Management des Zweinutzungshuhns und Hahnenaufzucht

0

Pauline Seyler (Ökologische Tierzucht gemeinnützige GmbH) stellte anlässlich der EuroTier 2022 Grundzüge und Leistungsdaten von Zweinutzungshühnern aus ökologischer Zucht vor.

Die speziellen Öko-Kriterien seien

• Haltungs-/Fütterungsbedingungen des ökologischen Landbaus von Anfang an (100% Bio),
• Anpassungsfähigkeit (schwankende Futterqualitäten und klimatische Bedingungen)
• bestmögliche Ressourcenverwertung
• Zweinutzungstiere ohne „hochleistungsbedingt Krankheiten“
• ausgewogene Fleisch-/Eier-Leistung
• Lebensleistung

Die Referentin stellte Leistungsdaten dreier Linien im Detail vor: ÖTZ „Coffee“, ÖTZ „Cream“ und ÖTZ „Bresse Gauloise“, einer eher fleischbetonten Rasse. Für die neuen ÖTZ „Caramel“ Hühner lägen noch keine Daten vor*.

Einige Besonderheiten der ÖTZ-Zweinutzungshühner hob Pauline Seyler abschließend hervor: sie sollten nicht ad libitum gefüttert werden, 135-145 g Futter am Tag seien das Maximum (Fettlebern führten zu dünnen Eischalen) Auch auf Raps solle man bei „Coffee“ verzichten, weil er bei dieser Züchtung Fischgeruch der Eier zur Folge haben kann. Die höhere Futteraufnahme während der Jungtieraufzucht sei ein Vorteil für 100% Bio-Futter und die „richtige“ Fütterung legender Hennen solle sich an deren Leistung orientieren: mit Hafer oder Weizen könne ggf. das Futter ab 70% Legeleistung „verdünnt“ werden.

Schließlich sei bei diesen Linien vermehrtes Glucken zu beobachten. Dieses Verhalten könne begünstigt werden durch Milben, Stress, Blutarmut, aber auch Hitze und Unter- und Überversorgung mit Futter. Tritt Glucken auf müssten die betroffenen Hennen aus ihrer bekannten Umgebung genommen werden, weil sie sonst immer wieder ihren Eiablageplatz (auf)suchen. Auch Gewichtsabnahme sei zu vermeiden.

Link zum früheren Bericht über ÖTZ-Zucht auf der Bioland-Tagung 2022.

* Einen weiteren Artikel über u. a. „Caramel“ sowie vorläufige Zahlen zur Leistung finden Sie hier.

Das Online-Angebot für zukunftsorientierte Schweinehalter Boehringer startet neue Online-Seminarreihe „Typisch Schwein“

0

Die Termine und Themen:

23. Februar: Aktuelle Erfahrungen zur oralen Ileitis-Impfung in Zeiten hoher Futterkosten
2. März: Saugferkelmanagement: Neu gedacht – neu gemacht
9. März: Erfahrungen aus der Praxis zur DLG-prämierten Innovation SoundTalks®
16. März: Die Ferkelaufzucht bestimmt den Masterfolg – analysieren und optimieren

Die Seminare finden jeweils von 19.00 – ca. 21.00 Uhr statt. Eine ITW-Bescheinigung ist möglich.

Link zur Anmeldung.

Bio-Bruderhähne, Aufzucht und Verwertung

1

Anette Alpers (Öko-BeratungsGesellschaft mbH) fasste auf der EuroTier 2022 den aktuellen Erfahrungsstand bei der Aufzucht von Bio-Bruderhähnen zusammen.

