EuroTier 2026 Goldmedaille: PerformaNat CatiBovin

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Milchkühe verursachen rund ein Fünftel der EU-weiten Ammoniakemissionen (NH₃), die überwiegend durch die Ausscheidung überschüssigen Stickstoffs entstehen und als Luftschadstoff eine zentrale Herausforderung für Tierhaltung und Umwelt darstellen. Der bisherige Ansatz, durch die Bereitstellung zusätzlicher Nährstoffe mit höheren Rohproteingehalten die Proteinversorgung hochleistender Milchkühe sicherzustellen, kommt aufgrund der begrenzten Stickstoffverwertungseffizienz der Tiere an seine Grenzen. Dadurch gehen wertvolle Nährstoffe verloren, der Stoffwechsel wird belastet und durch die Umwandlung überschüssigen Stickstoffs entstehen Ammoniakemissionen.

PerformaNat CatiBovin ist ein neuartiges Ergänzungsfuttermittel für Milchkühe, das mit der gezielten Verbesserung der physiologischen Aufnahme in den Stoffwechsel einen absolut richtungsweisenden Ansatz zur Steigerung der Futtereffizienz verfolgt. Durch ausgewählte und in die Futterration integrierte phytogene Wirkstoffe ist es möglich, Rezeptoren und Nährstoffkanäle anzusteuern, gezielt zu aktivieren und dadurch die Effizienz der Aufnahme von Calcium und Stickstoff aus der Futterration ins Blut zu steigern.

Im Falle von PerformaNat CatiBovin handelt es sich dabei um sog. TRP-Kanäle (Transient Receptor Potential-Kanäle) im Pansen. Diese Kanäle wurden im Rahmen von grundlagenorientierten Arbeiten funktionell analysiert. Die so gewonnenen Erkenntnisse der modernen Transportphysiologie und TRP-Forschung wurden anschließend erstmals in eine praxistaugliche Fütterungslösung für Milchkühe übertragen. Dabei hat das Ergänzungsfuttermittel das Ziel, die bereits in der verwendeten Futterration enthaltenen Nährstoffe optimal und ohne zusätzlichen Nährstoffinput effizienter zu nutzen. PerformaNat CatiBovin ist dabei einfach in die TMR einzumischen und flexibel bei verschiedenen Fütterungskonzepten einsetzbar.

Das neue Produkt ist ein Vorzeigebeispiel für die Transformation neuer Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung der Nutztierproduktion. Es stellt deshalb einen Meilenstein für eine ressourcenschonendere und tiergerechte Fütterung der Zukunft dar. Darüber hinaus kann PerformaNat CatiBovin durch geringere Stickstoffverluste auch zur Reduktion von Ammoniakemissionen beitragen.

PerformaNat GmbH
Halle/Stand: 11 C27

Quelle: DLG

Erleichterungen für Tierhalter: Stallumbau ohne Doppelarbeiten

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Kabinett beschließt Verlängerung für Umsetzungsfristen der TA Luft bis Ende 2029

Die Bundesregierung hat eine Neuregelung auf den Weg gebracht, die unnötige Doppelarbeiten beim Umbau von Ställen vermeidet. Die Neuregelung verhindert, dass Tierhalterinnen und Tierhalter zunächst in die Umsetzung bestehender Anforderungen der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) investieren und im Anschluss aufgrund neuer europäischer Vorgaben erneut nachrüsten müssten. Dadurch müssen zudem Behörden nicht innerhalb kurzer Zeit zweimal dieselben Anlagen überprüfen. Hintergrund ist ein anstehender Durchführungsbeschluss der Europäischen Union zu EU-weit einheitlichen Umweltstandards für die Schweine- und Geflügelhaltung (Uniform Conditions for Operating Rules for Livestock, UCOL), aus dem sich neue Anforderungen für die Tierhaltung ergeben können. Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) und Bundesumweltministerium (BMUKN) hatten sich hier erfolgreich für eine praxisnahe und pragmatische Lösung im Sinne der Tierhalter eingesetzt.

Die Fristverlängerung erfolgt unabhängig von der nationalen Umsetzung des UCOL-Beschlusses: Sie wird mit dem heutigen Kabinettsbeschluss über eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Umsetzung von BVT-Schlussfolgerungen (Beste Verfügbare Techniken) für „Schlachtanlagen sowie für die Verarbeitung tierischer Nebenprodukte und/oder essbarer Schlachtnebenprodukte“ auf den Weg gebracht, mit der die entsprechende besondere technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft für bestimmte Anlagenarten der Hauptgruppe 7 „Nahrungs-, Genuss- und Futtermittel, landwirtschaftliche Erzeugnisse“ angepasst wird. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.

BMLEH und BMUKN sehen sich dem im Koalitionsvertrag verankerten Auftrag verpflichtet, die Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung praxisnäher auszugestalten. Bei der im Anschluss an die UCOL geplanten Anpassung der Regelungen für die Tierhaltung an das europäische Recht ist es beiden Ministerien wichtig, die künftigen Regelungen so unbürokratisch wie möglich zu gestalten und dabei zugleich Genehmigungsverfahren zu beschleunigen sowie Möglichkeiten der Digitalisierung so weit wie möglich auszuschöpfen. Die zukünftigen Regelungen wird das BMUKN in enger Abstimmung mit dem BMLEH in einem transparenten Prozess unter Einbeziehung der betroffenen Tierhalterinnen und Tierhalter entwickeln.

