Eignet sich das Zweinutzungshuhn als Alternative in Mast und Eierproduktion? #Geflügeltagung2019

Im Rahmen des Projekts

„Geflügelhaltung neu strukturiert: Integration von Mast und Eiproduktion bei Einsatz des Zweinutzungshuhns als Maßnahme zum Tierschutz“

Julia Malchow

hat Julia Malchow (FLI Celle) Zweinutzungshähne hinsichtlich ihrer Ansprüche an die Haltung untersucht. Zum Vergleich mit den „Lohmann-Dual“ Hähnen wurden bei den Versuchen zeitgleich männliche Tiere des Legehennentyps „Lohmann Brown Plus/Classic“ und solche der Mastlinie „Ross 308“ eingestallt. Je Abteil (2×3 m) wurden 50 Tiere eingestallt und mit Videokameras überwacht.

Untersucht wurde die Nutzung erhöhter Strukturen, Verhaltensaktivität, Lauffähigkeit Gefiederverschmutzung und Fußballengesundheit, um Verhalten und Haltungsansprüche der Dual-Hähne zu bestimmen.

Besonderes Augenmerk galt der Nutzung erhöhter Strukturen, wie Sitzstangen und Gitterroste. Alle drei Linien nutzten im Versuch mit zunehmendem Alter sowohl Stangen als auch Roste. Dual und Ross bevorzugten jedoch stark die Gitterroste. Insbesondere die cranial Verschiebung bei den Ross-Hähnchen, steht der Nutzung von Sitzstangen entgegen. Aufgrund dieser ersten Ergebnisse wurde im folgenden Versuch eine Hälfte der Abteile ausschließlich mit Gitterrosten (10, 30, 50 cm Höhe) ausgestattet, die zweite Hälfte der Abteile diente der Kontrolle.

LB-Dual-Ross 1. LW © FLI

Die beiden langsamer wachsenden Linien Dual und Brown Plus, zeigten eine starke Präferenz für die höchste Ebene. Ross-Hähnchen nutzen die unterste und oberste Ebene gleichermaßen, allerdings auf niedrigem Niveau, nahmen aber dann die Roste besser an, bei breiterer Rampe und nur einer angebotenen Höhe von 50 cm.

Dual- und Brown-Hähne zeigten in den Abteilen mit Gitterrosten eine höhere Aktivität, die Ross-Linie lag deutlich darunter. Bei Gefiederverschmutzung und Fußballenveränderungen gab es in der Bonitur keine Unterschiede zwischen Abteilen mit und ohne erhöhte Gitterroste, allerdings zeigten die Ross-Hähne mehr Fußballenveränderungen als Dual und Brown. Die Lauffähigkeit von Dual und Brown war besser, die craniale Verschiebung der Körpermitte bei Ross, deren schlechtere Knochenausbildung und eventuell auch ein Einfluss des Alters dürften hierfür ausschlaggebend sein.

LB-Dual-Ross 3. LW © FLI

Insgesamt zeigt der Versuch, dass Aufzuchthühner mir unterschiedlichen Wachstumsraten erhöhte Gitterroste nutzen und die Aktivität bei schnellwachsenden sowie die Lauffähigkeit bei moderat wachsenden Tieren verbessert werden kann.

Leistungsdaten der drei Linien im Vergleich:

Lohmann Brown Plus/Classic, Legehennen-Linie
Lebendgewicht nach 10 Wochen 1.411 +/- 121 g

Lohmann Dual, Zweinutzungs-Linie
Lebendgewicht nach 10 Wochen 2.234 +/- 283 g

Ross 308, Mast-Linie
Lebendgewicht nach 5 Wochen 2.099 +/- 583 g

Aufzucht von Öko-Legehennen mit und ohne Grünauslauf #Geflügeltagung2019

Dr. Hannelore Roost (Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern) stellte über zwei Jahre erhobene Daten aus einer Aufzuchtanlage für Öko-Junghennen (Novogen Brown Light) vor. Vier vorhandene Stallgebäude mit entsprechenden Abteilen wurden jeweils geschlossen mit Einstallungsposten je Gebäude zwischen 13.978 und 22.800 Eintagsküken belegt. Verglichen wurden sieben Einstallungsposten, die nach 10 Lebenswochen Zugang zum Grünauslauf hatten und Tiere, die bis zur Umstallung ausschließlich im Stall/Wintergarten gehalten wurden.

