In der Schweinehaltung droht Zusammenbruch der Strukturen

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WLV-Präsident Beringmeier: „Politik und LEH sind gefordert!“

Die deutsche Schweinehaltung steckt in einer nie dagewesenen Krise. Angesichts hoher Futterkosten, desaströser Erzeugererlöse und fehlender Absatzmöglichkeiten im Bereich Schweinefleisch sind viele Betriebe in eine extreme wirtschaftliche Notlage geraten. Vor diesem Hintergrund veranstaltete der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) am Freitag einen digitalen Krisengipfel mit annähernd 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das Treffen endete mit eindeutigen Forderungen an die Adresse von Politik und Lebensmitteleinzelhandel.

Hubertus Beringmeier, Präsident des WLV und Sprecher für den Bereich der Schweinehaltung im Deutschen Bauernverband, fand in seiner Analyse klare Worte: „Durch die Folgen der Corona-Pandemie, z. B. die vielen ausgefallenen Volksfeste, ist unser inländischer Absatz in weiten Teilen weggebrochen. In Kombination mit extrem hohen Futterkosten stehen wir vor einer dramatischen Situation, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht hatten. Es droht ein flächendeckender Zusammenbruch der Strukturen – sowohl in der Landwirtschaft, als auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen. Wir fordern die Bundesregierung auf, unseren Tierhaltern weiterhin den Zugang zu Corona-Hilfen zu ermöglichen, wie er auch anderen Wirtschaftsbereichen gewährt wird. Außerdem brauchen wir umgehend Klarheit, wie der angestrebte Umbau der deutschen Tierhaltung finanziert werden soll. Der Worte sind genug gewechselt. Was es braucht, sind Taten und zwar jetzt! Die hierzu erarbeiteten Vorschläge des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung liegen schon lange auf dem Tisch.“

Carsten Spieker, Sprecher des Arbeitskreises Ferkelerzeugung im WLV, sieht neben der Politik auch den Lebensmitteleinzelhandel, die Großverbraucher und die Gastronomie in der Pflicht: „Diese Akteure legen angeblich großen Wert auf regionale Erzeugnisse. Wenn dies tatsächlich ernst gemeint ist, dann haben sie jetzt die Gelegenheit, gemeinsam mit uns zeitnah Preismodelle zu entwickeln und in den Markt einzuführen, die unseren Schweinehaltern angemessene Erzeugerpreise ermöglichen.“

Quelle: Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

Virtuelle Stallbesichtigungen machen Schweinehaltung transparent: Göttinger Team untersucht Einsatz von VR und Tablets

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Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Tierwohl und Transparenz in der Nutztierhaltung. In den vergangenen Jahren hat die Landwirtschaft zunehmend versucht, zum Beispiel durch Hofführungen transparenter zu werden. Auch wenn Stallbesichtigungen in der Bevölkerung gut ankommen, sind sie für die breite Masse aus Hygiene- oder Erreichbarkeitsgründen kaum realisierbar und stoßen in der Praxis schnell an ihre Grenzen. Als innovativen Lösungsansatz haben Forscherinnen der Universität Göttingen nun erstmals die Wirkung und das Potenzial virtueller Stallbesichtigungen untersucht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift PLOS ONE erschienen.

Ein Team der Abteilung Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte hat für ihre qualitative Studie 17 Studierende ohne landwirtschaftlichen Hintergrund rekrutiert. Nachdem sie einen kurzen Fragebogen beantwortet haben, sahen die Teilnehmenden ein 360-Grad-Video von einem konventionellen Mastschweinestall über ein Tablet und eine VR-Brille und berichteten anschließend in einem Interview über ihre Erfahrungen.

Die Testpersonen nahmen den Stall mit Blick auf das Tierwohl eher negativ wahr. Die Wahrnehmung hing sowohl von der Aufnahmeperspektive als auch vom Mediengerät ab. Allerdings hatten sich die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Haltungsbedingungen im Vorfeld noch schlechter vorgestellt. Dennoch bewerteten sie die Möglichkeit einer virtuellen Schweinestallbesichtigung insgesamt als sehr positiv. Sie sahen darin ein geeignetes Instrument, um die Transparenz zu verbessern und Informationen über Haltungsbedingungen zu vermitteln. Besonders schätzten sie die einfache und unterhaltsame Informationsaufnahme über beide Mediengeräte. Vor allem die VR-Brillen vermittelten einen sehr realitätsnahen Eindruck und wurden als besonders unterhaltsam empfunden, während die Vorzüge des Tablets in der einfacheren Handhabung gesehen wurden.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass es sich lohnt, das Potenzial solch innovativer Technologien zu nutzen und weiter zu untersuchen. Vor allem für den Einsatz am Einkaufsort könnten virtuelle Stallbesichtigung ein sinnvolles Instrument darstellen, um zum Beispiel verständlich zu kommunizieren, was hinter verschiedenen Haltungsformen steckt“, sagt Aurelia Schütz, Erstautorin der Studie. Da in der Studie jedoch zusätzliche Erläuterungen zum Stall vermisst wurden, sollten virtuellen Stalltouren durch erklärende Informationen ergänzt werden.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

11 Tipps zur Beschäftigung für Legehennen bei Stallpflicht

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Und schon wieder ist es soweit, die Geflügelpest ist zurück und die Legehennen befinden sich vielerorts erneut im Lockdown. Schuld daran ist das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5 (HPAIV H5), das anders als nach den vergangenen Geflügelpest-Seuchenzügen in diesem Jahr offenbar im Sommer gar nicht aus den Wildvogelbeständen verschwunden ist. Zum Schutz der Bestände vor der aggressiven Tierseuche haben bereits viele Landkreise ein Aufstallungsgebot für Freilandgeflügel erlassen. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast nimmt in Niedersachsen leider eine noch größere Dynamik als 2020 wahr. Deshalb hat sie den Tierseuchenkrisenfall für Niedersachsen festgestellt. Doch was so einfach verordnet wird, ist nicht immer so leicht umzusetzen, denn Hennen, die eigentlich das Freiland gewohnt sind, leiden darunter, nun beengt mit viel weniger Reizen als Draußen den Winter verbringen zu müssen. Speziell die Mobilstallhaltung steht hier vor besonderen Herausforderungen, denn die Mobilställe sind nicht für eine 100%ige Stallhaltung ausgelegt. Folgende Tipps können helfen, den Hennen mehr Beschäftigung zu bieten:

• Scharrfähige Einstreu in den Stall bringen, damit die Hennen Scharren und Picken können
• Futtermöhren, Kartoffeln, Rüben oder Kürbis in Drahtkörben in Kopfhöhe der Hennen aufhängen
• Getrocknete Brotreste zum Picken geben, aber es darf kein schimmeliges Brot verfüttert werden
• Pickschalen oder Picksteine in den Stall legen
• Kleine Strohballen in den Kaltscharraum geben, die Hennen picken daran herum und nutzen diese als erhöhte Sitzposition
• Luzerneballen im Netz anbieten
• Bei beginnenden Verhaltensstörungen Pflanzenmargarine anbieten
• Auf ausreichend Vitamine und Mineralstoffe achten, speziell B-Vitamine wirken beruhigend und sollten nicht im Mangel sein
• Täglich ein wenig Weizen per Streuwagen in die Einstreu dosieren, damit die Hennen Körner picken können
• Vorgekeimtes Getreide als „Extra“ anbieten, stärkt das Immunsystem und beschäftigt die Hennen
• Für Mobilstallhalter: vielleicht kann ein zusätzlicher abgeschirmter Außenklimabereich angeboten werden, eventuell eine Garage, Scheune, Foliengewächshaus oder ein Pavillon. Solange dieser Bereich sicher vor Wildvögeln geschützt ist, kann solch eine Lösung genutzt werden. Mobilställe dürfen bei Aufstallpflicht nicht mehr verzogen werden, deshalb ist es sinnvoll, sich schon vorher Gedanken zu machen, wie eine etwaige Stallpflicht überstanden werden kann. Viele Mobilstallhalter ziehen deswegen ihre Ställe in ein Winterquartier, wo sie mehr Möglichkeiten haben, der Stallpflicht zu trotzen.

Quelle: Dr. Heike Engels, Der Hoftierarzt

Bewerbungsphase für den Preis der Tiergesundheit 2022 startet

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+ Bereits zum dritten Mal prämiert MSD Tiergesundheit mit dem Preis der Tiergesundheit innovative Konzepte
+ Dieses Jahr können sich erstmals auch Geflügel-Betriebe mit ihren Haltungs- und Vorsorgekonzepten bewerben
+ Ebenfalls neu: Neben den Siegerbetrieben wird in jeder Kategorie ein Sonderpreis, der Top Tipp, für die beste Einzelidee vergeben

Der von MSD Tiergesundheit 2019 ins Leben gerufene Preis der Tiergesundheit geht in die dritte Runde. Die Chance auf ein attraktives Preisgeld haben landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland und Österreich, die mit ihren nachhaltigen und innovativen Konzepten nachweislich einen Beitrag zur Förderung der Gesundheit und des Wohles ihrer Tiere leisten. Neben den bisherigen Schwerpunkten Rind und Schwein ist 2022 erstmals Geflügel als eigene Kategorie vertreten.

Für den mit insgesamt 96.000 Euro dotierten Preis der Tiergesundheit 2022 können sich Landwirtinnen und Landwirte unter www.preisdertiergesundheit.com bewerben. Die Bewerbungsphase startet am 1. Februar 2022 und endet am 30. April 2022.

Milchkühe, Schweinemast und Legehennen im Fokus
Eine Jury aus unabhängigen Expertinnen und Experten bewertet die eingereichten Konzepte und wählt die drei erfolgreichsten Lösungen aus. Den Gewinner-Betrieben winkt ein zweckgebundenes Preisgeld von bis zu 12.000 Euro.

„Landwirtschaft ist die tragende Säule unserer Ernährung und liegt uns allen sehr am Herzen. Gleichzeitig muss moderne Tierhaltung heute viele Aspekte berücksichtigen. Oberste Priorität sollte dabei immer die Gesundheit und das Wohl der Tiere haben.“ so Jan Nemec, Geschäftsführer von MSD Tiergesundheit. „Mit dem Preis der Tiergesundheit unterstützen wir Betriebe, die hier mit einem zukunftsfähigen Management vorangehen“.

Im Bereich Rind steht dieses Jahr die „Fruchtbarkeit von Milchkühen“ im Fokus. Diese ist eine grundlegende Voraussetzung für die erfolgreiche Milchproduktion. Nur eine fruchtbare, gesunde Kuh kann nachhaltig zu einem positiven Betriebsergebnis beitragen. Gesucht werden daher innovative Maßnahmen, die sich in der Praxis bewährt und die Tiergesundheit der Kühe gesteigert haben.

Im Bereich Schwein geht es um „Innovationen in der Schweinemast“. Die Schweinemast hat aufgrund der direkten Verbindung zum Konsumenten einen hohen Stellenwert in der Wahrnehmung von Tiergesundheit und Tierhaltung. Gerade vor dem Hintergrund der anstehenden politischen Entwicklungen liegt hier ein besonderer Schwerpunkt, der es für sehr viele Mäster notwendig macht, nach neuen Ideen und verbesserten Lösungen zu suchen, um den Tieren und den zukünftigen gesellschaftlichen Erwartungen besser gerecht werden zu können.

Mit der Kategorie „Tiergesundheit in der Legehennenhaltung“ ist 2022 erstmals der Bereich Geflügel beim Preis der Tiergesundheit vertreten. Auch in der Legehennenhaltung gewinnen Tiergesundheit und Tierwohl in der Politik sowie in der Gesellschaft immer stärker an Bedeutung. Wir suchen deshalb Landwirtinnen und Landwirte, die die Tiergesundheit und das Tierwohl Ihrer Legehennen durch innovative Lösungen verbessert haben und bereit sind, ihr Wissen zu teilen.

Erstmals wird neben den Siegerbetrieben pro Kategorie zusätzlich ein Sonderpreis für die beste Einzelidee vergeben. Der mit 2.000 Euro dotierte Top Tipp rückt herausragende Impulse ins Rampenlicht und trägt dadurch zum Erfahrungsaustausch innerhalb der Branche bei.

Erfolgreiches Konzept mit Mehrwert für die Branche
Mit dem Preis der Tiergesundheit würdigt MSD Tiergesundheit seit 2019 nachhaltige und innovative Konzepte zur Förderung der Tiergesundheit. Mehr als 135 Landwirtinnen und Landwirte haben sich in den vergangenen Jahren mit ihrem Betrieb um die Auszeichnung beworben. Felix Pahlsmeier (Delbrück), Malte Borchers (Etzel) und die Geestferkel GmbH (Passow) konnten sich 2021 den ersten Platz in ihrer Kategorie sichern und die Jury mit ihrem Konzept überzeugen. Neben der finanziellen Unterstützung geht es beim Preis der Tiergesundheit auch um den Austausch innerhalb der Branche. Durch die Auszeichnung der Siegerbetriebe werden ihre Erfolgsgeschichten mit der breiten Öffentlichkeit geteilt. Das so an die Öffentlichkeit getragene Engagement, die Innovationskraft und der Ideenreichtum der Branche trägt zur Verbesserung des Images der Landwirtinnen und Landwirte und der Wertschätzung ihrer Arbeit bei.

Gleichzeitig regt die Ausschreibung den Erfahrungsaustausch unter den Betrieben an und fördert neue Ideen, um auch in Zukunft moderne Lösungen für gesundheitliche Herausforderungen bereitstellen zu können. Eine Netzwerkplattform von MSD Tiergesundheit unterstützt die Möglichkeit für die Landwirtinnen und Landwirte, sich noch intensiver auszutauschen sowie voneinander, miteinander und übereinander zu lernen.

Quelle: MSD Tiergesundheit

Neuer Rechtsrahmen für Tierarzneimittel ab 28.01.2022

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Die neue EU-Tierarzneimittelverordnung ist zusammen mit dem neuen Tierarzneimittelgesetz ab dem 28. Januar 2022 anzuwenden. Der neue Rechtsrahmen wird nicht nur für die pharmazeutische Industrie und die zuständigen Behörden, sondern auch für Tierärzte und Tierhaltende Veränderungen mit sich bringen – wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin mitteilt.

Die neuen Vorschriften sollen die Sicherheit und die Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln weiter erhöhen sowie dazu beitragen, das Risiko antimikrobieller Resistenzen zu verringern. Auch der Verwaltungsaufwand für Unternehmen und Regulierungsbehörden soll verringert werden. BVL-Präsident Friedel Cramer erklärte dazu: „Durch die neue EU-Tierarzneimittelverordnung wird die Anwendung von Antibiotika weiter beschränkt. Außerdem führt sie zu einer Neuordnung des gesamten Tierarzneimittelrechts in der EU und in Deutschland zur Trennung der Regelungen für Human- und Tierarzneimitteln in zwei spezifischen Fachgesetzen.“

Die Verfügbarkeit sicherer und wirksamer Tierarzneimittel ist unverzichtbar – zum Schutz der Tiere selbst, aber auch zum Schutz des Menschen vor der Übertragung von Krankheiten durch Tiere oder Lebensmittel tierischen Ursprungs. Dafür enthält die EU-Verordnung wichtige Änderungen:

+ Der Einsatz von Antibiotika bei Tieren wird weiter eingeschränkt, um die Entstehung und Verbreitung von Antibiotikaresistenzen zu begrenzen. So wird z. B. die prophylaktische Anwendung von Antibiotika bei Tiergruppen verboten und bei Tieren die Anwendung von solchen Antibiotika untersagt, die der Humanmedizin vorbehalten sind. Zusätzlich wird eine nationale Erfassung der Antibiotikaverbrauchsmengen bei den unterschiedlichen Tierarten vorgeschrieben.

+ Die Überwachung der Arzneimittelsicherheit nach der Zulassung (sog. Pharmakovigilanz) wird künftig schwerpunktmäßig auf der statistischen Auswertung von Meldungen unerwünschter Arzneimittelwirkungen beruhen. Diese Meldungen durch Tierärzte und Tierhaltende gewinnt daher an Bedeutung. Wer unerwünschte Arzneimittelwirkungen nach deren Anwendung an Tieren feststellt, sollte dies dem BVL melden (www.vet-uaw.de).

+ Die Einrichtung öffentlich zugänglicher Datenbanken z. B. der Produktdatenbank zur Erfassung aller zugelassenen Tierarzneimittel und der Pharmakovigilanzdatenbank zur Erfassung unerwünschter Arzneimittelwirkungen.

Hintergrund
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist die zuständige deutsche nationale Behörde für die Zulassung und Registrierung von Tierarzneimitteln in Deutschland, für Angelegenheiten der Pharmakovigilanz und setzt Maßnahmenprogramme zur Begrenzung von Antibiotikaresistenzen um. Das BVL ist und war intensiv in den Umsetzungsprozess der neuen EU-Tierarzneimittelverordnung eingebunden. Die Mitarbeitenden der für die Tierarzneimittel zuständigen Abteilung 3 des BVL arbeiten in zahlreichen nationalen und europäischen Gremien u. a. an der Weiterentwicklung der neuen Tierarzneimittelgesetzgebung, einschließlich der dazugehörigen delegierten Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte. Auf nationaler Ebene unterstützt das BVL das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und auf europäischer Ebene die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sowie das Netzwerk der Heads of Medicines Agencies (HMA).

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Kälberflechte – Ein unterschätztes Alarmsignal

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Von Dr. Joachim Lübbo Kleen, Dip. ECBHM, Fachtierarzt für Rinder, CowConsult

Die Trichophytie kommt auch heute noch in vielen Beständen regelmäßig vor und wird nicht selten als ein unvermeidliches, aber nicht besonders dramatisches Übel betrachtet. Trotzdem sollte diese Hauterkrankung nicht nur wahrgenommen, sondern auch ernst genommen werden, denn sie deutet auf Probleme in Haltung und Management hin. Maßnahmen gegen die Trichophytie kommen hierbei regelmäßig der allgemeinen Tiergesundheit zugute.

Die Trichophytie ist allgemein als Flechte bekannt und wird, je nach Vorkommen, auch als Glatz-, Brillen-, Rinder- oder einfach Kälberflechte bezeichnet. Das Erscheinungsbild ist typisch und zeichnet sich durch krustenartige Hautveränderungen aus, die je nach Schwere der Erkrankung lokal, vor allem am Kopf oder auch generalisiert am gesamten Tierkörper auftreten können. Erreger der Erkrankung beim Rind ist hauptsächlich der Hautpilz Trichophytie verrucosum, daneben werden andere Arten beim Rind, aber auch bei anderen Tierarten berichtet. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass Trichophytie nicht nur Rinder, sondern praktisch alle Haustiere und auch die Schadnager befällt. Eine Infektion von Rindern durch andere Säugetiere ist so ebenfalls möglich. Allgemein bekannt ist auch, dass Trichophytie eine Zoonose ist, also auch der Mensch daran erkranken kann. Zudem können Menschen und Tiere im Leben mehrfach an Flechte erkranken und die Immunität nach überstandener Erkrankung gilt als nicht stabil. Die Erkrankung beginnt mit dem Eintritt des Erregers in die Haut durch oberflächliche Hautläsionen. Insbesondere bei Tieren mit geschwächtem Immunsystem kann sich Trichophytie dann in der Haut etablieren und befällt deren obere Schichten. Die sich ringförmig ausbreitende Entzündung führt innerhalb von einigen Wochen dann zu den charakteristischen grauen Krankheitsherden, die sich je nach Abwehrlage des Tieres weiter ausbreiten. Unbehandelt dauert die Krankheit bis zu einem halben Jahr an, wobei die Hautveränderungen noch bis zu einem Jahr sichtbar sein können. In Deutschland gelten ungefähr die Hälfte der Bestände als von Trichophytie betroffen, in den Beständen können bis zu 60 % der Tiere, vor allem Jungtiere, erkranken. Regelmäßig werden aber auch adulte Tiere mit klinisch manifester Trichophytie angetroffen. Der Erreger wird von jedem erkrankten Tier in die Umgebung verteilt und kann sich an Oberflächen ablagern. Dort ist er bis zu sieben Jahre aktiv und kann zu Neuerkrankungen führen.