Quelle: BMLEH

Virtuelle Zäune für Weidetiere: Forschende empfehlen klaren Rechtsrahmen

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FBN beteiligt sich an bundesweiter wissenschaftlicher Bewertung und untersucht die Technologie in AutoPasture, SAGE und WeiTiMo

21 Autorinnen und Autoren aus zwölf Institutionen aus Forschung und Praxis empfehlen auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands, den Einsatz virtueller Zaunsysteme in Deutschland rechtlich klar zu regeln und als Ergänzung zu konventionellen Zäunen zu ermöglichen. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sind in einem neuen Thünen Working Paper sowie einem begleitenden Policy Brief zusammengefasst. Mit vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist auch das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) an der Bewertung beteiligt.

So funktionieren virtuelle Zäune
Bei virtuellen Zäunen werden Weidegrenzen nicht durch Pfähle und Zaunlitzen, sondern digital festgelegt. Die Tiere tragen Halsbänder, die ihre Position satellitengestützt erfassen. Nähern sie sich einer virtuellen Grenze, ertönt zunächst ein akustisches Warnsignal. Reagiert ein Tier darauf nicht und überschreitet die Grenze, folgt ein kurzer elektrischer Impuls. Studien zeigen, dass Weidetiere die Verbindung zwischen Warnsignal und Grenze in der Regel innerhalb weniger Tage erlernen und die elektrischen Impulse anschließend weitgehend vermeiden können.

Tierwohl und rechtlicher Rahmen im Fokus
Gerade wegen dieser elektrischen Impulsabgabe ist die Technologie tierschutzrechtlich sensibel. Die ausgewerteten nationalen und internationalen Untersuchungen lassen nach Einschätzung des Autorenteams im Vergleich zu konventionellen Elektrozäunen jedoch keine langfristigen negativen Auswirkungen auf Tierwohl und Tiergesundheit erkennen. Kurzfristige Beeinträchtigungen können bei beiden Zaunsystemen auftreten, wenn ein elektrischer Impuls ausgelöst wird.

„Die vorliegenden Studien geben aus unserer Sicht eine belastbare Grundlage, um den Praxiseinsatz virtueller Zäune rechtlich klar zu regeln“, sagt Dr. Jan Langbein vom FBN. „Gleichzeitig ist es wichtig, die Anwendung unter realen Bedingungen wissenschaftlich weiter zu begleiten. So können wir nicht nur mögliche Auswirkungen auf Tierwohl und Verhalten langfristig untersuchen, sondern auch die Potenziale der Technologie für ein flexibles Weidemanagement und ein präzises Tiermonitoring besser erschließen.“

Eine reguläre kommerzielle Nutzung virtueller Zaunsysteme mit elektrischer Impulsabgabe ist in Deutschland derzeit rechtlich nicht zulässig. Das Autorenteam empfiehlt, virtuelle Zäune grundsätzlich als Ergänzung zu konventionellen Zäunen zu ermöglichen. Auf feste Außenzäune soll nur in begründeten Ausnahmen, etwa auf Deichen oder im alpinen Raum, verzichtet werden können.

Die Halsbandsysteme bieten zugleich zusätzliche Möglichkeiten für das Tiermonitoring: Positions- und Aktivitätsdaten können helfen, Veränderungen im Verhalten frühzeitig zu erkennen. Zudem lassen sich Weideflächen flexibel steuern und sensible Bereiche gezielt von der Beweidung ausschließen.

FBN untersucht virtuelle Zäune in AutoPasture und SAGE
Für die eigene Forschung verfügt das FBN in Dummerstorf über eine rund vier Hektar große Versuchsweide, auf der digitale Technologien für das Weide- und Herdenmanagement unter praxisnahen Bedingungen erprobt werden. Im Exzellenzprojekt AutoPasture werden virtuelle Zäune bei Milchkühen, Mutterkühen und Wasserbüffeln in Mecklenburg-Vorpommern untersucht. Im Fokus stehen unter anderem Tierwohl, Weidenutzung und soziale Interaktionen innerhalb der Herde.

Im europäischen Projekt SAGE – Sustainable Agrivoltaic Grazing Ecosystem werden virtuelle Zäune als Managementinstrument bei der Beweidung von Photovoltaikflächen untersucht. Ziel ist es, Energieerzeugung, landwirtschaftliche Nutzung, Biodiversität und Tierwohl miteinander zu verbinden und daraus übertragbare Managementansätze und politische Empfehlungen zu entwickeln.

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Tropilaelapsmilbe – Gefahr für Europas Bienen rückt näher

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Die Tropilaelapsmilbe hat die Türkei erreicht und damit die Grenze zu Europa überschritten. Expertinnen und Experten haben jetzt in Nordmazedonien diskutiert, wie sich die gefährliche Bienenmilbe eindämmen lässt.

