Schafzuchtverband fordert Änderung der Berner Konvention zum Wolf

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Die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) hat Bundesumwelt-ministerin Svenja Schulze aufgefordert, einen Antrag der Schweiz auf eine Umstufung des Wolfes im Rahmen der Berner Konvention zu unterstützen.

Die Schweiz hat am 16.08.2018 bei der Berner Konvention des Europarates eine Rückstufung des Wolfes von Anhang II „streng geschützt“ in Anhang III „geschützt“ beantragt. Nach Anhang II dürfen Tiere weder gestört und gefangen, getötet oder gehandelt werden. Anhang III enthält solche Tierarten, die zwar schutzbedürftig sind, aber im Ausnahmefall bejagt oder in anderer Weise genutzt werden dürfen. Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention wird den Antrag voraussichtlich in seiner jährlichen Sitzung im November beraten.

Zur Begründung des Antrages wird u. a. ausgeführt: „Auch mit der Rückstufung bliebe der Wolf ein geschütztes Tier. Die Vertragsstaaten wären weiterhin verpflichtet, Schutz und Interventionsmaßnahmen im nationalen Recht zu regeln und mittels nationalen Programmen zu überwachen.“

Aus Sicht der VDL entspricht der Schweizer Antrag der Intention der Formulierung in der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung, in der es heißt: „Wir werden die EU-Kommission auffordern, den Schutzstatus des Wolfs abhängig von seinem Erhaltungszustand zu überprüfen, um die notwendige Bestandsreduktion herbeiführen zu können.“

2006 war die Schweiz mit einem solchen Antrag gescheitert. Inzwischen haben sich die Voraussetzungen deutlich verändert.

VDL-Vorsitzender Jürgen Lückhoff: „Nicht nur in der Schweiz hat sich seitdem die Wolfspopulation stark erhöht. Gleiches gilt für Deutschland und weitere europäische Staaten.“ Die Berner Konvention ist am 01.04.1985 in Deutschland in Kraft getreten.

Die Ausbreitung des Wolfes in Deutschland sorgt für erhebliche Konflikte und Gefährdungen bei der Weidetierhaltung. Insbesondere die Schafhaltung ist davon seit Jahren in so starkem Maße betroffen, dass etliche Betriebe ans Aufgeben denken. Belange und Interessen der Schafhalter werden bislang unzureichend berücksichtigt. Die flächendeckende Ausbreitung und das rasante Wachstum der Wolfspopulation stellt die Weidehaltung von Schafen und Ziegen, aber auch von Rindern, Pferden und landwirtschaftlichen Wildhaltern im Grundsatz in Frage. Die Ausbreitung des Wolfes darf nach Ansicht der VDL nicht uneingeschränkt und um jeden Preis geduldet werden.

Quelle Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.

Wasser können alle gebrauchen – die Fische besonders!

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Ähnlich zweigeteilt wie in der Landwirtschaft ziehen auch die Fluss- und Seenfischerei sowie die Forellen- und Karpfenteichwirtschaften Bilanz zu diesem Dürresommer. „Je nach Standort und je nach Möglichkeit der technischen Unterstützung reichen die Ergebnisse von normal zufriedenstellend bis hin zu hohen, teilweise katastrophalen Einbußen“, erklärt Steffen Göckemeyer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. „Der Prozess läuft noch, und wir haben weiterhin Bauchschmerzen. Die Versorgung der Teiche leidet“, sagt Göckemeyer, dem einige Schäden vor allem aus der Forellenwirtschaft gemeldet wurden. Hitze und fehlende Niederschläge haben in einigen Fällen sogar zum totalen Ausfall beim Fischbestand geführt. Analog zur Landwirtschaft sind die Schäden lokal zu betrachten. Vereinzelt gibt es gravierende Schäden, andere sind relativ normal durch den trockenen und heißen Sommer gekommen. „Die Grundwasserkörper müssen sich wieder auffüllen, dazu ist Regen nötig“, erklärt Göckemeyer und sieht etwas Abhilfe für die Forellen durch die nun kühleren Nächte. Die Wärme liebenden Karpfen haben sogar von den Temperaturen profitiert, sofern der Wasserstand gehalten werden konnte. Das bestätigte auch Carsten Brauer, Vorsitzenden des Landesfischereiverbandes. In einigen Forellenteichwirtschaften ist die gesamte Jahreserzeugung nach dem Dürre-Sommer nicht mehr verwertbar. Im Großen und Ganzen sind die Forellenteichwirtschaften mit einem blauen Auge davongekommen. Dazu war aber ein großer Aufwand mit Belüftung nötig. Leider haben von der Hitze auch Parasiten und Bakterien profitiert. Mittlerweile haben sich die Fische an die erhöhte Grundtemperatur gewöhnt.

Für Fluss- und Seenfischer Brauer reichten die Zuflüsse aus dem Ederstausee, den niedrigen Wasserstand der Weser abzufangen. Er hat die Trockenheit glimpflich überstanden. „Jetzt muss es aber bald regnen, denn wir brauchen das Wasser zum Fischen im Herbst“, erklärt Brauer – schließlich geht die Saison noch bis Dezember. Entschädigungen für existenzbedrohte Betriebe wie in der Landwirtschaft gibt es nicht, meint Carsten Brauer, obwohl sie dem einen oder anderen Forellenteich-Besitzer helfen würde. Aber eines, da sind sich die Teichwirte einig, können alle gebrauchen: Wasser! Sie hoffen mit den Landwirten zeitnah auf ergiebigen Regen.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

Clostridium perfringens Typ C häufigster Durchfallerreger beim Saugferkel?

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Saugferkeldurchfall ist ein häufiges Problem, verursacht zumeist durch virale oder bakterielle Erreger. Allein am klinischen Bild im Bestand kann der verursachende Erreger nicht ermittelt werden. Eine umfassende Diagnostik ist meistens unumgänglich. Doch welche Erreger sind am häufigsten zu finden, wenn in einem Betrieb Saugferkeldurchfall auftritt? In diesem Zusammenhang bietet sich die Untersuchung von fäkalen Proben auf darmpathogene Erreger an.

Eine aktuelle Studie* hat sich mit dem Vorkommen von Durchfallerregern in Deutschland beschäftigt: Im Zeitraum der Jahre 2015 und 2016 wurden insgesamt 585 Saugferkeldurchfallproben von 220 ferkelerzeugenden Betrieben in Deutschland zur Untersuchung eingeschickt. Die Wissenschaftler wiesen vor allem Toxin produzierendes (Alpha- oder Beta2-Toxin) Clostridium (C.) perfringens in 61,7 % der fäkalen Proben von Saugferkeln nach. In ca. 8,3 % der Proben konnte Escherichia (E.) coli nachgewiesen werden, in ca. 7,0 % der Proben Nekrotoxische E. coli und in ca. 27,3 % der Proben Rotavirus Typ A.

Als Fazit schließen die Wissenschaftler aus den Ergebnissen, dass unter den bakteriologischen Saugferkeldurchfallerregern dem C. perfringens Typ A und dem E. coli F4-ETEC die wohl größte Bedeutung beizumessen ist. Unter den virologischen Erregern scheinen Rotaviren eine relevante Bedeutung zu haben, auch wenn diese häufig nicht die alleinigen Verursacher von Durchfall sind.
*Die Studie „Vorkommen von bakteriellen und viralen Saugferkeldurchfallerregern auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland“ wurde veröffentlicht in der Tierärztlichen Umschau 8, 2018, S. 199-206.