Seit dem 1. Januar 2022 dürfen männliche Küken aus Legelinien nicht mehr unmittelbar nach dem Schlupf getötet werden. Für die Produzenten von Bio-Eiern machte die Referentin folgende Rechnung auf: der Durchschnittsverbrauch von 230 Eiern pro Kopf und Jahr entspricht etwa einer Legehenne und ebenso einem Bruderhahn pro Person. Bei ca. 6 Mio. Bio-Hennen und 15 Monaten Legedauer ergibt das jedes Jahr 4,8 Mio. Bruderhähne. Diese 4,8 Mio. Bruderhähne haben einen Futterbedarf von ca. 23.000 Tonnen. Eine Futterverwertung von 1:3,8 unterstellt sind also 5.750 ha Öko-Anbaufläche nötig und die Tiere zu ernähren. Auch wenn diese Fläche nur 0,03% der gesamten Bio-Anbaufläche von 1,8 mio. ha in Deutschland entspricht, bleiben 23.000 t Hühnerfutter doch eine erhebliche Menge.

War bisher von einer Futterverwertung bei Bruderhähnen von 1:5 die Rede, erbrachten aktuelle Versuche in Haus Düsse andere Werte:

• mit Junghennen-Futter 1:3,78, mit Junghahnen-Futter 1: 3,29 (jeweils konventionell)
• bei Bioland wurde mit Bio-Futter eine Futterverwertung von 1:4 erreicht.

Die Lebend- und Schlachtgewichte sind natürlich vom Schlachtzeitpunkt abhängig. Nach 10 Wochen liegen sie bei 1.200 g Lebend- und 700 g Schlachtgewicht, was einen Fleischanteil (Brust, Keule, Flügel, Haut) von 280 g bedeutet. Nach 13 Wochen erreichen die Bruderhähne 1.500-1.600 g lebend und Schlachtgewichte zwischen 1.000 und 1.100 g. Der Fleischanteil liegt dann bei 400-450 g.

Größere, schwerere Tiere seien den deutschen Althennen-Schlachthöfe lieber, die für die körperlichen Gegebenheiten der Bruderhähne am besten eingerichtet wären, führte Anette Alpers aus. Größere Tierzahlen wiederum könnten nur Schlachthöfe in Österreich und Polen bewältigen, die dann speziell für Höfe mit Rein-Raus-Verfahren infrage kämen (z. B. 24.000 Bruderhähne aus einem Bio-Betrieb).

Zwar könnten in-ovo-Geschlechtserkennung und Zwei-Nutzungshuhn Alternativen zur Bruderhahn-Aufzucht sein. Die derzeit marktreifen Verfahren dürfen aber nach dem 1. 1. 2023 nicht mehr angewandt werden, weil sie erst nach dem 6. Bruttag funktionieren. Ein spektroskopisches Verfahren zur Geschlechtsbestimmung vor dem 6. Tag ist zwar entwickelt, aber mit Sicherheit bis 1. 1. 2023 noch nicht serienreif. Ähnlich sieht es bei der Methode „Chaggy“ aus, wo der Embryo im Ei vor der Tötung mittels eines Stromstoßes betäubt wird, um Schmerzempfinden bei der anschließenden Tötung zu verhindern.

Als Zwei-Nutzungslinien stünden momentan zur Verfügung: Lohmann Dual und das ÖTZ-Huhn „Caramel“ (Deutscher Lachshahn x White Rock Henne). Bei Lohmann erreicht der Hahn nach 53 Tagen 2.000 g Lebendgewicht und die Henne legt bis zur 72. LW 240 Eier. Bei „Caramel“ wiegt der Hahn nach 105 Lebenstagen 2.400 g und die Henne legt 230 Eier pro Jahr.

Intelligente Lichtsteuerung beim Nutzgeflügel – Licht-Controlling im Geflügelstall

0
Louisa Reimers, Hochschule Osnabrück

An der Hochschule Osnabrück wurde ein Projekt zu Lichtsteuerung im Geflügelstall und digitalen Systemen zur Erfassung von Verhaltensabweichungen gestartet. Die Geflügel-Spezialistin Louisa Reimers referierte dazu anlässlich der EuroTier 2022. Dass Licht das Verhalten von Vögeln beeinflusst ist bekannt, insbesondere flackernde Beleuchtung und unpassende Farbspektren können zu Verhaltensstörungen führen (ausführlich hier).