Die Meldung der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) vom 31. August 2026 markiert einen besorgniserregenden Wendepunkt: Der Nachweis der invasiven Tropilaelaps-Milbe in der Türkei bestätigt, dass dieser gefährliche Parasit die Grenze zu Europa erreicht hat. Ursprünglich in Asien beheimatet, hat sich die Milbe über Russland und Georgien scheinbar unaufhaltsam nach Westen ausgebreitet. Für die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) stellt dies eine existenzielle Bedrohung dar, die weit über die bekannten Gefahren durch die Varroa-Milbe hinausgeht.

Die Milbe, ein winziger Parasit, der sich vor allem in den Brutwaben von Bienenvölkern einnistet, ernährt sich vom Körpersaft der heranwachsenden Bienenlarven und -puppen und schwächt diese bereits vor dem Schlüpfen. Jungbienen sterben häufig direkt in der Brutzelle ab.

Beschleunigter Kollaps der Bienenvölker
Der biologische Mechanismus ist hochgradig destruktiv: „Die Tropilaelaps-Milbe verfügt über einen deutlich kürzeren Entwicklungszyklus als die Honigbiene und vermehrt sich somit rasanter als der bisherige Hauptparasit Varroa. Dies führt zu einem beschleunigten Kollaps der Bienenvölker“, erklärt Ricarda Scheiner, Bienenexpertin und Professorin am Lehrstuhl für Zoologie II (Verhaltensphysiologie und Soziobiologie) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU).

Ihren Worten nach zeigt das Auftreten der Tropilaelaps-Milbe sowie weiterer invasiver Arten wie der Zwerghonigbiene (Apis florea), dass das europäische Ökosystem unter massivem Druck steht. Sollte sich die Milbe in Deutschland und Europa etablieren, drohen verheerende Ausfälle in der Honigproduktion und der Bestäubungsleistung, was die Biodiversität und die landwirtschaftliche Sicherheit gleichermaßen gefährdet.

Workshop in Nordmazedonien
Wie groß die Gefahr für die europäische Imkerei ist und wie sich eine weitere Ausbreitung verhindern lässt, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachleute aus Veterinärmedizin und Imkerei Anfang September im nordmazedonischen Ohrid beraten. Vom 1. bis 5. September kamen dort Expertinnen und Experten aus mehreren europäischen Ländern zum Workshop „The Tropilaelaps Mite on Its Way to Europe“ zusammen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Ricarda Scheiner; unterstützt wurde Scheiner von Professor Aleksandar Uzunov (Ss. Cyril and Methodius Universität Skopje) und von Professor Ingolf Steffan-Dewenter, Inhaber des Lehrstuhls für Tierökologie und Tropenbiologie (Zoologie III) der JMU. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat das Treffen mit gut 34.000 Euro aus dem Programm „Hochschuldialog mit den Ländern des westlichen Balkans“ finanziell unterstützt.

Die Workshop-Teilnehmenden sehen insbesondere für Südosteuropa ein zunehmendes Risiko, dass die Tropilaelapsmilbe nach Europa gelangt. Im Workshop ging es deshalb vor allem um die Frage, wie eine Einschleppung möglichst früh erkannt und eine weitere Ausbreitung verhindert werden kann. Als mögliche Wege für die Einführung gebietsfremder Arten gelten unter anderem der internationale Verkehr und Handel sowie der Transport von Bienen und Bienenprodukten. Auch bereits in Europa auftretende invasive Arten wie der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) und die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) waren Thema des Workshops.

Früherkennung soll Schlimmeres verhindern
„Im Kampf gegen die Tropilaelapsmilbe ist ein koordiniertes europäisches Vorgehen zwingend erforderlich“, sagt Ricarda Scheiner. Behörden und andere zuständige Einrichtungen sollten dazu ihre Möglichkeiten zur Überwachung, Diagnose und schnellen Meldung von Verdachtsfällen verbessern. Spezielle Überwachungsstandorte an Flughäfen, Häfen, Verkehrswegen und Grenzregionen sowie in Gebieten mit intensiver Bienenhaltung und Bienenimporten könnten nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Aufgaben übernehmen.

Eine weitere Empfehlung sind sogenannte Sentinel-Völker. Dabei handelt es sich um speziell überwachte Bienenvölker, mit denen sich Tropilaelapsmilben und andere gebietsfremde Arten früh erkennen lassen. Für den Fall eines Verdachts sollen zudem Notfallpläne mit klaren Zuständigkeiten, Diagnoseverfahren, Meldewegen und möglichen Bekämpfungsmaßnahmen vorbereitet werden.

„Vorbeugen ist besser als später bekämpfen“: Auf diese Formel lässt sich nach Ricarda Scheiners Worten die zentrale Botschaft des Workshops bringen. Dementsprechend kommen die Teilnehmenden zu dem Schluss, dass Prävention, Früherkennung und eine schnelle, wissenschaftlich fundierte Reaktion wirksamer und weniger kostspielig sind als der Kampf gegen eine gebietsfremde Art nach ihrer Etablierung. Dafür sei eine gemeinsame Anstrengung von Behörden, Wissenschaft, Imkerschaft und weiteren beteiligten Einrichtungen in Europa notwendig.