Quelle: Der Hoftierarzt

Kälber vor Grippe schützen: neuer intranasaler Rindergrippeimpfstoff von Boehringer Ingelheim

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Für den Schutz des Kalbes vor Rindergrippe bietet Boehringer Ingelheim nun einen neuen Lebendimpfstoff zur intranasalen Anwendung. Die intranasale Impfung stärkt die Schleimhautimmunität und schützt auf diesem Wege an der Eintrittspforte vor dem Bovinen Respiratorischen Synzytialvirus (BRSV) und dem Bovinen Parainfluenza-3-Virus (PI3V).

Der Impfstoff ist für Rinder ab einem Alter von 10 Tagen zugelassen und dessen Wirksamkeit ist auch bei der Anwesenheit von maternalen Antikörpern belegt. Die Dauer der Immunität nach Impfung beträgt 12 Wochen.

Durch den schonenden Applikator kann der Impfstoff einfach angewendet werden, denn dieser erleichtert die Positionierung der Zerstäuberdüse und ist sanft zur Kälbernase, was die Impferfahrung für die Kälber und den Anwender angenehm macht. Die Tiere bleiben ruhig, Verletzungen werden vermieden und zudem wird dadurch eine gute Verteilung des Impfstoffes auf der Schleimhaut ermöglicht.

Der neue intranasale Impfstoff von Boehringer Ingelheim ist der erste Baustein des Herdenimpfkonzepts gegen Rindergrippe: Der Impfstoff enthält dieselben Virusstämme (BRSV und PI3V) wie die Rindergrippe-Injektionsimpfstoffe von Boehringer Ingelheim, somit kann nun die Immunantwort durch zeitversetzte Kombination von lokaler (Intranasal) und systemischer Impfung (Injektion) aufgewertet werden. Zusätzlich kann der Schutz durch die systemische Impfung um 6 Monate verlängert und auch gegen M. haemolytica erweitert werden. Durch vorbeugende Maßnahmen in der Herde wird die Verbreitung von Infektionen im Bestand unterbrochen und über eine Impfdecke im Bestand auch das Einzeltier geschützt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an:
Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Lisa Weiner, Tel.: 06132-77- 184843, lisa.weiner@boehringer-ingelheim.com

Quelle: Boehringer

Routine führt zum Erfolg in der Geflügelhaltung

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Dr. Anja Kruschwitz, Geflügelgesundheitsdienst der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg

In der modernen Geflügelhaltung ist die Entwicklung und Ausübung reproduzierbarer Arbeitsabläufe von existenzieller Bedeutung für die Gesunderhaltung der Herde und letztlich für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.

Zudem bestehen durch regulatorische Anforderungen weitreichende Pflichten, Routinearbeiten im Stall durchzuführen und diese zu dokumentieren. Diese ergeben sich einerseits durch Gesetze und Verordnungen (z.B. Geflügel-Salmonellen-Verordnung), zum anderen durch Haltungsvereinbarungen wie sie für Mastputen durch die Bundeseinheitlichen Eckwerte vorliegen.

Weiterhin kommen auf die geflügelhaltenden Betriebe zusätzlich neue Tätigkeiten und Dokumentationspflichten durch die Teilnahme an diversen Herkunfts- und Prüfsystemen wie z. B. durch QS und KAT zu.

Gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg
Für einen erfolgreichen Mast- oder Legedurchgang ist die Vorbereitung des Stalls essentiell. Bereits während der Ausstallung der vorherigen Herde kann hierfür der Grundstein gelegt werden, indem die Erfahrungen und Probleme mit dieser Herde in die Vorbereitung des neuen Durchgangs mit einfließen.

So sollte zeitnah zur Ausstallung eine Bekämpfung von Parasiten (Käfer, Rote Vogelmilbe) mit geeigneten Präparaten erfolgen, da diese sich im kühler werdenden Stall in schlecht zugängliche Ritzen und Fugen zurückziehen und bei einer späteren Behandlung gegebenenfalls nicht mehr wirkungsvoll erreicht werden können.

Der Stall und die Einrichtungsgegenstände sind in der Serviceperiode gründlich zu reinigen und mit geeigneten Desinfektionsmitteln (z.B. DVG-gelistet) zu desinfizieren. Hierbei dürfen auch sämtliche Gerätschaften, Maschinen, Schutzkleidung inklusive Gummistiefel (Sohlen!), Kadavertonnen und alle weiteren Gegenstände, die Kontakt zur Herde hatten nicht vergessen werden.

Nach der vollständig durchgeführten Reinigung und Desinfektion ist auch der geeignete Zeitpunkt für die Durchführung einer Desinfektionskontrolle wie sie z. B. nach einem positiven Salmonellenbefund nach der Geflügel-Salmonellen-Verordnung erforderlich ist.
Die gesamte Stalleinrichtung muss vor Einstallung einer neuen Herde einer Funktionsprüfung unterzogen werden. Hierbei ist sowohl an Alarmanlage, Notstromaggregat und Lüftungsanlagen, als auch an die Stalleinrichtung wie Tränke- und Futtersysteme und Legenester zu denken. Im Stall eingesetzte Leuchtmittel sollten auf vollständige Funktionsfähigkeit und ihre Flackerfreiheit überprüft werden. Hinsichtlich der Vermeidung von Unruhe sollten im Stall keine Lichtflecken oder Kegel durch die Ausleuchtung entstehen.

Bei häufig wiederkehrenden Erkrankungen (z.B. Eileiter-Bauchfellentzündungen bei Legehennen oder ORT-Infektionen bei Puten) besteht die Möglichkeit den folgenden Durchgang dagegen zu impfen. Dies sollte rechtzeitig mit dem betreuenden Tierarzt abgestimmt werden, da die Herstellung von bestandsspezifischen Impfstoffen mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Bei Junghennen können Schutzimpfungen z.B. gegen Salmonellen, IB, ND, Mykoplasmen, aber auch E. coli und weitere Erreger vor Legebeginn als Nadelimpfungen durchgeführt werden.

Der Stall muss rechtzeitig vor Einstallung der neuen Herde gemäß den Anforderungen der Tiere aufgeheizt, eingestreut und ggf. Futter auf Futterpapier oder -höcker (bei Küken) aufgebracht werden. Das Spülen der Tränken unmittelbar vor der Einstallung entfernt in der Leitung stehendes warmes Wasser und reduziert so den Keimdruck (z.B. durch wärmeliebende Pseudomonaden).

Die Tiere sind da – was tun?
Grundsätzlich ist zum Zeitpunkt der Einstallung die Entnahme einer Probe zur Untersuchung auf Salmonellen zur eigenen Absicherung empfehlenswert. Geeignete Proben sind Küken, Kükenwindeln oder Kotproben, wobei die Entnahme bereits vom Transportbehältnis und nicht erst im Stall erfolgen sollte. …


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Ferkeln einen guten Start ins Leben geben

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In den ersten Lebenswochen reagieren Saugferkel äußerst empfindlich auf alle Umwelteinflüsse. Geringe Energiereserven, eine schwache Thermoregulation und ein Immunsystem, das sich erst noch aufbauen muss, machen sie anfällig für unterschiedlichste Krankheitserreger. Große Würfe, die in der Regel mit leichteren Ferkelgewichten bei der Geburt einhergehen, verschärfen die Situation und können in der Folge zu höheren Mortalitätsraten führen. Ein sorgfältiges Management und regelmäßige Tierbeobachtung durch geschulte und engagierte Fachkräfte helfen, die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Ferkelaufzucht und spätere bestmögliche Mastergebnisse zu stellen.