Im Versuchsstall der Osnabrücker Hochschule wurden für den aktuellen Versuch Braune Legehennen sechs verschiedener Genetiken eingestallt und ihre Ställe mit Deckenkameras und LED-Prototypen mit UV-Chips ausgestattet. Die Hennen der Versuchsgruppe wurden einem Lichtspektrum mit „tageslicht-ähnlichem“ UV-Anteil ausgesetzt und der Stall einer Kontrollgruppe „konventionell warmweiß“ beleuchtet. Eine Gefiederbonitur erfolgte dann sowohl kamerabasiert als auch manuell.

Federpicken erwies sich im Versuch als indirekt messbar. Das digitale System ermöglicht große Stichproben, objektive Bewertung der Herde und eine kontinuierliche 24-Stunden-Datenerfassung. Verdeckte Körperregionen können allerdings nicht automatisch erfasst werden, tiefere Gefiederschäden erkennt eine Kamera nicht. Erst wenn man das Rückengefieder manuell zurückstreicht, wird dort fehlendes Gefieder sichtbar. Auch kleinere Schäden an einzelnen Federn sind automatisch schwer zu erkennen. Grundsätzlich sei die Erfassung von Gefiederverlust per Kamera möglich, der Grad der Abweichung aber noch nicht mathematisch sicher zu ermitteln, führte Louisa Reimers aus. Es bestünde weiterer Forschungsbedarf, um über automatische Lichtmodifikation zukünftig Verhalten steuern zu können.

Jedenfalls zeigten die Hennen unter tageslicht-ähnlichem Lichtspektrum einen besseren Gefiederzustand als die Kontrollgruppe und im Trend auch eine etwas höhere Legeleistung.

Europäisches Exzellenznetzwerk bereitet junge Frauen und Männer auf eine Zukunft in der Spitzenforschung vor

0

Zwei Doktoranden forschen im Marie-Skłodowska-Curie-Trainingsnetzwerk „MonoGutHealth“ am FBN

Daria De Leonardis (27) und Oyekunle John Oladosu (30), zwei Nachwuchswissenschaftler aus Italien und Nigeria, gehören zu den elf Doktorandinnen und Doktoranden des innovativen Marie-Skłodowska-Curie-Trainingsnetzwerks „MonoGutHealth“. Sie arbeiten am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf in der Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Cornelia C. Metges an ihrer Promotion. Die EU fördert das Projekt am FBN mit rund 500.000 Euro. Es umfasst mehrere Praktika in Unternehmen und Forschungsinstituten sowie regelmäßige internationale Schulungen bei Partnern des Netzwerkes. Insgesamt zehn europäische Länder beteiligen sich an dem hochkarätigen Ausbildungsnetzwerk.

Mit dem vom EU-Programm Horizon 2020 finanzierten Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium sollen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der internationalen interdisziplinären Spitzenforschung vertraut gemacht werden. Während der dreijährigen Forschungsarbeit können die beiden Nachwuchsforschenden hochmoderne Methoden und Techniken nutzen und Erfahrungen in verschiedenen Labors sammeln. Dabei geht es konkret um neuartige Ansätze bei Schweinen und Hühnern vor und kurz nach der Geburt zur Verbesserung der Darmgesundheit. Das „Mono“ im Akronym „MonoGutHealth“ steht für „Monogastrisch“, für Tiere mit nur einem Magen, wie bei Schweinen und Hühnern; „Gut“ bezieht sich auf den Darm und „Health“ auf Gesundheit.

Optimale Ernährungsergänzung für Ferkel finden
„In dem Exzellenzprogramm erhalten die jungen Forschenden erstklassige Möglichkeiten, im Zuge ihrer Promotion nicht nur ein spezielles wissenschaftliches Thema mit innovativen Verfahren zu bearbeiten, sondern auch bedeutende Forschungseirichtungen in Europa von innen kennenzulernen“, betonte Professorin Dr. Cornelia C. Metges. Die Agrarwissenschaftlerin betreut die Italienerin Daria De Leonardis bei ihrer Forschungsarbeit.

