Schweizer Tierärzteschaft warnt vor Medikamentenmangel bei Hühnern

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In der Schweiz verschwinden zunehmend wichtige Medikamente für die Geflügelmedizin vom Markt. Dadurch wird es für Tierärztinnen und Tierärzte immer schwieriger, kranke Tiere fachgerecht zu behandeln.

Geflügeltierärztinnen und -tierärzte sind besorgt. Immer mehr Firmen geben in der Schweiz den Vertrieb von Medikamenten für Geflügel auf oder stellen die Produktion entsprechender Präparate ganz ein. Für viele Unternehmen ist es wirtschaftlich nicht rentabel, Medikamente für den Schweizer Markt zu produzieren. Die Tierärzteschaft ist täglich mit Liefer- und Versorgungsengpässen konfrontiert. Die medizinische Notfallversorgung von Hühnern ist dadurch gefährdet.

Die Schweizer Geflügelbranche investiert viel in die Gesunderhaltung der Tiere und in präventive Maßnahmen. Dennoch kommt es vor, dass Hühner erkranken. Fehlen die notwendigen Medikamente, ist eine adäquate Behandlung nicht mehr gewährleistet. Die Betreuung kleinerer Herden, beispielsweise in mobilen Legehennenställen, erfolgt meist durch allgemeine Nutztierpraxen statt durch spezialisierte Geflügelpraxen. Für diese Praxen ist es sehr schwierig, benötigte Medikamente im Krankheitsfall rechtzeitig aus dem Ausland zu beschaffen. Die Lieferfristen können einige Wochen betragen.

Aus Sicht der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) ist eine inländische Produktion tierischer Lebensmittel sinnvoll. Die Legehennen-Haltungen sind in der Schweiz deutlich kleiner als im Ausland, und die Tierschutzstandards sind um ein Vielfaches höher. Für den Tierschutz und das Tierwohl ist es essenziell, dass Tiere jederzeit ausreichend medizinisch versorgt werden können.

Zunehmend fehlen wichtige Impfstoffe zur Prophylaxe, damit Tiere gar nicht erst krank werden. Ab 2028 wird in der Schweiz zudem kein einziges zugelassenes Erstlinien-Antibiotikum für die Behandlung von Geflügel mehr verfügbar sein. Die Tierärzteschaft fordert dringend Maßnahmen gegen den Medikamentennotstand in der Geflügelmedizin. Der Bund soll Rahmenbedingungen schaffen, die die Zulassung und den Vertrieb von Tierarzneimitteln in der Schweiz attraktiver machen und die Verteilung importierter Medikamente an Tierarztpraxen vereinfachen, damit kranke Tiere rasch und zuverlässig behandelt werden können.

Quelle: Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST