Zuchtziel: mütterliche Sauen Podcast Netzwerk Fokus Tierwohl

0

Der Haltung von Sauen in Bewegungsbuchten und in Buchten mit freier Abferkelung erfordert einiges an Know-How und Management-Geschick. Doch auch die Sauen selbst sind eine gewichtige Einflussgröße. Um Erdrückungsverluste bei der Abferkelung ohne dauerhafte Fixierung der Sau zu vermeiden, sind aufmerksame, auf den Schutz der Ferkel gerichtete Sauen vonnöten. Der Drang, die Ferkel zu schützen, darf sich dabei aber nicht gegen den Menschen richten.

Die Haltung in alternativen Abferkelsystemen erfordert also besonders mütterliche, gleichzeitig aber auch umgängliche Sauen. Welche Merkmale zeichnen mütterliche Sauen aus? Welche Rolle spielt die Genetik? Kann man Sauen auf Mütterlichkeit züchten oder lassen sich durch gutes Management schnellere und bessere Erfolge erzielen?

Diesen Fragen gehen Susanne Gäckler und Dr. Christian Lambertz im neuen Podcast des Netzwerks Fokus Tierwohl mit ihren Interviewpartner:innen Dr. Meike Friedrichs, Geschäftsführerin bei der GFS Topgenetik, Sabine Obermaier vom Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, und Prof. Johannes Baumgartner von der Veterinärmedizinischen Universität Wien nach.

Als wichtigste Aspekte für mütterliche Sauen sehen die Experten das Nestbauverhalten, das Abliegeverhalten einschließlich des Vorabliegeverhaltens, die Kommunikation zwischen Sauen und Ferkeln sowie den Schutz der Ferkel an. Die Zucht auf das Merkmal „Mütterlichkeit“ ist gut möglich, wenngleich ein Fortschritt bei Erblichkeiten zwischen 5 % und 30 % erst über längere Zeit sichtbar wird. Aber auch eine Haltungsumgebung und Fütterung, die den Sauen gerecht wird und die das Ausleben ihres mütterlichen Verhaltens erlaubt, tragen entscheidend dazu bei, die Haltung in den alternativen Abferkelsystemen erfolgreich zu meistern.

Quelle: Netzwerk Fokus Tierwohl

10 Tipps zur Fütterung von säugenden Sauen

0

Nur wenn säugende Sauen genügend Futter aufnehmen, können sie ausreichend Milch für ihre Ferkel produzieren. Das wiederum ist wichtig für gut entwickelte und gesunde Ferkel mit hohen Absetzgewichten. Es können schnell 12 Liter Milch am Tag sein, die eine Sau produzieren muss und auch kann, sofern die Voraussetzungen dafür stimmen. Dabei sollten Sauen nicht zu viel Gewicht verlieren, da dies negative Auswirkungen auf die folgenden Trächtigkeiten und die Fruchtbarkeit haben kann. Doch manche Sauen fressen einfach nicht genug Futter und im Sommer ist es noch schwieriger: Bei hohen Temperaturen reduzieren die Sauen ihre Futteraufnahme ganz automatisch, sie haben einfach keinen Appetit mehr. Deshalb haben wir 10 Tipps zusammengestellt, wie es gelingen kann, die Sauen zum Fressen zu motivieren:

1. Mehrmals am Tag füttern: Statt zweimal besser dreimal täglich Futter vorlegen, wenn möglich sogar noch öfter in mehrere kleine Portionen aufgeteilt
2. Pellets anbieten: statt mehlförmigem Futter Pellets anbieten, viele Sauen mögen diese lieber, die Partikelgröße sollte nicht zu fein sein wegen der Gefahr von Magengeschwüren, 800 bis 900 Mikrometer Korngröße sind empfohlen
3. Futter anfeuchten: feuchtes Futter wird nicht nur im Sommer oft lieber gefressen als trockenes Futter
4. Gute Beleuchtung: die Lichtdauer im Abferkelstall sollte mindestens 16 Stunden andauern
5. kein Futterwechsel: möglichst immer das gleiche Futter während der Säugezeit anbieten, der Magen-Darm-Trakt stellt sich nur ungern um
6. Bestes Futter: beste Futterqualität sicherstellen, keine Mykotoxine füttern, eventuell spezielles Geburtsfutter einsetzen
7. Viel Wasser: eine gute Wasserversorgung sicherstellen, pro kg Futter sind bis zu 8 Liter Wasseraufnahme zu rechnen
8. Viel Frischluft: vor allem am Kopf sollten die Sauen viel frische Luft zugeführt bekommen, eventuell sind zusätzliche Lüfter zu installieren oder die sogenannte Nasenlüftung
9. Ställe kühlen im Sommer: viel lüften und ggf. kühlen, auch durch Versprühen von Wasser, dabei aber Luftfeuchte beachten, 18 bis 21 °C ist die Wohlfühltemperatur von laktierenden Sauen
10. Gute Kondition: in der Trächtigkeit nicht zu viel füttern, da zu viel Körperfett führt über das Sättigungshormon Leptin zu vermindertem Appetit
11. Troghygiene beachten: am besten Sattfütterung, dabei keine Reste im Trog behalten, Tröge regelmäßig säubern

Quelle: Dr. Heike Engels, Der Hoftierarzt

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 4/23

Nabelgesundheit beim Kalb: Goldstandard Desinfektion oder nur bei Hygienemängeln nötig?

0

Nabelentzündungen beim Kalb sind eine regelmäßig vorkommende Erkrankung. Aktuell sind 20,9 % der noch nicht abgesetzten Kälber davon in Deutschland betroffen. Zur Vorbeugung wird oftmals eine frühzeitige Desinfektion des Nabels nach der Geburt empfohlen. Doch hierzu gibt es kontroverse Ansichten. Inwiefern diese Empfehlungen wissenschaftlich belegt sind, hat eine Literaturrecherche* über die Veröffentlichungen zu dieser Thematik über die letzten 40 Jahre untersucht.

Es wurden nur Studien betrachtet, in denen die Effektivität dieser Maßnahme hinsichtlich der Vorbeugung von Nabelinfektionen untersucht wurde. Insgesamt konnten nur 6 Studien gefunden werden, die den Effekt einer Nabeldesinfektion als vorbeugende Maßnahme untersucht haben. Die Studien unterschieden sich hinsichtlich der eingesetzten Desinfektionsmittel, der Tierzahl, dem Geschlecht der Kälber und der Dauer sowie der Technik der Untersuchung.

Die verwendeten Desinfektionsmittel wurden durch ein einmaliges Dip-Verfahren auf die Nabelschnur aufgebracht. Genutzt wurden Jod-Lösungen (7 %, 0,5 bis 2 %), Chlorhexidin (4 %), Chlor-Lösung (0,1 %), Trinatriumcitrat (10 %), Trocken-Nisin mit Talkumpuder, Flüssig-Nisin und einige weitere Produkte. In der Regel erfolgte die Nabeldesinfektion direkt nach dem Entdecken der neugeborenen Kälber bzw. innerhalb der ersten 30 Minuten nach der Geburt. Die Nabelschnur wurde gekürzt auf etwa 40 mm und dann in die Desinfektionslösung getaucht. Eine Studie fand heraus, dass Kälber mit einer kurz abgerissenen Nabelschnur ein höheres Risiko einer Infektion hatten als die Kälber mit längerer Nabelschnur. Eine andere Studie zeigte, dass Kälber mit einer feuchten Nabelschnur eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, dort eine Infektion zu entwickeln, als Kälber mit gut abgetrocknetem Nabel.

Lediglich in einer Studie konnte ein vorbeugender Effekt der Desinfektion nachgewiesen werden. Keine einzige Studie zeigte eindeutig, dass die Desinfektion mit 7 %iger Jod-Lösung der Goldstandard bei der Nabeldesinfektion ist. Grundsätzlich wiesen alle Studien methodische Mängel auf, so dass letztlich keine definitive Aussage darüber getroffen werden kann, ob sich eine Nabeldesinfektion beim Kalb positiv auf die Nabelgesundheit auswirkt.

