Haben erhöhte Sitzgelegenheiten für Puten-Elterntiere Vorteile für Tierwohl & Tiergesundheit? #Geflügeltagung2019

Dr. Julian Marks

Dr. Julian Marks (Heidemark) hat während zweier Durchgänge in Aufzucht- und Legephase von Puten-Elterntieren, die Auswirkungen von Sitzstangen und Podesten auf Tierwohl, Tiergesundheit und wirtschaftliche Parameter untersucht.

Es wurde eine Sitzstange aus verzinktem Stahl (Breite 11 cm, Höhe 50 cm) angeboten, sowie zwei Podeste aus Stahlgestell und Kunststoffslats (Big Dutchman und Vencomatic). Mit Hilfe von Deckenkameras wurde der Platzbedarf pro Tier berechnet. Bei der Sitzstange waren dies 30 cm je Henne, beim Podest 4,5 Hennen je m². Für 10% der Hennen wurden im Versuch Aufsitzmöglichkeiten bereitgestellt.

In der Aufzuchtphase wurden das Angebot bereits gut genutzt, speziell in der Dunkelphase. In der 5. bis 9. Lebenswoche vielen die Tierzahlen am stärksten ab, was allerdings schlicht dem Körperwachstum der Tiere geschuldet war. Ab der 21. LW gab es kaum noch Veränderungen.

In der Legefarm zeigte sich eine hochsignifikant bessere Nutzung während der Dunkelphase, mit zunehmender Tendenz in den ersten drei Wochen, was der Referent am Ehesten auf Gewöhnung sowie eventuell hormonelle Umstellung und Legebeginn zurückführt.

Die durchschnittliche Auslastung lag während der Dunkelphase bei den beiden Podesten um 130%, die Sitzstange war zu knapp 100% belegt. In der Hellphase waren die Podeste mit etwa 22%, die Sitzstange mit 28% ausgelastet. Werte über 100% sind bei den Podesten nur möglich, weil die Tierkörper teilweise über die Flachen hinausragen und so nur ein teil der zuvor berechneten Körperfläche auf dem Podest ruht.

Zu Beginn der Legephase verlegen Puten öfter ihre Eier, bis sie die Funktionsbereiche des Stalls besser kennengelernt haben. Die Anzahl an Bodeneiern wurde durch die Aufsitzmöglichkeiten nicht beeinflusst. Auch hatten die Gitterroste der Podeste keinen signifikanten Einfluss auf die Fußballen-Gesundheit, im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Nach dem Versuch beziffert Julian Marks den Platzbedarf mit 35 cm je Henne auf der Sitzstange und 8,5 Hennen je m² Podest. Zusätzlich sollte die Breite der Podeste zukünftig so gewählt werden, dass sie eine zweireihige Anordnung der Hennen ermöglicht wird.

Außerdem zeige die Überbelegung, dass eher für 20-30% der Tiere Möglichkeiten zum Aufbäumen angeboren werden sollten, statt 10% wie im Versuch. Aber natürlich kann es in der Praxis am Ende nicht mehr erhöhte, als eigentliche Stallfläche geben.

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