Grundlegend ist eine gesunde und bedarfsgerecht gefütterte Sau, die durch ihre genetischen Eigenschaften und ihre Körperkondition die Voraussetzung für gesunde und möglichst gleichmäßige Ferkel schafft. Erfolgreiche Betriebe behalten daher den Gesundheitsstatus ihres Bestandes fest im Blick und setzen alles daran, die Einschleppung von fremden Keimen so weit wie möglich zu minimieren. Dabei bedenken sie auch Bereiche wie Futtergewinnung und Ferkeltransport. Sie bewerten und dokumentieren außerdem die Körperkondition jeder einzelnen Sau und stimmen ihre Fütterung daraufhin ab.

Geburtsbedingungen optimieren
Die Vermeidung von Stress ist eine Grundlage für gesunde Schweine. Ruhe im Abferkelstall ist oberstes Gebot. Bewährt hat es sich auch Alt- und Jungsauen abwechselnd nebeneinander aufzustallen. Die Sau schätzt eine kühle Umgebung von 21 °C, was sowohl in den Wintermonaten als auch in den Sommermonaten gewährleistet sein sollte; ihre Körpertemperatur muss unter 39,3°C liegen. Sauberes Wasser in ausreichender Menge sollte selbstverständlich sein. Dennoch ist es angebracht, Tränken und Wasserqualität am Nippel zu überprüfen und Tränkeleitungen vor dem Einstallen ablaufen zu lassen. Hinter der Sau empfiehlt es sich, Stoff- oder Gummimatten zu legen. Die Geburt selbst sollte zügig ablaufen, damit auch die später geborenen Ferkel das überlebenswichtige Kolostrum erhalten. Schließlich nimmt die Konzentration der wichtigen Immunglobuline im Kolostrum sehr schnell ab. Es ist daher sinnvoll, stündlich einen Durchgang zur Tierbetreuung zu machen, um bei Bedarf einschreiten zu können. Es hat sich bewährt, den Sauen vor der Geburt Langstroh zu reichen. Können sie ihr Nestbauverhalten ausüben, so berichten Praktiker, reduzieren sich Geburtszeiten und Komplikationen. Nach der Geburt schätzen es die Ferkel im Nest.

Kolostrum ist lebenswichtig
Ohne Kolostrum der eigenen Mutter haben Ferkel kaum eine Überlebenschance. Sobald als möglich muss das Neugeborene es aufnehmen, da es kaum über Energiereserven und Abwehrkräfte verfügt. Vitale Ferkel schaffen das in der Regel von selbst. 15 Säugungen in den ersten 12 Stunden sind das Ziel. Kleine und geschwächte oder auch ausgekühlte Ferkel müssen jedoch unterstützt werden…


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Weniger Erkrankungen durch hohe Futteraufnahmen rund um die Kalbung

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Thomas Engelhard, LLG Sachsen-Anhalt, ZTT Iden
Prof. Dr. Rudolf Staufenbiel, Freie Universität Berlin
Andrea Meyer Landwirtschaftskammer, Niedersachsen

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass geringe Futter- bzw. Trockenmasseaufnahmen von Milchkühen in den letzten Wochen und Tagen vor der Kalbung in der nachfolgenden Frühlaktation mit mehr Stoffwechselproblemen und auch klinischen Erkrankungen einhergehen. Solche Informationen waren im Jahr 2010 der Anlass, auch am ZTT Iden die ersten Messungen zur Futteraufnahme in den letzten Tagen der Trockenstehzeit durchzuführen und Effekte der dabei auftretenden einzeltierbezogenen Variation zu prüfen.

Aus diesen Messungen an fast 300 Kühen ergab sich, dass für das Drittel der Kühe mit den geringsten TM-Aufnahmen in den letzten fünf Tagen vor der Kalbung ein hohes Abgangs-risiko in der Folgelaktation bestand. Ein Viertel dieser Kühe schied im 1. Laktationsdrittel aus der Herde aus. Dagegen ging aus dem Drittel der Tiere mit dem höchsten Futter-verzehr keine Kuh ab. Zusätzlich gaben die kurz vor der Kalbung besser fressenden Kühe anschließend auch mehr Milch und Milcheiweiß als die schlechten Fresser.

Nach diesen ersten Ergebnissen erfolgten Untersuchungen an weiteren 100 Kühen. Das Resultat blieb dasselbe: Die geringen Futteraufnahmen vor der Kalbung in der betreffenden Auswertungsklasse gingen für die Kühe in der Folge mit stärkerer Stoffwechselbelastung, erhöhtem Abgangsrisiko sowie gleichzeitig reduzierter Milchleistungen einher (Tabelle 1). Allerdings hatte sich das Abgangsrisiko der schlechteren Fresser gegenüber der ersten Messreihe mehr als halbiert. Dazu könnte die stärkere Berücksichtigung der Futter-aufnahme vor der Kalbung im Management der Idener Herde beigetragen haben.


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Buch-Tipp: „Rinder gesund halten“

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Rinder gesund halten ist Ziel jedes Rinderhalters und auch der Titel eines neuen Fachbuchs von Prof. Barbara Benz, Dr. Agnes Richter und Prof. Thomas Richter.

Auf knapp 140 Seiten bietet das Autoren-Trio komprimierte Kost. Stallklima und Faktorenkrankheiten sind für alle Altersgruppen gleich bedeutsam und daher beginnt das Buch mit diesen beiden Themen. Darauf folgen einzelne Kapitel zu jedem Lebensabschnitt des Rindes: Biestmilchkalb – Milchkalb – Fresser – Mastbulle – Färse – Kuh.

In jedem Alter gilt es besondere Knackpunkte zu beachten. 25 davon werden ausführlich behandelt und machen das Buch so auch zum Nachschlagewerk. Von der Schutzlosigkeit des neugeborenen Kalbes, bis zur negativen Energiebilanz der Milchkuh. Checklisten erleichtern die Rekapitulation jedes einzelnen dieser Knackpunkte.

Farblich hervorgehobene sind wichtige Informationen an den Seitenrändern, z. B.: “Bieten Sie kleinen Kälbern 3, größeren Kälbern maximal 4 Liter Biestmilch an.“ Auch wenn der Labmagen nur 2 Liter fasst, werden größere Mengen doch verwertet – im Darm nämlich. Aber nur so lange die Darmschranke offen ist. Deshalb sollten Kälber in den ersten drei  Lebensstunden möglichst 3-4 Liter Kolostrum aufnehmen, empfehlen die Experten.

Gut geeignet ist das Buch deshalb für den Nachwuchs. Erfahrene Praktiker können es als „Fahrplan“ für die Ausbildung nutzen, speziell wenn es um Tierbeobachtung geht. 80 Farbfotos und Zeichnungen verdeutlichen deren zentrale Bedeutung in der Nutztierhaltung:

  • Schwirren besonders viele Fliegen um ein einzelnes Kalb, kann dies auf Fieber deuten. Liegt eine Kuh zu kurz oder zu lange beim Wiederkäuen, sollten die Liegefläche auf Komfort oder die Kuh auf Verletzungen kontrolliert werden. Auch bei den Knackpunkten Klauen-erkrankungen, Lahmheitsbewertung und Körperkondition sind die entsprechenden Fotos natürlich wertvoll.

Zu den vielen Praxistipps gibt es auch knackige Faustformeln dazu. Wie etwa beim Stallklima: „Durchmesser des Ventilators mal 10 ist gleich Wurfweite“. Oder im Kapitel Geburtshilfe: bleibt ein Vorderbein zurück, ist für das weitere Vorgehen entscheidend

„die Kraft, die es braucht, um den zurückgebliebenen Vorderfuß gerade zu ziehen. Sind das weniger als 15 Kilopond – das entspricht etwa der Kraft, die es braucht einen Kasten Bier zu tragen – dann kann weiter gezogen werden.“

Hintergrundinformationen zu Stallbau, Krank-heiten, Rationsgestaltung und vielem mehr runden die Kapitel jeweils ab.