Immungeschwächte Tiere erkranken häufiger
Eine oft zu hörende Einschätzung ist, dass Flechte nicht behandlungswürdig sei, da sie insbesondere von Kälbern einmal „durchgemacht“ werden müsse. Trichophytie wird also häufig als unvermeidliche Beeinträchtigung betrachtet. Behandlungen werden häufig auch nur dann in Betracht gezogen, wenn ein Tier übermäßig befallen ist oder im Rahmen von Tierschauen oder Auktionen präsentiert werden soll. Tatsächlich ist über die direkten Folgen der Infektion relativ wenig bekannt. Es gilt als gesichert, dass Tiere mit Flechte geringere Gewichtszunahmen erreichen und häufiger von Erkrankungen der Atemwege oder Durchfallerkrankungen betroffen sind. Es wäre zu viel gesagt, der Trichophytie hier eine ursächliche Wirkung zuzuschreiben, aber im Gesamtbild wird die Bedeutung der Erkrankung deutlich: Tiere mit geschwächter Abwehrlage sind sowohl gegen die Erreger der Flechte als auch andere Krankheitserreger empfindlich. So können die Erkrankungen zusammen auftreten und sich jeweils begünstigen. Tiere mit Allgemeinerkrankungen zeigen ein schwereres klinisches Bild bei der Trichophytie, während Trichophytie durch den Entzündungsprozess und dessen Folgen andere Erkrankungen begünstigen kann. Die Erkrankungen verstärken sich so gegenseitig. Trichophytie sollte also nicht als leidiges Übel, sondern vielmehr als Alarmsignal verstanden werden, das auf tieferliegende Probleme in der Tiergesundheit hinweist. Eine umfassende Kontrolle der Flechte trägt somit auch maßgeblich zur Verbesserung der allgemeinen Tiergesundheit bei.

Auch der Mensch kann erkranken


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Dauerbrenner PRRS: Kein Ende der Pandemie in Sicht?

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Von Dr. Hendrik Nienhoff, Dipl. ECPHM, Fachtierarzt für Schweine

Seit der Entdeckung von PRRS im Jahr 1990 und den ersten großen „Seuchenzügen“ hat sich viel getan: diagnostische Möglichkeiten wurden aufgebaut, die Stämme wurden charakterisiert, die „Zielzellen“ wurden ermittelt, Impfstoffe wurden entwickelt und Sanierungsmöglichkeiten erarbeitet. Trotz alledem hat man es bisher nicht geschafft, das Virus aus den viehdichten Regionen zu verdrängen. Wieso ist das so?

Weltweit sind eigentlich nur Argentinien, Kuba, Neu Kaledonien, Australien, Neuseeland, die Schweiz und Skandinavien (ohne Dänemark) frei von dem PRRS- Virus. In US-amerikanischen Studien wurden die gesamten Kosten der Produktivitätsverluste für Produzenten in den USA auf jährlich 664 Millionen USD geschätzt (Holtkamp et al., 2013), Schätzungen für Deutschland gehen von ca. 116 Millionen € Schaden jährlich aus.

Virus kommt immer wieder neu daher
Die Probleme mit PRRS sind in den letzten Jahren nicht weniger geworden. Insbesondere in viehdichten Regionen und bei hohem Druck durch andere Erreger wie z.B. Influenza scheinen die Probleme nur schwer zu beherschen zu sein. Woran liegt das?

Zum einen ist es die Übertragung über die Luft. Amerikanische Wissenschaftler konnten nachweisen, daß das Virus Herden in einer Entfernung von 9 km infizieren kann, allerdings gibt es auch Beschreibungen z.B. aus Spanien, bei denen positive und negative Herden direkt nebeneinander liegen, ohne daß es zum Virusübertritt kommt. Hier scheint es bei der Übertragung also auch eine Stammabhängigkeit zu geben. Zudem hat das PRRS-Virus die Eigenschaften einer Quasispezies, d.h. kein PRRS-Virus gleicht dem anderen. Man muss sich das infizierte Schwein als einen Organismus vorstellen, der von einer Vielzahl geringfügig verschiedener PRRS-Viren besiedelt ist. Die Variabilität der Viren gegenüber dem Ausgangszustand zu einem bestimmten Zeitpunkt nimmt mit jeder Tierpassage und wachsender zeitlicher sowie räumliche Entfernung weiter zu. Somit verbietet sich streng genommen eine statische genetische Betrachtung einzelner Isolate, wie sie in den Datenbanken zahlreich hinterlegt sind, da diese lediglich eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Sequenzierung eines Erregers darstellen, der über eine erhebliche genetische Variabilität verfügt. Das Verständnis der Fähigkeit des Erregers einer Immunabwehr zu entkommen, steckt noch in den Anfängen. Aber auch hier erweist sich das PRRS-Virus als „clever“, wie Untersuchungen gezeigt haben: nach Infektion seiner Zielzelle, dem porzinen Alveolarmakrophagen, kommt es nicht zu einer Präsentation von Proteinen des PRRS-Virus auf der Oberfläche, so dass es nicht zu einer Stimulation der Immunabwehr kommen kann; das Virus „versteckt“ sich quasi in der Zelle. Dies ist eine mögliche Erklärung für die bei manchen Tieren beobachtete Erregerpersistenz. Neben des Phänomens der „Quasispezies“ gibt es aber auch noch unterschiedliche Stämme mit unterschiedlichen Eigenschaften.

So war schon in den 90ern ziemlich schnell klar, daß sich die Stämme des US-Typs stark voneinander unterschieden. In einigen Betrieben verlief die Infektion deutlich milder als in anderen. Dagegen glaubte man, dass die europäischen PRRSV-Stämme (PRRSV Typ 1) alle eng miteinander verwandt seien, aber neuere Studien zeigen, dass es in den osteuropäischen Ländern (Litauen, Lettland, Weißrussland, Ukraine) und der Russischen Föderation überaus verschiedene PRRSV-Stämme vom EU-Typ gibt (Stadejek et al., 2013). In diesen Ländern gibt es mindestens vier verschiedene genetische Subtypen, während in West- und Zentraleuropa nur ein einziger genetischer Subtyp nachgewiesen wurde. Dieser westeuropäische genetische Subtyp 1 existiert auch in Nordamerika und Südostasien. Entlang der östlichen Grenze Polens scheint es eine klare geografische Abgrenzung der PRRSV-Diversität in Europa zu geben. Die Viren des Subtyps 1 wurden nur westlich dieser Grenze nachgewiesen, während östlich der Grenze die Subtypen 1, 2, 3 und 4 (bzw. wahrscheinlich mehr) zu finden sind.

Zudem wurde im Jahr 2006 in China ein Krankheitsbild von PRRS beobachtet, daß mit dramatischen Verlusten und Aborten einhergeht. Diese PRRS-Stämme werden als sog. Hp-PRRS-Stämme bezeichnet.


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Die Mareksche Krankheit: Mutationsfreudiges Virus erfordert neue Impfkonzepte

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Von Dr. Heike Engels

Virusmutationen sind derzeit durch die Corona-Krise in aller Munde. Auch beim Geflügel gibt es Viren, die sich oft verändern und damit immer gefährlicher werden. Dazu gehört das Virus, das die Mareksche Krankheit hervorruft. Dessen Mutationen bereiten Geflügelproduzenten weltweit Sorgen, denn die bestehenden Impfstoffe könnten ihre Wirksamkeit verlieren.

Die Mareksche Krankheit (auch als Mareksche Lähme bekannt, Kurzform MD (Marek Disease)) ist eine nach Josef Marek benannte Viruserkrankung der Hühner sowie Puten und wurde 1907 erstmals beschrieben. Die Mareksche Krankheit ist in Deutschland eine nach Tiergesundheitsgesetz meldepflichtige Tierkrankheit, sie kommt aber weltweit vor. Die MD ist hochansteckend, kann nicht saniert werden und führt zu hohen Verlusten.

Der Erreger der Marekschen Krankheit ist das Hühner-Herpesvirus 2 (Gallid alphaherpesvirus 2, GaHV-2). Das Virus kommt in verschiedenen Stämmen vor, die sich in ihrer Virulenz unterscheiden. Bei den Marekviren gibt es 3 Serotypen, davon ist Serotyp 1 der Hühnertyp, Serotyp 3 ist das sogenannte Putenherpesvirus (kommt auch beim Huhn vor). Gegen den Serotyp 2 ist derzeit in Europa kein Schutz nötig.

Hohe Verluste belasten Geflügelwirtschaft
Betroffen sind vor allem Küken und Jungtiere, ab der 13. Lebenswoche sinkt die Erkrankungshäufigkeit deutlich ab. Die Infektion erfolgt über die Luftwege sowohl durch Einatmung virusbelasteten Materials sowie durch Vektoren wie Vogelmilben, Flöhe und Zecken. Auch unbelebte Vektoren wie Hautabschilferungen, Federn, Futtermittel, Staub und Gebrauchsgegenstände spielen bei der Verbreitung eine Rolle. Infizierte Tiere scheiden das Virus ab einer Woche nach der Infektion über ausfallende Federn, den Kot und Speichel lebenslang aus. Innerhalb eines Bestandes verbreitet sich das Virus binnen weniger Wochen auf alle Tiere. Die wirtschaftlichen Schäden entstehen vor allem dadurch, dass die Tiere schon 13 Wochen im Stall stehen, fressen, und am Ende keine Eier legen, bzw. gar nicht in die Legeställe kommen, weil sie an MD erkranken. Alttiere nach der ersten Legeperiode können ohne klinische Symptome bleiben, wobei nur manche Herden in eine 2. Legeperiode gehen.

Tumore und Lähmungen als Leitsymptome
Nach der Erstbesiedlung in der Lunge kommt es zu einer Ausschwemmung der Viren ins Blut und zur Besiedlung der lymphatischen Organe wie Thymus, Milz und Bursa Fabricii. Die Bursa Fabricii oder Bursa cloacalis ist ein sackförmiges lymphatisches Organ der Vögel, welches oberhalb der Kloake zu finden ist und eine große Bedeutung für das Immunsystem hat. In der Bursa Fabricii kommt es zu einem Schwund der Lymphfollikel, im Thymus zu einem Schwund der Rinde. Im weiteren Verlauf werden etwa 10 Tage nach der Infektion die Federfollikel, Nerven, Regenbogenhaut und Eingeweide besiedelt und es kommt zur Bildung von knotigen T-Lymphozyten-Ansammlungen, einer sogenannten Lymphomatose. Das Ausmaß der Erkrankung wird auch vom Immunstatus und vorangegangenen Infektionen bestimmt. Hatte das Tier vorher Kontakt zu schwach-virulenten Stämmen unterbleibt zumeist die Bildung der Lymphome, also der Lymphknotenvergrößerungen beziehungsweise Lymphknotenschwellungen und Tumoren des Lymphgewebes. Die Inkubationszeit variiert zwischen 20 Tagen und einem halben Jahr. Die häufigsten Todesfälle dieser Erkrankungen fallen zwischen dem 60. und 180. Lebenstag an, denn die jungen Hühner haben sich dann bereits als Küken infiziert.