Die junge Veterinärbiotechnologin aus Brindisi (Italien), die an der Universität in Mailand studierte, forscht an einer optimierten Ernährungslösung für Ferkel, um deren Darmgesundheit und -entwicklung sowie Wachstumsleistung zu verbessern. Aufgrund von immer größeren Würfen zeigen etwa 15 Prozent der Ferkel bei Geburt ein unterdurchschnittliches Geburtsgewicht und geringe Energiereserven. In dem Forschungsvorhaben wird untersucht, ob die Beigabe von natürlichen Aminosäuren (Glutamin) schon unmittelbar nach der Geburt als Nahrungsergänzung die gesunde Entwicklung der Ferkel fördert. Glutamin hatte sich bereits bei der Darmreifung und der Entzündungsprävention bei von Muttermilch entwöhnten Ferkeln als vorteilhaft erwiesen.

Wurminfektionen bei Hühnern erkennen und vorbeugen
Das Promotionsthema von Oyekunle John Oladosu aus Ibadan (Nigeria), der seinen Master an der Lincoln University in Neuseeland absolvierte, wird von dem Agrarwissenschaftler Dr. Gürbüz Daş betreut. Gemeinsam konnten sie Ende vergangenen Jahres eine wissenschaftliche Publikation in der der Zeitschrift Veterinary Parasitology veröffentlichen. Am FBN haben die beiden Wissenschaftler mit dem Industriepartner TECODevelopment GmbH aus Rheinbach (Nordrhein-Westfalen) eine neue Methode zum Nachweis von Parasiteninfektionen bei Hühnern entwickelt. Die neue Methode ist nicht-invasiv, da sie nur Kotproben als biologisches Material benötigt, relativ einfach durchzuführen ist und eine hohe diagnostische Genauigkeit aufweist.

Parasitäre Wurminfektionen im Darm (Nematodeninfektionen) sind ein häufig auftretendes Problem in europäischen Geflügelfarmen mit Zugang ins Freie, das die Produktivität der Betriebe einschränkt und die Gesundheit der Hühner negativ beeinflusst. In dem Projekt des Nutztierwissenschaftlers aus Nigeria sollen insbesondere Stoffwechselparameter identifiziert werden, die mit einer besseren Immunabwehr und Widerstandskraft gegen die Wurminfektion verbunden sind.

Daria De Leonardis und Oyekunle John Oladosu möchten ihr dreijähriges Forschungsprogramm am FBN im kommenden Jahr mit einer Promotion an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Veterinärmedizin abschließen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Umgang mit krankem und verletztem Wirtschaftsgeflügel – DLG-Merkblatt 477

0
Dr. Birgit Spindler, Stiftung Tierärztliche Hochschule, Hannover

Dr. Birgit Spindler (TiHo) stellte anlässlich der EuroTier 2022 das neue DLG-Merkblatt zum Umgang mit krankem und verletztem Geflügel vor. Gleich zu Beginn ihres Vortrags betonte die Geflügelspezialistin, wie wichtig Tierbeobachtung und deren Frequenz sind. Je häufiger ein Geflügelbestand kontrolliert wird desto besser. Gerade in kritischen Zeiträumen seien mindestens zwei Kontrollgänge am Tag sinnvoll. Positiver Nebeneffekt: Je häufiger die Tiere ihre Betreuer sehen, umso eher lassen sie sich auch fangen wenn sie krank sind. Wichtig sei weiterhin wirklich alle Stallbereiche zu kontrollieren, auch weniger gut zugängliche oder dunkle Ecken, die sich gute als Rückzugsorte eignen. Ebenso Kaltscharraum und Auslauf. Hilfreich sei auch in den Aktivitätsphasen, etwa beim Öffnen der Auslaufluken, Getreidekörner zu streuen, um zu sehen, welche Tiere nicht darauf reagieren.

