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Im Jahr 2017 wurden in Bayern 5.455 Tonnen Speisefisch erzeugt

Zwei Drittel der Produktion entfielen auf den Gemeinen Karpfen und die Regenbogenforelle

Im Jahr 2017 wurden von den bayerischen Aquakulturbetrieben rund 5 455 Tonnen Speisefisch erzeugt. Nach Angaben des Bayerischen Landes-amts für Statistik entfielen 66,0 Prozent der Produktion auf den Gemeinen Karpfen (1 962 Tonnen) und die Regenbogenforelle (1 640 Tonnen). Annähernd drei Viertel der Speisefische wurden von lediglich 9,8 Prozent der großen Aquakulturbetriebe erzeugt. Die mittlere Teichfläche eines Betriebes betrug vier Hektar.

Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden im Jahr 2017 von den Speisefisch produzierenden Aquakulturbetrieben in Bayern rund 5 455 Tonnen (t) Speisefisch erzeugt. Dies waren 100 t bzw. 1,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Der überwiegende Teil der in den Verkauf gegangenen Fische wurde von wenigen großen Betrieben (d.h. mit einer jährlichen Fischproduktion von 5 t und mehr) er-zeugt. So entfielen auf 9,8 Prozent der großen Aquakulturbetriebe fast drei Viertel (4 078 t) der zum Verzehr verkauften Fische.

In der Speisefischproduktion Bayerns dominierten der Gemeine Karpfen (1 962 t bzw. 36,0 Prozent der Gesamtspeisefischproduktion) sowie die Regenbogenforelle (1 640 t bzw. 30,1 Prozent). Die Karpfenproduktionsmenge war mit der des Vorjahres vergleichbar (- 0,2 Prozent bzw. 5 t). Die Regenbogenforellenerzeugung nahm hingegen um 10,0 Prozent (182 t) ab. 46,4 Prozent der erzeugten Karpfen stammten aus Mittel-franken (911 t) und 29,2 Prozent der Regenbogenforellen aus Oberbayern (478 t).

Die Aquakulturbetriebe bewirtschafteten eine oder mehrere Anlagenarten. Im Jahr 2017 gaben 1 851 Betriebe an, Teiche (ohne Forellenteiche) zu haben. Die mittlere Teichfläche je Betrieb betrug 4 Hektar. Forellenteiche, Becken und/oder Fließkanäle wiesen 770 Betriebe auf. Das durchschnittlich genutzte Wasservolumen dieser Anlagen betrug 1 907 m3 je Betrieb. Nur wenige Betriebe hatten Kreislaufanlagen (9 Betriebe) und/oder Netzgehege (3 Betriebe).

Die Ergebnisse basieren auf der gemäß der EU-Verordnung über die Vorlage von Aquakulturstatistiken bundesweit jährlich durchzuführenden Aquakulturerhebung. Ab dem Berichtsjahr 2015 wurden die Erfassungsgrenzen eingeführt. Diese lag für Teiche bei einer Gesamtwasserfläche von 0,3 Hektar, für Forellenteiche, Becken und Fließkanäle bei 200 m3. Alle anderen Anlagen (z. B. Kreislaufanlagen) wurden unabhängig von der Größe erfasst.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin sinkt weiter

Zugleich erneut moderater Anstieg der Abgabemengen für Antibiotika mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen

Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist im Jahr 2017 erneut etwas zurückgegangen. Sie sank um neun auf 733 Tonnen (minus 1,2 %). Zwischen 2011 – dem ersten Jahr der Erfassung – und 2017 ging die Gesamtmenge der abgegebenen Antibiotika von 1706 auf 733 Tonnen zurück (minus 57 %). Das ergab die Auswertung der inzwischen im siebten Jahr erhobenen Abgabemengendaten für Antibiotika durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Dem gegenüber steht allerdings für den gleichen Zeitraum ein Anstieg der abgegebenen Menge an Fluorchinolonen. Diese Wirkstoffklasse ist für die Therapie beim Menschen von besonderer Bedeutung.

Im Jahr 2017 wurden 733 Tonnen (t) Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben. Die Hauptabgabemengen bilden wie in den Vorjahren Penicilline mit etwa 269 t und Tetrazykline mit etwa 188 t, gefolgt von Polypeptidantibiotika (Colistin) mit 74 t und Sulfonamiden (62 t) sowie Makroliden (55 t). Von den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen eingestuften Antibiotikaklassen (Critically Important Antimicrobials for Human Medicine) wurden im Vergleich zum Vorjahr höhere Mengen abgegeben (Zunahme: 0,556 t Fluorchinolone bzw. rund 4,7 t Colistin). Gegenüber dem ersten Erfassungsjahr 2011 hat die Abgabe von Colistin aber um ca. 42 % abgenommen, die Abgabe von Fluorchinolonen ist für den gleichen Zeitraum um rund 20 % gestiegen. (Anhang – Tab. 1: Vergleich der Abgabemengen der Wirkstoffklassen 2011 bis 2017)
Die gemeldeten Wirkstoffmengen lassen sich nicht einzelnen Tierarten zuordnen, da die Mehrzahl der Wirkstoffe für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist.

Von 2011 bis 2017 hat die Menge an abgegebenen Antibiotika in fast allen Regionen abgenommen. Absolut gesehen ist in der Postleit-Region 49 weiterhin mit Abstand die höchste Abgabemenge (ca. 300 t) zu verzeichnen. Für den Erfassungszeitraum von sieben Jahren wurden für die folgenden Postleit-Regionen 01, 03, 07, 08, 09, 14, 17, 18, 23, 25, 27, 29, 31, 32, 33, 34, 37, 39, 44, 46, 48, 59, 77, 94, 97 Abnahmen von 60 % und mehr berechnet.


Abb.: Regionale Zuordnung der Antibiotika-Abgabemengen 2017

Der Einsatz von Tierarzneimitteln dient dem Ziel, kranke Tiere zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Der Einsatz ist gleichermaßen auf den Schutz des Verbrauchers ausgerichtet. Die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika stellt mittlerweile eine globale Bedrohung in der Human- und Veterinärmedizin dar. Der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien und/oder der Transfer von Resistenzgenen zwischen Mensch und Tier sind wechselseitig möglich.

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Tierschutzkontrollen in Niedersachsen

Im Juni diesen Jahres richteten die „Grünen“ im niedersächsischen Landtag eine Kleine Anfrage an die Landesregierung zu „Tierschutzkontrollen in der Landwirtschaft“. Vor allem ging es hier um die Häufigkeit von Kontrollen.

In seiner Antwort verweist das Landwirtschaftsministerium auf die Regelungen der EU-Kontroll-Verordnung VO (EU) 2017/625, welche „risikobasierte Kontrollplanungen sowie – über compliance hinaus – die Wirksamkeit und Eignung von Kontrollen und Kontroll-systemen“ fordert.

„Dies wird nicht nur im Sinne eines ständigen Verbesserungsprozesses in jeder zuständigen Behörde selbst laufend überwacht, sondern auch durch ein landesweites System interner Audits jährlich überprüft. Damit kann nachweislich festgestellt werden, dass die Ziele der EU-Kontroll-Verordnung in niedersächsischen Behörden des gesundheitlichen Verbraucher-schutzes erfüllt sind. Seit europaweiter Einführung dieses ganzheitlichen Ansatzes spielt die Anzahl von Kontrollen eine nachgeordnete Rolle. Es geht vielmehr um die geeignete, risikobasierte Auswahl sowie die Qualität von Kontrollen, die durch landesweit vereinbarte Standard-Abläufe, geeignete Ausstattung und Schulung sowie ständige Überprüfung der Wirksamkeit gewährleistet wird“ heißt es weiter in der Antwort.

die Landesregierung berichtet von Schwierigkeiten, geeignete Bewerberinnen und Bewerber für den amtstierärztlichen Dienst zu gewinnen und plant deshalb, die Zahl der Referendars-Stellen für die Vorbereitung auf den amtstierärztlichen Dienst ab 2019 um 50 % zu er-höhen. „Ferner plant die Landesregierung die Einführung des Berufsbildes der Veterinär-assistentin/des Veterinärassistenten, um zusätzliches qualifiziertes Personal zur Unter-stützung der Amtstierärztinnen und Amtstierärzte in Niedersachsen einsetzen zu können.“

Von 2013 bis 2018 stieg die Zahl der amtstierärztlichen Stellen in Niedersachsen von 205,11 auf 237,79 (+15,9%).

Vergleicht man die Anzahl der niedersächsischen Betriebe, die rechnerisch jeder Tierarzt zu betreuen hat, so waren dies im Jahr 2013 484 Betriebe und 2017 nur noch 376 (-28,7%). Die Kontrollquote wird für 2013 mit 6,1% (insges. 6.071 Kontrollen) und für 2017 mit 5,2% (insges. 4.487 Kontrollen) ausgewiesen.

Beanstandungen wurden insgesamt festgehalten in:
24,9% der Kälberhaltungen
37,7% der Schweinehaltungen
35,4% Rinderhaltungen
9,8 % der Legehennenhaltungen

Häufig kam es zu Beanstandungen der Gebäude (Kälber 65,9%, Schweine 30,3%, Rinder 58,9%, Legehennen 33,3 %) und der Mindestbeleuchtung (Kälber 24,5%, Schweine 41,1%, Legehennen 19,0 %). Auch bei „Fütterung/Tränke und beigefügten Stoffen“ traten häufiger Mängel auf (Kälber 49,0 %, Schweine 22,9%, Rinder 37,5%, Legehennen 42,9 %). Mangelnde Bewegungsfreiheit wurde bei Kälbern in 14,9% der Fälle moniert und bei Rindern 13,9%, dagegen bei Schweinen nur in 5,4% und bei Legehennen 9,5% der Fälle.

Quelle: Niedersächsische Landesregierung

Honigbiene formt durch Riechen ihr Gedächtnis

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Honigbienen können ihre Gedächtnisleistung durch Gerüche konditionieren und auf diese Weise ihr Verhalten beeinflussen. Das zeigt eine Studie zu assoziativem Lernen und Gedächtnis bei der Honigbiene, die der Zoologe Professor Dr. Martin Nawrot von der Universität zu Köln im Life-Science Journal „eNeuro“ als Ko-Autor gemeinsam mit Professor Dr. Randolf Menzel (FU Berlin) veröffentlicht hat.

Nawrot erläutert, dass das Kurzzeitgedächtnis der Honigbiene hauptsächlich über Gerüche funktioniere, die im sogenannten Pilzkörper, dem olfaktorischen Lernzentrum, verarbeitet werden. „Mithilfe hochauflösender Fluoreszenzmikroskopie haben wir endlich geklärt, wo genau die Biene ihr Kurzzeitgedächtnis anlegt“, so Nawrot.

Noch bedeutender schätzt der Kölner Zoologe folgendes Studienergebnis ein: „Wir konnten erstmals messen, wie sich die Verbindungen zwischen Nervenzellen in diesem Teil des Gehirns plastisch verändern. Was wir außerdem zeigen konnten, und das ist vorher noch nie gezeigt worden: Je ausgeprägter die plastische Veränderung der Verbindungen nach dem Trainieren auf einen bestimmten Duft wurde, desto zuverlässiger konnten wir das erlernte Verhalten der Biene beobachten. Es gibt eine eindeutige Korrelation zwischen der Stärke einer hochlokalisierten plastischen Veränderung im Gehirn und dem Lernerfolg eines Tieres!“

Die plastische Veränderung der Verbindungen zwischen Nervenzellen (Synapsen) nennt sich neuronale Plastizität und ist ein Indikator für den Lernstand: Je häufiger während des Trainings ein Reiz von A nach B geht und das Tier dabei eine Belohnung erfährt, desto kräftiger wird die erlernte Verknüpfung beider Punkte. Man spricht auch von einer „Gedächtnisspur“. Ein Reiz löst dann nach dem Training unmittelbar die antrainierte Reaktion aus. Auf der Verhaltensebene ist das die klassische Konditionierung oder Pawlowsche Konditionierung (der Hund und die Glocke).

In der Honigbienen-Studie hatte das Team von Forscherinnen und Forschern aus Köln, von der Freien Universität Berlin und aus Japan die kleinen Insekten auf verschiedene Gerüche hin konditioniert. Anschließend wurde gemessen, ob die Biene nach bereits bekanntem beziehungsweise nach unbekanntem Duft versuchte, die erwartete Belohnung (Zuckerwasser) aufzusaugen.

Nawrot erläutert das Vorgehen: „Die Frage war: Streckt die Biene ihren Rüssel raus oder nicht? Das testeten wir über mehrere Wiederholungen. Wenn ein Duft vorher durch Zuckerwasser belohnt wurde, ein anderer Duft aber nicht belohnt wurde und die Biene das gelernt hat – dann würde sie im Test ihren Rüssel herausstrecken, sobald sie den zuvor belohnten Duft riecht, auch wenn gar keine Belohnung da ist. Der nicht-belohnte oder ein unbekannter Duft führt dann nicht zu einem Rüsselrausstrecken. Auf diese Weise konnten wir messen, wie gut das Tier gelernt hat und sein Gedächtnis abrufen kann.“
Die Ergebnisse tragen zum Verständnis der physiologischen Grundlagen der Gedächtnisbildung in einem Insektengehirn bei. Insektenschutz steht derzeit auch auf der politischen Agenda. Nawrot wagt einen Brückenschlag zu seiner Honigbienen-Forschung: „Bienen sind heutzutage bei der Palette an Pflanzenschutzmitteln vielen gefährlichen Gerüchen ausgesetzt. Im Idealfall erlernen sie, dass diese schlecht für sie sind. Dann können sie sich daran erinnern und einen Bogen darum machen. Bei Geschmäckern wissen sie bereits, wann ihnen schon einmal schlecht wurde.“

Quelle: Universität zu Köln

Boehringer Ingelheim investiert mehr als 200 Millionen Euro in Impfstoffproduktion

Abbildung: Boehringer Ingelheim

Boehringer Ingelheim hat die Investition von mehr als 200 Millionen Euro in ein neues strategisches Produktionszentrum für Veterinary Public Health (deutsch: Behördliche Tierseuchenbekämpfung) bekanntgegeben. Die neue Anlage wird in der französischen Region Rhône-Alpes eröffnet, die für ihre Impfstoffproduktion als Vaccine Valley bekannt ist. Diese Investition ermöglicht es dem Unternehmensbereich Tiergesundheit von Boehringer Ingelheim, auf den steigenden globalen Bedarf an Präparaten gegen Maul- und Klauenseuche sowie Blauzungenkrankheit zu reagieren.

„Es handelt sich hierbei um eine Rekord-Investition in unser Produktionsnetzwerk“, erklärte Veronique Kodjo, Leiterin der globalen Produktion für den Unternehmensbereich Tiergesundheit bei Boehringer Ingelheim. „Der neue Standort ist ein wichtiger Pfeiler unserer zukünftigen Wachstumsstrategie.“

Boehringer Ingelheim schafft am neuen Standort ca. 100 neue qualifizierte Arbeitsplätze. Der Grundstein für die 15.000 m2 große High-Tech-Anlage wird im Herbst 2018 gelegt und diese voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb genommen.

„Dieses Projekt festigt die Position von Boehringer Ingelheim als wissenschaftlich, industriell und kommerziell führendes Unternehmen weltweit im Bereich Veterinary Public Health – staatlich gesteuerter Maßnahmen zur Bekämpfung und Ausrottung von Seuchen bei Nutztieren“, sagte Jacques Bonin, Leiter Global Veterinary Public Health bei Boehringer Ingelheim. „Wir sind der führende Partner staatlicher und privater Kunden in diesem Bereich. Es ist unser Ziel, unsere Kunden bei der Seuchenbekämpfung künftig sogar noch stärker unterstützen zu können.“

Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ermöglicht Boehringer Ingelheim insbesondere die Bildung von Antigenbänken. Dabei handelt es sich um strategische Impfstoffreserven, die bei Ausbruch einer Seuche zeitnah vom Staat aktiviert werden können.

Die Formulierung der Antigene und deren Abfüllung in Impfstoffflaschen wird im benachbarten Standort von Lyon Portes-des-Alpes (Saint-Priest) durchgeführt. Dieser Standort hat ebenfalls kürzlich eine globale Investition von 135 Millionen Euro für den Bau eines neuen Forschungs- & Entwicklungszentrums erhalten, das im Herbst 2018 eingeweiht wird. Die Investition dient außerdem der Errichtung einer neuen Anlage für die Formulierung und Abfüllung von Geflügelimpfstoffen, die im Frühjahr 2020 in Betrieb genommen wird.

Zusätzlich hat Boehringer Ingelheim Anfang des Jahres den Start eines Joint Ventures zur Entwicklung und Produktion von Impfstoffen gegen die Maul- und Klauenseuche in China bekannt gegeben.

Quelle: Boehringer Ingelheim

Fliegen: Der Plage Herr werden

Von Dr. Heike Engels/Der Hoftierarzt

Fliegen im Stall verursachen eine Menge Probleme – Grund genug, gegen sie vorzugehen. Wer zeitig im Frühjahr den Grundstein für eine wirksame Stallfliegenbekämpfung legt und dann am Ball bleibt, wird im Sommer deutlich weniger Fliegen haben.

Fliegen übertragen und verbreiten durch den Transport von Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze an ihrem Rüssel oder an den Füßen wichtige Erkrankungen, und auch im Fliegenkot sind Erreger nachweisbar. Sie sind zudem Stressverursacher durch die Belästigung der Tiere im Stall. Die Folgen sind Unruhe und Aggressivität unter den Tieren.

Am häufigsten findet man im Stall die Stubenfliege (Musca domestica) und den Wadenstecher (Stomoxys calcitrans). Erwachsene Stubenfliegen sind etwa 7 mm lang und haben eine graue Färbung. Der Wadenstecher ist etwa gleich groß, hat aber im Unterschied zur Stubenfliege Mundwerkzeuge und saugt Blut. Die Fliegen haben alle denselben Lebenszyklus mit den Stadien Ei, Larve/Made, Puppe und Fliege, die wiederum Eier legt.

Für die Anfangsbekämpfung eignen sich elektrische Fallen und Kleberollen, an denen die Fliegen kleben bleiben, sofern der richtige Standort, z.B. Fensterbänke, gewählt wurde. Doch bei einem vermehrten Fliegenbefall sind weitere Maßnahmen nötig, um die Insekten langfristig zu vertreiben. Zur chemischen Bekämpfung gibt es unzählige Mittel. Ihre Wirkung lässt mit Anzahl der Anwendungen nach, deshalb öfter mal wechseln. Vor allem madenwirksame Mittel werden mit guter Erfahrung eingesetzt. In ganz akuten Fällen werden Streich-, Spritz- und Ködermittel angewandt. Bei der Bekämpfung ist darauf zu achten, dass diese sowohl die umherfliegenden Fliegen als auch deren Larven und Puppenstadien angeht, denn die sichtbaren Fliegen sind nur die Spitze des Eisbergs…


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Hitze ist der pure Stress

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Von Dr. Heike Engels, Der Hoftierarzt

Im Sommer ist es wieder soweit: Es wird heiß, die Sonne brennt vom blauen Himmel. Was uns Menschen erfreut und die Freibäder füllt, ist für viele Tiere ziemlicher Stress. Während einige Grad wärmer lediglich zu Leistungsdepressionen führen, kommt es bei nicht nachlassender Hitzebelastung zum Hitzeschlag durch Kreislaufversagen bei Körpertemperaturen über 42°C.

Sind die Tiere auf der Weide, können sie schattige Plätze aufsuchen, sich im Schlamm suhlen oder wenigstens durch Wind Kühlung bekommen, doch bei den Tieren, die ganzjährig im Stall stehen, ist der Landwirt dafür verantwortlich, ein angenehmes Klima zu schaffen.

Schweine, vor allem Sauen haben ihr Temperaturoptimum in einem sehr engen Bereich. Nur wenn dieser vorliegt, fühlen sie sich so richtig wohl. Zuchtsauen bevorzugen kühle 18°C. Der optimale Temperaturbereich beim Mastschwein liegt bei 18°C, Absatzferkel mögen es mit 22 bis 27°C je nach Alter schon etwas wärmer und Saugferkel benötigen aufgrund ihrer geringen Fettschicht, die noch nicht isolierend wirkt, sogar 32°C, damit sie nicht auskühlen. Schweine können nicht wie beispielsweise Menschen schwitzen, sie haben gar keine Schweißdrüsen. Sie geben ihre Körperwärme ähnlich wie Hunde über eine hechelnde Atmung ab.

Kühe mögen es auch lieber kühl, 10°C sind ihnen am liebsten. Bereits ab etwa 22 bis 25 °C ist die Thermoregulation der Tiere deutlich eingeschränkt, obwohl sie anders als Schweine tatsächlich schwitzen können. Viele Hitzestresssymptome resultieren daraus, dass die Kuh nicht mehr genügend Grundfutter und damit Energie aufnimmt. Stoffwechselprobleme, hohe Zellzahlen und veränderte Milchinhaltstoffe können die Folge sein.

Tipps, wie man Hitzestress vorbeugen kann:


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Euterinjektoren richtig eingeben

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Von Dr. Joachim Lübbo Kleen, Dip. ECBHM, Fachtierarzt für Rinder

Mit einer „Tube“, also einem Euterinjektor, werden Arzneimittel durch den Strichkanal direkt in ein zu behandelndes Euterviertel gebracht. Die meisten Milchviehhalter wenden diese Tuben nach Verordnung durch den Tierarzt selbst regelmäßig an.

Am häufigsten verbreitet sind sicherlich Euterinjektoren mit einem antibiotischen Wirkstoff, entweder zur Behandlung einer Euterentzündung in der Laktation (Laktationsantibiotika) oder zum Trockenstellen („Trockensteller“). Daneben gibt es auch noch Zitzenversiegler. Diese blockieren den Strichkanal zum Trockenstellen mechanisch, wozu das Präparat nicht in das Euterviertel, sondern nur bis in den Strichkanal selbst verbracht wird. Auch wenn die Anwendung der Injektoren häufig durchgeführt wird und weit verbreitet ist: Das Einbringen eines Euterinjektors in den Strich eines Viertels verlangt gute Vorbereitung, denn es stellt letztlich einen medizinischen Eingriff dar. Dies darf in Hinblick auf mögliche Gefahren nicht unterschätzt werden.

Es soll an dieser Stelle nicht darüber diskutiert werden, ob jede Mastitis eine antibiotische Behandlung braucht – allerdings sollte vor einer Behandlung darüber nachgedacht werden, ob diese nötig und sinnvoll ist. Die nötige tierärztliche Verordnung sollte zum Anlass genommen werden, über die Erregerlage und eine betriebsindividuelle Strategie in der Behandlung zu sprechen. Eine unterschiedslose Behandlung ohne Kenntnis der Erregerlage entspricht sicherlich nicht den Anforderungen, die heute an die Behandlung von Nutztieren gestellt werden.

Mit der richtigen Lagerung fängt es an
Häufig werden Euterinjektoren dort gelagert, wo sie üblicherweise gebraucht werden: Direkt im Melkstand. So praktisch und zeitsparend dies auch sein mag: Arzneimittel dürfen nicht einfach im Stall gelagert werden, auch nicht im Melkstand. Neben den gesetzlichen Anforderungen an die Lagerung von Medikamenten muss berücksichtigt werden, dass wechselnde Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit den Wirkstoffen schaden können. Außerdem herrscht im Stall und in der Melkergrube ein hoher Keimdruck. Dadurch können die Injektoren selbst verschmutzt werden. So bakteriell kontaminierte Euterinjektoren dann am, bzw. im Tier einzusetzen, verbietet sich von selbst. Auch für Euterinjektoren gilt: Für die Lagerung von Arzneimitteln kommt nur eine separate Stallapotheke in Frage, und nur dort werden die Präparate richtig und kontrolliert aufbewahrt. Außerdem: Auch wenn man sich so Wege und Aufwand sparen mag, eine Behandlung „zwischendurch“, also während der Melkzeit, sollte vermieden werden. Das Einbringen des Euterinjektors erfolgt stattdessen idealerweise in ruhiger und hygienischer Umgebung, also nach dem Melken. Bei der Anwendung darf ein Euterinjektor nicht zu kalt sein, um eine gute Fließeigenschaft des Arzneimittels zu erreichen, und um es so leicht herausdrücken zu können. Außerdem können kalte Injektoren beim zu behandelnden Tier einen schmerzhaften Kältereiz im Euter auslösen. Etwa 20 Grad Celsius sind vor der Behandlung ideal, was in der kalten Jahreszeit ein Anwärmen nötig machen kann. Keinesfalls sollte dies aber in einem warmen Wasserbad erfolgen, denn häufig werden hierbei schnell zu hohe Temperaturen erreicht, die das Arzneimittel beschädigen. Zudem ist das Wärmebad eine gute Vermehrungs- und Verteilstation für Bakterien, womit jede andere Hygienemaßnahme sinnlos wird. Bei den eher zäh fließenden Zitzenversieglern hat sich in der Praxis bewährt, diese einige Stunden vor der Anwendung aufrecht, mit der Spitze nach unten, bei Raumtemperatur aufzubewahren. Der Tubeninhalt sammelt sich so direkt vor der Injektorenspitze und kann ohne Luftblasen in das Euter eingebracht werden.

Hygiene beachten, Bakterien lauern überall
Ist die zu behandelnde Kuh ausgemolken und eine gute Umgebung für die Behandlung ist gegeben …


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Die Rote Vogelmilbe bei Legehennen jetzt bekämpfen

von Dr. Peter Hiller, LWK Niedersachsen

Es gibt wohl kaum einen Legehennenbetrieb, der diesen Ektoparasiten nicht kennt, ihn fürchtet und bestimmt schon unangenehme Erfahrungen gemacht hat: Gemeint ist die Rote Vogelmilbe mit dem lateinischen Namen Dermanyssus gallinae. Am häufigsten sind Ablegebetriebe betroffen, in Mastbetrieben ist die Vermehrung der roten Vogelmilbe wegen der hohen Anzahl der Reinigungsintervalle nur in Ausnahmefällen anzutreffen. Diese Milbenart ist ein ständiger Ektoparasit an Tauben, Hühnern und Wassergeflügel und vor allem an Wildvögeln. Sie muss bekämpft werden, aber wie?

Die rote Vogelmilbe vermehrt sich in den Stallungen ab April explosionsartig, sobald Außentemperaturen von 15 bis 20 Grad Celsius erreicht werden. Insbesondere in diesem Jahr hat sich die rote Vogelmilbe im äußerst warmen Monat Mai stark vermehrt. Dadurch, dass viele Betriebe noch durch den Fipronilskandal paralysiert sind, werden aus Angst vor der Rückstandsproblematik weniger chemische Mittel zur Milbenbekämpfung eingesetzt. Ein genereller Einsatz von Chemikalien in Ablegebetrieben ist wegen der Rückstandsproblematik im Ei streng geregelt. Fipronil ist ein Insektizid, das in der Geflügelhaltung eigentlich nicht verwendet werden darf. In der jüngsten Vergangenheit haben Hühner das Mittel über die Haut, beim Einatmen oder beim Herumpicken aufgenommen. Schließlich reicherte es sich im Fettgewebe und in den Eiern an. Landwirte in Belgien, den Niederlanden und offenbar auch in Deutschland verwendeten das Mittel Dega-16 allerdings wohl ohne zu wissen, dass es illegaler Weise ein Kontaktgift gegen Ektoparasiten enthielt. Dega-16 ist ein Mittel aus natürlichen ätherischen Ölen wie Menthol und Eukalyptus, das gegen die rote Vogelmilbe helfen sollte.
Milben sind Vampire mit langer Überlebensstrategie

Nachts attackieren die Parasiten die Wirtstiere, um Blut zu saugen. Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen und kleinen Spalten, wo sie sich auch vermehren und ihre Eier ablegen. Unter optimalen Bedingungen kann das komplette Entwicklungsstadium vom Ei bis zur erwachsenen Milbe innerhalb von nur einer Woche durchlaufen werden. Die Überlebensdauer einmal mit Vogelblut vollgesogener Milbenweibchen beträgt bei 10 bis 15 Grad Celsius bis zu 190 Tagen, während die Überlebensdauer bei 20 bis 25 Grad Celsius nur 6 bis 14 Tage beträgt.


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Kokzidien beim Saugferkel verstärkt ins Visier nehmen

Prof. Dr. med. vet. Anja Joachim, Institut für Parasitologie, Veterinärmedizinische Universität Wien

Wenn Ferkel in den ersten Lebenswochen Durchfall zeigen, kommen eine Reihe verschiedener Krankheitserreger als Ursache in Frage. Neben Bakterien, vor allem Escherichia coli, können auch einzellige Parasiten, sogenannte Kokzidien, zu Darmentzündungen mit der Folge von Durchfall führen. Bisher gab es einen Wirkstoff, der die Kokzidien in Schach hielt. Doch seit einiger Zeit beobachten Tierärzte eine nachlassende Wirkung.

Kokzidien, genauer gesagt Cystoisospora suis (syn. Isospora suis), befallen die Auskleidung des Dünndarms und zerstören die Zellen, was zu Störungen der Nährstoffaufnahme und infolgedessen zu schlechterer Gewichtszunahme führt. Die Schwere und Dauer des Durchfalls können dabei unterschiedlich sein, meist handelt es sich um gelbliche Diarrhö, die cremig-fettig bis flüssig ist. Obwohl betroffene Ferkel weiter Milch aufnehmen, können sie den Verlust an Flüssigkeit und Nährstoffen nicht ausgleichen, häufig bleiben sie auch nach überstandener Erkrankung bis zum Absetzen kümmerlich und nehmen weiterhin schlecht zu. Vielfach kommen zu den Parasiten auch noch andere Erreger von Darmerkrankungen hinzu, wie E. coli oder Clostridium perfringens; beide können sich an die bereits geschädigte Darmoberfläche anheften. Durch diese multiplen Infektionen, die sich gegenseitig begünstigen, kann es zu einem noch schwerwiegenderen Krankheitsbild und sogar zu Todesfällen kommen. Infizierte Ferkel können mehrere Millionen Parasiten ausscheiden, die in der Umgebung monatelang infektiös bleiben und von weiteren Tieren beim Erkunden der Umgebung meist schon in der ersten Lebenswoche aufgenommen werden….


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