Dr. Hannelore Roost

Die Junghennen wurden zwischen der 17. und 20. Lebenswoche ausgestallt. Die Verluste der Untersuchungsgruppen (inkl. Selektion) lagen kumulativ zwischen 5,7 und 12,45 % vom Anfangsbestand. Bei den ausschließlich im Stall/Wintergarten gehaltenen Hennen, lagen die Tierverluste zwischen 5,7 und 9,7 %. Die Erdrückungsverluste hatten hierbei einen Anteil an den Gesamtverlusten von 36-78% der Auslaufgruppen und 8-22% der Stallgruppen. Die Erdrückungsverluste traten besonders durch Stress und Panik bei verstärktem Anflug von Greifvögeln und Kolkraben auf.

Zusätzlich drohen bei Auslaufhaltung Infektionen mir Endoparasiten, die nicht nur Behandlung erfordern, sondern auch latent infizierte Hühner zur Folge haben können. Bei ungenügender Überwachung besteht dann ein Verschleppungsrisiko in die Folgeanlage und der Aufbau von Infektionsketten bereits bei der Einstallung.

Bei der durchschnittlichen Futter- und Wasseraufnahme je Tier und Tag konnten keine Unterschiede festgestellt werden, allerdings zeigten die Junghennen ohne Grünauslauf, neben den deutlich geringeren Verlusten, eine stabilere Tiergesundheit.

In Anbetracht dieser Ergebnisse empfahl Dr. Roost für die Junghennenaufzucht eine Haltung in Stall und Wintergarten, bis zur Umstallung in die Folgeanlage. Dabei sollte besonderer Wert auf die Gestaltung des Außenklimabereichs geachtet werden: Sonnen- und Windschutz, Stallklimagestaltung, Beschäftigungsmaterial, Picksteine und vor allem stets trockenes Einstreumaterial.

Zur Senkung der Erdrückungsverluste im Stall empfiehlt die Tierärztin, auf jeden Fall Überbelegung zu vermeiden, die Hennen, bei Haltung auf mehreren Ebenen, rechtzeitig an die jeweils höhere Ebene zu gewöhnen und Küken- und Junghennen-freundliche Sitzstangen unterschiedlichen Formats anzubieten. Auslaufhaltung sollte nach den jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnissen erst in der Legehennenanlage, spätestens in der 25. Lebenswoche, beginnen.

Minimierung von Federpicken bei Mastputen #Geflügeltagung2019

Inga Garrelfs (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen) stellte anlässlich der Celler Geflügeltagung die Erkenntnisse aus dem MuD-Vorhaben Tierschutz vor. Sechs Betriebe mit Hennen und Hähnen der Linien BUT 6 und TP 7 nahmen insgesamt an den Versuchen teil, alle Tiere hatten dabei intakte Schnäbel. Zunächst wurde mit 300 Tieren in Projektabteilen gearbeitet, einzelne Mäster ließen jedoch die Schnäbel der gesamten Herde intakt.

Inga Garrelfs
Den Puten wurden Picksteine, Luzerne in Körben und Strohballen angeboten. Ein Futterstreuautomat kam nicht gut an, da er Maiskörner mit hoher Geschwindigkeit im Stall verschoss und die Tiere nur irritiert waren und die Körner auch später verschmähten. Aufsprung- und Unterschlupfmöglichkeiten boten klappbare Wandtische. Auch Strohballen wurden als Sitzgelegenheit gut angenommen, abstehende Halme regten die Puten zum Picken an. Radios wurden zur Gewöhnung an Geräusche aufgehängt und in allen Ställen Sprühkühlung eingesetzt.

Der Fokus bei der Tierwohl-Evaluation lag bei

* Verletzungen an Stirnzapfen, Kehllappen, Hinterkopf,
* Federpicken und Verletzungen in der Halswirbelregion, an Rücken, Flügeln oder Stoß.

Die Auswertung sämtlicher Durchgänge ergab dann Verlustzahlen in den Projektherden zwischen 2,75 und 16,4% (Vergleichsherde mit kupierten Schnäbeln 3 bis 8%). Federpicken und Kannibalismus traten mal kaum, mal stark auf, wobei in den Projektherden sehr schnell tiefgreifende Verletzungen (bis zum Tod) festzustellen waren. Das Pickgeschehen trat häufig plötzlich und ohne Ankündigung auf, es konnten im Rahmen des Projekts jedoch keine Auslöser identifiziert werden.