Kenntnisse über Normalverhalten und Verhaltensabweichungen seien essentiell. Dann fallen gesundheitliche Störungen frühzeitig auf, wie z. B.:

• apathisches oder aufgeregtes Verhalten
• Verschmutzung von Kopf oder Gefieder
• kotverschmierte Kloake
• aufgeplustertes Gefieder, eingezogener Kopf, Kopfschwellungen
• Farbveränderungen an Kopf oder Kamm
• geschlossene Augen
• Verletzungen, Laufschwierigkeiten

Vögel mit Missbildungen, z. B. fehlendem Auge oder Kreuzschnabel, sollten beobachtet werde, können aber in der Regel in der Herde verbleiben.

Tiere die eventuell krank, verletzt, lebensschwach oder in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind, müssen fachgerecht gefangen und begutachtet werden. Eine sachkundige Person mit allen erforderlichen Kenntnissen und Erfahrung müsse dann entscheiden, ob Tiere in ein Krankenabteil gebracht werden oder notgetötet werden müssen oder in der Herde bleiben können.

Für separierte Tiere müssen auch geeignete Maßnahmen ergriffen und die Entwicklung ihres Zustands mehrmals am Tag kontrolliert werden. Allein die Separation stellt keine adäquate Versorgung dar! Im Separationsabteil müssen Futter und Wasser für alle Tiere (auch wenn sie in der Bewegung eingeschränkt sind) zugänglich sein. Wichtig seien weiterhin: geeignetes Einstreumaterial, möglichst geringe Besatzdichte – aber Sichtkontakt zu Sozialpartnern, Beschäftigungsmaterial, Sitzstangen und ggf. Legenester.

Liegt beim Einzeltier ein vernünftiger Grund für die Nottötung gemäß Tierschutzgesetz vor (z. B. nicht behebbare Schmerzen, keine Heilungsaussichten, keine selbständige Wasser- und Futteraufnahme), muss eine sachkundige Person das Tier unter Betäubung und unter Vermeidung von Scherzen töten. Hier empfiehlt Birgit Spindler die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen.

Wie Betäubung, Nottötung und anschließende Kontrolle des Todes durchgeführt werden sollten, beschreibt das DLG-Merkblatt ausführlich und anschaulich. Es steht hier direkt zum Download zur Verfügung.

Revision des QS-Leitfadens Schlachtung/Zerlegung – Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

0

Um eine noch bessere und praxisgerechtere Umsetzung der QS-Anforderungen in allen QS-Schlachtbetrieben zu erreichen, hat QS mit Wirkung zum 1. Januar 2023 den „Leitfaden Schlachtung/Zerlegung“ revidiert. Eine wesentliche Neuerung im Leitfaden ist die Zusammenfassung sämtlicher Anforderungen zum Thema Tierschutz in einem eigenen Kapitel, wodurch die Praxistauglichkeit und Übersichtlichkeit des Dokuments weiter verbessert wurde.

Weitere wichtige Neuerungen im QS-Leitfaden Schlachtung/Zerlegung betreffen die nachfolgenden Anforderungen:

• Konkretisierung der Anforderungen zur Lebensmittelsicherheitskultur, damit Unternehmen
die Kriterien besser verstehen und fachgerecht umsetzen können.

• Zur Vorbereitung auf einen möglichen Havariefall, der eine Bedrohung für die
Lebensmittelsicherheit, den Tierschutz, Menschen oder die Umwelt darstellt,
müssen Unternehmen ein Havariekonzept erarbeiten, das interne Abläufe,
Maßnahmen und Entscheidungswege festlegt.