Neben Ricarda Scheiner und Ingolf Steffan-Dewenter haben Fachleute und Vertreter von Imkerverbänden aus Deutschland, Nordmazedonien, der Türkei, Griechenland, Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo und Ungarn an dem Workshop teilgenommen.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Einfluss der Fütterung auf die Tiergesundheit

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Vom Energiepotenzial des Hähnchenmists bis zu globalen Ernährungstrends: Das Broilersymposium der AGRAVIS Nutztier GmbH in Holdorf bot einen umfassenden Blick auf die Zukunft des Geflügels. Wie die Fütterung Einfluss auf die Tiergesundheit nimmt beleuchteten zwei Vortragende.

Prof. Dr. Julia Hankel, Professorin für Nachhaltigkeit im Kontext Tierernährung an der TiHo Hannover, erinnerte daran, dass Tierhaltung seit jeher ein integraler Bestandteil der Lebensmittelproduktion ist. Früher wurden Küchenreste im „Schweineeimer“ gesammelt und direkt wiederverwertet, ein einfaches, effizientes Kreislaufsystem, das heute aus rechtlichen Gründen nicht mehr erlaubt ist.

Auch moderne Lebensmittelproduktion erzeugt zahlreiche Nebenprodukte, etwa aus der Getreideverarbeitung oder aus Ernterückständen. Viele davon sind faserreich und schwer zu verfüttern, aber grundsätzlich wertvolle Futtermittel. Gerade im Geflügelfutter, das zu großen Teilen aus Getreide besteht, ließe sich durch den verstärkten Einsatz solcher Nebenströme die Konkurrenz um Lebensmittel reduzieren. Wichtig bleibt dabei die Qualität: Mykotoxine etwa sitzen häufig in den Schalen und können sich in Nebenprodukten anreichern.

Gleichzeitig hat die Fütterung einen erheblichen Einfluss auf die Umweltwirkung der Geflügelproduktion. Durch den gezielten Einsatz geeigneter Nebenprodukte lässt sich der CO₂‑Fußabdruck deutlich senken, allerdings nur, solange die Leistung der Tiere nicht leidet. Denn leistungsschwache oder kranke Tiere verbrauchen mehr Ressourcen, da ihr Immunsystem zusätzliche Energie und Proteine benötigt.

Ein spannender Ausblick galt der Nutzung von Insekten. Auch wenn Umfragen zufolge die meisten Menschen in Deutschland sie nicht essen möchten, könnten sie als Futtermittel eine wichtige Rolle spielen.

Hankels Fazit: Die Rohwaren der Zukunft liegen nicht nur in klassischen Futtermitteln, sondern in der Weiterentwicklung von Nebenprodukten, Fermentationstechnologien und Enzymverfahren. Kreisläufe zu schließen, bleibt einer der wichtigsten Hebel für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion.

Geflügelernährung gesund und nachhaltig gestalten
Hubert Möllmann, Produktmanager Geflügel bei der AGRAVIS Nutztier GmbH, zeigte, wie stark sich die Gesundheit und Nachhaltigkeit in der Hähnchenmast über die Fütterung beeinflussen lassen. Der erste Blick eines erfahrenen Tierhalters gilt immer der Herdenverteilung: Gesunde Tiere sind aktiv, verteilen sich gleichmäßig im Stall und machen Platz. Kranke Tiere hingegen suchen Wärme, bilden Haufen oder wirken apathisch. Auch der Gefiederzustand liefert Hinweise: struppiges, abstehendes Gefieder deutet auf Kälte oder Stress hin. Stallklima, Fütterung und Darmgesundheit hängen eng zusammen, denn ein gestresster Darm verändert die Kotkonsistenz und kann Krankheiten begünstigen.

Ein zentrales Ziel moderner Geflügelernährung ist es, das Darmmikrobiom gezielt zu unterstützen. Dazu gehören mehrphasige Fütterungsstrategien, die bedarfsgerecht angepasst werden, sowie der Verzicht auf Nährstoffüberschüsse. Strukturierte Rohfaser, verdauliche Komponenten, Enzyme, Probiotika – vor allem Milchsäurebakterien – und Säurezugaben im Wasser oder Futter helfen, die Passagegeschwindigkeit im Darm zu steuern und die Verdauung zu stabilisieren. Auch klassische Komponenten wie Hafer, ganzes Weizenkorn oder Sonnenblumenschrot spielen dabei eine wichtige Rolle.

Möllmann erläuterte, wie viel sich über die Kotbeurteilung erkennen lässt: Zu flüssiger Kot weist auf Erkrankungen hin und führt zu feuchter Einstreu und Fußballenproblemen, breiige Konsistenz oder unverdaute Futterbestandteile sind Warnsignale. Blut im Kot deutet auf Kokzidien hin. Entscheidend ist, dass die Tiere kontinuierlich fressen, Hungerphasen schaden der Darmgesundheit.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Nachhaltigkeit. In den vergangenen Jahren konnte der Rohproteingehalt im Futter bereits deutlich gesenkt werden. Parallel dazu hat sich die Effizienz der Broilermast verbessert: Seit 2000 stieg die Leistung um 25,8 %, die Futtereffizienz um 15 %. Angesichts schrumpfender globaler Ackerflächen ist diese Entwicklung entscheidend. Da die weltweite Ackerfläche abnimmt, mussten 2020 drei Personen von der Fläche eines Fußballfeldes ernährt werden, 2050 werden es fünf Personen sein. Um den CO₂‑Fußabdruck weiter zu senken, spielen regionale Rohstoffe wie Raps, Erbsen oder Sonnenblumen eine wichtige Rolle. Auch Zuchtfortschritt und Futterverwertung bieten großes Potenzial.