Tiere mit tiefgreifenden Verletzungen mussten nicht direkt notgetötet werden und erholten sich gut. Im Schlachthof allerdings werden betroffene Körperregionen weggeschnitten und bei der Schlachtabrechnung abgezogen. Auch stellten Tiere mit erheblichen Verletzungen eine mentale Belastung für die Mäster dar, ebenso wie die (teilweise zahlreichen) Nottötungen.

Beschäftigungsmaterialien erwiesen sich zum Teil nach kurzer Zeit als uninteressant, Verhaltensstörungen traten trotz Anreicherung der Umwelt auf. Hier half jeweils nur eine zeitweise Verdunklung des Stalls mit gleichzeitig guter Durchlüftung. In allen Projektherden mussten Tierärztliche Behandlungen durchgeführt werden, unkalkulierbare Effekte wie Kükenqualität Witterungseinflüsse, Einstreu, Futter sind nicht auszuschließen.

Zwei Erkenntnisse standen am Ende für Inga Garrelfs fest: damit unnötiges Tierleid reduziert wird, sollten vorerst Maßnahmen weiterhin mit kupiertem Schnabel umgesetzt und ausgetestet werden. Und: es sei bei der Reduzierung der Besatzdichte zwar kein messbarer Effekt aufgetreten, jedoch empfanden die Landwirte die Reduzierung nach ITW als sehr angenehm (48 statt 52 kg/m² bei Hennen und 53 statt 58 kg/m² bei Hähnen).

Können Insekten die Eiweißlücke schließen? #Geflügeltagung2019

Insekten gehören zum natürlichen Nahrungsspektrum vieler Tiere, haben ein großes Vermehrungspotential und können in großer Zahl auf kleinem Raum leben. Ihre Futterverwertung ist enorm, denn aus 1 kg Futter werden 0,8 kg Insekten. Beim Geflügel sind es dagegen 0,6 kg und bei Wiederkäuern sogar nur 0,15 kg (aber natürlich können diese auch Futter verwerten, das Menschen nicht verdauen können).

Dr. Brigitte Paulicks

Zwar gäbe es aktuell einen medialen Hype um Insekten, sagte Dr. Brigitte Paulicks (WZW, Freising) zu Beginn ihres Vortrags in Celle. Land-, Energie- und Wassernutzung sei z. B. beim Mehlwurm tatsächlich am besten, aber derzeit seien Insekten in der EU nicht als Futtermittel für Warmblüter zugelassen, nur sieben Arten dürften an Fische verfüttert werden. Eine Ausnahmegenehmigung wurde für Insektenöl erteilt, jedoch trägt der Erzeuger die Verantwortung für dessen „Protein-Freiheit“.

Auf den Boden der Tatsachen führen dann aber entsprechende Untersuchungen der Spezialisten für Tierernährung. Insekten können zwar alles Mögliche verdauen, setzen dabei aber nicht unbedingt an. Setzt man Grillen etwa Biertreber vor, erreichen sie 50% Gewichtszuwachs, bei Luzerne ist es schon das 41-fache und Geflügelfutter (Getreide/Soja) lässt sie von 1 auf 79 Gramm wachsen. Bei Mehlwürmern entspricht die Nährstofftransformation etwa der von Masthähnchen, aber auch das Insektenfutter muss dazu supplementiert werden, mit essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen. Und am ende stehen alle derzeit zugelassenen Insektenarten in Nährstoff-Konkurrenz zu Schwein, Huhn und Mensch.

Insekten haben kaum Vorteile in der Proteinzusammensetzung (Aminosäurenmuster) gegenüber herkömmlichen pflanzlichen Eiweißfuttermitteln und sind (wahrscheinlich) unfähig essentielle Aminosäuren zu bilden, führte die Wissenschaftlerin aus. Dazu kämen hohe Temperaturansprüche in der Haltung, die eine Gesamtbilanz zusätzlich verschlechtern.

Brigitte Paulicks Fazit lautet deshalb: „Insekten gehören wohl eher auf den Teller, als in den Trog.“ Und: „Wir mästen ja auch keine Hähnchen, um sie an Schweine zu verfüttern!“

Würden allerdings in Zukunft Lebensmittelabfälle aus dem Handel („former foods“) als Insekten-Futter zugelassen, könnten -bildlich gesprochen – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden.

Haben erhöhte Sitzgelegenheiten für Puten-Elterntiere Vorteile für Tierwohl & Tiergesundheit? #Geflügeltagung2019

Dr. Julian Marks (Heidemark) hat während zweier Durchgänge in Aufzucht- und Legephase von Puten-Elterntieren, die Auswirkungen von Sitzstangen und Podesten auf Tierwohl, Tiergesundheit und wirtschaftliche Parameter untersucht.