Der Preis für den schmalen Band ist zwar eher üppig, aber welcher Rinderhalter hätte auch Lust, sich durch drei-, vierhundert Seiten zu kämpfen – und wozu gibt es schließlich Weihnachten und Geburtstage?

Unbedingt empfehlenswert:

Rinder gesund halten: Kälberaufzucht, Klauengesundheit, Fruchtbarkeit
von Barbara Benz, Agnes Richter, Thomas Richter

Taschenbuch, 137 Seiten, Verlag Eugen Ulmer, € 29,90

Bioland und Biokreis laden zur Fleischrinder- und Mutterkuhtagung

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Unter dem Motto „Biodiversität und Fleischqualität – da geht was!“ findet vom 27. bis 28. Oktober 2018 die 3. Fleischrinder- und Mutterkuhtagung in St. Andreasberg im Harz statt. Gemeinsame Veranstalter sind die Verbände Bioland und Biokreis, in Kooperation mit dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst.

In diesem Jahr stehen Naturschutz und Biodiversität sowie Rindermast und Fleischqualität im Fokus des bundesweiten Branchentreffs.

Top-Fleischqualität und mehr Biodiversität lassen sich gut verbinden. Das zeigen nicht zuletzt viele Mutterkuhhalter und Rindfleischerzeuger, die in extensiven Grünlandregionen wirtschaften“, so Dr. Ulrich Schumacher, Ressortleiter Tierhaltung bei Bioland e.V. „Doch auch diese Wirtschaftsweise ist hoch anspruchsvoll, wenn sie wirklich nachhaltig erfolgen soll. Die Kunst der Grünlandwirtschaft und -nutzung wird auf der Tagung ausgiebig erörtert und mit einer spannenden Exkursion im Harz ergänzt.“

Als Experte zum Thema „Optimierung der Fütterung in der grünlandbasierten Rindermast“ wird Georg Terler von der Bundeslehr- und Versuchsanstalt Raumberg-Gumpenstein (Österreich) an der Tagung teilnehmen. Terler gibt Einblicke in aktuelle Ergebnisse der Praxisforschung zu Mastverfahren und Fleischqualität. Darüber hinaus werden viele weitere Referentinnen und Referenten vor Ort zur Verfügung stehen. Die Redner referieren über wirkungsvolle Naturschutzmaßnahmen im Praxisbetrieb, eine erfolgreiche Verbindung von Naturschutz und Landwirtschaft, die Optimierung der Fütterung in der grünlandbasierten Rindermast, Kniffe und Tricks im Umgang mit Mutterkühen und Jungrindern, dem Potenzial nachhaltiger Beweidung für Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und Klima sowie Chancen und Risiken extensiver Weidehaltung mit Fleischrindern.

Eine Exkursion zum Fleischrinder- und Direktvermarktungsbetrieb von Daniel Wehmeyer rundet die Fachtagung ab. Sein Hof gewann bereits den CeresAward sowie den Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau.

Detailliertes Programm und Anmeldeformular

Anmeldungen nimmt das Bioland-Tagungsbüro bis 5. Oktober 2018 entgegen.
Kontakt: Tel. 04262 9590-70, Fax 04262 9590-50, E-Mail: tagungsbuero@bioland.de

Schafe und Hütehunde in Haus Düsse

Höhepunkt für die nordrhein-westfälischen Schäfer sind die NRW-Schaftage, die am Mittwoch und Donnerstag, 29. und 30. August, im Versuchs- und Bil¬dungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nord¬rhein-Westfalen im Kreis Soest stattfinden. Mit Verkaufs- und Informations¬ständen, verschiedenen Wettbewerben sowie einem umfangreichen Angebot an Zuchtschafen wird Schafhaltern ein interessantes Programm angeboten.

Die Schaftage werden bereits am Dienstag, 28. August, um 15 Uhr mit der Kö¬rung der Böcke der Rassen Texel, Dorper und Ostfriesisches Milchschaf ein¬geläutet. Der Mittwoch beginnt um 8.30 Uhr mit der Prämierung der Rassen Ostfriesisches Milchschaf, Texel und Dorper. Die Auktion findet am selben Tag um 14 Uhr statt. Der Donnerstag startet nach dem Auftrieb von 7 bis 8 Uhr mit der Körung und Prämierung aller anderen in NRW gezüchteten Rassen. Daran schließt sich der freihändige Verkauf von Zuchtschafen der Wirtschaftsrassen an.

Um 15 Uhr beginnt die Auktion von Zuchtschafen der Wirtschaftsrassen. An beiden Tagen werden Fachausstellungen zum Schaf veranstaltet, ergänzt durch ein bunt gemischtes Programm rund um die Schafzucht.Darüber hinaus sind weitere Veranstaltungen, wie Vorträge, Demonstrationen und Wettbewerbe geplant. Abgerundet wird die Veranstaltung am Donnerstag mit der NRW-Meisterschaft im Hüten mit Koppelgebrauchshunden.

Anmeldungen zu den Wettbewerben nimmt die Geschäftsstelle des Schaf¬zuchtverbandes entgegen, Telefon: 02945 / 989-450. Weitere Informationen und die Kataloge gibt es hier

Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Aquakultur ist im Kommen

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Wie das statistische Bundesamt mitteilt, haben die Aquakulturbetriebe in Deutschland 2017 etwa 36.000 t Fische, Muscheln und weitere Produkte erzeugt. Das waren fast 3.800 t oder 11,7 % mehr als im Vorjahr. Der starke Zuwachs basiert laut Destatis vor allem auf den Muschelerträgen, die im vergangenen Jahr um fast 30 % auf 16.900 t zulegten. Nahezu unverändert blieb die Fischerzeugung mit 19.200 t. Bundesweit gibt es rund 2.700 Aquakulturbetriebe mit einer oder mehreren Kulturformen. Davon bewirtschafteten 2017 rund 2.300 Betriebe Teiche auf einer durchschnittlichen Fläche von 10 Hektar. In rund 1.300 Betrieben wurden Becken, Fließkanäle oder Forellenteiche zur Erzeugung von Fischen und Krebstieren eingesetzt mit einem durchschnittlichen Volumen von 2.700 m³. Kreislaufanlagen und Netzgehege spielen in Deutschland noch eine untergeordnete Rolle.

Quelle. Statistisches Bundesamt Destatis

Bienen brauchen es bunt

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Forscher unter Leitung der Universität Würzburg haben herausgefunden, dass eine vielfältige Pflanzenlandschaft Bienen hilft, stabile Populationen aufrecht zu erhalten.

Bisher vermuteten Wissenschaftler, dass landwirtschaftlich intensiv genutzte Habitate generell schlecht für Bienen sind, da sie dort Pestiziden ausgesetzt sind und nur eine sehr geringe Auswahl an Nahrungsressourcen und Nistmöglichkeiten finden. Auch darauf führte man das weltweite Bienensterben zurück. Bienen können jedoch durchaus in landwirt-schaftlich genutzten Flächen gut leben. Voraussetzung ist, dass die Bienen Zugang zu sogenannten Habitatinseln mit hoher Pflanzendiversität haben.

Das zeigten Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), zusammen mit anderen deutschen und australischen Forschern nun erstmals in einer Studie. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in „Scientific Reports“.