Interessant ist vor allem die Frage, ob bei Fehlen der Risikofaktoren unhygienische Abkalbebox, ungünstiges Geburtsmanagement, schlechte Kolostrumversorgung und schlechte Iglueinstreu eine Nabeldesinfektion gar nicht nötig ist. Oder andersherum gefragt, ob eine Nabeldesinfektion nur dann sinnvoll ist, wenn die genannten Risikofaktoren vorhanden sind und auf das Kalb einwirken.

* Lange, Dorothee et al.: Auswirkung einer Nabeldesinfektion auf die Nabelgesundheit beim Kalb. Tierärztliche Praxis Großtiere Nutztiere 2022; 50: 157-162.

Quelle: Dr. Heike Engels, Der Hoftierarzt

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 4/23

Bürgerbefragung zur Tierhaltung ergibt deutlichen Verbesserungsbedarf

0

Die Akzeptanz tierischer Produkte schwindet in Deutschland. Die Tierhaltung wird zunehmend kritisiert. Ein SocialLab-Verbundprojekt unter der Koordination des Thünen-Instituts in Braunschweig hat nun hierzu in den Jahren 2022 und 2023 zwei Bürgerbefragungen durchgeführt (n=2004 und n=2000). Es wurde die Wahrnehmung der Haltung von Mastschweinen, Milchkühen, Masthähnchen und Legehennen überprüft. Konkrete Vorstellungen zur Haltung hatten die Bürgerinnen und Bürger bei Milchkühen, dann folgen die Mastschweine und Legehennen. Die wenigsten Vorstellungen gab es über die Haltung von Masthähnchen.

Viele Bürgerinnen und Bürger denken, dass die genannten Tierarten nicht genug Platz im Stall haben und sie nicht ins Freie kommen. Außerdem würden sie nicht artgerecht ernährt und der Stallboden sei zu hart. Zu viele prophylaktisch eingesetzte Medikamente kritisieren die Bürger und insgesamt eine zu hohe Tierzahl pro Landwirt. Nur wenige Bürger nehmen die aktuelle Haltung als gut war.

Diese Ergebnisse der Befragungen beziehen sich auf die sogenannte konventionelle Haltungsform. Die Tierhaltung nach EU-Ökoverordnung zeigt ein deutlich positiveres Bild in der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Insgesamt zeigt die Befragung, dass ein wesentlicher Teil der Bürger erhebliches Verbesserungspotential bei der konventionellen Tierhaltung sieht. Insbesondere die Aspekte Platz, Luft und Licht werden kritisiert. Für die Bürger sind ausreichend Platz, Zugang ins Freie und ein mit Stroh eingestreuter Boden für eine tiergerechte Haltung wichtig. Die gesellschaftliche Akzeptanz der heute in Deutschland praktizierten Tierhaltung ist nicht hoch. Die Mehrheit der Bürger findet, dass das Tierwohl als Thema von allen gesellschaftlichen Gruppen angegangen werden sollte. Doch vor allem den Landwirt selber sowie den Staat sehen die Bürger in der Verantwortung, für mehr Tierwohl zu sorgen. Eine deutliche Diskrepanz ist laut der Bürgerbefragung darin zu sehen, dass der Landwirt für mehr Tierwohl sorgen sollte, und dass die Landwirte wiederum finden, dass sie schon viel für das Tierwohl tun und vom Verbraucher ein größeres finanzielles Engagement wünschen. Der Tierarzt könnte hier eine Vermittlerrolle einnehmen.

Quelle: Ivica Faletar et al: Wahrnehmung der Tierhaltung aus Bürgerperspektive. Deutsches Tierärzteblatt 8, 2023.

Niedersächsisches Agrarministerium gibt zwei Erlasse zu Tiertransporten an Behörden – weiterer Erlass folgt

0

Das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen (ML) hat ein Erlasspaket zu Tiertransporten und Exporten von lebenden Tieren auf den Weg gebracht. Tierschutzwidrige Zustände sollen unterbunden werden.