Es wurde eine Sitzstange aus verzinktem Stahl (Breite 11 cm, Höhe 50 cm) angeboten, sowie zwei Podeste aus Stahlgestell und Kunststoffslats (Big Dutchman und Vencomatic). Mit Hilfe von Deckenkameras wurde der Platzbedarf pro Tier berechnet. Bei der Sitzstange waren dies 30 cm je Henne, beim Podest 4,5 Hennen je m². Für 10% der Hennen wurden im Versuch Aufsitzmöglichkeiten bereitgestellt.

In der Aufzuchtphase wurden das Angebot bereits gut genutzt, speziell in der Dunkelphase. In der 5. bis 9. Lebenswoche vielen die Tierzahlen am stärksten ab, was allerdings schlicht dem Körperwachstum der Tiere geschuldet war. Ab der 21. LW gab es kaum noch Veränderungen.

In der Legefarm zeigte sich eine hochsignifikant bessere Nutzung während der Dunkelphase, mit zunehmender Tendenz in den ersten drei Wochen, was der Referent am Ehesten auf Gewöhnung sowie eventuell hormonelle Umstellung und Legebeginn zurückführt.

Die durchschnittliche Auslastung lag während der Dunkelphase bei den beiden Podesten um 130%, die Sitzstange war zu knapp 100% belegt. In der Hellphase waren die Podeste mit etwa 22%, die Sitzstange mit 28% ausgelastet. Werte über 100% sind bei den Podesten nur möglich, weil die Tierkörper teilweise über die Flachen hinausragen und so nur ein teil der zuvor berechneten Körperfläche auf dem Podest ruht.

Zu Beginn der Legephase verlegen Puten öfter ihre Eier, bis sie die Funktionsbereiche des Stalls besser kennengelernt haben. Die Anzahl an Bodeneiern wurde durch die Aufsitzmöglichkeiten nicht beeinflusst. Auch hatten die Gitterroste der Podeste keinen signifikanten Einfluss auf die Fußballen-Gesundheit, im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Nach dem Versuch beziffert Julian Marks den Platzbedarf mit 35 cm je Henne auf der Sitzstange und 8,5 Hennen je m² Podest. Zusätzlich sollte die Breite der Podeste zukünftig so gewählt werden, dass sie eine zweireihige Anordnung der Hennen ermöglicht wird.

Außerdem zeige die Überbelegung, dass eher für 20-30% der Tiere Möglichkeiten zum Aufbäumen angeboren werden sollten, statt 10% wie im Versuch. Aber natürlich kann es in der Praxis am Ende nicht mehr erhöhte, als eigentliche Stallfläche geben.

Impfstoff gegen die Rote Vogelmilbe #Geflügeltagung2019

Die Rote Vogelmilbe (RVM – Dermanyssus gallinae) ist in Hühnerhaltungen weltweit verbreitet und verursacht Anämie, verminderte Legeleistung und ist ein Vektor für Krankheitserreger. In Belgien, Niederlanden und Deutschland haben über 90% aller Betriebe Probleme mit diesem Parasiten.

Dr. Gustavo Makert dos Santos (Fraunhofer Institut Leipzig) stellte in Celle zunächst aktuellen Bekämpfungsmethoden vor, die jedoch häufig in der EU nicht zugelassen sind. Silikatstaub z. B. zerstört die Lipidschicht der Epikutikula (die dünnste Hautschicht aus Proteinen und Lipiden), wirkt jedoch nicht gegen Eier und Larven. Raubmilben fressen zuerst die RVM, werden anschließend zu Kannibalen und sorgen so für einen weitgehend milbenfreien Stall. Bei der Temperaturbehandlung schließlich wird, über mehrere Tage, heiße Luft (80-90 ℃) in den Stall geblasen, um die Milben abzutöten. Allerdings wirken nicht alle Methoden gegen alle Entwicklungsstadien der Spinnentiere.

Die optimale Lösung wäre eine Impfung, weil sie lange anhält, die Resistenzbildung erschwert und keine Rückstände im Lebensmittel zu befürchten sind. Allerdings geht es in diesem Fall nicht um einen klassischen Impfstoff. Bereits seit dem Jahr 2000 aber existiert ein rekombinantes Protein gegen Zeckenbefall bei Rindern.

In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass auch die Immunisierung von Hühnern mit inaktivierten RVM einen Schutz auslöst. Allerdings sind die hierbei eingesetzten Rohextrakte aus Milben für die Impfstoffentwicklung unbrauchbar, da die Herstellung eines solchen Impfstoffes viel zu aufwendig wäre.