Soziale Bienen untersucht
„Tetragonula carbonaria“ heißt die australische, stachellose Bienenart, die die Wissen-schaftler über mehr als zwei Jahre untersuchten. „Beispielhaft beobachteten wir an ihr, ob die Fitness und der Fortpflanzungserfolg sozialer Bienen von der sie umgebenden Diversität der Pflanzen und der damit verbundenen Qualität der Nahrungsressourcen abhängt“, sagt Dr. Sara Leonhardt, die Leiterin der Studie an der JMU. Zu sozialen Bienen gehören unter anderen Honigbienen und stachellose Bienen. Sie sind für einen Großteil der weltweiten Bestäubungsleistung verantwortlich.

Für die Studie installierten die Wissenschaftler Bienenkolonien in drei verschiedenen Habitaten. „Wir wählten naturbelassene Wälder, urbane Gärten und landwirtschaftlich intensiv genutzte Macadamia-Plantagen und beobachteten das Wachstum und die Pro-duktion von Arbeiterinnen, Königinnen und neuen Kolonien“, sagt Dr. Benjamin Kaluza, der Erstautor der Studie. Außerdem analysierten sie die Nahrungsqualität des gesammelten Pollens und Honigs und kartierten die Pflanzendiversität in diesen Habitaten.

Rückgang der Biodiversität als Ursache für das Bienensterben
Das Ergebnis: Die Lebensqualität der Bienen war in Gärten und artenreichen Wäldern am höchsten und in Plantagen am geringsten. Nehme die Pflanzenvielfalt in der Umgebung ab, produzieren die Bienen weniger Nachkommen, folglich schrumpfen die Kolonien. „Bienen brauchen Diversität“, sagt Kaluza. „Nur in Landschaften mit hohem Pflanzenarten-Reichtum finden sie kontinuierlich ausreichend ausgewogene und qualitativ hochwertige Nahrung und andere Ressourcen.“

Laut Leonhardt ist dieser Effekt bereits sichtbar, wenn die Bienen auch nur kleine Habitatinseln mit hoher Blütendiversität in Flugdistanz haben. „Denn dann können sie sowohl den negativen Einfluss von Pestiziden als auch von Monokulturen kompensieren“, sagt sie und ergänzt: „Dieses Ergebnis bedeutet, der weltweite massive Rückgang der Biodiversität könnte eine Hauptursache für das Bienensterben sein.“

Die Folgen ihrer Erkenntnisse: „Wir erhoffen uns jetzt natürlich verstärkten Schutz und Re-etablierung biodiverser Habitate, vor allem in landwirtschaftlich stark genutzten Regionen, wie zum Beispiel Plantagen“, sagt Kaluza.

Zusammenarbeit mit anderen Forschern
Die Forschung wurde finanziell von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. Beteiligt waren Professorin Helen Wallace von der University of the Sunshine Coast (Australien), Dr. Tim Heard, Bienenberater aus Brisbane (Australien), Dr. Vanessa Minden von der Universität Oldenburg und Professorin Alexandra-Maria Klein von der Universität Freiburg. In weiteren Forschungen wollen Sara Leonhardt und ihr Team nun untersuchen, wie genau die Bienen ihre Ressourcen finden und wie sie von den unterschiedlichen Ressourcen profitieren.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Videointerview: Boomende Aquakultur in Asien

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Die Aquakultur in Asien ist nach Meinung von Dr. Serge Corneillie, Ph.D., Technical and Business Development, Asia, für ein enormes Wachstum bereit.

„Es gibt einen riesigen Markt“, sagte Dr. Corneillie. „Hinzu kommt, dass Asien ein fantastisches Umfeld für die Produktion von Fischen und Shrimps bietet: Die perfekten Temperaturen das ganze Jahr über und viele Orte, die sehr gut gegen Stürme geschützt sind. So können sie das ganze Jahr über sicher produzieren. “ Er wies jedoch darauf hin, dass es auch ernste Herausforderungen gibt, vor allem in Garnelenfarmen, wo bakterielle und virale Erkrankungen erhebliche Verluste verursachen.

Kevin Corizzo von Diamond V interviewte Dr. Corneillie als Teil der monatlichen Videoserie „Diamond V at 75: Immunstärke für das Leben“, die die Geschichte von Diamond V in der Tier- und Futtermittelindustrie würdigt und seine wissenschaftliche Forschung, technische Expertise und Vision hervorhebt für die Zukunft. Das August-Video konzentriert sich auf ein wachsendes Segment des Geschäftsportfolios von Diamond V – Aquakultur.

Dr. Corneillie wies darauf hin, dass in Asien eine steigende Nachfrage nach gesunden Produkten besteht und die Menschen haben mehr Geld für diese Produkte: „Ich denke, die Zukunft sieht sehr, sehr gut aus für die Aquakultur.“

Um das Video und weitere anzusehen, einfach hier klicken

Diamond V ist ein weltweit führendes Tiergesundheitsunternehmen, das auf vielen Arten forscht und natürliche, auf Fermentation basierende Produkte zur Unterstützung des Immunsystems für Tiergesundheit, Tierleistung und Lebensmittelsicherheit weltweit herstellt. Die globale Zentrale und alle Produktionsstätten befinden sich in Cedar Rapids, Iowa, USA. Diamond V hat auch Büros in fünf anderen Ländern und vermarktet Produkte in mehr als 70 Ländern. Mehr als 75 Jahre Erfahrung in den Bereichen Wissenschaft, Innovation, Technologie und Qualität haben Diamond V den Ruf als vertrauenswürdige Experten für Ernährung und Gesundheit eingebracht.

Quelle: Diamond V

BECAL: Neue App berechnet Wirtschaftlichkeit von Impfstoffen in der Schweineproduktion

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Welchen wirtschaftlichen Nutzen hat eine weitere Impfung, welchen Return of Investment (ROI) bringen höhere Tiergesundheitskosten? Die neue App BECAL (Boehringer Ingelheim Economic Calculator) analysiert eine tiermedizinische Maßnahme schnell und benutzerfreundlich auf ihre Wirtschaftlichkeit.

BECAL Schwein evaluiert die Auswirkung der Impfung bei Schweinen von der Geburt bis zur Schlachtung, BECAL Sau bewertet Präventionsmaßnahmen im Sauenbestand. In beiden Fällen erstellt die Anwendung eine Profitabilitätsrechnung basierend auf individuellen Produktionsdaten. Es sind Angaben zu den biologischen Leistungen, den Kosten und Erlösen des Betriebs einzugeben. Aus diesen Angaben berechnet die App u.a. die direktkostenfreie Leistung und den Netto- und den Mehrgewinn gegenüber der Investition (ROI).

Entwickelt wurde die App von Boehringer Ingelheim gemeinsam mit Experten der Schweineindustrie. Mit BECAL kann die Wirtschaftlichkeit einer neuen Gesundheits-maßnahme gemeinsam mit dem betreuenden Tierarzt objektiv bewertet werden. Damit    sei BECAL ein weiteres Werkzeug von Boehringer Ingelheim für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Schweinproduktion teil das Unternehmen mit..

Die App ist in deutscher Sprache kostenfrei in den Stores erhältlich. Geben Sie hierzu einfach „BECAL Boehringer Ingelheim“ in die Suche ein.