• Bei der Bewertung von Produktionsprozessen müssen mögliche direkte
und/oder indirekte Re- bzw. Kreuzkontaminationen berücksichtigt werden.
Zudem sind Maßnahmen umzusetzen, die das Risiko einer Übertragung
von unerwünschten Stoffen bei der Herstellung, innerbetrieblichen Lagerung
und beim Transport von Produkten minimieren.

• Unternehmen müssen eine tierartspezifische Produkttrennung (Reihenfolge:
erst Rind, dann Schwein, dann Geflügel) sicherstellen, um eine gegenseitige
negative Beeinflussung in der Produktion, etwa den Eintrag von Salmonellen,
auszuschließen.

• Tiere, die nach den Betäubungskontrollen nicht ausreichend betäubt sind,
müssen anhand zugelassener Betäubungsmaßnahmen nachbetäubt werden.
Die Mitarbeitenden müssen dafür nachweislich im Verfahren geschult sein
und dieses entsprechend in der Praxis umsetzen.

Die seit dem 1. Januar 2023 gültige Version des QS-Leitfadens Schlachtung/Zerlegung finden Sie hier. Einen Beitrag zu den wichtigsten Revisionen des Leitfadens sowie zu weiteren Hintergründe bei der Entwicklung der Anforderungen lesen Sie im Beitrag „Herausforderungen der Branche begegnen“ in der frisch erschienenen neuen Ausgabe der qualitas.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit

Afrikanische Schweinepest (ASP); Neue Version des Leitfadens für wirksame Biosicherheitsmaßnahmen in der Schweinehaltung

0

Die Niedersächsische Arbeitsgruppe Biosicherheit Schweinhaltung – gegründet durch Experte*innen unterschiedlicher Institutionen unter der Beteiligung der Universität Vechta – hat den im Juli 2022 veröffentlichten Praxisleitfaden angepasst und um einen bebilderten Praxisleitfaden zur Einfriedung von Betrieben ergänzt.

Hintergrund der Veröffentlichung des Leitfadens ist das neue EU-Tiergesundheitsrecht, nach dem insbesondere Tierhalterinnen und Tierhalter in der besonderen Verantwortung stehen, den „Schutz vor biologischen Gefahren“ auf den eigenen Betrieben sicherzustellen. Dies beinhaltet neben Kenntnissen zu Tiergesundheit und Tierseuchen sowie deren Verbreitungsgefahren auch Maßnahmen zum Schutz der Schweine – wie Umzäunung, Einfriedung, Überdachung, Reinigung oder Desinfektion. Außerdem müssen betriebsindividuelle, schriftliche Biosicherheitsmanagementpläne erstellt werden.

In der praktischen Umsetzung hilft den Betrieben nun neben dem Biosicherheitsleitfaden eine bebilderte Anleitung zur Einfriedung der Betriebe, um Landwirt*innen dabei zu unterstützen, die Außengrenzen ihrer Betriebe noch sicherer zu gestalten. Die Dokumente ergänzen die kostenlose betriebsindividuelle Risikobewertung der ASP Risikoampel der Universität Vechta die in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler-Institut und der Tierseuchenkasse Niedersachsen an das neue EU-Tiergesundheitsrecht angepasst wird.

Wie geht es weiter?
Die Biosicherheitsanforderungen des EU-Rechts betreffen alle Nutztierhaltungen. Daher soll das Niedersächsische Biosicherheitskonzept zeitnah auch für die Tierarten Geflügel und Rind weiterentwickelt werden. Die Gründung der „AG Biosicherheit in Geflügelhaltungen“ ist für Februar 2023 geplant, an der Dr.in Barbara Grabkowsky, Leiterin des Verbunds Transformationsforschung Agrar (trafo:agrar), für die Universität Vechta ebenfalls mitwirken wird. Die Version 2.0 der ASP Risikoampel ist noch in diesem Frühjahr geplant, eine Rinder-Risikoampel ist derzeit schon in Erarbeitung.

Quelle: Universität Vechta

QS wächst weiter: Fleisch von Legehennen und Junghähnen künftig im QS-System

0

Das Prüfsystem QS und der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) haben sich auf gemeinsame Standards für die Vermarktung von Fleisch von Legehennen und Junghähnen aus Legehybridlinien in das QS-System verständigt. Dabei müssen die Betriebe sowohl die Anforderungen des KAT-Kontrollsystems als auch die des QS-Systems erfüllen und an den QS-Monitoringprogrammen teilnehmen. Der Geflügelfleischverarbeitung steht damit ein weiterer qualitätsgesicherter Rohstoff zur Verfügung.

„Wir freuen uns, dass wir den Legehennen- und Junghahnbetrieben im KAT-System jetzt auch die Möglichkeit bieten können, dass Fleisch ihrer Tiere im QS-System vermarkten zu können“, kommentiert Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der QS-Qualität und Sicherheit GmbH die gemeinsame Vereinbarung zwischen dem KAT und dem QS-System. „Mit der Anerkennung der KAT-Audits in Kombination mit einer QS-Zusatzcheckliste haben wir die Grundlage geschaffen, dass KAT-Betriebe ohne großen Mehraufwand die Lieferberechtigung in das QS-System erlangen. Damit kann die Geflügelfleischverarbeitung im QS-System auf ein größeres Angebot qualitätsgesicherter Rohstoffe zurückgreifen.“

Neutrale Zertifizierungsstellen überprüfen die KAT- und QS-Anforderungen innerhalb eines Audits für beide Zulassungen. Außerdem nehmen die Betriebe am Schlachtbefunddatenmonitoring und am Antibiotikamonitoring des QS-Systems teil. So erfüllen auch die Legehennen und Junghähne die gleichen Anforderungen wie das Mastgeflügel. Damit kann der Mehrwert ohne Doppelaudits in den Betrieben realisiert werden. Erfüllt ein teilnehmender Betrieb eine der genannten Anforderungen nicht, kann er die Berechtigung zur Lieferung in das QS-System verlieren. Hier gelten ausnahmslos dieselben Anforderungen für KAT-Betriebe wie für alle anderen Tierhaltungen im QS-System.

Die Teilnahme am QS-System ist für KAT-Betriebe freiwillig. Die Anmeldung der Betriebe im QS-System erfolgt über den QS-Bündler Orgainvent, der die teilnehmenden Betriebe sowie die Umsetzung der Monitoringprogramme für Antibiotika und Schlachtbefunddaten betreut.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Elektrolyt-Brausetab zur Vorbeugung und Behandlung von Kälberdurchfällen

0

Mit „Hydroforce“ ist ab sofort wieder ein Elektrolyt-Brausetab zur Vorbeugung und Behandlung von Kälberdurchfällen erhältlich. Knapp fünf Jahre gab es keine Alternative zum damalig bekannten und beliebten Produkt.

Kälberdurchfälle sind keine Seltenheit und schwächen die Tiere. In dieser Situation ist die Zufuhr von Elektrolyten extrem wichtig, um das Gedeihen der Tiere zu gewährleisten. Aufgrund seiner speziellen Zusammensetzung weist der Hydroforce Elektrolyt-Tab eine sehr gute Schmackhaftigkeit und eine optimale Auflösung auf. Die Effektivität bei der Pufferung und schnellen Re-Hydrierung mit Elektrolyten bei Kälberdurchfällen macht das Produkt bei Landwirten und auch Tierärzten beliebt. Hydroforce ist in Packungsgrößen mit je 8 oder 48 Stück erhältlich – die Einzeltabs sind nutzerfreundlich und hygienisch einwandfrei verpackt. Die Brausetabs sind jetzt als Ergänzungsfuttermittel zugelassen und unterliegen somit nicht mehr dem Arzneimittelgesetz und sind im Handel oder aber den Tierarzt zu beziehen. Aktuell jedoch ist das Produkt nur über Quidee erhältlich.

Weitere Infos über www.quidee.de.