 39 beteiligten Öko-Milchviehbetrieben mit horntragenden Milchkühen.

Tagung: „Horntragende Kühe im Laufstall – so geht’s“
Wann: Donnerstag, 18. Oktober 2018, 9.30 – 16.00 Uhr
Ort: Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Stadtcampus, Aula, Haus 6

Quelle: Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

„Tiertransporte: Handlungsbedarf besteht jetzt!“ Offener Brief des BTK-Präsidenten

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Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer, schreibt einen Offener Brief an die für Tierschutz zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren des Bundes und der Länder:

Sehr geehrte Damen und sehr geehrte Herren,

die Bundestierärztekammer (BTK) hat – wie auch andere Verbände und Organisationen – wiederholt die immer wieder vorkommenden eklatanten Missstände bei Tiertransporten angeprangert und Maßnahmen eingefordert, die zu einer wirkungsvollen und nachhaltigen Abstellung der Mängel unabdingbar sind.

Auch unter Würdigung des Beschlusses der Agrarministerkonferenz vom April 2018 mit diversen, in die Zukunft gerichteten und wichtigen Forderungen zur Verbesserung der Tierschutzbedingungen bei Transporten und deren verbesserte Kontrollierbarkeit mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass z. B. noch im Juni/Juli 2018 Zuchttiertransporte über die Balkanroute abgefertigt wurden.

Außentemperaturen von über 30°C sind auf dieser Route in dieser Jahreszeit keine Seltenheit. Bei mehrstündigen Wartezeiten vor der Abfertigung, wie sie am Grenzübergang in Kapikule, Bulgarien, üblich sind, können die Lüftungssysteme der Transportfahrzeuge hier noch nicht einmal den rechtlich vorgegebenen Temperaturrahmen (5° bis 30°C +\-5°C) bei Rindertransporten gewährleisten.

Die Entscheidung – insbesondere über die Abfertigung internationaler Transporte – darf nicht ausschließlich auf die Vor-Ort-Behörden abgewälzt werden. Hier sind Sie, die obersten Landesbehörden und das BMEL, gefordert! Sie könnten z. B. über den Erlassweg Abferti-gungen bei den o. a. bekannten, tierschutzrelevanten Rahmenbedingungen verhindern.

Auf eine Ausführung weiterer, konkreter Missstände, wie z. B. die kaum bestehende Versorgungsmöglichkeit bei innergemeinschaftlichen Langzeittransporten noch nicht milchentwöhnter Kälber, möchte ich an dieser Stelle verzichten.

Die BTK bekräftigt noch einmal ihre Forderung, bis zu einem generellen Verbot, Lang-zeittransporte in Drittländer, aber auch innergemeinschaftliche Langzeittransporte von Tieren mit besonders hohen Pflegeanforderungen nur auf vorab von einer unabhängigen Stelle tierschutzfachlich geprüften Transportrouten zuzulassen.

Unabhängig von dieser dringlichen Sofortmaßnahme bleibt die Forderung, Schlachttier-transporte EU-weit auf 8 Stunden Transportzeit ohne Verlängerungsmöglichkeit zu beschränken (Grundsatz: Transport von Fleisch statt lebender Tiere) und den Transport von Zucht- und Nutztieren perspektivisch durch geeignete andere Maßnahmen (z. B. Versand von Sperma oder Embryonen) zu ersetzen

Die Bundestierärztekammer erwartet sofort konkrete Maßnahmen zur Abstellung der Mängel und ist gerne bereit, ihr Fachwissen hierfür einzubringen. Ein weiterer Aufschub kann nicht hingenommen werden!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Uwe Tiedemann

Geflügelpest-Verordnung mit neuen Regeln

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Puten- und Laufvogelhalter können sich auf Erleichterungen im Fall von Krankheitsausbrüchen einstellen, während auf kleine Geflügelhalter strengere Regularien zukommen. Das bestimmt die Dritte Verordnung zur Änderung der Geflügelpest-Verordnung, der der Bundesrat am 21. 9. unter Maßgabe einiger Änderungen zugestimmt hat.

Demnach ist es im Seuchenfall zukünftig nicht nur den Legehennen-, sondern auch den Putenhalter möglich, dass sie Tiere unter bestimmten Voraussetzungen aus Restriktionszonen und Beobachtungsgebieten im Inland verbringen dürfen. Dafür müssen unter anderem die zuständigen Behörden informiert und die Tiere 24 Stunden vor dem Versand negativ getestet worden sein. Zudem darf sich im aufnehmenden Bestand kein Geflügel befinden, und die Tiere müssen dort mindestens 21 Tage verbleiben.

Bei der Aufstallpflicht soll zukünftig die Risikoeinschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) sowie die Geflügeldichte in der Region stärker beachtet werden. Für bestimmte Haltungen und Örtlichkeiten kann es Ausnahmen von der Stallpflicht geben, insbesondere wenn keine artgerechte Unterbringung möglich ist. Neben Gänsen und Enten gilt dass nun auch für Laufvögel, wenn eine entsprechende Übernetzung Kontakt zu Wildvögeln verhindert. Die in der Geflügelpest-Verordnung festgelegten Biosicherheitsmaßnahmen gelten allgemein erst ab einer Bestandsgröße von mehr als 1.000 Tieren.

Mit der jetzt beschlossenen Änderung wird die zuständige Behörde aber ermächtigt, solche Maßnahmen auch ohne die bisherig dazu erforderliche Dringlichkeitsverordnung auch für Kleinhalter anzuordnen. Zudem kann die Behörde bei allen Haltern, auch bei „Vögeln in Gefangenschaft“, weitergehende serologische und virologische Tests auf die aviäre Influenza einfordern.

Als Teil des Frühwarnsystems haben die Geflügelhalter bei auffälligen Verlusten oder Abfall der Produktionsleistung bereits jetzt den Tierarzt zu informieren, um eine mögliche Infektion testen zu lasen. Neu ist, dass die Verluste nicht mehr auf den Gesamtbestand, sondern auf räumlich abgegrenzte Einheiten des Betriebes zu beziehen sind. Die kritische Grenze ist erreicht, wenn binnen 24 Stunden in Beständen oder Stalleinheiten bis 100 Tiere von diesen 3 % verenden; darüber gilt die Marke von 2 %. Der Veterinär ist auch zu informieren, wenn es zu einer Abnahme der üblichen Legeleistung oder der Gewichtszunahme um mehr als 5 % kommt.

Quelle: Proplanta

Erstmals West-Nil-Virus bei Vogel in Sachsen

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Bei einem Habicht in Sachsen wurde das West-Nil-Virus festgestellt. Das teilte das Verbraucherschutzministerium am Donnerstag mit. Es ist mindestens das vierte nachgewiesene West-Nil-Virus bei einem Vogel in Deutschland. Nach Angaben des Ministeriums bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut das Virus am Mittwoch bei einem Tier in Bad Düben (Landkreis Nordsachsen).

Das West-Nil-Virus wird vor allem durch Mücken übertragen. Hauptsächlich tritt es bei Vögeln auf. Beim Menschen verläuft die Infektion oft ohne Beschwerden. Sie kann aber auch zu Kopf- und Gliederschmerzen und sogar zum Tod führen. Das Virus grassiert derzeit unter anderem in südeuropäischen Ländern, wo schon zahlreiche Menschen daran starben.

Vor wenigen Wochen wurde das Virus bei einem verendeten Bartkauz aus dem Zoo Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) nachgewiesen. Es war der erste bestätigte West-Nil-Fall bei einem Vogel in Deutschland überhaupt. Zudem wurden noch zwei West-Nil-Infektionen bei Vögeln bekannt – ein weiterer Fall in Sachsen-Anhalt und einer in Bayern.

Quelle: Proplanta

Gesundheitsmanagementsystem „VitalControl“ mit DLG-Silbermedaille prämiert

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Kälber sind in ihren ersten Lebenstagen sehr empfindlich für Krankheiten aller Art. Je früher Infektionen erkannt werden, desto schneller sind die Tiere wieder gesund. Die tägliche Gesundheitsüberwachung und -dokumentation der Kälber verbunden mit der Fiebermessung im Bedarfsfall ist oft noch keine Routine auf den Betrieben. Urban bietet dafür jetzt eine neue, DLG prämierte, Lösung an.

Die Firma Urban GmbH & Co. KG hat für die Überwachung der Kälbergesundheit ein praktisches Hilfsmittel entwickelt: VitalControl, ein Handgerät zur Messung der Körpertemperatur und für die Bewertung der Gesundheit von Kälbern. Es hat ein integriertes Tastenfeld und einen kontrastreichen Farbbildschirm. Beim Stallrundgang scannt der Tierbetreuer mit VitalControl die Tiernummer des Transponders, misst die Körpertemperatur des Kalbes und das Gerät bewertet das Messergebnis farblich im Ampelsystem. Daneben können auch weitere gesundheitsrelevante Parameter visuell bewertet und dokumentiert werden, wie z.B. Kotbeschaffenheit, Atemwegserkrankungen, Allgemeinzustand etc.

Aus den erfassten Daten generiert die Software Alarmlisten, verarbeitet alle eingegebenen Daten zu leicht lesbaren Grafiken und ist zudem mit dem Urban-Tränkeautomaten koppelbar, so dass das Trinkverhalten ebenfalls in die Tierbewertung mit einfließen kann. Auf diese Weise kann der Gesundheitszustand des Kalbes zuverlässig bewertet und dokumentiert werden und Krankheiten werden früher erkannt. Für die Arbeitsüberwachung kann jede der Messungen und Bewertungen nachverfolgt und dem jeweiligen Mitarbeiter zugeordnet werden.