Weitere Informationen gibt Ihnen gerne: Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH,  E-Mail: vetservice@boehringer-ingelheim.com, www.vetmedica.de

Quelle: Boehringer Ingelheim

Eingesetzte Antibiotikamengen erneut gesunken

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Weniger Fluorchinolone in den Geflügel und Schweine haltenden Betrieben im QS-System

Im Jahr 2017 ist die eingesetzte Antibiotikamenge bei Schweine, Geflügel und Mastkälber haltenden Betrieben im QS System nochmals gesunken. Auch für die Verbrauchszahlen der Fluorchinolone, einer Antibiotikagruppe, die für die Humanmedizin von besonderer Bedeu-tung sind, konnte erneut ein Rückgang festgestellt werden. Ein deutliches Zeichen für den sorgfältigen und verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz von Tierärzten und Tierhaltern.

Die Gesamtmenge der im QS-System eingesetzten Antibiotika sank von 486 Tonnen (2016) auf 471 Tonnen (2017). Besonders erfreulich: die Menge der eingesetzten Fluorchinolone konnte von 4,83 Tonnen (2016) auf 4,66 Tonnen (2017) gesenkt werden. Die Fluor-chinolone werden zusammen mit den Cephalosporinen der 3. und 4. Generation zu den sogenannten kritischen Antibiotika gezählt.

Davon teilweise abweichende Ergebnisse gab jüngst das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bekannt, das einmal jährlich die Antibiotikaabgabe-mengen an die Tierärzte veröffentlicht. Das BVL meldete einen Anstieg bei den Fluor-chinolonen um 0,6 Tonnen (s. Tab. 1). Thomas May, bei QS verantwortlich für das Anti-biotikamonitoring, stellt fest: „Dieser Anstieg beruht nicht auf den Antibiotikaeinsatz in Geflügel und Schweine haltenden Betrieben. QS erfasst den Antibiotikaeinsatz von über 95 Prozent der deutschen Schweine- und Geflügelhalter und diese haben 0,17 Tonnen weniger eingesetzt als im Jahr zuvor.“

Auch die aktuellsten Zahlen im Antibiotikamonitoring des QS-Systems deuten darauf hin, dass weiterhin weniger Antibiotika im Nutztierbereich eingesetzt werden. Mit 211 Tonnen liegen die Antibiotikamengen für die ersten sechs Monate des Jahres leicht unter dem Vorjahresniveau.

Tabelle: Vergleich der eingesetzten Antibiotikamengen (in Tonnen, QS) und Antibiotika-abgabemengen an Tierärzte (in Tonnen, BVL), 2011-2017

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

QS berechnet erstmals Tiergesundheitsindex

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Bild: QS

19.500 Schweinemastbetriebe erhalten Auswertungen
Zum 1. August 2018 wurde erstmals der Tiergesundheitsindex (TGI) für alle Schweinemastbetriebe im QS-System berechnet. Die Schweinemäster erhalten die zusammengetragenen Ergebnisse aus den Schlachtungen des 1. Halbjahres 2018 von ihrem Bündler. Damit haben sie die Möglichkeit, die Organbefunde ihrer abgelieferten Tiere zu bewerten und sich mit den anderen Landwirten, die an denselben Schlachthof geliefert haben, zu vergleichen. Grundlage für den Index sind die Ergebnisse der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung, die in der Schlachthof-EDV erfasst, an die QS-Befunddatenbank weitergegeben und dort Schlachthof bezogen ausgewertet werden.

Es werden vier Teilindices ermittelt und weitergeleitet (s. unten stehendes Muster): Atemwegsgesundheit (Herz, Lunge, Brustfell), Organgesundheit (Leber, Darm), Gelenkgesundheit (Gelenke, Liegebeulen) und Unversehrtheit des Schlachtkörpers (Haut, Ohr, Schwanz, Treibespuren). Die Berechnung der Teilindices erfolgt für alle Lieferungen eines Landwirts (VVVO-Nummer) an einen Schlachthof über einen Zeitraum von sechs Monaten. Die Indices für die Lieferungen des Landwirts werden im Vergleich zum 1. Quartil und zum Median aller Lieferungen an den jeweiligen Schlachtbetrieb dargestellt. Dieser Vergleich ermöglicht den Schweinehaltern neben der absoluten auch eine relative Einordnung. Die Werte für die Indices liegen zwischen 0 und 100. Gute Schlachtkörperbewertungen ergeben einen höheren Wert, Auffälligkeiten führen zu Abwertungen. Werden niedrige Werte aufgrund von höheren Befundraten festgestellt, sollte der Landwirt mögliche Defizite in seinem Betrieb identifizieren und prüfen, ob betriebliche Maßnahmen, wie beispielsweise eine Änderung der Klimaführung im Stall, notwendig sind.

20.930 Schweinemastbetriebe haben im ersten Halbjahr 2018 Schweine zur Schlachtung an Schlachtbetriebe im QS-System geliefert. Für 13.100 Betriebe konnte der Tiergesundheitsindex vollständig, das heißt für alle vier Teilindices, berechnet werden. Für weitere 6.400 Betriebe konnte mindestens ein Teilindex berechnet werden. Bei diesen Betrieben war die Erfassung der Befunde im Schlachtbetrieb noch nicht ausreichend umgesetzt worden. 160 Betriebe erhalten keinen TGI, weil die Datenlage für die Auswertungen nicht ausreichend war. 1.270 Schweinemäster haben weniger als 50 Mastschweine im ersten Halbjahr 2018 geliefert und wurden bei der Auswertung nicht berücksichtigt.

Rückmeldung an Tierhalter jedes Quartal
Der Tiergesundheitsindex wird zukünftig quartalsweise berechnet und den Betrieben mitgeteilt, damit diese die Möglichkeit haben, bei Bedarf zeitnah zu reagieren. Wenn der Landwirt es wünscht, kann der TGI z. B. auch dem behandelnden Tierarzt zur Verfügung gestellt werden. Zurzeit arbeitet QS an einer App für Landwirte, über die diese zukünftig alle betrieblichen Daten, u.a. die Tiergesundheitsindices, auch mobil abfragen können.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit

28. Deutscher Tierärztetag in Dresden: Die Zukunft der Tierärzteschaft

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Bundestierärztekammer lädt zum größten berufspolitischen Treffen.

Auf dem 28. Deutschen Tierärztetag am 13. und 14. September wird es um die Zukunft der Tierärzteschaft in Deutschland gehen. Das größte berufspolitische Treffen der Veterinär-mediziner findet in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden statt und steht allen mehr als 41.000 deutschen Tierärztinnen und Tierärzten zur Teilnahme offen.

Auf dem Deutschen Tierärztetag, der von der Bundestierärztekammer (BTK) alle drei Jahre in einer anderen Stadt organisiert wird, werden jeweils unter einem Generalthema aktuelle fachliche und berufspolitische Themen in verschiedenen Arbeitskreisen beraten. Ziel der Arbeitskreise ist es, zum jeweiligen Thema zukunftsweisende Forderungen an Politik, Öffentlichkeit und den Berufsstand zu richten, die von den rund 300 Delegierten aus den  17 Landes-/Tierärztekammern und tierärztlichen Verbänden abgestimmt werden.

In diesem Jahr werden in drei Arbeitskreisen (AK) folgende Themen diskutiert:

AK 1: Kleintierpraxis 2030 (Leitung Dr. Susanne Elsner und Prof. Dr. Stephan Neumann)
Die Kleintierpraxis steht vor einem strukturellen Umbau, der durch hohe Ansprüche an Qualität und Bereitschaftsdienst geprägt ist. Freizeit und Familie erlangen für die junge Generation von Tierärztinnen und Tierärzten aber gleichzeitig eine größere Bedeutung. Diese Veränderungen implizieren eine Neuorganisation von Praxisstrukturen, Arbeitszeiten und Notdiensten.

AK 2: Nutztierarztpraxis 2030 (Leitung Dr. Matthias Link und PD Dr. Andreas Palzer)
Die Bedingungen in der tierärztlichen Nutztierpraxis haben sich durch hohe Qualitäts-ansprüche an die Bestandsbetreuung und ein gesteigertes Leistungsvermögen der Tiere stetig verändert. Gleichzeitig steigt der wirtschaftliche Druck auf die Tierhalter. Zudem ändern sich die Ansprüche der praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte. Die Nutztiermedizin muss sich auf diese Entwicklungen einstellen.

AK 3: Amtstierarzt 2030 (Leitung Dr. Maria Dayen und Dr. Arno Piontkowski)
Amtstierärzte sind als wissenschaftliche Mitarbeiter in den für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen zuständigen Behörden tätig. Der Aufgabenbereich und die Aufgaben-wahrnehmung der Amtstierärzte sind durch einen ständigen Änderungs- und Anpassungs-prozess geprägt. Ein enormer Aufgabenzuwachs bei gleichzeitiger Personalknappheit und Misstrauen gegenüber Amtspersonen stellt die Berufsgruppe vor existenzielle Probleme.

„Es gilt, den Anspruch und die Realität in Einklang zu bringen und intensiv zu diskutieren, wie man alle Kolleginnen und Kollegen am besten auf die neuen Anforderungen der Zukunft vorbereitet. Denn der Wandel der Gesellschaft bedeutet auch einen tierärztlichen Wandel, der die veterinäre Landschaft verändern kann und wird“, sagt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der BTK. Durch eine aktive Beteiligung kann also jede Tierärztin und jeder Tierarzt an der Gestaltung der Berufspolitik mitwirken.

In der geschichtsträchtigen Stadt an der Elbe wird aber nicht nur gearbeitet und diskutiert. Das Ehrenzeichen der BTK, die Robert-von-Ostertag-Plakette, wird als Zeichen der Würdigung und in Anerkennung besonderer Verdienste um den tierärztlichen Berufsstand an eine Persönlichkeit aus der Tierärzteschaft verliehen.

Quelle: BTK

Grundfutterversorgung auch bei Trockenheit sichern

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Die Trockenheit in weiten Teilen West-, Mittel-, Nord- und Ostdeutschlands macht in diesem Jahr vielen Tierhaltern zu schaffen: Kaum noch Aufwuchs auf den Weiden, ausgefallene Grasschnitte und vorgezogene Ernte von Silomaisflächen, die zum Teil an einen Totalausfall heranreichen: In dieser Situation bietet ForFarmers mit FaserPlus und FaserPlus Non-GMO ein faserreiches Ausgleichsfutter zum Grundfutterpreis, das die Grundfutterbilanz entlastet. Je nach Rationstyp können bis zu vier Kilogramm TS des Grundfutters durch FaserPlus oder FaserPlus Non-GMO ersetzt werden. FaserPlus und FaserPlus Non-GMO sind als Mehl erhältlich und können ab einer Menge von vier Tonnen lose angeliefert werden.

Große Bedeutung der Rationsgestaltung
Die aktuelle Situation erfordert einen sorgfältigen Abgleich von Futterbestand und Futterbedarf für die kommenden Monate. „Wir empfehlen den Landwirten sehr dringend, mit ihrem Futterberater zu besprechen, welche Rationen in den kommenden Wochen und Monaten realisierbar sind. Dazu gehört auch, den Tierbestand kritisch zu überprüfen. Auf jeden Fall raten wir den Tierhaltern, keine großen Fütterungskompromisse zugunsten der Tierzahl einzugehen, da sich das mit Stoffwechselproblemen und Zwangsabgängen rächt“, betont Anna-Carina Tschöke, Produktmanagerin Rind Deutschland bei ForFarmers.

Die Futtereffizienz gilt als eine der wichtigsten Kennzahlen für die nächsten Monate. Wenn die Kühe dank guter Vorbereiterfütterung fit in die Laktation starten, steigt auch die produzierte Menge Milch je Kilogramm Futteraufnahme. Hochwertige Grundfutter sollten vorrangig die hochleistenden Tiere zu Beginn der Laktation sowie die Trockensteher in der Vorbereitungsphase erhalten.

Grundfutterergänzung zum Grundfutterpreis mit FaserPlus und FaserPlus Non-GMO
Die Ration von Tieren mit geringem Nährstoffbedarf wie Jungvieh im zweiten Lebensjahr und altmelkenden Kühen kann angesichts der knappen Grundfutterversorgung auch mit Stroh in Kombination mit einer Eiweißergänzung und natürlich Mineralfutter gestaltet werden. „Allerdings ist bei strohreichen Rationen darauf zu achten, dass Melassen, Vinasse oder Wasser zuzusetzen sind, um eine selektive Aufnahme zu vermeiden. Unser FaserPlus und das gentechnikfreie FaserPlus Non-GMO bieten darüber hinaus eine sehr gute Möglichkeit zur Grundfutterergänzung. Je nach Rationstyp können bis zu vier Kilogramm TS des Grundfutters mit dieser hochwertigen Mischung zum Grundfutterpreis ersetzt werden“, berichtet Anna-Carina Tschöke.

Und noch zwei Tipps hält die Fütterungsspezialistin für die Milchviehbetriebe bereit: „Landwirte sollten ihre Ration zum einen von ihrem ForFarmers Fütterungsberater in Bezug auf unser Feed2Milk Konzept bewerten lassen. Insbesondere der Übersäuerungs- und der Wiederkauindex geben wertvolle Hinweise zu der Wiederkaugerechtigkeit der Ration. Zum anderen ist zu bedenken, dass die frühtrockenstehenden Kühe oft besonders unter der Hitze leiden und häufig bis zu einer Woche vor dem errechneten Termin kalben. Trockensteher sollten deshalb mindestens vier Wochen lang die Vorbereiterration erhalten. Dabei sollte insbesondere auch auf die gute Proteinversorgung geachtet werden“, so Tschöke.

Quelle: ForFarmers Langförden GmbH

Neue orale Halofuginon-Lösung für Kälber

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Neugeborenendurchfall ist nach wie vor Hauptursache für Verluste in der Kälberaufzucht1, die am weitesten verbreiteten Erreger sind Kryptosporidien (Cryptosporidium parvum). In einer aktuellen Untersuchung wurden sie in 49 von 50 Milchrindbetrieben in Nordostdeutschland nachgewiesen, in 26 % der Betriebe waren sogar alle getesteten Kälber betroffen.2 Auch aus anderen Regionen Deutschlands wird Ähnliches berichtet.3

Um den Infektionsdruck zu senken, ist es notwendig, den Entwicklungszyklus des widerstandsfähigen Einzellers im Tier zu unterbrechen. So lässt sich die Ausscheidung der infektiösen Stadien, der sogenannten Oozysten, minimieren. Hier kommt das neue Halofuginon-Präparat zum Zug. Sein Wirkstoff ist aktuell der einzige, der zur Behandlung von Kryptosporidien-Infektionen bei Kälbern zugelassen ist. Er reduziert nachweislich die Oozysten-Ausscheidung, das Arzneimittel kann daher bei neugeborenen Kälbern zur Vorbeugung und Behandlung von Kryptosporidien-bedingtem Durchfall eingesetzt werden. Zusätzlich gilt es natürlich, die Hygienemaßnahmen im Bestand zu optimieren.