Möllmanns zentrale Botschaft: Die Fütterung hat einen enormen Einfluss auf die Tiergesundheit und sie entscheidet maßgeblich darüber, wie nachhaltig Geflügelproduktion sein kann.

Dr. Heike Engels

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Hygienebausteine kombinieren für geringeren Keimdruck

*Featured Product*

Tier- und umweltassoziierte Keime bzw. entsprechende Krankheiten lassen sich durch kombinierte Hygienemaßnahmen gut eindämmen. Das Hygienekonzept von DESICAL® umfasst daher mehrere Produkte von Einstreu bis Futtertisch-Beschichtungen. Die Produkte kommen vorrangig in Milchviehställen zum Einsatz, helfen aber auch die Keimbelastung anderer Tiere zu reduzieren, z.B. Geflügel in mobiler Haltung, Mastschweine, Mastkälber, Schafe und Ziegen.

Das hochalkalische Desinfektionspulver DESICAL® plus reduziert als Einstreu pathogene Keime im Liege- und Laufbereich um fast 100 %. Damit hilft es, Mastitiden vorzubeugen und nachhaltig zu therapieren. Im Kälberstall und in Lammbuchten hilft das Pulver zudem, Durchfälle und Lämmerlähme zu vermeiden. Die starke Hygienewirkung und sehr gute Hautverträglichkeit für Tier und Anwender schließen sich selbst im dauerhaften Einsatz nicht aus, wie unabhängige Institutionen (z.B. dermatest) bestätigen. Sie schonen und pflegen die Haut – im Gegensatz zu Branntkalken, Kalkhydraten oder sogenannten Hygienekalken. Die Einstreu ist ein reines Naturprodukt und gelistet in der Betriebsmittelliste für ökologische Erzeugung (D-A-CH).

Das Schwesterprodukt DESICAL® plus Odoro mit Eukalyptus-Aroma entlastet zudem die Atemwege und mindert Eigengerüche bei unterschiedlichen Herden und Würfen. Es wird daher gerne in der Schweinehaltung und Bullenmast eingesetzt.

Das Einstreuen erfolgt mit den üblichen Fahrzeugen oder schnell und handlich mit dem Handstreuer namens DESICAL® Acero (siehe Foto). Für eine stabile Strohmatratze empfiehlt sich das Mischen und Ausbringen von DESICAL® spezial mit dem Futtermischwagen.

Zum DESICAL®-Hygienekonzept für Rinder gehört zudem, baulich für die Sauberkeit der Futtertische zu sorgen. Denn in Unebenheiten bleiben Futterreste hängen, in denen sich Keime stark vermehren. Für die Futterhygiene ist es unerlässlich, neue Futtertische zu beschichten und verschlissene Flächen zu sanieren. Unter dem Namen agroCoating bietet DESICAL® eine Serie von Epoxydharz-Produkten an, die sich je nach Zustand des Futtertisches unterschiedlich kombinieren lassen. Die Beschichtung kann der Landwirt schrittweise selber vornehmen und sie ist nach 48 Stunden fertig. Die versiegelten Flächen fördern die Futteraufnahme und tragen zur Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere bei.

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Beginn der Nozizeption und Schmerzwahrnehmung bei Hühnerembryonen

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Weltweit werden jährlich ca. 6,5 Milliarden männliche Küken aus Legelinien nach dem Schlüpfen getötet. Mazeration ist dabei nur bedingt tierschutzgerecht und die Alternative CO2-Begasung wirkt aversiv. Bei der Anwendung der In-ovo- Geschlechtsbestimmung, können männliche Embryonen noch vor dem Schlüpfen getötet werden. Die heute marktreifen Verfahren können das Geschlecht zwischen dem 11. und 15. Bebrütungstag (BT 11–15) mit einer Genauigkeit von über 95 % bestimmen.

Allerdings müssen die Embryonen getötet werden, bevor Nozizeption (*) und Schmerzwahrnehmung möglich sind, und die Technologien müssen in großem Maßstab durchführbar sein. Eine neue Studie kanadischer Forscher untersuchte den Beginn der Nozizeption und Schmerzwahrnehmung bei Hühnerembryonen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich zwar Nervenenden und Rückenmarksbahnen früh entwickeln, eine koordinierte nozizeptive Verarbeitung jedoch erst ab etwa BT 16 auftritt. Elektroenzephalogramme zeigten vor BT 13 keine signifikante Gehirnaktivität; Muster, die denen geschlüpfter Küken ähneln, traten erst zwischen dem 15. und 17. Bebrütungstag auf.

Gliedmaßen- oder Schnabelbewegungen eignen sich kaum als Indikatoren, da sie häufig einer Beteiligung höherer Gehirnzentren vorausgingen, schreiben die Forscher. Herz-Kreislauf-Reaktionen dagegen könnten verlässlichere Hinweise liefern. Signifikante Veränderungen des mittleren arteriellen Blutdrucks und der Herzfrequenz als Reaktion auf einen noxischen Reiz traten ab BT 16 beziehungsweise BT 17 auf und ließen sich an BT 18 durch Lokalanästhesie aufheben. Dies deute darauf hin, dass es sich zu diesem Zeitpunkt um nozizeptive Reaktionen handelte und nicht um embryonale Bewegungen oder autonome Reflexe.

Zusammengenommen legen die Ergebnisse nahe, dass die Nozizeption beim Embryo etwa ab BT 16–17 einsetzt. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Tötung bis BT 16 wahrscheinlich Nozizeption vermeidet und gleichzeitig Flexibilität bei der zeitlichen Planung sowie eine breite Anwendung aktueller In-ovo-Geschlechtsbestimmungsverfahren ermöglicht.

(*) Nozizeption: Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung von schmerzauslösenden (noxischen) Reizen im Nervensystem

Petrik & Petrik (2026) Onset of nociception and pain perception in chicken embryos – a review

Link zur Original-Studie

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Junge Forschende entwickeln Ideen für die Landwirtschaft von morgen

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Sechs Nachwuchstalente wurden vom Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) für ihren Beitrag zur zukunftsfähigen Agrar- und Ernährungswirtschaft ausgezeichnet

Was passiert, wenn auf einem Tierhaltungsbetrieb über längere Zeit der Strom ausfällt? Wie lässt sich der Einsatz von Antibiotika reduzieren? Und wie können Pflanzen frühzeitig erkennen lassen, dass ihnen Wasser fehlt? Mit ganz unterschiedlichen Fragen wie diesen beschäftigen sich sechs Nachwuchstalente aus Niedersachsen. Für ihre Arbeiten wurden sie am 24. September im Rahmen der Fachtagung „Vorsorgen statt reagieren: Wege zur Ernährungssicherheit in Niedersachsen“ an der Universität Vechta mit dem „trafo:nachwuchspreis 2026“ ausgezeichnet.

Der Preis richtet sich an die junge Generation aus Wissenschaft und Praxis, die mit ihren Abschlussarbeiten oder Arbeitsprojekten neue Impulse für die Agrar- und Ernährungswirtschaft setzen. Ausgezeichnet werden innovative Konzepte, praxisnahe Lösungen, neue Technologien und kreative Ansätze.

Gestiftet wurden die Preise in diesem Jahr von der EW GROUP mit 3.000 Euro, MIAVIT mit 2.000 Euro, der Goldschmaus Gruppe mit 1.000 Euro sowie der Stiftung Gewässerschutz mit 2.500 Euro und 1.000 Euro und trafo:agrar mit 500 €.

Von der Forschung in die Praxis
Den Auftakt der Verleihung bildete das Grußwort von Gerhard Schwetje, Kammerdirektor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er betonte die Bedeutung junger Talente für die Weiterentwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft:

„Die Fragen, vor denen die Landwirtschaft heute steht, sind komplex. Umso wichtiger sind junge Talente, die neue Perspektiven eröffnen und bestehende Ansätze hinterfragen. Der tra-fo:nachwuchspreis macht die Ideen des Nachwuchses sichtbar und würdigt ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Als Landwirtschaftskammer ist es uns ein besonderes Anliegen, den Nachwuchs zu fördern und neue Erkenntnisse für landwirtschaftliche Betriebe nutzbar zu machen.“

Daran knüpfte Prof. Dr. Paula Bögel von der Universität Vechta mit ihrem Vortrag an. Im Mittel-punkt stand die Frage, wie junge Akteurinnen und Akteure mit etablierten Unternehmen und Einrichtungen ins Gespräch kommen und ihre Ideen in bestehende Strukturen einbringen können. „Frische Ideen verändern Strukturen nicht von allein. Damit junge Change Agents mit ihren Ideen von der Nische ins Regime gelangen, braucht es sogenannte Boundary Spanner sowie langfristige, belastbare Strukturen. Diese ermöglichen es, Ideen aus der Nische in etablierte Unternehmen, die Verwaltung und andere Institutionen zu tragen“, so Prof. Dr. Paula Bögel. Damit richtete sich der Blick von der Entwicklung neuer Ansätze auf deren Weg in die Praxis – eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung einer zukunftsfähigen Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Sechs Arbeiten – sechs Antworten auf aktuelle Herausforderungen der Landwirtschaft

Wie vielfältig die Themen des Nachwuchses sind, wurde bei der Präsentation der ausgezeichneten Arbeiten im Pecha-Kucha-Format deutlich. In kurzen Beiträgen stellten die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Forschung vor – von der Krisenvorsorge in der Tierhaltung über Antibiotikareduktion und Lebensmittelhygiene bis hin zu Boden, Wasser und dem Umgang mit den eigenen Ressourcen im landwirtschaftlichen Alltag.

Was tun, wenn im Stall der Strom ausfällt? Mit dieser Frage beschäftigt sich Emilia Wallbaum. Sie untersuchte die Resilienz von Tierhaltungsbetrieben bei längeren Stromausfällen und entwickelte einen Resilienzindex. Dieser macht sichtbar, in welchen Bereichen Betriebe besonders vorsorgen müssen – etwa bei der Wasserversorgung. Damit kann die Arbeit dazu beitragen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und die Vorbereitung auf Krisensituationen zu verbessern.

Wie lässt sich Antibiotikaeinsatz bei der künstlichen Besamung reduzieren? Dieser Frage ging Florian Reckinger in seiner Forschung zur antibiotikafreien Lagerung von Ebersperma nach. Seine Er-gebnisse zeigen, dass Ebersperma bei 5 °C bis zu sechs Tage gelagert werden kann. Damit eröffnet seine Arbeit einen Ansatz, um den Antibiotikaeinsatz in diesem Bereich zu reduzieren.

Kann blaues Licht Lebensmittel länger haltbar machen? Mit dieser Idee beschäftigt sich Yannick Meissner. Er entwickelte ein modulares System zur Desinfektion frischer Lebensmittel mit blauem Licht. Das Verfahren könnte eine chemiefreie Verlängerung der Haltbarkeit ermöglichen und damit dazu beitragen, Lebensmittelverluste zu verringern.

Weniger Bodenbearbeitung, weniger Verluste: Für ihre Arbeit zur reduzierten Bodenbearbeitung erhielt Anne Albrecht einen Sonderpreis. Ihre Ergebnisse zeigen Potenzial, Nährstoffverluste und Erosion zu verringern und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Systeme zu stärken.

Wann brauchen Pflanzen tatsächlich Wasser? Mit der frühzeitigen Erkennung von Trockenstress bei Rasengräsern beschäftigte sich Jan Lukas Eßer. Seine Messtechnik könnte künftig dabei helfen, Bewässerung gezielter am tatsächlichen Bedarf auszurichten – und damit Wasser, Energie und Kosten einzusparen. Für seine Arbeit erhielt er einen Sonderpreis.

Und wie bleibt die Landwirtschaft auch für die Menschen nachhaltig? Dieser Frage widmete sich Julia Dahl in ihrer Arbeit zur Selbstfürsorge im landwirtschaftlichen Betriebsalltag. Sie untersuchte, welche persönlichen und betrieblichen Faktoren Selbstfürsorge unterstützen. Ihre Forschung zeigt damit auch: Nachhaltigkeit betrifft nicht nur Böden, Tiere, Wasser und Ressourcen, sondern ebenso die Menschen, die landwirtschaftliche Betriebe führen und dort arbeiten.

Nachwuchs fördern, Ideen sichtbar machen
Mit dem trafo:nachwuchspreis sollen junge Talente nicht nur für ihre Arbeiten ausgezeichnet wer-den. Der Preis schafft auch Raum für Austausch und Vernetzung: Die Nachwuchskräfte können ihre Forschung einem fachübergreifenden Publikum vorstellen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis ins Gespräch kommen.

„Junge Menschen bringen neue Perspektiven und oft auch unkonventionelle Ideen mit. Genau diesen Blick wollen wir mit dem trafo:nachwuchspreis stärken und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Themen weiterzuentwickeln und in den Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zu gehen. Denn aus guten Ideen können dann konkrete Impulse für die Zukunft der Agrar- und Ernährungswirtschaft entstehen“, so Dr. Barbara Grabkowsky, Leiterin von trafo:agrar.

Auch im kommenden Jahr wird der Nachwuchspreis wieder ausgeschrieben. Nachwuchskräfte und Nachwuchswissenschaftlerinnen und – wissenschaftler aus Niedersachsen sind eingeladen, ihre Ideen und Arbeiten einzureichen und damit die Zukunft der Agrar- und Ernährungswirtschaft mitzugestalten.

Weitere Informationen zum trafo:nachwuchspreis: www.trafo-agrar.de/nachwuchspreise

Quelle: trafo:agrar – Universität Vechta

MultiPhase Opti.Mum: Kosteneffiziente Multiphasenfütterung über Frequenz-Dosierer im Abferkelstall

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Mit dem MultiPhase Opti.Mum bietet WEDA Dammann &Westerkamp ein hocheffizientes System zur automatischen Multiphasen- und Mehrphasenfütterung von säugenden Sauen im Abferkelbereich. Es ermöglicht die präzise, tierindividuelle Futterrezeptierung direkt auf dem Transportweg, ohne den sonst üblichen, teuren Umweg über eine Futterküche mit Waage und Chargenmischer.

MultiPhase Opti.Mum revolutioniert Verfahren
Bisher erforderten präzise Mehrphasen- oder Multiphasenfütterungen im Abferkelbereich investitionsintensive Futterküchen mit Wiegebehältern, Chargenmischern und mehreren separaten Förderlinien pro Abteil. Aus Kostengründen wurde daher in der Praxis meist nur ein Standardfutter über die gesamte Laktationsperiode gefüttert. Der neue MultiPhase Opti.Mum revolutioniert dieses Verfahren: Es bricht die Investitionsschwelle, indem es eine präzise Rezeptmischung über die Frequenzregelung der Entnahmetrichter direkt auf einer einzigen, bereits vorhandenen Futterkette realisiert.