Die lange Messspitze des VitalControl ist schlank und aus flexiblem Material gefertigt, so dass die Messung in ausreichender Tiefe erfolgt und für das Tier nicht unangenehm ist. Der Kopf des Gerätes ist drehbar, dies erleichtert das Handling und Einführen der Messspitze enorm.

Zusätzlich verfügt das Thermometer über eine integrierte Leuchte, welche in Richtung der Thermometerspitze strahlt, um die Handhabung auch in schlecht ausgeleuchteten Stallbereichen zu erleichtern.

Das wasserdichte Gerät verfügt über einen leistungsstarken Akku und Datenschnittstellen (USB; WLAN; WiFi) zur Übertragung der Daten auf einen Rechner oder einen Tränkeautomaten.

Für dieses auch bei anderen Tierarten und Produktionszweigen einsetzbare Hilfsmittel zur Gesundheitskontrolle und zum digitalen Datenmanagement wurde Urban GmbH & Co. KG von der DLG mit dem Innovation Award der EuroTier 2018 in Silber ausgezeichnet.

Weitere Informationen erhalten Sie hier

Robert-von-Ostertag-Plakette für Professor Thomas Blaha

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Dem Vorsitzenden der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT), Prof. Thomas Blaha, wurde auf dem 28. Deutschen Tierärztetag in Dresden die Robert-von-Ostertag-Medaille verliehen, die höchste Auszeichnung der Deutschen Tierärzteschaft. Die Bundes-tierärztekammer zeichnet ihn damit für seine außerordentlichen Verdienste um den Berufsstand aus. Insbesondere sein langjähriges Engagement für tierärztlichen Tierschutz wurde damit gewürdigt.

Seit 2007 ist Prof Thomas Blaha Vorsitzender der TVT, in dieser Zeit hat sich die Mitglieder-zahl der Organisation auf fast 1.300 Mitglieder verdoppelt und die TVT wurde zu einer anerkannten Vereinigung für evidenzbasierten, parteiunabhängigen Tierschutz ausgebaut. Vor Gericht, bei Journalisten, in Veterinärämtern, an Universitäten und Forschungs-einrichtungen und immer mehr auch in der Politik ist die TVT zu einem wichtigen Gesprächspartner für Fragen rund um den Tierschutz geworden.

Darüber hinaus ist Thomas Blaha Ideengeber und Organisator der Tierärztlichen Plattform für Tierschutz, mit der die großen tierärztlichen Organisationen ihren Einfluss bündeln und damit den Tierschutz in Deutschland voranbringen wollen.

An der Entwicklung ethischer Richtlinien für den Berufsstand war er maßgeblich beteiligt: „Als Vorsitzender der Ethik-Arbeitsgruppe der BTK leistete er einen unschätzbaren Beitrag zum Gelingen des Ethik-Kodex der deutschen Tierärztinnen und Tierärzte Deutschlands“, so Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer, in seiner Laudatio.

Auf internationaler Ebene ist Thomas Blaha als Mitglied der Animal Welfare Working Group der FVE (Federation of Veterinarians of Europe) aktiv und als geschätzter Redner auf verschiedenen Veranstaltungen zum Tierschutz von Brüssel bis Shanghai oder Korea gefragt. Er war schon mehrmals Mitglied in Ad-hoc-Arbeitsgruppen der European Food Safety Authority (EFSA) in Parma und war und ist an europäischen Forschungsprojekten beteiligt, aktuell etwa zum Thema Antibiotika-Resistenz in der Nahrungskette.

Thomas Blaha lehrte bis 2015 als Professor an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, mit fünfjähriger Tätigkeit als Universitätsprofessor in Minnesota. Der international anerkannte Epidemiologe und Spezialist für Schweinemedizin hat über 250 wissenschaftlichen Beiträge und Bücher zu den Themen Tiergesundheit, Tierschutz, Antibiotikaresistenz und gesundheitlicher Verbraucherschutz verfasst.

Studiert hat er in Leipzig, promoviert und habilitiert in Berlin. Thomas Blaha ist Diplomate des European College of Veterinary Public Health (ECVPH) sowie Gründungsmitglied und Diplomate des European College of Porcine Health Management (ECPHM).

Die TVT ist ein Zusammenschluss aus deutschlandweit mehr als 1.300 Tierärzten, die sich ehrenamtlich für den Schutz und die Sicherung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren einsetzen. Sie erarbeiten Merkblätter, Stellungnahmen, Gutachten und Leitlinien zu aktuellen Tierschutzthemen und arbeiten in verschiedenen Kommissionen und Beiräten mit. Die TVT kümmert sich um die aktuell drängenden Probleme z. B. in der Zucht (Defekt- und Extremzüchtungen), Haltung und Betreuung von Heim- und Nutztieren, bei Tiertransporten und Schlachtung sowie bei Tierversuchen, bei Tieren im Sport, in Zoos und Zirkussen oder im sozialen Einsatz.

Quelle: TVT