Verlaufsformen abhängig von Serotyp und Pathogenität
Die Mareksche Krankheit kann sich in ganz unterschiedlichen Formen ausdrücken abhängig von Serotyp und Pathogenität des Virus. Ebenfalls entscheidend für den Krankheitsverlauf ist das Immunsystem der Hühner, welches von Genetik, Alter und Haltungsbedingungen abhängig ist:


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EuroTier 2022: Treffpunkt „Zukunft Tierhaltung“

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15. bis 18. November 2022 in Hannover – Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management – Leitthema „Transforming Animal Farming“

„Transforming Animal Farming“ – unter diesem Leitthema steht die EuroTier, die vom 15. bis 18. November 2022 auf dem Messegelände in Hannover und mit einem digitalen Zusatzangebot stattfindet. Der Veranstalter DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) stellt das fachliche Rahmenprogramm der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management unter das Leitthema „Transforming Animal Farming“. Im Fokus stehen die Themen Tierwohl, Tiergesundheit, Nachhaltigkeit, Emissionen, Zucht, Haltung, Fütterung, Digitalisierung, Management, Verarbeitung und Vermarktung.

Die nationale und internationale Tierhaltungsbranche befindet sich im Wandel. Die Themen Tierwohl, Nachhaltigkeit, Biodiversität, Klimawandel und Welternährung sowie Produktionseffizienz und Vermarktungsstrategien prägen die aktuelle Diskussion. Produktions- und Wertschöpfungsketten sowie gesellschaftliche und umweltpolitische Ansprüche an die Nutztierhaltung verändern sich in der Folge. „Tierhalter benötigen in diesem herausfordernden Umfeld mehr denn je neue Perspektiven, strategische Ansätze sowie die passenden Technologien, um den Wandel in der Branche erfolgreich mitgestalten zu können. Hier setzt die EuroTier an und bietet als Weltleitmesse und führende fachliche Plattform die relevanten Innovationen und Lösungen für Landwirte, Betriebsleiter und Unternehmen“, beschreibt Ines Rathke, Projektleiterin der EuroTier die zentrale Bedeutung der EuroTier für die internationale Nutztierhaltung.

Innovationsplattform der globalen Tierhaltungsbranche
Als Innovationsplattform der globalen Tierhaltungsbranche bietet die EuroTier einen vollständigen Überblick an Innovationen und etablierten Standards. Sie präsentiert Lösungen für die Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung. Die Themen Schafe und Ziegen, Pensionspferde, Aquakultur, Alternative Proteine und Direktvermarktung vervollständigen das Ausstellungs- und Fachprogramm. Das Messe-Portfolio umfasst Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette zur Herstellung tierischer Lebensmittel. Dazu zählen die Bereiche Genetik, Futtermittel, Haltungssysteme, Klima- und Umwelttechnik, Melk- und Kühltechnik, Entmistung, Transport, Betriebsmittel, Zubehör, Verarbeitung, Vermarktung sowie Services und Dienstleistungen für die landwirtschaftliche Erzeugung.

Hochkarätiges internationales Fachprogramm
Unter dem Leitthema „Transforming Animal Farming“ wird die DLG zusammen mit nationalen und internationalen Partnern ein hochkarätiges Fachprogramm mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Konferenzen zu den aktuellen Fokusthemen der Tierhaltungsbranche präsentieren. Die Spotlights Rind, Schwein, Geflügel und Aquakultur widmen sich branchenspezifisch den Themen Tierwohl, Tiergesundheit, Nachhaltigkeit, Emissionen, Zucht, Haltung, Fütterung, Digitalisierung und Management. Im Fokus des Spotlights Direktvermarktung stehen die Themen Verarbeitung und Vermarktung. Einen neuen inhaltlichen Schwerpunkt bilden beim Thema Fütterung die Perspektiven für alternative Proteinquellen.

Digitales Zusatzangebot
Ergänzend zum Messeauftritt in Hannover bietet die Weltleitmesse Ausstellern und Besuchern ein digitales Zusatzangebot auf der Plattform „DLG-Connect“ (www.dlg-connect.com). Zur optimalen Vorbereitung ihres Messeauftritts können Aussteller hier über ihre Produkte und Neuheiten informieren. Besucher haben damit die Möglichkeit, sich im Vorfeld der EuroTier gezielt mit den Ausstellern zu vernetzen und profitieren zusätzlich von aktuellen Fachinformationen.

Optimale Ergänzung: EnergyDecentral
Parallel zur EuroTier findet die EnergyDecentral in Hannover statt. Die internationale Fachmesse hat sich als führende Plattform der dezentralen Energieversorgung etabliert. Sie bildet die gesamte Wertschöpfungskette einer nachhaltigen Energieproduktion ab: Ressourcen, Energieerzeugung und Smart Energy. Sie stellt damit eine optimale Erweiterung des fachlichen Angebots der EuroTier dar.

Bund fördert Messebeteiligung an EuroTier und EnergyDecentral
Das Messeprogramm des Bundes für den Mittelstand fördert in 2022 Einzelbeteiligungen auf mehr als 60 ausgewählten Messen, darunter auch die DLG-Messen EuroTier und EnergyDecentral. Die Förderung umfasst bis zu 60% Förderung für junge Innovative Unternehmen, welche sich im Rahmen eines Gemeinschaftsstandes präsentieren. Kleine und mittlere Unternehmen erhalten bis zu 12.500 EUR Zuschüsse für Standfläche und Standbau eines eigenen Unternehmensauftritt. Detaillierte Informationen zur Förderung erteilt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter www.bafa.de/mkmu.

Anmeldung bis 15. März 2022
Aussteller, die sich bis zum 15. März 2022 anmelden, erhalten günstigere Konditionen und haben bessere Chancen auf Umsetzung ihres Platzierungswunsches in den Hallen.

Aktuelle Informationen zur EuroTier 2022: www.eurotier.com

Quelle: DLG

Rekombinante Impfstoffe und in Ovo-Impfungen

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Von Björn Oberländer, Fachtierarzt für Wirtschafts-, Wild- und Ziergeflügel
Intervet Deutschland GmbH – ein Unternehmen der MSD Tiergesundheit

Die Impfung der Küken bereits im Ei oder gleich am ersten Lebenstag sind beim Geflügel besondere Impfmethode, die schon in der Brüterei durchgeführt werden. Wann machen diese Methode Sinn und welche Vorteile haben sie?

Seit einigen Jahren gibt es neben den klassischen Lebend- und Totimpfstoffen auch sogenannte rekombinante Impfstoffe. Bei diesen Impfstoffen werden in einem Trägerorganismus, wie beispielsweise dem Putenherpesvirus (HVT; Herpes Virus of Turkeys), zusätzliche Gene eingebaut. Durch diese zusätzlichen Gene kann ein rekombinanter Impfstoff gleichzeitig gegen viele verschiedene Erkrankungen schützen. Typische Kombinationen sind hierbei beispielsweise der gleichzeitige Schutz gegen die Marek’sche Erkrankung (MD), die Newcastle Krankheit (ND) und Gumboro (IBD) oder Infektiöse Laryngotracheitis (ILT). Der Einsatz dieser reinen Brütereiimpfstoffe hat den großen Vorteil, dass jedes Tier zielgenau einzeln geimpft wird. Dies geschieht entweder am ersten Lebenstag oder bereits in Ovo, also im Ei, bei der Umlage am 18½. Bebrütungstag.

Impfung über Tränkwasser
Bei den herkömmlichen Methoden zur Massenimpfung kommt es hingegen häufig nur zur erfolgreichen Immunisierung eines Teils der Herde. Zudem sind die klassischen Impfmethoden häufig sehr zeit- und/oder personalaufwendig sowie fehleranfällig. Beispielsweise kann es bei der Trinkwasserimpfung, die bei der Gumboro- oder der ND-Impfung genutzt wird, schnell zu unzureichenden Impfresultaten in der Herde kommen, wenn beispielsweise nicht alle Nippel in der Tränkelinie gängig sind. Ein weiteres Problem ist der unzureichende Wasserentzug vor der Impfung. Hier kann es dazu kommen, dass sich in den Tränkelinien noch Restwasser befindet und ein Teil der Tiere während der Impfung das reine Tränkewasser und nicht die Impfstofflösung aufnimmt. Zudem müssen die Lebendimpfstoffe in der Regel binnen zwei Stunden von den Tieren aufgenommen werden, da sie nach dieser Zeit absterben. Befindet sich also noch Restwasser im Tränkesystem, so kann es vorkommen, dass der Impfstoff abstirbt, bevor er von den Tieren aufgenommen werden kann. Zusätzlich sollte vor jeder Impfung eine gründliche Reinigung der Tränkeeinrichtungen stattfinden, da Schmutz und Biofilme die Impfung negativ beeinflussen können. Es ist allerdings sehr wichtig, das Tränkesystem nach einer Reinigung ordentlich zu spülen, denn beispielsweise auch Chlor, welches in vielen Mitteln zur Tränkereinigung beigesetzt ist, lässt den Impfstoff absterben. Auch Spuren von Schwermetallen im Wasser können den Impfstoff schädigen. Es empfiehlt sich deshalb, bei Trinkwasserimpfungen Impfstoffstabilisatoren einzusetzen, die beispielsweise Schwermetalle und Chlor binden können.