Foto: WEDA

Ressourceneffiziente Silo-Wechselnutzung
Zwei frequenzgeregelte Förderschnecken – Starfeeder – dosieren die jeweiligen Futterkomponenten direkt aus den Silos im gewünschten Verhältnis zeitgleich auf eine gemeinsame Futterkette. Dann befüllt die Futterkette die einzelnen Opti.Mum-Dosierer im Stall. Jede Wochengruppe erhält so eine exakt bedarfsgerecht abgestimmte Futtermischung. Der Stallrechner Excellent 4PX steuert die Frequenz der Starfeeder entlang einer kontinuierlichen Multiphasen-Futterkurve. So wird etwa nach der Einstallung mit einem Geburtsvorbereitungsfutter gestartet, das im Verlauf der Laktation fließend in zwei aufeinanderfolgende Laktationsfutter – Lac1 und Lac2 – überführt wird. Die Silo-Wechselnutzung ist ressourceneffizient: Bei einem Drei-Wochen-Rhythmus wird das Silo, das anfangs für das Geburtsvorbereitungsfutter genutzt wurde, einfach mit dem Folgefutter (Lac2) befüllt.

Besondere Merkmale und Vorteile auf einen Blick
– Gezielte Geburtsvorbereitung: Die nahtlose Versorgung mit speziellem Geburtsvorbereitungsfutter sichert eine gleichmäßige Energieversorgung während der Geburt, reguliert die Elektrolytbalance (Harnansäuerung zur MMA-Prophylaxe) und regt den Calcium-Stoffwechsel an (wichtig für eine starke Wehentätigkeit und rasche Milchbildung).
– Erhöhung der Ferkelvitalität: Die optimierte Vorbereitung führt nachweislich zu einer Steigerung der lebend geborenen Ferkel und einer signifikanten Reduzierung von Totgeburten.
– Die Aufrechterhaltung der Darmfunktion verhindert Verstopfungen der Sau rund um den Geburtszeitpunkt.
– Minimale Investitionskosten: Der Verzicht auf eine komplette Futterküche spart erhebliche Anschaffungskosten.
– Die Ferkel der Versuchsgruppe (Lac1 und Lac2) nahmen 33 Prozent weniger Beifutter auf als die Kontrollferkel, erreichten jedoch höhere Absetzgewichte (Quelle: Land&Forst 48/2025) nach Untersuchungen der FutterAllianz.

Quelle: WEDA Dammann & Westerkamp GmbH

Straw4PX & Manure4PX: Plug-and-Play-Steuerungsmodule für automatische Strohdosierung und Gülleschieber

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Mit den Zusatzmodulen Straw4PX und Manure4PX von WEDA Dammann & Westerkamp gelingt die vollständige Integration der automatischen Strohdosierung und der Gülleschieber-Steuerung direkt in den bestehenden Prozessrechner der WEDA-Fütterungsanlage.

Kernprozesse über ein Interface steuerbar
Bisher erforderten Strohdosierer und Entmistungssysteme eigene, isolierte Steuerungseinheiten verschiedener Hersteller. Dies führte zu teuren Insellösungen im Stall, unübersichtlichen Bedienstrukturen durch verstreute Steuerungskomponenten und hohem Programmieraufwand bei Schnittstellen. Die WEDA Neuheit Straw4PX und Manure4PX lösen diese Barrieren auf. Durch die Nutzung der vorhandenen Intelligenz und Infrastruktur des WEDA-Fütterungsrechners lassen sich alle Kernprozesse – Fütterung, Beschäftigung und Entmistung – über ein einziges, gewohntes und intuitives Interface steuern.

Foto: WEDA

System nach Software-Update einsatzbereit
Ein kompakter, anschlussfertiger Zusatz-Schaltschrank für Leistung und Steuerung wird installiert und über die interne Kommunikationsschnittstelle der vorhandenen Fütterungsanlage gekoppelt. Nach einem Software-Update ist das System sofort einsatzbereit – ohne separaten Hauptrechner. Das Modul steuert die bedarfsgerechte Beschäftigung der Tiere mit Stroh. Eine vollkommen flexible, buchten- und abteilspezifische Zuteilung unterschiedlicher Strohmengen ist möglich. Durch Übergaben lassen sich weitere Linien flexibel zuschalten, um den gesamten Stall lückenlos zu versorgen. Dieses Modul steuert und überwacht die Gülleschieber sowie die zugehörigen Abführorgane. Es überwacht die Laufzeiten der Schieber. Bei Abweichungen stoppt das System und alarmiert das Personal. Der Rechner visualisiert in Echtzeit die exakte Position jedes Schiebers im Kanal.

Besondere Merkmale und Vorteile auf einen Blick
– Straw4PX sichert die konstante und bedarfsgerechte Versorgung der Schweine mit organischem Beschäftigungsmaterial.
– Manure4PX sorgt durch präzise gesteuerte Schieberintervalle für dauerhaft saubere Güllekanäle, wodurch das Stallklima (Ammoniakreduktion) massiv verbessert wird.
– Drastische Investitionsminderung: Durch den Wegfall separater Steuerungscomputer und die Nutzung des vorhandenen Fütterungssystems sinken die Anschaffungs- und Installationskosten für die Automatisierung erheblich.
– Sicherheit und Werterhalt: Die kontinuierliche Laufzeit- und Positionsüberwachung der Gülleschieber verhindert mechanische Schäden und teure Systemausfälle. Im Fehlerfall sieht der Landwirt sofort auf dem Smartphone, an welcher Stelle der Schieber blockiert.

Quelle: WEDA Dammann & Westerkamp GmbH