Am 9. Oktober ist der sogenannte „Ägypten-Erlass“ in Kraft getreten. Dieser besagt, dass die kommunalen Behörden Tiertransporte per Schiff nach Alexandria untersagen sollen, wenn als Bestimmungsort ein Stall im dortigen Hafen angegeben ist. Dem Landwirtschaftsministerium liegen glaubhafte Informationen vor, nach denen niedersächsische Rinder nicht wie angegeben dort untergebracht waren. Der angegebene Treibweg durch den Hafen ist für die Tiere nicht passierbar. Unter diesen Voraussetzungen sind die Transporte nicht mehr zu genehmigen.

Am 22. November wurde zudem den zuständigen Veterinärbehörden der sogenannte „Untersagungs-Erlass“ zugestellt. Darin werden die kommunalen Veterinärbehörden aufgefordert, ab sofort Transporte von Rindern nach Ägypten, Algerien, Aserbaidschan, Irak, Iran, Jemen, Jordanien, Kasachstan, Kirgistan, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien, Tadschikistan, Tunesien, Turkmenistan und Usbekistan zu untersagen.

Der Erlass stützt sich auf den Umstand, dass Rinder, die in diese Länder exportiert werden, unabhängig ob sie zur Zucht eingesetzt werden oder nicht, in absehbarer Zeit ohne Betäubung geschlachtet werden. Betäubungslose Schlachtungen von Rindern führen regelmäßig zu erheblichen, langanhaltenden Schmerzen und Leiden für die Tiere. Hierbei ist es unerheblich, ob der Zeitpunkt der Schlachtung bereits feststeht, da in den benannten Staaten das betäubungslose Schlachten die übliche Schlachtmethode ist und die dorthin transportierten Tiere mit hinreichender Wahrscheinlichkeit am Ende ihrer Nutzung auf diese Weise geschlachtet werden. Ein Rücktransport dieser Tiere nach Europa ist nach Tierseuchenrecht nicht zulässig.

Hierzu Miriam Staudte: „Da aus den genannten Ländern keine Rinder wieder nach Europa zurücktransportiert werden, enden sie alle irgendwann durch Schlachtung ohne Betäubung. Zahlreichen Berichten zufolge wird zur Fixierung der Rinder häufig erhebliche Gewalt eingesetzt und das bedeutet große Schmerzen und Leiden für die Tiere. Unsere Veterinärbehörden sind aber verpflichtet, auch künftige Verstöße gegen das Tierschutzrecht zu verhindern. Dies geht in den genannten Fällen nur durch Untersagung des Transports. Es gibt für die Veterinärbehörden kein milderes Mittel, diese drohenden Tierschutzverstöße zu verhindern.“

Ein dritter Erlass, der die Richtlinien für alle längeren Transporte in Drittländer konkretisiert, befindet sich kurz vor der Veröffentlichung. Eine der Neuerungen wird sein, dass der Organisator eines Transports durch Fotos am Bestimmungsort dokumentieren muss, dass die Tiere angekommen und bedarfsgerecht versorgt worden sind. Auf den Fotos müssen Ohrmarken der Tiere erkennbar sein. Dies prüfen die Behörden in standardmäßigen Retrospektivkontrollen.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Beobachtungsstudie zum selektiven Trockenstellen

0

Die häufigsten Erkrankungen von Milchkühen sind u.a. subklinische Euterentzündungen, die schon ab einem Zellgehalt von 100.000 Zellen/ml Milch gesundheitlich relevant sind und zu geringerer Milchproduktion führen. Zur Behandlung werden Antibiotika eingesetzt, unter anderem zu Beginn der Trockenstehzeit, weil die Heilungsrate während der Trockenstehzeit besser ist als während der Laktation. Seit 2022 schreibt das neue Tierarzneimittelgesetz allerdings vor, bestandsweite antibiotische Behandlungen nur noch in begründeten Einzelfällen durchzuführen, um den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Dazu zählt auch das Trockenstellen mit Antibiotika. Deshalb werden Kühe immer öfter selektiv antibiotisch trockengestellt.

Um zu überprüfen, ob das selektive Trockenstellen die Eutergesundheit auf längere Sicht gefährdet, wurden 90 bayerische Milchviehbetriebe bezüglich der Reduktion von antibiotischen Behandlungen zum Trockenstellen sowie deren Auswirkungen auf die Eutergesundheit untersucht. Zwischen 2016 und 2021 wurden die Betriebe innerhalb der STAR-Initiative teilweise für mehr als 3 Jahre begleitet und jährlich Viertelgemelksproben aller laktierenden Kühe der Herden genommen. Die Teilnahme war freiwillig. Bedingung für die Teilnahme war eine Tankmilchzellzahl von unter 200.000 Zellen in den 3 Monaten vor dem Projektbeginn und eine Neuinfektionsrate in der Trockenperiode von unter 25 %. Weiterhin sollte keine Kuh mit Streptococcus agalactiae oder Streptococcus canis infiziert sein, und Staphylococcus aureus sowie Streptococcus uberis sollten bei weniger als 15 Kühen zu finden sein. Für ein einheitliches Vorgehen beprobte der TGD Bayern alle teilnehmenden Betriebe zu Beginn mittels Schalmtest und ein standardisierter Fragebogen erfasste die Managementpraktiken. Der Einsatz von internen Zitzenversieglern wurde empfohlen. Die Landwirte sollten alle Behandlungen rund um das Trockenstellen dokumentieren und notieren, ob die Kuh später eine Mastitis hatte sowie weitere Details rund um die Eutergesundheit. Die Ergebnisse der Milchleistungsprüfungen wurden ebenfalls ausgewertet. Als Besonderheit in dieser Studie ist zu werten, dass viele Betriebe zu Studienbeginn nur wenige Kühe antibiotisch trockenstellten.

Behandlungen und Probemelkergebnisse wurden ausgewertet. In einigen Herden wurden zu Beginn kontagiöse Erreger (Streptococcus agalactiae und Streptococcus canis) nachgewiesen. Hier musste erst eine Sanierung der Herden stattfinden, was die antibiotikahaltigen Behandlungen im ersten Jahr erhöhte. Durchschnittlich waren 62 % der Kühe zu Beginn antibiotisch zum Trockenstellen behandelt worden. Die Häufigkeit von Trockensteherbehandlungen schwankte von Jahr zu Jahr bei den Betrieben, zeigte aber im Durchschnitt eine sinkende Tendenz. Der Einsatz von internen Zitzenversieglern nahm über die Zeit von 39 % der Kühe bis auf 84 % der Kühe zu.

Die Eutergesundheit der Herden in Bezug auf die Zellzahl blieb über die Jahre annähernd gleich, die kuhassoziierten Erreger wurden weniger. Lediglich ab dem 3. Jahr stieg die Neuinfektionsrate während der Trockenstehphase. Die Autorinnen weisen darauf hin, dass es besonders beim selektiven Trockenstellen wichtig ist den Infektionsstatus der Herde und des Einzeltieres zu kennen, um den Behandlungsbedarf zu bestimmen.

Quelle: Ulrike Sorge et al.: Selektives Trockenstellen auf bayerischen Betrieben – eine Fallserie. Tierärztliche Praxis Großtiere Nutztiere 2023; 51: S. 160 bis 167

Zuerst erschienen im E-Magazim „Der Hoftierarzt“ 5/2024

11 Tipps zur Vorbeugung von Rindergrippe

0
  1. Einstallcheck: Tierärztliche Untersuchung neu zugekaufter Tiere
  2. Stressfreier Transport: Transport so stressfrei wie möglich: Tiere ausreichend tränken und füttern, Umgang ruhig und schonend
  3. Durchdachter Zukauf: Zukauf aus wenigen und vor allem gesunden Beständen und Tiere in gleichmäßigen Gruppen, Unterbringung der neu zugekauften Tiere für zwei bis vier Wochen in einem separatem Isolier- bzw. Quarantänestall, damit die Neuankömmlinge sich ausruhen und an die neue Keime gewöhnen können, Kontrolle der Körpertemperatur
  4. Krankenbucht: Abtrennung erkrankter Tiere in einem Krankenstall zur besseren Beobachtung und sofortiger Behandlung, chronisch kranke Tiere aus dem Bestand herausnehmen
  5. Beste Haltungsbedingungen: Überprüfung und Korrektur mangelhafter Stallbedingungen in Bezug auf Fütterung, Klima (Zugluft, Licht), Haltung
  6. Rein-Raus: Haltung der Tiere im Rein-Raus-Verfahren mit entsprechend regelmäßiger Reinigung und Desinfektion
  7. Impfungen: gezielte Impfmaßnahmen gegen Rindergrippe im Spätsommer an klinisch gesunden Rindern, oder auch ganzjährige Impfung
  8. Keine Parasiten: Bekämpfung von Parasiten, z.B. Würmern, Räude verursachenden Milben und Hautpilz (Rinderflechte)
  9. Gute Biestmilchversorgung: ausreichend qualitativ hochwertige Biestmilch für das Kalb (Empfehlung: mindestens 3 bis 4 Liter innerhalb der ersten sechs Lebensstunden)
  10. Kolostrumbank: bei Notfällen wie Krankheit oder Tod des Muttertieres Ersatzbiestmilch von gesunden Kühen vorrätig haben
  11. Hohe Tiergesundheit: Durchfallbekämpfung (Rota-Corona-Coli-Kryptosporidien-Kokzidien)

Zuerst erschienen in „Der Hoftierarzt 5-23“

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 5/2023 steht zum kostenfreien Abruf bereit

0

Liebe Leserinnen und Leser!

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 5/2023 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet außerdem folgende Themen:

  • Wie bleibt der Darm bei Puten gesund?
  • Kälber jetzt noch umfassender vor Rindergrippe schützen
  • Beobachtungsstudie zum selektiven Trockenstellen
  • Q-Fieber beim Rind: Bedrohung für Milchvieh und Halter
  • 11 Tipps zur Vorbeugung von Rindergrippe
  • Blauzungenkrankheit im Landkreis Ammerland
  • Verdauungsstörungen natürlich regulieren
  • Deuka primo DuoPower: Spielerisch die Futteraufnahme von Ferkeln maximieren
  • Feeder „Longtail“ – der neue Langtrog Trockenfutterautomat: Gemeinsam und ad-libitum Fressen
  • smaXtec: Hinweise auf Krankheiten durch TruAdvice-Technologie
  • Schluckimpfung gegen Ileitis: Gesunde Schweine sind die Basis
  • Saugferkel besser vor Durchfall schützen
  • Bürgerbefragung zur Tierhaltung ergibt deutlichen Verbesserungsbedarf

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt einfach hier registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail klicken und dann gleich kostenfrei downloaden und lesen!

 

Melden Sie sich hier für den kostenfreien Empfang des zweimonatlichen Hoftierarzt E-Magazin an:

 


Brottrunk für Kälber: Darm gesund, Kälber gesund?

0

Kälber sind empfindlich, wenn sie auf die Welt kommen. Ihr Immunsystem ist noch nicht voll ausgebildet, deshalb ist es für sie besonders wichtig, in einer hygienischen Umwelt und guten Haltungsbedingungen groß zu werden. Denn ihr einziger Schutz vor Krankheitserregern besteht in der reichlichen und schnellen Aufnahme der Biestmilch. Je nachdem, ob und wieviel sie davon bekommen haben, können sie den vielfältigen Erregern etwas entgegensetzen. Vor allem Durchfall- und Grippeerreger haben sonst leichtes Spiel.

Nachhaltige Aquakultur als Beitrag zur Ernährungssicherheit: 17. Oktober Diskussionsveranstaltung in Berlin

0

Aquakulturen dienen der Aufzucht von Wasserorganismen wie Algen, Fischen, Muschel- und Krebstieren für die Lebensmittelerzeugung. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung gilt Aquakultur als ein vielversprechender Ansatz, um Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Doch sie muss nachhaltig gestaltet werden, da Wasser – insbesondere Süßwasser – eine begrenzte Ressource ist. Die Brasilianische Akademie der Wissenschaften (ABC) und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina bringen dazu in einer öffentlichen Keynote und Podiumsdiskussion internationale Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft miteinander ins Gespräch.