Impfung per Spray
Eine andere Möglichkeit, um eine Massenimpfung im Feld durchzuführen ist die Impfung per Spray. Auch diese Impfung kann bei unzureichender Planung und Vorbereitung zu einem mangelhaften Ergebnis führen. Bevor geimpft wird, muss die benötigte Menge Impflösung hergestellt werden, hierbei ist nicht nur die Anzahl der Tiere, sondern auch die Menge, die das Impfgerät pro Minute versprüht zu beachten. Zudem sollte die Lüftung im Stall für die Impfung abgestellt werden, damit der Impfstoff die Tiere erreichen kann und nicht von der Lüftung aus dem Stall gesogen wird. Es ist ebenfalls empfehlenswert, die Temperatur im Stall vor der Impfung leicht zu reduzieren, hierdurch gruppieren sich die Tiere und können gezielter gesprayt werden. Verteilen sich die Tiere zu stark im Stall, kann häufig nur ein Teil der Herde zufriedenstellend geimpft werden. Ein wichtiger Faktor bei der Sprayimpfung ist die verwendete Tröpfchengröße, diese ist immer abhängig vom jeweilig eingesetzten Impfstoff. Ist die Tröpfchengröße zu klein für den Impfstoff eingestellt, kann der Impfstoff zu tief in die Atemwege eindringen und es kann zu verstärkten Impfreaktionen kommen, sind die Tröpfchen hingegen zu groß, erreicht der Impfstoff nicht den Wirkort und eine Immunreaktion unterbleibt und es wird kein Schutz ausgebildet.
In der Praxis hat es sich als sinnvoll erwiesen die Impftechniken von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Die Trinkwasserimpfung kann beispielsweise mit Hilfe eines Farbindikators überprüft werden. Dieser kann auch bei einer „Probeimpfung“ ohne Impfstoff verwendet werden. Zur Kontrolle der Sprayimpfung hat sich Löschpapier bewährt, um das Sprühbild beurteilen zu können.

Impfung per Augentropfmethode
Eine weitere im Feld angewandte Technik zur Impfung ist die Augentropfmethode, wie sie beispielsweise bei der ILT-Impfung zum Einsatz kommt. Hierbei wird allen Tieren einzeln ein Tropfen Impflösung in ein Auge getropft. Durch diese Impfmethode kann eine gezielte Impfung aller Tiere sichergestellt werden, sie ist jedoch auch sehr zeit- und personalaufwändig. Die Impfung sollte zudem im Fall von ILT zweimalig während der Aufzucht durchgeführt werden. Werden aufgrund eines hohen Felddrucks sehr junge Tiere (unter 4 Wochen) geimpft, so können Bindehautentzündungen auftreten.


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Umgang mit erkrankten und verletzen Tieren: Hilfestellung für Schweinehalter

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Schulungsmaterial ist ab sofort online abrufbar – Projekt mit rund 150.000 Euro gefördert

Schweinehalter bekommen ab sofort eine Hilfestellung bei der Entscheidung, wann ein Erlösen eines Tieres unausweichlich ist. Das Schulungsmaterial ist das Ergebnis eines Projektes für den korrekten Umgang mit schwer erkrankten und verletzten Schweinen an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Das Projekt wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) mit rund 150.000 Euro gefördert. Prof. Dr. Elisabeth große Beilage, Leiterin des Projektes, übergab jetzt den Abschlussbericht an Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und stellte die Inhalte des Schulungsmaterials vor. An dem Termin im Agrarministerium nahmen auch Dr. Karl-Heinz Tölle (Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, ISN-Projekt GmbH) und Hubertus Berges (Landvolk Niedersachsen) und Prof. Dr. Isabel Hennnig-Pauka (TiHo) teil.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast bedankte sich bei den Projektpartnern und sprach auch den teilnehmenden Landwirten ihren Dank aus. Die Ministerin: „Es ist gut, dass diese wichtigen Schulungsmaterialien nun vorliegen. Die Einhaltung der Kriterien schützt die Tiere vor unnötigen Schmerzen und Leiden.“ Die Ministerin appellierte an die Betriebe, das kostenfrei vom ML bereitgestellte Material in der täglichen Arbeit im Stall zu verwenden: „Damit helfen Tierhalter nicht nur den Schweinen, sondern schützen sich selbst vor Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.“

Prof. Dr. Elisabeth große Beilage: „Wir konnten mit dem Projekt einen weiteren, wichtigen Schritt zur Verbesserung der Versorgung kranker Schweine tun. Dass wir dieses Projekt erfolgreich abschließen konnten, verdanken wir der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Tierhaltern, die uns in dem Projekt unterstützt haben und der Facharbeitsgruppe, die sich mit großem Einsatz in die Auswertung eingebracht hat“.

Auslöser für das Projekt waren Untersuchungen in Verarbeitungsbetrieben für tierische Nebenprodukte, die gezeigt haben, dass ein Teil der angelieferten Schweine tierschutzrelevante Befunde aufweist. Zu den Mängeln, die im Umgang mit kranken und verletzten Schweinen regelmäßig festgestellt werden, gehört die zu späte oder unterlassene Tötung von schwer und unheilbar erkrankten Tieren. Genau dort setzt das Schulungsmaterial an. Denn: Für den Tierhalter ist es oft schwierig, zu beurteilen, ob bei einem erkrankten oder verletzten Tier ein weiterer Behandlungsversuch sinnvoll ist oder ob es geboten ist, das Tier von seinen Schmerzen zu erlösen.

An dem Projekt nahmen insgesamt 42 Betriebe teil, die 316 Tiere für die Untersuchung zur Verfügung stellten. Bei den Schweinen erfolgten klinische Untersuchungen zur Erhebung der Krankheitssymptome und Untersuchungen der strukturellen Veränderungen der Organe und Gewebe, die Befunde wurden dokumentiert und Foto- und Videomaterial erstellt. Nach einer Bewertung durch 26 Experten mit ausgewiesenen Fachkenntnissen aus verschiedenen Bereichen der Tiermedizin oder Landwirtschaft, erfolgte die Auswertung. Für insgesamt sieben relevante Krankheits-/Verletzungskomplexe definierte das Team der TiHo spezifische Kriterien, die Tierhalter und Tierärzte zukünftig bei der Entscheidung über eine Tötung berücksichtigen können und die es erlauben, eine rechtzeitige von einer zu späten Tötung abzugrenzen. In der Schulung werden krankheits- und verletzungsspezifische Befunde und Befundausprägungen mit umfangreichem Foto- und Videomaterial dargestellt. Dabei handelt es sich unter anderem um Krankheits-/Verletzungskomplexe am Bewegungsapparat wie Lahmheit oder auch des Atmungstraktes sowie um Beeinträchtigungen des Ernährungszustandes.

Dr. Karl-Heinz Tölle: „Kranke oder verletzte Tiere können in jedem Haltungssystem auftreten – ausschlaggebend ist der richtige Umgang mit diesen Tieren. Die Entscheidung, wann die Nottötung eines kranken Schweines geboten ist, muss bei jedem Einzelfall genau abgewogen und dann fachgerecht umgesetzt werden – im Sinne des Tierschutzes. Die im Projekt erarbeiteten Ergebnisse bieten eine wertvolle Hilfestellung und bringen ein Stück weit Entscheidungssicherheit, indem zahlreiche Grenzfälle mit Bildern beschrieben und eingeordnet wurden.“

Hubertus Berges: „Die Umsetzung dieses Erkenntniszuwachses in die Praxis kann nur gemeinsam mit den praktizierenden Tierärzten und den Tierhaltern gelingen. Als Landvolk stehen wir hier selbstverständlich flankierend zur Verfügung.“

Das Schulungsmaterial zum Projekt steht ab sofort zum Download bereit unter: https://www.ml.niedersachsen.de/download/179097 . Der Abschlussbericht des Projektes „Sofortmaßnahmen zur Vermeidung länger anhaltender erheblicher Schmerzen und Leiden bei schwer erkrankten/verletzten Schweinen durch rechtzeitige Tötung“ ist über die ISBN-Nummer 978-3-86345-609-2 verfügbar.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Ökologische Wasserreinigung in Aquakulturen – mit weniger Aufwand!

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Forscher und Forscherinnen des Instituts für Wasser- und Energiemanagement (iwe) der Hochschule Hof wollen den Arbeits- und Materialeinsatz unter anderem bei der Bewirtschaftung von Teichanlagen senken. Gelingen soll dies mit Hilfe biologisch abbaubarer, sogenannter „Aufwuchskörper“ zur Wasserreinigung. Diese könnten konventionelle Reinigungselemente aus Plastik schon bald ersetzen und somit auch Mikroplastik in Wasser und Fischen reduzieren. Das Forschungsprojekt dazu läuft seit April 2021.

Die Aquakultur gehört zu dem am schnellst wachsendem Lebensmittelsektor mit einer jährlichen Produktion im Wert von 250 Milliarden US-Dollar. Aufwuchskörper sind dabei nicht wegzudenken: Durch ihre große Oberfläche auf welcher Bakterien siedeln, helfen sie giftiges Ammonium und Nitrit in weniger schädliches Nitrat umzuwandeln. Gleichzeitig wird so Wasser gespart und die Umwelt geschützt. Doch bestehen Aufwuchskörper in der Regel aus Plastik oder anderen erdölbasierten Kunststoffen. „Ihr Recycling ist aufwändig und Plastik in den Weltmeeren und Gewässern stellt die Menschheit vor eine große Herausforderung – aus Plastik kann schließlich Mikroplastik entstehen, das wir über unser Essen selbst wieder zu uns nehmen und das in jedem Fall schädlich auf die Umwelt und ihre Organismen einwirkt“, erklärt Dr. Harvey Harbach, Verantwortlicher für den Forschungsbereich Aquaponik an der Hochschule Hof.

Biokunststoff statt Plastik
Generell gilt es deshalb Stoffe zu finden, welche konventionelles Plastik ersetzen können. Im Fall der Aufwuchskörper bietet sich als Werkstoff der Einsatz von Biokunststoff an. Ein Forscherteam des Instituts für Wasser- und Energiemanagement (iwe) der Hochschule Hof um Projektleiter und Ideengeber Dr. Harvey Harbach beschäftigt sich genau damit: In Zusammenarbeit mit dem ebenfalls an der Hochschule Hof ansässigen Institut für Biopolymerforschung (ibp) und einem Wirtschaftsunternehmen aus Franken werden seit Anfang April 2021 unter dem Projektnamen „BioBioCarrier“ vollständig biologisch abbaubare Aufwuchskörper für die biologische Wasseraufbereitung entwickelt. Gefördert wird das bis 2023 laufende Projekt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des zentralen Innovationsprogrammes Mittelstand (ZIM).