Deshalb haben die Leipziger Forscher jetzt Hühner mit RVM-Extraktfraktionen immunisiert, um Antikörper gegen diese Antigene zu bilden. Anschließend wurden Milben in vitro gefüttert. Dabei konnten mehrere Proteine identifiziert werden, die nach einer Immunisierung der Hühner zu höherer Mortalität der RVM führten. Ziele dieses Ansatzes sind: weniger Eier, weniger Milben, aber nicht unbedingt der Tod sämtlicher RVM (auch wenn über 60% abgetötet werden konnten).

Die Industriepartner des Fraunhofer Instituts entwickeln auf Basis der Laborversuche jetzt geeignete, einfache Impfmethoden und einen preisewerten, praxisgerechten Impfstoff. Im Labor konnten Antikörpertiter gegen die Milben-Proteine bzw. Impfkandidaten nach ca. 1 Jahr noch gemessen werden. Aber der Impfschutz muss noch vom Industriepartner des Projekts im Feld getestet werden.

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QS-Antibiotikamonitoring belegt verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz durch Tierärzte und Tierhalter

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2018 ist die eingesetzte Antibiotikamenge bei Schweinen und Geflügel haltenden Betrieben im QS-System gegenüber dem Vorjahr erneut gesunken. Ein klarer Beleg für den sorgfältigen und verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz durch Tierärzte und Tierhalter. Bei fast allen Wirkstoffgruppen, insbesondere bei den kritischen Antibiotika, hat eine deutliche Reduzierung stattgefunden. Der von Kritikern an die Tiermedizin geäußerte Vorwurf, es finde eine Verschiebung der eingesetzten Wirkstoffe statt, ist widerlegt.

Die aktuellen Auswertungen aus dem QS-Antibiotikamonitoring widerlegen das von einigen Experten vermutete Ausweichverhalten in der Tiermedizin eindeutig. Der Vorwurf lautete, dass von “klassischen” Wirkstoffen, die ein größeres Mengenvolumen ausmachen, auf modernere, hochwirksame Wirkstoffe umgestiegen wird, die in der Anwendung um ein Vielfaches niedriger dosiert werden. Aber gerade bei den kritischen Wirkstoffen sind deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Die Verbrauchsmenge an Fluorchinolonen wurde von 4,75 t auf 3,81 t im Jahr 2018 gesenkt und ist damit um fast 20 Prozent geringer ausgefallen. Während 2017 noch 0,4 t Cephalosporine der 3. und 4. Generation verabreicht wurden, waren es ein Jahr später mit 0,28 t klare 30 Prozent weniger.

Die Gesamtmenge der in den 29.864 Schweine und 3.184 Geflügel haltenden Betrieben des QS-Systems eingesetzten Antibiotika ist 2018 mit knapp 464 t um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (487 t) gesunken. Dabei ist bei allen Wirkstoffgruppen eine Mengenreduzierung festzustellen. Thomas May, bei QS verantwortlich für das Antibiotikamonitoring, betont: „Antibiotika werden in der Nutztierhaltung keinesfalls prophylaktisch eingesetzt, sondern ausschließlich, wenn der Tierarzt sie aufgrund einer Diagnose verordnet. Kranke Tiere müssen – mit Blick auf den Tierschutz – medizinisch behandelt werden. Die Auswertungen des QS-Antibiotikamonitorings belegen, dass die Tierhalter und Tierärzte in hohem Maße um den restriktiven Einsatz bemüht sind. Das Verabreichen von so genannten Reserveantibiotika bleibt in der Nutztierhaltung die Ausnahme.“

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

In Münster dreht sich alles um die Bienen

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Der 28. Apisticus-Tag der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen findet am 2. und 3. März im Messe und Congress Centrum der Halle Münsterland in Münster statt. Das Schwerpunktthema der Fachtagung rund um Imkerei und Bienen lautet „Natürliche Vielfalt – Gesunde Bienen“.

Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 12.30 Uhr. Am Sonntag startet die Messe bereits um 9 Uhr. Zum Apisticus-Tag werden 3 500 Imker und Bienenkundler aus Deutschland und dem benachbarten Ausland in Münster erwartet. Parallel zur Fachtagung zeigen mehr als 140 Aussteller aus dem In- und Ausland Produkte aus dem Umfeld von Imkerei und Bienenkunde sowie Natur- und Wildbienenschutz. Die Messe dauert am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 16 Uhr. Wer nur die Ausstellung besuchen will, muss 12 Euro Eintritt pro Tag bezahlen.

Im Rahmen des Apisticus-Tages findet am Samstag um 13 Uhr die Verleihung des Apisticus des Jahres 2019 statt. Mit diesem Preis werden Menschen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Imkerei verdient gemacht haben. Erstmals wird am Sonntag um 12 Uhr der Umweltpreis der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zur Förderung von Projekten des Natur- und Artenschutzes, die sich mit Bienenkunde und Imkerei befassen, verliehen. Weitere Informationen, auch zu den Eintrittspreisen, gibt es im Internet unter www.apisticus-tag.de.

In Nordrhein-Westfalen halten mehr als 15 000 Imker etwa 95 000 Bienenvölker. Auch 2018 nahm die Zahl der Imker weiter zu. Die Bienen produzierten im vergangenen Jahr rund 2 500 Tonnen Honig mit einem Marktwert von etwa 25 Millionen Euro.

Weitere Informationen

Quelle: LWK NRW

Gründe von Deutschen und Chinesen, weniger Fleisch zu essen

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In vielen Industrienationen essen die meisten Menschen nach wie vor zu viel Fleisch, obwohl das ungesund und schlecht für das Klima ist. So geht ein großer Anteil aller Treibhausgasemissionen auf das Konto der Viehzucht. Studierende des Studiengangs Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) an der Hochschule Fresenius in Köln haben in einer Projektarbeit untersucht, wie hoch die Bereitschaft in Deutschland im Vergleich zu China ist, den Fleischkonsum zu reduzieren und was die Gründe sind. Hierfür haben sie über 700 Menschen in Deutschland und China online befragt.

Geht es um den Klimawandel, denkt man in erster Linie an Autoabgase und Industrieschlote. Doch auch das Steak auf dem Teller trägt zur Erderwärmung bei. Denn laut der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO stammen mindestens 14,5 Prozent aller weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Haltung und Verarbeitung von Tieren. Den größten Anteil daran haben Rinder. Sie sind für etwa 65 Prozent dieser Emissionen verantwortlich. Schweine dagegen tragen nur neun Prozent bei, bei Geflügel sind es sogar nur acht Prozent. Ob Verbraucher in Deutschland und in China willens sind, seltener Fleisch zu konsumieren und welche Motivation dahintersteckt, haben Studierende im Rahmen einer Projektarbeit näher beleuchtet.

Neben Experteninterviews haben sie eine Online-Umfrage zur Substitution von Fleisch in Deutschland und in China durchgeführt. Insgesamt wurden 200 deutsche und 568 chinesische Teilnehmer befragt. Ein interessantes Ergebnis: In beiden Ländern waren etwa die Hälfte der Befragten, die aktuell Fleisch essen – in China (53 Prozent) mehr als in Deutschland (46 Prozent) – bereit, ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Die Motive dahinter sind aber völlig unterschiedlich: Dominieren in Deutschland ethische Beweggründe, wie Fragen des Tierwohls (33 Prozent) und des Naturschutzes (18 Prozent), ist in China vor allem die Gesundheit (64 Prozent) ausschlaggebend für das Interesse an fleischreduzierter Ernährung. Naturschutz geben nicht einmal zwei Prozent und Tierwohl nur gut sieben Prozent der Befragten aus China als Motiv an. Während in Deutschland reges Interesse an Fleischersatzprodukten besteht, werden in China vor allem Eierspeisen (54 Prozent) als Alternative zum Fleischkonsum betrachtet, während Käse, der von der deutschen Befragten zu 41 Prozent als Fleischersatz favorisiert wird, in China gar keine Rolle spielt.

„In den Modulen „Strategische Führung“ und „Digitale Medien“ konnten unsere Studierenden sich verschiedene aktuelle Themen empirisch erarbeiten. So fördern wir nicht nur die wissenschaftliche Kompetenz, sondern auch die Fähigkeit wissenschaftliche Ergebnisse verständlich aufzubereiten“, so Prof. Dr. Lutz Becker, Studiendekan des Masterstudiengangs Sustainable Marketing & Leadership (M.A.). „Aus der Untersuchung lassen sich Tendenzen auf die Motivation der Verbraucher, auf mögliche Unternehmensstrategien in der Ernährungsbranche und auf künftigen Forschungsbedarf erkennen“, erklärt er weiter.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen Online-Konferenz Next Economy Open #NEO18x präsentiert.

Quelle: Hochschule Fresenius