Das Halofuginon-Präparat der WDT ist in den Handelsformen 290 ml, 490 ml und 980 ml erhältlich (Einzelkartons inklusive je einer Dosierpumpe). Die ergonomisch geformten Flaschen liegen gut in der Hand und erleichtern das Arbeiten. Mit der 290 ml-Flasche steht eine bedarfsgerechte Größe für kleine Bestände zur Verfügung. Die Wartezeit auf essbare Gewebe beträgt 13 Tage.

Fragen Sie Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt!

P.S.: Für den Therapieerfolg eines jeden Arzneimittels ist entscheidend, dass es richtig dosiert sowie regelmäßig und ausreichend lange verabreicht wird. Das gilt natürlich auch für das neue Halofuginon-Präparat. Um im Alltag die Anwendung zu erleichtern, gibt es zum Präparat einen praktischen Aufkleber mit Dosierungsangaben und Behandlungsplan: Einfach ins Stallbuch einkleben oder am Kälber-Iglo anbringen und schon hat jeder im Betrieb die genaue Dosierung und den Stand der Behandlung immer im Blick. Unser Tipp für noch mehr Sicherheit: Augenmaß ist gut, Kontrolle ist besser! Das Körpergewicht von Holstein-Kälbern lässt sich beispielsweise mit dem Coburn®-Kälbermaßband aus strapazierfähigem Tyvek® schnell und zuverlässig bestimmen. Die kostenlosen Aufkleber sind beim Tierarzt erhältlich, das Maßband gibt es beim Tierarzt, bei Tierarzt24.de oder im Fachhandel.

Quelle: WDT

Lösung für Problemkeim der Schweizer Milchwirtschaft gefunden

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Der Erreger Staphylococcus aureus ist in der Milchviehhaltung und bei der Käseherstellung gefürchtet, denn er führt zu hohen finanziellen Verlusten beim Milchvieh. Verarbeitet im Rohmilchkäse kann er zu Verdauungsproblemen führen. Ein neu von Agroscope entwickelter Gentest kann den Erreger in Milchproben sehr zuverlässig nachweisen. Der Gentest liefert damit die Basis für die Sanierung von Herden, in denen der Problemkeim auftritt, und wird dazu beitragen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren.

Der in der Schweiz und umliegenden Ländern vorkommende Subtyp Staphylococcus aureus Genotyp B (Staph. aureus GTB) ist hoch ansteckend und war bisher nur sehr unbefriedigend bekämpfbar. Die beste Methode zu seiner Ausrottung ist die Sanierung ganzer Herden. Als Schlüssel zum Erfolg dient dazu ein hoch spezifischer und finanziell tragbarer Test. Dieser kann zudem prophylaktisch zur Herdenüberwachung eingesetzt werden und verhindert so, dass sich die Krankheit ausbreiten kann. Damit lassen sich Medikamentenverbrauch und die Kosten für die Betriebe senken. Gleichzeitig wird die Qualität der tierischen Produkte erhöht. Dieser Test hat bis vor kurzem gefehlt. Darum suchten Forschende von Agroscope einen Gen-Abschnitt, der spezifisch für den Erreger ist, um damit eine schnelle Analysemethode zu schaffen. Mit Genomvergleichen von verschiedenen Stämmen, die aus Euterentzündungen und andern Infektionen bei Mensch und Tier isoliert worden waren, konnten sie diesen spezifischen Genabschnitt erfolgreich bestimmen. Basierend darauf entwickelten sie einen neuen qPCR Test *.

Staphylococcus aureus: Ein Problemkeim
Der Erreger Staphylococcus aureus GTB ist in der ganzen Schweiz – mit regionalen Unterschieden – verbreitet und erzeugt eine Entzündung im Kuheuter. Am häufigsten davon betroffen sind Alpbetriebe, da hier oft Herden von verschiedenen Betrieben zusammenkommen und die Kühe in zufälliger Reihenfolge gemolken werden. Entsprechend einfach kommt es so zu einer raschen Verbreitung. Das Bakterium hat zudem die Fähigkeit, über das Euter in die Milch zu gelangen und so im Käse unter bestimmten Bedingungen die hitzeresistenten Enterotoxine zu bilden. Diese können beim Menschen zu Bauchschmerzen, Schwindel, Durchfall und Erbrechen führen. Eine qualitativ hochstehende Milch ist daher besonders für die in der Schweiz traditionell übliche Verkäsung von Rohmilch zentral.

Routinetest auch für große Herden
Die Forscherinnen und Forscher testeten ein Sanierungsprogramm in einer Feldstudie auf neunzehn Betrieben in der Schweiz und verglichen dabei zwei Testmethoden. Ihren neuen Gentest verglichen sie mit dem klassischen Verfahren, bei dem Milchproben mittels Bakterienkultur untersucht wurden. «Beide Verfahren waren erfolgreich, aber der qPCR-Gentest ist wesentlich schneller, einfacher und kosteneffizienter» meint der Agroscope Forscher Hans Graber. «Denn der Melker kann selber die Milchprobe sammeln. Es braucht dazu weder speziell ausgebildetes Personal noch aseptische Milchproben wie im bakteriologischen Verfahren. So können auch grosse Herden während des regulären Melkvorgangs beprobt werden und die Resultate liegen schon nach einem Tag vor. Zudem ist der Test sehr empfindlich und erlaubt es, Staph. aureus GTB in der Ablieferungsmilch nachzuweisen. Damit können Herden erstmals einfach überwacht werden».

Alle Herden saniert
Die Studie zeigte, dass alle Betriebe saniert werden können, unabhängig davon, ob sie grosse oder kleine Herden haben, unabhängig von der Rasse und vom Melksystem. Innerhalb von 9 Monaten waren sämtliche Betriebe erfolgreich saniert, auch solche, bei denen mehr als 40% der Kühe GTB-positiv waren.

Zentral war dafür die monatliche Milchuntersuchung jeder Kuh und deren Einteilung in «GTB-frei», «GTB-unklar» und «GTB-infiziert» mit entsprechender Melkreihenfolge. Zusätzlich wurde die Melkanlage zweimal täglich nach Herstellerangaben gereinigt. Die kranken Tiere wurden gezielt mit Antibiotika behandelt, wobei die Antibiotikawahl primär aufgrund von genomischen Untersuchungen der in den Keimen vorhandenen Antibiotikaresistenzgene vorgenommen wurde. So konnten 93% der GTB-infizierten Kühe erfolgreich behandelt werden, auch ältere, was ein wesentlicher Fortschritt darstellt.

Erste Etappe: Tessin
Basierend auf den positiven Zwischenresultaten und der Strategie AP22+ haben das Bundesamt für Landwirtschaft BLW und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV beschlossen, ein Sanierungsprojekt für das besonders betroffene Tessin zu unterstützen. Das Projekt von Tessiner Bauern und Behörden, der Nutztierklinik der Universität Bern und von Agroscope startete im Dezember 2017 und ist bereits sehr erfolgreich. Alle Beteiligte haben auch zugestimmt, ab diesem Jahr nur noch GTB-freie Kühe zu sömmern, um das Ausbreiten von Staphylococcus aureusGTB auf Alpen zu verhindern und der Infektion der Talherde nach der Alpung vorzubeugen.
qPCR für Staphylokokkus aureus Genotyp B oder GTB

* Die quantitative Echtzeit-PCR oder kurz qPCR ist eine Nachweismethode für Nukleinsäuren, die auf dem Prinzip der Polymerase-Kettenreaktion PCR beruht. Damit ist es möglich, ein Bakterium (z.B. Fall Staph. aureus GTB) zweifelsfrei auf der Basis eines spezifischen Gens zu bestimmen.

Quelle: Agroscope