Test verschiedener Materialien
„Die Schwierigkeiten im Projekt liegen bei der richtigen Auswahl der Biopolymere und der damit verbundenen Abbaubarkeit im Wasser. Der neue Aufwuchskörper darf sich nicht zu schnell im Süßwasser abbauen“, erklärt Projektmitarbeiterin Frau Christin Baumgart. Durch die Kombination von verschiedenen Polymeren miteinander sollen neue Eigenschaften generiert werden: „Das bedeutet, dass die biologische Abbaubarkeit in Wasser angepasst werden kann.“ Die bisherigen Ergebnisse sehen jedoch vielversprechend aus. Entsprechend konnten bereits Fortschritte erzielt und Lösungswege identifiziert werden. Bis zur Marktreife müssen jedoch noch einige Hürden genommen werden: “Bei der Auswahl der Stoffe wird darauf geachtet, dass diese nicht gesundheitsschädlich sind. Da die Anwendung in der Aquaponik stattfindet, müssen die Stoffe auch für die Fische und Pflanzen geeignet sein. Das bedeutet, dass hier ein großes Augenmerk auf die Unbedenklichkeit der Stoffe gelegt wird, alle biologisch abbaubar und sogar biobasiert sein sollten“. Ferner müsste „aber auch die biologische Abbaubarkeit noch ausführlich betrachtet werden, damit diese sich in dem vorgegebenen Zeitrahmen zersetzen.“

Neuentwicklung winkt
Eine entscheidende Herausforderung im Projekt, die aber einen Durchbruch innerhalb der betroffenen Industrie bedeuten könnte, könnte letztlich eine Neuentwicklung liefern, an der man derzeit in Hof arbeitet: „In aquaponischen Systemen müssen in regelmäßigen Abständen Nährstoffe zugegeben werden, ohne die Pflanzen nicht oder nur schlecht wachsen können. Unsere Idee ist es, den biologischen Abbau des Produktes mit dem Freisetzen der für die Pflanzen benötigten Stoffe zu kombinieren. Dies würde folglich die Arbeitszeit reduzieren und die Wirtschaftlichkeit verbessern“, so Dr. Harbach. Und weiter: „Zurzeit sind keine vergleichbaren Produkte auf dem Markt. Hier würde es sich um eine echte Innovation handeln. Wir arbeiten auf Hochtouren und rechnen schon bald weiteren Ergebnissen“.

Quelle: Hochschule Hof – University of Applied Sciences

Impfen durch Tierärzt:innen

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BTK informiert über die verbindlichen Voraussetzungen zum Impfstart

Aufgrund einer Gesetzesänderung im Dezember ist es Tierärzt:innen ab sofort möglich, Menschen gegen COVID-19 zu impfen. Voraussetzung ist die Teilnahme an einer ärztlichen Schulung, deren Inhalt fünf Stunden Theorie sowie zwei Stunden „Praktikum“ in einem Impfzentrum oder einer ähnlichen Einrichtung umfasst. Der theoretische Teil, basierend auf einem Curriculum, das von der Bundestierärztekammer in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer entwickelt wurde, kann ab dem 12.01.2022 per E-Learning absolviert werden.

Über die erfolgreiche Teilnahme an der theoretischen Schulung erhalten die Tierärzt:innen eine Bescheinigung. „Wir freuen uns, dass es interessierten Kolleg:innen nun endlich möglich ist, sich an der Impfkampagne der Bundesregierung und dem gemeinsamen Kampf gegen COVID-19 zu beteiligen und die Humanmediziner:innen zu unterstützen“, sagt BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann.

Nach Abschluss der Schulung können Tierärzt:innen zunächst im Impfzentrum oder im mobilen Impfteam tätig werden. Eine Impfung gegen COVID-19 in der Tierarztpraxis ist vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auch vorgesehen, allerdings fehlen hierzu noch die erforderlichen rechtlichen Voraussetzungen.

Ausführliche Informationen zum Curriculum sowie die Zugangsdaten zur Onlineschulung gibt es auf der BTK-Homepage.

Quelle: Bundestierärztekammer

Fortbildung: Kälbergesundheit im Fokus

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Welche Auswirkungen hat es auf das spätere Leben als Milchkuh, wenn sie schon als Kalb viele Erkrankungen durchmachen muss? Und wie kann die Kälberaufzucht noch besser werden? Leider kommt es immer noch viel zu häufig zu den typischen Kälberkrankheiten wie Kälbergrippe oder Kälberdurchfall. Das muss sich ändern, denn das Wissen, wie es besser geht, ist da! Kürzlich fand hierzu eine Fortbildung zum Thema „Krank als Kalb – das hat Folgen für die Kuh“ für Tierärzte statt. Veranstalter war die Firma Ceva Tiergesundheit GmbH. Das Team von „Der Hoftierarzt“ hat die wichtigsten Punkte für den täglichen Umgang mit den Kälbern zusammengefasst.

In letzter Zeit mehren sich die Erkenntnisse darauf, dass das Mikrobiom des Darmes elementar wichtig für die Gesundheit nicht nur des Menschen, sondern auch des Tieres ist. Prof. Dr. Martin Kaske, Universität Zürich, bezeichnete das Mikrobiom gar als „game changer“ für die Tiergesundheit. Das Mikrobiom sei sehr vielfältig, es bestehe aus einer Vielzahl von Gattungen, Arten und Stämmen, die noch nicht komplett bekannt sind, und unter denen es Wechselbeziehungen gibt, die wir bisher nur teilweise verstehen. Die Zusammensetzung der Darmmikroorganismen habe erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit des Wirts. Das Mikrobiom interagiere mit einer Vielzahl physiologischer Prozesse und habe wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem. Diese können sich sowohl in positiven Effekten wie der Aktivierung des Immunsystems, der Fermentation primär unverdaulicher Nahrungsbestandteile und in Barriereeffekten gegenüber pathogenen Mikroorganismen äußern als auch in negativen Wirkungen, wie z. B. der Auslösung von Krankheiten durch Vermehrung pathogener Keime.

Jedes Kalb sein eigenes Mikrobiom
Prof. Kaske machte deutlich, dass das Kalb von Anfang an sein spezielles Mikrobiom erhalte, welches beeinflusst wird von den Keimen in der Stallumgebung , von der Mutterkuh und auch von der ersten Nahrung, die das Kalb aufnimmt. Während der ersten Lebenstage und -wochen könne das Mikrobiom maßgeblich beeinflusst werden. Ausreichend Kolostrum so früh wie möglich nach der Geburt sei elementar wichtig für die Kälbergesundheit.

Unter diesem Aspekt müsse die Gabe von Antibiotika kritisch hinterfragt werden, denn Antibiotika zerstören das gerade aufgebaute Mikrobiom erheblich. Ganz wichtig hierbei: Auch Antibiotikagaben an die Kuh wiederum z.B. in der Mastitistherapie können das Kalb betreffen, wenn diese antibiotikahaltige Milch, die sogenannte Sperrmilch, an die Kälber vertränkt werde. Deswegen sollte die Sperrmilch möglichst nicht vertränkt werden, auch Pasteurisieren bringe hier nichts, nur die darin enthaltenen Keime würden damit abgetötet. Er wies darauf hin, dass Einfrieren oder Pasteurisieren viele gute Inhaltsstoffe im Kolostrum zerstöre, das Auftauen passiere auch oft mit zu hohen Temperaturen, aber trotzdem sei das besser als gar kein Kolostrum zu geben. Prof. Kaske riet zur Nutzung von sogenannten Kälberboostern: Sie seien nur ein Mosaiksteinchen für die erfolgreiche Kälberaufzucht, können aber unterstützend positive Effekte haben und seien nicht teuer und praktisch anzuwenden, weil sie über Injektor oder Kartusche direkt ins Maul der Tiere eingebracht würden.

Künftig werde das Mikrobiom auch eine zentrale Bedeutung im Hinblick auf die Verminderung von Methanemissionen durch Wiederkäuer haben. Es laufen hier derzeit viele verschiedene Untersuchungen, gab der Professor einen Ausblick in die Zukunft.

Mit Kolostrum gegen Kälberdurchfall
Dr. Ingrid Lorenz, Rindertierärztin beim TGD Bayern, sprach über die Rolle des Tränkemanagements bei Vermeidung und Behandlung von Durchfall. Sie machte deutlich, dass Kälberdurchfall eine klassische Faktorenerkrankung ist. Bei ihrer Entstehung wirken viele Faktoren ein, die wichtigsten sind die adäquate Kolostrumversorgung, Reinigung und Desinfektion, die vorbeugende Impfung sowie die Art der Aufstallung. Eine eigene Studie ergab: drei oder mehr Liter Kolostrum bei der zweiten Mahlzeit schützt signifikant vor Kälberdurchfall, genauso wie die ad libitum Fütterung in der ersten Lebenswoche. Eher einen Risikofaktor für Kälberdurchfall stellte in dieser Studie die frühe Verabreichung eines Eisenpräparates dar, deswegen empfahl Dr. Lorenz hierzu weitere Untersuchungen, um den Effekt der Eisengabe besser zu verstehen. Sie erklärte, dass Bakterien und Viren Eisen zur Vermehrung benötigen, und Infektionen daher zu Eisenmangel führten und nicht Eisenmangel zu Infektionen.

Ihrer Ansicht nach ist die Kolostrumversorgung die wichtigste Managementmaßnahme zur Vorbeugung. Um das Kolostrummanagement zu überprüfen, bietet sich als einfachste Möglichkeit an, den Gesamteiweißgehalt im Blut der Kälber zu bestimmen. Dazu nimmt der Tierarzt Blutproben von 6 bis ideal 12 gesunden, ausreichend mit Flüssigkeit versorgten Kälbern (2-10 Tage alt), die mit Kolostrum versorgt wurden, zentrifugiert das Serum ab und kann mittels Refraktometer den Gesamteiweißgehalt betrachten. 80 % der Kälber des Bestandes sollten Gesamtproteinwerte im Serum von 58 g/l oder mehr haben, dann sei die Kolostrumversorgung im grünen Bereich. Ist das Kalb an Durchfall erkrankt, sollte keinesfalls die Milch abgesetzt werden. Das Kalb sollte weiter Milch erhalten, zusätzlich aber eine Elektrolyttränke, um den Verlust an Elektrolyten auszugleichen.

Dr. Lorenz empfahl die ad libitum-Tränke der Kälber, da sich die Kälber mit deutlich mehr Milch als den sonst üblichen Mengen viel besser entwickeln würden. Jedes Kalb, das nicht ad libitum getränkt werde, sei eine verlorene Chance!

Kranke Kälber senken Wirtschaftlichkeit in der Kälberaufzucht
Bernd Lührmann von der LWK Niedersachsen zeigte in seinem Vortrag, wie sich gesundheitliche Probleme von Kälbern in der Aufzucht und späteren Nutzung der Milchkühe niederschlagen. In den ersten vier Monaten seien 750 g Tageszunahme anzustreben, in den folgenden acht Monaten jeweils 900 g täglich und im zweiten Lebensjahr dann 720 g am Tag, zur ersten Kalbung im Alter von 24 bis 26 Monaten also 620 kg Lebendgewicht. So klappt das aber nur mit gesunden Tieren!

Weil lange anhaltende Probleme wie hohe Zellzahlen oder geringe Fruchtbarkeit irgendwann als „normal“ empfunden würden, die wenigsten Tierhalter Krankheitsdaten überhaupt erfassen und häufig nur offensichtliche Kosten erkennen und berücksichtigen, seien Kälber und Färsen allzu oft krank. Berücksichtige der Landwirt aber nur die „sichtbaren“ Kosten (Therapie, Verluste beim Qualitätszuschlag, die zusammen etwa 30 % ausmachten), werde er Opfer des „Titanic-Effekts“. 70 % der Kosten, wie geringere Milchleistung, Mehrarbeit, vorzeitige Abgänge blieben ihm verborgen.

Atemwegserkrankungen schlagen sich nicht nur in verminderter Tageszunahme nieder, sagte Lührmann, sondern auch langfristig. Kälber, die in den ersten sechs Lebensmonaten eine Grippe durchmachen, haben eine um 15 % geringere Wahrscheinlichkeit überhaupt die 1. Laktation zu erreichen, ein um 8 % höheres Risiko für Geburtskomplikationen und eine 40 % höhere Wahrscheinlichkeit, erst nach dem 25. Lebensmonat zu kalben.

Ähnliches gälte für Durchfälle: Mit der Anzahl der tierärztlichen Behandlungen steigen Erstkalbealter und Besamungsindex, die spätere Milchleistung sinkt und die Abgänge in der 1. Laktation steigen (bis auf 58 % bei mehr als vier Behandlungen in der Aufzucht). Ziehe ein Milchhof z. B. jährlich 80 Kälber auf und senke dabei die Erkrankungsrate von 40 % auf 25 %, steige sein Gewinn um 2.131 Euro, rechnete Lührmann vor; würden nur 15 % der Kälber krank, liege der zusätzliche Gewinn sogar bei 3.552 Euro!

Dass eine optimale Kälberhaltung Grundlage für die erfolgreiche Milcherzeugung ist, weiß eigentlich jeder. Aber, so sagte der Referent in seinem Fazit:

• die finanziellen und produktionstechnischen Auswirkungen von (Kälber-)Krankheiten würden erheblich unterschätzt!
• Prophylaxe und intensive Betreuung der Kälber sei höchst rentabel!
• Gerade beim Kälberstallbau seien arbeitswirtschaftliche, hygienische und gesundheitliche Aspekte der Kälberhaltung zu berücksichtigen!

Rindergrippe und Kälberdurchfall aus der Sicht des Praktikers
Dr. Josef Beisl, Tierarzt und Rinderspezialist aus dem bayerischen Frontenhausen, begann seine Aufzählung der Durchfallursachen bei Kälbern mit dem Kolostrum. Kurz zusammengefasst in: Zu spät, zu wenig, in schlechter Qualität. Eine Beobachtungsstudie zur Kälberaufzucht in seiner eigenen Praxis ergab, dass 60 % der Betriebe neugeborenen Kälbern nur 2 Liter oder weniger statt 4 Liter verabreichen und das häufig auch noch zu spät. Die Qualität der Biestmilch würde u. a. beeinflusst durch das Alter der Kuh, ihrer Einsatzleistung, der Trockenstehzeit (unter 21 Tage), Stress und bakterielle Kontamination (rückstandshaltige Milch, Tränkehygiene).

Der Tierarzt empfahl die Kolostrumgabe innerhalb von 3 Stunden und eine weitere Gabe innerhalb von 7 Stunden. Sein Vorgehen: 4 Liter als Erstgabe, freie Aufnahme, Restmenge mit Gummisonde drenchen (und dann ad libitum -Tränke für wenigstens 3 Wochen).

Aber auch die Geburtshygiene bestimme die Anfälligkeit des Kalbes (Abkalbeabteil, trockenes, sauberes Kälberabteil, Nabeldesinfektion und -versorgung, Lüftung/Stallklima) sowie die Versorgung mit Eisen, Vitamin E und Selen. Außerdem empfahl Dr. Beisl unbedingt Blutproben im Labor untersuchen zulassen und bei der Mutterschutzvakzination Rota – Coronavirus und (stallspezifische) E.coli Impfstoffe zu berücksichtigen.

Die für Durchfallerkrankungen genannten Ursachen gelten großteils auch für Atemwegserkrankungen, bei denen aber auch noch Gruppenzusammenstellung, Luftqualität und -masse hinzukämen. Kälber hätten einen hohen Frischluftbedarf von 14 m3 pro Stunde und Kalb. Die maximale Luftgeschwindigkeit sollte dabei 0,3 m/sec nicht überschreiten, um Zugluft zu vermeiden.

Aber auch Viren, Bakterien oder Vorschädigung des Epithels spielten natürlich eine Rolle. Wieder gelte es durch Mutterschutzvakzination, Stimulation unspezifischer Abwehr via intranasale Impfung und aktive Immunisierung mit Boosterung vorzubeugen.

Und am Ende zahle sich ein durchdachtes Programm zur Kälberaufzucht auch finanziell aus: Sinke die Erkrankungsrate um 50 %, bedeute dies je Kalb plus 15 Euro, die Antibiotika-Reduktion schlage sich mit plus 5 Euro nieder und die Optimierung des Schutzimpfungserfolges mit weiteren 5 Euro. Die Steigerung der Mastleistung um 50 g pro Tier und Tag mit plus 52 Euro und 1 Liter Milch mehr pro Tag mit 320 Euro!

Wer mehr über Kälber- und Rindergesundheit erfahren oder über zukünftige Veranstaltungen informiert werden möchte, kann sich beim Blog von Ceva Tiergesundheit anmelden.

Quelle: Dr. Heike Engels & Thomas Wengenroth, Der Hoftierarzt

Die Ur-Honigbiene stammt aus Asien

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In welchem Teil der Welt die westliche Honigbiene Apis mellifera ihren evolutiven Ursprung hatte, ist unter Forschenden sehr umstritten. Bislang galt Afrika als wahrscheinlichstes Herkunftsgebiet. Jedoch gab es bisher zu wenige Daten, um die Frage des Ursprungs zu klären. Ein internationales Wissenschaftsteam unter Beteiligung von Dr. Eckart Stolle vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) konnte nun durch umfassende genetische Untersuchungen zeigen: Der Ursprung der Honigbiene A. mellifera liegt wahrscheinlich in Asien, von wo aus die Art sich nach Afrika und Europa ausbreitete. Die Ergebnisse erschienen jetzt in der renommierten Zeitschrift Science Advances.

Die Schließung der Wissenslücke zur Entwicklung der Honigbiene ist wichtig, um die Evolution und Genetik dieses global sehr wichtigen Bestäubers zu verstehen. Die Analyse von 251 Genomen von 18 Apis mellifera-Unterarten sowie weitere methodische Ansätze brachten jetzt neue Erkenntnisse. Die westliche Honigbiene entstand vor etwa 8 Millionen Jahren in Asien und spaltete sich vor 2 bis 5 Millionen Jahren in mehrere Linien auf. Während sie Afrika in einem Ausbreitungsprozess besiedelte, erfolgte die Besiedelung von Europa in zwei weiteren voneinander unabhängigen Ausbreitungsprozessen vor 1 bis 2 Millionen Jahren, gefolgt von der Bildung der heutigen Unterarten vor 140 000 – 280 000 Jahren.

„Bemerkenswert ist, dass die Mehrzahl der genetischen Änderungen, die die Honigbienen-Unterarten unterscheiden, sich an einigen wenigen genomischen „Hotspots“ konzentrieren“ erläutert Stolle. 145 Gene in diesen „Hotspots“ weisen spezifische genetische Unterschiede über alle Honigbienen-Unterarten hinweg auf, ein Hinweis darauf, dass sie unter natürlicher Selektion stehen. „Und genau diese Gene waren in hohem Maße mit Arbeiterinnenmerkmalen verbunden“ streicht Stolle heraus. „Dies zeigt: Die Entwicklung des sozialen Lebens der Bienen in einem Staat und zusätzlich neue Arbeiterinnen- und Koloniemerkmale scheinen also die Ausbreitung der Honigbienen in ihrem jetzt riesigen Verbreitungsgebiet ermöglicht zu haben.“

Somit wird die These gestützt, dass die westliche Honigbiene ihren Ursprung in Asien hatte, bevor sie sich nach Europa und Afrika ausbreitete. Heute gibt es etwa zehn Arten von Honigbienen, die zum Großteil in Asien beheimatet sind. In Europa und weiten Teilen Afrikas existiert jedoch nur eine einzige Art der Gattung Apis, unsere Honigbiene, A. mellifera.

Quelle: Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 6/2021 steht zum Abruf bereit

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Das E-Magazin „Der Hoftierarzt“ Ausgabe 6/2021 steht zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

• Rekombinante Impfstoffe und in Ovo-Impfungen
• Kurz notiert: 11 Tipps zur Beschäftigung für Legehennen bei Stallpflicht
• Die Mareksche Krankheit: Mutationsfreudiges Virus erfordert neue Impfkonzepte
• Aus der Forschung: Milchsäurebakterien in der Putenaufzucht
• Fortbildung: Kälbergesundheit im Fokus
• Hygiene bei Kälbern und Milchvieh: Für das Wertvollste in Ihrem Stall!
• Kälberflechte – Ein unterschätztes Alarmsignal
• Dauerbrenner PRRS: Kein Ende der Pandemie in Sicht?
• PRRS als wichtiger Erreger beim PRDC
• Imkerinfo: Die Ur-Honigbiene stammt aus Asien

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Erster Nachwuchs im Dummerstorfer Ökostall

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Haltungsformen im direkten Vergleich – neues Forschungsprojekt am FBN

Am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie in Dummerstorf (FBN) wird nicht nur in konventionellen Ställen geforscht. Seit vergangenem Jahr zählt auch ein Schweinestall, der nach der EU-Öko-Richtlinie errichtet worden ist, zu den tierexperimentellen Anlagen des FBN. Jetzt gibt es dort den ersten Ferkelnachwuchs und ein neues Forschungsprojekt.
In dem im August 2020 eröffneten Erweiterungsbau sollen im Interesse einer tier-, umwelt- und klimafreundlichen Nutztierhaltung insbesondere ökologische Aspekte der Tierproduktion stärker in den Forschungsfokus des FBN rücken. Weitere Schwerpunkte liegen in der Erforschung alter, gefährdeter Nutztierrassen sowie in der Entwicklung smarter Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft.

Alle FBN-Institute am Forschungsprojekt beteiligt
Im aktuellen neuen Projekt unter dem Titel „Vergleichende Phänotypisierung von Muttertieren zweier Schweinerassen (Deutsche Landrasse, Sattelschwein) und ihrer Nachkommen unter zwei Umwelt- und Management Bedingungen“ sollen die Tiere in den beiden unterschiedlichen Haltungsumwelten, konventionell und ökologisch, umfassend untersucht und beprobt werden.

Foto: Marianne Zenk

„Alle Forschungsbereiche des FBN von der Genetik und Genombiologie, über die Verhaltensphysiologie, die Muskelbiologie, die Fortpflanzungs- und Ernährungsphysiologie, sind an diesem Projekt beteiligt“, kündigte Vorstand Prof. Klaus Wimmers an. „Durch Beobachtungen, Verhaltenstests, Speichel-, Milch-, Blut- und Gewebeproben und deren anschließende Analysen in unseren Laboren zusätzlich zu den routinemäßig erfassten Daten entsteht somit ein umfassendes Bild vom Einzeltier. Dabei wird wie bei jedem Tierversuch am FBN darauf geachtet, Eingriffe am Tier auf ein Minimum zu reduzieren oder durch schonendere oder nichtinvasive Methoden zu ersetzen oder zu ergänzen. So hat sich in den letzten Jahren unter anderem die Cortisolbestimmung (Stresshormon) aus dem Speichel oder den Haaren als Alternative zur Blutprobe durchgesetzt.“

In der Experimentalanlage Schwein können mit dem Neubau des 780 Quadratmeter großen Ökostalls jetzt an einem Standort unter authentischen Bedingungen konventionelle und ökologische Haltungsbedingungen untersucht werden. In der bereits 1998 eröffneten Experimentalanlage Schwein stehen den Tieren weitere rund 1.140 Quadratmetern zur Verfügung.

Gewebeproben in der Biobank reduzieren Tierversuche

Foto: Marianne Zenk

„Im Ökostall leben die Tiere in größeren, eingestreuten Buchten, haben Zugang zu Außenausläufen und bekommen Bio-Futter. Gehalten werden Tiere der Deutschen Landrasse und des Deutschen Sattelschweins“, erläuterte die Leiterin der Experimentalanlage Schwein, Marianne Zenk. „Unsere Tiere sind Herdbuchtiere, sie werden nur mit Ebern in ihrer eigenen Rasse in Reinzucht angepaart, um dann auch mit den Nachkommen weiter züchten zu können. Damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser beiden seltenen Schweinerassen“, so die Agraringenieurin.
„In den vergangenen Wochen sind nun die ersten Ferkel im neuen Stall geboren. 60 Ferkel von vier Sauen bei der Deutschen Landrasse und 27 Ferkel von zwei Sauen bei den Sattelschweinen. Diese bleiben sechs Wochen bei ihrer Mutter, anschließend werden die Sauen wieder neu besamt und warten im großen Bereich für tragende Sauen auf die nächste Geburt. Die Ferkel kommen im Familienverbund in den Aufzuchtbereich. Ab diesem Zeitpunkt können wir von jedem Tier bis zum Ende der Mast am 160. Lebenstag Futterdaten wie beispielsweise die Futtermenge, Fresszeit und Futterzeit erfassen und auswerten.“

Zahlreiche Gewebeproben sollen mit Beginn des Projektes in einer eigenen Biobank konserviert und für andere Forschungsansätze aufbewahrt werden. Dadurch leistet das FBN einen Beitrag zur Reduzierung von Tierversuchen. In den kommenden Jahren werden die Ergebnisse der bislang umfassendsten Studie dieser Art am FBN bei Schweinen öffentlich vorgestellt.

Unterricht im Stall?
Das FBN ist außerschulischer Lernort
Träger von Kindertagesstätten und -gruppen oder Schulen können sich auf der Homepage der Forschungseinrichtung über den Unterricht im Schweine- oder Rinderstall informieren und bei Interesse anmelden. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.fbn-dummerstorf.de/stadt-land-stall/

Projekt „Stadt-Land-Stall“
Ansprechpartnerin Dipl.-Ing. agr. Marianne Zenk
T +49 38208-68 950
E zenk@fbn-dummerstorf.de

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Herzlichen Dank an alle treuen und alle neuen Abonnenten!

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Wir freuen uns schon auf’s 5. Jahr!

Dr. Heike Engels
Jutta Loose
Tobias Sickert
Thomas Wengenroth

Niedersachsen unterstützt Schlachtungen auf den Höfen

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Ministerium veröffentlicht Leitfaden -Tierwohl und Arbeitsschutz im Fokus

Der Transport zum Schlachthof ist für Tiere eine Belastung und für den Landwirt oder Transporteur nicht ohne Risiko. Aus diesem Grund hat die Europäische Kommission die bisher nicht zulässige Schlachtung von Tieren im Herkunftsbetrieb durch eine Rechtsänderung ermöglicht. Nun hat Niedersachsen einen Leitfaden zur Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten, Schlachtbetrieben und Behörden bei der Umsetzung der neuen EU-Vorschrift veröffentlicht. Dazu sagt Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Eine hofnahe Schlachtung erspart den Tieren viel Stress, weil der Transport des lebenden Tieres zum Schlachthof wegfällt. Unser Leitfaden soll bei der Umsetzung helfen und zu mehr Tierwohl beitragen.“ Die Ministerin macht darauf aufmerksam, dass Niedersachsen interessierte Unternehmen fördert: Mit der Maßnahme „Verarbeitung und Vermarktung“ wird die Anschaffung mobiler Schlachteinheiten unterstützt.

Der Leitfaden zur Schlachtung im Herkunftsbetrieb bietet Tierhalterinnen und Tierhaltern wie auch Schlachtbetrieben Orientierung und gibt den zuständigen Veterinärämtern Hinweise für ihre Aufgabenwahrnehmung bei dieser neuen Form der Schlachtung. Der Leitfaden wurde an die kommunalen Behörden sowie an die Branchenverbände versendet. Online ist der Leitfaden auf der Seite des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abrufbar.

Hintergrund
Die neue EU-Verordnung ermöglicht es, bis zu drei Rinder, sechs Schweine oder drei Pferde im Herkunftsbetrieb unter Verwendung einer mobilen Schlachteinheit zu schlachten. Die mobile Einheit gehört dabei zu einem zugelassenen Schlachtbetrieb. Die Einhaltung der EU-weit geltenden Hygienestandards muss gewährleistet werden. Der gesamte Schlachtvorgang unterliegt einer amtlichen Kontrolle.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Haltungsform-Kennzeichnung ab Januar auch auf Milch und Milchprodukten

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• Milch und Milchprodukte ab Januar mit Haltungsformkennzeichnung
• Tierwohl für Verbraucher auch auf Milch und Milchprodukten schnell erkennbar
• Haltungsform bei Verbrauchern bekannt und beliebt

Verbraucher können ab Januar 2022 die bekannte vierstufige Haltungsform-Kennzeichnung nicht nur, wie gewohnt, auf Fleisch und Fleischwaren, sondern auch auf Milch und Milchprodukten finden. Beim Einkauf können Verbraucher dann auf den ersten Blick erkennen, wie hoch das Tierwohl-Niveau bei der Haltung der Milchkühe ist, deren Erzeugnisse sie einkaufen. Viele Verbraucher kennen und schätzen die Haltungsform-Kennzeichnung bereits. Laut einer aktuellen forsa Befragung kennen bereits mehr Deutsche die Haltungsform-Kennzeichnung (65%) als das EU-Bio-Siegel (55%). 90% finden die Haltungsform-Kennzeichnung gut oder sehr gut. Vor diesem Hintergrund haben sich die in der Initiative Tierwohl (ITW) engagierten Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) darauf verständigt, das System der einheitlichen Haltungskennzeichnung auf Milch und Milchprodukte auszuweiten.

„Die Haltungsform-Kennzeichnung wird Verbrauchern künftig auch beim Einkauf von Milch und Milchprodukten ermöglichen, das Thema Tierwohl bei einer schnellen Kaufentscheidung zu berücksichtigen“, erklärt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der ITW. „Wir freuen uns sehr, dass es uns gemeinsam mit den Branchenvertretern und Wirtschaftspartnern gelungen ist, die einheitliche Kennzeichnung auch im Bereich Milch anzuwenden. Erste Tierwohl-Programme konnten auch schon eingeordnet werden. Ab Januar finden Verbraucher die vierstufige Haltungsform-Kennzeichnung dann nach und nach auf den Milchprodukten des teilnehmenden Lebensmitteleinzelhandels.“

Im Internet finden Interessierte auf www.haltungsform.de alle Informationen zu den Kriterien, nach denen die Tierwohl-Programme in die vier Stufen eingeordnet werden, und eine Auflistung aller aktuell eingeordneter Programme.

Über die Haltungsform-Kennzeichnung
Die Haltungsform-Kennzeichnung ist eine vierstufige Siegel-Klassifikation für tierische Erzeugnisse. Sie wurde im April 2019 eingeführt. Sie klassifiziert Tierwohl-Siegel und Programme entsprechend ihren Anforderungen an die Tierhalter und dem sich daraus ergebenden Tierwohl-Niveau. Die Kennzeichnung finden Verbraucher auf Verpackungen bei ALDI Nord, ALDI SÜD, Bünting Gruppe, EDEKA, Kaufland, LIDL, Netto Marken-Discount, PENNY und REWE. Die „Haltungsform“ steht weiteren Unternehmen offen.

Die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH ist Trägerin der Haltungs-form-Kennzeichnung. Sie organisiert die korrekte Eingruppierung von Standards und Programmen in die Systematik dieses Haltungskennzeichens, überwacht die korrekte Anwendung und Umsetzung dieser Systematik und unterstützt die teilnehmenden Unternehmen in der Kommunikation gegenüber Öffentlichkeit und Verbrauchern. Vollständige Informationen zu den Kriterien der einzelnen Stufen erhalten Verbraucher auf der Webseite zur Haltungsform unter www.haltungsform.de.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH